Weihnachtstestimonial Anna Heesch

Morgen startet mit Dealjaeger.de ein spannendes und ambitioniertes Social-Shopping-Angebot. Der Fischmarkt sprach mit Sven Schmidt, einem der Gründer.

Woher kommt die Idee von dealjaeger.de? Gibt es Vorbilder?

Sven Schmidt: Vorbilder ist übertrieben. Wir sind von einer Reihe von Seiten inspiriert worden. Klar, dazu gehört auch digg.com. Aber auch eine Community für Smart Shopper wie FatWallet.com. Lies: Wir haben uns viel angeschaut, aber letztendlich ist Dealjaeger.de eine eigene Idee.

Wie lange haben Sie von der Idee bis zum Launch gebraucht?

Ein überschaubarer Zeitraum. Wir haben im Closed Beta so viel richtig gutes Feedback bekommen... und schaffen es gar nicht, das kurzfristig umzusetzen. Der Launch kommt jetzt nur wegen Weihnachten.

Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus? Womit werden Sie Geld verdienen?

Kurzfristig primär durch die Monetarisierung von Click-Outs. Aber wir haben noch ein paar andere Ideen.

Die Ideen möchten wir natürlich gerne hören.

Mit den zukünftigen Ideen... will ich doch Ihre Leser zum Launch nicht verwirren. Da führen wir lieber im Februar noch ein Gespräch. Ich finde es auch klasse, wenn wir öfter im Fischmarkt erwähnt werden.

Wie muss ich mir das vorstellen - schließen Sie individuelle Deals mit Händlern und Anbietern?

Kurzfristig werden wir die Click-Outs über Deals mit Anbietern wie Shopping.com, Mentasys oder Affilinet zu Geld machen. Direkte Partnerschaften mit Merchants sind für später angedacht. Erstmal müssen wir relevant werden.

Wie sieht die Strategie aus, um relevant zu werden?

Kurzfristig arbeiten wir mit PR, speziellen Promotions im Dezember und Januar und daran, das Produkt zu optimieren. Wenn wir es in den nächsten Wochen schaffen, das Feedback der Blogosphere gut umzusetzen, wird das Produkt rocken! Ab morgen gibt es eine große Adventsaktion. Die OTS-Mitteilung haben wir gerade rausgehauen.

Die Adventsaktion startet mit einer semiprominenten Moderatorin - spielt TV eine Rolle in Ihrer Kommunikation?

Damit TV-Werbung Sinn macht, muss unser Produkt noch besser für den Massenmarkt verständlich werden. Derzeit ist es etwas zu stark auf den Experten ausgelegt. Daher kurzfristig nein.

Anna Heesch ist eine tolle Frau. Intelligent, begabt und umwerfend. Und vor allem ein großes Herz. Das Kinder-Hospiz Sternenbrücke ist eine sehr wichtige Einrichtung!

Ok, ich nehme das despektierliche Wort semiprominent zurück und behaupte das Gegenteil. Noch einmal zurück zu Idee und Geschäftsmodell. Was war zuerst da - die Idee oder das Geschäftsmodell?

Idee und Geschäftsmodell kann man nicht immer trennen. Aber nach der Idee haben wir einen richtig großen Einfall zum Geschäftsmodell bekommen. Daher stand die Idee schon im Vordergrund.

Dieser richtig große Einfall zum Geschäftsmodell war aber wahrscheinlich noch nicht das Affiliatemodell, das Sie jetzt fahren, oder?

Nein, das aktuelle Modell war sofort da. Das ist ja auch ein No-Brainer.

Schön gesagt. Kann aber auch gut funktionieren, siehe billigflieger.de.

Darauf basieren alle Preisvergleiche etc. Kann definitiv sehr gut funktionieren. Manche Leute sind damit sehr reich geworden. Aber Copy & Paste wäre zu langweilig...

Ich sehe, dass Sie für dealjaeger.de eine eigene Firma gegründet haben. Gibt es neue Investoren?

Die Dealjaeger GmbH i.G. gehört zu jeweils 50% meinem Mitgründer Daniel Grözinger und mir. Wir sind selbst finanziert.

Soll das so bleiben? Wann folgt die erste Finanzierungsrunde?

Wenn wir so ein Angebot wie Sevenload von der Ströer Gruppe (15 Millionen Bruttowerbeleistung für 10 Prozent) bekommen, werden wir nicht nein sagen.

Die Zeit ist um, meine Fragen sind alle. Vielen Dank und viel Erfolg mit dealjaeger.de!

Danke. Und viele Deals jagen!

Nachtrag: Die Fragen, die ich zu stellen vergaß, hat Jochen Krisch gestellt. Und Antworten bekommen.

Foto: Neun Live

Daniel Grözinger im Interview mit Lukasz Gadowski

Visual Sciences

Kaum eine neue Technik, die nicht auch durch Web-Analyse-Instrumente trackbar wäre. Flash, Ajax, Streaming Media und RSS sind für einen gestandenen Web-Analysten heute eigentlich keine Herausforderung mehr. Die Toolauswahl wird vor dem Hintergrund eines intensiven und rasanten Wettbewerbs immer schwieriger. Gegenwärtig wird der immer schärfere Wettbewerb unter den Softwareherstellern vor allem durch die aggressive Preisgestaltung sichtbar. Unternehmen profitieren hiervon, momentan aber tut sich auch einiges in Sachen Innovation. Der Kampf um die vorderen Plätze bei den Web-Analyse Tools geht in die nächste Runde.

Wurde bislang Web-Analyse von der Bestandskundenanalyse getrennt betrachtet, nehmen sich einige Hersteller nun dieses heiligen Grals der Fusion aus Business Intelligence und Web-Analyse an. Wer macht das Rennen? Ein Blick auf die Forrester Wave™ zeigt: Visual Sciences ist rechts oben – umringt von Bekannten wie Omniture und WebTrends.

PR-mäßig zumindest tut sich bei Visual Sciences am meisten. Auch das Personalkarussel dreht sich dort offenbar schneller. Eric Peterson, der von Jupiter Research zu Visual Sciences gewechselt war,

“because ** I believe ** the Visual Sciences platform is the most powerful technology available today for web data analysis”,
hatte zu Jahresbeginn den Reigen eröffnet. Nun hat Jim MacIntyre, ehemals CEO von Visual Sciences, auch die Führung von WebSideStory übernommen.

Ich kenne jedoch niemanden in Deutschland, der wirklich weiß, was nun tatsächlich hinter Visual Sciences steht oder was dieses Produkt eigentlich kann. Wir durften uns nun selbst einen ersten Überblick verschaffen.

