Technologie ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die Digitalisierung nimmt einen immer größeren Einfluss auf unsere Lebensbereiche und eröffnet viel Spielraum für Innovationen. Die Metro Group arbeitet zum Beispiel seit Jahren an einem Future Store-Konzept, das aufzeigt, wie Technologien ein neues Einkaufserlebnis schaffen können.

Wir sehen, dass innovative Technologien den Markt - und somit auch die Beziehung zum Konsumenten - radikal verändern. Marken werden vor neue Herausforderungen gestellt und zum Umdenken gezwungen. Die Möglichkeit, Technologien mit eigenen Produkten zu kombinieren, ist eine riesige Chance für Unternehmen.

Beeindruckende Beispiele liefern Nike und Fiat. Weg vom traditionellen Kampagnendenken, nutzen sie moderne Technologien und haben Plattformen für ihre Kunden aufgebaut. Durch einen im Schuh integrierten Sensor macht Nike+ es Sportbegeisterten möglich, die gelaufenen Kilometer und weitere Daten in einem eigenen Profil festzuhalten und anschließend auszuwerten. Fiat hat für den Automobil-Markt einen ähnlichen Weg gewählt. Mit eco:Drive werden sämtliche Informationen über die Autofahrt gesammelt und analysiert. Ziel ist es, den effizientesten Fahrstil zu ermitteln.

Diese beiden Fälle verdeutlichen, dass Unternehmen, die mit Technologien experimentieren und sie gekonnt mit ihren Produkten verbinden, einen echten Mehrwert für ihre Kunden generieren können.

Aus diesem Grund befassen wir uns im Innovation Lab von SinnerSchrader intensiv mit dem Thema Creative Technology. Für unsere Kunden suchen wir Wege, neue Technologien auf kreative Weise mit ihren Produkten zu verbinden.

Im Rahmen unseres regelmäßigen Kreationsmeetings habe ich einen kleinen Einblick in dieses neue Feld gegeben. Meine Ambition war es, unsere Kreativen zu inspirieren und für innovative Projekte zu motivieren. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Markenkommunikation in den nächsten Jahren weiter verändert. Creative Technology ist hierbei ein spannender Bereich, der kreativen Köpfen als Abenteuerspielplatz für spannende Projekte dienen wird.

Can we do better?

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Mitte letzten Jahres verließ Werbe-Ikone Alex Bogusky die Holding-Company MDC Partners, zu der auch die berühmte Kreativagentur Crispin Porter & Bogusky zählt, um neue Herausforderungen außerhalb der Werbung zu suchen.

Seitdem verfolgt er gemeinsam mit seinem Partner Rob Schuham die Vision einer radikalen Veränderung der Beziehungen zwischen Menschen und Marken. The FearLess Revolution positioniert sich als Befürworter einer Revolution, die von den Konsumenten ausgeht.

In der letzten Woche stellten Alex Bogusky, Rob Schuham und John Bielenberg ihr neuestes Projekt "COMMON - The new industrialists" vor.


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Hinter der Idee steckt ein Netzwerk aus hunderten örtlich aktiven Unternehmen, die sich gemeinsam sozialen Problemen annehmen, die große Unternehmen aufgrund ihrer alten, begrenzten Strukturen nicht bewerkstelligen können. Im Fokus stehen für Bogusky kreative Personen aus allen Bereichen, die unter dem Label COMMON die Möglichkeit haben, eine neue Form des Kapitalismus zu entwickeln.

"Design a capitalism that spreads love and prosperity to all stakeholders."

COMMON ist eine Open Source-Plattform, die auf den Werten Transparenz, Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit basiert und eine große Chance bietet, mit kreativen nachhaltigen Konzepten die alten Denkstrukturen, die zur Enstehung der Probleme beigetragen haben, aufzubrechen und ein neues Abkommen zwischen Konsumenten und Unternehmen zu schaffen.

Die ganze Präsentation gibt es hier zu sehen.

Vor ein paar Tagen ging auf vote.nextconf.eu der Vorschlag ein, Julian Assange als Sprecher auf die NEXT11 im Mai 2011 nach Berlin einzuladen. Immerhin 47 Stimmen sind bis dato bereits für diesen Vorschlag eingegangen.

Nach den heutigen Ereignissen könnte es jedoch sein, dass Julian Assange im kommenden Mai verhindert sein wird. Dennoch wäre es immerhin ein Zeichen, wenn die Zahl der Stimmen etwas größer wäre - im Moment liegt er nur auf Platz 6.

Hier abstimmen.

Es ist einfach und einfach eine großartige Idee. Es ist barrierefrei und für jedermann zugänglich. Es sind gesammelte Daten und es macht die Welt ein kleines bisschen besser.

Wheelmap.org ist die erste offene Datenbank für rollstuhlgerechte Orte. Diese sind von jedem zu finden, können angepasst werden und neue Plätze sind leicht einzutragen. Das ist natürlich nicht nur für Rollstuhlfahrer nützlich. Auch Mütter mit Kinderwagen können von diesen Informationen profitieren. Das Projekt arbeitet mit der kostenfreien Weltkarte OpenStreetMap zusammen.

Hinter der Idee steckt Raúl Krauthausen. Er ist Mitbegründer von Sozialhelden und involviert in zahlreiche soziale Projekte und Innovationen.

Sie möchten Raúl gerne auf der Bühne der NEXT Conference im Mai 2011 sehen? Der Call for Participation ist offen, Sie können hier abstimmen.

Die Fashion-Revolution ist in vollem Gange. Altgediente Spitzenkräfte wie Karl Lagerfeld drängen ins Web (und in den Massenmarkt). Am anderen Ende des Spektrums kommen junge Modedesigner nach, doch halt: Für sie hat die Revolution noch nicht stattgefunden.

Auftritt Garmz. Das Wiener Start-up, jüngst einer der Gewinner des Seedcamp London, läutet kess die Revolution in der Modeindustrie ein:

Good night, fashion industry. Good morning, designers.

Junge, unbekannte Designer stellen ihre Entwürfe auf die Plattform von Garmz, dort stimmen die Nutzer und potentiellen Käufer ab, was produziert werden soll. Die besten Designs lässt Garmz produzieren und bietet sie im eigenen Onlineshop ein. Der Designer kann seine Marge selbst festlegen. So weit die Idee.

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Garmz hatte im Juni eine Finanzierung im niedrigen sechsstelligen Bereich und ist durch das Seedcamp jetzt mit weiteren 50.000 Euro ausgestattet. Das erste Produkt kann im Moment vorbestellt und soll im November ausgeliefert werden, weitere sind in der Pipeline.

Eine der Schwierigkeiten für Garmz dürfte darin bestehen, die richtige Nische im riesigen und damit attraktiven Modemarkt zu finden. Im Idealfall müssten Designer und Käufer zusammenfinden, die beide bis jetzt nicht zufriedenstellend bedient werden. Als General-Interest-Plattform wird es Garmz schwer haben. Eine ausführliche Analyse hat Joao Belo angestellt.

There hasn't been much noise about Lars Hinrichs after he resigned as Xing CEO in early 2009 and subsequently sold his shares to Burda. But now he appears back on the European start-up scene with his new venture aptly named HackFwd.

At HackFwd, Lars takes the role of Executive Geek. That reminds me of the old days at Böttcher Hinrichs where Lars also was the Chief Geeking Officer, kind of. Böttcher Hinrichs went bust in 2001, but this experience somehow laid the foundation for what later became Xing. Founded in 2003, Xing went public in 2006, a few days before Lars turned 30.

