otto_fashion.JPGDer, wenn auch zweite, Schritt auf dem Catwalk des Otto-Blogs ist getan. Die Modejournalistinnen Kathrin Leist und Mahret Kupka schreiben auf Two for fashion über Trends, neue OTTO-Designs und Lifestyles. Nahe an der Modeszene soll die Nähe zum Kunden intensiviert werden, quasi postwendend.

Die Emotionalisierung des Online-Shoppings und die Einbindung der User ist einer der strategischen Pfeiler unserer Innovationsoffensive eShopping 2.0,
erläutert Dr. Rainer Hillebrand, Sprecher des OTTO-Vorstands. Mit dem Fashion-Blog bestätigt OTTO den Trend der sozialen, interaktiven Form der Kommunikation zwischen Unternehmen und Konsumenten. Mitarbeiter sollen in Gastbeiträgen bloggen und der Leser als aktiver Nutzer an Votings teilnehmen. Wie gesagt, es ist erst der zweite Schritt. Aber in die richtige Richtung.

"Die Onlineagenturen haben ein Mittel gegen den Preisdruck gefunden: die erfolgsabhängige Abrechnung", schreibt Horizont in der gestrigen Ausgabe. "Die Interactive-Spezialisten reagieren damit auf das ständige Drängen der Werbekunden nach Preissenkungen." Erfolgsabhängige Abrechnung definiert Horizont so:

Es wird neben einer Grundpauschale ein variabler Preis vereinbart, der abhängig vom Erfolg der Website ist. Variablen sind dabei unter anderem Klickraten, Downloads und Konversionraten. Die Onlineagenturen reagieren damit auf die Forderungen der Werbetreibenden, die Preise weiter zu senken. Sie können so argumentieren, dass der Kunde doch bestimmt bereit ist, mehr zu zahlen, wenn die Website besonders erfolgreich ist, bzw. den bisherigen Preis weiterhin zu bezahlen, wenn die vereinbarten Ziele erreicht werden.
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Horizont-Redakteur Bert Rösch hat zu diesem Thema Fragen an Laurent Burdin gestellt, Geschäftsführer Beratung von SinnerSchrader.

Was halten Sie von diesem Modell generell?

Dieses Modell ist im Marketing nicht neu und online besonders interessant, da sich alles messen lässt. Die Möglichkeiten sind sehr spannend! Wir legen sehr viel Wert auf die Performance und die ständige Verbesserung der Website unserer Kunden. Deshalb spielt Web Analytics bei SinnerSchrader eine große Rolle, möglichst von vornherein bei jedem Projekt, und immer mit Handlungsempfehlungen verbunden. Natürlich muss die Agentur die zu messenden Kriterien beeinflussen können, sonst hat ein solches Modell keinen Sinn.

Wird es bei Ihnen bereits praktiziert?

Ja.

Was spricht für das Modell?

Interaktivagenturen wie SinnerSchrader, die in vielen Branchen aktiv sind und umfangreiche Erfahrung haben, kennen das Verhalten des interaktiven Konsumenten sehr gut und können einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Performance der Website leisten. Bei umsatzgetriebenen Websites erleichtert eine erfolgsabhängige Komponente die Skalierung des Geschäftsmodells und motiviert alle Beteiligten.

Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Wir machen seit vielen Jahren sehr gute Erfahrungen mit erfolgsabhängiger Vergütung im Onlinemediageschäft für E-Commerce-Websites. Im Projektgeschäft sind unsere Erfahrungen bis jetzt eher gemischt, weil zu gering. Wir wünschen uns mehr von solchen Modellen.

Gab es schon einmal den Fall, dass ein Kunde nachzahlen musste, weil die Website erfolgreicher war als geplant?

Die Frage stellt sich so nicht, wenn eine erfolgsabhängige Komponente vereinbart wird.