Auf jeden Fall beeindruckend ist das graphische Erscheinungsbild des Produktes. Ja, in der Tat eine eher ungewöhnlich emotionsgeladene Visualisierung von Daten wird angezeigt, will man einige Dimensionen in eine Tabelle bzw. Graphik einbeziehen. Ich glaube ohne Nachfragen, dass bei Visual Sciences ehemalige Spielentwickler und wohl auch gegenwärtige Gamer tätig sind. Der dunkle Hintergrund der Anwendung, die 3D-Visualisierung und die schnelle graphische Umsetzung lernt man nach kurzer Zeit schätzen.

Der Analytiker interessiert sich eher weniger für diese Darstellung, wohl eher über die nun offenbar nach vorn verschobenen Grenzen der Datenaufbereitung. Visual Sciences läuft auf Intel, benötigt keine Oracle-Datenbanken und basiert auf einem neuentwickelten Datenmodell, das unter Performance-Gesichtspunkten alles Dagewesene in den Schatten stellen soll (game-changing technology). Dies suggeriert zumindest, dass die Beantwortung einer analytischen Frage, eine Segmentierung oder eine Auszählung schnell und unkompliziert auszuführen seien. Und in dies in 3D.

Leider konnten wir uns die Applikation nur auf einem lokalen Rechner anschauen. Ein erster Schulterblick, der ein wenig in die vorweihnachtliche Zeit passt: Visual Sciences ist zunächst einmal ein Versprechen. Ein Versprechen innerhalb der hoch innovativen Web-Analyse-Branche, ein Versprechen an alle frustrierten Analytiker.

Cellity (Testimonial)
Die Mobiltelefonkostensparer von Cellity haben jetzt einen richtigen Webauftritt mit Testimonial und allem Drum und Dran. Außerdem startet die geschlossene Betatestphase. Und das Blog versprüht Startupatmosphäre.

(Und wer sich fragt, warum Sarik Weber gerade jetzt vor dem Börsengang von openBC sein neues Projekt gestartet hat, der kann sich mit einem Blick in den Börsenprospekt beruhigen. Er gehört zu den veräußernden Aktionären, die insgesamt bis zu 831.781 Aktien abgeben werden.)

Die Schnäppchensucherplattform dealjaeger.de startet am Freitag. Mehr dazu im PR-Ticker und demnächst auf dem Fischmarkt.

Die nicht enden wollende Liste der Peinlichkeiten bei StudiVZ ist die Trumpfkarte der Haderer und Zauderer, sich eben nicht mit Social Software zu beschäftigen. Und dieser Flurschaden geht weit über das Wirkungsfeld von StudiVZ hinaus. Weiter im themenblog...

openBC geht an die Börse (Symbolbild)

Der jetzt vorgelegte Börsenprospekt von openBC gibt erste konkrete Anhaltspunkte, welche Bewertung sich Konsortialbanken und Altaktionäre versprechen. Nach meiner Rechnung, die ich gleich näher erläutern werde, käme openBC demnach auf eine Börsenbewertung zwischen 150 und 270 Millionen Euro. Die Preisspanne für die Aktie läge zwischen knapp 30 und knapp 52 Euro.

Aber nun zu den Details. Angeboten werden bis zu 2,5 der insgesamt 5,2 Millionen Aktien, also gut 48 Prozent der Firma. Davon stammen bis zu 1,35 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung, deren Erlös an openBC fließt. Der Nettoerlös daraus soll zwischen 35,6 und 63,7 Mio. Euro liegen. Dazu kommen die Kosten des Börsengangs von 4,8 Mio. bis 6,2 Mio. Euro. Der Gesamterlös aus der Kapitalerhöhung läge demnach zwischen 40,4 und 69,9 Mio. Euro.

Die Kapitalerhöhung entspricht maximal 26 Prozent des Grundkapitals. Das gesamte Grundkapital (und damit das Unternehmen) wäre demnach 155 bis 270 Millionen Euro wert. Unter der Annahme, dass die Kapitalerhöhung vollständig ausgeschöpft würde, kostete eine Aktie also minimal 29,93 und maximal 51,78 Euro.

Noch Fragen?

Sime06
Gestern ging in Stockholm die Sime06 zuende. Den ersten Kongresstag hat Marko Ahtisaari in sieben Punkten zusammengefasst:

1. Bubble trouble: interpreting history through purely financial cycles will cause you to misinterpret what's happening
2. Consumer power: they make the media, they listen to each other, corporations must adapt to communicate with those rules
3. Packaging experiences: those companies who overinvest in making things beautiful and simple to use will win
4. The end of anonymity: we're no longer dogs on the internet. A growing importance of online communication based on real identities
5. Small group communication: from shouting to a mass, to engaging a group of 3-10 people to communicate with each other
6. Undeniable trend toward advertising business models: spinal tap for companies especially in mobile telecoms. Users represented by proxies
7. Let's believe in Europe: in 5 years, over half of the top internet brands will be launched and run from Europe

Die nächsten Kongresse rücken schon näher: Am 11. und 12. Dezember findet in Paris die dritte Les Blogs statt, jetzt Le Web 3 (Web 3.0?). Loïc Le Meur rechnet mit bis zu 900 Teilnehmern, gestern waren bereits 692 registriert. Nachtrag: Es gibt noch 100 Plätze, nächste Woche wird die Registrierung geschlossen. So etwas wünsche ich mir für das kommende Frühjahr...

Vom 21. bis 23. Januar 2007 macht der Kongresszug in München Halt, beim Digital Lifestyle Day, auch als der digitale Bambi bekannt.

Anfang Februar geht es dann in Genf weiter. Die Lift07 (vom 7. bis 9. Februar) hat in dieser Woche das Kongressprogramm veröffentlicht.

Oder darf es Kalifornien sein? Dort ist im März (vom 7. bis 10.) die TED ("Icons. Geniuses. Mavericks"). Das Logo erinnert ein wenig an das der SPD.

In Las Vegas lädt Microsoft vom 30. April bis 2. Mai zur MIX07 ein. Die Registrierung ist für Anfang Januar angekündigt.

Viel weiter reicht der Blick im Moment noch nicht voraus. Aller Voraussicht nach im April werden wir die Neuauflage der Next 10 Years erleben. Und die neunte reboot dürfte wohl wie immer Anfang Juni sein.

 Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

Alle Jahre wieder kommt ein freundlicher Brief aus Bonn mit einer Zahlungsaufforderung. Die BaFin verlangt ihren Tribut an Bilanzkontrollkosten.

Als Vorauszahlung für 2007 darf die SinnerSchrader Aktiengesellschaft die nette Summe von 14.977 Euro leisten - immerhin 23 Euro weniger als der gesetzlich festgelegte Höchstbetrag, den also DAX-Riesen mit ihren geringfügig höheren Umsätzen und Gewinnen zahlen.

