Mutig und konsequent

Haufenweise Komplimente und einige, aber überwiegend wohlgesonnene Hinweise auf bestehende Bugs – so können wir das Echo auf den Relaunch von SinnerSchrader zusammenfassen. „Wir sind beeindruckt“ – das ist die meistgelesene Meinung. „Mutig und deshalb toll“.

Mancher bezweifelt zwar noch die Ernsthaftigkeit der Website-Lösung („das muss ein scherz sein, oder?“), aber dass die Website „Mut zum Querdenken“ beweist und der Zeit voraus zu sein scheint, darin sind sich die Kommentatoren einig. Es macht Spaß, das alles zu lesen.

Ich muss gestehen, dass ich zunächst durchaus etwas verwirrt war. Kommunikation, Integration und digitale Vernetzung wurden hier jedoch einmal wirklich wörtlich umgesetzt. Ich halte diesen Ansatz für ausgesprochen mutig und konsequent. (Netzlogbuch)
Sehr mutig und innovativ. Was mich beeindruckt, ist die konsequente Implementierung externer Dienste unter Verzicht auf "Markengestaltung über alles" (Also sprach.)
Mutig? Faul? 1.0 oder 2.0? Bin mir noch nicht so ganz sicher… (public-beta.com)
Eine sehr mutige Site! Im ersten Moment etwas irritierend. Aber dann erstaunlich schlüssig: Alles in allem bin ich sehr begeistert über den Mut zum Querdenken! Es ist schön, dass dadurch eine Seite entstanden ist, die in ihrer Art wirklich neu ist! (Bildbunt)
Wir sind beeindruckt. Warum wir darüber schreiben? Weil es erstens noch nicht so häufig vorgekommen ist, dass Unternehmen das Internet so integriert in die Unternehmenskommunikation einbinden (auch wenn natürlich SinnerSchrader als Pionier hier sicher einen etwas einfacheren Weg hat) und weil es zweitens zu unserer WOA-Philosophie passt und diese bestätigt. In Zukunft werden webbasierte Dienste eine immer größere Rolle in der Unternehmenskommunikation aber auch in der Bewältigung von Geschäftsprozessen über webbasierte Informationssysteme spielen. (web planting blog)
Klasse Idee eigentlich für den Relaunch der SinnerSchrader Website: Der Content ist bereits da, bewegt sich im Netz, er muss nur noch aggregiert werden. Grundsätzlich eine spannende Frage, die hier ganz bewusst aufgeworfen wird - wie weit kann, darf und will man auf die Repetition bereits bestehender Informationen nur zum Zwecke der besseren Einflechtbarkeit in das eigene CD setzen? Insbesondere bei Daten, die anderenorts meist viel aktueller sind? (agenturblog)
Heftig diskutiert wird heute im Design Tagebuch:
Steht dahinter nun eine revolutionäre Denke, die auf diese Weise eine gelebte vernetzte Kultur zum Ausdruck bringt oder fördert diese auf die Spitze getriebene Reduktion nur eines zu Tage: Den zu Kopf gestiegenen puren Größenwahn nach dem Motto “Wir sind so groß, wir brauchen nichts mehr zu zeigen”. Ich bin sehr gespannt auf die Diskussion.

Und hier noch ein kleiner Auszug aus Twitter:

@mr94 ihr macht das, was ihr predigt. Vielleicht nicht standardkonform und accessible aber sehr 2.0 :-)
Rerun_van_Pelt at 05-12-2007 21:10
@mr94 mutig. und deshalb find ich sie gut.
PickiHH at 05-12-2007 20:50
@sinnerschrader .. das muss ein scherz sein oder?
ripanti at 05-12-2007 12:51

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8 Kommentare

Ich finde die Seite insgesamt sehr gelungen, auf das Noetigste reduziert, trotzdem mit ansprechendem Design hinterlegt und damit den Zweck einer Website exakt erfuellend. Schade ist nur, dass bei mir bevor die Inhalte geladen werden im Inhaltsbereich jeweils eine 404-Meldung erscheint.

Kompliment für die radikale Umsetzung der Idee, eine Seite als Bündel von Services zu sehn und jeweils die besten zu verwenden. Einzig die Umsetzung in Flash finde ich etwas 1.0 ;-)

ich bin beeindruckt. warum hatte ich nicht vorher die idee. damn

Mutig mag's ja sein, aber deshalb ist diese neue Homepage noch lange nicht gut oder gar vorbildlich. Die Usability ist eine Katastrophe, die grafische Umsetzung gesundheitsschädigend. Hoffentlich bleibt dies ein Ausrutscher.

hi
warum dinge selbst neu erfinden, die es im netz schon gibt. ich finds geil. eine achillesferse: man wird abhängig von der performance so mancher dienste. ein bsp: is slideshare down, is essig mit der vision. aber insgesamt ein schöner ansatz.

Als Usability-Mensch finde ich die Seite leider eher ein Chaos und mein Browser/Rechner ist staendig am roedeln, einmal Flash, einmal PDF, einmal Google Docs, einmal eine Website, dann die Frames... nee, also Zukunft sieht fuer mich anders aus, sorry!

Als Agentur Website ist der Auftritt so als wenn Volvo Bustickets verkaufen würde. Macht die Agentur also eigentlich sinnlos, oder?

(Nebenbei: Pflichtfelder sollte man vielleicht anmeckern bevor man den geschriebenen Kommentar löscht...)

Ich werde regelmäßig als Jury-Mitglied bei weltweiten Werbefestivals wie New York Festivals, Cresta Awards, LIA usw. eingeladen um Interactive Projekte zu bewerten. Für diesen Relaunch aber müssen nicht einmal die dortigen Bewertungskriterien herangezogen werden, denn hier fehlt es leider schon am Grundlegenden.

Die Regeln zu brechen kann eine sehr effiziente Methode sein, ob in der Typographie, Bildsprache, Usability, im Layoutraster usw. Doch dieses Spiel benötigt ein feines Händchen und viel Erfahrung.

Vielleicht wollte man auch einen "schrägeren" Versuch starten einen Ansatz wie es bereits angesagte Design-Agenturen wie Hi-Res!, London (http://www.hi-res.net) gemacht haben. Wenn, dann wären solche ersten Versuche in einer "Lab" Abteilung sinnvoller aufgehoben wie es auch einige Agenturen praktizieren. Dort kann man sich dann spielerisch austoben.

Der Ansatz ist sicherlich kreativ und interessant. Aber wenn ich hier mal ein Beispiel aus dem Kochen heranziehe. Wenn Ferran Adrìa mit seiner Molekularküche neue Wege geht, darf das doch auch schmecken. Warum also nicht grundlegende Dinge die für die Websitegestaltung nun einmal gelten, genauso wie für das Geschmackserlebnis in der Küche, heranziehen. Neue Dinge kreativ und harmonisch einbetten (das haben die Jungs von Sinner und Schrader doch weit besser drauf!).

Wirkt momentan ziemlich quick & dirty in der Umsetzung. Und erinnert mich an die Zeiten in denen - damals nach Neuem strebende Websitegestalter - unbedingt animated GIFs, JavaScript & Co. auf ihren Seiten einsetzten um zu zeichen "wir können es". Mash-Ups in allen Ehren, doch der digitale Narzissmus ist schon länger vorbei und der User sollte im Mittelpunkt stehen.
Was mich aktuell gerade an das kommunikative Debakel der XING-Werbeinschaltung erinnert ... aber das ist eine andere Sache :)


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