Mercedes steht mit seinem Werbeausgabeverhalten in Großbritannien offensichtlich nicht alleine: Im ersten Halbjahr 2009 war das Internet zum ersten Mal das größte Werbemedium in Großbritannien, noch vor dem Fernsehen.
Der Onlinewerbeumsatz wuchs in den ersten sechs Monaten um 4,6 Prozent auf 1,75 Mrd. Pfund. Das entspricht einem Anteil von 23,5 Prozent am Werbemarkt. Die Zahlen stammen aus einer Untersuchung des Internet Advertising Bureau (IAB).
Die TV-Werbung schrumpfte im gleichen Zeitraum um 16,1 Prozent auf 1,64 Mrd. Pfund, entsprechend einem Marktanteil von 21,9 Prozent. Der gesamte Werbemarkt in Großbritannien schrumpfte mit 16,6 Prozent sogar noch etwas stärker auf 7,74 Mrd. Pfund.
Auch wenn sie sich auf Twitter noch nicht zu äußern wagt. Elisabeth Noelle-Neumann formulierte in den 70er Jahren die Theorie der Schweigespirale. Danach hängt es in vielen Fällen von der wahrgenommenen Mehrheitsmeinung ab, ob sich Menschen öffentlich zu ihrer Meinung bekennen.
Auf Twitter war das Bild am Wahlabend klar: großes Entsetzen über die schwarz-gelbe Mehrheit, allgemeine Abscheu gegenüber der FDP. Dabei bin ich fast sicher, dass sich gerade auf Twitter überdurchschnittlich viele FDP-Wähler tummeln. Aber nur wenige von ihnen haben sich öffentlich geäußert, weil sie die Konfrontation mit der wahrgenommenen Mehrheit scheuten.
Es gibt ein neues liberales Milieu, das die Basis für den Wahlerfolg der FDP bildet. Und es ist gar nicht so weit entfernt von denen, die es Arbeit nennen. Gustav Seibt macht in der Süddeutschen Zeitung eine nicht unerhebliche neue Mitte aus.
Diese hätte früher selbstverständlich SPD oder Grüne gewählt. Heute aber ist sie vierteljährlich mit der Abrechnung der Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt beschäftigt. Viele kreative Berufe - Filmproduzenten, Webdesigner, Galeristen, etablierte Schauspieler - sind heute nicht mehr in Groß- und Staatsbetrieben wie Museen und Theatern beschäftigt. Stattdessen betreiben sie schnell entstehende wie vergehende kleine und mittlere Subunternehmen. Zwischen ihnen und dem Staat liegt keine Personalstelle mehr. Und so hat für sie das Wort "Transferleistung" eine Anschaulichkeit, die da fehlt, wo man nur einmal im Monat achtlos einen Gehaltszettel abheftet.
Dass am unteren Rand dieses Kreativbürgertums die Zwangsverwaltung des Alltags durch die Arbeitsagenturen droht, macht die Einstellungen dieser Leute nicht sozialdemokratischer. Wer fast 20 Prozent Umsatzsteuer für jene öffentlich-rechtlichen Radiohonorare entrichtet, die von den öffentlich-rechtlichen Gebührenempfängern nicht vergütet werden, und wer einmal im Jahr die Bescheide der Künstlersozialkasse über die wahrscheinliche Rente ab 67 erhält, der schaut mit kühlem Blick auf die Rentnerheere bei den anderen Parteien.
Und so fort. Auch für die Piratenpartei, eigentlich eine Art FDP 2.0, hat Seibt eine passende Erklärung parat:
Übrigens mag es sein, dass die Piratenpartei bald den Prekariatsflügel dieses volatilen intellektuellen Unternehmertums darstellt. Und auch das hat nicht nur einen kulturellen Hintergrund, geht es doch um Zugangs- und Verwertungsrechte im Hauptarbeitsfeld dieser Schicht: dem Internet. Und um jene bürgerliche Freiheit sowieso, die den alten Staatsvolksparteien immer öfter weniger bedeutet als die Sicherheit. In diesem Milieu, das wachsen wird, will man sich weder von der Arbeitsagentur das Leben vorschreiben noch vom Staatsschutz durchleuchten lassen.