HackFwd provides pre-seed financing and all kind of support to geek founders with original, consumer-focused ideas. In exchange, HackFwd gets 27 per cent of the company. As of today, HackFwd lists four start-ups on its website, with TheDeadline amongst them (we already mentioned TheDeadline). According to Lars, the mission of his new company is simple:

Free Europe's best developers from their day jobs to help them build their own game-changing companies.

But even if this sounds much like the incubator idea, the company sees itself as investor rather than incubator. The basic idea is summarised in this neat video:

Besides Lars, three other investors serve on the board: Marco Börries of StarOffice, StarMoney and Yahoo fame, Stefan Richter, the founder of freiheit.com, and Jean-Paul Schmetz, the former CTO and CEO of Burda Digital.

Michael Reuter von appstory.tv hat auf der next10 jede Menge Interviews geführt. Mit Matthias Schrader sprach er über die Konferenz, das Motto Game Changers und die App Economy, der am zweiten Konferenztag ein eigener Strang gewidmet war.

Apps können aus Sicht von Matthias durchaus eine valide Antwort auf die Frage nach den Geschäftsmodellen im Internet und im Social Media Umfeld sein. Wenn die Auftraggeber von Apps - beispielsweise Verlage - mehr als nur verkürzte Abbilder ihrer Websites als Apps anbieten, wird dies die Konsumenten begeistern und neue Wege der Internetnutzung öffnen. Die Bereitschaft zu dieser intelligenten Nutzung von Inhalten und Funktionalitäten ist vorhanden - daher erwartet Matthias Schrader in den kommenden Monaten eine Fülle neuer Apps mit innovativen Funktionen.

Mehr Videos von der next10 auf appstar.tv.

In drei Tagen beginnt in Berlin die next10. Mehr 1.100 Teilnehmer sind bereits registriert. Sind Sie dabei? Falls nicht, dann sollten Sie es sich bald überlegen, denn der reguläre Preis von 790 Euro gilt nur noch, solange der Vorrat reicht. Danach gilt der Spätbucherpreis von 990 Euro (jeweils plus Buchung und MwSt.). Registrieren Sie sich jetzt und sparen Sie 200 Euro! Zehn Tickets sind noch da.

Das Programm steht fest

Mit über 100 Sprechern und 40 Stunden Programm ist die next10 die umfangreichste next aller Zeiten. Am 11. Mai ab 9 Uhr eröffnen der Tanzforscher Peter Lovatt und John B. Rogers, Jr. von Local Motors mit zwei Keynotes die Konferenz. Um 11 Uhr spricht Louis Rossetto, der WIRED gegründet hat und heute die Schokoladenproduktion revolutioniert. Der erste Nachmittag gehört internationalen Agenturen und Best Practice Cases. Um 17:30 Uhr wird der Visual Effects Award verliehen, bevor der Dirigent Itay Talgam mit einer weiteren Keynote den ersten Konferenztag beschließt. Am Abend steigt die offizielle next10 Party.

Den zweiten Konferenztag eröffnen der IT-Experte und Hacker Pablos Holman sowie der Blogger und PR-Profi Brian Solis. Der boomenden App Economy ist der gesamte Track 2 gewidmet. MP3-Erfinder Karlheinz Brandenburg hält um 13:30 Uhr eine Keynote zum Thema "How to be a Game Changer". Mit der Closing Party ab 18:30 Uhr endet die next10.

Mit dem Berlin Ticket können Sie dabei sein. Es gilt am 12. Mai ab 13.30 Uhr und kostet 50 Euro (plus Buchung und MwSt.). Der Einlass beginnt um 12.30 Uhr. Im Preis enthalten ist auch der Eintritt zur offiziellen Closing Party zum Abschluss des zweiten Konferenztages (ab 18.30 Uhr). Die Zahl der verfügbaren Tickets ist begrenzt, also schnell registrieren!

Ihr individuelles KonferenzprogrammVorschaubild für iPhone_icon_next_250.png

Erstellen Sie sich Ihren Zeitplan im Web oder mobil mittels iPhone App (powered by Cellular) und Android App (powered by Mobile Roadie). Unser Medienpartner WELT KOMPAKT hält ein gedrucktes Programmheft für Sie bereit.

next goodies

2010 haben wir uns wieder viel Neues für Sie ausgedacht: Seien Sie beim Speed Dating dabei, basteln Sie sich Ihr eigenes next-Shirt und freuen Sie sich darauf, was Sie sonst noch erwartet.

What do the next-generation car companies look like? According to John B. Rogers, Jr. they look like Local Motors. The President, CEO and Co-Founder changed the way cars are designed, built, and owned totally.

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The vehicles are produced in regional micro-factories, which are a groundbreaking fusion of advanced, small-volume manufacturing and unprecedented ownership experiences. This open business model is significantly more capital efficient than traditional automotive companies, and participation is driven primarily through low-cost digital marketing strategies, including social media.

As former Marine, Rogers gained first-hand understanding of military involvement necessary to maintain an automotive world reliant on oil. His aim: to produce lightweight and efficient vehicles, reducing waste and reliance on oil at the same time, and still having long term, sustainable profit potential.

Add an eco-friendly production process to an eco-friendly end product: This adds up to Local Motors. You want to know more about the future of automotive? John Rogers is one of the speakers at next10 and for sure a highlight on May 11 and 12 in Berlin.

A highlight beforehand is this: Register for next10 and win an iPad! Sounds good to you? Check out this special offer right now and get your ticket and your iPad. Good luck!

Holger Schmidt, der Netzökonom der FAZ, gibt heute einen ersten Einblick in das (wie immer vorläufige) Programm der next10, die am 11. und 12. Mai erstmals in der STATION-Berlin stattfindet.

Die Digitalkonferenz Next ist nicht nur nach Berlin umgezogen, sondern hat auch ihr Thema geändert: „Social Media steht nicht mehr wie in den vergangenen Jahren im Vordergrund. Das Thema ist weiterhin wichtig, aber nicht mehr Trendthema, weil die Menschen gelernt haben, wie es funktioniert", sagt Martin Recke vom Mitveranstalter SinnerSchrader. Statt dessen hat die Next10 gleich zwei Schwerpunkte: die App Economy und digitale Game Changer. „Mobile steht auf der Tagesordnung ganz oben. iPad und App-Stores bilden einen eigenen Kosmos, dem wir einen großen Teil der Next10 widmen", sagt Recke.

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Zu den Glanzlichtern unter den Sprechern zählen Dennis Crowley (oben links), der Gründer des ortsbezogenen Networks Foursquare, sowie Louis Rossetto (Mitte), der das Tech-Magazin WIRED gegründet hat und heute mit TCHO die Schokoladenproduktion revolutioniert. Weitere Höhepunkte setzen werden der Futurist und Hacker Pablos Holman (rechts), der den kleinsten PC der Welt mitentwickelt hat, und John Rogers (unten links), der mit Local Motors die Automobilindustrie neuerfindet. Der einstige Analphabet und heutige Hochschullehrer, Tanzforscher und Psychologe Peter Lovatt (Mitte) alias Dr. Dance wird den Konferenzsaal zum Tanzen bringen. Die Keynote hält der bekannte Gaming-Experte Nico Lumma (rechts).