Klassik-Agenturen werfen den Online-Agenturen oft vor, die Preise zu verderben. Gibt man ihnen mit diesem Modell nicht unnötig weiteres Futter?

Es kann bei solchen Modellen nicht darum gehen, die Preise zu senken. Wenn wir dazu beitragen, die Performance zu verbessern, sollten wir Anteil am Erfolg haben. Und wenn wir als Agentur das Risiko unserer Kunden mittragen, dann muss das auch für uns attraktiv sein.

on_air1.pngDie US-Werbespendings im Online-Bereich übersteigen zum ersten Mal die Ausgaben konventioneller Medien. Auf dem amerikanischen Markt setzt sich Online-Werbung mehr und mehr durch, so die Studie der Beratungsfirma Outsell. Mehr zu dem Thema im aktuellen Mediabrief.

Newspapers are in the wrong businesses. They should no longer be in the manufacturing and distribution businesses -- which have become heavy cost yokes -- and should no longer try to be in the technology business. They're bad at it.
Jeff Jarvis, Buzzmachine

SPIEGELnetDer Hauptsponsor dieses bescheidenen Onlinejournals hat heute Quartalszahlen vorgelegt. Die Zahlen (Umsatz +44 Prozent, operatives Ergebnis +613 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) können sich sehen lassen. Das laufende vierte Quartal wird nach den letzten Prognosen wie geplant das stärkste des Geschäftsjahrs werden, das am 31. August endet.

HenkelNeben einem dynamischen Bestandskundengeschäft hat SinnerSchrader in den drei Monaten von März bis Mai auch interessante Neukunden gewonnen. Darunter sind SPIEGELnet, betreut aus Hamburg, und Henkel, die Kunde des Frankfurter Büros wurden.

Natürlich kommt heutzutage kein Medienkongress mehr ohne Gesprächsrunden mit solch einfallsreichen Titeln wie "Chancen und Risiken der Digitalisierung" aus. Alte Männer in maßgeschneiderten Anzügen und mit selbstzufriedenen Untertönen in den Stimmen erzählen auf diesen Podien dann immer wieder gerne, dass speziell ihre Fernsehsender starke Marken besäßen, hervorragend aufgestellt und gewappnet für die digitale Revolution seien, dass die Zukunft sowieso nur irgendwie eine buntere Version der Gegenwart und überhaupt sooo schlimm schon nicht werden wird.

Zu solchen Gelegenheiten darf auch Gerhard Zeiler, Vorstandschef der RTL-Gruppe, so lustige Sätze sagen wie: "Das traditionelle Fernsehen wird auch in der digitalen Zukunft das Leitmedium Nummer eins bleiben." Klar, Herr Zeiler, und diese kleinen, knatternden, benzingetriebenen Fahrzeuge werden nie zu einer Konkurrenz für eine anständig dampfende Eisenbahn.

Das Verhältnis zwischen Benzinkutschen und Eisenbahnen ist ein hübsches Beispiel für das, was die klassischen Massenmedien derzeit so umtreibt. Das Versprechen, mit dem Henry Ford seine T-Modelle unters Volk brachte, lautete genau genommen: Freiheit.

Das Internet ist das Ford-T-Modell der Medienwelt. Es gibt den Menschen Mobilität; es ermöglicht individuelle Wissens- und Unterhaltungsausflüge. Es ist ein Vehikel für Selbstfahrer, für Abenteurer und Ausflügler. Lineares Broadcast-Fernsehen dagegen ist Konsum nach Fahrplan und steuert viele hochinteressante Orte und Themen gar nicht erst an. Zu geringe Auslastung. Lohnt sich nicht. Strecke stillgelegt, Sendung abgesetzt.

Wenn ich heute lese, was Mario Sixtus den Fernsehmachern ins Stammbuch schreibt, dann finde ich die Geisterdebatte um die Frage, ob den öffentlich-rechtlichen Sendern der Zugang zum Internet gewährt werden sollte, noch viel gespenstiger.

