Das Fachblatt Horizont hat die Chefs der deutschen Mediaagenturen zu ihren Prognosen für 2009 und ihren Investitionsplänen befragt. Die Erwartungen sind erwartungsgemäß düster, aber spannend ist, wo die Mediaspezialisten die Zukunft ihres Geschäfts sehen.

Jürgen Blomenkamp, CEO der Group M
Die Zukunft der Werbung ist überwiegend digital. Hier werden wir uns weiter massiv und mit hohem Tempo engagieren. Insbesondere wird es uns darum gehen, die Möglichkeiten einer individualisierten Konsumentenansprache in allen Facetten auszunutzen und weiter zu optimieren. Dies ist zugleich eine Chance für alle Marktpartner: Werbungtreibende, Agenturen und Medien.
Andreas Bölte, CEO Aegis Media
Interessant ist für uns vor allem der digitale Bereich.
Jens-Uwe Steffens, Geschäftsführer Pilot Media
Wir investieren schon seit Jahren in Forschung und neue Tools für die kombinierte Zielgruppenansprache über TV und Online: Stichwort „Doubleplay". Darüber hinaus steht bei uns die Online-Kreation im Fokus - ein Bereich, der sich in einem dynamischen Entwicklungsprozess befindet.
Marianne Dölz, Geschäftsführerin Initiative
Wir werden weiter in den Bereich Kreation und Innovation insbesondere im Digitalbereich investieren, um mehr Konzepte entwickeln zu können, die Offline- und Onlineaktivitäten effizienter vernetzen. Hier spüren wir auf Kundenseite einen großen Bedarf.
Michael Dunke, CEO Universal McCann (UM)
Generell in den digitalen Bereich und hier speziell in den Bereich Performance-Marketing (Search, Affiliate etc.) sowie E-Commerce und Mobile. Zudem werden wir unsere Marktführerschaft beim Thema Geo-Marketing und Handels-Marketing konsequent weiter ausbauen durch Entwicklung und Integration des lokal gesteuerten digitalen Targetings.
Manfred Kluge, CEO Omnicom Media Group Germany (OMGG) und Dirk Fromm, Geschäftsführer PHD
Digitale Transformation, IT und Brand Science werden Key-Themen sein und befinden sich schon mitten in der Umsetzung.
Michael Bohn, Chairman Vivaki
Wir werden weiter in alle digitalen Bereiche investieren, insbesondere in Mobile- und Social Targeting.
Alle Fotos: Horizont

Spannend ist vor allem, daß alle noch in den traditionellen Dimensionen denken. Media, Werbung, Zielgruppenansprache, Targeting als Streuverlust-Minimierung.
Keiner aber darüber nachdenkt, die Werbung zu transzendieren, den Monolog durch den Dialog abzulösen, die Konsumenten in den Innovations-Prozess mit einzubeziehen, Produkte durch Nutzen, Marketing durch Service und die Marke durch Werte zu vervollkommnen, vielleicht gar zu ersetzen.
Die Konsumenten sind den organisierten Agenturen immer noch weit weit voraus.
Die bestehende Agentur-Denke kann die kommunikativen Probleme der Zukunft nicht mehr lösen.
Kommt darauf an. Auf der einen Seite entwickeln sich auch Agenturen weiter (und die Investitionsabsichten in digitale Kanäle sprechen nicht dagegen). Auf der anderen Seite gibt es auch eine neue Generation von Agenturen.
Horizont hat ja Mediaagenturen befragt, keine Werbe- und auch keine Interaktivagenturen. Mediaagenturen sind die mit den großen Summen an bewegtem Werbegeld. Da ist auf jeden Fall spannend, wohin das Geld fließt.
Richtig. Allerdings nennen sich die Mediaagenturen inzwischen Kommunikationsberatung (oder manche sogar Komm.-Archtekten), da erwarte ich schon ein wenig mehr.
Schließlich wollen sie in ihrem Ideal auch zeitlich vor den Kreativagenturen gefragt werden und mit dem Kunden am Strategischen Marketing-Tisch sitzen.
Schön finde ich, das es hier um Media in einem Netz voller selbtgesteuerter Information geht. Auch die Letzten haben hoffentlich begriffen, dass eine Print-Anzeige im Banner Format nicht die Lösung sein kann. Mir fehlen nach wie vor Systeme, die handlebar sind. Bedürfnisorientiert funktionieren und das Medium optimal nutzen.
Und interaktive Banner meine ich damit sicher nicht....
Ich bin sehr gespannt, was die Zukunft bringt und ich hoffe auf neue Innovationen, die der Konzeption den Raum geben, alles optimal nutzen zu können - ohne ein reiner Onliner zu sein!