Amir Kassaei und die Arroganz der Agenturen

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Amir Kassaei scheint in der Form seines Lebens zu sein. Oder auch nur auf Krawall gebürstet. Neben seiner Dauerfehde mit dem ADC treibt ihn ein echtes Anliegen: die digitale Revolution im Marketing. Auf der dmexco prangerte er die Arroganz der Agenturen an:

Die digitale Markenführung kann nur vom Mensch draußen auf der Straße gemacht werden. Der Konsument selbst ist das größte Tribunal überhaupt. Wer das nicht einsieht, ist verlogen, kapiert nicht, was in der Welt passiert oder hat den Schuss nicht gehört.

Der Werbeblogger geht noch einen Schritt weiter und demontiert gleich den ganzen Begriff:

Meine These: Digitale Markenführung ist ein Widerspruch in sich. Entweder die Marke wird über alle Wege und Berührungspunkte mit den Menschen (klassisch und online) geführt, oder es ist gar keine Markenführung. Eine Abgrenzung ist nicht möglich.

Die Frage ist: Wer führt? Die Unternehmen, die Agenturen - oder der Konsument?

Foto: Horizont

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6 Kommentare

Martin, ich habe es schon beim Werbeblogger geschrieben: Eventuell wurde Kassaei hier auch falsch zitiert. Ich saß in der Debate Hall und kann mich nicht erinnern, dass er von der "digitalen" Markenführung sprach.
Ganz im Gegenteil: Er forderte ein, dass Online und Offline nicht zu trennen sei und die Agenturen sich dementsprechend neu ausrichten müssen.

Ich habe dazu schon Olaf (horizont) eine DM geschrieben. Ich hoffe, er kann die Quelle nennen bzw. den Wortlaut bestätigen...

Das ist eigentlich das treffendere Zitat vom Werbeblogger:

"Der Mensch hat im Übrigen keine Lust, Marken zu “führen“. Er beschäftigt sich mit Marken, tauscht sich über sie aus, empfiehlt oder kritisiert sie, aber die “Führung” einer Marke ist keine basisdemokratische Veranstaltung, die die Menschen an sich reißen wollen."

Und das beantwortet dann auch die abschließende Frage, wer die Marke führt.

Da passt dann auch wieder ein anderes Kassaei-Zitat, das heute durch Twitter ging: "Digital ist kein Medium, Digital ist die Welt."

Markenschafftung / Branding bedeutet die Realität des Marktes neu zu definieren. Das echte Branding geschieht dort, wo der Kunde absolut zufrieden, oder stinksauer ist. Ist das nicht auch die wirkliche Markenschaffung gegen die sich niemand wehren kann?
Manch ein Unternehmen wäre besser dran sich weniger um das Image, sondern mehr um die Substanz zu kümmern. Dann stellt sich auch die Frage ob die Marke dem Kunden sehr viel weniger wichtig ist als die Marketingwelt es annimmt? Wer sich immer um die eigene Marke dreht, beschäftigt sich primär mit der Frage wie man ankommt. Das ist recht ich-bezogen und davon hat der Markt keinen wirklichen Nutzen.

Ich kann Ihm nur zustimmen. Markenführung ist IMMER das optimale Anpassung dessen was ich tue an die Psychologie des Menschen. Im digitalen Bereich sind die Reaktionszeiten nur noch viel kürzer. Deshalb wird eine falsche Entscheidung hier sofort quitiert.

Hinzu kommt natürlich nun noch, dass Online jeder mitredet und damit dem Produkteigentümer die Führung der Marke aus der Hand genommen wird - wenn er es nicht schafft die Online-Gemeinschaft auch zu führen.

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