Die Grenze zwischen Werbung und Redaktion

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Die Internet World hat mir ein paar Fragen zum immer wieder spannenden Thema der Trennung zwischen Werbung und Redaktion im Web gestellt. Hier meine Antworten.

Verschwimmt im Zeitalter des viralen Marketing die Grenze zwischen Werbung und Redaktion oder gibt es nach wie vor klare Demarkationslinien?

Wo es redaktionelle Angebote gibt, sollte es auch eine klare Trennlinie zur Werbung geben. Dies liegt im ureigenen Interesse jedes redaktionellen Mediums, denn sonst verliert es an Glaubwürdigkeit. Viele Angebote im Web haben aber gar keine Redaktion, und dann kann es auch keine Trennung zur Werbung geben. Werbung sollte immer dann deutlich gekennzeichnet werden, wenn sie nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen ist.

Dürfen Unternehmen und ihre Agenturen komplette Artikel oder Themeninseln konzipieren und erstellen, damit sie von redaktionellen Websites veröffentlicht werden?

Ja, dürfen sie. Die Redaktionen fahren allerdings besser damit, diese Artikel oder Themeninseln klar zu kennzeichnen. Schmu erkennt der mündige Medienkonsument früher oder später - und straft mit Nichtbeachtung.

In welcher Form darf ein Unternehmen einen Blog oder eine Community fördern oder komplett finanzieren?

In jeder Form, die Leser und Konsumenten verstehen und goutieren. Unternehmen können auch selbst Blogs betreiben oder eine Community pflegen. Anders als in den klassischen Medien haben sie im Web viele Möglichkeiten, direkt mit den Konsumenten zu interagieren. Die Konsumenten suchen den direkten Kontakt.

Spielt sich die gesamte Diskussion über Schleichwerbung im Netz nur in einem "inneren Zirkel" der Medienschaffenden ab? Interessiert das den "normalen" User überhaupt?

Auch wenn sich die Diskussion tatsächlich in einem inneren Zirkel abspielt - Otto Normalverbraucher ist an authentischer Kommunikation und Interaktion mit Unternehmen und Marken interessiert. Wer dieses Interesse bedient, hat damit Erfolg.

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4 Kommentare

ich denke für den User wird es immer schwerer zwischen Redaktion und Werbung zu unterscheiden, diese Entwicklung gilt ja nicht nur fürs web. Der User will es aber auch nicht wirklich, solange er seine Informationen bekommt, die er sucht und den Glauben behalten kann, nicht beeinflusst zu werden. Und das gelingt natürlich mit einem Blog besser als mit einem Banner...

Zur letzten Frage inkl. Antwort sei noch angemerkt, dass jenes Problem vielleicht tatsächlich nur in den internen Kreisen diskutiert wird, jedoch für jeden Medienrezipienten von Belang ist.

Nicht nur im Netz, auch in den klassischen Medien findet sich ja immer mehr werblicher Inhalt im redaktionellen Gewandt und der Leser bekommt es oftmals nicht mit. Man denke nur an die Modeseiten der einschlägigen Frauenmagazinen. Hier wird subtil beeinflusst, doch sind die Medien eben nicht daran interessiert, darüber aufzuklären. Sie verdienen damit ja ihr Geld.

Daher sind aber grade Corporate Blogs ja schon per se eine glaubwürdigere Quelle, weil ich sie als Leser sofort einordnen kann.

Das finde ich mal ne interessante Frage:

"In welcher Form darf ein Unternehmen einen Blog oder eine Community fördern oder komplett finanzieren?"

Wir haben in dieser Republik garantiert einen Ausschuss, der dafür die entsprechende gesetzliche Grundlage schafft.

@3: Das ist keineswegs albern. Es gibt zum Beispiel jede Menge professionell gestalteter Gesundheitssites, die sich erst bei genauem Hinschauen als Werbe-, pardon, Infoplattformen von Pharmafirmen herausstellen.

Dass die Trennung von Werbung und Inhalt im Internet auch von großen Anbietern mit Füßen getreten wird, ist eine bekannte Tatsache; offenbar sind die möglichen Sanktionen oder der Vertrauensverlust der Leser keine Abschreckung.

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