Das ist ungefähr so sinnvoll wie die Debatten in den 80er Jahren um Satelliten- und Kabel-TV. Falls sich noch jemand erinnert - auch damals forderten die Vertreter der privat-kommerziellen Medien, seinerzeit überwiegend Verleger mit TV- und Radioambitionen, dass nur ihnen die neuen Distributionswege überlassen werden dürften. Was ihr gutes Recht ist, aber ebenso selbstverständlich auch kompletter Unsinn.

Wer ARD und ZDF abschaffen möchte, der möge das bitte offen sagen.

lifestream-logo.jpgDie Beta-Version von Lifestream.fm ist live. Mit dem Feed-Aggregator kann der Nutzer die eigenen Aktivitäten und die seiner Freunde im Web jederzeit im Blick behalten.

Lifestream.fm tritt gegen Friendfeed mit einer deutschen Version an und unterstützt im Vergleich zu Friendfeeds 41 gleich 56 Services. Darunter sind z.B. die deutschsprachigen Seiten Plazes, Qype oder Photocase. Wie Friendfeed hat Lifestream.fm eine Kommentarfunktion, die Suche über alle Streams und eine Adobe Air Application.

Fischmarktleser können Lifestream.fm exklusiv testen! Bei Interesse bitte per Kommentar melden.

The Walled Garden Awards

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lion.gifDear Cannes Cyber Lions,

I'm writing just to say hi. I've looked at, and occasionally up to you for the seven years I've been working in an agency, but I'm leaving the agency microcosm soon and wanted to give you some advice before I go. It's, um, kind of difficult to say, but, well, we've known each other for a while, and good friends tell each other the truth, right? So. Here goes.

I believe you've misunderstood the internet.

There, I said it. I know this has got to be embarrassing for you, being an internet awards thingie and all. I guess you didn't get the memo. Although the truth hurts, I'm sure you'll come out the other side a happier, shinier Cyber Lion.

Cannes Registration Ticks Me Off

Why do you force me to register to see the winners? It can't be purely so that "the IAF, our official awards partners and relevant Emap Communications brands" can throw a few more nuggets on top of my already overflowing spam folder, can it? That's not what that extremely creatively worded bit on the rego form meant, is it? And, um, describe my job role? Give you my address? My phone number? Twenty-one mandatory fields? You've built a walled garden with high, thick walls, and want a DNA sample before you let me inside? For what exactly? You're throwing press releases over the wall anyway, so what's in it for me?

I'm afraid your site's also doing your clients a disservice, and if they aren't pissed yet, they sure as hell should be. What? You don't have clients? Well, who are the agencies who send you submissions (and money) every year? And what if they realised that you're using the medium for which they win awards (that's the internet) in such a way that it reduces the chance of people hearing about their good work? If I was them, I'd be pretty pissed.

But, considering the way so many of your clients still use the internet--beautifully designed and animated, closed, unmashable ads that equal little more than click-a-minute-television--I'm honestly not surprised that you're doing little better. My recommendation, and hope, is that you'll one day see your role as a leading internet marketing awards thingie as a possibility to espouse and spread the spirit of the web and the methods that actually work. Openness. Transparency. Sharing. Participation.

You see, and it embarrasses me to have to explain this to you, but the internet is all about linking. Copy & paste is today's marketing. Letting your fans mash your stuff up leads to success. Connecting little bits all over the place is what we do here outside the wall, and how people hear about new stuff. If your stuff's good, some guy will carry it over the wall anyway, even if he does have to fill your form with bullshit to do it (yes, I'm sorry, but we do lie to marketers). And there's a nasty chance that guy will own your Google juice, too. Making it easier by not building a wall in the first place just improves your chances of being loved. Have you heard that there's a 14 year old on YouTube with 45 million views? He certainly didn't do that with a registration form. How many registered users have you got? And how many registered as "Dr. Mickey Mouse" like I did?

