Burdas Teilungsproblem

Hubert Burda wird schleichend enteignet. Von Google. Die verlinken auf die sauber recherchierten Artikel seiner Journalisten und helfen Lesern, diese zu finden. Das kann Google aber nur, meint Burda, weil seine Journalisten diese Artikel schreiben - und deshalb solle Google gefälligst dafür bezahlen. Klingt logisch.

In etwa so logisch, wie auf unabhängige Versicherungsmakler zu schimpfen, weil sie ihren Kunden Versicherungen verkaufen, die Versicherungskonzerne anbieten. Oder auf Autohändler zu schimpfen, weil sie Geld damit verdienen, Autos zu verkaufen, die ganz jemand anderes hergestellt hat.

Google verdient sein Geld damit, Nutzern zu sagen, wo sie finden was sie suchen. Burda lebt davon, Lesern das zu bieten was sie suchen. Google würde ohne Burda weniger verdienen, weil es weniger zu finden gäbe. Burda würde ohne Google weniger verdienen, weil weniger finden würden, was Burda bietet.

Klingt nicht gerade danach, als ob Burda von Google widerrechtlich ausgebeutet würde. Hier hilft kaum der von Burda gerufene Gesetzgeber, sondern eher die Spieltheorie: der Volkswirt nennt das Teilungsproblem.

2 TrackBacks

Folgende Einträge anderer Blogs beziehen sich auf den Eintrag Burdas Teilungsproblem

TrackBack-URL dieses Eintrags: http://blog.sinnerschrader.de/mt/mt-tb.cgi/2848

»Wer die Leistung anderer nutzt, muss auch dafür bezahlen. Ein angemessener Anteil an den Werbeerlösen steht den Urhebern von Nachrichten und redaktionellen Angeboten zu.« … schreibt Sven Scheffler, Chefredakteur Handelsblatt.com neben anderen be... Mehr

Steckt der Journalismus, ja vielmehr der Qualitätsjournalismus in Deutschland, in einer Krise? Nahezu regelmäßig liest man in einschlägigen Publikationen über dieses Thema. Was sich in unseren Landen für den Leser, den Rez... Mehr

4 Kommentare

Endlich wird Fischmarkt mal wieder mit wirklich gutem Content befüllt. Finde ich sehr gut.

Vielleicht sollte Burda auch Kioskbesitzer verklagen?

Ich bin deiner Meinung, Arno. Aber deine Vergleiche mit Versicherungen und Autohandel sind leider schwankend. Das ist so nicht vergleichbar. Versicherungensmakler und Autoverkäufer kriegen Provision, bzw. haben eine Marge, die sie auf das Ursprungsprodukt schlagen. Das ist bei Google und seinem Content nicht so.

Im engeren Sinne hat Herr Burda demnach schon recht - nur eben nicht im weiteren Sinne. Er muss schon über den Tellerrand blicken und sehen, dass Google für beide Seiten eine Win-Win-Situation schafft. Zudem gibt Google den Content ja nicht für seinen eigenen Content aus, sondern schickt die Besucher brav auf die entsprechende Burda-Seite.

Insofern sollte er nicht meckern. Meine Theorie ist, dass Herr Burda selbst nicht sehr viel vom Internet versteht. Nur so entstehen solche etwas unglücklichen Forderungen. Vielleicht legt er es aber auch nur drauf an. Wer weiß...

@Daniel Peters

Das Argument verstehe ich nicht - Google kassiert für seine eigene Dienstleistung, nicht für die Inhalte von Herrn Burda. Dass diese Dienstleistung ohne Burda nicht möglich wäre, ist ja richtig, aber vollkommen unerheblich. Niemand hindert Burda daran, eine eigene Suchmaschine aufzumachen, Google auszusperren oder sich mit den anderen Verlegern zu verbünden um das zu tun.

Bei den Autohändlern ist es genauso - natürlich leben die davon, dass andere Autos bauen, aber deshalb müssen sie doch nicht freiwillig ihre Gewinne mit den Autoherstellern teilen.

es scheint ein wenig wie die henne und das ei zu sein...wer als erster da? ..es ist als ob die henne sagen würde: he ei, ich brauch dich nicht!lol

Jetzt kommentieren


Geben Sie die Buchstaben ein, die Sie in obigem Bild sehen.

Digitaler Frischfisch

Der interaktive Konsument revolutioniert das Marketing.

TwitterCounter for @fischmarkt

Anderswo aufgelesen

Blogroll