"Die Onlineagenturen haben ein Mittel gegen den Preisdruck gefunden: die erfolgsabhängige Abrechnung", schreibt Horizont in der gestrigen Ausgabe. "Die Interactive-Spezialisten reagieren damit auf das ständige Drängen der Werbekunden nach Preissenkungen." Erfolgsabhängige Abrechnung definiert Horizont so:
Es wird neben einer Grundpauschale ein variabler Preis vereinbart, der abhängig vom Erfolg der Website ist. Variablen sind dabei unter anderem Klickraten, Downloads und Konversionraten. Die Onlineagenturen reagieren damit auf die Forderungen der Werbetreibenden, die Preise weiter zu senken. Sie können so argumentieren, dass der Kunde doch bestimmt bereit ist, mehr zu zahlen, wenn die Website besonders erfolgreich ist, bzw. den bisherigen Preis weiterhin zu bezahlen, wenn die vereinbarten Ziele erreicht werden.

Horizont-Redakteur Bert Rösch hat zu diesem Thema Fragen an Laurent Burdin gestellt, Geschäftsführer Beratung von SinnerSchrader.
Was halten Sie von diesem Modell generell?
Dieses Modell ist im Marketing nicht neu und online besonders interessant, da sich alles messen lässt. Die Möglichkeiten sind sehr spannend! Wir legen sehr viel Wert auf die Performance und die ständige Verbesserung der Website unserer Kunden. Deshalb spielt Web Analytics bei SinnerSchrader eine große Rolle, möglichst von vornherein bei jedem Projekt, und immer mit Handlungsempfehlungen verbunden. Natürlich muss die Agentur die zu messenden Kriterien beeinflussen können, sonst hat ein solches Modell keinen Sinn.
Wird es bei Ihnen bereits praktiziert?
Ja.
Was spricht für das Modell?
Interaktivagenturen wie SinnerSchrader, die in vielen Branchen aktiv sind und umfangreiche Erfahrung haben, kennen das Verhalten des interaktiven Konsumenten sehr gut und können einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Performance der Website leisten. Bei umsatzgetriebenen Websites erleichtert eine erfolgsabhängige Komponente die Skalierung des Geschäftsmodells und motiviert alle Beteiligten.
Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
Wir machen seit vielen Jahren sehr gute Erfahrungen mit erfolgsabhängiger Vergütung im Onlinemediageschäft für E-Commerce-Websites. Im Projektgeschäft sind unsere Erfahrungen bis jetzt eher gemischt, weil zu gering. Wir wünschen uns mehr von solchen Modellen.
Gab es schon einmal den Fall, dass ein Kunde nachzahlen musste, weil die Website erfolgreicher war als geplant?
Die Frage stellt sich so nicht, wenn eine erfolgsabhängige Komponente vereinbart wird.
Klassik-Agenturen werfen den Online-Agenturen oft vor, die Preise zu verderben. Gibt man ihnen mit diesem Modell nicht unnötig weiteres Futter?
Es kann bei solchen Modellen nicht darum gehen, die Preise zu senken. Wenn wir dazu beitragen, die Performance zu verbessern, sollten wir Anteil am Erfolg haben. Und wenn wir als Agentur das Risiko unserer Kunden mittragen, dann muss das auch für uns attraktiv sein.
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