Diese beiden Folien aus der jüngsten ACTA-Studie sollte sich jeder Marketing- und Medienentscheider einmal in Ruhe ansehen. Sie beschreiben zehn Jahre Revolution.
1999 suchten nur 9 Prozent der Bevölkerung im Internet nach näheren Informationen zu einem Thema, aber 67 Prozent achteten auf Berichte im Fernsehen, 58 Prozent lasen Berichte in Zeitungen und 44 Prozent in Zeitschriften. Heute ist das Internet mit 55 Prozent Medium Nr. 2 hinter dem Fernsehen (64 Prozent), aber vor Zeitungen (50 Prozent) und Zeitschriften (38 Prozent).

Bei den 20- bis 29-Jährigen ist das Internet mit 81 Prozent bereits Medium Nr. 1, das Fernsehen (56 Prozent), Zeitungen (34 Prozent) und Zeitschriften (32 Prozent) haben den Anschluss verloren.

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Das das Internet bei der Gesamtbevölkerung noch nicht ganz vorne ist, liegt sicherlich am Glaubwürdigkeitsdefizit.
Vor 8 Jahren noch wurde die Hausfrau, die sich mit einem Häkelshop auf Ebay selbstständig gemacht hat, milde belächelt. Auch heute wird vielerorts der berufliche Werdegang im Netz noch im Hinterkopf mit einem "hat wohl sonst keine ordentliche Arbeit bekommen" abgestemplet.
Gleiches gilt für die Medien - gerade die Ältere Zielgruppe schreibt Fernsehen und dem gedruckten Papier eine hohe Glaubwürdigkeit zu - meint jedoch das Internet greift eher die gedruckten Berichte auf und veröffentlicht diese zeitlich verspätet und mit eher ungenauen, weil im Netz recherchierten - zusammenhängen.
Es wird wohl noch 9 Jahre dauern bis der Häkelshop und die Informationen im Netz auch in der Älteren Zielgruppe wirklich ernst genommen werden. Fernsehen und Zeitungen haben also noch etwas Zeit sich für den Wandel zu rüsten. Gerade letztere haben ja in den letzten Jahren schon erfahren wie Schmerzhaft der Wandel ist - richtige Lösungen wurden jedoch nicht gefunden. Anscheinend hat man den Ernst der Lange noch nicht wirklich erkannt.