Dieser Freiheitswille, er hieß einmal Liberalismus.
Die Piratenpartei und mit ihr die lautstarke Mehrheit auf Twitter sitzen vorerst in ihrer Nische fest, als Minderheiten, die sie tatsächlich sind. Denn wie Christoph Salzig treffend bemerkt:
Die Selbstwahrnehmung der Anhänger und einiger Piraten selbst und die erzielte Wirkung stehen in einem dissonanten Verhältnis. Hierzu gibt es in der Marketing-, Werbe- und PR-Welt leider einige unübersehbare Parallelen. Nicht umsonst werden die zum Teile ebenso zaghaften wie untauglichen ersten Schritte einzelner Unternehmen, sich in Web 2.0 (allein, dass dieses Wort aus dem Sprachgebrauch der so genannten Social Media Evangelisten bereits getilgt wurde, spricht Bände) zu versuchen, mit einer Urgewalt gebrandmarkt, dass man den Eindruck gewinnen kann, das Ende des Word Wide Web steht bevor.
Doch die Wahrheit sieht anders aus. Während bisweilen für mehrere Tage (darauf beschränken sich derartige Diskussionen zum Glück) in der Social Media Nische kaum noch andere Themen gehandelt werden, nimmt die "große, weite Welt" da draußen, kaum Notiz. Nicht allein Vodafone-Sprecher Kuzey Alexander Esener konstatierte, dass der vom "Mikrokosmos" ausgelöste Social Media "Tsunami" sich in den Filialen überhaupt nicht ausgewirkt hat. Ein wenig mehr Bodenständigkeit stünde vielen Protagonisten gut zu Gesicht. Das würde das Verständnis für die eigenen Ansichten und dringend notwendige Richtungswechsel in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik substanziell fördern.
Der Lebensmitteleinzelhändler REWE führt die neue Eigenmarke REWE Feine Welt ein. Und ist zu diesem Anlass Neukunde von SinnerSchrader geworden. Wir hatten das Vergnügen, die Onlinepräsenz zur Markeneinführung zu inszenieren (Achtung - heftiges Flash!).
Neben dem filmischen Einstieg gibt es drei Wege, die interaktive Gourmet-Erlebniswelt zu erkunden. Der Konsument kann sich zum einen an verschiedenen Kontinenten und Regionen orientieren. Der zweite Weg führt über eine interaktive Übersicht der über 100 Feinschmeckerprodukte. Und schließlich kann er sich an den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen orientieren.
Wer Flash nicht mag, der sollte hier am besten gar nicht erst klicken. Mir selbst sind die meisten Schriften zu klein. Aber dafür ist der Spaßfaktor umso größer. Und da ich nicht weit von einem REWE-Markt wohne und oft dort einkaufe, freue ich mich schon auf den nächsten Einkauf. Um mir mal in realiter anzuschauen, was meine Kollegen als Flashwelt zusammengeschraubt haben.
Amir Kassaei scheint in der Form seines Lebens zu sein. Oder auch nur auf Krawall gebürstet. Neben seiner Dauerfehde mit dem ADC treibt ihn ein echtes Anliegen: die digitale Revolution im Marketing. Auf der dmexco prangerte er die Arroganz der Agenturen an:
Die digitale Markenführung kann nur vom Mensch draußen auf der Straße gemacht werden. Der Konsument selbst ist das größte Tribunal überhaupt. Wer das nicht einsieht, ist verlogen, kapiert nicht, was in der Welt passiert oder hat den Schuss nicht gehört.
Der Werbeblogger geht noch einen Schritt weiter und demontiert gleich den ganzen Begriff:
Meine These: Digitale Markenführung ist ein Widerspruch in sich. Entweder die Marke wird über alle Wege und Berührungspunkte mit den Menschen (klassisch und online) geführt, oder es ist gar keine Markenführung. Eine Abgrenzung ist nicht möglich.
Die Frage ist: Wer führt? Die Unternehmen, die Agenturen - oder der Konsument?
Die Nachricht des Tages kommt weder aus Kölnnoch aus Amsterdam: Mercedes gibt die Hälfte seines Marketingbudgets in Großbritannien jetzt digital aus. Das ist ein Meilenstein auf dem Weg der digitalen Revolution. Und offensichtlich wird diese Revolution aus Deutschland gesteuert, präzise: aus Baden-Württemberg.
