Als "Wetten, dass" heute in den letzten Zügen lag, hatte Peter Turi im Spiegel vom kommenden Montag (2. Oktober) eine Preziose entdeckt. Die lapidare Meldung gibt einen kleinen Vorgeschmack darauf, was den alten Medien noch so alles blühen wird. (Und die Turi-Kinder sitzen nebenbei am Rechner, so wie ich heute auch.)

Foto von Oliver Baumgart

Es sind mehr Fragen und Optimismus, die die "Politik Online"-Session unter Leitung von Falk Lüke (Berlin) beim ersten Barcamp Deutschlands in Berlin prägen.

Kann man online Politikverdrossenheit entgegenwirken? Wo zieht man – vor allem am rechten Rand - die Grenze? Ist auch ein rechtes Blog Information oder Demagogie? Sind Wikis innerhalb von Parteien oder über Parteigrenzen hinweg eine Möglichkeit ausgewogene und "bullshit-freie" Information an Bürgerinnen und Bürger zu bekommen? Immerhin konnte man sich auf einen Ansatz einigen: Wünschenswert wäre eine "Matrix der Meinungen", in der die Ansätze der Parteien zu verschiedenen Fragestellungen in Differenz zu anderen Parteien und eventuell in Differenz zu früheren Statements der Partei dargestellt werden.

Markus Beckedahl hat unangenehme Fragen gleich zu Anfang: Wie erklärt sich die Differenz zwischen Interesse an netzpolitischen Fragestellungen und dem Mangel an Aktion und dem Unwissen der Entscheider in der Politik andererseits? Also kurz: Warum engagieren sich so wenige? Warum nutzen die Techniker nicht ihre Fähigkeiten, um politische Infrastrukturen zu bauen? Während viel zu wenige ihre Blogs als politische Plattformen nutzen, arbeiten andere an einem Konsumnetz, das dem Fernsehen immer ähnlicher wird.

Ein Erfolg war zu erzeichnen beim Thema Softwarepatente: Geeks und Nerds vernetzen sich über Mailinglisten und beschäftigten sich mit Politik-Hacking, indem sich eine große Gruppe nach Brüssel begab und das direkte Gespräch mit Politikern suchte - und sie waren erfolgreich. In der breiten Bevölkerung aber bleiben IT-Themen unter der Decke, solange nicht wirklich große Skandale passieren. Was wäre zu tun, um solche Probleme einer breiteren Gruppe zu kommunizieren? Als Hürde erweist sich dabei natürlich die Techniksprache der Fachleute – hier wäre bei einer Übersetzung ins Allgemeinverständliche anzusetzen.

Eine der nächsten Herausforderungen sei das neue Urheberrecht, das sich auf ein im Wesentlichen "kaputtes" Digital Rights Management (DRM) stütze. Aber auch bei den Geeks stoßen manche immer wieder durchgekaute Themen nicht selten auf taube Ohren.

Als erfolgreich erweisen sich Kampagnen, die sich auf konkrete Handlungen kaprizieren: Briefversand, Demonstrationen auf der Straße und Ähnliches. Gleichzeitig könnte sich die 'Netzpolitik' Hilfe zum Beispiel bei den Mediengestaltern holen, Wettbewerbe veranstalten. Bei großen Agenturen stößt man da wohl eher auf taube Ohren, ist die Einschätzung von Patrick Breitenbach.

Was fehlt ist neben einer bürgernahen Sprache auch der Super-GAU, es fehlt ein Tschernobyl-Äquivalent, es fehlt die großäugige Robbe. Solche Bilder - natürlich ohne die dazu passende Katastrophe - gilt es für die IT zu schaffen und in globale Kampagnen einzubinden, darauf konnte sich die Gruppe einigen. Und schaut neidisch in die USA, wo sich eine breite Koalition für die Netzneutralität zusammen.

Foto: Oliver Baumgart

Blogsuchmaschinen

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Christopher Laux' Motivation zur Arbeit an einer eigenen Suchmaschine für Blogs stammt aus der Unzufriedenheit mit der Qualität von Blogsuchmaschinen: Die Ergebnisse von Suchen innerhalb von Blogs waren über Dienste wie Technorati oder die Blogsuche von Google oder Yahoo nicht zu erreichen. Beim Barcamp Berlin diskutierte er seine Erfahrungen bei den ersten Schritten, eine eigene Blogsuchmaschine zu bauen.

Die Maschine funktioniert so: Während ein "Spider" Blogs findet, hat ein "Visitor" die Aufgabe, aktuelle Einträge zu finden. Diese beiden Elemente sind bereits implementiert. Noch zu bauen sind Suchalgorithmen und ein Webinterface, das Nutzern die eigentliche Suche erlaubt.

Im Spiderkonzept werden Bäume entsprechend bewertet, beispielsweise als "Spam-Zweig" (kappt man den, so werden auch viele andere Spamquellen "gekappt") oder als "Such-Zweig auf Italienisch". Sofern die Blogsuchmaschine monolingual (also beispielsweise englisch) spidern soll, müssen auch fremdsprachige Blogs ausgeblendet werden. Die Blogs in der Wunschsprache lassen sich recht einfach über einen hohen Anteil an Wörtern aus einem passenden Lexikon ermitteln.

Vermeiden muss man auch, dass der Spider "im Kreis läuft", denn unter Millionen Blogs im Index solche Kreise zu ermitteln ist von der Rechenkapazität her problematisch. Generell wird auch versucht zu ermitteln, welche Teile des Blogs welche Infos (Archivlink, interne Links, Blogroll) enthalten, und im Prinzip können aus diesen Strukturen auch semantische Schlussfolgerungen gezogen werden. Blogs selbst werden erkannt anhand ihrer typischen URL-Struktur: Anhand von 30 Regeln werden bisher 80% der Blogs erkannt. RSS als Indikator zu nehmen hat sich nicht bewährt.

Im Betrieb zieht der Spider 1 GB/Stunde, es empfiehlt sich also ein Server mit unlimitiertem Traffic. Ein Bloom-Filter erübrigt es, alle bisher erfassten URLs im Speicher zu halten, und die Datenfiles werden linear strukturiert.

Der Visitor ist ähnlich strukturiert wie der Spider. Hier fallen allerdings 30 GB/h an - wahrscheinlich weil die dafür vorgesehene Maschine schneller ist. Statt 30 Connections wie beim Spider werden hier parallel 50 Verbindungen gefahren.

Ein Problem war, dass nach einer halben Million Blogs dem System nach einiger Zeit die Blogs ausgingen: Die Datenbank umfasst lediglich eine halbe Million Blogs und ... geht davon aus, dass das die halbe Million 'besten' Blogs sind. Aus den 'Wer linkt auf wen"-Statistiken lässt sich ableiten, dass die Long-Tail-Relation in der Tat umgekehrt exponentiell zueinander verhält: Es gibt weniger und weniger Blogs mit immer mehr und mehr Links, die auf sie zeigen. Für die Statistiker unter den Lesenden: Bei einer doppelt logarithmischen Darstellung ergibt sich eine angenäherte Gerade.

Timo Derstappen hat auf der Basis von Technorati-Daten ein ähnliches System als Alert-System für PR-Abteilungen gebaut, deren eigentliches Ziel die Auslösung eines PR-Alarms war, wenn bestimmte Begriffe 'peaken'. Begriffe wurden in von Hand erstellten Topic-Maps semantisch miteinander verknüpft und können so benutzt werden, um Texte inhaltlich zu bewerten. Die Hardware-Anforderungen sind relativ hoch und schwer im Rahmen eines Hobbyprojekts zu realisieren. Invalides HTML oder RSS und Spamblogs waren auch für dieses System – das aktuell nirgends installiert ist – ein Problem.

