Manche Dinge bleiben so lange liegen, bis sie sich von selbst erledigen. Nicht so diese Slides zu den beiden Vorträgen, die Stefan Kunze und Christian Jung im Oktober auf der Systems hielten. Was darin gesagt ist, bleibt von Bedeutung. Christian Jung schlug den Bogen (1,4 MB) von den Ideen einiger Pioniere, die den Computer für jedermann zugänglich machen wollten, zum heutigen Projektalltag. Stefan Kunze nahm diesen Faden auf (3,3 MB) und stellte die Projektmethodik des User Centric Design vor, die auf gute, für den Anwender nützliche Software abzielt.
Jetzt wird langsam ein Schuh draus: Google schaltet Google Base mit Google Local, Google Maps und Froogle zusammen, meldet de.internet.com.
Anwender könnten so ihren Weihnachtseinkauf im Detail am Rechner planen. Neben einer Auflistung der Geschäfte erhält der Nutzer auch eine Stadtkarte präsentiert, in der die jeweiligen Standorte eingetragen sind. Dabei zeigt die Suchmaschine nur Filialen an, die das gewünschte Produkt auch tatsächlich auf Lager haben. Die Lokalsuche ermöglichte bisher lediglich die Suche nach Geschäften in bestimmten Produktkategorien.
Hot!
Nachtrag: Inzwischen ist die Pressemitteilung von Google online. Von Google Base ist darin nicht die Rede, dafür aber von Wishlists bei Froogle. Dass es die gibt, war mir als Froogle-Poweruser bisher doch glatt entgangen.
Unsere Auswertung besagt, daß in der letzten Woche immerhin drei Besucher über die Google-Suche zu: "Striptease gratis" auf die Site kamen. Hoffentlich konnten wir helfen.
Montag ist Internettag. Die FAZ, Ressort "Netzwirtschaft", berichtet, daß das Internet der große Gewinner
unter den Medien ist. Die Deutschen sind heute mehr als sechsmal so lange
online wie 1999.Der Bundesverband Deutscher Versandhandel veröffentlicht, daß in Online-Shps Waren im Wert von 6,1 Milliarden Euro verkauft werden, gut 24 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Zusammen mit geschätzt 2,5 Milliarden Euro Umsatz von Händlern auf der Auktionsplattform eBay wird der elektronisch erzielte Versandhandelsumsatz mit Waren aller Art im Jahr 2005 rund 8,6 Milliarden Euro erreichen. Bis zum Jahr 2010 rechnet der Verband damit, dass rund 50 Prozent des gesamten Versandhandelsvolumens online erzielt sein wird.
Und Spiegel Online beschäftigt sich mit der Frage, wie wir in Zukunft über das Internet fernsehen. Fazit: Die Sender sind dabei, alles mit DRM vollzupflastern und alle Vorteile zunichte zu machen.
Die Woche auf Tournee ist vorbei. Höchste Zeit für ein typisches Mobiltelefonbild. Dieses stammt von Björn Ognibeni, der beim Auftakt am Montag in Hamburg dabei war. Der freundliche Herr am Stehtisch ist übrigens Stephan Weiland von WebSideStory.
Daniel Lang aus den SinnerSchrader Studios erklärt seinen Bildschirmhintergrund:
Da wir schon seit geraumer Zeit "Clean Room Policy" haben, ist der Desktop tatsächlich eine der letzten Individualisierungsoptionen die noch bleiben.
Ich brauche einen aufgeräumten Desktop mit ganz wenig Dateien und Ordnern, und der Blick aufs wesentliche muss frei bleiben. Das "wesentliche" Motiv wird in unterschiedlichen zeitlichen Abständen getauscht und entspricht gerade meinem Interesse und meiner Stimmung. Ein Filmplakat von Wim Wenders Paris Texas, der Hauptdarsteller aus "The Incredibles", ein Bild von Edward Hopper usw.
Nachdem ich gestern den Stummfilm "Weisse Hölle am Piz Palü" gesehen habe (siehe auch www.eiston.de), hab ich wieder ein Stummfilmmotiv gebraucht und mich an den guten alten Buster Keaton erinnert. Der Freisteller von Buster ist aus dem Film "Seven Chances".
