Der Niedergang der traditionellen Medienhäuser begann sich genau in jenem Moment dramatisch zu verschärfen, als sie damit anfingen, von ihrem Produkt in leeren Metaphern zu sprechen. Was, bitte, sind Inhalte, gern auch als Content bezeichnet?

  1. Wofür steht der Plural? Für Vielfalt? Für Austauschbarkeit?
  2. Was ist das Gefäß oder die Verpackung? Ein Bitstrom? Ein On-Air-Design? Ein Stapel Papier? Ein Format?
  3. Wie lassen sich "Inhalte" umverpacken? Sind sie flüssig oder fest (oder gasförmig)?
  4. Kann man sie beliebig vermehren oder kopieren?

Die Rede von Inhalten verkennt, dass Medien meistens nichts anderes verkaufen können als sich selbst. Für eine Zeitung mag ich bereit sein, einen Euro fünfzig zu zahlen - ein einzelner Artikel ist wertlos (außer in Spezialfällen wie der gewerblichen Archivnutzung, Genios lässt grüßen). Das frei empfangbare Fernsehen mag Gebühren kosten - für einzelne Sendungen zahlt kein Mensch (außer in Spezialfällen wie der DVD-Nachnutzung).

Medienmarken können Zusatzgeschäfte tragen (siehe die SZ-Editionen und die Mediathek). Aber die Zusatzgeschäfte können kein absterbendes Stammgeschäft kompensieren. Irgendwann stirbt auch die Medienmarke.

Unter dem großen Denkfehler, der sich hinter dem kleinen Wort Inhalte verbirgt, leidet auch der ansonsten kluge Kommentar von Lutz Meier in der heutigen FTD (nicht online - womit ein Teil des Problems schon illustriert wäre). Die entscheidende Passage:

Fast alle Medienhäuser kommen von der Publizistik. Erst später sind sie zu Zwittern geworden: Einerseits ist es ihr Geschäft, dem Publikum unverzichtbare Inhalte zu versprechen und dafür Geld zu verlangen. Zugleich leben sie davon, mit den Inhalten Zielgruppen zu gewinnen, um sie an Werbekunden zu verkaufen. Dieses Zwitterdasein führt angesichts der digitalen Revolution in die Identitätskrise. Medienhäuser müssen sich deshalb überlegen, wofür sie da sind: Sind sie zuerst Aufmerksamkeitsaggregatoren, die eine Marktposition im Werbegeschäft brauchen? Oder ist es ihre Existenzgrundlage, Information und Unterhaltung so zu sammeln, ordnen und aufzubereiten, dass sie für das Publikum einen Wert darstellen?

Im ersten Fall bliebe nichts anderes übrig, als die Konfrontation mit Google und Ebay zu suchen, um diesen in Sachen Aufmerksamkeitsökonomie überlegen zu werden. Das ist teuer und risikoreich. Und es wäre ehrlich zu sagen, dass es dazu führen kann, dass Redaktionen überflüssig werden und die Verlässlichkeit von Information zum relativen Wert.

Für andere – gerade traditionelle Printhäuser – kann der zweite Weg lohnender sein. Auch dann bedeutet die digitale Entwicklung Umdenken. Druckerzeugnisse in ihrer jetzigen Form haben keine große Zukunft. Die Medien müssen also mit ihren Inhalten auf digitale Plattformen. Dort konkurrieren sie direkt mit dem, was freischwebende Medienproduzenten bieten, etwa Blogs, und auch mit kostenlosen Seiten. Der Mehrwert der gebotenen Information muss demnach unmittelbar erkennbar sein. Wie dieser dann zu Geld gemacht wird, ist erst die zweite Aufgabe.

Die letzten beiden Sätze jedenfalls treffen den Nagel auf den Kopf.

Serientermine bei Outlook

Ist Outlook eigentlich schon Web 1.0? Oder eher noch Web 0.5? Wie dem auch sei - vor sechs Jahren war Outlook/Exchange ein echter Fortschritt. Heute ist es ein echtes Produktivitätshindernis.

Ohne diese These jetzt näher begründen zu wollen, möchte ich ein Problem brandmarken, das vermutlich nicht einmal outlookspezifisch ist, sondern viele digitale Kalender teilen - die Terminserien ohne definiertes Ende.

Die sind nämlich böse. Und ich sage auch, warum. In meinem Kalender finde ich eine Reihe solcher Terminserienleichen. Irgendwann habe ich den Fehler gemacht, einer Einladung zuzusagen, und jetzt habe ich den Salat. Es gibt genau drei Möglichkeiten:

  1. Ich kann die verwaiste Terminserie löschen. Damit sind dann aber auch alle vergangenen Termine im digitalen Orkus, und das ist nicht unbedingt erwünscht. Das ist so, als ob ich aus meinem Moleskinekalender die zurückliegenden Termine herausschneiden müsste, nur um künftige Termine zu streichen.
  2. Ähnliches gilt, wenn ich selbst ein Enddatum einsetze. Dann meldet Outlook:
    Alle zu dieser Terminserie gehörenden Ausnahmen gehen verloren. Falls es sich bei Ausnahmen um Besprechungen handelt, werden die Teilnehmer nicht benachrichtigt. Sind Sie damit einverstanden?
    Nein, bin ich nicht. Ich will auch die Ausnahmen behalten. Dafür habe ich einen Kalender.
  3. Bleibt nur, alle künftigen Termine von Hand zu löschen. Oder den ganzen Kalender zu archivieren, einen neuen zu beginnen und dort nur noch neue Termine einzutragen. Mit anderen Worten: Mehraufwand.

Kein Wunder, dass im Kanzleramt ein elektronischer und ein papierner Kalender parallel geführt werden.

Conclusio: Endlosterminserien sollten gar nicht erst erlaubt werden. Bitte in allen digitalen Kalendern abschaffen. Danke.

Eindeutig …

… zu viel Zeit am Notebook verbringt man, wenn das Großstadtrevier läuft, dort von einem Verkehrsunfall am Fischmarkt erzählt wird und man sich im ersten Moment Sorgen um die Hamburger Kollegen macht.

Arno Klein, 30. Oktober 2006

Rechenhilfe von simyo

Schon 3,6 von insgesamt 12,2 Millionen E-Plus-Kunden telefonieren mit einer der konzerneigenen Zweitmarken simyo, Base, Ay Yildiz, Aldi Talk und vybemobile. Die seit 2005 eingeführen Eigen- und Kooperationsmarken sind inzwischen der Wachstumstreiber für die Düsseldorfer Mobilfunker. simyo wird im Web von den SinnerSchrader Studios betreut.

Original und Phälschung

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Versandhandelskongress
Matthias Schrader gestern auf dem Versandhandelskongress in Wiesbaden

"Ein wirkliches Highlight und eine tolle Show", schreibt Jochen Krisch bei Exciting Commerce.

Nachtrag: Hier jetzt auch der Quicktime-Film (15 MB), klickbar und mit lesbaren Texten. Allerdings keine Tonspur, da muss ich Euch leider enttäuschen. Soweit ich weiß, ist der Vortrag nicht aufgezeichnet worden.

Qype wirbt in Secondlife

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Auch virtuelle Welten brauchen Empfehlungssysteme. Deswegen ist Secondlife, eine simulierte Stadt, die die Größe und Einwohnerzahl von Amsterdam erreicht hat, jetzt auch mit Qype vernetzt. Vorerst nur mit einer Werbetafel, aber wer weiß, was noch kommt? Mehr dazu im Qype-Blog.

qype_secondlife.gif

buchpfade.de

Soziale Software dient vor allem einem Zweck - der Eheanbahnung. Wer sich bei buchpfade.de registriert, wird demzufolge gleich nach seiner Verfügbarkeit auf dem Heiratsmarkt gefragt: "Sag ich nicht", "Single" oder "In einer Beziehung" lauten die Alternativen.

In nur fünf Tagen und Nächten, so die Selbstbeschreibung, entstand buchpfade.de als

unternehmerisches Experiment des Center for Digital Technology and Management (CDTM) der Technischen Universität München (TUM) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Die Idee ist simpel: Was last.fm für Musik ist, will buchpfade.de für Bücher sein. Nutzer stellen dort ihre Bibliothek zusammen, bewerten Bücher, bekommen Empfehlungen und finden Gleichgesinnte ("Buchgefährten") mit ähnlichen Beständen im Regal.

An manchen Stellen scheint die Site noch etwas buggy zu sein, aber die Oberfläche ist anmutig, die Idee gut und die Ausführung für den Anfang gar nicht schlecht. Vorgestern wurde buchpfade.de auf der Systems vorgestellt, und die ersten 108 Nutzer sind schon registriert.

Logo Internet World

Heute reise ich nach München, um morgen auf der Internet World u.a. mit Jochen Krisch über die Frage "Quo vadis E-Commerce 2.0?" zu diskutieren. Den Fischmarkt-Lesern möchte ich nicht vorenthalten, was mir zu den fünf Fragen eingefallen ist, die Panel-Moderator Björn Negelmann vorab gestellt hat.

