Hohes Maß an Unzufriedenheit

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Was Jochen Krisch schon seit Tagen schreibt, weiß nun auch die Financial Times Deutschland [nur für Abonnenten]. Google Base wird eine Plattform für Einzelhändler.

Googles Europachef Nikesh Arora sagte der Financial Times [Artikel im Volltext], Google wolle, dass Einzelhandelsunternehmen ihre internen Datenbanken mit Produkten und Preisen zur Verfügung stellen. Google würde diese Daten indizieren und die Informationen in Form einer benutzerfreundlichen Suchmaschine zur Verfügung stellen. Den Endkunden würde somit ein virtueller Supermarkt mit verschiedenen Marken angeboten. Auch andere Branchen wie der Immobiliensektor, sind im Gespräch, sagte Arora: „Google Base wird eine enorme Auswirkung auf Einzelhändler haben.“
ftd.pngDie FTD referiert bekannte Basisinformationen zum Thema E-Commerce (große Einzelhändler haben Millionen in eigenen Internetauftritt investiert; Online-Einzelhandel wächst stark; trotzdem verkaufen einige Händler überhaupt nicht über das Internet) und die interessante Einschätzung eines ungenannten großen Einzelhändlers ohne eigene Internetpräsenz: Das Projekt sei interessant, sofern Google auch den Vertrieb arrangieren könne. Der Bericht schließt mit folgender Lagebeschreibung:
Bei Befragungen von 20 der größten europäischen Einzelhändler hat Google ein hohes Maß an Unzufriedenheit mit dem bisherigen Onlineauftritt festgestellt. Mehr als 60 Prozent waren nicht glücklich mit der Entwicklung ihrer Internetgeschäfte. Die Hälfte geht dennoch davon aus, innerhalb der nächsten zwei Jahre den Großteil ihres Umsatzes online zu erzielen.

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Sicherlich eine der spannendsten Fragen ist gerade: Wann kommt der E-Commerce aus seiner (technologischen) Sackgasse heraus? Alle Händler, die ins Internet wollten, sind drin. Alle anderen (die Masse!) kommt erst dann, wenn sie geeignetere (Shopping-)... Mehr

4 Kommentare

Die Entwicklung der großen drei im eCommerce, Amazon, eBay und Google zeigt, daß sie sich immer ähnlicher werden und und der Mehrwert jedes einzelnen für den Kunden verschwindet. Fragt sich nur, ob es dann noch eine existenzberechtigung für die drei gibt. Es wäre nicht verwunderlich, wenn wir schon demnächst von einer Megafusion erfahren. Wird dann aus Amazon und eBay amabay?

Kann sein, muss aber nicht. Ich finde es eher begrüßenswert, wenn die drei Großen sich gegenseitig Konkurrenz machen. Die belebt ja das Geschäft, gibt dem Konsumenten mehr Wahlfreiheit und verringert die Abhängigkeit von einem Quasi-Monopolisten.

Wenn ich die Wahl habe, ob ich meine gebrauchten Bücher bei Amazon, Ebay oder Google verkaufen möchte, ist das doch von Vorteil. Außerdem hat bislang jeder der drei einen unterschiedlichen Ansatz verfolgt. Bei Amazon kann ich Bücher für 60 Tage kostenlos einstellen, zum Festpreis. Bei Ebay geht das nicht. Google Base habe ich noch nicht ausprobiert.

Amazon, eBay und Google sind ursprünglich mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen gestartet: Amazon als Online-Händler (CEO Jeff Bezos wollte "das größte Kaufhaus der Welt" erschaffen), eBay als reine Aktionsplattform und Google als Suchmaschine. Diese originären Geschäftsmodelle existieren nicht mehr; vielmehr sind Schnittmengen aller drei Geschäftsmodelle geschaffen worden, und dieser Prozess hält an. Der klare USP geht verloren und ich fürchte für den schönen Wettbewerb, daß diese Entwicklung an Geschindkeit zunimmt und von den drei Unternehmen maximal zwei überleben werden.

Was mich an der Sache wundert. Warum fängt Google auf einmal an, Ankündigungen zu machen. Die haben doch sonst immer alles geheim gehalten, bis gelauncht wurde. Irgendwie merkwürdig, oder?

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