Buchtipp: "Mining the Web – Discovering Knowledge from Hypertext Data" von S. Chakrabarti

Pixelsebi erklärt beim Barcamp-Wochenende Berlin, was die Probleme dabei sind, dass Plattformen wie Myspace, Studio, Facebook oder OpenBC unsere Netzwerk und Kontaktdaten in zentralen, nach außen nicht offenen Systemen speichern: Bei einem Wechsel im Leben, wenn man beispielsweise nicht mehr Student ist, müsste man 'migrieren' und verliert sein Netzwerk oder muss es mühsam im neuen Service abbilden. Ähnlich verhält es sich, wenn ein Dienst eingestellt wird oder jemandem verkauft wird, dem die Nutzer nicht vertrauen.

Mikroformate zur Abbildung von Netzwerken und Kontaktdaten, beispielsweise FOAF hCard und XFN, würden Möglichkeiten bieten, diese Informationen in universeller Art abzubilden und sie an einem Speicherort eigener Wahl miteinander zu vernetzen. Auch die Kontrolle darüber, wer welche Daten einsehen kann, wäre wesentlich besser gegeben als aktuell.

Die Plattformbetreiber sind natürlich an einem solchen dezentralen System nicht interessiert. Andererseits würde eine solche Dezentralisierung die Annahme solcher Social Networks stark beschleunigen und wäre im Interesse der Nutzer, die so wesentlich einfacher ihre Kontaktdaten (Mail, mehrere IM-Systeme, mehrere Netzwerke, Blogleserschaften etc.) miteinander abgleichen könnten.

Auch aus Sicht von Unternehmen wäre so etwas spannend, denn auch sie wollen ihre sozialen Netzwerke überblicken können, sei es nach außen, zu Lieferanten und Kunden, sei es – was Sebastian nicht ansprach - nach innen ins Unternehmen selbst. Gerade für markenzentrierte Netzwerke wäre eine solche plattformübergreifende Zugangsweise sehr wertvoll.

"Dapper" beispielsweise hat eine Technologie entwickelt, um nach Eingabe einer URL das Profil, das dazu passt, in Bausteine zu zerlegen, und man kann aus diesen Bausteinen wieder ein "Profilkonstrukt" rekonstruieren. Problematisch ist solches 'Screen Scraping' natürlich aus rechtlicher Sicht, aber an sich zeigt es den Bedarf, der für einen solchen Dienst gibt, der Profildaten vernetzt.

Die Diskussion bewegt sich zwischen Fragen von Copyright und Urheberrecht an den Daten in solchen Plattformen und der Frage, ob dezentrale Systeme vertrauenswürdiger sind als zentralisierte Angebote unter Firmenkontrolle. Was "verrate" ich über meine Freunde, was die eventuell gar nicht veröffentlicht haben wollen? Wie genau wird authentisiert, ob jemand, der behauptet, ich zu sein, auch die Wahrheit sagt?

Dienste wie 'ClaimID' bieten schon Vernetzungsdienste für Logins bei verschiedenen Netzwerken und übernehmen so zentrale Vernetzungsaufgaben.

Bei People Aggregator hingegen kann man - allerdings mit einem schwer benutzbaren Interface - alle Schnittstellen zu verschiedenen Identitäten bei verschiedenen Diensten zur Verfügung stellen.

Zu diesen neuen übergreifenden Identifikationsansätzen soll es eine separate Session geben.

Barcamp

2005 rief Tim O'Reilly 250 seiner Freunde zum Foo-Camp (Friends of O'Reilly). Die Reaktion darauf war die Einrichtung des ersten Barcamp, einer Nicht-Konferenz, die sich 'on the spot' selbst organisiert. Bei der spontan Themen und "Slots" organisiert werden. Die erste solche Konferenz findet an diesem Wochenende in Deutschland in Berlin statt. Gastgeber ist Pixelpark nahe dem Warschauer Platz, aber organisiert wird das Camp von einer unabhängigen Kern-Orgatruppe und den Teilnehmenden selbst. JedeR ist aufgefordert einen eigenen Vortrag oder eine Gesprächsrunde anzubieten und wie nicht anders zu erwarten kreisen viele der Themen um Technik und Konzepte von Social Software, Social Media und Onlineapplikationen (auch "Web 2.0" genannt – aber wer kann das noch hören?).

Session 1: Zukunft der klassischen Medien

Roland Riethmüller von der NWZ in Oldenburg skizziert, wie seine Zeitung sich mit seiner Unterstützung auf die gewandelte Situation eingestellt hat. Blogs, Portale und Homepages machen ihr Konkurrenz im Textbereich, Radio bekommt Konkurrenz durch Downloads, Podcasts und Streaming, TV muss sich mit Vodcasts, IP-TV und Videoportalen um das Zeitbudget der Zuhörer kloppen.

Doch auch die Zeitung ist im Netz selbst präsent: auf dem Web, via SMS auf Handys, mit M-Papers oder gar mit eigenen Blogs.

Die Mediennutzer aber lassen sich weniger in Zielgruppen einteilen (der bei ALDI kaufende Porschefahrer) und Medien werden – auf Kosten der Aufmerksamkeit – parallel genutzt. Der One-to-Many-Ansatz wird durch eine Many-to-Many-Dialogkommunikation ersetzt. Das Kommumnikationsmonopol ist gefallen.

Die Zeitung kann als Qualitätsprodukt jedoch Marktaneile zurückgewinnen und ihre starke Marke ins Spiel bringen: Zeitungen gelten als vertrauenswürdiger als die oft pseudonym publizierten Blogs. Über eine Aufspreizung ihrer Kanäle Richtung Mobilcontent, Audio und Video kann die Zeitung mehr Menschen erreichen.

Die NWZ beispielsweise setzte eine Jugendcommunity mit Partyfotos auf. Jugendliche können sich selbst auf den Fotos mit Mitgliedsnamen 'taggen' und sich so vernetzen. Fotos werden getaggt.

Peter Schink berichtet über den Aufbau der Netzeitung und deren "Readers Edition" - einem Versuch, 'user generated content' für diese Newsplattform nutzbar zu machen.

User Generated Content treibt das Konzept des Leserfeedbacks und der Leserbindung auf eine neue Ebene. Während Wikinews nicht funktioniere, erklärt Schink.

Verlage haben ihre Vorteile bei Reichweite, Kompetenz der Journalisten ("Infostärke", Wissen verbreiten können), Finanzierung. Ein Nachteil ist ihre Schwerfälligkeit.

Das Konzept: User schreiben Artikel und Redakteure schalten sie frei. Sich zu profilieren und die trafficstarke Plattform ist für die 'Prosumer' attraktiv. Andere große und kommerzielle Verlage wie Springer könnten solche Plattformen eher nicht aufbauen.

Manche UGC-Konzepte wie die Leserreporter der Bildzeitung sind relativ kostenintensiv und es ist fraglich, ob damit jenseits des Hypes Geld verdient wird.

Peter Schink sagt: Die Vertriebskanäle werden sich ausweiten, es wird mehr UGC geben, parallele Plattformen werden sich nicht unbedingt gegenseitig schaden und auf lokaler Basis gibt es kaum Interferenzprobleme der Plattformen. Zeitungsverlage werden zeitungsunabhängige Plattformen betreiben zu verschiedensten Themen, um ihre Reichweite zu erhalten. Bezahlinhalte sind vom Tisch und selbst bei bezahltem Archivzugang gibt es Probleme. Offene Archive bringen mehr Werbegelder als Einnahmen durch Archivgebühren.

