Can we do better?

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Mitte letzten Jahres verließ Werbe-Ikone Alex Bogusky die Holding-Company MDC Partners, zu der auch die berühmte Kreativagentur Crispin Porter & Bogusky zählt, um neue Herausforderungen außerhalb der Werbung zu suchen.

Seitdem verfolgt er gemeinsam mit seinem Partner Rob Schuham die Vision einer radikalen Veränderung der Beziehungen zwischen Menschen und Marken. The FearLess Revolution positioniert sich als Befürworter einer Revolution, die von den Konsumenten ausgeht.

In der letzten Woche stellten Alex Bogusky, Rob Schuham und John Bielenberg ihr neuestes Projekt "COMMON - The new industrialists" vor.


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Hinter der Idee steckt ein Netzwerk aus hunderten örtlich aktiven Unternehmen, die sich gemeinsam sozialen Problemen annehmen, die große Unternehmen aufgrund ihrer alten, begrenzten Strukturen nicht bewerkstelligen können. Im Fokus stehen für Bogusky kreative Personen aus allen Bereichen, die unter dem Label COMMON die Möglichkeit haben, eine neue Form des Kapitalismus zu entwickeln.

"Design a capitalism that spreads love and prosperity to all stakeholders."

COMMON ist eine Open Source-Plattform, die auf den Werten Transparenz, Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit basiert und eine große Chance bietet, mit kreativen nachhaltigen Konzepten die alten Denkstrukturen, die zur Enstehung der Probleme beigetragen haben, aufzubrechen und ein neues Abkommen zwischen Konsumenten und Unternehmen zu schaffen.

Die ganze Präsentation gibt es hier zu sehen.

Heute wird auf dem Fischmarkt der rote Teppich ausgerollt: Ein Film über ein SinnerSchrader-Projekt feiert feierliche Premiere. Hauptdarsteller: das neu gestaltete Flug-Reise-Portal TUIfly.com. Die Buchungsplattform sieht gut aus, ist schnell und performt besser als je zuvor - dank Knowhow aus dem Hause SinnerSchrader.

Der Film ist auch Mittelpunkt unserer Unternehmenswebsite sinnerschrader.de, die wir extra dafür ein wenig aufgefrischt haben.

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Wonnemonat Januar: Zunächst konnten wir zum Anfang des Monats unsere ersten Kuratoren begrüßen. Zum Ende des Monats ist jetzt unser Programmteam komplett, und wir freuen uns auf Jörg Jelden, Matthias Schmidt, Luise Hübbe und Holger Blank! Sie verantworten die Themen Mobile, Branding und Technology auf der NEXT11.

JJelden_160.pngTransactionism - Mobile means Money
Jörg Jelden, der sich zuvor branchenweit als Senior-Berater beim Trendbüro, Hamburg, profiliert hat, prophezeit unter anderem die machine-to-machine-Kommunikation und deren Auswirkungen auf neue Service-Perspektiven. Auch der bevorstehende Boom im Mobile Commerce, ausgelöst von Near-Field-Communication-Technologie bei Apple und Android, gehört zu den richtungsweisenden Themen seines Tracks.


MSchmidt_160.pngBranding in a digital World - New Opportunities for Creativity
Um starke Standpunkte sind Matthias Schmidt, Vorstand Kreation und Luise Hübbe, Senior Strategy Consultant von Scholz & Friends, die erneut Sponsor der Veranstaltung sind, nicht verlegen.

LHuebbe_160.pngIhre Session-Ideen hinsichtlich Social Media als hocheffektiver Datenquelle oder Branding-Strategien an multiplen Touchpoints lassen vor allem Antworten erwarten -statt neuer Fragen.



HBlank_160.pngTechnologie zwischen Werten, Performance und Psychologie
Holger Blank leitet die Technologieabteilung bei SinnerSchrader und ist einer der Initiatoren des alljährlichen Technologie-Events JSConf EU in Berlin. Seine Themen, etwa die Architektur von Web-Applikationen oder die Wertediskussion um Business-Performance und Psychologie werden den Bereich Webtechnologien 2011 stark prägen.

Stellen zusätzliche Features für den Nutzer einen Mehrwert dar, für den er bereit ist, persönliche Daten preiszugeben? Vor dieser Frage stehen viele Seitenbetreiber, wenn sie ihre Sites optimieren möchten.