"We don't have normal marketers just doing online ads, or just putting our TV ads online," he said. "We have a whole department, for example, at our headquarters in Germany just doing digital marketing."
Zu Beginn sei festgehalten: Der m2 MedienMittwoch ist eine gelungene Veranstaltung, die sich zu besuchen lohnt. Die Location war mit dem Sachsenhäuser Depot 1899 exzellent gewählt, die Besucherzahl war rekordverdächtig und die rege Beteiligung derjenigen innerhalb und außerhalb des Saales, die Ihre spontanen Anmerkungen über die eingerichtete Twitter-Wall öffentlich machten, war beachtlich.
Der Titel der Veranstaltung, der große Erwartungen bei dem ein oder anderen schürte, endlich die goldenen Regeln für einen Erfolg mit und vor allem durch die Social Networks zu erhalten, tat sicher sein übriges für den guten Besuch an diesem Abend. Diejenigen, die rein mit einer solchen Erwartungshaltung die Veranstaltung besuchten, wurden allerdings ein wenig enttäuscht.
Zu sehr stand an diesem Abend Vodafone mit seiner jüngsten missglückten Kampagne im Fokus der Diskussion und Kritik. Sicher ist Vodafone ein gutes Beispiel, an dem man Fehler aufzeigen kann. Es reicht halt nicht, einen prominenten Blogger wie Sascha Lobo als Testimonial zu engagieren, darüber die "Generation Upload" zu definieren und zu glauben, das hat Erfolg.
Hier fehlte zunächst mal der Blick auf das Produkt. Um im Social Marketing erfolgreich zu sein, brauche ich als allererstes ein gutes Produkt. Das hatte Vodafone nicht. Genauso unglücklich ist der Begriff "Generation Upload". Der geht vorbei an ihrer Zielgruppe, falls sich dadurch überhaupt eine Zielgruppe angesprochen fühlt. Dennoch zeigte auch die Diskussion auf dem Podium, wo mit Olaf Kolbrück (Redakteur & Blogger, Horizont), Kai Hattendorf (Bereichsleiter Unternehmenskommunikation, Messe Frankfurt), Kuzey Alexander Esener (Leiter Wirtschafts- und Unternehmenspresse, Vodafone), Ralf Schengber (Community-Experte) und Holger Schmidt (Wirtschaftsredakteur, FAZ) ausgewiesene Experten Platz nahmen, dass selbst hier durchaus unterschiedliche Meinungen beispielsweise in puncto Reaktionszeit von Unternehmen auf (negative) Stimmungen innerhalb der Communities vorherrschen.
Dieses Thema hätte man an dem Abend kürzer fassen können und sollen. So war das Ende dieser Diskussion eher durch Drängen aus dem Publikum und von der Twitter-Wall geschuldet, zum einen aus Mitleid für Kuzey Alexander Esener von Vodafone, und zum anderen fehlten ja noch die goldenen Regeln. Speziell für letztere interessierte sich vor allem der ein oder andere Kleinunternehmer, der wissen wollte, wie er denn mit wenigem Aufwand Social Marketing für sich gewinnbringend nutzen kann.
Dies konnte schließlich nicht zur vollsten Zufriedenheit vom Podium beantwortet werden. Zu allgemein waren insgesamt die Aussagen. "Informieren, nicht verkaufen", "für relevante Inhalte Sorge tragen", "Kritik auch aushalten können" und vor allem "locker bleiben" waren die nicht ganz unbekannten Aussagen für den erfolgreichen Umgang mit Online-Communities.
Sehr erfrischend waren während des gesamten Abends die Beiträge zu der Veranstaltung auf der Twitter-Wall, die man permanent live aus dem Publikum heraus verfolgen konnte. So ergab sich ein interessantes Spiegelbild zwischen den Beiträgen auf der Twitter-Wall und der Stimmung beim Publikum im Saal.