That's it for now. I hope you take some time to think about this, and it makes you a bigger, better lion.

Yours sincerely,

Matt Balara

P.S.: I didn't want to say it, but what the hell's up with your logo? Dude, are you sure you want to wear that in public?

So congratulations to all the well-hidden winners of the Cannes Cyber Lions 2008! For those you you outside the wall who couldn't be bothered registering, Dr. Mickey Mouse has sacrificed his 100% fake DNA for you. Here are all the winners in a PDF (unfortunately completely devoid of URLs), and here are the links:

Grand Prix

Gold

Silver

There are a hell of a lot of bronze winners, and my copy & paste finger's getting tired, so if you're interested in the Cannes Cyber Lions bronze winners, check out the PDF and you know what to do.

Originally published at mattbalara.com.

Es kommt nicht oft vor, dass ich auf einen TV-Spot angesprochen werde. In den letzten Tagen ist das gleich mehrfach passiert. Ein Ziel zumindest hat die Deutsche Telekom damit erreicht - über ihre neue Kampagne wird gesprochen. Auch im Netz.

Der von Tribal DDB erdachte TV-Spot nutzt eine andere Medieninszenierung, um den Claim "Erleben, was verbindet" zu illustrieren: den Auftritt von Paul Potts, der mit einer Arie aus der Puccini-Oper Turandot im vergangenen Jahr das Finale der Casting-Show "Britain's Got Talent" gewann.

Und es mag sein, dass der Spot als Werbung nicht funktioniert. Jedenfalls bringt er die Telekom ins Gespräch.

Das GeoWeb ist der nächste. Verlinkungen auf alles und jedes Physische entstehen. Der Hype geht weiter: Max Celko befasst sich in der neusten GDI Impuls mit Hyperlocality.

Er zeichnet eine Zukunft, in der wir alles mit einer augmented reality wahrnehmen. Mit Kontaktlinsen unser Sichtfeld erweitern und dadurch zusätzliche virtuelle Auskünfte erhalten. Mit Handyfotos Informationen von spontan fotografierten Objekten bekommen. Vorreiter auf diesem Gebiet ist Kooaba. Der Service, noch in den Kinderschuhen, bietet Infos zu Kinofilmen nach Einsendung eines Filmplakatfotos per MMS.

Celkos Optimismus steckt an:

Für Technikbegeisterte verspricht die lückenlose Verlinkung ein Zeitalter der totalen Freiheit der Kommunikation. Durch Geo-Links und die vollständige Überlagerung der physischen Welt mit einer Erweiterung in die Cybersphäre werden soziale Netze immer dichter, dynamischer und spezifischer.

Jedoch wird die Lücke zwischen vernetzten und nicht vernetzten Menschen immer größer und damit verändert sich auch die Wahrnehmung der Welt. Datensicherheit wird zukünftig eine noch größere Rolle spielen als es jetzt schon tut. Das Physische rücke durch diesen Prozess der Hyperlocality in den Hintergrund, so Celko. Stattdessen bestimmen Verhaltenselemente in Zukunft unsere Identität. Die Frage „Wer bin ich und wenn ja wie viele?" wird an Bedeutung zunehmen.


Die ersten Schritte in die hyperlokale Zukunft sind getan. Es wird spannend. Aber damit das Ganze nicht zu überraschend kommt, gibt es auch schon das Blog von morgen.

Meine leicht polemisch gefärbte Analyse, warum Journalisten das Web nicht mögen, hat eine Reihe von interessanten Repliken erzeugt. Eines der wiederkehrenden Gegenargumente ist der Glaube, dass wir Journalisten auch weiterhin brauchen. Das stimmt wahrscheinlich sogar. Die Frage ist aber, wozu eigentlich.

Die Einordnung und "Reduktion von Komplexität", wie die Medienwissenschaftler sagen, kann durchaus auch eine Aufgabe für Journalisten im Web darstellen. Hunderte abonnierter Feeds, aber keiner sagt mir, welcher wichtig ist.