Generell bleiben viele Fragen in diesem ersten Track offen: Wird man User bezahlen müssen oder wie sehen Incentives aus? Wie genau ist mit Urheberrechten und Haftung umzugehen? Werden Bereiche, die jetzt kostenintensiv besetzt werden, in Zukunft überhaupt Einnahmen für Verlage generieren? Einige dieser Fragen sollen in für morgen geplanten Panels wieder aufgenommen werden – ob sie jetzt schon beantwortbar sind, darf bezweifelt werden.

Stromberg

Seit drei Tagen habe ich im Heimbüro einen Pauschaltarif (also known as flatrate) von Tele2. Gut so, denn Ende September wäre mein alter 1&1-Zugang vermutlich deaktiviert worden. Schließlich hatte ich ihn Mitte Juli gekündigt, mit vertragsgemäßer Frist von zwei Monaten zum Monatsende.

Damals (die Älteren unter uns werden sich erinnern: vor meinem Urlaub und dem anschließenden Knöchelbruch) hatte ich den Telefon- und Internetpauschaltarif von Tele2 bestellt und an sich erwartet, dass es vielleicht zwei oder drei Wochen dauern würde, bis alles umgestellt wird.

So kann man sich täuschen. Die Bestellbestätigung von Tele2 datiert vom 12. Juli. Am 29. Juli kam eine Mail vom Kundendienst:

Gerne möchten wir Ihren Auftrag so schnell wie möglich bearbeiten. Hierzu fehlen uns noch einige Angaben zu der von Ihnen gewählten Tarifoption. Da wir Sie telefonisch nicht erreichen konnten, möchten wir Sie bitten, uns unter der kostenfreien Rufnummer 0900-1-XX-XX-XX (Menüpunkt 1) zurückzurufen. Unsere Mitarbeiter können dann Ihre Bestellung mit Ihnen gemeinsam klären.

Kaum aus dem Urlaub zurück, rief ich also dort an. Das Problem war schnell geklärt: Ich hatte offenbar nicht die erste MSN meines ISDN-Anschlusses angegeben (war danach gefragt worden?), weshalb die Rufnummer keinem Anschluss zugeordnet werden konnte...

Nun dauere es aber nur noch drei Wochen, versicherte mir der freundliche Mitarbeiter am heißen Draht. Ok, kein Problem bis jetzt.

Eine Woche nach diesem Anruf brach mein Knöchel, ich verabschiedete mich ins Krankenhaus und damit vom Internetzugang. Wieder zurück im heimischen Bett, hätte ich einen Pauschaltarif gut gebrauchen können. Inzwischen war auch einige Zeit vergangen. Also erneuter Anruf beim Kundendienst: Wann kommt denn nun mein neues Internet?

Ja, das könne noch etwas dauern, es gebe da Probleme mit den Schnittstellen, und die Telekom gebe den Anschluss nicht frei, weil da ja noch ein anderer Anbieter drauf sei.

Ich, etwas irritiert: Ja, natürlich. Ich habe ja noch einen funktionierenden DSL-Zugang, wie Tele2 aus meiner Bestellung bekannt sein müsste, und ich habe auch die Frechheit, ihn zu nutzen, weil ich ihn brauche. Darauf der Dienstmann:

Nein, mit einer unterbrechungsfreien Internetnutzung solle ich lieber nicht rechnen. Und es werde weitere zwei bis drei Wochen dauern. Nein, die Hardware - mir ging es vor allem um den DSL-Router - könne man mir nicht jetzt schon schicken, weil ich ja noch vom Vertrag zurücktreten könne, und dann hätte Tele2 den Salat (sinngemäß).

Großartig, dachte ich, und bestellte einen DSL-Router bei Amazon, damit das Elend wenigstens einstweilen ein Ende habe.

In der Zwischenzeit nutzte ich fleißig meinen 1&1-Zugang und konnte zusehen, wie die Uhr die Schwelle von 100 Stunden pro Monat überschritt, ab der jede weitere Minute zusätzlich kostete. Und zwar nicht zu knapp. Super.

Mitte September kam Post von Tele2. Man könne mir nun meinen DSL-Zugang schon ab dem 24. August (!) freischalten, und die Hardware gehe jetzt auf den Versandweg. In wenigen Tagen schon sei es soweit.

Anruf bei den freundlichen Kollegen von Tele2: Stimmt das Datum? Ist vielleicht der 24. September gemeint? Antwort:

Nein, das ist schon richtig so. Es habe da Probleme mit der Telekom gegeben, aber nun sei alles gut.

Am Dienstag dieser Woche kam schließlich das Paket mit der Hardware. Der bestellte DSL-Router sei leider nicht lieferbar, hieß es im Begleitschreiben, weshalb ich ersatzweise einen konventionellen Router bekam, den ich auch nach Eintreffen der Nachlieferung behalten könne.

Aber das macht jetzt auch nix mehr. Mir reichten die Zugangsdaten zum Glück. Flugs den vorhandenen Router mit den neuen Zugangsdaten konfiguriert, und schon begann das Pauschalvergnügen.

Schade nur, dass der Münte-Gips inzwischen weg ist, ich also wieder Autofahren kann und daher täglich im Büro bin - mit anderen Worten: Jetzt ist die Flatrate zwar nett (und günstiger als mein früherer Tarif sowieso), aber längst nicht mehr so wichtig wie sie in den Wochen zuvor gewesen wäre...

Mythos Schwarmintelligenz

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Wikipedia wird nicht von vielen, sondern wenigen geschrieben. Mehr zur Frage, wer das Internet vollschreibt, auf Themenblog.de.

Qype, die lokale Suche und Empfehlungs-Website mit Sitz in Hamburg, gibt den Abschluß ihrer ersten Finanzierungsrunde bekannt. Die Venture-Capital-Unternehmen Advent Venture Partners und Partech International finanzieren gemeinsam mit einem Kreis Angels einen deutlich siebenstelligen Betrag (Anm.: Qype ist Kunde der SinnerSchrader PR).
Die Originalmeldung im Wortlaut.


Die Folien zum Workshop, den Malte Blumenthal letzte Woche auf der OMD gehalten hat, sind jetzt da. Oder vielmehr hier [PDF, 3 MB]. Die Tonspur liefert Malte gern auf Anfrage mündlich dazu. ;)

Frankfurter Buchmesse

Bis jetzt 17 10 Blogger plus Backoffice berichten live von der Frankfurter Buchmesse (Termin: 4. bis 8. Oktober). Und wir können sagen, wir sind dabei gewesen - und zwar als Sponsor des offiziellen Buchmesse-Blogs. Es ist uns eine Ehre und ein Vergnügen.

Übrigens, es hilft nichts: Auch die Buchmesse debattiert über Web 2.0. Die Runde wäre, falls alle zusagen, prominent besetzt - mit Ibrahim Evsan (sevenload), Lars Hinrichs (openBC/Xing), Kurt Jansson (Wikimedia) und Oliver Wagner (Lycos/Agenturblog).

Deutscher Versandhandelskongress 06

Auch der Versandhandel kommt am Thema Web 2.0 nicht mehr vorbei. Auf dem Versandhandelskongress (Termin: 25./26. Oktober und damit parallel zur Internet World) moderiert Matthias Schrader eine Fachkonferenz namens "Web 2.0: E-Marketing und neue Verkaufsmodelle".