Was diese Veranstaltung ebenfalls auszeichnet, ist die Gelegenheit in netter Atmosphäre viele Menschen zu treffen, die sich alle für das Thema interessieren. So genießt man im Anschluss an den Abend noch das eine oder andere Getränk und führt mit verschiedensten Personen spannende Gespräche. Ich habe dies jedenfalls so gehalten. Kann nur betonen, ein echter Mehrwert!
So war es dann auch alles in allem eine runde Veranstaltung, der man lediglich eine etwas kontroversere geführte Podiumsdiskussion neben dem Beispiel Vodafone gewünscht hätte.
Dirk Hibbeler leitet das Frankfurter Büro von SinnerSchrader.
Der eine oder andere unter den Lesern dieses Blogs weiß vielleicht, dass wir bei SinnerSchrader derzeit in die Vorbereitung der JSConf.eu involviert sind, der europäischen Javascript-Konferenz. Verglichen mit der next conference ist das eine ziemlich kleine und stark fokussierte Veranstaltung. Und wie die Dinge liegen, läuft sie extrem gut. Die Konferenz wird am 7. und 8. November in Berlin stattfinden.
Berlin ist bekanntlich die deutsche Hauptstadt. Diese Tatsache allein macht die Stadt von vornherein attraktiv für ein internationales Publikum - vielleicht mehr als Hamburg. Berlin ist mehr als doppelt so groß wie Hamburg. Da mit airberlin und easyjet zwei Billigflieger ihre Drehkreuze in Berlin betreiben, ist die Stadt aus ganz Europa günstig und problemlos zu erreichen.
Die JSConf.eu hat uns zum Nachdenken veranlasst, auch mit der next conference nach Berlin zu gehen. Wir werden aber nicht nach Berlin ziehen, ohne vorher die next community zu fragen, die in den letzten vier Jahren all das möglich gemacht hat. Es wäre absolut unmöglich, die next conference ohne all die Leute zu veranstalten, die große Mengen an wertvoller Zeit und Geld in sie investiert haben.
Also ist Ihr Votum gefragt. Zwei Klicks genügen. Und vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Eine Bemerkung zum Schluss - wir werden die endgültige Entscheidung sicher nicht nur vom Ergebnis dieser Umfrage abhängig machen. Aber es wird eine wichtige Rolle im Entscheidungsprozess spielen.
Zum Thema Fashion & Lifestyle gab bereits Matthias Schrader Denkanstöße mit seiner Präsentation "Herausforderung Fashion 2.0 - Zwischen Renaissance und Share Economy" auf dem Social Commerce Forum im Juni. Der Umbruch in der Modebranche hin zum interaktiven E-Commerce gibt Anlass für weitere Diskussionen. Deshalb veranstaltet Kongress Media nun am 6. und 7. Oktober das Fashion Commerce Forum in Hamburg.
Im Fokus der Veranstaltung stehen neue Herausforderungen und Best Practice Cases im Bereich Mode und Lifestyle. Unter anderem präsentiert Niels Asbjørn Schuldt, Global Interactive Marketing Manager und Strategic Project Manager von ECCO, ein Best-Practice-Beispiel zum Thema "Produktinszenierung als Verkaufsargument". ECCO ist seit 2006 Kunde von SinnerSchrader. Seit kurzem gibt es ecco.com im neuen Gewand, proudly tailored by SinnerSchrader.
Der Kreativpreis „SIM" für Handykampagnen wird in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen. Die Preisverleihung des internationalen Wettbewerbs Das Mobile 2008/2009 findet am 27. September in München statt.
In der Jury vertreten ist unter anderem Chris Wallon, Kreativgeschäftsführer von SinnerSchrader. Der von CommClubs Bayern veranstaltete Wettbewerb zeichnet in den Kategorien Integriertes Kommunikationskonzept, Pull-Kampagnen und Push-Kampagnen aus. Die innovativste mobile Idee erhält den Sonderpreis „o2 Grand Prix".
Das Geld liegt zwar auch in Hamburg nicht auf der Straße. Aber 25.000 Euro sind schließlich kein Pappenstiel. Zahlbar in drei Tranchen: 15.000 gehen an den Sieger, 7.000 an den Zweitplatzierten. Und wieviel der Dritte bekommt, kann sich jeder selbst ausrechnen.