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Ein eigener Konferenztrack widmet sich der boomenden App Economy. So werden Christian Lindholm (Fjord), Ben Hammersley (Wired UK & SIX Creative), Dennis Crowley (foursquare) und Peter Meier (MetaIO) ins Thema einführen. Christophe Maire (txtr), Hans Dorsch, Simon Seeger (textunes), Christian Hasselbring (stern.de) und Donata Hopfen (Bild) sprechen über Mobile Publishing. Mit Plattformstrategien befassen sich Magnus Jern (Golden Gekko), Joe Pezzillo (Push.IO), Karl Good (Truphone Mobile), Milan Antonijevic (Cellular), Jouko Ahvenainen (GrowVC) und Andres Fontao (Bankinter).

Alle Sprecher und das vorläufige Programm sind online. Die letzten 16 Tickets zum Frühbucherpreis sind wahrscheinlich bald vergriffen.

A few weeks ago, the well-known Media Futurist Gerd Leonhard posted his slides from a talk held at Fundacao Dom Cabral's innovative CEO leadership program. This is an immersive run through the current shift to an Open Network Economy, one of his favourite topics.

Leonhard expects at least 30 per cent of all advertising shift to digital, interactive, mobile, social, and video over the next two or three years. Not quite a long time.

He will be speaking at next10 in Berlin on May 11 & 12. You probably don't want to miss his talk. The first programme draft will be out soon.

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We hear a lot of hubbub these days on so-called Paid Content on the Web. This idea seemed to be more or less dead until rumours of the imminent iPad revived it a few months ago. Publishers now smell a breath of fresh air, betting hugely on Apple's new geeky device and even on the WePad, at least in Germany.

To make things clear: I'm not opposed to the idea as such. Maybe there is a market for Paid Content on the Web. But this should be decided by the market itself, by consumers who might want to pay or not. It shouldn't be forced unto them by publishers who once were herolds of the free market or maybe the so-called social market economy, as we like to say in German.

But, and that's a huge but: The consumer already pays a lot for all kinds of digital content. This has been pointed out a lot of times, but publishers still don't seem to get it. In the old days, old media were delivered to the consumer who just paid for his newspaper, magazine or cable TV subscription, as he still does today.

With digital media, this model has changed profoundly. Now the consumer pays for the delivery first, and at least in case of mobile media delivery, he still pays a lot of money just for the bandwidth. And just as he has learned with cable TV, the consumer expects most of the media content to be a part of the package he already pays for.

In this new world, publishers save a lot on distribution costs that now are paid for directly by the consumer. If publishers still want the consumer to pay for their content, they have to figure out an added value. It's clearly not enough to just put the same lame old content behind a paywall and expect the consumer to happily pay a new bill. He already pays for the Web.

That kind of added value is not easy to figure out. Gazillons of start-ups struggled to come up with something the consumer would love to pay for. Most of them failed. Why on earth should traditional publishers be in a superior position? Do they know their consumers better? After watching this space for more than 15 years now (my first login to the Internet was in 1994), I seriously doubt it.

Since Steve Jobs unveiled the iPad four weeks ago, legions of app developers are pondering their design options. Now there has help for them arrived by Evan Doll who recently posted his slides from a guest lecture for Stanford CS193P (iPhone Application Programming) on February 12, 2010. You can even watch Evan's presentation through iTunes. [via]

In his talk, he cites the legendary Alan Kay who was shown the iPhone by Steve Jobs shortly before the public launch.

When the Mac first came out, Newsweek asked me what I [thought] of it. I said: Well, it's the first personal computer worth criticizing. So at the end of the presentation, Steve came up to me and said: Is the iPhone worth criticizing? And I said: Make the screen five inches by eight inches, and you'll rule the world.

So let's see if the iPad will rule the world. In the meantime, join us at next10 on May 11 & 12 in Berlin. We've just added a whole new conference track called next apps to the conference, dedicated to the exploding mobile app store ecosystem. next apps @ next10 will explore the new market opportunities that are emerging for developers, content creators, service providers, and other market players. Learn more.

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Is it possible to be a Game Changer and to be a chocolate maker? Or is it even possible to be a Game Changer by making chocolate?

Usually we know chocolate sold in bars, and in varieties like milk, dark or white. Special flavoured chocolates might contain nuts or fruit. Nothing game changing about that. At San Francisco's TCHO, the common concept of chocolate was taken and turned on its head. TCHO comes in pots of daily doses, like pills, and it's all pure black chocolate, with different tastes according to the beans used. Much like coffee.

But there's more: TCHO is probably the world's most technology-obsessed chocolate company. At TCHO's technology meets chocolate in a way never seen before. Or do you know any other chocolate makers who control their chocolate production from anywhere in the world by tapping on their iPhone? Well, I don't.

The Techie Chocolate was born in 2005 when former Space Shuttle coder Timothy Childs, and founding editor of Wired Louis Rossetto set up TCHO together with chocolate industry veteran Karl Bittong. Their mission: to reverse-engineer chocolate and make the perfect bar.

They started from the very first beginning and revolutionised the traditionally uneven fermentation process. Growers often had to guess how long to leave beans fermenting which led to differing states in taste. By using a modified weather-monitoring system and controlling the temperature inside the piles of beans on their Macs, Childs and Rossetto were able to solve this problem. Thanks to their digital and technical knowledge.

The first chocolate was produced in December 2007 and the Chocolate Scientists were desperate for feedback. But normal market research wouldn't do. Instead, they issued beta-version chocolate bars wrapped in US Air Force weapons-grade packaging which indicated how much TCHO would come to reject the traditional romanticism of the chocolate industry. The bars, with names such as „Beta C Ghana 0.21", were put up for sale on TCHO's website at $5 each and sold out almost instantly. At the end of 2008 the company launched ist first v1.0: „TCHO Chocolatey".

A special focus was set on the way chocolate was marketed and on differentiationg from the usual. A scientific way of speaking about flavour that would be immediatelly understood by consumers was born. And with it the TCHO „flavour wheel": Chocolatey, Nutty, Fruity and Citrus.

You see, TCHO is different. And it is innovative. Each chocolate company runs a laboratory to work out new varieties, but only TCHO runs a „TCHO flavour lab": Mixers, originally designed to grind spices in Indian restaurants, temper cocoa paste and are connected to heaters from Costco. There's tape from a Space Shuttle programme and a modified turkey oven roasting cocoa beans. And everything is connected to an ethernet node with its own IP address.

Give TCHO a try and see post-digital-revolution guru Louis Rossetto live as a speaker at next10. As co-founder of Wired magazine and with his obsession for building great businesses and creating products he knows the talk. And maybe he'll bring some chocolate with him...

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Ich bin ein Fan von Frank Schirrmacher. Der Mann versteht es, die richtigen Fragen zu stellen und die wichtigen Themen auf die Agenda zu setzen. Und doch hat er mit seinem jüngsten Bestseller Payback und der anschließenden Debatte im FAZ-Feuilleton knapp am Kern der Sache vorbeigezielt.

Was ist spannender als die Frage, die Schirrmacher umtreibt, ob nämlich der Mensch im digitalen Zeitalter sein Denken und damit sich selbst der Technologie und ihren Imperativen unterwirft? Es ist die Frage nach den Grundwerten, die in die revolutionäre, disruptive Technologie namens Internet selbst eingebaut sind.