Nach seinem Impulsreferat ("The next 10 years") kommen Jürgen Siebert (FontShop, FontBlog) und Michael Schröpfer (Schober) zu Wort. Den Abschluss bildet eine Diskussionsrunde mit Markus Krechting (neckermann.de), Patrick Palombo und Jürgen Siebert.

Schaun mer mal, ob Matthias Schrader inzwischen die Kunst der Bilokation beherrscht, sitzt er doch am gleichen Tag in München auf einem anderen Podium...

Preview von Xing

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Lars Hinrichs und ein paar Leute aus seinem Team haben heute Mittag in kleiner Runde den OpenBC-Nachfolger Xing vorgestellt. Xing ist anders als viele vielleicht ob des neuen Namens erwarten keine Revolution, sondern eine Neubestimmung des vertrauten und überaus erfolgreichen OpenBC-Themas. Die Relaunch-Ziele waren eine transparentere und einfacher zu bedienende Website, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der mittlerweile 1,5 Mio. Nutzer besser als die etwas in die Jahre gekommene gerecht wird. Der im alten Namen getroffene Fokus auf "Business" erwies sich laut Lars als derart hinderlich, daß auch hier eine Aktualisierung Not tat. Zwar spreche man "Professionals" an, die aber nicht notgedrungen auch "Business" machten. Als Beispiel nannte er den akademischen Sektor.

Soweit ich das sehen durfte und beurteilen kann, werden die an sich selbst gestellten Ansprüche voll erfüllt, wenn es denn Ende November endlich losgeht. Xing wird übrigens angeblich von Englischsprachigen mehr wie "ßing", also mit scharfem s, ausgesprochen. Die größten Probleme scheint es teamintern derzeit dabei zu geben, von "Xing" und nicht mehr von "OpenBC" zu reden - hier hatten alle drei Präsentatoren des kleinen Workshops noch so ihre Probleme ;-)

Neben dem Offensichtlichen, dem Namen und dem Redesign, sind die wahren Veränderungen unter der Motorhaube zu finden. Hier habe man sich mit dem Anschluß an aktuelle technische Standards (CSS, Ruby, etc.) eine Basis für viel kürzere Innovationszyklen geschaffen. Wer also vom Feature-Virus befallen ist, wird sich auf das Jahr 2007 vertrösten lassen müssen. Freuen wir uns erstmal auf eine schöne Einführungskampagne und viel Gesprächsstoff darüber, wie Deutschlands Referenz in Sachen Social Software sich weiterentwickelt.

26.9. / Ergänzung
Das erste wirklich Gehaltvolle zum Thema "Bewährt sich Xing als Wortmarke?" habe ich bei Kreisrot gefunden.

Internet World - Kongress & Fachmesse

Noch gut drei Wochen. Dann kann man im Grunde nach München umziehen und dort zuerst die Medientage (18. bis 20. Oktober), danach die Systems (23. bis 27.) und schließlich die Internet World (25. und 26.) besuchen.

Auf der Internet World sind in diesem Jahr drei Referenten und zwei Projekte aus dem Hause SinnerSchrader zu bewundern.

  • Kerstin Hartmann, Leiterin Online-Marketing von Hapag-Lloyd Express und Michael Bocks, Projektmanager Corporate Communications bei Dräger Safety, stellen sich am ersten Kongresstag den Fragen zum Thema "Siteoptimierung durch Tracking".
  • Mit Jochen Krisch (Exiting Commerce) und Michael Kahr (T-Systems Multimedia Solutions) darf ich am zweiten Kongresstag debattieren. Die Frage lautet: Quo vadis E-Commerce 2.0?
  • Matthias SchraderJörg Tschauder sitzt danach in einem Panel zum Thema "Webcontrolling 2.0: Vom Zugriffszähler zum Instrument des strategischen Managements".
  • Und schließlich redet Mark Pohlmann in einer Runde mit, die sich mit "Online Kundenservices: Communities, Customer Blogs" befasst.

Das müsste als Grund zum Kongressbesuch doch eigentlich ausreichen. Wir tun, was wir können.

The famous 1.050 Dollar Shaving Bag
Geht nicht? Bei Ebay schon. Und was lehrt uns diese Geschichte? Mit der richtigen Story - hier als Fortsetzungsgeschichte mit Cliffhangern inszeniert - lässt sich alles verkaufen. Sex sells. [via digg]

Die FAZ räumt in ihrer Wochenendausgabe mit dem mythischen Glanz des Werberlebens auf. Und zwar dort, wo der potenzielle Nachwuchs liest - im redaktionellen Mantel des Stellenanzeigenteils.

Ein Posten in der Werbung ist bei vielen Berufseinsteigern heiß begehrt. Dabei werden die Schattenseiten dieser Branche gerne übersehen: Zunächst miese Bezahlung, höllische Arbeitszeiten und zunehmend unsichere Perspektiven.
Starring: Agenturberater Heiko Burrack, Werner Knopf von KNSK, Till Wagner von JWT, Henning von Vieregge, Geschäftsführer des Branchenverbands GWA, Oliver Goller von MV Marketing Vision in Wetzlar und Young & Rubicam-Chef Norbert Lindhof.

Das neue Logo von Xing (formerly known as openBC
Das Thema des Wochenendes ist die anstehende Umbenennung von openBC in Xing. Dass eine solche bevorstand, hatte Lars Hinrichs schon vor geraumer Zeit in der Wirtschaftswoche angekündigt.

Der Kommunikationsfahrplan von openBC war ein anderer. Für Montag sind einige Blogger nach Hamburg geladen, und die große Glocke sollte erst zur Mitte der Woche geläutet werden. Doch nun gewann das Thema eine gewisse Eigendynamik, als Remo Uherek in seinem Blog mit dem unaussprechlichen Namen den Schleier lüftete.

Ganz ähnlich war es vor geraumer Zeit dem Scobleizer ergangen, als er seinen Posten bei Microsoft aufgab. Auch er hatte einen PR-Plan, wollte er doch die Story dem Wall Street Journal exklusiv verkaufen. Doch richtig groß wurde die Geschichte genau andersherum: Blogger griffen sie vorzeitig auf, bis die klassischen Medien nicht mehr an ihr vorbeikamen.

Ja, mach nur einen Plan
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch 'nen zweiten Plan
Geh' n tun sie beide nicht.

Auch wenn der weitere Verlauf der Change Communication noch nicht absehbar ist - bis hierhin ist alles bestens gelaufen, wenn auch offenbar anders als geplant. Herzlichen Glückwunsch!

Nachtrag: Was aus markentechnischer Sicht gegen Xing spricht, hat Hannes Offenbacher zusammengetragen.

Zu "Cords-Gate" ist eigentlich alles schon gesagt. Nur noch nicht von mir.

Einen Preis mit dem etwas sperrigen Titel "Online-Unternehmen des Konvergenz Award 2006" hat der Lebensmittel-Discounter Plus auf der OMD bekommen. Der Konvergenz Award prämiert Kampagnen, die Online-Auftritte mit mindestens einer weiteren Mediengattung intelligent verknüpfen und das Medium Online als wesentlichen Kampagnen-Baustein einsetzen.

