Online als Kanal Nr. 1 in der Markenführung

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burdin.jpgDer kressreport hat sich Anfang Januar ausführlich mit dem Thema Markenführung im Internet befasst. Der Autor Stephan Randler sprach dafür u.a. mit Laurent Burdin, Beratungsgeschäftsführer von SinnerSchrader.

Welche Art der Onlinewerbung eignet sich für Branding (Display, SEM, Affiliate)?

Der Online-Kanal eignet sich sehr gut für den Markenaufbau - solange man seine Spielregeln gut kennt. Internet ist kein passives Medium, wo man wie in klassischen Massenmedien eine Botschaft pusht und der Konsument der Marke zuhört.

Branding funktioniert online nur, wenn der Konsument involviert wird. Deshalb halte ich Displaywerbung, SEM oder Affiliatemarketing nicht für das beste Instrument, sondern eher die Website selbst - mit Foren, mit Austauschmöglichkeiten zwischen Marken und ihren Kunden, aber auch mit Microsites.

Heinz: Talk to the Plant

Meine Lieblings-Brandingwebsite ist zur Zeit Heinz in Schweden mit "Talk to the Plant", "The interactive ketchup growing experiment". Vorbildlich ist auch der systematische Aufbau der Marke Uniqlo über das Web, der vollkommen zu Recht einen Cyber Lion in Cannes gewonnen hat, oder auch unser Kunde ECCO mit dem "Team Sherpa Blog". Da fühlt man sich involviert und da versteht man, was die Marke vorhat.

ECCO: Team Sherpa Blog

Wie lässt sich überhaupt der Erfolg von Online-Branding sinnvoll messen (Stichwort: Geringe Klickraten)?

Das ist ein entscheidender Punkt. Man muss sich vorher Gedanken machen, wie man den Markenaufbau online messen kann: qualitativ mit Imagekriterien, insbesondere in onlineaffinen Zielgruppen, und Tracking der Konsumentenmeinungen online, und quantitativ mit Klickraten, Conversion Rates (zum Beispiel Registrierungen), aber auch Segmentierung - wo kommen die Kunden her, sind es neue oder bestehende Kunden?

Ist die Messbarkeit von Online-Werbung bei Branding eigentlich Segen oder Fluch?

Es ist ein Segen und ein absolutes Muss. Ich hörte vor kurzem von einem Marketingdirektor: "Wir machen wenig online, weil wir die Wirkung nicht messen können!" Und das in einem Medium, in dem sich alles messen lässt. Kaum zu glauben! Mein Rat ist: Messkriterien festlegen (nicht zu viele), regelmäßig analysieren und dann verbessern.

Funktioniert Markenbildung überhaupt völlig online oder braucht es immer klassische Werbung dazu?

Es geht um den richtigen Mix, nicht um ein Entweder-oder. Wir beobachten, dass man Online als Kanal Nr. 1 in der Markenführung aufbauen und damit erfolgreich sein kann. Nehmen wir die bekannteste und erfolgreichste Markeneinführung der Welt: "Obama". Die lief vor allem in einem Medium, dem Web.

Inwieweit kann sich das Internet überhaupt als Leitmedium entwickeln?

Da haben nur die Konsumenten das Sagen, und sie haben entschieden: Das Internet ist der Kanal Nr. 1.

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1 Kommentare

Markenführung im Internet ist aus meiner Sicht bereits gelebte Realität. Jedoch in der Frage nach den geeigneten Instrumenten sehe ich aktuell noch viel Bewegung.
Die Interaktionsmöglichkeiten zwischen Marke und Kunde, wie von Herrn Randler festgestellt, spielen hierbei eine wesentliche Rolle für eine erfolgreiche Markenentwicklung.
Bedeutet dies, dass Coporate Websites "dialogfähiger" werden müssen oder wird der Austausch auf Social Media Plattformen stattfinden und von dort in die Markenpräsenzen integriert? Spannende Frage.

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