Lieber Gesetzgeber, wie wäre es mit einer Pauschale? Wenn sowieso fast jeder den Höchstbetrag zahlt, dann könnten wir alle uns doch wenigstens das Verfahren zur Ermittlung der Umlagehöhe sparen, oder?

Die Sache mit dem A

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DaWanda hat Buchstaben selbstgebastelt und an einige Blogger geschickt zwecks Mundpropaganda. Die Reaktion: Verhalten. Warum, und was man daraus lernen kann, drüben im Themenblog.

Packstation (Symbolbild)

Vorsicht, liebe Versender! Schickt besser keine Briefe an eine Packstation! Denn eine Packstation nimmt keine Briefe an. Laut amtlicher Auskunft von DHL werden sie an den Absender zurückgeschickt.

Ein großer DVD-Verleih hat allerdings gerade eine etwas andere Erfahrung gemacht. Er bekam einen mehr oder weniger freundlichen Anruf von einem DHL-Mitarbeiter mit der Bitte, doch keine DVDs mehr an Packstationen zu adressieren.

Er habe nämlich die Anweisung, solche Sendungen sofort zu vernichten, und sich schon mehrfach an den scharfen Kanten geschnitten. Der Versender war wenig erbaut, hatte er doch gerade durch eine Aktion zahlreiche neue Adressen mit Leih-DVDs beschickt - darunter etliche Packstationen.

blog.otto.de

22. Juni 2006. Bilanzpressekonferenz von Otto. Michael Otto kündigt an: Otto investiert in das E-Shopping 2.0. Ein Bestandteil seines Plans: otto.de soll über alle Sortimentsbereiche hinweg mit interaktiven Kommunikationselementen aufgeladen werden.

Eines der ersten Beispiele war der OTTO Cinderella Contest. Und jetzt folgt - ein Blog! Wie das Cyberbloc von Cyberport24 ist es ein Gruppenblog, das zum Start (offizieller Launch am 28.11.) von Mitarbeitern befüllt wird, aber auch anderen Nutzern offensteht.

Das Thema: Geschenkideen. Nicht nur aus dem Katalog, das wäre zu einfach. Zunächst geht es als vorweihnachtliches Kampagnenblog an den Start, aber das Thema ist zeitlos. Ob es funktionieren wird? Wir werden sehen.

Eva bloggt übrigens auch mit. Nein, nicht die Eva mit den vielen Kommentaren und der monatlichen Blogfrequenz.

Stefan Wolk von Otto, der mich auf das Blog aufmerksam gemacht hat, schreibt seit kurzem auf shoppingzweinull.de über Social Commerce und, nomen est omen, Shopping 2.0.

Derzeit stecken wir mitten in den Vorbereitungen für die Nachfolgeveranstaltung der Next 10 Years. Nein, einen Termin können wir noch nicht nennen, und der neue Name wird auch noch nicht verraten. Jedenfalls nicht von mir.

Bei diesen Vorbereitungen fragen wir uns, wie sich der Kongress im nächsten Jahr von ähnlich gelagerten Veranstaltungen unterscheiden soll. Und wer dort sprechen wird. Dabei hilft nun ein Überblicksartikel aus der aktuellen Ausgabe des GDI Impuls, verfasst von Bruno Giussani, Autor eines Blogs mit dem wunderbaren Titel "Lunch over IP".

Giussani berichtet von fünf Konferenzen aus dem ersten Halbjahr 2006, darunter der Digital Lifestyle Day und die reboot. Zu seinen Stars gehören Al Gore, Joichi Ito, René Berger, Norbert Bolz und Robert Scoble. Ein PDF gibt es hier, den Text in englischer Sprache dort.

Die drei großen Suchmaschinen-Betreiber Google, Yahoo und Microsoft haben beschlossen, das von Google initierte Sitemaps-Protokoll zu unterstützen.

Während man bei Microsoft noch bis 2007 wartet und vorerst nur mit einem Alpha-Test mit MSDN und Microsoft Support startet, können bei Yahoo bereits Sitemaps eingereicht werden. Für alle, die mehr über das Sitemap Protokoll wissen möchten, stehen weitergehende Informationen auf der dafür neuen eingerichteten Website sitemaps.org zur Verfügung.

Da der Fischmarkt schon lange sein Angebot zusätzlich über das Sitemap-Protokoll veröffentlicht, begrüssen wir diese Entscheidung und wir werden nun auch Yahoo und Microsoft füttern. Erfreulich: eine kleine Testsuche nach "Fischmarkt" ergab, dass wir bei allen drei Suchmaschinen vor dem Original liegen...

Gestern war ich in der einzigen Weltstadt ohne Flughafen. Erfreulicherweise ist sie aber vom völlig überdimensionierten Flugplatz der benachbarten Provinznester Freising und Erding aus in schlappen 45, gefühlten 90 Minuten per S-Bahn zu erreichen.

"Web 2.0 - Wie verändern sich Medien und PR?" fragte news aktuell dort beim media coffee. Doch wer nach dem kleinen Skandal bei einer thematisch ähnlichen Veranstaltung in Hamburg etwas Remmidemmi erwartet hatte, der sah sich getäuscht. Denn in München herrschte überwiegend Einigkeit auf dem Podium: Irgendwie ist das alles nicht neu mit dem Web 2.0, haben wir schon immer so gemacht, und verändern wird sich auch nicht viel.

Leider stellte sich heraus, dass die Medien- und PR-Vertreter sich lieber mit sich selbst beschäftigen und dabei versuchen ihr bisheriges Businessmodell bis in alle Ewigkeit einfach nur fortzuschreiben, ohne sich gegenüber den Chancen des Web 2.0 zu öffnen und selbst kreative Modelle zu entwickeln.

Dieser Einschätzung von PR-Blogger Klaus Eck habe ich nicht viel hinzuzufügen. Rainer Tief, der den Bayerischen Rundfunk auf dem Podium vertrat, verkauft seinen Sender und das ganze öffentlich-rechtliche System exzellent. Er war lange genug PR-Mann.

Doch er verkennt völlig, wie auch der zweite Medienvertreter in der Runde, Rainer Kerl von sueddeutsche.de, dass nicht mehr der reichlich vorhandene Content, sondern der Context King ist. Hier wird der Wert geschaffen, hier werden die Schlachten geschlagen, und das klang in der Diskussion nur gelegentlich an.

Requiescant in pace.

Ausführlicher Bericht und die Diskussion zum Nachhören bei mediacoffee.de

Sie möchten bei diesem Schmuddelwetter am liebsten gar nicht mehr vor die Tür?