Das Internet ist zwar als Forschungsprojekt des US-Militärs entstanden. Doch die in Code gegossenen Wertentscheidungen sind alles andere als militärische. Das Internet ist nicht auf Command and Control gebaut, sondern auf radikale Dezentralität. Für die Militärs war das Internet nicht mehr als eine robuste Infrastruktur, die auch Atomschläge überstehen sollte.

Doch sind in die frühen Baupläne des Internets auch idealistische Vorstellungen vom freien Austausch von Ideen und Informationen eingeflossen, die nichts mit seinen militärischen Wurzeln zu tun haben. Hier hat sich ein starker Widerstand gegen jegliche Reglementierung eingenistet, ein liberal-anarchischer Zug, der im Prinzip die Rechte und Interessen einer kleinen, radikal-liberalen Minderheit stark bevorzugt.

Und an dieser Stelle verbinden sich zwei Interessengruppen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben: die extremen Individualisten und die Unternehmer, für die das Internet ein Instrument unbeschränkter wirtschaftlicher Tätigkeit im neoliberalistischen Sinne ist. Das ist eine sehr interessante Koalition und ein Thema, das ich mir für Schirrmachers Debatte wünsche.

Hinzu kommt eine transatlantische Differenz in der Gewichtung der freien Meinungsäußerung, des freien Marktes und des freien Unternehmertums. Hätten die Amerikaner ein bürokratisches Monster wie die Europäische Union zugelassen? Hätten die Europäer eine anarchische Technologie wie das Internet erfunden?

Der interaktive Konsument revolutioniert das Marketing. Das Internet revolutioniert unsere ganze Gesellschaft. Auf welchen Werten diese Revolution fußt und in welche Richtung sie unsere Gesellschaft verändert - das wäre spannend zu diskutieren, auch für Schirrmachers Feuilleton.

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Wer eigene Ideen präsentieren möchte oder jemanden kennt, der unbedingt auf der next10 sprechen muss, sollte nicht zögern. Bis 31. Januar nehmen wir Einreichungen entgegen, dann endet der Call for Participation.

Wir haben schon viele Bewerbungen bekommen und bereits die ersten Sprecher bekannt gegeben. Noch bis einschließlich Sonntag sind wir auf der Suche nach innovativen Sprechern und Ideen. Alles Wissenswerte zum Leitmotto Game Changer, den Key Topics, Sponsored Sessions und allen Sessionformaten ist hier zusammengetragen.

Die Zeit ist knapp. Nur noch drei Tage bleiben, um Vorschläge einzureichen. Gas geben ist also angesagt. Trotzdem gilt die Devise "Augen auf im Straßenverkehr", denn dann besteht die Chance, dem Auto mit dem wahrscheinlich coolsten Kennzeichen aller Zeiten zu begegnen!

Wie vor einem Jahr versuche ich mich auch heute mit einer Reihe fundierter Vermutungen, das noch recht neue Jahr 2010 betreffend.

  1. 2010 wird das Jahr der digitalen Revolution. Die Internet-Generation ist reif für den Wandel, wird zum Game Changer und schickt die Babyboomer auf ihr Altenteil.
  2. Die Babyboomer und andere Verlierer der Revolution werden sich heftig wehren und weiterhin versuchen, das Internet zurück in die Verpackung zu stopfen. Doch die Konterrevolution bleibt aus.
  3. Die Netzkritik wird hingegen eines der großen Themen des Jahres. Babyboomer Frank Schirrmacher war nur das Präludium. Inzwischen schicken sich bereits die Revolutionäre von gestern an, in den Chor der Kritiker einzustimmen.
  4. Neben der Maschinenstürmerei 2.0 wird das Ende der Privatsphäre und die Neudefinition der Öffentlichkeit zum zweiten (und wichtigeren) großen Debattenthema.
  5. Der Werbemarkt wird auch im Jahr 2010 stagnieren. Marken und Unternehmen verschieben ihre Budgets weiter in Richtung Internet. Nur ein Teil davon fließt in Onlinewerbung und bleibt so dem Werbemarkt erhalten. Ein immer größerer Anteil wird in Plattformen und Applikationen investiert.
  6. Mobile, ortsbezogene Dienste kommen ganz groß raus. Foursquare wird das neue Twitter (gut, eventuell auch Gowalla). Google wird die lokale, mobile Werbung revolutionieren.
  7. 2010 wird das Jahr der erweiterten Realität. Wir werden eine Reihe spektakulärer Anwendungen auf mobilen Geräten sehen.

Und eine Bonus-Prognose: 2010 wird das Jahr, in dem Print digital wird. Kindle und Nook, iTablet oder iSlate (oder wie auch immer Apple das neue Spielzeug nennen wird) transformieren Nutzererlebnis und Geschäftsmodell des Gedruckten ins Digitale. Binnen fünf Jahren werden die Folgen ähnlich gravierend sein wie iPod und iTunes für die Musikindustrie waren. Behalten Sie auch innovative Formate wie das Miki im Auge.

Was meinen Sie? Welche Themen bestimmen das Jahr 2010?

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Es ist ein großer Schritt für uns: Die next10 zieht nach Berlin. SinnerSchrader und die STATION Berlin veranstalten die next conference ab 2010 gemeinsam. Das Ziel der langfristig angelegten Zusammenarbeit ist, die next in Berlin zum europäischen Leitkongress für die digitale und kreative Wirtschaft auszubauen. Die fünfte next conference findet am 11./12. Mai 2010 in der STATION Berlin unter dem Leitthema Game Changer statt.

Zur next10 werden 2.000 Teilnehmer und über 100 Sprecher aus ganz Europa und den USA erwartet. Die zweitägige Trend- und Netzwerkveranstaltung bringt Kreative und Techniker aus der Internet-, Medien- und Kommunikationsbranche mit Entscheidern zusammen. SinnerSchrader richtet die next conference seit 2006 aus. STATION Berlin ist u.a. der Macher der internationalen Modemesse PREMIUM in Berlin, die auf ihrem Gebiet ebenfalls ein Game Changer ist.

Game Changer brechen Regeln und definieren Geschäftsmodelle neu. Sie sind innovativ und gehen Wagnisse ein, unbelastet von Massenmarketing und Mainstream. Unternehmen ändern die Spielregeln, indem sie auf disruptive Innovationen für neue Produkte und Dienste setzen und es nicht bei der kontinuierlichen Verbesserung des Bestehenden belassen.

Die Welt ist voller Game Changer. Die next10 stellt zwei Tage lang die interessantesten Game Changer aus allen Bereichen der Wirtschaft vor und diskutiert mit ihnen über die wichtigsten Regeln zum erfolgreichen Regelbruch. Der Schwerpunkt liegt auf den Branchen Automotive, Banking, Retail, E-Commerce, FMCG, Mobile, Media, Entertainment, Advertising, Travel, Tourism und Health Care.

Registrieren Sie sich jetzt und sichern Sie sich Ihr Ticket zum Frühbuchertarif. Wir sehen uns im Mai in Berlin!

Mehr dazu:

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Imaging you could install applications on your car as you can on your smartphone today. Sounds incredible? It may be closer than you think. Ford, the only US carmaker that didn't fold in the current crisis, is developing an open-source platform for Sync, the company's successful in-car connectivity and communications-and-entertainment system.

In October, Ford announced that it is testing an open-source platform that could be used in the future to develop applications that make use of Sync to connect to social networks in the cloud. According to CNet,

Ford's representatives said the system is built on a Robotics Studio platform by Microsoft that has been layered with an open-source cloud-computing platform developed by Ford that will allow rich--and hopefully seamless--interactions with social networks such as Facebook and Twitter.