Die Antwort liegt - wie so oft - in den Daten. Das Analytics-Team von SinnerSchrader hat für seinen Kunden TUIfly.com untersucht, wie sich eine entsprechende Umgestaltung des Buchungsprozesses auswirkt.

Der Buchungsablauf bei TUIfly.com ist bereits stark optimiert, könnte jedoch um Funktionen erweitert werden, die die Auswahl eines Fluges noch komfortabler machen.

Variante A (inkl. Passagiernamen):
variantea.png

Die Überlegung: Wenn der Reisende seinen Namen frühzeitig im Bestellprozess angibt, würde es die Zuordnung von Extras vereinfachen, z.B. bei speziellen Sitzplätzen, Menüwünschen und weiterer Besonderheiten.

Die Frage für das Analytics-Team: Würde der Komfortgewinn überzeugen, oder hält die notwendige Preisgabe persönlicher Daten sogar Konsumenten von der Buchung ab?

Variante B (anonym):
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Das wollten wir genau wissen und haben in Form eines A/B-Tests geprüft. Das Ergebnis war eindeutig: Konsumenten wollen persönliche Daten nur beim Buchungsabschuss preisgeben. Der Komfort während der Buchung ist dabei zweitrangig.

Die gesamte Case-Study ist im Conversion Room Blog von Google veröffentlicht.

Update:
Die Case-Study ist nun auch im internationalen Conversion Room Blog von Google auf Englisch veröffentlicht worden.

John St., eine Agentur aus Toronto, zeigt in dieser Fallstudie, wie sie eine der großen Herausforderungen im Leben löst: einen Kindergeburtstag für ein achtjähriges Mädchen zu veranstalten.

[Hat tip to @benjaminnickel and @tristessedeluxe]

Die königliche Fluglinie der Niederlande hat mit einer kleinen Social-Media-Kampagne ihre netzaffinen Kunden überrascht. Die Mechanik war einfach und beruhte auf Foursquare: Wer bei Foursquare eincheckt, so die Annahme, der hat auch ein Profil bei Facebook, Twitter oder LinkedIn.

Daraus lassen sich öffentlich zugängliche Informationen über den Fluggast und den Grund seiner Reise gewinnen. Das Social-Media-Team überraschte die KLM-Passagiere dann mit einem kleinen, persönlichen Geschenk. Das Ganze war dann auf Facebook zu sehen.

Aus den Kommentaren bei YouTube lässt sich auch gleich das Risiko einer solchen Kampagne ersehen: Auch unzufriedene Passagiere melden sich zu Wort. Ein persönliches Geschenk tröstet nicht über Unzulänglichkeiten bei der eigentlichen Dienstleistung hinweg.

Auf jeden Fall aber ist die Kampagne ein schöner Fall von Data Love. So lautet das Motto der NEXT11. KLM zeigt hier beispielthaft, wie aus dem stetig wachsenden Datenstrom neue Anwendungen mit Mehrwert für den Konsumenten entwickelt werden können.

[Hat tip to @pr_ip]

Die Idee ist bestechend: Bilder im Internet sollen ein Verfallsdatum bekommen oder vom Nutzer nicht nur publiziert, sondern auch wieder gelöscht werden können. Doch ein tragfähiges Konzept, wie diese Idee in die Praxis umzusetzen wäre, hat bis jetzt noch niemand vorlegen können.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat sich diese Idee und ein ganz konkretes Konzept nebst fast fertiger Softwareimplementierung zu eigen gemacht. Die Software heißt X-Pire, entwickelt hat sie Informatikprofessor Michael Backes. Bei einer Ministeriumsveranstaltung durfte er heute seine Lösung präsentieren.

Das Echo ist eher verhalten. Bitte vergessen, lautet das Fazit von Jürgen Schmidt, Chefredakteur heise Security. Zum Vergessen, meint fast gleichlautend netzpolitik.org. Kristian Köhntopp lenkte schon vor einer Woche die Aufmerksamkeit auf die zentrale Schwäche des Konzepts:

Was ist X-Pire?

Ein Firefox-Plugin für ein proprietäres Bildformat, das kryptographisch signierte Bilder nach einem bestimmten Datum nicht mehr anzeigt. Was natürlich auch circa 3 Millionen Weisen leicht auszutricksen ist, und in keiner Weise einem Radiergummi entspricht.