  1. Was zeichnet das derzeitige E-Commerce aus? Was ist der technologische und konzeptionelle Status-Quo?

    Der Blick in das Online-Shop-Ranking sagt alles: Ebay, Amazon und Tchibo sind der Maßstab - in dieser Reihenfolge. Die Stärke von Ebay ist die Schwäche des Direktvertriebs und des klassischen Versandhandels im hiesigen Web. Die Stärke von Amazon ist die einzigartige Sortimentstiefe und -breite. Und die Stärke von Tchibo ist ein innovatives Konzept - auch wenn es inzwischen Abnutzungserscheinungen zeigt, im Web trägt es nach wie vor.

  2. Was sind die Defizite (oder gibt es evtl. gar keine), die das derzeitige E-Commerce-Geschehen kennzeichnen?

    Es dominiert der Nachholbedarf. Zu viele Anbieter haben in den Krisenjahren ab 2001 zu wenig investiert und sich damit einen Rückstand zum Spitzentrio eingehandelt, der jetzt nur schwer aufzuholen ist. Doch das Umdenken hat eingesetzt und zeigt erste Resultate: Otto zum Beispiel arbeitet am eShopping 2.0.

  3. Was verändert sich im E-Commerce mit Web 2.0? Oder wird sich gar nichts aendern?

    Mit Web 2.0 werden die Karten noch einmal neu gemischt. Ebay und Amazon waren immer schon Web 2.0, obwohl es bei ihnen weder riesige Schriften noch abgerundete Ecken gibt. Für die etablierten Versender ist Web 2.0 die Chance, ihre Versäumnisse aufzuholen. Es gibt Indizien dafür, dass sie diese Chance nutzen werden. Und alle anderen können vom Long-Tail-Effekt profitieren: Selling Less of More.

  4. Was sind die bedingenden Faktoren für die weitere Entwicklung des E-Commerce zum E-Commerce 2.0?

    Ein entscheidender Faktor ist die künftige Vertriebspolitik der Markenhersteller: Werden sie stärker als bislang direkt vertreiben oder weiterhin auf den Handel setzen? Das Web begünstigt den Direktvertrieb.

    Spannend wird, ob die bezahlte Transaktionsvermittlung über das Web weiterhin dominiert oder das Pendel wieder in Richtung Handel zurückschlägt.

  5. Was bringt uns die Zukunft nach E-Commerce 2.0?

    E-Commerce wird unsichtbar - genau wie Strom, Telefon oder Fax. Heute schon ist die Erwartung berechtigt, alles online beziehen zu können, was sich prinzipiell dafür eignet. Im Versandhandelsdeutsch heißt das "Multichannel". Die Onlinebestellung ist zu einer reinen Selbstverständlichkeit geworden, wie die Bestellung per Telefon, Fax oder Postkarte.

    Die nächsten Themen heißen:

    • Wer verkauft am besten - Händler oder Hersteller?
    • Produkteigenschaft Internet: Das Web gehört zum Produkterlebnis
    • Marke 2.0: Alle Macht dem Nutzer?

Wer sich mit der Bestimmung von Anwenderpräferenzen für webanalytische Programme befassen und darüber eine Diplomarbeit am Institut für Handel und Marketing, Arbeitsbereich Marketing & Branding der Universität Hamburg schreiben möchte, der möge einen Blick auf die Ausschreibung dort werfen. Die Arbeit wird in Zusammenarbeit mit SinnerSchrader Analyse betreut.

Eine Innovation zweiten Grades ist zwar nicht neu, aber dafür besser als alles bisher Dagewesene. Das jüngste Beispiel dafür stammt wieder einmal von Google, ist besser als Rollyo, Eurekster oder Yahoo und heißt Google Co-op.

Ein Schelm, wer dabei an den einstigen Lebensmittelkonzern im Gewerkschaftsbesitz denkt, der Ende der 80er mit einem großen Skandal bis auf kleine Reste von der Bildfläche verschwand.

Doch das Genossenschaftsprinzip ist das gleiche. Denn wer sich bei Google seine eigene Suchmaschine zusammenbastelt, der kann auch vom Adsense-Umsatz auf den Ergebnisseiten profitieren. Hier liegt die eigentliche Innovation, denn das bietet bislang nur Eurekster.

Textanzeigen auf Suchergebnisseiten arbeiten erheblich besser als anderswo eingestreute Google-Anzeigen. Wer schon einmal die Leistung einer Adwords-Kampagne genauer angesehen hat, der wird wissen, dass Adsense zwar viele Anzeigen ausliefert, aber nur wenige Klicks generiert - ganz im Gegensatz zu Suchergebnisseiten.

Für so manche Website könnte Google Co-op aus zwei Gründen interessant sein: Denn zum einen ist die Google-Suche meistens besser als eine Eigenbau-Lösung, und zum anderen kann der zusätzliche Erlösstrom durchaus von Nutzen sein.

Mehr dazu:

Mehr als die Hälfte des Versandhandelsgeschäfts im Bereich Non-Food wird inzwischen via Internet gemacht. Der elektronische Handel war in den letzten Jahren die treibende Kraft für den gesamten Versandhandel.

Zwischen 2003 und 2006 stieg der E-Commerce-Anteil am Umsatz mit Non-Food-Artikeln von 3,3 Prozent auf 6,6 Prozent, der Anteil des gesamten Versandhandels von 11,7 auf 12,8 Prozent oder 269 Euro pro Haushalt im 1. Halbjahr 2006. Diese Zahlen hat die GfK mit ihrem Universalpanel ermittelt.

Wer jünger als 30 ist, dessen Non-Food-Ausgaben fließen zu 16,4 Prozent in den Versandhandel. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 13,3 Prozent. Insgesamt gingen die Ausgaben für Non-Food-Artikel in den Jahren 2003 bis 2005 zurück und stiegen im 1. Halbjahr 2006 wieder leicht an.

In Deutschland gab es im Jahr 2005 insgesamt 39,2 Mio. Privathaushalte. Aus den GfK-Zahlen errechnet sich damit ein E-Commerce-Umsatz von 5,4 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2006. Die GfK selbst meldete Anfang September 7,2 Mrd. Euro für die ersten sechs Monate dieses Jahres, hier allerdings für sämtliche Waren und Dienstleistungen, nicht nur Non-Food-Artikel.

Qype Toolbar

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Die bekannte Qype-Cloud gibt es jetzt auch für den eigenen Blog. Damit zieht man für seine Site immer den aktuellesten Stand der Qype-Bewertungen in ein kleines, beliebig zu plazierendes Fenster. Derlei Fusion-Food heißt heutzutage Mash-up, und auch der Themenblog wird sich die nächsten Tage anschließen.

Die Aussage an dieser Stelle soll aber eine andere sein: Wie immer, wenn etwas echten Mehrwert bietet, einfach ist und gut funktioniert, macht ein Tool oder Feature schnell die Runde. So auch am Beispiel des Qype-Tools in der deutschen Bloggerszene zu sehen. Wie, was und wo die Qype-Cloudbar wirkt, ist wunderbar bei folgenden assoziierten Blogs zu sehen.

basicthinking.de
buzzingo.de
sichelputzer.de
lumma.de
hauptstadtblog.de
accept.blog.de
sommer.blog.de
ute.kulando.de
wo-gibt.de
blogrolle.net
fachschaft1b.blog.de
blogsburg.de
blogrolle.net
meingedankenchaos.blog.de
teddykrieger.blog.de
bildungsszene.de
blog.michaelhuebl.de
problematik.net
eselchen.blog.de
dieinteressantestewebsiteallerzeiten.wo-gibt.de
eddykrieger.blog.de
nextnexus.de
blog.bankingclub.de
Arno Klein Weblog
myshoppingbag.de

Fehlende / neue bitte einfach in das Kommentarfeld.

Weitere Details und technische Infos

Steinalt. Aber gilt auch für das Web 2.0. Hier entlang bitte.

t-home.de

Was war das für eine Aufregung, als Premiere sich mit der Telekom verbündete, um seinen Kunden die Bundesliga via VDSL anbieten zu können. Vor drei Tagen hat die Telekom die Vermarktung ihres superschnellen DSL gestartet ("T-Com startet T-Home", geht's noch?).

Die Online-Kampagne kann ich schon heute nicht mehr finden, Mitte der Woche waren die nichtssagenden Werbemittel noch bei spiegel.de zu sehen. Motiv: Menschen blicken offensichtlich gebannt auf - ja, was eigentlich? Einen Bildschirm? Ein Lagerfeuer? Dann die Fußnote: "VDSL ist in einigen Anschlussbereichen verfügbar." So erfährt der Betrachter immerhin, worum es überhaupt geht.

Die so beworbene Website t-home.de vermeidet um jeden Preis, etwas zu verkaufen. Sie ist finster, überladen und kryptisch zugleich. Thomas Knüwer nennt sie treffend

ein trauriges Dokument, für die Wandlungsunfähigkeit eines Ex-Staatsunternehmens. Angehäuft werden Anglizismen ("Complete plus"), Behördendeutsch ("Zubuchoption") und ein Meer an Fußnoten.

Noch besser wird es aber für den, der in den Kundendialog einsteigt und herausfinden möchte, ob VDSL überhaupt verfügbar ist. Anders als beim herkömmlichen DSL wird die Telefonnummer abgefragt - und das Ergebnis der "bis zu 30 Sekunden" dauernden Prüfung lautet in allen mir bekannten Fällen:

Leider konnte für die Rufnummer 04XXX/XXXXXX die Verfügbarkeit Highspeed-DSL (VDSL) nicht geprüft werden.

