Coca-Cola macht das Web zum Leitmedium. Auf den Münchner Medientagen erklärte Marketingdirektor Thomas Gries:
"Wir brauchen TV für die Reichweite. Für unsere Kernzielgruppe der 12- bis 19-Jährigen entwickelt sich allerdings zunehmend das Internet zum Werbeleitmedium." Das heiße allerdings nicht, dass TV tot ist.
TV is not dead, it just smells funny.
Meiner Meinung nach hängt das tatsächlich einerseits von der Altersgruppe ab, andererseits aber von der Integration IPTV-basierter Dienste in die traditionellen Unterhaltungsmedien. Bei durchschnittlich 3 Stunden Fernsehkonsum täglich kann man den Kanal Fernsehen nicht ignorieren.
Kommt aber andererseits wiederum darauf an, wen man erreichen möchte. Für Coca-Cola ist das Medium TV vielleicht nicht die erste Wahl. Man wird sich aber überlegen müssen, wie man mehrere Kanäle zielgruppengerecht adressieren kann, indem man die Möglichkeiten des Kanals ausschöpft. Beispiel die Rückkanalfähigkeit im Web (und folglich auch für IPTV). Das wird meiner Meinung nach noch viel zu stiefmütterlich behandelt.
Das Internet als Werbemedium ist gewiss nicht zu unterschätzen. Spätestens seit selbst meine Mutter online ist, die in ihrem Berufsleben nie einen PC benutzt hat (trotz Schreibtischarbeit!), ist für mich klar: Alle hängen im Netz.
Das Fernsehen wird m.E. aber durch das Internet nicht verdrängt werden. Traditionell finden konkurrierende Medien zu friedlicher Koexistenz: Das Kino ist am Fernsehen nicht zugrunde gegangen, das Buch nicht am Film, das Gesellschaftsspiel nicht an Videokonsole oder Computer.
Allerdings hat das Netz werbemäßig immense Vorteile gegenüber dem Fernsehen: Zielgruppenspezifische Werbung ist möglich (ohne andere mögliche Käufergruppen zu verschrecken), Interaktion ebenso. Außerdem weckt Internetwerbung mehr Aufmerksamkeit pro Konsument als Fernsehwerbung, da letztere sehr häufig weggeschaltet oder ignoriert wird.
In genau dieser Intensität liegt aber auch die größte Gefahr bei Internetwerbung: Sie kann enorm nerven. Bspw. Popups stören eigentlich immer. Es ist also stets sehr genau zu überlegen, wie im Netz geworben wird, damit die User das Beworbene nicht nur kennen, sondern auch mögen.