Hoch hängen die Erwartungen an die Shoposphere. Und eines muss man Yahoo lassen: Unter PR-Gesichtspunkten war der Start optimal eingefädelt. Der Scoop blieb einem Blog namens Techcrunch vorbehalten, das vor dem amtlichen Start ins Beta-Dasein berichten durfte. Und mit der Ankündigung kommender Features wie Tagging, vor allem aber dem Plan, die fleißigen Listenbastler am Shopping-Umsatz zu beteiligen, hat Yahoo der an sich wenig spektakulären Geschichte den richtigen Dreh verpasst.
Was geht jetzt schon? Überall, wo bei Yahoo Produkte auftauchen, gibt es kleine Links ("Save to My Lists"), um das Produkt auf einer nutzereigenen Liste zu speichern. Wer sich an Amazon und dessen Wishlists erinnert fühlt, liegt nicht ganz falsch. Schön ist die Option, eine kleine Erläuterung zu schreiben. Was ganz klar fehlt, ist die Möglichkeit, Links zu setzen. Alles bewegt sich im walled garden von Yahoo. 360 Grad, sozusagen.
Andere Nutzer können Listen bewerten ("Was this list helpful?") und Kommentare hinterlassen. Alles schön gemacht, keine Frage, aber das Rad des E-Commerce ist damit nicht gerade neu erfunden. Auch mit Umsatzbeteiligung bewegen wir uns hier eher im Bereich Marketing, Media und Publishing.
Die Shoposphere ist insofern mit Adsense vergleichbar: Yahoo gibt künftig einen Teil der Erlöse an Nutzer weiter, die es irgendwie, aber nachweisbar geschafft haben, am Weg eines Käufers zu seinem Wunschprodukt zu sitzen. Im Unterschied zu Adsense kann die Shoposphere allerdings nur den Kauf vergüten, nicht den Klick. CPO statt CPC. Ball flachhalten, liebe Kollegen!
Ach ja, fehlt noch der Link zur Fischmarkt-Liste.
Aus der Reihe "Zufälle, bei denen man sich fragt, ob es wirklich welche sind": Kaum gehen wir mit WebSideStory auf Deutschlandtournee, da startet Google, wie alle zwei bis drei Wochen üblich, einen neuen Dienst. Und zwar, passend zur Roadshow Web Analytics 2006, mit dem Namen Google Analytics und dem damit verbundenen Leistungsversprechen. Was heißt das für den Markt? Die Computerwoche gibt Entwarnung:
Google Analytics könnte für einige Bewegung im Markt für Software zur Website-Analyse sorgen. Vor allem kleinere kommerzielle Anbieter, die in erster Linie vom Lizenzgeschäft leben, geraten durch das kostenlose Angebot unter Druck. Firmen wie Websidestory, Coremetrics oder Omniture hingegen wären laut Marktbeobachtern besser gegen diesen neuen Konkurrenten gewappnet, da sie starke Service- und Beratungsmannschaften unterhielten, die Google bisher nicht vorzeigen kann.
Beratung und Service dürfte in der Tat nicht der Fokus eines Google-Ablegers sein - dafür aber Automatisierung, Standardisierung und Skalierbarkeit. Hier werden neue Standards gesetzt, soviel dürfte klar sein - auch wenn ich noch keinen Einblick nehmen konnte, weil Google Analytics offensichtlich mit dem ersten Ansturm nicht fertig wird. Ein paar Screenshots nebst Erläuterungen bei Google Blogoscoped.
Bis vor kurzem kostete der Dienst (unter dem Namen Urchin) übrigens 199 Dollar pro Monat. Jeder Web-Analytics-Anbieter mit diesem Geschäftsmodell kann also schon mal darüber nachdenken, ob sein Dienst hinreichende Differenzierungsmerkmale aufweist - oder den Preis um 199 Dollar senken. Wie formuliert es Jon Henshaw [via Siggi Becker]?
Google Takes Out Entire Industry In One Day
Die Internet World (Zeitschrift) berichtet über die Internet World (den Kongress). Der Vortrag von Matthias Schrader ist Anlass für die Titelgeschichte und eine ganze Seite zum Thema. Und damit nicht genug: Auf der Website gibt es auch die Tonspur zu den Slides. Was will man mehr?
Nachtrag: Bei genauerer Betrachtung stelle ich fest, dass die Tonspur zu einem anderen Panel gehört, auf dem u.a. Malte Blumenthal saß, Geschäftsführer der Agentur SinnerSchrader Studios.
Heute in der Welt am Sonntag: eine Dienstfahrt mit Matthias Schrader. Gesprächsthema ist u.a. - wie könnte es anders sein? - der E-Commerce. Auszug:
Worauf sollten Anbieter achten?