Noch dazu ist X-Pire ein ausgezeichnetes Ausforschungsinstrument, das sich gegen die Privatsphäre derjenigen Benutzer richtet, die das Plugin tatsächlich installieren.

Durch das Runterladen des Schlüssels vom Keyserver bekommt der Betreiber des Keyservers ausgezeichnete Analytics-Daten darüber, welcher Benutzer wann welches Bild angesehen hat - wie können Sie eine solche Praxis gutheißen, Frau Aigner?

Beim Thema Datenschutz beschleicht mich häufig das Gefühl, eine Debatte zu erleben, die nicht ganz auf der Höhe der Zeit ist. Ein Meilenstein war sicherlich das Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts von 1983. Doch seitdem sind bald 30 Jahre vergangen.

Schon gut zehn Jahre nach dem wegweisenden Urteil erschien das Web auf der Bildfläche. Angesichts der damit verbundenen neuen Herausforderungen wurde das Thema Datenschutz bereits damals neu diskutiert, allerdings ohne wirkliche Lösung. Konzepte wie X-Pire sind keineswegs neu, konnten sich aber aus vielen guten Gründen nicht durchsetzen.

Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag die Aufgabe gegeben, das Bundesdatenschutzgesetz ans Internetzeitalter anzupassen. Dass hier dicke Bretter zu bohren sind, weiß auch Ilse Aigner.

Fragen an die Ministerin gibt es also genug. Warum nicht auf großer Bühne bei der NEXT11 mit ihr diskutieren? Hier der Vorschlag, bitte abstimmen!

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Es ist wieder soweit: Am 21.01.2011 findet Great Expectations statt - diesmal geht es um Vielfalt in der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Welche Möglichkeiten gibt es eigentlich, berufliche und private Interessen zu vereinbaren? In Wahrheit eine ganze Menge! Und das Thema wird immer aktueller: Zunehmend mehr gut ausgebildete Mütter drängen auf den Arbeitsmarkt, Männer äußern vermehrt den Wunsch nach engagierter Vaterschaft, Singles beanspruchen mehr Raum für ihr Privatleben und immer mehr Menschen wünschen sich mehr Freiraum für Reisen, ehrenamtliche Tätigkeiten oder sonstige Interessen. Was bedeutet Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, und wie kann eine unterstützende Unternehmenskultur entstehen?

Diese Fragen möchten wir am Freitag, den 21.01.2011 mit euch diskutieren. Gemeinsam mit der Werbeagentur Grabarz & Partner und dem Softwareunternehmen Coremedia laden wir euch ein, über eure und unsere Erwartungen ins Gespräch zu kommen.

Great Expectations ist keine Recruitingveranstaltung. Es gibt keine langatmigen Präsentationen, die die Vorzüge des Unternehmens in das rechte Licht rücken sollen. Dafür gibt es einen offenen Austausch zwischen Unternehmensvertretern und Studierenden. Es geht darum, voneinander zu lernen.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, meldet euch bitte per Mail unter Angabe eures Studiengangs bis zum 14.01.2011 bei mir unter kathy.reinecke@sinnerschrader.com an. Der Workshop findet bei SinnerSchrader in der Völckersstraße 38 in Hamburg/Ottensen statt. Wir beginnen um 10:00 Uhr und werden voraussichtlich um 18:00 Uhr den Workshop abschließen. Wir freuen uns auf einen offenen Austausch mit euch!

Unterstützt wird die Veranstaltung vom Career Center der Universität Hamburg.

Berlin statt Silicon Valley, titelt netzwertig.com plakativ. Der Anlass:

ResearchGATE, das weltweit größte Social Network für Wissenschaftler, verlagert seine Zentrale von Boston nach Berlin. Ein bekannter US-Investor riet dazu, die deutsche Hauptstadt der Alternative Silicon Valley vorzuziehen.

Bei dem Investor handelt es sich um Matt Cohler, einen der ganz frühen Mitarbeiter von Facebook, heute Partner bei Benchmark Capital. Man könnte auch Fred Wilson von Union Square Ventures nennen, oder Mike Volpi von Index Ventures.

Die beiden letzteren haben gerade in Soundcloud investiert, eines der Berliner Vorzeige-Start-ups, gegründet von Alexander Ljung, einem schwedisch-britischen Gründer in Berlin.

