Am 7. Juni 2010 hat Steve Jobs nicht nur das iPhone 4 vorgestellt. Er hat auch annonciert, dass Apple inzwischen 1 Mrd. US-Dollar an App-Entwickler ausgezahlt hat - in den knapp zwei Jahren seit dem Launch des App Store im Juli 2008. Da Apple 30 Prozent vom Umsatz für sich reklamiert, war der gesamte Markt für bezahlte iPhone-Apps also 1,43 Mrd. US-Dollar schwer. In fast zwei Jahren!
Tomi Ahonen hat nachgerechnet, was das für den durchschnittlichen Entwickler bedeutet. Und die Ergebnisse sind wenig ermutigend: Im Durchschnitt hat ein Entwickler in diesen zwei Jahren 8.700 Dollar verdient, wovon Apple 2.600 Dollar abbekam. Bleiben 6.100 Dollar oder 3.050 Dollar pro Jahr. Im Durchschnitt.
Da einige wenige überaus erfolgreiche Apps den Durchschnitt nach oben treiben, liegt der Median deutlich geringer. Tomi berechnet ihn mit schlappen 1.363 Dollar in zwei Jahren oder 682 Dollar pro Jahr. Mit anderen Worten: Die Hälfte aller App-Entwickler haben in zwei Jahren weniger als 1.363 Dollar verdient. Schlechte Nachrichten für die App Economy.
Sind es wirklich schlechte Nachrichten ?
1 Milliarde Dollar werden an Entwickler gezahlt. Das ist ein recht ordentlicher Betrag.
Immerhin darf man auch nicht vergessen, dass sich selten dümmliche, unnütze, einfache oder belanglose Apps angeboten bzw. programmiert werden.
140.000 Apps stehen zur Verfügung. Wollte man jeden Tag 5 ausprobieren, so wäre man die nächsten 76 Jahre beschäftigt.
15 Apps mögen wichtig sein
30 Apps eine nützliche Ergänzung
300 kann man sich mal ansehen
aber 140.000 ?
Der Markt kauft was gut ist - wer also eine Idee umsetzt die gut ist, kann gut verdienen. Wer einfach nur irgendwas programmiert um einen Teil vom Kuchen abzubekommen bleibt auf der Strecke.
Es sind sogar 225.000 Apps, aber das nur am Rande.
Der Markt für iPhone-Apps ist insgesamt 1,43 Mrd. Dollar groß - in zwei Jahren. Tomi hat die Zahlen auch auf kleinere Zeiträume heruntergebrochen. Der Punkt ist: Es ist bis jetzt kein besonders großer Markt. Das mag sich in Zukunft ändern, aber bis jetzt steht der Hype in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Größe des Marktes.
Tja, 430.000.000 US$ als Ergebnis in 2 Jahren für Apple ist nicht schlecht.
Und dafür nur die Infrastruktur liefern ist noch besser...
Apple lässt mit anderen Worten also andere die Arbeit erledigen und heimst den Löwenanteil ein.
Noch interessanter wäre doch die Frage, wie viel Prozent der Entwickler davon leben können (oder bei Unternehmen wie viele damit einen akzeptablen Gewinn machen). Bei gefühlt 98% Spaßapps ohne großen Entwicklungsaufwand, wäre alles über 5% ja schon ein großer Erfolg. :)
Die 10 großen Lebensmitteleinzelhändler haben einen Umsatz von 60 Mrd. und benötigen dafür 15.000 Geschäfte und wohl 100.000 + feste Mitarbeiter.
Lebensmittel braucht jeder und wenn man dass sieht, dass Apple 1/60 dieses umsatzes macht mit einem Produkt das nicht jeder braucht, finde ich das schon beeindruckend.
Ich bleibe dabei : 1 Millarde Umsatz ist ein großer Markt
Miele (die mit den Waschmaschinen) hat glaube ich einen umsatz von ca. 2,5 Millarden, also gerade einmal doppelt so groß. Nach der Aussage könnten die ja fast die Produktion einstellen, weil kaum ein Markt vorhanden und auch noch 17.000 Mitarbeiter bezahlt werden müssen...