Schrader: Service, Sortimentgestaltung und Verkaufsdramaturgie sind wichtig. Viele orientieren sich noch an Katalog- und Regalmetaphern. Das ist eine logistische Sichtweise, aber nicht die der Konsumenten. Der Kunde sucht zu seinen Schuhen die passende Hose oder ein Hemd und will sich nicht durch 20 Schuh-Seiten klicken.
Es gibt Zufälle, bei denen man sich fragt, ob es wirklich welche sind. Am nächsten Dienstag finden in München im gleichen Hotel zur gleichen Zeit zwei sehr ähnliche Veranstaltungen statt. Um 8.30 Uhr beginnt das Business Breakfast von WebSideStory und SinnerSchrader zum Thema Web Analytics. Und eine halbe Stunde später tagt das Online Marketing Forum - zu Themen wie Website Analytics und Web-Controlling...
Desktop von Ulli Leseberg aus der Buchhaltung der SinnerSchrader Aktiengesellschaft.
Would you pay $5/month to use Google? Diese Frage stellt 37signals seinen Lesern. Unter den bis jetzt 252 Antworten überwiegt, wenig überraschend, das Nein. Dennoch sei die Frage auch den Fischmarktbesuchern gestellt. Und da wir uns an gängigen Umrechnungskursen orientieren, lautet sie so:
Wenn Google nicht kostenlos wäre, würden Sie dafür 5 Euro im Monat zahlen?
Auf der Website von Media Markt gibt es keinen Online-Shop mehr. Stattdessen wird dort nur noch das Sortiment der stationären Märkte beworben und deren Adressen penetriert. Der ehemalige Shop heißt jetzt Media Online und erinnert zwar entfernt an seinen Absender, nutzt aber die Marke nicht. Und glänzt, darauf macht der Reklameblogger aufmerksam, nach wie vor durch seltsame Konditionen.
Wofür Spreadshirt den Deutschen Internetpreis 2005 bekommt hat, ist keine Frage. Glückwunsch nach Leipzig! Der zweite Preisträger hingegen wirft schon mehr Fragen auf:
mentasys "stellt den Betreibern von Webseiten Informationen und Techniken zur Verfügung, um den Nutzern der Website den Prozess der Kaufentscheidung zu erleichtern", heißt es etwas kryptisch zur Begründung.
Ich muss zugeben, dass ich aus der Website nicht so recht schlau geworden bin. Aber die Referenzen lesen sich beeindruckend. Glückwunsch auch nach Karlsruhe!
Desktop von doubl. Das Hintergrundbild ist von Nasa-Images. Der entsprechende Bildschirmschoner enthält ebenfalls Bilder der Nasa.

Auf den ersten Blick eine überraschende Wahl: Otto.de ist als Online-Shop des Jahres 2005 ausgezeichnet worden. Wofür genau? Für "hohe Kunden- und Serviceorientierung und medienbezogene Tagesaktualität", teilt Otto mit. Aha. Weniger überraschend wird die Auszeichnung angesichts der Ausrichter des Preises: Es sind der Bundesverband des deutschen Versandhandels und das Fachblatt Der Versandhausberater. Keine weiteren Fragen.
Im November ist übrigens Hochsaison für Awards. Allein in dieser und der nächsten Woche werden fünf einschlägige Preise verliehen: der Deutsche Internet Preis 2005 (8.11., dort nominiert ist übrigens Spreadshirt), der CRM Best Practice Award (9.11.), der KatalogBenchmark 2005 (16.11.), der Corporate Media Award (18.11.) und der Preis Gute Gestaltung 06 des DDC (19.11.). Anfang Dezember folgt der BIENE Award (9.12.).
Wo geerntet wird, muss auch gesät werden: In der kommenden Woche starten die Ausschreibungsfristen für den ADC Wettbewerb 2006 (14.11.) und den Deutschen Dialogmarketing Preis (15.11.). Und am 31.12. endet wie immer die Einreichungsfrist für den New Media Award, der in diesem Jahr erstmals einen Sonderpreis Effizienz vergibt.
Jeder Preis hat seine eigenen Lieblingskinder. Insofern ist mit weiteren Überraschungen zu rechnen, die bei näherer Betrachtung keine sind.