Berlin 177

Matt Cohler bringt seine Argumentation für Berlin auf diesen Nenner: In der deutschen Hauptstadt bekomme man gute Entwickler für nicht so viel Geld. Und Fred Wilson erkundete bereits vor 18 Monaten mit Lukasz Gadowski per Fahrrad die Berliner Szene:

Wenn er Deals in San Francisco macht und dafür von New York sechs Stunden fliegen muss, ist das auch nicht groß anders, als die sieben bis neun Stunden nach Europa. Und im Gegensatz zum Valley könnte die Wettbewerbsdynamik ja eine andere sein.

Fred Wilson gab damals seine Einschätzung wie folgt zu Protokoll:

I got the distinct feeling today in Berlin that there is a mismatch between the number of high energy/high quality tech startups and the capital to fund all of them. It feels like New York ten years ago.

Sie wollen Fred Wilson oder Matt Cohler auf der NEXT11 in Berlin sehen? Hier zwei Vorschläge für Panels:

Stimmen Sie ab! Der Call for Participation läuft noch bis Ende Januar.

Foto: klara.kristina @ flickr, Lizenz

Mit meinen Prognosen für das neue Jahr bin ich traditionell spät dran. Was steht an für 2011?

  1. Die Generation Internet bleibt auch in diesem Jahr draußen vor der Tür. Die Geburtsjahrgänge ab 1991 sind zahlenmäßig zu schwach, um sich in einer alternden Gesellschaft durchzusetzen, in der Rentner, Pensionäre und Sozialleistungsempfänger den Ton angeben.
  2. Das Leistungsschutzrecht für verlegerische Leistungen, bereits 2009 im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP verankert, steht auch 2011 noch auf der Agenda, Mario Sixtus zum Trotz.
  3. Datenschutz und digitale Privatsphäre sind das große Thema des Jahres. Eine neue Generation von Start-ups wie MyCube und Personal bringt konstruktive Lösungen für das Dilemma zwischen digitaler Privatsphäre und Social (the animal formerly known as Social Media).
  4. Das nächste Buch von Jeff Jarvis (Public Parts) gibt dieser Debatte erst richtig Schwung. Es erscheint in diesem Jahr, die deutsche Ausgabe wird unter dem Titel Das Deutsche Paradoxon publiziert.
  5. Der Werbemarkt wächst auch 2011 leicht. Die Gewinner sind Online- und TV-Werbung, nicht zuletzt wegen der zunehmenden Konvergenz ihrer Technologien.
  6. Apple TV bekommt noch in diesem Jahr einen App Store. Damit überträgt Steve Jobs das Erfolgsmodell von iTunes, iPhone, iPad und Mac App Store auf das Fernsehen. Google TV nimmt einen zweiten Anlauf im Weihnachtsgeschäft 2011.
  7. Das App-Fieber des vergangenen Jahres klingt weiter ab, aber das neue Paradigma setzt sich durch. Mac App Store, Chrome OS - alles wird App. Sogar Microsoft kündigt einen App Store für Windows an, der aber nicht vor 2013 starten wird.
  8. Das digitale Buch hebt endgültig ab. Amazon bringt den Kindle Store nach Deutschland, Google Books lässt noch auf sich warten, die Sortimente der übrigen Anbieter werden größer.
  9. Facebook geht 2011 an die Börse. Der Börsengang schlägt alles, was im digitalen Bereich bis jetzt da war. Es ist ein Meilenstein wie die IPOs von Netscape und Google.

Was meinen Sie? Welche Themen bestimmen das Jahr 2011?

Vor einem Jahr hatte ich eine Reihe mehr oder weniger gewagter Thesen für 2010 aufgestellt. Nun ist es höchste Zeit für einen Blick zurück. Was war die Prognose, was die Realität?