Die folglich empfohlene T-elefonische Beratung kommt zu keinem anderen Ergebnis und gibt einen guten Rat:

Kundenberater: Steht vor Ihrem Haus so ein grauer Kasten?
Kunde: Wie bitte?
Kundenberater: Ja, so ein grauer Telefonschaltkasten. Sehen Sie einen?
Kunde: Ja.
Kundenberater: Dann leihen Sie sich im Baumarkt ein Handlasermeter und messen Sie die Entfernung aus. Wenn es weniger als 500 Meter sind, dann ist VDSL verfügbar.

Ich freue mich schon auf die Schlagzeile: Telekom verdoppelt Zahl ihrer VDSL-Kunden. Kann ja bei diesen gewaltigen Vermarktungsanstrengungen nicht mehr lange dauern.

Der Aktionär (Ausriss)
Es rockt wieder. Sagt Der Aktionär. Mit Blick auf unsere jüngsten Zahlen.

iPod Nano Green auf MySpace

Der iPod Nano schließt jetzt Freundschaften. Auf MySpace. Das berichtet das inoffizielle Apfel-Netztagebuch. Den blauen und den rosaroten iPod zählt er schon zu seinen Freunden.

Web 2.0 ist erwachsen geworden. Das meint jedenfalls der Economist in seiner Berichterstattung zu GoogleTube.

This week's pairing of Google and YouTube may come to be remembered as the moment “Web 2.0”—ie, the web, version two—came of age.

L. Jeffrey Zeldman nimmt dies zum Anlass, ein paar mehr oder weniger sinnlosevolle Vergleiche zwischen Web 1.0 und Web 2.0 anzustellen. Das Beste steht in den Kommentaren:

Web 1.0: Working at the web agency
Web 2.0: Working at your own start-up
Web 3.0: Working on a tropical island

Web 1.0: conferences
Web 2.0: conferences

Web 1.0: venture capital
Web 2.0: venture capital

Schmoogle
Die Antwort von Harald Schmidt auf den GoogleTube-Deal:

Werden Sie reich mit Schmoogle!

Haben Sie den richtigen Riecher für neue Trends im Internet?
Haben Sie eine ungewöhnliche Internetseite oder ein Blog, der/dem die Zukunft gehört?
Dann helfen wir Ihnen, sie/es bekannt zu machen!

Denn wir wollen uns einkaufen!

Schicken Sie uns den Link. Und wenn uns Ihr Angebot überzeugt, fließt Kohle. Sofort!
100 Euro Cash Kralle!

Schmoogle ist Kapitalismus pur.
Schmoogle ist die Zukunft.

Schmoogle - Der Irre kauft alles.

konsequent.png

Frosta testet weitere Möglichkeiten des vernetzten Kundendialogs in Echtzeit aus. Nach dem Frostablog - nach wie vor eine relevante Referenz für Unternehmensblogs im deutschsprachigen Raum - kommt jetzt Video an die Reihe. Kein Videocast, sondern eine - ja, sprechen wir es ruhig aus - virale Plattform, die den Kern der Marke Frosta hervorhebt, die Konsequenz des Frosta-Reinheitsgebots.

Konsequenterweise heißt die Adresse konsequent.de. Fünf Menschen, darunter Frosta-Werksleiter Bernd, erzählen in fünf Videos aus ihrem Leben. (Nebenbei: Gibt es die Videos eigentlich auch bei YouTube, MyVideo & Co.? Die Videos gibt es auch bei YouTube.)

Das Design (es stammt wie die Idee selbst von Dorten) ist witzig, aber nicht besonders webbig, was sich spätestens an der etwas lieblosen Einbindung von Elementen wie Forum oder Spreadshirt-Shop zeigt. Popups sind nun wirklich nicht mehr Stand der Technik, und auch die T-Shirt-Motive rocken nicht.

Mehr zum Hintergrund bei Björn Ognibeni und natürlich im Frostablog.



Fragt Guy Kawasaki in seinem Blog Signal Without Noise angesichts eines von ihm moderierten Panels mit sechs Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Silicon Valley, das Ergebnisse wie diese brachte:

  • They send as many as 4,000 text messages per month from their phones.
  • They watch one to two hours of TV per week. And they use Tivo or a recording device to fast-forward through commercials during that short timeframe!
  • They all have iPods, and they are very loyal to Apple.

Und: They dislike online advertising whether banner, pop-up, or an ad running before or after a free video clip.

GoogleTube, wussten Sie das?

Anschauen und lesen!

blogpiloten.de
Heimlich, still und leise haben die Netzpiloten ihr seinerzeit für September angekündigtes Spinoff Blogpiloten auf die Startbahn geschoben. Aktueller Aufmacher ist die Edelman/Technorati-Affaire - wobei es leicht irritiert, dass die Geschichte vom 28. September zu stammen scheint und der Link etwas pathetisch "Kampf der Giganten" heißt - welche Giganten? Ich sehe nur Gartenzwerge.

Wir warten nicht, wir starten,
Was immer auch geschieht.
Durch Wind und Wetter
Dringt das Fliegerlied.

Constantin Gillies schreibt in der WamS über den zweiten Goldrausch im Internet. Bevor jemand schreit, er bringe für den Web-2.0-Experten wenig Neues - das ist auch nicht sein Job. Die Geschichte muss für den WamS-Leser und dessen Vorverständnis tauglich sein.

Ihr Anlass ist natürlich GoogleTube, außerdem haben u.a. das Aal-Prinzip, Qype, MySpace, Xing/OpenBC und Plazes nebst einigen Analysten und Unternehmensberatern ihren Auftritt. Und Gillies benennt einen wichtigen Unterschied zur Bubble 1.0:

Hinzu kommt, dass Werbung im Internet im Gegensatz zum Jahr 2000 längst Bestandteil jedes Marketingkonzepts geworden ist. Allein in Amerika werden in diesem Jahr rund 20 Milliarden Dollar für Netzreklame ausgegeben.

Die Werbeeinnahmen dürften also ausreichen, um die neue Webwirtschaft am Laufen zu halten. Wahrscheinlich aber nur für wenige Anbieter.

Holger Schmidt befasst sich in der FAZ mit der Blog-Rangliste von Technorati und Edelman. Und - Skandal, Skandal! - er lässt das grobe Geschrei wie auch die präzise Kritik in der Blogosphäre komplett außen vor.

Bildblog, Spreeblick und Basic Thinking sind die Blogs mit dem größten Einfluß in Deutschland.

Na, das deckt sich doch mit den deutschen blogcharts...

Technorati-Chairman Peter Hirshberg stellt Deutschland kein gutes Zeugnis aus:

"Deutschlands hinkt Amerika in Sachen Blogs um einige Jahre hinterher. In Amerika ist der Einfluß der Blogs auf die Kommunikation der Unternehmen schon viel größer als hier. Dort suchen die Öffentlichkeitsarbeiter das Gespräch mit Bloggern genauso wie mit Journalisten. Außerdem nutzen die Marktforscher die Blogs, um die Meinung ihrer Kunden ungefiltert zu erfahren."

Mag auch einfach daran liegen, dass die deutsche Bloggerszene um einige Jahre hinterherhinkt...

Das Projekt BertelSpace beschäftigt natürlich auch die Blogwirtschaft. Alles, was dazu zu sagen ist, hat Nico Lumma gleich am Sonnabend gesagt:

Wir nähern uns dem Ende des Jahres 2006 und sogar Bertelsmann denkt schon über einen deutschen MySpace-Clone nach? Wow, das wird anständig in die Hose gehen.

Lange wurde gepennt in Güterslow und nun wird mal so richtig gezeigt, wie man User-generated Content in diesem Internetz macht. Ich sehe jetzt schon die ganzen aufgeregten Beratherhorden, die ein Web 2.0 Buch bestellen und schon mal ihre Texte üben. Heraus kommt dann irgendwas, was auf alle Kanälen beworben wird und ungefähr so spannend wie t-community oder AOL Hometown.

Wann soll das rauskommen? Ich kann vor Aufregung kaum schlafen.

Wie gerufen kommt da diese Überschrift in der heutigen FTD: Verlagen fehlt passende Web-Strategie

Die Erosion des Zeitungsgeschäfts durch die wachsende Internetkonkurrenz macht Großverlage und Medieninvestoren in den USA zunehmend nervös. Viele Verlage stellen ihre Geschäftsmodelle in Frage. [...] In den vorigen zwei Jahren haben die Verlage zunehmend die Konkurrenz aus dem Internet zu spüren bekommen. "Die Auflagen sinken, und die Anzeigenerlöse schwächen sich ab", sagte Jennifer Saba vom Branchenblatt "Editor & Publisher". Derzeit entfielen zwar erst fünf bis zehn Prozent des traditionellen Verlagsumsatzes auf das Onlinegeschäft, mittelfristig werde dieser Anteil aber auf 50 Prozent steigen.