Die neuen Medien samt ihrer innovativen Formate sind es, die den gesamten Werbemarkt in Deutschland bis 2008 zu einem Wachstum von rund 2,3 Prozent pro Jahr führen. So prognostiziert es Booz Allen Hamilton. Davon profitieren insbesondere personalisierte Angebote und
Formate mit hoher Unterhaltungsqualität (Branded Entertainment) - zu Lasten der
klassischen werbefinanzierten Medien.
Für die Internetwerbung sieht Booz Allen Hamilton Zuwachsraten von 11 bis 12 Prozent pro Jahr und ein Nettovolumen von mindestens 395 Mio. Euro voraus. Zum Vergleich: Für 2004 wies die ZAW 271 Mio. Euro aus. Weitere Wachstumszweige sind Mobile Marketing, das von 50 Mio. Euro (2004) auf rund 250 Mio. Euro im Jahr 2008 wachsen soll, und E-Mail-Direktmarketing (2004: 250 Mio. Euro, 2008: 450 Mio. Euro).
Booz Allen Hamilton beschreibt fünf Trends:
- Gezielte Ansprache von Konsumenten, die sich "im Markt" befinden, durch Suchmaschinenwerbung und Käuferprofile wie bei Google, Yahoo und Amazon
- Schaffung einer stärker kontextbezogenen Markenerfahrung, durch Aufbau von Produktwelten, die den Kunden einbeziehen, zum Beispiel durch Product Placement in Videospielen
- Stärkere Responseorientierung und Interaktivität, durch Kundenkontakt über Mobiltelefone (Mobile Media), durch Fernsehen mit Zuschauerbeteiligung sowie Rich Media-Formate, die eine unmittelbare Reaktion ermöglichen (z.B. Gewinnspiele)
- Streuung von Marketing-Botschaften über Freunde und Bekannte (Viral-Marketing/Mund-zu-Mund-Propaganda)
- Einbindung der Marken- oder Produktbotschaft in spezielle Events für spitze, schwer erreichbare Zielgruppen
Zugegeben: Nichts davon ist wirklich neu. Aber das ist nicht der Punkt. Interessant ist vielmehr, mit welcher Selbstverständlichkeit diese Konzepte inzwischen ihren Platz im Gesamtwerbemarkt gefunden haben - und dass sie als Wachstumsfelder der stagnierenden Klassik den Rang abzulaufen beginnen. E-Commerce-Umsatz treibt Werbemarkt.
Bei den Werbungtreibenden steigt übrigens nach Ansicht von Booz Allen Hamilton der Druck zur Erfolgsmessung. Für den Kanal Internet haben wir da eine Idee.
Jürgen Siebert, Marketingvorstand von FontShop in Berlin, wird von seinem Desktop immer daran erinnert, wie sein PowerBook mal zu Boden ging. Das Bild des zerbrochenen LCD-Monitors im Fontblog führte zu einem gewaltigen Besucheransturm: Die Seite wurde 176.000 Mal besucht.
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis - ein PowerBook im Tausch gegen 176.000 Bruttokontakte. Bei 1.999 EUR für ein standardmäßiges 15-Zoll-PowerBook ergäbe sich ein TKP von 11,36 EUR. Und der Restzeitwert des Notebooks dürfte eher geringer gewesen sein.
Jürgen Siebert war es übrigens, der seinerzeit als Gründungschefredakteur der Page den jungen Matthias Schrader zur Page holte.
Forresters Prognose für das Online-Weihnachtsgeschäft in den USA steht, wie ECIN berichtet, bei 18 Mrd. US-Dollar oder 25 Prozent Plus gegenüber dem Vorjahr. Nicht schlecht. Was den deutschen Markt angeht, so scheint sich bislang niemand aus der Deckung gewagt zu haben. Oder habe ich etwas übersehen?
ein kleines grosses meisterwerk meiner tochter (9 jahre), das mich immer daran erinnert, möglichst noch vor sonnenuntergang feierabend zu machen ;-)
So, zwar etwas aufgeräumt, aber sonst original: So sieht der Desktop meines Arbeitsplatzrechners aus. Links am Rand liegt etwas mehr Zeugs herum als ich es gerne hätte. Die Google-Sidebar rechts klappe ich immer öfter ein - sie lenkt zu sehr ab. Hilft aber gegen Langeweile. :)
Jetzt sind Sie dran, liebe Leser: Wie sehen Ihre Desktops aus? Einschlägige Bilder bitte an info@fischmarkt.de einsenden oder im frisch angelegten Pool bei flickr ablegen.