Plus hat nach Ansicht der Jury diesen Aspekt in seinen aktuellen Kampagnen konsequent durchdekliniert und neben TV-Spots und Printanzeigen auch aufmerksamkeitsstarke Online-Werbemittel eingesetzt. Gut angekommen ist bei den Juroren auch das Testimonial Kai Pflaume. Aus der Begründung:

Die Jury honoriert vor allem die Bereitschaft des Discounters, neue Wege für die Gattung Online aufzuzeigen. Während in den letzten Jahren viele Branchen – z.B. Reiseanbieter oder Versandhäuser – ins Web expandiert haben, war PLUS bislang als klassischer Supermarkt bekannt. Der Jury gefiel besonders, dass mit PLUS nun auch ein reiner Retailer sein Geschäftsmodell signifikant um den für dieses Unternehmen untypischen Vertriebskanal Internet erweitert hat. Mit den stationären Filialen und dem Online-Shop vernetzt PLUS nun optimal zwei im Grunde völlig konträre Vertriebswege. Diese Strategie ist nach Ansicht der Jury für ein Unternehmen, das sich bislang auf den stationären Handel konzentrierte, äußerst mutig und zeigt auf der anderen Seite wiederum die hohe Relevanz des Mediums Online auch für diese Branche.

Plus hatte seinen Online-Shop im Februar einem Relaunch unterzogen (Agentur: SinnerSchrader Studios).

Normalerweise, also ohne den notorischen Münte-Gips am Bein, wäre ich am Dienstag zum media coffee von news aktuell gegangen. Scheint so, als ob ich eine großartige Show verpasst habe. Diesen Schluss lässt jedenfalls der ausführliche Rapport von Felix "wirres" Schwenzel zu. Dringende Leseempfehlung!

Bild Jörg TschauderBevor ich mich wieder der OMD zuwenden kann, hier eine dringende Durchsage in eigener Sache: SinnerSchrader baut sein Beratungsgeschäft im Bereich Web-Analyse aus.

Warum tun wir das? Ganz einfach: Das Thema ist dabei, seine veritable Nische zu verlassen. Wenn es in Zeiten des versionierten Webs (Malte Blumenthal) darum geht, mit Kunden und überhaupt der Außenwelt ganz neu in Dialog zu treten - spätestens dann ist die hergebrachte Trennung zwischen Web-Analyse und anderen analytischen Disziplinen nicht mehr sinnvoll.

Bild Björn SiegfriedUnternehmen wollen verstehen, wie dieser Dialog funktioniert und ihre Marketingaktivitäten daran ausrichten. Es ist das alte Thema: 50 Prozent aller Werbeausgaben sind rausgeworfenes Geld - nur welche 50 Prozent?

Wir werden von jetzt an Unternehmen dabei beraten, die Beziehung zu ihren Kunden intelligent zu gestalten, ihre Werbe- und Vertriebsbudgets effizient einzusetzen sowie deren Wirkung nachzuweisen. Deshalb geht der neue Beratungsansatz über die reine Web-Analyse hinaus: So gehören zum Beispiel auch Vertriebskostenanalyse, Produktdeckungsbeitragsrechnung oder Bestandskundenanalyse dazu.

Bild Matthias PostelWem jetzt die Ohren klingeln, dem sei gesagt: Analytisch bleibt es jedenfalls, und natürlich wird auch weiterhin Technik zu diesem Zweck eingesetzt. Neu ist, dass SinnerSchrader Analyse, unser analytischer Geschäftsbereich, zum Dienstleister für Marketing-Controlling wird.

Und neu ist auch das Team, mit dem wir uns verstärken: Jörg Tschauder (37, Bild oben) kommt von der BBDO-Tochter Proximity Consulting, wo er seit 2002 Kunden bei der erfolgreichen Marktbearbeitung und Optimierung der Vertriebs-/Marketingaktivitäten beriet. Er übernimmt die Leitung des Geschäftsbereichs Analyse. Björn Siegfried (32, Mitte) und Matthias Postel (34, unten) waren beide zuletzt für AOL Deutschland im Bereich Market & Business Intelligence als Senior Manager tätig. (Weitere biografische Angaben in der Pressemitteilung.)

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Falls sich der eine oder andere Leser wundert, warum die Blog-Coverage der OMD so schlecht gering ist - das liegt am fehlenden W-LAN. Oder auch am Unwillen des bloggenden Publikums, an die Messe Düsseldorf satt zweistellige Eurobeträge pro Tag zu entrichten, um den Hotspot in den Hallen zu nutzen.

Mein Messetag begann am Flughafen mit dem kollektiven Warten auf den Messebus 896, der zwar in den Messeunterlagen angekündigt und auch in der Fahrplanauskunft des VRR aufgeführt war - aber schlicht und einfach nicht kam. Nach und nach nahmen sich verschiedene Grüppchen dann ein Taxi zur Messe. Auch kein Problem.

Lange Schlangen am Eingang zur Halle 1 machten auch dem Letzten klar, dass die OMD in diesem Jahr so richtig brummt. Wer noch Zweifel hatte, den überzeugte spätestens das üppige Catering auf den großen Messeständen. Essen gut, Wetter gut, Stimmung gut. Die Messe meldet für den ersten Tag schon 4.000 Besucher.

Des Andrangs wegen beginnt die Keynote von Andreas Weigend mit Verspätung. Der Mann hat es geschafft: Er darf ein paar seiner Standardfolien präsentieren, zum Teil mit chinesischen Schriftzeichen, und das Ergebnis "Keynote" nennen. Aber warum auch nicht? Der Neuigkeitswert seiner Rede ist allem Anschein nach ungebrochen hoch.

So hoben sich auf die Frage, wer aus dem Publikum del.icio.us nutzt, gerade einmal acht Hände. Selbst unter der Annahme, dass weitere zwanzig del.icio.us-Nutzer einfach keine Lust hatten, die Hand zu heben, ist das OMD-Publikum offenkundig nicht übermäßig web-2.0-affin (um mal im Marketingdeutsch zu sprechen).

Das zeigte sich auch beim Workshop, den Malte Blumenthal zum Thema "Kreativstrategien im Netz" hielt. Seine provokative Frage: Warum baut Coca-Cola, die wertvollste Marke der Welt, nicht einfach selbst für relativ kleines Geld eine Plattform wie MySpace, statt erheblich größere Summen in Onlinewerbedruck zu investieren - um damit erheblich geringere Web-Relevanz zu ernten und auch noch jene Aufsteigermarken wie Google oder Ebay zu fördern, die früher oder später Coke den Rang ablaufen werden?

Die Antworten aus dem Auditorium waren klar: Das passt nicht zur Marke, es verwässert sie oder es wäre nicht glaubwürdig und würde deshalb nicht funktionieren. Doch Malte hatte mit solchen Einwänden gerechnet. Seine Replik: Vielleicht passt die Marke auch nicht zum Internet? Oder nicht zum Nutzer? Ist der massive Werbedruck, den Coke ja auch offline ausübt, womöglich schlecht investiert?

Die Fragen mussten offen bleiben, aber das Nachdenken über den Weg zur interaktiven Marke geht natürlich weiter.

Was war noch? Der OMD-Fischmarkt, eine Menge Leute, der eine oder andere Blogger und das neueste Projekt aus dem Hause Sixtus Handelsblatt. Aber dazu morgen mehr.

Nein, ich bin natürlich nicht auf der Party, sondern wieder zurück im Norden. Mit meinem Münte-Gips am Bein hatte ich keine Partyambitionen. Ich muss jetzt Schluss machen, Harald Schmidt wartet...