Doch. Allerdings sind es keine Journalisten, die mir das sagen. Es sind Techmeme, Rivva, Digg, Friendfeed und Twitter (z.B. Twitlinks). Es sind Maschinen, die von Menschen gefüttert werden, wie immer, wenn wir von Medien sprechen. Sie sind dabei, den Journalisten ihre Selektionsfunktion abzunehmen. Es wird noch dauern, bis es flächendeckend soweit ist. Aber der Trend ist klar.

Der menschliche Faktor ist das, was den Journalismus interessant macht.

Wenn ich mich recht entsinne, dann hatte der Journalismus einst einen Objektivitätsanspruch - an dem er freilich vielfach scheiterte, was verständlich ist, da Menschen involviert sind. Im Unterschied zum Journalismus war das Blogging mit einem Subjektivitätsanspruch angetreten - und auch damit oftmals grandios gescheitert.

Objektivität ist veraltet. Sie wird nur in Medien gebraucht, die den Gesetzen der physischen Knappheit unterworfen sind. Wenn es nur ein Fernsehprogramm gibt, muss das furchtbar objektiv sein, weil es ja außerhalb des eigenen Kanals keine Gegenstimme gibt.

Schon der Versuch, die Regelungsmechanismen aus öffentlich-rechtlichen Monopolzeiten auf das privat-kommerzielle Fernsehen zu übertragen, ist völlig zu Recht weitgehend gescheitert. Stefan Niggemeier schreibt Romane darüber. Wenn er nicht gerade im Urlaub ist.

Im Web können wir uns Subjektivität leisten, weil Objektivität, sofern sie gebraucht wird, aus der Summe der Subjektivitäten entsteht. Wie in der Wikipedia. Habermas müsste jubeln, aber er versteht das Web nicht.

Das journalistische Produktionsmonopol ist aufgebrochen, heute kann jeder publizieren. Das Selektionsmonopol bricht jetzt ebenfalls auf, Maschinen und kollaborative Systeme sind heute schon besser als es Journalisten je waren. Was bleibt dann noch? Ganz zu schweigen davon, dass die Zahlungsbereitschaft für journalistische Produkte sowohl bei den Konsumenten als auch bei den Werbungtreibenden dramatisch gesunken ist.

Es bleiben PR und Corporate Publishing. Journalisten werden sich als Kommunikatoren und Lohnschreiber für Unternehmen verdingen.

Selbstverständlich werden die klassischen Medien überleben. Sie bewegen sich aber längst in einem schrumpfenden Markt, und dort gelten andere Gesetze als in Wachstumsmärkten. Medienobjekte werden zu Melkkühen umgebaut und auf Rendite getrimmt, Stellen gestrichen und das gesamte Niveau abgesenkt.

Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Dass eine Redaktion wie die der Berliner Zeitung nur im Web und ohne gedrucktes Blatt überleben könnte, ist eine wohlfeile Illusion.

matt_twitter.JPGUnd genau das wird Twitter zum Verhängnis, meint Don Reisinger. How twitter could be worth nothing in a year vs. how twitter could be worth a billion in a year.

Twitter doing anything is fun. Aber auch der fliegende Wal kann einen nicht mehr aufheitern. Der häufige Ausfall der Seite hält sich kontinuierlich, dennoch verlieren treue Anhänger nicht den Mut. Selbst Zweifler sind mittlerweile fleißig am twittern. Ein Vorteil, der sich auszahlen kann, so der Silicon Alley Insider:

Twitter should take full advantage of their messaging platform, user base and user disposition to lead in the P2P mobile payments space.