Heute ist es da, das beliebte Schmuddelwetter. Blöd nur, dass diese Mail schon gestern in Cheffes Mailbox aufschlug.

In ganz .de scheint die sonne – und kd textet newsletter mit einer aktualität wie im guten alten lettershop…

Denn gestern schien in ganz .de die Sonne - und Kabel Deutschland textet Newsletter mit einer Aktualität wie im guten alten Lettershop...

Matthias Schrader meinte neulich, das Tabbrowsing sei eigens für uns Fischmarktbeschicker erfunden worden, damals in der schlechten Zeit, als es den Fischmarkt noch nicht gab und kein Mensch draußen in der Welt etwas vom Web wissen wollte. Womöglich hat er Recht.

Seit zwei Tagen weiß ich, dass ich mit dem Mausrad durch die Tiefen unzähliger Karteireiter navigieren kann. So findet sich die eine oder andere Preziose wieder, die ich der Leserschaft nicht vorenthalten möchte. Oder anders gesagt: Mangels Alternativen zumuten muss.

  • Warum das mobile Web nicht so recht in Gang kommt, aber es vielleicht doch noch Hoffnung gibt, erläutert die Technoloy Review in einem längeren Aufsatz (9.650 Zeichen).
  • Längere Suaden, gern auch zu Fischmarktthemen, schreibt André Schuster, ein Kollege aus dem dritten Stock, bei pixelschubsen.de.
  • iBusiness wird 3.0. Der Hightext Verlag wird 15 und feiert deshalb heute die Party 3.0. Herzlichen Glückwunsch! Ich bin schon fast auf dem Weg nach München.
  • Wer mit Web 2.0 so langsam durch ist und sich schon einmal auf Web 3.0 vorbereiten möchte, dem sei Dan Farber ans Herz gelegt: Web 2.0 isn’t dead, but Web 3.0 is bubbling up


Andere arbeiten lassen, das legendäre AAL-Prinzip, gehört zu den Grundlagen jeder sozialen Software. Durch dieses Prinzip wird ein großer Teil jenes Wertes generiert, den openBC in Kürze an der Börse zu Geld machen möchte.

Gestern hatte ich Gelegenheit, mehr als einen schnellen Blick auf die neue Xing-Plattform zu werfen, die voraussichtlich am Sonnabend starten wird. Die frisch gewandelte AG lud verdiente Kräfte des Clubvolkes und Freunde des Hauses zur Käfersuchparty ein.

Merke: Auch die Fehlersuche lässt sich sozialisieren, und zwar erfolgreich. Dem Sichelputzer trug sein Engagement eine Flasche des Produktes der Witwe ein.

Die neue Plattform ist aufgeräumt, hell, freundlich und nach kurzer Orientierungsphase problemlos zu benutzen. Oder, um es mit den Worten von Robert Basic zu sagen:

Vorher war es gute, alte deutsche Ingenieurskunst… für Panzerbau, geradlinig und robust :)) Mit dem neuen Design ist es modern, ansprechend und wesentlich übersichtlicher geworden. Nö, nicht klickibunti Web 2.0.

Optisch ein radikaler Schritt nach vorn, doch die vertraute Funktionalität wird nicht komplett neu sortiert. Was insbesondere bedeutet, dass die Bedienbarkeit noch steigerungsfähig und der Relaunch insofern ein notwendiger Zwischenschritt ist.

Früher oder später wird sich auch die Schere zwischen Aufwands- und Ertragserwartungen schließen, aus der die offensichtlich enorme Bewertung von openBC hervorgeht. Jene Nutzer, die bislang unentgeltlich zur Wertschöpfung beitragen, werden früher oder später entlohnt werden müssen. Dafür wird der Wettbewerb sorgen, keine Frage. (Und da reden wir nicht über 30 oder 40 Millionen.) Dies als kleine Lehre aus sieben Jahren an der Börse.

Und noch einen Unterschied gibt es:

1999: Die Altaktionäre haben im Rahmen des Börsengangs keine Aktien abgegeben.

2006: Wie Hinrichs weiter sagte, werden die Altaktionäre ihre Anteile im Rahmen des Börsenganges nicht komplett verkaufen.

Die Zeiten ändern sich. Nein, kein Neid. Bislang hat Lars Hinrichs mit openBC/Xing einfach vieles richtig gemacht. Möge das so bleiben.

Spiegel-Gespräch mit Jaron Lanier (Ausriss)

Zwar etwas kurzfristig, aber sei es drum: Am Donnerstag findet das 2. Dresdner Zukunftsforum statt. Der prominenteste Sprecher ist Tim O'Reilly. Doch den größten PR-Coup haben die Veranstalter mit Jaron Lanier gelandet, der gestern im Spiegel vor dem gefährlichen Glauben an die Weisheit der Massen warnte.

Derzeit wird die Vorstellung immer populärer, das Kollektiv könne nicht nur Zahlenwerte wie einen Marktpreis ermitteln, sondern verfüge als eine - gern Schwarmgeist genannte - höhere Intelligenz über eigene Ideen, ja sogar über eine überlegene Meinung. Eine solche Denkweise hat in der Geschichte schon mehrfach zu sozialen und politischen Verheerungen geführt. Mir bereitet die Vision Sorgen, nur das große Ganze, das Kollektiv sei real und wichtig - nicht aber der einzelne Mensch. Das war der Fehler in allen totalitären Ideologien, vom Nazi-Regime über Pol Pot bis zu den Islamisten.

Das Interview hat völlig zu Unrecht bislang kaum Verbreitung in deutschsprachigen Blogs gefunden. Bis dato hat es neben dem Veranstalter-Blog selbst nur das Bildblog (!) erwähnt. (Was daran liegen könnte, dass der Text nicht im Netz verfügbar.)

deutsche-bank.de/pbc

Die Deutsche Bank hat ihren Internetauftritt für Privat- und Geschäftskunden komplett neu gestaltet. Mehr dazu hier.

Titel Acquisa 11/2006"Fischen im Web" überschreibt die acquisa die Titelgeschichte ihres Novemberheftes. An diesem programmatischen Titel kommt der Fischmarkt selbstverständlich nicht vorbei (Danke, Jochen Krisch!).

"Web 2.0 wird auch den Vertrieb nachhaltig verändern", erwartet das Fachblatt und dekliniert die neuen Möglichkeiten im Detail durch. Das Fazit am Ende indes klingt wenig verheißungsvoll:

Innovative Ideen haben es mitunter schwer, sich in den Unternehmen durchzusetzen. Das größte Dilemma: Da eine organisatorische Zuordnung weitestgehend fehlt, landen in der Praxis häufig alle Internet-Projekte auf dem Tisch des Online-Marketing-Managers – sofern es ihn gibt. »Selbst große Unternehmen haben maximal ein oder zwei Personen, die für Online-Marketing verantwortlich sind.«

Im begleitenden Interview schließlich kommt Willi Schroll zu Wort, dem langjährigen Fischmarkt-Leser bereits als Co-Autor einer Geschichte im manager magazin bekannt.

