Starter und Bedenkenträger

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Ein Kongress wie die next07 ist vor allem eines: eine riesengroße Kommunikationsveranstaltung. Unser mehr oder weniger offensichtlicher Plan war es, wie schon im letzten Jahr sehr unterschiedliche Gruppen in einem großen Raum miteinander ins Gespräch zu bringen: die Macher, die Kreativen, die Techniker, die Berater mit den Netzwerkern, den Bloggern, den Unternehmern und den Startern, mit den Theoretikern und den Bedenkenträgern.

Und das scheint auch gelungen. Diese Publikumsmischung bringt es dann mit sich, dass nicht jeder im Programm nur Neues hört, nicht nur unter Seinesgleichen bleibt und sich am Ende womöglich - o Schreck - noch mit Leuten unterhält, die völlig anderer Meinung sind, und über Themen, mit denen man sich gar nicht befassen wollte.

Den einen geht es zu viel ums Business, den anderen zu wenig. Alle fühlen sich ausreichend mit Getränken, Häppchen und WLAN bemuttert - und so wie der Event letztes Jahr die Aufbruchstimmung offen gelegt hat, legt er in diesem Jahr die Kluft bloß zwischen dem kleinen gallischen Dorf voller Visionäre und dem Römischen Reich der Bedenkenträger in ihren von Firmenpalisaden umzäunten Parallelwelten.

Diese Kluft, wie sie Oliver Gassner in Telepolis diagnostiziert, etwas zu verkleinern - das war die Idee für die next07. Oder, falls das nicht geht, wenigstens mal darüber zu reden. Unterschiedliche Sichten auf das Web zusammenzubringen.

Und die aktuellen Spielarten der gerade einmal zwei drei Geschäftsmodelle, die es im Web überhaupt gibt, zur allgemeinen Besichtigung freizugeben: Werbung, Dienstleistungen und Transaktionen. Die Medien leben von der Werbung, die Marken brauchen sie wie der Fisch das Wasser. Ob E-Business oder Me-Business - es bleibt Handel oder Vertrieb. Und in den Parallelwelten blüht beides alles: Werbung wie auch (spiel-)geldvermittelte Transaktionen und Dienstleistungen.

Neu sind nicht die Geschäftsmodelle - wie gesagt, es gibt nur zwei drei. Neu ist, dass der Konsument mit Hilfe des Web die Kontrolle übernommen hat. Wie sich Medien, Marken und Handel darauf einstellen, wie Agenturen ihnen dabei helfen und wer am Ende die Nase vorn hat, das wird nicht nur uns nicht nur in diesem Jahr beschäftigen. Es bleibt spannend.

Foto: Mario Sixtus

PS: Die Blogberichterstattung lässt sich leicht via Technorati nachlesen. Ein Lese-Muss ist Thomas Knüwer.

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4 Kommentare

Warum lese ich immer wieder überall, dass es nur zwei Geschäftsmodelle im Web 2.0 gibt?
Zählen Dienstleistungen nicht auch, wenn Kunden dafür bezahlen, weil sie innovativ und spannend sind? Ich denke da an Crowdsourcing und an Mundpropaganda. Können das nicht auch Geschäftsmodelle sein?
Wir jedenfalls werden versuchen das zu etablieren und stoßen bei Kunden auf reges Interesse.

Dienstleistungen, klar. Die Dienstleister stellen die Schaufeln für den Goldrausch her. Aber wo bitte zahlt der Konsument für Dienstleistungen? Nirgends. Dienstleistungen sind B-to-B. Genau wie Paid Content.

Wo der Konsument für Dienstleistungen zahlt? Na zum Beispiel bei allen möglichen Communities, die Geld von "Premium-Mitgliedern" verlangen. Single-Börsen und so. Okay, natürlich handelt es sich da irgendwo auch um eine Transaktion, aber wenn man "Geschäftsmodell" sooo allgemein definiert, kann man ja auch gleich behaupten, dass es im Web (und auch außerhalb des Webs) nur ein Geschäftsmodell gibt: Geld zu verdienen. Wäre wohl eine etwas zu allgemeine Definition, oder?

Ok, Haken dran.

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