  1. Prognose: 2010 wird das Jahr der digitalen Revolution. Die Internet-Generation ist reif für den Wandel, wird zum Game Changer und schickt die Babyboomer auf ihr Altenteil. Realität: Die Revolution ist wieder einmal ausgeblieben. Oder doch nicht? Wir erleben eine Revolution, die in Form einer Evolution daherkommt. Wir neigen dazu, die kurzfristigen Auswirkungen von Innovation zu überschätzen, die langfristigen aber zu unterschätzen. Die Babyboomer haben 2010 zum letzten Gefecht gerüstet. Stuttgart 21, Gorleben, Sarrazin lauten die Stichworte. An diesen Kristallisationskernen hat sich ein letztes Mal die Generation Protest auf die Straße und in die Talkshows begeben, die nun am Ende ihres langen Marsch durch die Institutionen angekommen ist: in Rente und Pension. Weiterhin draußen vor der Tür bleibt die Generation Internet.
  2. Prognose: Die Babyboomer und andere Verlierer der Revolution werden sich heftig wehren und weiterhin versuchen, das Internet zurück in die Verpackung zu stopfen. Doch die Konterrevolution bleibt aus. Realität: Am stärksten haben sich die Verleger exponiert. Das von ihnen geforderte Leistungsschutzrecht für verlegerische Leistungen, bereits 2009 im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP verankert, war eines der großen Themen des vergangenen Jahres (und wird auch 2011 noch auf der Agenda stehen, Mario Sixtus zum Trotz).
  3. Prognose: Die Netzkritik wird hingegen eines der großen Themen des Jahres. Babyboomer Frank Schirrmacher war nur das Präludium. Inzwischen schicken sich bereits die Revolutionäre von gestern an, in den Chor der Kritiker einzustimmen. Realität: Die von Frank Schirrmacher angezettelte Debatte kam nicht wesentlich über das FAZ-Feuilleton hinaus und verebbte spätestens zur Jahresmitte.
  4. Prognose: Neben der Maschinenstürmerei 2.0 wird das Ende der Privatsphäre und die Neudefinition der Öffentlichkeit zum zweiten (und wichtigeren) großen Debattenthema. Realität: Diese Debatte bleibt wichtig, hat 2010 noch gar nicht richtig begonnen und dürfte durch das nächste Buch von Jeff Jarvis erst richtig an Schwung gewinnen. Es wird voraussichtlich in diesem Jahr erscheinen und Public Parts heißen, die deutsche Ausgabe soll unter dem Titel Das Deutsche Paradoxon publiziert werden.
  5. Prognose: Der Werbemarkt wird auch im Jahr 2010 stagnieren. Marken und Unternehmen verschieben ihre Budgets weiter in Richtung Internet. Nur ein Teil davon fließt in Onlinewerbung und bleibt so dem Werbemarkt erhalten. Ein immer größerer Anteil wird in Plattformen und Applikationen investiert. Realität: Der guten Konjunktur folgend hat sich der Werbemarkt im vergangenen Jahr besser als erwartet entwickelt. ZenithOptimedia erwartet für 2010 ein Wachstum von 2,9 Prozent und für die Folgejahre ähnliche Wachstumsraten. Neben dem Internet hat auch das TV die Krise nahezu ohne schwere Einbrüche überstanden. Beide werden in den nächsten Jahren nicht zuletzt wegen der zunehmenden Konvergenz ihrer Technologien auf Erfolgskurs bleiben, lautet die Prognose von ZenithOptimedia.
  6. Prognose: Mobile, ortsbezogene Dienste kommen ganz groß raus. Foursquare wird das neue Twitter (gut, eventuell auch Gowalla). Google wird die lokale, mobile Werbung revolutionieren. Realität: Mobile, ortsbezogene Dienste kamen groß raus, aber nicht ganz groß. Foursquare hat jede Menge Aufmerksamkeit bekommen, doch noch nicht den Durchbruch geschafft. Facebook droht mit Places den Foursquares und Gowallas das Wasser abzugraben.
  7. Prognose: 2010 wird das Jahr der erweiterten Realität. Wir werden eine Reihe spektakulärer Anwendungen auf mobilen Geräten sehen. Realität: Augmented Reality ist über den Spielzeugstatus noch nicht weit hinausgekommen. Ob das 2011 gelingen wird?

