Sind wirklich Köpfe die knappste Ressource in einem rohstoffarmen Hochlohnland mit vier Millionen Arbeitslosen? Wenn ich auf unsere offenen Stellen schaue, dann sieht es so aus. Aber es wird noch krasser.
Es scheint, als ob Kapital, Kontakte und Ideen im Überfluss vorhanden seien - und nur die Leute fehlen, die damit etwas anfangen können. So schreibt Jens Kunath heute:
Da wird immer wieder von den genialen Gründern gesprochen, die super Ideen haben nur leider kein Geld zur Verfügung gestellt bekommen. Ich bin seit 3 Monaten intensiv auf der Suche nach genau diesen Gründern, die unternehmerische Fähigkeiten haben und die Portion eigenen Antrieb. Bisher habe ich sehr wenige kennengelernt.
Nun kann es natürlich sein, dass Jens Kunath und SinnerSchrader zwei Outlaws sind, von denen kein Mensch auch nur ein Stück Brot nehmen möchte. Kann sein. Kommt mir aber nicht übermäßig wahrscheinlich vor.
Für wahrscheinlicher halte ich, dass wir hier einen ersten Vorgeschmack auf das bekommen, was uns im alten Europa in den nächsten Jahrzehnten bevorsteht. Köpfe werden knapp.
naja, so ganz ist die endzeitstimmung nicht angebracht. wir müssen was tun, aber es gibt auch schon strömungen die aktiv daran arbeiten europa innovateur-freundlicher zu gestalten, sowohl was den nachwuchs, als auch was jene die jetzt tun wollen angeht. so ist das metalab, ein community-getragenes startup zentrum in wien, in einem jahr bereits auf über 100 mitglieder gewachsen, und auch die opencoffee clubs spriessen in vielen städten wild aus dem boden.
Ich sehe noch ein anderes Problem, weshalb Gründungsmutige vor der Kontaktaufnahme mit Investoren zögern oder gar zurückschrecken:
Als potentieller Gründer, mit einer zündenden Idee, fehlen mir schlichtweg die Informationen, wie eine Beteiligung seitens der Investoren aussieht und vonstatten geht.
Quasi:
Wer bringt welche Ressourcen ein? Idee. Kapital. Know-How.
Wer hat welchen Einfluss bzw. welche Entscheidungsgewalt?
Im Falle des Reinfalls, wär trägt das Risiko?
Im Falle des Erfolgs, wär erhält wieviel vom Gewinn?
Sie werden sagen: Um Ihnen genau diese Fragen zu beantworten, sollten Sie in Kontakt mit uns treten!
Jedoch stellt den potentiellen Gründer genau diese Unwissenheit von vornhinein in eine Position, in der er David ist und der Investor Goliath.
Liebe Grüße. Ich würde mich über ein Kommentar ihrerseits freuen.
Andreas Schreiber
Deutschland ist fuer gute u. int. Programmierer nicht attraktiv. Das ist schon seit Jahren so.
Fitte Leute, die eigene Ideen umsetzen, gibt es ohne Ende. Aber die wenigsten werden Lust haben, die Ideen von Jens Kunath umzusetzen. Nach dem Motto "ich geb Euch das Geld und die Geschäftsidee, und Ihr macht das dannn für mich". So stellt sich wohl kaum jemand seinen Sprung in die Selbständigkeit vor, oder?
Ein weiterer Grund, weshalb Gründungsmutige vor der Kontaktaufnahme mit Investoren zögern oder gar zurückschrecken:
Wie viel gebe ich einer potentiellen, fremden Personen von meiner Idee preis ohne mich fürchten zu müssen, dass meine Idee mir "geklaut" wird?
Wir sehen das ähnlich. Wir haben Berge von (eigenen) Ideen, Kunden mit noch mehr Ideen die umgesetzt werden wollen, Kapital das zur Verfügung steht und ein prima Team das auf Verstärktung wartet.
Wo sind die Entwickler die sich trauen?
Bin gerade auf Jobsuche und muss feststellen, dass es seitens Unternehmen zwar viel gesprochen wird von Innovativität etc. Aber wenn man das Unternehmen auf eine Stelle anspricht. Und das Gespräch dahin aufbaut...
Ihr habt ein Produkt das durchaus Potenzial hat...lasst mich die Schnittstelle zwischen Support und Vertrieb sein...da kommt ein Feedback wie...naja das ist etwas gawagt...für diese position müssen erst einmal die Abteilungen umstrukturiert werden. Wo bleibt da die Inovativität. Ich sage ja nicht es sollte unstrukturiert laufen und alles muss bedacht werden. Aber liebe Unternehmer seid doch in dieser Hinsicht etwas mutiger...ihr müsst schon etwas vertrauen schenken, wenn ihr von Inovativität redet.