Es geht nicht um Sender, sondern um Formate!
Der Onlinevermarkterkreis - das sind die Jungs, die derzeit mit Web 1.0 richtig Geld verdienen und sich etwas verunsichert fragen, ob das mit Web 2.0 eigentlich so bleiben wird - der Onlinevermarkterkreis also (genauer gesagt der Arbeitskreis Media im BVDW) traf sich gestern in Hamburg und lauschte den Referaten von Matthias Schrader und Sören Stamer zu eben jener Frage: Geld verdienen mit Web 2.0 - und wie verändert sich die Rolle von Vermarktern und Agenturen im Angesicht von Phänomenen wie IP-TV und Video (YouTube & Co.), Social Web und user-generated content? Die Folien von Matthias Schrader gibt es jetzt hier auf dem Fischmarkt. Die Tonspur trägt Matthias Schrader gern bei passender Gelegenheit ein zweites Mal vor.

Christian Leybold von BV Capital informiert die Besucher des Web 2.0-Kongresses über Venture-Kapital im 'neuen Web'.In den USA sind die Kapitalvolumina vielmal so hoch wie in Europa-und liegen bei ca 4 Millionen Dollar pro Quartal- , aber es gibt keinerlei Boom - anders als ende der 90er. Die Investitionsvolumina sind gleichbleibend.

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Stephan Uhrenbacher spricht über Qype. Die Grundidee von Qype ist Kollaboration. Nur, wenn es Menschen gibt, die anderen ihr Wissen und ihre Erfahrung weitergeben, in kostenlose Vorarbeit gehen, entsteht ein Nutzen. Konsumenten und Aggregatoren stehen dabei im Verhältnis 1:100. Auf 1 Beitrag kommen 100 passive Nutzer.

Ein Virus, 15 Tracks und 21 Millionen Downloads machen die Struktur des Mercedes MixedTape aus.

Viele (auch gescheiterte) Geschäftsmodelle basieren für Lukasz Gadowszki, Gründer von Spreadshirt auf die Ideen, das der günstigere Preis nur einen Klick weg ist, oder dass ein Inhalt zum 'Hit' wird.

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Mark Pohlmann von SinnerSchrader spricht zu frühester Stunde zum Thema "Kontrollierter Kontrollverlust. Oder wie sie lernen, die Bombe zu lieben". Und die Bombe ist: Transparenz, Partizipation und Dialog.

Es kommt immer mehr in Mode (und das ist auch gut so), Blogger ähnlich wie Journalisten für Kongresse zu akkreditieren und aktiv um sie zu werben. Der heute in Offenbach bei Frankfurt begonnene Web-2.0-Kongress tut es, bei Chance Web 2.0 vor zwei Wochen in Köln war es auch nicht anders, und einst im Mai bei der next10years hatten wir es genauso gehalten.

Doch wie immer in solchen Sachen kann man Fehler machen. Hier die acht gängigen Irrtümer:

  1. Hauptsache, es bloggt überhaupt jemand, egal wer. Falsch! Es sollten schon die richtigen sein - Menschen, die sich mit dem Thema auch sonst befassen, die darüber schreiben und demzufolge auch Leser haben, die sich für das Kongressthema interessieren.
  2. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Falsch! Die Wildcards für Blogger sollten weder in der Reihenfolge des Bewerbungseingangs noch per Los vergeben werden. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Der Kongressveranstalter muss die Blogger, die er gerne dabei hätte, aktiv auswählen und einladen. Weitere Interessenten werden sich dann schon von selbst melden, denn Blogger sind vernetzte Wesen.
  3. Kongressblogger dürfen nicht bezahlt werden, damit ihre Authentizität nicht in Gefahr gerät. Falsch! Es kann nötig und sinnvoll sein, zum Beispiel Fahrtkosten zu übernehmen oder auch ein Honorar zu zahlen. Und irgendwer muss ja auch das Kongressblog füllen, während die Veranstaltung läuft. Das kann gut ein Gastblogger tun - die Veranstalter dürften derweil wohl anderes zu tun haben.
  4. Wir brauchen kein Kongressblog. Falsch! Jedem Kongress steht heute ein Blog gut zu Gesicht. Es gibt keinen effizienteren Weg, mit Teilnehmern, Interessenten, Journalisten und Bloggern dauerhaft in Kontakt zu bleiben, sie mit aktuellen Informationen zu versorgen und Feedback zu bekommen. Und dann gilt die Herberger-Devise: Nach dem Kongress ist vor dem Kongress.
  5. Kongressblogger müssen bezahlt werden, damit sie überhaupt kommen und nichts Böses über den Kongress schreiben. Auch falsch! Bestechung funktioniert in den seltensten Fällen. Häufig fliegt sie auf und damit dem Veranstalter um die Ohren. Oder bezahlen Sie auch Journalisten?
  6. Blogger sind unbestechlich. Ebenso falsch! Es kann nützlich sein, sie gut zu behandeln - Steckdosen und W-LAN zum Beispiel werden gern genommen. Arbeitstische helfen ebenfalls. Und diverse Goodies nehmen auch Blogger entgegen. Vielleicht nicht alle, aber viele.
  7. Kongressblogger müssen Eintritt zahlen wie jeder andere Teilnehmer auch. Erst recht falsch! Mancher Blogger ist vielleicht eher ein zufällig bloggender Teilnehmer und wird gern zahlen, weil er genau weiß, dass am Ende irgendjemand die Rechnung übernehmen muss, weil er den Wert der Veranstaltung kennt oder er selbst hohen Nutzen aus dem Kongress ziehen kann. Das hängt auch von der Höhe des Eintritts ab - schon mal an Sondertarife für Blogger gedacht?
  8. Ich brauche keine Blogger auf meinem Kongress. Falsch! Das mag für die Norddeutschen Obstbautage noch gelten (aber auch nur, bis dort der erste Saftblogger auftaucht) - für die meisten Kongresse gilt es nicht mehr. Die Suche nach den relevanten Blogs kann nicht früh genug beginnen. Denn vielleicht findet sich so auch der eine oder andere interessante Referent - jenseits der üblichen Verdächtigen, die seit mindestens zehn Jahren immer wieder ihre Köpfe hinhalten.

Zwischen der umfangreichen Berichterstattung (Danke, Oliver!) vom Web-2.0-Kongress geht das webzwonullige Leben da draußen weiter. Zwei Artikel - aus der Welt von heute und der FAZ von morgen (auch das übrigens macht das Web möglich) - beleuchten zwei Seiten derselben Medaille:

Ulrike Langer beschreibt in der Welt, wie und warum Marken mit ihrer Werbung ins Netz gehen - und dort selbst Fernsehen (und anderes) machen, statt wie bisher beim klassischen TV die fertig produzierten Reichweiten einzukaufen:

Um junge Konsumenten dort zu packen, wo sie für Werbung noch empfänglich sind, schichten vor allem internationale Markenriesen wie Coca Cola, Toyota oder die Konsumgüterkonzerne Proctor & Gamble und Johnson & Johnson immer größere Teile ihrer Werbebudgets in Richtung Internet um. Dafür wird bei der Fernsehwerbung gekürzt. Allein Coca Cola schaltete im Jahr 2001 noch TV-Spots bei den großen US-Networks im Wert von 270 Millionen US-Dollar. 2004 und 2005 waren es nur noch rund 190 Millionen Dollar, und die Tendenz setzt sich fort.

Holger Schmidt kommentiert in der FAZ zuverlässig wie immer den Google/YouTube-Deal. Anderer Anlass, gleiche Logik:

In großem Stil werden zur Zeit Werbebudgets ins Netz verlagert. Anders als im Web 1.0 müssen Nutzer mit gleichen Interessen nicht mühsam auf eine Internetseite gelockt werden, um ihnen dann dort Werbung zu präsentieren. Heute treffen und gruppieren sich die Nutzer spontan und ohne teure Werbekampagnen im Netz. Damit wird das Internet zum idealen Werbeumfeld, um Zielgruppen zu erreichen, die sich mit den traditionellen Massenmedien kaum punktgenau erreichen lassen.

Wie schnell sich eine Investition in eine Online-Gemeinschaft rechnen kann, hat jüngst Medientycoon Rupert Murdoch gezeigt. Für 580 Millionen Dollar hat er Myspace übernommen, um nur wenig später 900 Millionen Dollar von Google zu kassieren, damit Google als Suchmaschine auf Myspace präsent ist.

Ähnlich wird sich auch der YouTube-Deal rentieren, da ist sich Schmidt sicher. Diesmal allerdings wird Google kassieren.

Oliver Günther [Prof für Wirtschaftsinformatik an der Humboldt-Uni Berlin] fragt sich, warum aktuell noch an den selben Konzepten gearbeitet wird, die schon 1995 Vision waren.

Die 'drei P' lage
* Price (Nicht alles lässt sich über Werbung finanzieren.)
* Performance (Ja, und was wenn es nicht funktioniert?)
und
* Privacy (mit unserer Firma verkaufen wir natürlich auch unsere (= Ihre) Daten)

User misstrauen den Firmen, geben ihre Zahlungsdaten ungern her, Webdienste sind unsicher.
Oliver Günther breitet ein ganzes Sammelsurium an Sicherheitsrisiken aus, was Shoppingdaten alles passieren kann. Da wird einem ganz schummerig - allerdings dürfte das eher auf einen Securitykongress gehören.

Lösbar, um zusammenzufassen, wäre vieles, wenn die Provider ausschließlich verschlüsselte Daten lagern würden.