Hamburg@work lobt diese Summen für die Gewinner des Webfuture Award aus, der am 19. November zum dritten Mal in Hamburg vergeben wird. Bis zum 30. September können sich Gründer sowie kleine und mittelständische Unternehmen aus der Metropolregion Hamburg bewerben, die Teilnahme ist kostenfrei.
Die Juroren, darunter Gottfried Neuhaus (Neuhaus Partners), Thomas Schnieders (Otto) und Jan Starken (Tchibo), wählen aus allen Einreichungen die Kandidaten für die Endrunde aus. Die Finalisten haben dann die Gelegenheit, in Einzelgesprächen von jeweils fünf Minuten die Juroren von ihren Konzepten zu überzeugen.
Und nicht den Vermarktern oder den Mediaagenturen. Diese Position vertritt Matthias Schrader in einem Gastbeitrag auf dem dmexco-Blog.
Warum? Ganz klar: Am Ende bezahlen die Unternehmen die Rechnung für die Kampagnen. Daher sollten sie den vollen Zugriff auf die Konsumentenprofile erhalten. Nur wenn die Werbungtreibenden über die generierten Nutzerprofile verfügen, können sie diese bei einem Wechsel der Agentur weiterhin nutzen. Targeting sollte aus Sicht der Werbungtreibenden betrachtet werden.
In zwölf Tagen werden Gott (nein, wahrscheinlich nicht) und die Welt nach Köln zur ersten dmexco fahren, die dort am 23. und 24. September stattfindet. Es ist die Nachfolgeveranstaltung der Düsseldorfer OMD. Beides sind in meinen Augen klassische Web-1.0-Events. Aber das ist nicht der Grund, warum ich nicht nach Köln kommen werde.
Der Grund ist die PICNIC, eine wunderbare Konferenz, die jedes Jahr im September in Amsterdam stattfindet, diesmal vom 23. bis zum 25. September. Und da ich die Kunst der Bilokation noch nicht beherrsche, muss ich mich für eines der beiden Events entscheiden. Nichts gegen Köln, aber ich habe mich für Amsterdam entschieden.
Und das beste ist: Sie können auch dabei sein! Wir haben ein Ticket für die PICNIC zu vergeben. Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar (Mailadresse nicht vergessen) und nennen Sie einen Grund, der für die PICNIC spricht. Und da wir gerade darüber reden - ein Blick auf die spitzenmäßige Sprecherliste mit Namen wie Nicholas Negroponte und Niklas Zennström lohnt sich.
Horizont-Redakteur Bert Rösch hat Agenturen und Vermarkter zur erfolgsbasierten Abrechnung im Onlinemarketing befragt. André Jonske, Leiter Media bei SinnerSchrader, hat geantwortet:
Wird der Performance-Ansatz im Onlinemarketing derzeit überbewertet?
Nein, performance-orientierte Werbung bleibt im Pullkanal Internet die wichtigste Währung.
Was kann man tun, damit die Werbetreibenden die Brandingwirkung wieder entsprechend honorieren?
Publisher und Vermarkter können wenig tun. Agenturen können den Werbetreibenden jedoch über crossmediale Messung zeigen, wie branding-orientierte Maßnahmen auf das Performance-Marketing einzahlen und es in seiner Wirkung optimieren.
Ein radikaler Vorschlag lautet, Banner nicht mehr klickbar zu machen. Was halten Sie davon?
Warum nicht gleich das Internet abschaffen?
Wie kann man die Werbetreibenden überzeugen, das Internet in gebührendem Umfang als Branding-Tool einzusetzen, sprich gemäß der Nutzung des Mediums Internet?
Am besten, indem man einmal ehrlich die Performance der Offlinekanäle misst.
Wer sind die großen Bremser beim Thema Branding im Netz? Die Mediaagenturen, weil sie auf die hohen Provisionen in den klassischen Medien schielen?
Die größten Bremser sind Bequemlichkeit und Gewohnheit.
Die schnelldrehenden Konsumgüter (FMCG) führen bis jetzt meist ein Schattendasein in Sachen E-Commerce. Wer kauft schon Shampoo oder Quark im Internet? Kein Wunder, dass der US-amerikanische Konsumgüterriese Procter & Gamble bis jetzt nicht einmal ein Prozent seines Umsatzes auf diesem Weg macht. Doch der neue CEO Bob McDonald ist nun angetreten, dies zu ändern.