Marketing und Vertrieb müssen im Web 2.0-Zeitalter enger zusammenarbeiten, denn das Verhalten der Märkte wird insgesamt schwarmhafter und fluktuierender. Es entstehen leichter Kettenreaktionen als früher. Die Trendabhängigkeit der Märkte nimmt zu. Hier muss das Marketing dem Vertrieb mehr Rückmeldungen geben. Eine intensive interne Kommunikation ist daher unabdingbar.

In der E-Commerce-Hochburg Hamburg (Tchibo, OTTO, Libri.de, ehedem Ricardo) sprießen neue, interessante Konzepte und Projekte. Zwei aktuelle Beispiele:

Dealjaeger

Dealjaeger.de ist eine Art digg für gute Preise. Oder guenstiger.de mit nutzergeneriertem Inhalt. Jochen Krisch erzählt mehr und hat auch Testzugangsdaten. Dito die Internet World.

Gimahhot

gimahhot.de ist eine Produktbörse für Neuwaren. Nein, kein Ebay. Die Nutzer können - wie an der Börse - zum aktuellen Marktpreis sofort kaufen oder ein Kaufangebot zu niedrigerem Preis abgeben. Die Händler können darauf reagieren und ihre Preise der Marktlage anpassen. Natürlich nicht nur nach unten.

Mehr dazu im E-Commerce-Blog, per Video und im Gimahhot-Blog.

Anfang des Jahres haben wir uns auf dem Fischmarkt mit der durch Google betriebenen Automatisierung der Werbung befasst (hier Teil 2 und Teil 3, eine Antwort auf Martin Röll und Teil 4).

Robert Young bringt bei GigaOM jetzt eine ähnliche These zu Papier auf den Schirm:

Simply put, Google is building what is essentially an operating system (”OS”) for advertising… one that will work across all media. [...] Google’s Ad/OS will optimize media buying across the spectrum & manage creative placement.

Google’s Ad/OS will be used to manage and buy ads at many of the top new media publishers like MySpace, YouTube, AOL, Ask, and Google itself, of course, along with hundreds of thousands of blogs. It will also be used to buy ads in the NY Times, the Boston Globe, the Washington Post, and all sorts of local papers owned by Tribune, Gannett and McClatchy… not to mention radio stations all over the country that are owned by Clear Channel and other radio conglomerates. And if Google executes on its plan, soon all the major broadcast TV and cable networks will join in to make their ad inventory available via Google’s Ad/OS.

Die spannende Frage ist dann, und auch das hat uns hier vor kurzem beschäftigt, wie dies sich auf das Geschäftsmodell der etablierten Medienhäuser auswirkt. Young ist da wenig zuversichtlich:

The only way for traditional media companies to leverage the core competencies they have today in order to compete with Google’s Ad/OS, in the long run, is to start breeding ad salespeople who will have the expertise and capability to sell across all media platforms. Sure, that’s feasible… when pigs can fly.

Was bislang nur spekuliert werden konnte (etwas anderes lassen die Börsenregeln nicht zu), ist nun offiziell bekannt: openBC geht in den nächsten sechs Monaten an die Börse.

Mir fiel heute morgen auf, dass die Mails von openBC jetzt statt "Open Business Club GmbH" die "Open Business Club AG" in der Fußzeile nennen. Das ist, wie sich schnell herausfinden ließ, schon seit Mitte Oktober so. Man hätte also, ähnlich wie seinerzeit bei der Umbenennung in Xing, darauf kommen können, dass es ernst wird.

Die Zahlen sehen nicht schlecht aus:

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (01.07.2005 bis 30.06.2006) konnte die OPEN Business Club AG ihre Umsatzerlöse von 1,62 Millionen Euro im vorangegangenen Geschäftsjahr (01.07.2004 bis 30.06.2005) auf 5,99 Millionen Euro steigern. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (01.07.2006 bis 30.09.2006) erzielte die OPEN Business Club AG Umsatzerlöse in Höhe von 2,79 Millionen Euro und ein positives Ergebnis.

Und auch über Mitgliederzahlen und den Anteil zahlender Kunden muss nicht länger spekuliert werden:

Seit ihrem Start im November 2003 verzeichnet die Plattform einen starken Anstieg ihrer Mitgliederzahl, die im letzten Quartal um ca. 23 Prozent wuchs. Per Ende September 2006 hatte die Plattform knapp 1,5 Millionen Mitglieder. [...] Die OPEN Business Club AG setzt auf ein beitragsfinanziertes Geschäftsmodell. Bereits rund 13 Prozent der Mitglieder nutzen das kostenpflichtige, erweiterte Leistungsangebot der Premium-Mitgliedschaft für 5,95 Euro pro Monat.

13 Prozent von 1,5 Millionen multipliziert mit 5,95 Euro ergibt 1,16 Mio. Euro. Im Monat.

Falls Investoren unter uns sind - Mitglieder werden bevorzugt:

Die OPEN Business Club AG plant, im Rahmen des beabsichtigten Börsengangs Aktien an bestimmte Mitglieder bevorrechtigt zuzuteilen. Dazu werden zahlende Premium-Mitglieder, Moderatoren und besonders engagierte Mitglieder, die jeweils bereits am 1. Oktober 2006 Premium-Mitglied waren, sowie Mitglieder der „ersten Stunde“ zählen, sofern die Mitgliedschaft der jeweiligen Mitglieder am Tag der Billigung eines zu veröffentlichenden Wertpapierprospekts noch ungekündigt fortbestand, sie ihren Wohnsitz in Deutschland oder in der Schweiz haben und bestimmte weitere Voraussetzungen erfüllen. Näheres dazu finden die Mitglieder in Kürze unter corporate.openbc.com/de.

Gegenstand neuer Spekulationen wird jetzt der genaue Termin des Börsengangs sein. Den kann openBC heute nicht nennen. Vielleicht aber schon bald. Bei uns vergingen seinerzeit zwischen der offiziellen Ankündigung des Börsengangs und der Bekanntgabe des Termins nur gut zwei Wochen.

Man wird sich den heutigen Tag jedenfalls im Kalender notieren dürfen. Das Web 2.0 in Deutschland hat seinen ersten Börsengang. Verläuft er erfolgreich, wird es weitere geben. Und auch die Frage nach der Bubble 2.0 wird vermehrt gestellt und beantwortet werden.