Ford Sync is based on Microsoft Auto, formerly known as Windows CE for Automotive, Windows Automotive, and Windows Mobile for Automotive. Ford runs the first test for its open-source initiative with students of the University of Michigan. Currently no road map is known for when we can expect to see the Sync open platform in production vehicles, as it is still in the prealpha testing phases.

I really like the idea of a, more or less, like the iPhone, open platform for third-party developers on cars. This might be big in the future and a potential Game Changer for the troubled automotive industry. Cars could become the next smartphones. Of course, as the typical car lasts longer than an ordinary smartphone, this means in-car communications systems must be as easily replaceable as car stereos are today.

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Warum die deutsche Autoindustrie sterben wird, erklärt Günther H. Schust in seiner bitterbösen Polemik in der Welt. Die deutschen Autosteller haben, so sein Argument, zusammen mit ihren amerikanischen Kollegen die Senkung der Kohlendioxidemissionen mehr als 40 Jahre lang nicht nur ignoriert, sondern aktiv bekämpft.

Damit hat ausgerechnet die Automobilindustrie das Automobil der Zukunft komplett verdrängt. Umweltverträgliches Wachstum war und ist für die meisten Hersteller leider ein Fremdwort.

Nun fahre der Zug eben gegen und ohne die etablierten Hersteller, die Zukunft gehöre Hybrid- und Elektroantrieben. Shai Agassi, früher SAP-Vorstand und nun mit better place unterwegs, baut zusammen mit Renault-Nissan in Israel und Dänemark die Infrastruktur für einen flächendeckenden Elektrobatterieverleih auf - nicht mit den deutschen Automobilherstellern.

Doch hat sich mit Daimler immerhin einer von ihnen am Elektrosportwagenhersteller Tesla beteiligt. Und mit der Marke smart rollt Daimler gerade mal wieder Elektroautos aus. Ansonsten sind die Innovatoren in der Automobilindustrie eher konzernferne Spieler wie Local Motors oder Zipcar.

Und im Konstruktionssegment gibt es bereits zahlreiche Start-ups wie Transonic Combustion oder Fallbrook Technologies, die sich jeweils auf bestimmte Komponenten konzentrieren und diese von Grund auf verbessern. Innovation befreit sich von der Vorherrschaft der Autoherstellergiganten, die bislang die gesamte Wertschöpfungskette kontrollierten.

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Last June, A.G. Lafley stepped down as CEO of Procter & Gamble, a position he held since 2000, but remained chairman. Now he announced that he will leave the chairman job as well.

It is not overstating things to say that Lafley brought P&G into the next century -- and turned the once-staid company into a hive of innovation, bold business deals, and an absolute focus on the customer.

Together with Ram Charan, he wrote a book called The Game-Changer. The title slightly reminds me of the conference motto we've chosen for next10.

In his book, A.G. Lafley sums up his recipe for P&G's success in five simple steps:

  1. We put the consumer at the center of everything we do.
  2. We opened up.
  3. We made sustainable organic growth the priority.
  4. We organized around innovation.
  5. We began thinking about innovation in new ways.

Sounds familar? Let me put it this way: A.G. Lafley adapted the secret formula of success for Web 2.0 to the consumer goods industry - and he started at a time well before Tim O'Reilly even coined the term itself. And so he changed the game.

As of today, processing credit cards is just for businesses. And they typically need a certain size to get things started. Well-known Twitter founder Jack Dorsey now tries to change that game with his new start-up Square.

Square allows practically anyone to start accepting payment cards more or less immediately without contracts, monthly fees, or hidden costs. At least that's the promise. They developed a small, simple dongle that fits into an audio input jack on mobile devices and reads payment cards. This dongle then sends the data to an application that runs on the phone and takes care of the rest.

As a payer, you get your receipts sent to your email or mobile phone instantly and access them securely online. You can also use a text message to authorize every payment in real-time. On the iPhone, the Square app can show a picture of the card holder to the person processing the payment, thus increasing security and decreasing the risk of fraud.

TechCrunch has a short video with Jack Dorsey talking about Square and MG Siegler buying him coffee with his credit card and Square. The first public demo of Square will take place next week at LeWeb.

If you are not convinced, read Om Malik's excellent piece on why Square exists and who should be worried:

I think that this is truly disruptive. The reason Square exists is because of three macro trends: the pervasiveness of the mobile Internet, the increase in the use of electronic payment systems and most importantly, the availability of low-cost, always-on computers (aka smartphones) that allow sophisticated software to conduct complex tasks on the go.

The marriage of computing and connectivity without the shackles of being tethered to a location is one of the biggest disruptive forces of modern times. It is (and will continue) to redefine business models, for decades. Square is simply riding these waves.

Vor ein paar Tagen hat SinnerSchrader den Geschäftsbericht 2008/2009 veröffentlicht. Im ersten Teil erschien der folgende Text, der das Leitthema der next10 erläutert: Game Changers. Es ist eine erweiterte und übersetzte Fassung des englischsprachigen Originals.

„Wandel ist unaufhaltsam." (Jeff Jarvis)

Das Internet ist die ultimative disruptive Technologie. Fünfzehn Jahre nach dem Aufkommen des Webs im Massenmarkt haben wir lediglich eine Ahnung von dem, was möglich ist. Das Web verändert die Spielregeln völlig. Es ermöglicht Einzelnen etwas zu erreichen, was Einzelne nie zuvor in der Geschichte erreichen konnten. Wir nennen sie Game Changer. Sie setzen auf disruptive Technologien, brechen Regeln und definieren Geschäftsmodelle neu.

Die wahren Game Changer sind rücksichtlose Neuerer, unbelastet von traditionellem Massenmarketing. Sie nutzen disruptive Technologien, um ihre Konsumenten zu bedienen und eine Nachfrage zu befriedigen und finden die dafür besten Wege. Sie brechen Regeln, die in Stein gemeißelt zu sein schienen, aber ganz einfach nicht mehr passen. Sie akzeptieren keine Beschränkungen durch etablierte Geschäftsmodelle. Tatsächlich stellen sie sie infrage, indem sie sie neu definieren - um das Erlebnis, den Nutzen und den Wert für die Konsumenten zu verbessern.

Jeff Jarvis zufolge führte dies während des vergangenen Jahrzehnts in vielen Fällen zu den von ihm so genannten Innovations-Dividenden. Unternehmen wie Amazon, craigslist, eBay oder Google beseitigten riesige Ineffizienzen in ihren jeweiligen Bereichen und beließen dabei mehr Geld in den Taschen ihrer Kunden. Dies steht in scharfem Gegensatz zu dem Giftmüll, der den Kapitalismus an den Rand des Zusammenbruchs getrieben hat.

Der althergebrachte Massenmarkt ist tot, ersetzt durch eine Masse an Nischen. Konsumenten haben die Kontrolle übernommen. In diesen Tagen verändern kleine Unternehmen erfolgreich die Spielregeln, kehren um, was einst zugunsten großer Marken und Unternehmen funktionierte. Es ist teuer und schwierig geworden, mit der Masse zu kommunizieren, selbst mit enormen Budgets, während es einfach ist, ein kleines, spezifisches Publikum zu erreichen, hoch effizient und wesentlich weniger kostspielig.