Jedenfalls müssen die drei Ps adressiert werden, bevor sich die Visionen von 1995 oder 2006 verwirklichen lassen.
***
Am Rande: "Wie finden Sie es denn bisher", die Frage kommt von der Presseverantwortlichen des Kongressveranstalters IIRC Technologies. Was ist das für ne Frage: Das freie WLAN funktioniert, die Referenten tun massiv (praktische) Butter bei die Fische (und kennen manche Antworten beruhigenderweise auch nicht) und die Rückfragen aus dem Publikum zeigen, dass man keinem mehr erklären muss, was ein Weblog oder was RSS ist. Was willste mehr? (Und alle außer mir, die nen Lap auf den Knien haben und hier bei den Steckdosen sitzen, scheinen Mails zu beantworten.) Ach ja. Journalisten habne einen orangen Blob auf dem Namensschild. Ich hab es durch ein 'Liveblogger' ergänzt. "Vorsicht. Bissiger Blogger" hatte keinen Platz.

"War der TED der Start von Fernsehen 2.0? Wenn ja, dann haben wir jetzt auch ein Web 2.0", sagt Heiko Hebig. Wir haben jetzt eine logische Weiterentwicklung von dem, was es auch bisher gab. Jetzt gibt es eine Tour durch das Web 2.0:Heiko fotogafiert Herrn Kirsch, fragt, ob er darf und stellt sein Bild in Flickr.

Er zeigt, wie über die Geokoordinaten, die er dazugetrickst hat, gleich via Mashup Herr Kirsch in Offenbach via Google Earth lokalisiert werden kann. "Hurra, mein erstes Mashup, das war spannend", jubelt Heiko sarksatisch.

Jetzt wird geflockt, also... der Browser Flock demonstriert. Will aber nicht. Schön. Wäre ein Demo des Bloggingtools gewesen.

Heiko zeigt jetzt, wie man beliebige Fotos in die Multimedialeiste von Flock zieht. Und wie man von Flickr aus bloggt. Zweiter Versuch. Wir sehen: Es dauert. Failed. "Ich hab da heute kein Glück, ich merk das schon."

Jetzt der IE7, der kommt automatisch zu jedem, der Prio-Updates aktiviert hat. Heiko Hebig empfiehlt ihn. Der kann RSS. "Komm Baby", lockt Heiko. Es geht. Ist ja auch kein Blog. Wir lesen Focus Online jetzt werbefrei (wie Heiko hervorhebt). Spiegel Online ist via IE7 gar nicht per RSS lesbar - auch das zeigt Heiko. Also schon mal testen, wenn man RSS-Feeds anbietet. Guter Tipp.

Jetzt ist Xopus dran: Man kann innerhalb einer Webseite schreiben, ohne dass man einen Webeditor benutzen muss. Xopus ist drei bis vier Jahre alt und war die Inspiration für Dienste wie den Onlineeditor Writely.

Vox ist ein neuer Dienst des Bloganbieters Sixapart: Fotos, Texte, Podcasts und Videos können integriert online gestellt werden. Das zu demonstrieren traut sich Heiko offenbar an diesem Unglückstag nicht.

Technorati.com ist eine Blog-Such- und Auswerte-Maschine. Hier zeigt Heiko, dass man meine (und andere) Beiträge schon sieht. Jetzt zeigt Hebig, wie man Flickrfotos extern aber online mit Sprechblasen versieht und wieder zu Flickr laden kann. Das funktioniert. "Ein tolles Produktivitätstool", witzelt Heiko.

Gut, er hatte vorgewarnt: "Wenn sie Flickr schon kennen, gehen sie zu den Kollegen vom Technik-Track." Ach, das ist hier nicht der Technik-Track? *grins* "Wenn ich jetzt ein Quote ziehe läuft ein Query." Ach, er redet von Sanebull.com und zeig,t wie sich die Yahoo-Aktie angesichts des Google-YouTube-Deals verändert.

Und was haben wir gelernt: alles funktioniert - außer Blogs. ;)

***
Aus der Diskussion:
Die Deutsche werden nie alle bloggen (dazu seien sie zu technikfeindlich), aber durchaus auf dem Fernseher Internetinhalte konsumieren. (Und das, wo ich mir das Ferngucken grade abgewöhne, naja.)

Telekom Austria ist Österreichs führender TK-Anbieter mit über drei Millionen Festnetzanschlüssen und mit Österreichs größtem Mobilfunker. aon ist die Privatkundenmarke der Firma.

Der Portalservice aon.at ist die Landeseite für aon-Kunden und die zentrale Verwaltungsschnittstelle für ihren Onlinezugnag, ihre Mail und Anderes. Dort gibt es auch das Blogtool Weblife, Softwaredownloads und Musikdownloads.

Diese Dienste sind keine Business Cases und verdienen kein Geld. Das Ziel ist, Kundenbindung zu erzeugen, um trotz Preisdruck Kunden zu halten: Telefon, DSL und Mobilfunk sollen weiter bei aon genutzt werden. Der Breitbandzugnag soll also sowohl faktisch als auch emotional aufgewertet werden.

Weblife ist ein Mulltimedia-Blogwerkzeug, das im Dezember gelauncht wurde und nur von aon-Kunden genutzt werden kann. 'Bessere' Kunden (Breitband) haben auch mehr Möglichkeiten im Blog (Layoutvorlagen, Podcast, Speicher, Statistik etc.). Es entstehen keine weiteren Kosten, aber User können auf mehr Leistung upgraden.

Ein Fokus liegt neben den Blogs auf den Bilderalben. Wir kriegen grad ne hübsche Demo - gute Usability und jede Menge AJAX. Hübsch: Bilder kann man auch noch (picasa-ähnlich) bearbeiten und zu Bilderalben zusammenfassen. Ein Flashplayer spielt sie ab und man kann definieren, wer sie sehen darf.

Weblife wird inzwischen auch intern und als externes Marketingblog benutzt (Pressesprecher: http://bredlbloggt.telekom.at). Sponsoring und Events werden mit Blogs unterfüttert. Ein aon-Reporter berichtet Backstage von events, bei denen aon sponsort. "Das Bloggen breitet sich amöbisch im Unternehmen aus", fasst Raffaela Grün zusammen.

Fazit:

  • Blogs dienen zur Kundenbindung.
  • Kommunikation mit externen Stakeholdern
  • interne Kommunikation
  • ideal für crossmediale Thematisierung von Marketingthemen (Sponsoring, Event etc.)

Aus der Diskussion:

  • Die Kundenbindung wird nicht gemessen, die Nutzung aber steigt.
  • Offenbar sind die Angebote wertvoll.
  • "Wir übersetzen noch Web 2.0 in die Sprache unserer Kunden und holen sie dort ab, wo sie sind."
  • Auf 500.000 Breitband-Privat-Kunden kommen 2.000 Blogs.
  • Bisher sind vor allem die Jüngeren blog-affin, weitere Gruppen sollen (ggf. in Kooperation mit einer Zeitung) erschlossen werden.
  • Das Blogsystem wurde von Knallgrau.at implementiert.

Michael Rossa leitet das, wie er sagt, "kleine Team" Corporate Media bei Siemens.

Usability und Branding der Website zu verbessern sind seine Hauptzeile, "aber hinter unserem Rücken passieren Dinge, die das beeinflussen" sagt er und zeigt die J-Grafik der steigenden Blogzahlen bei Technorati.

"Die Kunden sind die neuen 'spin doctors'", weiß Rossa und will darauf regieren; auch sei man seit längerem ein Fan des 'Cluetrain Manifests' und versuche das umzusetzen.

ICQ, Skype und Firefox sind typische Marken, erreichen Millionen von Downloads ohne relevante Marketingbudgets. (Neben mir sitzt Alex Wunschel, und Rossa benutzt seinen Podcast grade als Beispiel für einen Startpunkt des Blog-Domino-Spiels. Und Alex freut sich ;) )

Seit März 2005 hat Siemens ein CEO-Blog. Ein globales Intranetportal aggregiert parallel dazu Blogs von Mitarbeitern in der "employee corner".

Die Siemens "Blogging Policy" (meine Zusammenfassung):

  • Verwende Zeit zum Bloggen zum Bloggen von etwas, was mit dem Unternehmen zu tun hat.
  • Befolge das Gesetz.
  • Sei Dir des Images des Unternehmens bewusst.
  • Halte Unternehmensgeheimnisse ein.
  • Verbreite keine Werbung.
  • [Das ging zu schnell.]

Zur Zeit gibt es "100 Tage Bloggen" als Testphase (die endet bald), dann kommt eine Pilotphase mit Rollout und eine Operations-Phase. Themen und Risiken wurden betrachtet und untersucht. (z.B.: Was, wenn keiner bloggt? Was, wenn rechtliche Prolbeme auftauchen?).

Eine Moderationsseite wurde zur Steuerung und als Übersicht eingebaut, mit FAQs, Votingmöglichkeiten etc. In einem BlogZoo wurden öffentliche Blogs ausgestellt. Ein BlogCookbook wurde als Erklärungsseite zur verfügung gestellt. Jeden Freitag gibt es ein Interview mit einem Blogexperten als Podcast.

Wöchentlich wird ein "Blog of the Week" gekürt (ohen weitere Belohnung dafür) - was die Blogger zunächst nicht gut fanden. Es passierte trotzdem. (Gelächter im Raum.)

