Frank Schirrmacher und die digitale Avantgarde

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Foto via Wikipedia

Freunde werden sie wohl nicht mehr, der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher und die digitale Bohème. In der FAZ von morgen finden sich diese kernigen Sätze, mitten ins Schwarze treffend:

Die deutsche Internet-Debatte ist auf dem Stand der neunziger Jahre. Eine digitale Avantgarde von eigenen Gnaden, die entscheiden möchte, wer dazugehört, tut so, als wäre Kommunikation im Netz nicht kinderleicht und als genügte es in einer Zeit, da selbst „Die Grauen" im Netz unterwegs sind, einen Blog zu besitzen, um sich als Kenner auszuweisen. Das ist verständlich, weil es Politik- und Verlagsberatung verkauft, aber als angeblich progressive Haltung ist es längst von der Wirklichkeit überholt.
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5 Kommentare

Aber wer ist denn nun die digitale Bohème oder Avantgarde? Ich, du, wir, die Anderen? Es gibt sie nicht, weder in der Form eines von FS angedeuteten konspirativen Kollektivs noch in Form eines Verbandes. Und das ist auch gut so ;-).

Gerade dieser Teil des Schirrmacherschen Kauderwelsch irritiert mich besonders. Eine Avantgarde, die ausschließt? Unsinn. Enthusiasten die jeden Mitnehmen (würden), der ein wenig Bereitschaft zeigt. Kommunikation im Netz kinderleicht? Na, dann ist ja gut. Dann kann ich mich ja beruhigt zur Ruhe setzen. "Graue", die im Netz (etwas mehr als nur) surfen? Wo?

Gleichzeitig fuchtelt er mit dem Popanz Maschine herum, die alles beherrscht.

Und in Wahrheit geht es ihm nur um eines. Den Boden für eine Politik bereiten, die sein Medium rettet.

Bah!

@50hz: Klar, wer eine "Werkstatt für Netzkommunikation" betreibt kann das nicht anders sehen. Intelligent ist was anderes.

Sind diese Aussagen nicht bekannt von vielen anderen Debatten? Wenn etwas nicht so läuft wie man es selber für richtig hält, dann sind irgendwelche "bösen Kräfte" am Werk - in dem Fall eine nicht näher benannte "digitale Avantgarde". Also da zu sagen, dass es ins Schwarze trifft, halte ich für übertrieben.
Es wird immer unterschiedliche Mainungen geben und natürlich ist auch immer ein Block an "veralteten und beharrenden" Kräften vorhanden - aber das reicht ja nicht aus um die ganze Debatte als "auf dem Stand der 90er " zu bezeichen.

Muss man sich immer so kompliziert ausdrucken? Kann es nicht einfacher gehen? Das ist ein gutes Motto für 2010 in allen Bereichen der Kommunikation. Für alle -Bohéme oder nicht.
Übrigens, diese Komplexität ist sicherlich, ein Grund, warum Zeitungsleser Richtung Web und knackige Texte wandern.

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