Aber macht sich Twitter, gerade weil es kein Person-to-Person Bezahlsystem hat, nicht unbezahlbar? Anstatt nur auf die Haben-Seite zu schauen, argumentiert Reisinger, sollte Twitter viel mehr investieren, um die Messaging-Plattform stabil zu halten und damit auch ihre Community. Ansonsten werden viele flügge und Friendfeed wird den Markt verändern.

flexughh-meeting.jpg

Die Adobe Flex User Group Hamburg trifft sich regelmäßig und organisiert kostenlose Vorträge über Flex, AIR und Flash. Beim kommenden Treffen am 14. Juli 2008 im Hause SinnerSchrader präsentiert David Sowerby Grant Straker von Straker Interactive "ZoomFlex and UM Cairngorm Extensions". ZoomFlex ist ein browserbasiertes Tool, mit dem kleine bis große Flex-Applikationen erstellt werden können. Dabei kann bis zu 30 Prozent der Entwicklungszeit gespart werden.

Gregory Jacob, Head of Flash bei SinnerSchrader, koordiniert dieses flexughh-Meeting. Zur Registrierung für die Veranstaltung geht es hier.

Die Antwort ist einfach: Weil es sie arbeitslos macht. Die Journalisten sind die schlesischen Weber des Webs.

Diese These kann ich auch ausführlicher formulieren.

  1. Seit Gutenberg (und vor Gutenberg erst recht) waren Medien den Gesetzen physischer Knappheit unterworfen. Es gab niemals unbegrenzt viele Druckerpressen, Frequenzen oder Sendeplätze. Deshalb konnte nicht jedermann publizieren - vor der Publikation fand eine Auswahl statt. Redakteure wählten aus, was ins Blatt kommt. Frequenzen wurden für bestimmte Zwecke an bestimmte Nutzer vergeben. Im Kampf um Sendeplätze setzten sich aufmerksamkeitsstarke Programme gegen schwächere durch.
  2. Der Auswahlprozess konzentrierte die öffentliche Aufmerksamkeit auf vergleichsweise wenige, dafür aber reichweitenstarke Blätter, Sender und Programme. Mangels Alternativen waren Leser sogar bereit, für bedrucktes Papier Geld zu bezahlen. Außerdem zahlte die werbungtreibende Industrie dafür, ihre Botschaften über die gleichen Medien transportieren zu lassen.
  3. Dieses Mediensystem brauchte verhältnismäßig wenig Texte, Töne und Bilder, um verhältnismäßig viele Medienkonsumenten zu erreichen. Journalisten schufen Wert, indem sie genau diese Texte, Töne und Bilder anfertigten. Das werden sie auch weiterhin tun, aber...
  4. Im Web findet die Auswahl erst nach der Publikation statt. Ökonomen würden sagen, dass die Markteintrittsbarrieren niedrig sind. Wer möchte, kann publizieren, und viele tun das auch. Dadurch wächst das Angebot der publizierten Texte, Töne und Bilder sehr viel schneller als die Nachfrage.
  5. Dies hat zwei für die Einkommen von Journalisten fatale Folgen: Die Aufmerksamkeit der Medienkonsumenten verteilt sich auf immer mehr Medienprodukte, die Reichweiten sinken, und damit schrumpfen auch die Erlöse aus Werbung und Verkauf. Geringere Erlöse führen zu Stellenstreichungen und Einkommenseinbußen. Das wachsende Angebot erhöht den Preisdruck für journalistische Arbeit zusätzlich.
  6. Nun ist das Angebot am Arbeitsmarkt der Medienwirtschaft traditionell höher als die Nachfrage, was den Löhnen und Preisen für journalistische Tätigkeit noch nie besonders gut getan hat. Medienhäuser können daher den Preisdruck relativ einfach an ihre Mitarbeiter und Lieferanten weitergeben: Gehälter und Honorare sinken.

Wie die schlesischen Weber durch die Industrialisierung verlieren die Journalisten durch das Web ihr Einkommen. Zwar nicht alle, nicht alles und auch nicht sofort, aber der Trend ist klar. Und deshalb ist auch klar, warum Journalisten das Web nicht mögen.

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