Die Übersicht wird hergestellt über eine Portalseite mit "Latest Postings", "Tags and Topics" und die "Most Active Blogs".

Das Projekt startete - nach einer Testphase - am ersten Tag mit 117 Blogs. Jetzt sind es 250. Davon sind aktuell noch 80 aktiv (das müssen wieder mehr werden, sagt Rossa). Zunächst wurden die User in eigenen Blogs aktiv, nun vernetzen sie sich. Die Leserzahlen fallen nicht, sondern sind stabil. Es bloggen (fast) alle -- außer den Kommunikatoren (da werden wir noch fragen: warum?).

User nutzen die Blogs auch für 'Hilferufe' an die Community und empfinden das Graben durch die Siemens-Blogosphäre als 'Schatzjagd' durch die Firmenkultur.

Als Starblogger entpuppten sich eine chinesische Werksstudentin und ein Servicetechniker für Notrufsäulen an Autobahnen.

  • Bisher war das interne Marketingbudget gleich Null. Die kritische Masse war binnen 57 Tagen erreicht.
  • Bloggen ist einfach, aber ein Blog mit 'Geschäftswert' zu führen ist nicht einfach.
  • Man muss lernen, wie man Konversationen beginnt und beendet.
  • Es gab bisher keine Missbrauchsfälle.
  • Experten und Projektmanager, die bisher keine Stimme hatten, bloggen.
  • Manager und Kommunikatoren halten sich zurück (die sind mehr Nach- und Vor-denken gewohnt oder brauchen den Kanal nicht).
  • Die Zeit der 'kontrollierten Kommunikation' durch die PR ist vorbei.

Verbleibende Herausforderungen sind, wie Firma, Mitarbeiter und Management das System noch besser nutzen können, um ihre Ziele (Vernetzung, Kommunikation, Feedback u.a.) zu erreichen.

Als Marketing beim Rollout sind u.a. 20-Sekunden-Interviews mit Bloggern als Videos geplant. Und auch der Betriebsrat steht dem ganzen Projekt positiv gegenüber und plant die interne Blogosphäre als Infoquelle zu nutzen.

Bei der BMW Marketing Innovation hat man zwei Aufgaben: die Welt nach neuen Trends zu scannen und daraus neue Marketingansätze zu entwickeln. Jörg Reimann, dessen Chef, skizziert die klassische Struktur von BMW und zeigt auf, wo es Schnittstellen zu UGC und anderen Web 2.0-Phänomenen gibt.

Im Zeitalter der Disintermediation, der Ausschaltung des 'Vermittlers' zwischen Firmen und Kunden, wird sich über P2P-Kommunikation ein direkter Kontakt zum Kunden ergeben. Daraus folgt unter anderem, dass der angebotene Content spannend sein muss.

Ein Beispiel dafür ist der ExpertenPocast von der IAA 2005. 10- und 5-Minuten-Clips auf Deutsch und Englisch wurden per RSS als Podcasts angeboten. Bei iTunes schaffte es der Podcast auf Platz 43 und das Experiment wurde als Erfolg verbucht.

Jetzt sagt er doch glatt "Ich will nicht zuviel Werbung für Google machen", dabei zeigte er schon ein Google-Video (der BMW-Spot dort war aber grade nicht verfügbar) und eins von YouTube.

Reimann ermutigt dazu, Links willkommen zu heißen und auch den Content in die Welt hinaus zu entlassen.

BMW bietet zudem Audiobooks an bei bmw-audiobooks.com. Autoren wie Karin Slaughter erstellen für das Format eigens Thriller, in denen BMWs eine Rolle spielen. Das ist auch die Frage: Wo ist die Grenze zwischen Marketing und Literatur? Hier wurde der Markencontent wie Reimann sagt 'besonders subtil' eingearbeitet, so dass dies für die Autoren akzeptabel war.

BMW macht auch Vodcasts und berichtet von Messen, der F1 und von Golfevents. "Man muss etwas zu erzählen haben, und es muss eine spannende Geschichte sein", betont Reimann. Exklusive Events oder Interviews und Hintergrundgeschichten bieten sich an.

Über solche Kanäle lässt sich der Impact von Live-Events massiv und international verbreitern. Binnen 24 Stunden wurde ein 'geklautes' Werbevideo - dem auch noch der Ton verloren gegangen war - bei YouTube über 80.000 mal angesehen. Das Video stand parallel auch bei BMW im Pressebereich.

Zum Mini veranstaltete BMW einen Clip-Contest und erhielt viele 'User-generated'-Beiträge. "Andererseits wollen wir im driver's seat sein und unsere Marke interpretieren und nicht den Kunden überlassen - aber wenn die Message gut ist, dann verbreiten wir die gerne global", schränkt Reimann ein und betont: "Videoportale sind serious stuff, das sind nicht nur Kiddies, die Urlaubsvideos hochladen."

Communities wie iVillage und Myspace dienen als Vorbild für eine demnächst startende BMW-Community "M Power World". User-generated Content und Vernetzungsfunktionen werden vermischt mit Premium Content aus dem 'Inneren' von BMW - "nicht vor der Presse, aber detaillierter" (Reimann). BMW erfofft sich über diesen Kanal Marktforschungsinformationen darüber, was der BMW-Kunde sich im Detail wünscht. "Vielleicht nicht repräsentativ, aber authentisch".

"Blogs sind mein Liebligsthema", sagt Reimann und gesteht "Die Frage, wie man Blogs nutzt, hat mir schon die eine oder andere schlaflose Nacht bereitet." Sein Rezept lautet: "Wir wollen, dass die Blogger über uns schreiben. Sie sind meinungsstärker und in der Reichweite relevanter als viele Journalisten."

Und deswegen behandelt BMW für sie relevante Blogger auch wie Pressevertreter. "Das sind keien Freakblogs, das sind relevante, meinungsstarke Medien. Ich warne davor, sie zu vernachlässigen", ist Reimanns Rat (da ist Reimann deutlich weiter als mancher Frontmann deutscher Agenturen).

Das IAAblog.com war BMWs Blog zur IAA, auf dem Thomas Gigold über alle Aussteller berichtete - natürlich auch über BMW. BMWoracleRACING.com ist ein Blog über BMWs Engagement beim Segelsport. "Die Nachfrage bei diesem Blog ist extrem hoch", freut sich Reimann. Auf dem Vlog vlogbymini.de berichtete der Videoblogger gabemac (xolo.tv) von der Automobilausstellung Leipzig.

"Der Long Tail geht nicht weg, er wird relevanter", gibt Reimann seine Einschätzung. Neue Nischen entstehen ständig und über Long-Tail-Kanäle sind sie zu erschließen.

Diskussion

Wie verhalten sich 'drivers seat' und 'Konsumentenkontolle?
R: Wir müssen eine Balance finden, die Markenführung dürfen wir nicht aus der Hand geben. Wir wollen ihnen Content geben, den sie dann selbst verbreiten können, und stärker Nachfrageorientierung pflegen.

Wie hat sich das Marketing verändert?
R: Man muss die Rückkanäle auch pflegen udn schnell regaieren. Das ist eine Kernherausforderung, hinter diese Rückkanäle auch ein Beschwerdemanagement zu bauen. Ich empfehle nicht zu viele Kanäle und Blogs aufzubauen. So etwas kann man nicht an Call Center auslagern, da muss am anderen Ende auch jemand sitzen, der eine BMW-Visitenkarte hat.

Ein Snippet aus der ersten Kaffeepause:
Der Vertreter eines deutschen Versandhauses sagte sinngemäß: "Wir merken, dass Geld, das wir in Onlinewerbung stecken, mehr Rückläufe erzegt. Mittelfristig wird der Anteil, den wir dafür ausgeben, immer größer werden."

Bob fragt als erstes, wer alles RSS-Feeds liest. Während die globale Nutzung von RSS-Lesern bei 4-5% liegt, hat diese Technik zumindest im Publikum eine deutliche höhere Markdurchdringung. Da hat sich offenbar im Businessbereich einiges getan.

Bobs Agentur arbeitet für mehrere Web-2.0-Firmen wie Fon oder Xing, hilft aber auch Banken, sich zu 'Zweinullisieren'. Seiner Ansicht nach sind Symptome für 2.0-Firmen: kollektive Intelligenz, Kollaboration und Ranking, Community und Social Software und der 'befähigte' User.

Bob bloggt unter dem Namen Everything 2.0 (ah, das les ich ;) aber ich merk mir Namen so schlecht). Dort kategorisiert er RSS unter "News 2.0" und unter "RSS 2.0", aber wenn er Relationen aufzeigt, dann stellt sich heraus, dass RSS mit fast allen anderen Kategorien seine Web-2.0-Blogs in Verbindung steht.

Etwa 1 Milliarde RSS Feeds gibt es aktuell (1 Billion schreibt er, britische oder US-Billionen?). RSS hilft uns, die Infokanäle, die wir über E-Mail und über das Web haben, nach Relevanz zu sortieren und auszuwerten.

