Keiner ändert die Medienlandschaft so grundlegend wie Google. Wen wundert's da, dass Google-Nordeuropachef Philipp Schindler als der derzeit wichtigste Manager der Kommmunikationsbranche in Deutschland gilt. Nach Ansicht der w&v-Redaktion gehört er damit zu den Persönlichkeiten, "die im Jahr 2006 auffallend mutig und innovativ handelten und – oft auch gegen Widerstände – Entscheidungen trafen, die ihren Unternehmen künftig neue Erlösquellen erschließen".
Schindler kam auf Platz eins,
weil er mit Google derzeit daran arbeitet, die Medien- und Agenturlandschaft in Deutschland gründlich umzukrempeln. So hat er beispielsweise den in der Branche üblichen Rabattpoker um Werbepreise abgeschafft und den vermittelnden Agenturen die gewohnten Provisionen gestrichen.
Philipp Schindler, Jahrgang 1970, leitete vor seinem Google-Engagement den Bereich Marketing und Sales von AOL Deutschland (seit 1999). „Google wird in Deutschland noch viel Spaß haben“, sagte Schindler im letzten Jahr zur FAZ.
Alle, die gern aus erster Hand erfahren möchten, wie das geht, mögen am 3. Mai 2007 zur next07 „Inspiration und Interaktion“ kommen. Philipp Schindler hält dort die Keynote zum Thema „Vom E-Business zum Me-Business: Märkte sind Gespräche“.

Ich kenne mich im Agenturgeschäft nicht aus, aber ich stelle mir vor, dass die Agenturen für Ihre Kunden Werbeplätze buchen und dafür gegebenenfalls Rabatte bekommen, die sie vielleicht teilweis auch selbst einbehalten. Falls dies so wie gerade beschrieben ist, warum ist es dann "mutig", wenn ein Quasimonopolist seine Macht ausnutzt, in dem er den Agenturen die Provisionen streicht ? Das ist schlicht und einfach das Ausnutzen von Marktmacht und zwar ohne jedes Risiko. Es gibt wohl sicher schwerere Jobs als Google-Gutsherr zu sein.
Ob mutig oder nicht, ist letztlich eine Frage der Bewertung. Was Google in diesem Markt tut, lässt sich nur schwer in wenigen Sätzen beschreiben. Wir haben uns damit schon gelegentlich beschäftigt. Und auch im Mediabrief gibt es ein einigermaßen aufschlussreiches Stück dazu.
Also ob der Herr der derzeit wichtigste Manager der Kommmunikationsbranche in Deutschland ist, ist sicherlich strittig. Unstrittig ist, dass er ganz bestimmt der bestaussehendste ist. Mindestens aber der bestfrisierte.
Gruß,
k.