Über die Börsenbewertung von openBC hatte Peter Turi vor einigen Wochen spekuliert:

Geschätzter Firmenwert: 200 Millionen Euro.

Noch höhere Zahlen nennt die FAZ:

Mehr als die Hälfte des Emissionserlöses, der von Branchenkennern auf weit mehr als 100 Millionen Euro geschätzt wird, fließt dem Unternehmen zu, sagte Hinrichs.

Der Spiegel (oder vielmehr itz/Dow Jones) weiß mehr dazu:

Wie Hinrichs weiter sagte, werden die Altaktionäre ihre Anteile im Rahmen des Börsenganges nicht komplett verkaufen. Nähere Einzelheiten zu den finanziellen Details des Börsenganges wollte er nicht nennen.

Eine Gruppe von Privatinvestoren aus dem Investorenkreis der schweizerischen BrainsToVentures hatte im Mai 2004 in die Open Business Club GmbH investiert. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. BrainsToVentures betreut eigenen Angaben zufolge unternehmerischen Privatinvestoren, die ihr Kapital, Netzwerk und Expertise in schnell wachsende Unternehmen investieren.

Im November 2005 hatte OpenBC weitere rund 5,7 Millionen Euro Risikokapital erhalten. Angeführt wurde diese Finanzierungsrunde von dem Venture-Capital-Unternehmen Wellington Partners. Daneben beteiligten sich aber auch die Altinvestoren von BrainsToVentures an dieser Transaktion.

Zu den Expansionsplänen schreibt die FTD:

Ab 2007 startet Open BC zudem einen Marktplatz, um Dienstleistungen, Aufträge und Jobs anbieten zu können. "Wir begeben uns damit in eine direkte Konkurrenz mit Jobbörsen", sagte Hinrichs.

Der bekannte Börsenexperte und Highfishdienstleister Rainer Meyer alias Don Alphonso sieht diese Pläne kritisch und kommt daher zu einer konservativeren Bewertung der Aktie:

Kein Kauf. Jedenfalls ist der Wert nicht grösser als 20 Millionen, aber selbst das ist zu viel, wenn OpenBC das Geld für neuen Krempel verschwendet, als wäre es 1999.

(Wird fortgesetzt.)

Aus dem ots-Feed gezogen.

"Wie Web 2.0 die Reisebranche verändert", beschreibt Jakob Strobel y Serra in der heutigen FAZ. Seiner Ansicht nach

deutet sich hier ein mögliches Geschäftsmodell der Zukunft an, das noch Utopie, aber keineswegs illusorisch ist: die Wandlung von Community-Seiten zu virtuellen Reisebüros mit quantitativer Totalberatung. Nicht mehr nur ein Reisebüromitarbeiter, der in ein paar Katalogen blättert, hilft dem Kunden bei seiner Wahl, sondern die große Gemeinde der User, die aufgrund der Masse ihrer Bewertungen die Entscheidung leichtmacht. Gebucht wird dann sofort online. Das wäre die Revolutionierung der klassischen Reisebüroidee quasi durch die virtuelle Hintertür.

Im Großen und Ganzen eine sehr gute Geschichte, sieht man von der Kleinigkeit ab, dass Tim O'Reilly als "der inoffizielle Erfinder des Netzes" bezeichnet wird, was wohl eine Verwechslung mit dem anderen Tim ist.

"Die Content-Falle. Journalismus in der digitalen Medienwelt" nennt der Kommunikationswissenschaftler Thomas Schnedler von der Hamburger Universität eine Studie (dpa berichtete), die er für den morgigen heute beginnenden Mainzer Medien-Disput angefertigt hat.

Schnedler kritisiert in seiner Studie den nichts sagenden Begriff «Content», der für Inhalte jedweder Art stehe: «Die einen meinen solide recherchierte Artikel, professionelle Hörfunkbeiträge und aufwendige Fernsehreportagen, andere denken auch an Klingeltöne, Amateurvideos, Download-Spiele, PR-Meldungen oder Musikfiles.» Oft gedankenlos werde ein Begriff gebraucht, der den Unterschied zwischen seriöser Information auf der einen Seite und Kommerz und Amateurprodukt auf der anderen Seite verschleiere.

Enzensberger hat 1988 das Fernsehen als Nullmedium bezeichnet. Dass die TV-Sender Selbstmord aus Angst vor dem Tode begehen würden und ihr eigenes Programm mit einem begrifflichen Vakuum namens "Content" beschreiben würden, konnte er da noch nicht wissen. Insoweit bin ich mit der Schnedlerschen Analyse einverstanden.

Mit der dichotomischen Unterscheidung zwischen seriöser Information einerseits und Kommerz/Amateurprodukt andererseits liegt er indes schwer daneben. Seriöse Information kann auch Kommerz oder Amateurprodukt sein. Die Unterscheidung hilft keinen Milimeter weiter.

Da fällt mir ein: Wahrscheinlich Womöglich stammt die Unterscheidung gar nicht von Schnedler, sondern vom seriösen dpa-Autor.

Meinungen sind Tatsachen

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Dreißig Prozent der deutschen Internetnutzer haben bereits ein Produkt nicht gekauft, weil sie negative Kommentare von anderen Nutzern im Internet gelesen haben. Im Gegenzug geben 56 Prozent an, sich von positven Kommentaren beeinflussen zu lassen. Mehr im Themenblog

Wie sinnvoll sind Tag-Clouds?

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Ich stoße immer häufiger auf Tag-Clouds, die weniger hilfreich sind, sondern im Gegenteil erst so richtig die dahinterliegende Beliebigkeit offen zur Schau tragen. Auch bei der hier oben im Fischmarkt sind mir persönlich viel zu viele Redundanzen und Leerworte.

Hier mal das Beispiel von Blog.de
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Machen Tag-Clouds wirklich Sinn? Wo funktionieren sie?

Medium Magazin: Der Frontalangriff

Peter Turi hat Jochen Wegner besucht, unter dessen Ägide zum Jahreswechsel Focus Online runderneuert wird, und darüber für das "Medium-Magazin für Journalisten" berichtet.

„Wir Online-Redakteure sind in wenigen Monaten von den Sorgenkindern zu Hoffnungsträgern geworden“, sagt Wegner und amüsiert sich darüber.

Neue Umsatzprognose für das Jahr 2006: Der Bitkom erwartet auf Basis einer Befragung von TechConsult nun 40 Mrd. Euro E-Commerce-Umsatz im Bereich Business-to-Consumer. Das wären 25 Prozent mehr als im Jahr 2005 (32 Mrd.). Die Bitkom-Zahlen liegen regelmäßig deutlich höher als die Zahlen von GfK (> 15 Mrd.), HDE (16,3) und bvh (10,1; nur Waren im Versandhandel).