Das Internet ist das perfekte Werkzeug in dieser neuen Welt der Nischenkommunikation. Es hat nicht nur neue Wege eröffnet, Konsumenten anzusprechen und ein direktes Feedback zu erhalten - es ist ebenso der perfekte Weg für den Direktverkauf. Das Web hat für viele Unternehmen den Kreis aus Marketing und Vertrieb geschlossen, denen früher lediglich die Massenmedien zur Verfügung standen, um ein Massenpublikum zu erreichen. Nun können sie in Echtzeit mit ihren Kunden kommunizieren, auf sie und ihre Bedürfnisse reagieren. Das Internet ist eine Technologie, die die Spielregeln verändert, die Chancengleichheit zwischen großen und kleinen Unternehmen geschaffen hat.

Diese neue Welt steht im Widerspruch zum traditionellen Markenmanagement, das in den 1940er-Jahren entwickelt wurde und über Jahrzehnte gut funktionierte. Die meisten Marken sind nicht auf hochspezifische Nischen ausgerichtet, auf Echtzeitfeedback und spezifische Bedürfnisse. Sie können ihre größten Bewunderer einfach nicht finden oder, schlimmer noch, sie haben keine, da ihre Produkte für den Massenmarkt bestimmt sind, was es schwierig macht sie zu lieben oder abzulehnen - sie befinden sich schlicht zwischen allen Stühlen, bewegen niemanden. Und, wie Jeff Jarvis sagt:

„Die Etablierten sind mit enormen Kosten für ihre Infrastruktur belastet, sie müssen alles im großen Stil tun, einschließlich des Scheiterns."

In seinem Manifest für smartes Wachstum plädiert Umair Haque daher für eine nachhaltigere, fairere und stabilere Art des Wachstums. Game Changer befreien die Konsumenten von den Zwängen der industriellen Schwergewichte. Game Changer tun mehr, als schrittweise Innovationen zu schaffen - sie brechen Regeln. In den letzten Jahren konnten wir das Aufkommen dieser Game Changer in vielen Branchen beobachten, nicht zuletzt in Branchen, denen die Krise von 2008/2009 schwer zugesetzt hat.

Während viele Automobilunternehmen in ernsten Schwierigkeiten sind, ist eine neue Generation von Automobilunternehmen wie Tesla, Better Place und Local Motors auf der Bildfläche erschienen. Gleichzeitig definiert Zipcar Leihwagengeschäft und Carsharing durch die Verknüpfung webbasierter Services mit neuer Hardware neu. Im Konstruktionssegment gibt es bereits zahlreiche Start-ups wie Transonic Combustion oder Fallbrook Technologies, die sich jeweils auf bestimmte Komponenten konzentrieren, die sie von Grund auf verbessern. Innovation befreit sich von der Vorherrschaft der Autoherstellergiganten, die bislang die gesamte Wertschöpfungskette kontrollierten.

Während traditionelle Banken zusammenbrachen und durch die Regierung gerettet werden mussten, blühen Mikrokredite, Kleinstkredite und andere Formen des Peer-to-peer-Banking. Auch wenn Microplace oder Kiva herkömmliche Banken in absehbarer Zeit nicht ersetzen werden, füllen sie eine Nische, die zuvor nicht einmal von Banken abgedeckt wurde. Sie verändern die Bankbranche, indem sie entweder die Mittelsmänner zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer abschaffen oder zumindest ihre Rolle neu definieren. Gleichzeitig definiert Mint das Nutzererlebnis im Onlinebanking neu und befreit die Kunden von der babylonischen Gefangenschaft der Banken.

Während namhafte deutsche Einzelhändler wie Hertie, Karstadt und Quelle bankrottgingen, haben ihre dynamischen, datengetriebenen Kollegen im angelsächsischen Raum Erfolg. Walmart nutzt seit Jahren Vorhersagetechnologien. Tim O'Reilly und John Battelle ziehen eine interessante Parallele:

„So wie Google verstanden hat, dass ein Link ein Votum ist, hat Walmart verstanden, dass ein Kunde, der etwas erwirbt, ein Votum abgibt und die Registrierkasse der Messfühler ist, der dieses Votum zählt. Echtzeit-Feedbackschleifen regeln den Lagerbestand."
Die britische Supermarktkette Tesco nutzt mittlerweile selbst Wettervorhersagen, um den Umsatz zu prognostizieren, Kosten zu reduzieren und die Verschwendung von Nahrungsmitteln zu vermeiden.

Was den E-Commerce betrifft, haben Kategorien-Killer erfolgreich Märkte erschlossen, die bis dahin für das Onlineshopping ungeeignet schienen. Zappos, das mittlerweile Amazon gehört, begann mit Schuhen und hat das Angebot inzwischen auf Handtaschen, Kleidung und Elektronikartikel ausgeweitet. Zappos konzentriert sich rigoros auf den absolut besten Service und bricht dabei Regeln, die für das Versandhandelsgeschäft als in Stein gemeißelt galten. Beispielsweise ist der Versand in beide Richtungen kostenfrei und Schuhe können bis zu einem Jahr nach dem Kauf zurückgegeben werden. SinnerSchrader bereitet derzeit den Launch eines potenziellen Game Changers mit Kategorie-Killer-Ansatz für ein führendes deutsches Versandhandelsunternehmen vor.

Alice probiert derzeit einen Kategorie-Killer-Ansatz im Home-Essential-Bereich und geht dabei noch weiter als Zappos. Mithilfe des Webs unterstützt Alice Haushalte bei der Beschaffung von Toilettenpapier, Zahnpasta und Müllbeuteln mit halbautomatischen Bestellungen und kostenfreiem Versand. Alice zielt darauf ab, Zwischenhändler zu umgehen und direkt vom Hersteller zu beziehen, um so die Preise niedrig zu halten.

Auf der anderen Seite gehen immer mehr Hersteller dazu über, direkt an den Endkunden zu verkaufen. Dies hat einen Serviceaspekt, da Kunden es zunehmend gewohnt sind, über die Website des Herstellers kaufen zu können. Ferner besteht Marketing- und Markenpotenzial für den Hersteller. Die Erwartungen der Konsumenten hinsichtlich E-Commerce sind in den vergangenen zehn Jahren gestiegen. Während es früher ausreichte, dass die entsprechende Website überhaupt funktionierte, wollen Konsumenten nun Inspiration, Relevanz, Performance und Zuverlässigkeit. Das gibt einer neuen Art von E-Commerce-Spezialisten Raum, die das Geschäft im Auftrag der Marke betreiben. SinnerSchrader hat daher einen neuen Geschäftsbereich für E-Commerce-Outsourcing gegründet. Der erste Shop für das Modelabel Olsen ist seit Oktober live.

In der Mobilbranche geht die Entwicklung weg vom oligopolistischen Model, bei dem der Netzbetreiber nahezu alles kontrolliert, von der Technologie und den Geräten bis hin zu Preisen und Service. Apples iPhone war ein echter Game Changer, was die Geräte betrifft, veränderte das Machtgefüge zulasten der Marktführer, öffnete die Wertschöpfungskette für unabhängige Applikationsentwickler und ebnete so den Weg für Android und Palm Pre. Auf der Netzbetreiberseite betraten neue Akteure wie simyo in Deutschland den Markt. Sie lagern den gesamten Netzbetrieb an die herkömmlichen Betreiber aus und konzentrieren sich auf die vier P des Marketing (Produkt, Preis, Platzierung und Promotion). Die nächste Betreibergeneration steht bereits in den Startlöchern. Ein Beispiel ist das belgische Start-up Cherry, das GSM mit Wifi verbindet, um die Handykosten drastisch zu reduzieren.