Wenn sich in diesen Tagen die Branche wieder einmal zur OMD versammelt, dann dürfte die Stimmung wohl noch besser sein als vor einem Jahr. Online-Marketing boomt. Und dennoch hat sich in den letzten zwölf Monaten einiges verändert. Wäre es vor einem Jahr denkbar gewesen, dass Andreas Weigend eine Eröffnungskeynote unter dem Titel „Von Targeting zu Discovery: Transparenz und Konvergenz im Web 2.0“ hält? Vermutlich nicht.

Mediaplanung befasst sich seit Menschengedenken mit der Frage, wie welche Zielgruppen effizient und zielgenau mit den ihnen zugedachten Werbebotschaften erreicht werden (Targeting). Nun ändert sich das Bild rapide. Denn heute wählen die einst passiven Rezipienten selbst aus, welche Botschaften sie hören wollen und welche nicht (Discovery). Dieser Paradigmenwechsel erschüttert das Mediageschäft bis in seine Grundfesten.

Mit den praktischen Konsequenzen des Wandels befasst sich der aktuelle Mediabrief in einem Leitartikel. Weitere Themen:

Skyscraper Audi Q7, Modellansicht

Eine schöne Geschichte, die Google-Pressesprecher Stefan Keuchel da der Telepolis erzählt hat:

Vor einigen Monaten klingelte eine alte Dame an der Firmentür und wollte zur Röntgenabteilung von Google. Ihr Arzt hätte ihr gesagt, sie solle "ihr Beckenleiden bei Google recherchieren". Das tat sie, allerdings offline. Sie suchte die Adresse von Google aus dem Telefonbuch und wurde vorstellig. Das Team am Counter erklärte den Irrtum und recherchierte mit ihr zusammen.

Die Stilform - Journalist im Interview mit Pressesprecher - ist für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Kommt zwar immer wieder vor, sollte aber nicht unbedingt sein. [via Basic Thinking]

Damit keine Langeweile aufkommt - drei Leseempfehlungen für den Montag:

Telecom Italia

Das Internetzugangsgeschäft von AOL in Deutschland geht an Telecom Italia. Die Ad-hoc kam gerade rein. AOL konzentriert sich auf sein Medien- ("audience services") und Mediageschäft ("online advertising sales").

Under the terms of the five-year partnership, AOL will design, host and operate audience services for Telecom Italia’s entire residential Internet access customer base in Germany. AOL will be responsible for all online advertising sales for the co-branded audience services. The financial terms of the audience services partnership were not disclosed.

Man könnte auch sagen: Der Medienkonzern Time Warner kehrt zurück zu seinen Leisten. In Deutschland war Telecom Italia bislang mit Hansenet und der Marke Alice vertreten. Übrigens betreibt mit Telefónica ein Wettbewerber von Telecom Italia den AOL-Internetzugang. Wie lange noch?

Aus dem OMD 2006 - Newsletter 03:

Besonderes Highlight der OMD 2006: In Anlehnung an das Kampagnen-Motto "Die größten Fische fängt man im Netz" präsentiert die OMD im Außengelände zwischen Halle 1 & 2 erstmalig den OMD-Fischmarkt. Ob Sie nur frische Luft schnappen oder ein leckeres Fischbrötchen zu sich nehmen möchten: In der Open-Air-Ruhezone kann man bestens eine kurze Auszeit vom Messegeschehen nehmen.
Also, liebe Fischmarkt-Leser: Wir sehen uns auf dem OMD-Fischmarkt!



British Airways wirbt mit diesem TV-Spot für seine Sonderangebote. Oder doch eher für Google Earth?

Heute früh verstopfte ein dicker Polsterumschlag mein Postfach. Darin zwei Exemplare des neuen Jahrbuchs Interaktive Trends. Beim Auspacken habe ich gleich den papiernen Schutzumschlag zerrissen, super. Ich frage mich ja immer, wer solche Schinken wirklich liest. Aber vielleicht darf ich hier nicht von mir auf andere schließen, denn

  1. wollen alle da rein und
  2. ergibt schon ein erster flüchtiger Blick auf gute 200 Seiten Stoff, dass die Lektüre vermutlich lohnen würde.

Es ist eine Art jährlicher Wasserstandsmeldung aus der Branche. Der erste, redaktionelle Teil liefert in einer Reihe erfreulich knapp gehaltener Stücke einen ersten Überblick über die Themen des Jahres. (Als Leseprobe gibt es übrigens den Beitrag von Matthias Schrader.)

Leseprobe

Dann folgen die Preisträger des diesjährigen DMMA - der eigentliche Gegenstand der Begierde. Neu scheint mir zu sein (oder war das im letzten Jahr schon so?) Zum Umfang des Werkes trägt bei, dass auch die gesamte Shortlist präsentiert wird.

Am Ende folgen die Agenturportraits, die streckenweise ehrlicherweise gleich als Anzeigen gestaltet sind. Sie gibt es übrigens auch online (hier das der SinnerSchrader Studios).

Interessant wäre jetzt nur noch zu wissen, ob potenzielle Auftraggeber tatsächlich das Jahrbuch zur Hand nehmen, bevor sie ihre Shortlist zwecks Pitch erstellen.

Anja im Abendkleid

Über 1,5 Millionen Besucher kamen bis jetzt auf die Cinderella-Microsite von OTTO - keine ganz kleine Zahl. Mehr als 2.600 Frauen haben sich beim OTTO Cinderella Contest beworben, und seit heute stehen die zehn Finalistinnen zur Wahl - mit professionellem Styling und ebenso professionell ins Bild gesetzt, aber auch mit Vorher-Fotos zum Vergleich.

Und OTTO wäre nicht OTTO, käme hier nicht der E-Commerce-Ansatz ins Spiel. Denn natürlich kann der Rolli von Nadja aus Mandelbachtal oder das Abendkleid von Anja aus Göttingen auch gleich bestellt werden. Das hohe Nutzerinteresse dürfte hier sicher für die eine oder andere Bestellung sorgen. Nicht dumm.

Jetzt sind wieder die Nutzer gefragt. Bis Anfang Oktober können sie auf otto.de abstimmen und die OTTO Cinderella 2006 küren. Die Siegerin wird in einem Katalog der Frühjahrs-Saison 2007 abgebildet. Und Preise gibt es natürlich auch.

Die Kampagne stammt aus den SinnerSchrader Studios.


Demnächst wollen Elephant Seven und Pixelpark fusionieren. Die Kölner Jungs von Denkwerk haben schon mal den passenden Trailer und ein Logo produziert:
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Siehe auch: denkwerk widerlegt Pixelpark-These



Die digitale Revolution frisst ihre Kinder. Dieser abgegriffene Satz liegt nahe angesichts der allgemeinen Aufregung über einen YouTube-Fake namens lonelygirl15.

Diese Aufregung speist sich aus einer gewissen Naivität im Umgang mit digitalen Medien - aus der unausgesprochenen Voraussetzung, die dort präsentierten Menschen und Geschichten seien authentisch. Warum sollten sie das sein?

Seit der Erfindung des Buchdrucks mussten wir lernen, dass nicht alles wahr, gut und schön ist, nur weil es gedruckt oder gesendet wird. Wir wissen, dass ein Roman oder eine tägliche Seifenoper fiktiv sind.

Wir können auch wissen, dass journalistische Nachrichtengebung und Hintergrundberichterstattung nicht die Realität im Verhältnis 1:1 abbilden - und das auch gar nicht können, denn jedenfalls ist die abgebildete Realität größer als der im Medium zur Verfügung stehende Raum.