In den kommenden Jahren plant er, den E-Commerce-Umsatz von heute etwa 500 Mio. auf mindestens 4 Mrd. US-Dollar zu steigern - das wäre eine Verachtfachung und ein immerhin sichtbarer Anteil am Konzernumsatz von 79 Mrd. US-Dollar. Dabei geht es nicht nur um Direktvertrieb, sondern auch um den Onlineumsatz über Händler wie WalMart und Amazon. Lucas Watson, Global Team Leader Digital Business:
The ability whenever the consumer raises her hand and says, "I'm ready to buy," to connect her directly to a purchase rather than have her wait and go to a store, we think of it as providing better service.
Dieses Ziel harmoniert hervorragend mit steigenden Investitionen in Digital Media: Im ersten Quartal 2009 hat Procter & Gamble seine Bruttowerbeaufwendungen über alle Medien um 18 Prozent gekürzt und gleichzeitig die Investitionen in Onlinedisplaywerbung mehr als verdoppelt. Marc Pritchard, Global Marketing Officer von P&G:
Our media strategy is pretty simple: Follow the consumer. And the consumer is becoming more and more engaged in the digital world.
Vor zehn Jahren publizierten vier Autoren das Cluetrain Manifesto. Es besteht aus 95 Thesen, hinterlegt mit einem ganzen Buch. Das sind knapp 24 Thesen pro Co-Autor, mehr als das heute veröffentlichte Internet-Manifest (u.a. auch da und dort) insgesamt schafft. Dort ringen sich 15 (!) Autoren gerade einmal 17 Thesen Behauptungen ab.
Unter den Autoren sind so illustre Namen wie Sascha Lobo, Thomas Knüwer, Stefan Niggemeier und Mercedes Bunz. Mit einem Wort: Es sind unsere Besten, auch wenn vielleicht der eine oder andere fehlt und ich mich bei anderen wiederum frage, wie sie wohl auf diese Liste geraten sind.
Umso enttäuschender ist die geballte Mittelmäßigkeit, die aus den Behauptungen und ihrer Beweisführung spricht. Viele Gemeinplätze, wenig Kontoverses, dafür eine Reihe steiler Thesen und überaus optimistischer Annahmen. Ein paar Beispiele:
Gemeinplätze: "Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen." Oder: "Durch das Internet kann der Journalismus seine gesellschaftsbildenden Aufgaben auf neue Weise wahrnehmen." Das ist so allgemein, dass es jeder unterschreiben könnte.
Steile Thesen: "Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet Geld verdienen. Dafür gibt es bereits heute viele Beispiele." Oder: "Das Internet entlarvt gleichförmige Massenware." Ein paar Beispiele, wie sich mit journalistischen Inhalten Geld verdienen lässt, wären ganz schön. An Beispielen gleichförmiger Massenware mangelt es hingegen nicht, an ihrer Entlarvung durch den Massenkonsumenten jedoch arbeiten wir wohl noch.
Weniger Autoren, dafür mehr Thesen - das wäre vielleicht mehr gewesen. So ist es nur noch ein weiteres Thesenpapier. Und an Papier herrscht in diesem Jahr der Appelle und Erklärungen nun wirklich kein Mangel.
Mediaagenturen investieren in Profiling- und Targeting-Technologien, Vermarkter schließen sich zusammen, um die kritische Masse an Konsumentenprofilen sammeln zu können, mit der Targeting erst Sinn hat. Eine der heiß diskutierten Fragen ist, wem diese Profile letztlich gehören - den Vermarktern, den Agenturen oder gar den Werbungtreibenden, die schließlich am Ende die Werbung bezahlen?
Bei dieser Diskussion bleibt einer außen vor - der Konsument, der letztlich die ganze Veranstaltung bezahlt und um dessen Daten es beim Targeting geht. ina schreibt in einem Kommentar:
Die Konsumenten"profile" gehören weder den Vermarktern noch den Agenturen oder Werbetreibenden - sie gehören den Konsumenten.
