Absturz unvermeidlich

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Maurice Lévy, Publicis
Auch Gerade Werber sind nicht gegen neue Einsichten gefeit. Publicis-Chef Maurice Lévy hat kürzlich für 1,3 Milliarden Dollar die Interactive-Agentur Digitas übernommen. Jetzt schlägt er in einem von der BusinessNews (Ausgabe vom 12 Februar) zweitverwerteten Interview mit der Wirtschaftswoche Töne an, die bei uns die Herzen verschiedener Ressorts höher schlagen lassen.

Mark "Online Conversations" Pohlmann freut sich über diese Passage:
In der Tat verstehen Verbraucher heute mehr und mehr die Mechanismen des Marketings. Wenn wir künftig nicht als Eindringlinge empfunden werden wollen, ist intelligentere, humorvollere Ansprache gefragt.

Was heißt das für die Zukunft der Mediengesellschaft?

Verbraucher sind nicht mehr bloß passive Empfänger von Produkten oder Nachrichten, die ihnen andere, vermeintlich bestens informierte Experten vorsetzen können. Der Wissensvorsprung der bisherigen Infoelite schrumpft drastisch, Zeitungsleser, Radiohörer, Fernsehzuschauer, Internetnutzer werden selbst zu Meinungsführern.

Was bedeutet das für Industrie und Werbeagenturen?

Wir werden völlig anders auf die Verbraucher zugehen: nicht einbahnstraßenartig zu ihnen sprechen, sondern ein Gespräch eröffnen, wenn unsere Botschaften sie erreichen sollen. Das wird immer schwieriger.
Bei den Absendern des Mediabriefes kommt bei den folgenden Sätzen Begeisterung auf:
Wo also liegt die Zukunft der Werbung?

Ich bin kein Hellseher, aber es ist gut vorstellbar, dass traditionelle Print- und TV-Werbung in einer Welt der digitalen und mobilen Medien keinen Platz mehr hat – vor allem, weil man im Internet die Wirksamkeit viel besser messen kann. 2010 werden zehn Prozent der weltweiten Werbeinvestitionen im Internet generiert. Wir selbst wollen in fünf Jahren 25 Prozent mit Internet- und anderen Spezialagenturen umsetzen.
In der Wiwo steht noch mehr:
Sterben TV-Spots und Printanzeigen aus?

Ach, das Fernsehen ist schon zu oft tot gesagt worden. Kurzfristig wird sich nicht viel verändern, aber in vielleicht 15 bis 20 Jahren sicher. Die Situation der TV-Werbung ähnelt immer mehr diesen Szenen aus Zeichentrickfilmen: Ein Hund läuft mit Karacho auf den Abgrund zu, bis über die Felskante hinaus, rennt und rennt - und merkt erst, wenn er schon in der Luft hängt, dass der Absturz unvermeidlich ist.
Schönes Bild. [via iBusiness]

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Absturz unvermeidlich von Erfolg & PR - 2. Business-Blog-Karneval zu 20.02.07 20:22

Ein netter Fund für alle, die immer noch in den Rückspiegel schauen und an gestern denken. Manchmal tut es eben not, ein wenig unsanft aufmerksam gemacht zu werden. Was heißt das für die Zukunft der Mediengesellschaft? Verbraucher sind nicht mehr... Mehr

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Konventionelle Werbung, so scheint es in der Tat, funktioniert nicht mehr, weil man nicht wirklich wissen kann, ob man die Zielgruppen auch direkt erreicht. Ideal wäre es, wenn Werbung nicht mehr als solche empfunden wird, sondern so gezielt den Adressaten erreicht, dass er diese als hilfreichen Hinweis auf ein für ihn nützliches Produkt (materiell oder immateriell) empfindet. Und dazu braucht man einen Rückkanal, welcher am einfachsten auf IP-Basis zu realisieren ist.

Konventionelle Fernsehwerbung mag auch aussterben, das ist wahr. Aber mit IPTV eröffnen sich neue Möglichkeiten, so dass wohl in Zukunft je nach Geschäftsmodell pro empfangener Einheit (dies schließt Video on Demand ein) ein gewisser Anteil an Werbung eingeblendet werden kann - zugeschnitten auf die Bedürfnisse des Nutzers. Wie diese Werbung präsentiert wird (technisch gesehen) ist eine andere Frage.

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