Ein paar von Bobs Ideen:

  • Firmen können über RSS "behind the firewall"-Systeme bauen und so Informationen optimal zeitnah und selektiv verteilen.
  • Verkäufer können via RSS über Leads informiert werden und Reports können zeitnah verteilt werden.
  • In Firmen sollte RSS einen Metalayer bilden, der alle Informationen zusammenbindet und dabei die Firmensicherheit im Auge behält.
  • Dabei sollte nicht die Firmenpolitik, sondern das Qualitätsfeedback der Nutzer eine große Rolle spielen.

Wo findet man in der eigenen Firma Ansätze für RSS-Nutzung? Nun, man fragt sich:

  • Welche Teile meines Intranets sind unbenutzt?
  • Wo hört Mail auf zu funktionieren?
  • Was blebt ungelesen oder ist falsch adressiert?
  • Was passiert JETZT, was ich wissen sollte?

Als Einstieg in RSS empfiehlt Bob beispielsweise Netvibes.

Update:
Aus der Diskussion: Was tut man, wenn keiner im Unternehmen über Blogs den RSS-Feed füttert? Normal ist, dass 1-2% der Leute aktiv bloggen oder Infos eingeben. Wenn man das auf 20% steigern kann, ist das bereits eine relevante Masse für einen Wandel im Unternehmen. Und auch die 80% der "Leechers und Lurkers" sund für das Informationssystem notwendig. Generell sollte man versuchen, "alle an Bord zu behalten".

Basisidee der Blog Carnivals bei BlogCarnival.com ist, dass man Nutzern Datensammlungen, die sie erstellt haben, in geeigneter Form wieder zur Verfügung stellt und so auf der Basis der Blogkultur eine Dienstleistung zur Verfügung stellt -- so wie Technorati z.B. Blogsuche bereitstellt.

Brad erklärt, wie Carnivals funktionieren: In regelmäßigen Rhythmen stellen Blogger-Gruppen, in der Regel nach Themen, 'Magazine' zu einem bei einem Thema 'eingereichten' Blogartikel zur Verfügung, indem sie auf andere Artikel verweisen. Oft finden dabei auch thematische Events - beispielsweise bei Kochblogs - statt.

BlogCarnival.com hilft den Communities seit August 2005 (Blogcarnivals selbst gibt es seit Herbst 2002) bei organisatorischen und techischen Aspekten der Abwicklung solcher Blogevents. Durch Termininfos, Pläne, Automatisierung der Linkerstellung, Logos, Grafiken und Info-Widgets für ihre Blogs. Aktuell sind über 500 Carnivals aktiv und über 500 im Archiv bei Blogcarnival.

BC dreht praktisch die Portalidee um: Die Blogger kommen nicht zum Zentralportal, sondern stellen BC auf ihren Blogs Platz zur Verfügung: Für die Informationen des Portals, aber auch für das Branding von Blogcarnival.com, das ihre Communitybildung erleichtert.

Einzelne Carnivals erhalten bis zu 496 Einreichungen. Generell zeigt sich auch hier eine 'Long Tail'-Struktur: Nur wenige Carnivals erreichen viele Einreichungen, 50% der Carnivals bekommen nur ein bis zehn Einreichungen.

Mal sehen, ob Brad in den letzten zehn Minuten noch zu dem Thema kommt, das hier alle interessiert: Wie sieht das Geschäftsmodell aus?

Aktuell erzählt er, dass es sinnvoller ist, Communities mit solchen Webdienstleistungen zu beliefern, da sie sich nachhaltiger als "Kunden" stabilisieren als Individuen.

Brad sucht nach Möglichkeiten, seine Nischencommunities besser über Anzeigen zu monetarisieren als bisher. Anzeigen werden sowohl auf dem Hauptsite als auch in den Widgets angezeigt.

11 Uhr, erste 'Networkingpause'. Andreas Weigend sacht: Offizielles Tag des Events bei Flickr und zum Bloggen ist "web2.0kongress".
[Bild folgt.]

Thomas Dyckhoff

Unser Geschäftsjahr 2005/2006 ist Geschichte. Finanzvorstand Thomas Dyckhoff erklärt beim Börsenradio die vorläufigen Zahlen.

Offene Kommunikation wird genauso propagiert wie gefürchtet. Was aber machen, wenn der Kunde, Mitarbeiter oder auch der Wettbewerb wirklich von seiner Möglichkeit Gebrauch macht, seine Meinung zu sagen? Wenn er kritisiert, vor aller Augen, in Blogs oder Foren von Unternehmen oder, schlimmer noch, in den Weiten des Webs. Dort, wo der eigene Arm nicht hinreicht. Mehr auf themenblog.de.

Dialog in der Cafeteria:

Kollegin: Mattes, hattet ihr damals eigentlich einen Businessplan?
Matthias Schrader: Nein, hatten wir nicht.
Kollege: Da seht ihr's! Einen Businessplan braucht kein Mensch.
Kollegin: Aber ihr wusstet schon so ungefähr, was ihr verkaufen wollt?
Matthias Schrader: Ja, und außerdem war unsere Anfangsinvestition ein Gewerbeschein für 25 Mark. Einen Businessplan braucht man immer dann, wenn man Geld ausgeben will, das man nicht hat.

Es diskutieren auf dem Forum "Innovation" am Buchmessen-Samstag:

  • Heiko Hebig, Burda Media, Internetstrategien
  • Kurt Jansson, Wikimedia Deutschland e.V.
  • Ibrahim „Ibo“ Evsan, sevenload.de, Gründer
  • Oliver Wagner, Agenurblog.de, Werber

[Alle hier von mir wiedergegeben Äußerungen sind keine Wortprotokolle und auch nicht vollständig, sondern meist sinngemäße und lückenhafte Zusammenfassungen.]

Der Begriff

Was heißt "Web 2.0"?

Heiko Hebig: Es ist einfacher geworden, Inhalte ins Netz zu stellen, das muss man nicht unbedingt „Web 2.0“ nennen. Das gab es schon früher.

Kurt Jansson: „Ich sehe den Begriff Web 2.0 kritisch, was wir jetzt sehen ist von Anfang an im Netz angelegt gewesen.“ Auch Tim Berners—Lee hatte ähnliche Ideen wie die, die jetzt beim Web 2.0 umgesetzt werden. „Was wir jetzt sehen - Wikis und Weblogs - macht diesen Prozess einfacher.“

Ibo Evsan: Was ich verbessert hat ist die Technik. Zum Beispiel dynamische Veränderung von Webseiten durch die AJAX-Technologie. Und Investoren investieren wieder in neue Ideen. Der Begriff Web 2.0 ist schon OK.

Oliver Wagner: es ist eine Evolution, keine Revolution. Es gibt Entwicklungen, wie den neuen Rückkanal, die das Web besser benutzbar machen.

Datenschutz

Gehört das Netz den Nutzern oder werden sie (wieder?) Opfer von Datensammlern.

Wagner: Man kann nun seine Daten der Welt zur Verfügung stellen und kann diese Chance nutzen.

Hebig: Das Netz ist aktuell recht wenig reguliert und wir müssen aufpassen, dass das auch so bleibt. Das Netz ist das einzige Medium, das uns die Chance gibt, als Kreative darzustellen. Das ist eine immense Chance.

Ibrahim Evsan: Wenn man es möchte kann man sich in kürzester Zeit durch persönliche Präsenz – bei Videopodcasts – zum Star zu werden.

Kurt Jansson: Gehört nur das mir, was ich beigetragen habe? Und inwieweit gehört mir der Rest? Welche Rolle spielt das Urheberrecht? Man kann in solchen Projekten sogenannte freie Lizenzen nutzen und so sicher stellen, dass die Inhalte, die man ins Netz stellen auch von anderen nutzbar sind und beispielsweise auch verändert und weiterentwickelt werden können? Man kann bei Lizenzen der "Creative Commons" beispielsweise kommerzielle Nutzung erlauben oder beschränken.

Hebig: Wir prüfen, ob wir unsere Inhalte in dieser Weise zur Verfügung stellen können und müssen eruieren, welche Rechte wir selbst überhaupt haben, Wir hoffen, bald Inhalte unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung stellen zu können.

Renault Clio, rot

Fünf Jahre lang bin ich mit meinem kleinen, roten Clio tagaus, tagein zur Arbeit gefahren. Er hatte zwar ein paar Macken, hat mich aber nie im Stich gelassen. Doch jetzt ist Schluss: Er muss weg.

Die ungeschminkte Wahrheit steht bei mobile.de. Über den Preis lässt sich noch reden. Fischmarkt-Leser bekommen einen Sonderrabatt.

sz-mediathek.de
Die SZ-Mediathek hat jetzt eine Markierungswolke und sieht auch sonst ganz frisch aus. Die Tagcloud ist eine Art Trendbarometer und zeigt an, wonach Mediathek-Nutzer zuletzt am häufigsten gesucht haben.

Neu ist auch die Navigation zur Linken, die das Vollsortiment der Mediathek erschließt. Der Süddeutsche Verlag will künftig mehr Umsatz mit dem Vollsortiment aller lieferbaren Bücher machen. Die sich stetig vermehrenden hauseigenen Editionen (SZ-Bibliothek, Cinemathek & Co.) gingen schon von Anfang an gut weg.

Das Projekt hat SinnerSchrader Neue Informatik realisiert.