Vermarkter, Agenturen und Werbungtreibende verfügen über mehr oder weniger große und spezifische Cluster, _besitzen_ aber keine einzelne Profile der Konsumenten.
Im Prinzip sehr richtig, aber in der Praxis geht es Vermarktern, Agenturen und Werbungtreibenden gerade darum, solche Profile aufzubauen. Die Vermarkter haben damit begonnen, die Mediaagenturen springen auf den fahrenden Zug auf und die Werbungtreibenden werden früher oder später eigenes Know-how und eigene Technologie aufbauen, um ihre Kundenbeziehungen zu verbessern.
Sie sind in diesem Spiel die einzigen Spieler, die ein Interesse daran haben können, den Konsumenten die Kontrolle über ihre Daten und Profile zu geben. Denn sie wollen keine Werbung an Konsumenten ausliefern, die diese Werbung nicht sehen wollen. Das wäre rausgeworfenes Geld. Vermarkter und Agenturen hingegen schielen, solange sie nach Kontaktzahl und nicht nach Performance bezahlt werden, immer auch auf das ausgelieferte Volumen.
Früher oder später werde ich in meinem Kundenkonto auch das Profil konfigurieren können, das ein Unternehmen über mich angelegt hat. Doch bis dahin wird noch einige Zeit vergehen. Denn vergessen wir nicht - bis jetzt sind die Profile anonym. Damit wäre dann Schluss.
Bis zur next10 sind es noch acht Monate, aber die ersten 50 Teilnehmer sind bereits registriert. Es gibt im Moment noch 14 Tickets zum Freundschaftspreis von 390 Euro (plus MwSt.), also nutzen Sie die letzte Chance und sichern Sie sich heute noch Ihr Ticket für die next10 zum halben Preis!
next meetup am 17. September
Was bewegt die Branche im kommenden Jahr? Diskutieren Sie mit Martin Recke und Mark Pohlmann die wichtigsten Internetthemen 2010 und das Leitmotto der next10 beim next meetup am 17. September in Hamburg.
Parallel zum Ausklang des Community & Marketing 2.0 SUMMIT lädt SinnerSchrader zu einem Brainstorming und Experten-Roundtable ins Hotel East am 17. September um 13:30 Uhr ein. Gesucht sind die Vordenker, Experten und Visionäre - um über die Ausrichtung der next10 zu diskutieren. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich. Die Zahl der Plätze ist begrenzt, also registrieren Sie sich am besten gleich.
Sonderangebot: next10 + Community & Marketing 2.0 SUMMIT
Sichern Sie sich zwei Konferenzen mit einem einzigen Ticket! Registrieren Sie sich jetzt für die next10 am 4. und 5. Mai 2010 und den Community & Marketing 2.0 SUMMIT am 16. und 17. September 2009 für den Sonderpreis von 990 Euro (zzgl. MwSt.).
Gruner + Jahr, Tomorrow Focus, SevenOne Media (ProSiebenSat.1) und IP Deutschland (RTL) wollen ihre Reichweiten bündeln, um Google und den Mediaagenturen auf dem deutschen Markt Paroli bieten zu können. Das berichtet Netzökonom Holger Schmidt in der FAZ. [via]
Zudem wollen die vier Anbieter zusammen mit der Reichweite des Fernsehens konkurrieren, um an die weiterhin großen Fernsehetats zu kommen. Die Allianz liegt zurzeit zur Genehmigung beim Bundeskartellamt.
Dabei ist offenbar die schiere Reichweite allein gar nicht entscheidend, sondern das Thema Targeting. Hier tobt eine Auseinandersetzung zwischen Vermarktern und Mediagenturen, wem die dabei entstehenden Konsumentenprofile gehören. Beide Gruppen investieren in Targeting-Technologie, doch bis jetzt scheint offen, wer am Ende das Rennen machen wird.
Am Ende bezahlen die Werbungtreibenden die Rechnung für die Kampagnen, deshalb sollten ihnen die Profile gehören.
Weder Vermarkter noch Mediaagenturen können einen Besitzanspruch auf die Konsumentenprofile erheben. Die Konsumenten haben im Zweifel eine Kundenbeziehung zu den werbungtreibenden Unternehmen, aber nicht zu Vermarktern und Agenturen.