Quasi als Rezept zum Erschaffen eines Game Changers rät Umair Haque (zitiert von Tim Leberecht in seinem Essay „Von der Google-Ökonomie zur Twitter-Ökonomie"):

„Nehmen Sie eines der großen gesellschaftlichen Ideale (Demokratie, Frieden, Transparenz, Gleichheit usw.) und wenden Sie es auf eine kränkelnde Branche an, die dringend einer Erneuerung oder zumindest einer kräftigen Erschütterung bedarf: Gesundheitssystem, Finanzwelt, Medien, Energie, Regierung - egal was. Kombinieren Sie das mit den Prinzipien der Twitter-Ökonomie - Transparenz, Unmittelbarkeit, Gemeinschaft und freier Zugang - und Sie setzen auf das richtige Pferd."

Im Mai 2010 richtet SinnerSchrader zum fünften Mal die führende europäische Konferenz zu digitalen Trends und Innovationen aus. Game Changer werden das Hauptthema der next10 sein. Wir werden Visionäre, Strategien, Unternehmen und Produkte vorstellen und diskutieren, die disruptive Technologien nutzen, Regeln brechen und Geschäftsmodelle neu definieren.

Last week saw the introduction of a new operating system that will probably change the landscape over the course of the next few years. While it won't replace Windows on the desktop anytime soon, Microsoft still needs to be scared.

When Google's Chrome OS will appear on netbooks in a year from now, it first will abolish the so-called Microsoft tax on these devices. But while that's nothing Microsoft really has to fear, Chrome OS will also create an entirely new device category - something in between smartphones and netbooks.

That's not exactly the market Apple aims for with the long-awaited tablet (and Mike Arrington with his infamous CrunchPad). It's also different from Amazon's Kindle and Barnes & Noble's Nook. In fact Google is about to create a new market segment for small, lightweight and cheap devices like the current netbooks, but without the hassle of running a full-blown operating system.

Who cares that the iPhone doesn't run Mac OS X? Or that Android isn't a desktop operating system? I'm pretty sure there is a market segment above smartphones, but below small notebooks. Over the last few years, the mobile gadget space and the notebook space have moved in opposite directions, with smartphones growing in funtionality and notebooks getting smaller.

Chrome OS is just the logical operating system for the netbook category that might grow larger and larger with even cheaper devices (no Microsoft tax). Netbooks running Chrome OS are just perfect as the second or third computer for many people - and maybe even the first computer or the computer many people spend most of their computer usage time with.

That's basically the vision Oracle's Larry Ellison touted in the late nineties for his so-called Network Computer. I think the vision is still valid, even though it failed to materialise so far. But what's different now is the metaphorical layer. It's not "The Network is the Computer" but "The Browser is the Desktop". Google tries to crack the age-old desktop metaphor. And that is what Microsoft really has to fear.

There are other things as well to worry about for the PC OS incumbent. First of all, Chrome OS is free. This fact alone poses a threat to Microsoft which still makes a lot of money from selling Windows. And it's open source, thus solving the problem to get enough developers on the boat. Next, it moves almost everything to the cloud, where Microsoft despite its Azure efforts isn't a strong player as of today.

That's why Chrome OS is a Game Changer. I agree that there is quite a bit gambling at stake, but in the long run I think Google will be the clear winner. One of the next big issues you can expect Google to tackle is the connectivity problem. Of course there will be Chrome-powered netbooks packaged with mobile data plans. That's a common model with today's netbooks. But I think we can expect even more innovation in the mobile business from Google.

Over the course of the last few weeks, AdAge has had an ongoing debate about the future (and present) role of agencies in general and the digital agency business in particular. The debate was kicked-off by Ana Andjelic and her piece titled Why Digital Agencies Aren't Ready to Lead, in which she stated:

Digital agencies impress clients with their passion, drive and technology know-how. Clients then say: "You gave us a lot to think about." Which often means that the account is awarded to someone else. Where digital shops fail is giving confidence to the client that all this momentum will be indeed executed in a well-led marketing campaign.

Jacques-Hervé Roubert countered this attack by simply stating the opposite: Why Digital Agencies Are Indeed Ready to Lead. He writes:

Like it or not, the days of the ingenious, 30-second TV spot are over. Today's creative ingenuity lies within the idea, the technology, the concept, the innovation and, perhaps most important, the Holy Grail: consumer connection. Word of mouth is more prevalent than ever and interactive communities have an increasingly louder and more influential voice and are stronger (and sometimes the only) sources of breaking news stories. No one understands this better -- nor is better equipped to handle the swift demands required -- than the digital agency.

Mitch Joel then even took the time to explain why both are right and wrong at the same time. Sounds weird? It isn't. Here's why:

The brands that are getting the best results are the ones who are bringing both traditional and digital marketing shops around the table and working in tandem to figure out a creative brief that is in-line with the overall business strategy, and then letting each agency go off and lead/create the right engagement for the right audience for the specific media channels that they are best at. Creative rarely "wins" when the digital agency is simply translating a TV spot into an online campaign, and traditional agencies will have an equally hard time trying to translate a vibrant online community into a Cannes-winning ad campaign.

On a sidenote, the debate branched off to the question whether big digital agencies (like Digitas, Tribal DDB and Agency.com) are still needed or could and maybe should be replaced by smaller shops (like Big Spaceship, Firstborn and EVB who superseded the former three at Wrigley). Tim Williams, the founder of Ignition, now takes the debate to a new level with his AdAge piece on 15 Risks You Can't Afford Not to Take. Out of his comprehensive list with many valid points, perhaps the most influential point would be the last:

15. Selling hours worked instead of value created. It's time for agencies to come to grips with what they're really selling. Clients don't buy your costs (your hours, overhead or FTEs), they buy the value you create for their brands. Yet agency accounting and compensation models are built around time and efficiency rather than outcomes and effectiveness. Especially given the increasing cost pressures from clients, it's time for agencies to start counting the right things and craft compensation approaches that align the economic incentives of the agency with those of the client.

As Peter Drucker once said, "You can't manage change; you can only be ahead of it." Agencies, no matter how smart or resourceful, won't be able to manage their way out of these disruptive changes in the marketplace. They can, however, devote their considerable creativity to staying one step ahead.

That's a challenge, indeed. The agency business seems to be ripe for a real Game Changer.

"Change is inexorable." (Jeff Jarvis)

Seit vier Jahren diskutieren wir auf der next conference die durch das Web ausgelösten fundamentalen Veränderungen. Das Internet ist die ultimative disruptive Technologie. 15 Jahre nach der Ankunft des Web im Massenmarkt haben wir nur einen ersten Eindruck davon, was möglich ist. Das Web ändert die Spielregeln von Grund auf. Es gibt dem Einzelnen größere Möglichkeiten, etwas zu bewegen, als jemals zuvor in der Geschichte. Wir nennen diese Menschen Game Changers. Sie setzen auf disruptive Technologien, brechen Regeln und definieren Geschäftsmodelle neu.