Social Web Marketing Forum

Was haben Web 2.0 und der Heilige Nikolaus gemeinsam? Beide sind legendär, werden vermarktet bis zum Abwinken und sind trotzdem von enormer Vitalität.

Insofern passt es gut, dass der Auftakt zur neuen Veranstaltungsreihe Social Web Marketing Forum am 6. Dezember 2006 in unseren Räumen stattfindet. Das Thema lautet "Vernetzter Kundendialog in Echtzeit", und das Expertenreferat ("Anforderungen und Potentiale der Kommunikation im Social Web" zu einem damit in mindestens losem Zusammenhang stehenden Thema "Social Web? Marketing? Anforderungen an die Kundenkommunikation im Web 2.0") hält Martin Röll.

Anschließend werden zwei Fallstudien präsentiert. Dabei geht es um Projekte, die bisher so noch nicht öffentlich vorgestellt wurden. Mehr dazu in Kürze hier. Und dort bitte anmelden. Auf dass der Saal voll werde.

Für den Moment gibt es hier nichts Neues. Dafür aber Bemerkenswertes anderswo.

Amazon wird zur Webservices-Firma. Die BusinessWeek macht daraus ihre Titelgeschichte ("Jeff Bezos' Risky Bet"). Read/WriteWeb fasst zusammen und spekuliert, dass Bezos auf der Web 2.0 Conference in dieser Woche die neue Strategie offiziell vorstellen wird. Exciting Commerce kommentiert:

Dem (Versand-)Handel steht eine gigantische Konsolidierungswelle bevor. Da einstmals wesentliche Kernkompetenzen des Handels (Logistik, Versand, etc.) zunehmend von (unabhängigen) Dienstleistern übernommen werden, müssen Händler auf andere Wertschöpfungspotenziale setzen.

Entweder sie übernehmen als Plattformbetreiber (technische) Dienstleistungen für andere, oder sie entdecken den Verkauf als ihre neue Kernkompetenz. Amazon versucht, genau diese beiden Zukunftsfelder zu besetzen, indem es geeignete Tools und Lösungen bereitstellt.

Ströer steigt bei Sevenload ein. Die FTD hat es gemeldet, die Bestätigung folgte auf dem Fuße. Robert Basic kommentiert:

Jetzt dürfte es also spannender werden, was das ungleiche Rennen zwischen MyVideo und Sevenload angeht. MyVideo wird mittlerweile von Pro7 über TV Werbespots gepusht. Es ist davon auszugehen, dass Sevenload von Ströer über großformatige Plakatwerbung unterstützt wird. So wie bei Neu.de, Pkw.de, Weg.de und was weiß ich was.

Bilder zuschneiden. Im Web. mypictr.com erledigt das. Ein Verwandter von Mr. Wong.

Eins Live Kunst

Liebe Rundfunkgebührenzahler, der WDR erbringt seit einem Monat eine neue Gegenleistung für Euer Geld. Es handelt sich um einen Web-Ableger des Jugendprogramms Eins Live und nennt sich Eins Live Kunst.

Gut, es ist jetzt nicht gerade das aufwendigst produzierte Webradio, sondern ein intelligentes Nischenprogramm. Es kombiniert kulturell wertvolle Wortbeiträge aus allen WDR-Sendern mit unerhörter Musik den

coolsten Tracks, die Popmusik zurzeit zu bieten hat. Von Hendrik Schwarz bis Roisin Murphy, von Camille bis Gustav und Ulrich Schnauss.

Mehr über das Konzept erzählt Eins Live-Programmchef Jochen Rausch bei jetzt.de:

Das gerade die 20 bis 29-Jährigen schwer zu erreichen sind, liegt auch daran, dass es durch Internet und Podcasting andere Wege gibt, an neue Musik zu kommen. Einen Musikinteressierten erreiche ich mit dem Eins Live Hauptprogramm nicht, weil wir ein möglichst breites Publikum erreichen wollen. Da landet man natürlich beim Mainstream. Genau das stellt das Internet auf den Kopf. Man kann sich dort als Hörer viel mehr spezialisieren. Darauf müssen Antworten finden und Eins Live Kunst sehe ich als eine.

Und, liebe Gebührenzahler, da wir gerade beim Thema sind: Hört bitte auf mit dem lächerlichen Gejammer über die Gebührenpflicht für Rechner! Wir haben in diesem Lande ein öffentlich-rechtlich organisiertes TV und Radio, und das muss irgendwie bezahlt werden.

Steuergelder wollt Ihr, wenn Ihr mal ein wenig darüber nachdenkt, nicht dafür ausgeben. Bleibt also nur die Gebührenfinanzierung. Die wiederum trifft sinnvollerweise jeden, der geeignete Empfangsgeräte bereithält. Und dazu gehören inzwischen, der technischen Entwicklung sei Dank, auch Computer.

Ab Januar sind für jene Minderheit, die zwar einen Rechner, aber weder einen angemeldeten Fernseher noch ein Radio ihr Eigen nennt, die Radiogebühren von 5,52 Euro im Monat fällig. Da praktisch alle öffentlich-rechtlichen Radiosender samt diverser Webradios und auch viele Privatsender via Internet zu hören sind und außerdem immer mehr Fernsehen im Netz zu sehen ist, erscheint mir diese Summe nicht zu hoch.

>Trackback - Die Show mit Spreeblick

Man bedenke: Aus den Gebühren wird auch Johnny finanziert, der letzte Woche zum RBB-Sender Fritz zurückgekehrt ist und dort jetzt wöchentlich Trackback produziert.

Und, bitte, die Nicht-Nutzung rechtfertigt nicht die Zahlungsverweigerung. Die ARD und ZDF im Herzen abgeneigte Sofakartoffel mit übermäßigem Privatfernsehkonsum muss trotzdem zahlen, so sind die Regeln. Was Ihr meint, nennt sich nenne ich Bezahlfernsehen und -radio - das gibt es auch, hat aber mit öffentlich-rechtlichem TV und Radio nichts zu tun.

Man kann sich sicher sein, dass am nächsten Sonnabend "Wetten, dass...?" kommt, wenn am Donnerstag Meldungen wie diese über den Ticker laufen.

beta.neu.de

Es gibt ja durchaus soziale Software, für die Internetnutzer zu zahlen bereit sind. Und zwar erheblich mehr als die bekannten 5,95 Euro für openBC/Xing - im Falle von neu.de bis zu 19 Euro im Monat. Für Männer.

Dating findet dort nicht mit Büchern statt, sondern eher konventionell. Was natürlich in vielen Erfolgsfällen bedeutet, dass die teuer geworbenen Abonnenten nach geraumer Zeit wieder von dannen ziehen.