Dialog in der Krise

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Transparenz muß man nicht nur wollen, man muß sie auch aushalten. Mehr auf Themenblog.de.

superdistribution.net
Eva Herman tut es. Sören Stamer auch. Unter der unbescheidenen Adresse superdistribution.net schreibt der CoreMedia-Gründer seit einiger Zeit über Web 2.0, Unternehmertum und sein Spezialgebiet, das ich jetzt mal mit Content Management 2.0 umschreiben möchte.

Auch aus der Feder von Christian Jung wurden dort bereits Einträge gesichtet.

Logo arena
Schon 900.000 Kunden hat arena (laut Welt) inzwischen, und noch vor Weihnachten will arena-Chef Dejan Jocic dem millionsten Kunden ein Geschenk überreichen:

Damit habe der Bezahlsender seine Pläne nicht nur eingehalten, sondern übererfüllt. Ursprünglich hatte die Tochter des Kabelkonzerns Unity Media angekündigt, bis zum Jahreswechsel eine Million Kunden erreichen zu wollen.
Heute startet arena eine neue Werbeaktion für Satellitenkunden.

Eva bloggt

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Die Debatte, die Eva Hermans Cicero-Artikel "Der Feminismus - ein Irrtum?" auslöste, führt über das Buch zum Eva-Blog. Mehr im Themenblog.

thecmons.com

Was haben Stoffpuppen mit einem neuen Kleinwagen zu tun? Der Mediabrief weiß Bescheid.

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„Getting Things Done“: Wie man die Dinge erledigt kriegt

Über die Selbstmanagementtechnik GTD referierte Hans Dorsch.

David Allens „Getting Things Done“-System (oft mit „GTD“ abgekürzt und getaggt) hat eine einfache Grundannahme: Für alle „Sachen“ gibt es einen Ort oder eine „nächste Aktion“. Die zu beantwortenden Fragen sind einfach: Ist etwas zu bearbeiten? Ist es nützlich? Sind Aktionen zu definieren? Ist etwas auf Termin zu nehmen oder zu archivieren.

Alle Ideen, die im Kopf herumschwirren, werden als Projekte und ihre Arbeitsschritte erfasst und es wird definiert, ob sie auf „Next-Action Listen“, auf Termin oder in einen „Irgendwann“-Korb kommen“. Auf das Erfassen erfolgt ein „Durcharbeiten“, bei dem nächste Aktionen definiert werden und ein „Erledigen“. Lediglich „einschrittige“ Aufgaben von unter zwei Minuten werden sofort erledigt. Archivmaterialien werden sofort in ein geeignetes alphabetisches System überführt, Terminangelegenheiten kommen in die 42 (31+11/12) Ordner umfassende Wiedervorlage.

Alle mehrschrittigen Aufgaben landen auf einer Projektliste, und für jedes Projekt sind „nächste Aktionen“ zu definieren, die auf Kontextlisten landen. Kontextlisten sind eine der Innovationen von Allen: Aufgaben werden „Orten“ oder „Umständen“ zugeordnet wie „PC Online“ oder „zu Hause“. Abhängig vom Kontext können dann die Aktionslisten abgearbeitet werden. Aktionen sind grundsätzlich „sichtbare Handlungen“ wie das Erledigen von Telefongesprächen oder das Verfassen von Brainstorminglisten.

Relativ bald geht es in den Gedankenaustausch über: Die Chaostypen gegen die Strukturierten, die Papierfans gegen die Digitalen. Und es wird klar: GTD verändert nicht von selbst das Leben, ohne Selbstdisziplin erledigen sich eben die Aufgaben doch nicht.


Wikis und Weblogs in Unternehmen

Ohne die passende Kommunikationskultur – die auch zugelassen werden muss – lassen sich Wikis und Weblogs in Unternehmen schwer implementieren. Wird Wissen als Besitz höherer Hierarchieebenen betrachtet, stehen die Chancen für eine Abteilungen und Hierarchien übergreifende Kommunikationsplattform schlecht. Auch Konkurrenzsituationen zwischen Arbeitsbereichen (DIE von der IT, DIE vom Marketing) oder jung/alt spielen eine Rolle. Andererseits stehen und fallen solche Projekte auch mit der Unterstützung der oberen Hierarchieebenen.

Hier ist einiges an Vermittlungsarbeit zwischen den längs und quer laufenden Gruppen und Kulturen zu leisten. Einstiegsbarrieren sowohl finanzieller und schulungsbezogener Art sind bei klassischen Wissensmanagement-Anwendungen das Problem; Wiki-Anwendungen sind inzwischen relativ gut bekannt und haben relativ niedrige Einstiegsschwellen. Bei SAP sind beispielsweise Systeme parallel im Einsatz: Offizielle Dokumente liegen im Portal, während Entwicklerdokus zunächst im Wiki liegen, die dann, wenn sie ‚stehen’, ins offizielle Portal wandern.

Auch bei (beeep), einer große deutschen Wochenzeitung, sind neben internen Newsgroups auch viele Wikis und sogar ein interner Instant-Messaging-Server im Einsatz. Erwartbar ist, dass der Kulturwandel allein dadurch einsetzt, dass einige wenige Leute diese Werkzeuge einfach benutzen.

Wie profitieren Unternehmen von ‚einfachem’ KM? Einige Pluspunkte sind sichtbar:

  • Wissen wandert nicht ab oder ist auch bei Abwesenheit verfügbar.
  • Statt Systeme zu bauen kann man sich auf die Bereitstellung von Infrastruktur konzentrieren.
  • Fehlt eine solche Struktur, so holen sich die Mitarbeiter ihr Wissen aus dem ‚offenen Internet’ und ihre Nachfragen außen werden zum Informationsleck.
  • Menschen, denen man kreative Tools zur Verfügung stellt, entfalten Kompetenzen über ihre enge Arbeitsrolle hinaus und bringen ihr Potential optimal ein.
  • E-Mail-Volumina nehmen in der Regel bei Nutzung dieser Tools ab – Informationen können besser verteilt werden, als durch (zu breite) Streu-CC:s in E-Mails.
  • Wenn die Menschen gewohnt sind, sich Informationen im internen Netz auf dem Holschuldweg selbst zu organisieren, sind sie medien-affiner und auch eher auf dem neusten Stand, was Entwicklungen und Strategien im Unternehmen und Strukturen seiner Kultur betrifft.
  • Besteht eine Kommunikationskultur, so kann man auch die „informellen“ Netze und Informationsquellen nutzen, um Fragestellungen anzugehen.

Auf manche Fragen wäre noch einzugehen: Wie nun unterstützt man diesen Kulturwandel, wie motiviert man zu Leistungen in solchen Systemen jenseits des digitalen Schulterklopfens?

Zu bewähren scheinen sich offene Angebote, eigene Tool-Zusammenstellungen in übersichtlichen Gruppen zu nutzen, zu denen frei eingeladen werden kann. Und: Ist eine Motivierung überhaupt notwendig, wenn ohnehin eine ganze Phalanx an Schwarz-Wikis ohnehin im dunkeln blühen, wie bei einem großen Automobilhersteller.

Und mehr: Ein neues Berufsbild des „Community Managers“ (z.B. bei BASF), die die interne Kommunikation in „zweinulligen“ Internstrukturen bearbeiten, entsteht.


Bürgerjournalismus und/oder User Generated Content

Erste UGC-Projekte in Deutschland sind die BILD-Leserreporter (Fotos), Opinio (Rheinische Post), Stern „Augenzeuge“ (Foto-Agentur), Readers Edition (netzeitung.de) und „Tagesspiegel Sensation“ (Satire) – alle verfolgen verschiedene Ansätze und Ziele. Bei den „stern shortnews“ werden texte aus externen Quellen neu formuliert.

International am erfolgreichsten ist OhmyNews (in Süd-Korea seit 2001), als Vorbild für weltweiten kollaborativen Journalismus, das wohl primär aufgrund restriktiver Bedingungen in Süd-Korea erfolgreich wurde.

Was ist Bürgerjournalismus und was sind seine Ziele? Wie ist die Situation heute einzuschätzen? Ist Journalismus ein zu erlernendes Handwerk oder eine „normale“ Äußerung von Bürgern?

„Wenn Leute etwas intelligentes zu sagen haben, dann sollte man die Reichweite dafür schaffen“, meint Peter Schink, der bei der Netzeitung für die Konzeption der Readers Edition zuständig war und jetzt bei der Welt Blogs implementiert und für den Online-Relaunch verantwortlich ist. Er geht davon aus, dass Bürgerjournalismus sich dem Journalismus annähern sollte, dass beide Formen aber nicht auf einer Stufe stehen.

Bei der Readers Edition kamen laut Schink nur wenige Urheberrechtsverletzungen oder Einschmuggelungen von PR-Inhalten vor. Gegenüber Modellen wie bei den Linkbewertern Digg.com/Yigg.de wird auf einer solchen Inhaltsplattform jedoch ein gemeinsamer Standard geschaffen. „Was uns fehlt ist ein Google News für Blogs“, wünscht sich Schink.

„Bei den Bürgern ist soviel Insiderwissen vorhanden, dafür wäre eine Plattform wünschenswert“, konstatiert Gerd Stodiek vom Blogverlag Mosaicmotion, der auch über die Differenzen zwischen Bürgerradio in Afrika und deutschen Projekten berichtete.

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