Das Internet hat an dieser Diskrepanz nichts geändert. Auch das Web bildet eine größere Realität ab und schafft selbst eine neue (aber das hat auch schon der Roman geleistet, ist insofern also nichts Neues). Warum sollte das im nutzergenerierten Web 2.0 nicht gelten? Im Prinzip ist jeder Blogger eine Kunstfigur, selbst wenn er sich nicht als solche versteht.

Insofern schlage ich vor, die Beweislast umzukehren und bis zum Beweis des Gegenteils keine Authentizität zu unterstellen. Zuallererst ist es Unterhaltung, die das Web antreibt. Ob uns etwas gefällt, uns bei Laune hält und also unterhält - das jedenfalls können wir sofort erkennen. Ob es echt ist oder nicht, das hingegen wird im Web nicht mehr so leicht zu unterscheiden sein wie in den alten Medien.

Nils Jacobsen erzählt die (ganze?) Geschichte von lonelygirl15 nach.

Nachtrag: Lonelygirl 15 is Jessica Rose

Der Vollständigkeit halber sei hiermit nachgetragen, dass die Bremer Agentur Interwall schon während meines Urlaubs per Management-Buyout aus der Insolvenz gehoben wurde. (Jüngst vermeldeten die Bremer Neugeschäft.)

adcatch.de
InteractiveMedia (Telekom) hat vor kurzem sein Affiliate-Netzwerk adcatch gestartet. Seinen Ansatz bündelt adcatch in der nicht eben zurückhaltenden Ansage "Next Generation Affiliate Marketing".

100partnerprogramme.de hat zum Markteintritt ein Interview mit Joachim Rabe geführt, der den Geschäftsbereich Affiliate Marketing bei InteractiveMedia leitet.

Wie wird sich adcatch von den etablierten Affiliate-Netzwerken differenzieren? Joachim Rabe:

Weil der Markt rasant wächst, sich aber auch weiterentwickelt, sind wir überzeugt, dass unser Ansatz einen Platz inmitten der so genannten Platzhirsche finden wird. Wir sind einer der renommiertesten Onlinevermarkter in Deutschland und gleichzeitig einer der größten. Seit über einem Jahrzehnt haben wir intensive Kundenbeziehungen und entsprechendes Know-how aufbauen können. Viele unserer Kunden betreiben bereits Affiliate Marketing. Einige, die es bisher nicht gemacht haben, werden mit uns gemeinsam diesen Schritt tun.

Und wir können neben den Vorteilen durch unsere Plattform auch noch etwas anbieten, was so bisher kein anderer im Markt anbieten konnte: klassische Markenkampagnen auf hochwertigen redaktionellen Werbeumfeldern in Kombination mit Abverkaufskomponenten auf adcatch – alles aus einer Hand, mit unserem bewährten Service.

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Springer & Jacoby und Mercedes, das war auch ein ganz eigener Blick auf die Fahrzeuge. Einer der Fotografen, die diesen Blick realisiert haben, ist Andreas Burz. Auf seiner neuen Website zeigt er sein fotografisches Portfolio. Nicht nur Mercedes, natürlich. Und auch nicht nur Autos. Sehenswert.

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Das Thema des Tages ist heute zweifelsfrei Amazon Unbox, der Videodownloadshop. Die Mac Essentials haben nachgesehen. Dave Taylor hat ausprobiert. Restrictions apply.

Hallenplan der OMD
Keine zwei Wochen mehr bis zur OMD. Höchste Zeit, die geschätzten Leser auf unseren großen Messestand aufmerksam zu machen. Direkt neben der Halle 1 präsentieren wir uns auf einer dreieckigen Standfläche, die auch von der benachbarten Halle 2 zugänglich ist. Wie das gekreuzte Besteck auf dem Hallenplan sofort verrät, gibt es auch ordentlich zu essen. Anmeldung nicht erforderlich.

Der Kachelmann ist schon ein Fuchs. Lässt er doch seit zwei Tagen seine Zuschauer für ihn arbeiten - das AAL-Prinzip lässt grüßen. Beim Kachelmannwetter nach den Tagesthemen (und vor Harald Schmidt) wird seit gestern ein zuschauergeneriertes Wetterbild gezeigt, das per Mail oder MMS eingereicht werden kann.

Pfiffig. Und erhöht die KundenZuschauerbindung. Nicht, dass hier ein neuartiges Phänomen zu beobachten wäre - man erinnere sich nur an das gute, alte Wunschkonzert im Radio: "Ilse aus Bad Saulgau grüßt ihren Schwager Heinz in Braunschweig und gratuliert herzlich zum 85. Geburtstag mit dem Lied Ich hab Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren..."

Der Mediennutzer generiert Medieninhalte, seit es Medien gibt. Mindestens seit Gensfleischens Zeiten.

Kleiner Nachtrag: Auch der Haltungsturner hat heute ein Beispiel für User Generated Content.

Zwar nicht gerade brandneu, aber interessant: Thomas Nonnast, bis vor kurzem Handelsblatt-Wirtschaftsredakteur in Frankfurt, geht ab 1. Oktober bei Bertelsmann in Gütersloh zum Dienst. Dort wird er Pressesprecher.

Mal sehen, ob der andere Thomas auch irgendwann die Schreibtischseite wechselt. Genug Erfahrung mit PR hat er ja.

Mehr als 15 Milliarden Euro E-Commerce-Umsatz mit Waren und Dienstleistungen erwartet die GfK für das Jahr 2006. Im ersten Halbjahr haben die deutschen Verbraucher bereits 7,2 Mrd. Euro ausgegeben - und das Weihnachtsgeschäft kommt ja erst noch.

Fast die Hälfte (47 Prozent) des Umsatzes generieren der GfK zufolge inzwischen Vielkäufer, die mindestens 13 Online-Einkäufe pro Jahr tätigen. Zu dieser Gruppe gehörten im Jahr 2005 fast 20 Prozent aller Käufer. Drei Jahre zuvor waren es erst 9 Prozent. Der durchschnittliche Online-Käufer gab in den ersten sechs Monaten des Jahres 343 Euro aus, 39 Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.

Umsatzentwicklung im E-Commerce

Spiegel Online
Wenn Deutschlands wichtigste Nachrichten-Site ihr Erscheinungsbild erneuert, nach Spiegel-eigener Zählung zum sechsten Mal seit 1994, dann ist das schon eine kleine Notiz wert. Und entsprechend rauscht es im Bloggerwald. Doch auch dieses Rauschen bereitet Spiegel Online gleich selbst für seine Leser auf.

Bemerkenswert ist die Rezension bei netzausfall, die zunächst höchstes Lob zollt ("Gereifte Schönheit"), aber dann die Fehler im Detail bemängelt:

Links wird die Hauptnews angeteasert, mit mehr Text als bisher, ich bezweifele, dass das jemand lesen wird. Rechts folgen die weiteren Meldungen in einfacher Linkform, sie standen bisher unter dem Hauptteaser. Dieser Aufbau hat zur Folge, dass das Auge nun Schlangenlinien fährt. Links zum Teaser, dort ein Stück runter, um den Namen des Autors zu lesen, dann das Stück wieder hoch und nach rechts, um die Links zu scannen, dann wieder runter in die nächste Content-Box, um dort (wieder links) die Überschrift des Hauptteasers zu lesen. Und so weiter.
Aber das ist noch nicht alles:
Auf den ersten Blick präsentiert Spiegel Online weniger Links pro Content-Box: einen Hauptteaser plus drei Links. Erst wenn man auf den winzigen Link “Blättern” klickt, erscheinen zwei weitere Links. Das ist wie Schlangenlinienfahren mit zusätzlichem Touchieren der Leitplanke. Entweder werde ich mich in Zukunft mit weniger Links zufrieden geben und somit den einen oder anderen Artikel verpassen, oder ich werde mehr Zeit brauchen. Beides sollte nicht im Interesse von Spiegel Online sein.
Christiane Link schaut auf dem Behindertenparkplatz nach der Barrierefreiheit - mit eher gemischtem Ergebnis. Mit Webstandards, bemängelt medienrauschen, hat man es an der Brandstwiete nicht so.
HTML 4.0, Tabellen und massenweise Fehler im Quelltext interessieren zwar nur Nerds, sind aber irgendwie auch so 1999.