Nun wird ja das neue neu.de ziemlich Web 2.0. Das fängt beim aufgeräumten Design (runde Ecken!) an und hört bei aus Film, Funk und mabber.de bekannten Kommunikationsfunktionen nicht auf.

Was liegt da näher, als dem Exodus glücklich Verkuppelter entgegenzuwirken? neu.de-Chef Sven Jan Arndt hat dafür eine einfache, aber bestechende Idee: einen Freizeitbereich für all jene, die auf neu.de einen signifikanten Teil ihres sozialen Umfeldes gefunden haben, aber nicht mehr (oder noch nicht) bereit sind, dafür besagte 19 Euro zu entrichten.

neu.de goes MySpace sozusagen. Kostenlos, weil es der Werbung für den Bezahlbereich dient. Könnte funktionieren. Soll aber erst im Frühjahr kommen.

Und im dritten Schritt leuchtet dann auch noch ein geschäftlicher Bereich am Horizont des Arndtschen Denkens und Planens auf. Auch der könnte kostenlos sein, "je nach Konkurrenzsituation", sagt Arndt. OpenBC/Xing, hergehört! Das könnte spannend werden im Jahre 2007.

Bis dahin bewirbt neu.de sein Stammgeschäft mit einer im Vergleich zur bisherigen Werbung höherwertigen Kampagne. Musik und Bilder stammen von Sebastian Hämer, der singt wie Xavier Naidoo (gleicher Produzent!), aber ganz anders aussieht.

Video zu "Nur mit Dir" von Sebastian Hämer, zweite Singleauskopplung und zugleich Lied zur Kampagne

Tim von Törne (offizielles Pressefoto)

Tim von Törne (35) verlässt Skype und steigt bei Cellity ein. Cellity will im November eine neue Lösung für ein altes Problem auf den Markt bringen: hohe Mobilfunkrechnungen.

In Gummistiefeln standen Tim von Törne und Sarik Weber heute früh auf dem überfluteten Fischmarkt Rede und Antwort.

Welchen Grund hatten Sie, Skype zu verlassen und zu einem Startup zu wechseln?

Tim von Törne: Ich bin ein unternehmerisch geprägter Mensch. Meine bisherigen Aufgaben waren immer sehr unternehmerisch geprägt. So war es bei Skype, und so ist es nun bei Cellity.

Und Skype bietet nicht mehr genug unternehmerisches Potenzial?

Cellity gibt mir die Möglichkeit, mich noch stärker in die Geschäftsführung einzubringen und eben tatsächlich als Unternehmer tätig zu werden. Ich glaube an das Team und das Konzept.

Worin unterscheidet sich Cellity von herkömmlichen Callthrough-Angeboten?

Cellity ist intelligentes, vollautomatisiertes und eben einfach zu bedienendes Least Cost Routing vom Handy. Das haben wir so in der Form am Markt nicht gesehen und sehen einen Bedarf dafür.

Wenn mich nicht alles täuscht, hatte die Telekom mal etwas Ähnliches am Start. Das hieß easyisicall-by-call, war aber nicht übermäßig erfolgreich.

Im Mobilfunk haben wir ähnliche Lösungen noch nicht gesehen. Wir glauben daran, dass die meisten Handynutzer grundsätzlich mit der Höhe ihrer Handyrechnung nicht zufrieden sind, und somit glauben wir, dass es für unsere Lösung einen echten Markt gibt.

Wie sieht das Preismodell aus - gibt es fixe Minutenpreise, weiß ich als Kunde, was ich zahle?

Ja, der Nutzer weiß, was er zahlt. Aber noch wichtiger: Er kann sicher sein, dass es mit uns entweder günstiger ist, oder der Call läuft über seinen bisherigen Tarif. Also zusammengefasst: An uns zahlt er nur, wenn er wirklich spart.

Cellity startet als Beta im November - wie viele Kunden wollen Sie im ersten Jahr gewinnen?

Wir wollen den Betatest mit 5000 Lauten Leuten durchführen.

Sarik Weber: lauter Kunden ;)

Zahlenden Kunden, nehme ich an :)

Tim von Törne: Ja, das ist richtig.

Und dann? Keine Zahl für November 2007?

Auf jeden Fall sechsstellig, aber genauer können wir das leider noch nicht quantifizieren.

Jetzt gibt es drei Köpfe bei Cellity - wie sieht die Aufgabenverteilung aus?

  • Nils Weitemeyer, CEO (Strategie und Operations)
  • Sarik Weber, Vorstand Marketing und Vertrieb
  • Tim von Törne, VP Business Development (insbesondere Kooperationen)
  • Matthias Lanz, VP Engineering
  • Ben Körber, VP Produkt

Wir sind z.Zt. ca. zehn Leute fest und fünf Freelancer.

Sarik Weber: Matthias Lanz hat bereits über 10 Jahre mit Nils Weitemeyer erfolgreich zusammengearbeitet.

Tim von Törne: Benjamin Körber war Partner bei der Unternehmensberatung bpc intelligence, die sich auf die Beratung von Telko und Energieversorgern spezialisiert haben.

Wie ist Cellity finanziert?

Sarik Weber: Die cellity AG ist momentan ausschließlich mit Eigenmitteln finanziert.

Momentan heißt, es gibt Gespräche?

Tim von Törne: Ja, natürlich.

Wenn man die Presse so liest, dann ist da eine gewisse Skepsis zu vernehmen, was das Geschäftsmodell angeht. Ist nicht womöglich bald schon die Luft raus, weil Handytarife sinken?

Sarik Weber: Ist doch recht positiv ;)

Tim von Törne: Wir glauben, dass die großen Carrier noch lange versuchen werden, ihre Preise hoch zu halten. Somit wird es ein längeres Fenster für uns geben.

Waren die kritischen Stimmen also nur die üblichen Miesmacher?

Sarik Weber: Eine gesunde Skepsis zum Start ist immer gut. Als Lars openBC 2003 gegründet hat, wollte zunächst auch niemand an ihn glauben. Niklas Zennström hat bei der Gründung von Skype ein Jahr lang Geld gesucht.

Wie seht Ihr das - sitzt das Geld heute wieder lockerer?

Tim von Törne: Ich glaube, für gesunde Geschäftsmodelle war es immer möglich, Investoren zu finden. Aber sicher, die Zeiten sind definitiv wieder etwas positiver - wenn Team, Konzept und Timing stimmen.

Bis hierhin vielen Dank!

Foto: Cellity

Tim von Törne auf der Next 10 Years im Mai

Digitaler Frischfisch

Der interaktive Konsument revolutioniert das Marketing. Ein Blog von SinnerSchrader.

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