Und eine Bonus-Prognose: 2010 wird das Jahr, in dem Print digital wird. Kindle und Nook, iTablet oder iSlate (oder wie auch immer Apple das neue Spielzeug nennen wird) transformieren Nutzererlebnis und Geschäftsmodell des Gedruckten ins Digitale. Binnen fünf Jahren werden die Folgen ähnlich gravierend sein wie iPod und iTunes für die Musikindustrie waren. Behalten Sie auch innovative Formate wie das Miki im Auge. Realität: Das neue Spielzeug von Apple heißt iPad, und alle Verleger der Welt setzen sich einmal am Tag hin, um zu beten und Steve Jobs dafür zu danken, dass er die Verlagsbranche rettet. Doch nach dem Hype kam schnell die erste Ernüchterung: Die Verkaufszahlen der digitalen Printprodukte sinken rasant.

Jahresanfänge sind perfekt für Neuanfänge. Die NEXT Conference begrüßt 2011 gleich drei neue Experten im Team. Anitra Eggler, Peter Bihr und Marcel Brindöpke unterstützen ab sofort die Programmgestaltung der NEXT11. Sie betreuen die Thementracks Media, Social und Commerce.

PBihr_160.pngSocial Media is over!
Peter Bihr wird den Thementrack Social als Kurator betreuen. Seit Herbst 2010 ist der vielbeschäftigte Blogger, Unternehmensgründer, Berater und Web-Stratege Geschäftsführer von Third Wave in Berlin. Die Agentur befasst sich mit der Entwicklung von Online-Strategien sowie Innovationsmanagement und dem Aufbau interner Strukturen für die aktive Teilhabe am Social Web.

Im Zentrum des Tracks Social auf der NEXT11 stehen die sozialen Elemente, die in allen Geschäftsbereichen anzutreffen sind, von der mobilen Technologie bis hin zu Business Development oder Innovationen. Social Media ist für Peter Bihr als Begriff schon nicht mehr tragfähig, da seiner Meinung nach schon bald soziale Komponenten völlig selbstverständlich in allen Produkten und Services enthalten sein werden.

AEggler_160.pngMedien-Perspektiven: From Data with Love
Kuratorin des Tracks Media ist Anitra Eggler. Die ehemalige Journalistin, Texterin, Creative Direktrice, Agenturchefin und Verlagsgeschäftsführerin ist eine der führenden Internetexpertinnen Österreichs. Eggler ist seit 2010 selbstständige Marketing-, Medien- und Kommunikationsberaterin. Außerdem ist sie das Digital Mastermind der Werbeagentur PKP BBDO, moderiert Veranstaltungen, hält Vorträge und Workshops und lehrt als Dozentin an der FH St. Pölten und dem Management Center Innsbruck.

Für ihren Thementrack Media hat Eggler bereits zahlreiche Motiv-Ideen, etwa „In Real Time Love With Cookies" (Mediaplanung und -strategie), „Operation Datensalat" (Marketingmanager als Zahlensklaven), „Talk Nerdy To Me" (IT-Innovation und Business Intelligence) oder „Content was King" (Data generated media).

MBrindoepke_160.pngCommerce: Ohne perfekte Daten kein perfektes Einkaufserlebnis
Marcel Brindöpke übernimmt das Kuratorium für den Track Commerce. Seit 2011 ist er Partner bei der Hamburger Firma talentformation.com, einer Plattform führender E-Commerce-Experten. Zudem berät er Unternehmen und Marken - speziell solche, die noch nicht online agieren - hinsichtlich eines Einstiegs in das E-Commerce-Geschäft und bloggt über E-Commerce auf shopanprobe.de. Bis 2010 war er für otto.de als Teamleiter im Online Category Management tätig.

„Ohne perfekte Daten gibt es kein perfektes Einkaufserlebnis" - auf den zweiten Blick birgt der scheinbar oberflächliche Claim die essentiellen Grundlagen erfolgreicher Onlineshops. Ein erfolgreicher Onlineshop liebt und braucht gute Daten. Ob Artikeldaten, Kundendaten, Web-Analytics-Daten, ob vom Händler produziert oder vom Konsumenten. Im Commerce-Track wird Marcel Brindöpke daher die gesamte Bandbreite an Daten und ihre Bedeutung, Produktion und Verwendung für und im Onlineshopping beleuchten.

Die Namen der Kuratoren für die drei weiteren Tracks Mobile, Advertising und Technology werden in Kürze bekannt gegeben. Themen- und Sprechervorschläge können weiterhin auf vote.nextconf.eu eingereicht werden.

Digitaler Frischfisch

Der interaktive Konsument revolutioniert das Marketing. Ein Blog von SinnerSchrader.

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