* Wer gehofft hätte, mit dem neuen Gesicht und Anspruch wird Spiegel endlich auch seine angebotenen RSS-Feeds etwas aufbohren: Pech gehabt! Spiegel versäumt es leider Verständnis für RSS-Nutzer aufzubringen und so bleiben die RSS-Feeds wie seither: Für wahre RSS-Nutzer leider unbrauchbar.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

nugg.ad
Werbung im Internet muss sein. Schließlich muss am Ende jemand die Rechnung bezahlen. Doch Werbung im Internet kann besser sein als sie heute ist. Daran arbeiten die Goldschürfer von nugg.ad, einer neuen Plattform für Echtzeit-Mediaplanung. Mehr nach dem Sprung zum Mediabrief.

tchibo.de
Tchibo.de ist neu. Christian Jung, von dem das Design des Originals (2000) und des Relaunches (2002) stammten, diskutiert die Feinheiten.

Seit ein paar Tagen gibt es MySpace auf deutsch. Inzwischen trudeln die ersten einschlägigen Profile ein.

MySpace sucht übrigens einen Director Marketing und Content für den deutschen Markt. [q48]

Ist das manager magazin eine gespaltene Persönlichkeit? Im gedruckten Heft musste es vor kurzem die Sorge um eine Bubble 2.0 schüren. Die Botschaft dort: Web 2.0 = Bubble 2.0, der ernsthafte Manager von heute lässt die Finger davon.

Auf der Website hingegen schafft es das gleiche Blatt, ein differenziertes Portrait des gleichen Themas zu zeichnen. Andreas Neef und Willi Schroll schreiben dort unter der Überschrift "Waffe der Verbraucher":

Web 2.0 ist vor allem eins: Eine Revolution in den Köpfen.

Microwork, Netzwerkeffekt, Community, Gift Economy oder Crowdsourcing lauten einige der Buzzwords, die dort durchaus zu einem kohärenten Ganzen verbunden werden. Hier lautet die Botschaft: Liebe Manager, da braut sich etwas zusammen. Seid dabei, bevor es zu spät ist.

Die Erklärung ist relativ einfach und findet sich unter den Fotos der beiden Autoren:

Andreas Neef ist geschäftsführender Gesellschafter des Think Tanks Z_punkt. Der Zukunftsforscher und Innovationsberater verantwortet seit Anfang der 90er Jahre Innovations-Projekte für namhafte Großunternehmen. Willi Schroll ist Research Analyst mit Schwerpunkt Emerging Technologies und Internetentwicklung bei Z_punkt.

Dieser Artikel hat also einen völlig anderen Zweck - Marketing für eine Beratungsfirma. Das gedruckte manager magazin pflegt derweil den Nimbus des kritischen Presseorgans.

Also alles in schönster Ordnung. Keine Bewusstseinsspaltung. Und die Frage von Björn Ognibeni kann man jetzt auch beantworten:

Jetzt bin ich mal gespannt, wann es so ein Artikel von der Web- in die Print-Ausgabe schafft...

Wohl nie.

Multichannel war gestern. Konvergenz ist angesagt. Die Konsumenten sind längst soweit. Nur die Multichannel-Händler nicht. Forrester-Analyst Nikki Baird schreibt:

I'm asked all the time about which retailers are leading the way in true multichannel processes. Unfortunately, at this point, that's like asking me who was leading the way in converged mobile phones back when they had to be bolted into your car: We're so far away from real retail convergence, it's hard to see who's at the forefront.

Baird nennt ein paar Punkte, die der Retail-Konvergenz im Wege stehen:

  • In-store inventory management: Online kaufen, im Laden abholen. Das funktioniert nur, wenn Händler wissen, was sie tatsächlich im Inventar haben. Heißt die Antwort RFID?
  • Cross-channel fulfillment workflows: Der Prozess muss automatisiert werden. Was ist, wenn ich mehrere Waren einkaufe? Wie wird der richtige Laden ausgewählt? Wie wird der Kunde benachrichtigt, falls die Ware erst später im Laden steht? Fragen über Fragen.
  • One-stop loyalty and promotions: Der Kunde wird von mehreren Promotion-Maschinen beschossen - mindestens vom POS-System und von der E-Commerce-Plattform. Nichts passt zusammen. Schlimmstenfalls erhalten Kunden ein Sonderangebot per Mail für eine Ware, die sie gerade zum Normalpreis im Laden gekauft haben. Markenversprechen?

Dies sind nur drei von vielen offenen Fragen. Und dies betrifft nur einen Aspekt (online kaufen, offline abholen). Multichannel-Retailer haben noch viel Arbeit vor sich. Und Probleme, die reine Online-Versender nie haben werden.

Dribbelmeister
Was hat dieser freundliche Herr (und die Dame rechts im Bild) mit einem heute gestarteten Blog zu schaffen? Der Mediabrief weiß mehr.



Hier übrigens, wie gestern angekündigt, Tita von Hardenberg bei Harald Schmidt. Naja, fürs erste Mal...

Nachtrag: Das kann ix übrigens auch:


Zweiter Nachtrag: Und Johnny macht mal wieder 'ne Aktion draus.

Sind Social Commerce, Me-Commerce oder Empfehlungsmarketing mehr als Schlagworte und schöne Ideen? Es gibt neue Indizien dafür: Zahlen der Marktforscher von Hitwise zeigen, dass Retail-Sites inzwischen mehr Traffic von MySpace bekommen als von MSN Search. MySpace liegt damit hinter Marktführer Google und Yahoo auf Platz 3. Techcrunch schreibt:

That’s big news, as it’s tangible evidence that youth oriented online social networking is a market driver of serious proportions.

Laut Hitwise kam in der 34. Kalenderwoche 4,69 Prozent des Traffics der Online-Retailer in den USA von Yahoo, 2,53 Prozent von MySpace und 2,33 Prozent von MSN Search. Google lag mit 14,93 Prozent vorn.

Diese Zahlen sind besonders interessant, weil Google vor wenigen Wochen einen 900-Millionen-Deal mit MySpace geschlossen hat. Die Google-Suche und -Werbung bei MySpace, bis jetzt noch nicht implementiert, werden das Bild wohl etwas verändern.

Die Zahlen belegen eindrucksvoll den Einfluss von Social Networks auf den E-Commerce. Noch einmal TechCrunch:

Perhaps more important to our readers, the numbers go some distance towards proving that young people using social networking sites are interested in shopping through links on those sites. In fact, they’re more of a force to reckon with than MSN searchers apparently. And social networking sites can profit from on site advertising just like search engines can. All those startup social networking sites hoping to monetize their traffic with AdSense? Maybe it’s more realistic than we thought.

Digitaler Frischfisch

Der interaktive Konsument revolutioniert das Marketing. Ein Blog von SinnerSchrader.

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