Was ich mir vom Buchungssystem der Bahn wünsche: mehr Interaktivität! Im Unterschied zu neulich war das System am Freitag vor Pfingsten vollständig verfügbar. Ich konnte also meine Reise kurz vor Toresschluss buchen.
Doch wie erfahrene Bahnfahrer wissen, sind Züge aus Hamburg gen Süden am Freitag vor Pfingsten ziemlich ausgebucht. Leider erzählt mir das Buchungssystem davon erst etwas, wenn ich schon alle Daten eingegeben habe und nur noch den letzten Klick tun muss, um zu buchen.
Erst in diesem Moment kommt die Botschaft, dass meine Reservierung nicht möglich ist. Von da an setzt ein wildes Spiel mit Versuch und Irrtum ein. Ich bekomme genau eine Chance, meinen Reservierungswunsch zu ändern und zum Beispiel Raucher statt Nichtraucher zu wählen. (Warum eigentlich sind selbst in knallvollen Zügen die Raucherabteile immer halb leer?)
Das System gibt mir in diesem kritischen Moment keinerlei Hinweis, welche andere Option Erfolg versprechen würde. Und ich habe auch nur einen Versuch, danach kann ich entweder ohne Reservierung buchen oder gar nicht.
Was schließe ich daraus? Das Interesse der Bahn, mir eine Fahrkarte zu verkaufen, ist nach zwei Versuchen so gut wie erloschen. Ich kann noch nicht einmal zurückspringen und vielleicht einen anderen Zug probieren (wenn mir das System schon nicht einfach einen vorschlagen kann).
Nein, ich muss den ohnehin nicht gerade übersichtlichen Buchungsprozess ein weiteres Mal von Anfang an durchlaufen. Einmal? Mehrfach! Oder ich lasse es gleich ganz.
Warum kann bahn.de mir nicht einfach sagen: "Der Zug um 17.58 Uhr ist ausgebucht, aber um 18.05 Uhr fährt der nächste, und da gibt es noch reichlich Plätze. Wollen Sie den nehmen?"
Früher, als alles besser war(TM), am Schalter, da haben sie es so gemacht. Warum nicht heute?
Darüber habe ich mich auch schon oft geärgert. Ich habe einmal versucht, sechs Wochen vor der Reise Tickets nach Berlin zu bestellen und wollte ungern auf den Sparpreis 50 verzichten, nur leider sind die Kontigente wohl begrenzt. Also habe ich alle Züge in der von dir verhassten Prozedur durchprobiert, bis ich rausfand, dass es für den um sechs noch Tickets gab. Bis ich an diesem Punkt war, hatte ich jedoch vier Mal meine Daten komplett neu eingeben müssen. Danach habe ich noch die Rückfahrt gebucht. ;)
Ach, die Bahn.
wer die Kosten nicht scheut, ruft am besten an. Zum Beispiel, wenn er ein Kleinkinderabteil wünscht, welches online überhaupt nicht zu bekommen ist.
Besser als bei allen Wettbewerbern, die ich kenne, ist übrigens die Übersicht bei http://db-carsharing.de, dem Car-Sharing-Angebot der Bahn gelungen. Dort sieht man auf einen Blick, wann ein bestimmtes Auto gebucht ist und wann nicht.
Wenn die bloß nicht so teuer wären.
Abenteuer Bahn... Sollte es einen beruhigen, dass alle das gleiche Problem haben oder einem eher zu denken geben? Das Wort "Ausgebucht" kennt die Bahn übrigens nicht, man kann schließlich noch auf den Gängen stehen, sitzen oder sich stapeln. Mittlerweile funktioniert der Kundendialog bei Beschwerden allerdings schon ein wenig besser und sie reagieren auf Verbesserungsvorschläge, einfach mal ausprobieren. Wenn in dem Brief, der auf die Beschwerde folgt, allerdings auch Gutscheine als Beilage angekündigt werden und diese nicht dem Brief beiliegen, haben wir eine Masche der Bahn aufgedeckt ;)
Das Kontaktformular: http://www.bahn.de/p/view/home/kontakt/kontakt_bahncard.shtml
warum? warum? weil das System sicher von Techies gemacht wird und diese froh sind (wahrscheinlich) wenigstens diesen Stand projekttechnisch über die Bühne zu bringen (gegenüber dem Kunden, nicht etwa dem Benutzer). Wen interessiert bei der Bahn schon useability? Schaut euch mal die Automaten an, grausam! Das System macht uns mehr als "dont't make me think". An dem Tag, an dem die Bahn den Gast (auch den buchenden) in den Vordergrund stellt und nicht mehr den Börsengang o.ä. - den streiche ich mir ROT im Kalender an.
höre ich da geiz ist geil raus? Ihr sollt das Vollpreisticket kaufen und dann flexibel entscheiden, erst mal doch nicht zu fahren (oder erst ein Jahr später, wenn die Tickets ihre Gültigkeit verloren haben) ...
Wozu die ganze Aufregung? Als Viel-Bahnfahrer kann ich mittlerweile fast blind den Automaten bedienen, die Nutzerführung hat sich mit der Zeit auch verbessert, und auf die Reservierung kann ich verzichten - als Einzelperson. Auch eine Art, das Problem zu umgehen. In wenigen Minuten habe ich so mein Ticket gekauft - schneller geht's nicht. Und mit der BahnCard 50 muss ich mich an der Geiz-ist-Geil-Euphorie und dem damit einhergehenden Stress wirklich nicht beteiligen.
Ansonsten schlage ich vor, wenn man nicht alleine unterwegs ist: rechtzeitig an den Schalter gehen oder telefonisch buchen.