Game Changers sind innovativ und gehen Wagnisse ein, unbelastet vom althergebrachten Massenmarketing. Sie nutzen disruptive Technologien auf innovative Weise, um ihre Konsumenten zu bedienen, einen Bedarf zu befriedigen und die beste Lösung dafür zu finden. Sie brechen Regeln, die in Stein gemeißelt schienen, aber einfach nicht mehr länger gelten. Sie lassen sich durch etablierte Geschäftsmodelle nicht einschränken, sondern stellen sie in Frage und definieren sie neu: um das Erlebnis, den Nutzen und den Wert für die Konsumenten zu verbessern.

Game Changers ist das Leitmotto der fünften next conference, zu der SinnerSchrader im Mai 2010 einlädt. Auf der next10 werden Sie sie kennenlernen: Visionäre, Strategien, Unternehmen und Produkte, die mehr sind als innovativ - sie brechen Regeln. Da wir die Konferenz nicht ohne die next community veranstalten könnten, brauchen wir Ihren Input. Helfen Sie uns, die Agenda für eine außergewöhnliche Konferenz zu entwickeln! Wir konzentrieren uns im Moment auf den Einsatz web- und IP-basierter Technologie in folgenden Branchen:

  • Automotive
  • Banking
  • Retail, E-Commerce and FMCG
  • Mobile
  • Media, Entertainment and Advertising
  • Travel & Tourism
  • Health Care

Learn more about the conference theme. The Call for Participation will be open soon.

My sources say Murdoch never uses the internet. I think he simply doesn't understand how it - and his company - operate there.
Jeff Jarvis

Rupert Murdoch hat eine Mission. Er möchte die Medienkonsumenten, sagen wir es ruhig, zum Zahlen zwingen. Und dazu ist er auch bereit, Suchmaschinen wie vor allem Google vom Zugriff auszuschließen. Rupert Murdoch ist der Anti-Jarvis. Er tut all das, wovor Jeff Jarvis nicht müde wird zu warnen, zuletzt in seiner vielbeachteten Keynote auf den Münchner Medientagen.

Rupert Murdoch ist der heimliche Hoffnungsträger einer gebeutelten Printindustrie, die sich vor den düsteren Szenarien eines Jeff Jarvis fürchtet und deshalb lieber Murdoch zuhört. Hält Murdoch an seinen Plänen fest, Zweifel daran sind erlaubt, dann kommt es 2010 zum Showdown. Es wird sich sehr schnell zeigen, wer Recht behält. An dieser Frage hängt das Überleben einer ganzen Branche.

Axel Springer hat in der vergangenen Woche angekündigt, künftig iPhone-Nutzer von der Nachrichtengebung bei bild.de und welt.de auszuschließen. Sie sollen stattdessen eine iPhone-App installieren und für die Nachrichten von Bild und Welt zahlen. Das Muster ist das gleiche wie im Falle Murdoch: Statt auf attraktive Angebote und die vorhandene Zahlungsbereitschaft des Konsumenten setzt Springer auf Zwang und Ausschluss.

Das erinnert fatal an die Reaktion der Musikindustrie auf die digitale Herausforderung. Mit digitaler Rechteverwaltung (DRM) und der Kriminalisierung einer ganzen Generation versuchte sie, die Büchse der Pandora wieder zu schließen. Was bekanntlich nicht gelang. Es brauchte einen kreativen Zerstörer wie Apple, um der niedergehenden Branche ein modifiziertes Geschäftsmodell zu verpassen.

Wäre die langjährige Agonie der Musikindustrie vermeidbar gewesen? Das ist schwer zu sagen, da sich keiner der bekannten Majors für eine aktive, gestaltende Rolle im durch die Digitalisierung ausgelösten Wandel entschieden hat. Stattdessen haben sie sich auf Blockadeversuche und Destruktion verlegt. Mit bekanntem Ergebnis.

Steht der Printbranche nun eine ähnliche Agonie bevor? Wahrscheinlich. Denn selbst wenn die verzweifelten Versuche gelingen sollten, einen zweiten Erlösstrom neben den Werbeeinnahmen zu genieren (wofür nur wenig spricht), selbst in diesem Fall dürfte der Strom der Werbeeinnahmen dank sinkender Reichweiten weniger kräftig als bisher sprudeln. Und schon bislang war der Strom nicht kräftig genug, um die Kosten der aus einer anderen Epoche überkommenen Produktionsstruktur zu decken.

Die Printbranche wird schrumpfen, weil ihre Bedeutung im Medienmix der Konsumenten und infolgedessen auch der Werbungtreibenden stetig abnimmt. Das ist ein säkularer Prozess, der bei den Tageszeitungen zum Beispiel bereits in den frühen 80er Jahren begann. Zugleich steht sie aber auch durch die Digitalisierung immer stärker unter Druck. Denn die aus dem Geschäft mit gedruckten Medien gewohnten Oligopolrenditen lassen sich in digitalen Medien schlichtweg nicht erzielen.

Dafür sorgt schon der Wettbewerb. Nur ein Beispiel von vielen ist Craigslist, das aus dem Milliardengeschäft mit Kleinanzeigen in den USA ein Millionengeschäft gemacht hat. Allein durch Craigslist sind der Printindustrie allein in den USA Milliardenumsätze durch die Lappen gegangen.

Ähnliche Erosionsprozesse nagen an allen Ecken und Enden des gewohnten Umsatzniveaus der Branche. Der Umsatz sinkt stärker als die Reichweite und die relative Bedeutung im Medienmix. Das ist ein schmerzhafter Prozess, der die Verlagshäuser dazu zwingen wird, ihre Apparate drastisch zu verkleinern.

Die Printbranche hätte frühzeitig wissen können, was auf sie zukommt. Wer Nicholas Negroponte (Being Digital,1995), Kevin Kelly (New Rules for the New Economy, 1998) oder das Cluetrain Manifesto (1999) gelesen hatte, der wusste Bescheid. Das eigentliche Versäumnis der Herren in den Chefetagen: Sie hatten fast fünfzehn Jahre Zeit. Und sie haben die Zeit nicht genutzt.

Free war noch nicht das Ende aller Möglichkeiten, mit disruptiven Geschäftsmodellen etablierte Märkte von Grund auf neu zu definieren. Innovative Unternehmen können Märkte auch umdrehen, indem sie Geld für etwas bezahlen, was vorher Geld kostete.

Wer schon Chris Anderson für einen Dummschwätzer und sein Buch Free für Unsinn hielt, für den ist das schwer einzusehen. Aber es lässt sich nicht mehr leugnen, und Google zeigt gerade, wie solch eine 180-Grad-Wende funktioniert.

Während TomTom und Nokia für viel Geld die beiden Duopolisten für Kartenmaterial erwarben, baut Google seine eigene Datenbasis auf und stattet Android-Telefone mit einem eigenen Navigationssystem aus. Es wird spannend zu beobachten, wie Blackberry und iPhone darauf reagieren.

Google indes wird auf dieser Basis ein ortsbezogenes Werbenetzwerk aufbauen - und mittelfristig die Gerätehersteller sogar dafür bezahlen, dass sie das Google-Navigationssystem einbauen, so wie Google heute bereits einen Teil der Werbeeinnahmen ausschüttet, die auf Android-Geräten generiert werden.

Es braucht nicht viel Phantasie, sich ein ähnliches Modell auch für das kommende Betriebssystem Google Chrome vorzustellen. Hardwarehersteller könnten mit jeder Google-Suche auf Netbooks Geld verdienen, der Preisvorteil eines kostenlosen Betriebssystems gegenüber dem teuren Windows würde sich weiter erhöhen.

Leseempfehlung: Google Redefines Disruption: The "Less Than Free" Business Model


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