Web 2.0 is over

| | Kommentare (2) | TrackBacks (0)

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dann war das die gestrige Keynote von Tim O'Reilly (inofizielles Video hier) auf der Web 2.0 Expo Europe. Der Erfinder des Web 2.0 hält vier Jahre später eine Keynote zur Eröffnung seiner eigenen, gleichnamigen Konferenz - und spricht kaum noch über Web 2.0.

Stattdessen redet er über die Realität, die in diesem Herbst mit Karacho in die digitale Welt eingebrochen ist: wirkliche Probleme wie Klimawandel oder Wirtschaftskrise, auf die O'Reilly gern die Werkzeuge und Methoden des Web 2.0 angewendet sehen möchte. Er spricht über robuste Strategien für Start-ups:

  1. Work on stuff that matters
  2. Create more value than you capture

Und zitiert, keine schlechte Idee in Berlin, die Luftbrücke als Beispiel für Entwicklung und technologischen Fortschritt durch wirkliche Probleme. Im Herbst 2008 durchschreitet das Web eine neue Zäsur. Im nächsten Jahr werden wir sehen, was als nächstes kommt.

Ein ausführliches Interview mit Tim O'Reilly hat FAZ-Netzökonom Holger Schmidt.

0 TrackBacks

Folgende Einträge anderer Blogs beziehen sich auf den Eintrag Web 2.0 is over

TrackBack-URL dieses Eintrags: http://blog.sinnerschrader.de/mt/mt-tb.cgi/2521

2 Kommentare

Ich bin nicht in Berlin. Ich nehme daher das Tun, Reden und Handeln auf der Web 2.0 Expo Europe aus einer gewissen Distanz wahr.

Aus meiner Sicht gibt es eine gewisse Kontinuität, wenn man O'Reillys Aussagen aus dem letzten Jahr mit denen vergleicht, die man gestern hören konnte. Schon im letzten Jahr sprach O'Reilly davon, dass Web 2.0 Alltag geworden ist in vielen Bereichen. Er sprach natürlich aus seiner amerikanischen Perspektive und so mancher deutsche und europäische Zuhörer musste sich nocheinmal vergewissern, sich nicht verhört bzw. verlesen zu haben. Man war damals überrascht und macnhmal war man sogar richtiggehend geschockt. Schon damals meinte O'Reilly, dass es an der Zeit wäre, dass auch in Europa nicht mehr alleine über das neue Web 2.0 geredet werde, sondern das es endlich an der Zeit wäre, Business zu machen, natürlich (auch) unter Anwendung von 2.0 Techniken und Einsichten, die man diesem Schlagwort zuordnete. In gewisser Weise geben die Ereignisse an den Finanzmärkten ihm Recht. Zukünftig spielt Relevanz eine viel grössere Rolle. Es genügt (hoffentlich) nicht mehr, in einer Präsentation einer Geschäftsidee oft genug den Begriff Web 2.0 unterzubringen, um Erfolge zu feiern. Auf den Hype folgt die Bodenbildung. An sich ist das doch eine gesunde Entwicklung. Man muss natürlich hoffen, dass den irrationalen Höhen nicht irrationale Tiefen folgen, die auch Firmen und Ideen in die Tiefe mitreissen, die das so nicht verdient haben. Ansonsten kann Konsolidierung auch eine Chance sein. Ich bin gegenüber Tim O'Reilly immer eher kritisch gewesen, doch was ich gestern gehört habe, klingt, als wäre da eine gesunde (mögliche) Entwicklung zu erkennen.

Die Keynote war nicht wirklich neu, da er sie schon in San Francisco und in New York gehalten hat (inklusive der Luftbrücke), allerdings hat er Recht in meinen Augen. Die Probleme müssen vor allem auch über das Internet angegangen werden. Genauso wie im richtigen Leben.
Was mir an der Keynote gefehlt hat war der Beitrag von Botanicalls, in dem Pflanzen einen Status twittern, wenn sie wieder gegossen werden.
Erinnert an die Anfänge des klassischen Internets, zielt jedoch auf das semantische Web (Ich mag den Begriff nicht, aber, Web 3.0?). Genauso die Sache mit @laundryroom in Twitter, wo der Auslastungsstatus von Waschmaschine und Trockner in einem Studentenwohnheim getwittert wird ...
Ich schweife ab: ich denke nicht, dass das Web 2.0 tot ist. Schon allein dass es so viele Menschen bewegt ist doch toll.

Jetzt kommentieren


Geben Sie die Zeichen ein, die Sie im obigen Bild sehen.

Digitaler Frischfisch

Der interaktive Konsument revolutioniert das Marketing.

TwitterCounter for @fischmarkt
Fischmarkt on Facebook

Blogroll