Es ist eine der am wenigsten gehüteten Binsenweisheiten, dass sich die Werbebranche seit Jahren im Umbruch befindet. Dieser resultiert nicht nur aus den Veränderungen im Mediennutzungsverhalten, sondern auch aus den Möglichkeiten, die das Internet bietet. Auf der einen Seite eine Fülle von interessanten Möglichkeiten, Daten zu erheben, auf der anderen Seite die Herausforderung, diese Daten für die kreative Arbeit zu nutzen.

Mein Arbeitgeber Scholz & Friends engagiert sich auch dieses Jahr wieder auf der NEXT und kuratiert den Thementrack "Branding". Wir versuchen der Fragestellung nachzugehen, wie zukünftig Kreation und Markenführung funktionieren wird und haben dazu einige spannende Referenten eingeladen. Wir sind allerdings ehrlich gesagt nicht ganz uneigennützig vorgegangen, denn auch für uns ist die große Frage "was kommt als nächstes?" essentiell, wollen wir auch in Zukunft unsere Kunden optimal beraten und herausragende kreative Arbeit liefern. Dabei müssen und sollten Data & Creativity kein Gegensatz sein, sondern sich gegenseitig verstärken. "Data love", eben.

Wir werden uns also gemeinsam durch ein Spektrum von Themen gleiten lassen, das von "Is This the End of Classic Advertising? Not yet, but There are Other Media Waiting in the Wings" über "Data vs Creativity? Bullshit! Data as Inspiration for Creativity" bis hin zu "Excite but don't Ambush: Advertising that Engages Instead of Forcing us to Listen" reicht. Wir erwarten zwar nicht die Klärung aller offenen Fragen, aber doch zumindest Impulse für die Zukunft der Kommunikation.

Dazu haben wir mit Garrett Graff, Editor-in-Chief des Washingtonian Magazine, einen intimen Kenner der amerikanischen Polit-Szene eingeladen. Er wird über das Thema "Inventing an Online Persona: How to Balance Authenticity and Your Online Brand" sprechen. Robert Gaal, der CEO des niederländischen Startups Wakoopa, wird sich mit "Five Ways to Make Data Drive Creativity" auseinandersetzen. Glyn Briton schließlich wird mit "Using Data to Make Advertising More Human" einen scheinbaren Widerspruch auflösen, um nur eine kleine Auswahl des Thementracks Branding zu bieten.

Präsentiert wird der Branding-Track von meiner charmanten Kollegin Luise Hübbe und von mir. Ich freue mich auf viele interessiert-guckende Teilnehmer und nach gelungenen Anmoderationen ggf. La-Ola-Wellen.

Dieser Beitrag erschien zuerst in Lummaland.

Frankfurt am Main entwickelt sich mehr und mehr zum kreativen Kraftzentrum der Republik. Beweisstück No. 1 ist das Büro von SinnerSchrader, das demnächst in die Hanauer Landstraße umzieht - und damit mitten ins Agenturviertel. Beweisstück No. 2 ist das ADC Festival, das im letzten Jahr ebenfalls umgezogen ist - und zwar von Berlin nach Frankfurt.

Keyvisual.jpgVom 4. bis 8. Mai 2011 findet das ADC Festival zum zweiten Mal in Frankfurt am Main statt. Das Motto in diesem Jahr: IDEEN.DURCHSETZEN. Selbstverständlich großgeschrieben. Unter diesem Motto will das größte Treffen der Kreativbranche in Deutschland erlebbar machen, was es heißt, eine Idee über die Ziellinie zu bringen.

Kreative und führende Vertreter aus Wirtschaft und Unternehmen diskutieren zusammen mit den ADC-Mitgliedern aller Fachbereiche und dem Publikum über die Kraft, die Wirkung und die Potenziale von Ideen. Ein interdisziplinärer Gedanken- und Erfahrungsaustausch, den man nicht verpassen darf.

Als Referenten sind in diesem Jahr unter anderem Paola Antonelli, die Chefkuratorin für Architektur und Design des Museum of Modern Art New York, und Lapo Elkann, der weltbekannte Designer und Unternehmer, beim ADC Festival zu Gast. Außerdem mit dabei sind Chuck Porter als Chairman der Jury, Filmkomponist Peter Thomas und Regisseur Marcus Vetter.

Der ADC ist in diesem Jahr erstmals auch Partner der NEXT. Deshalb können wir Festivalpässe zum exklusiven Partnertarif von 250 Euro anbieten. Festivalpässe gibt es hier mit dem Aktionscode ADC_2011_Partner_next für zwei Tage spannendes Kongressprogramm, drei Tage Ausstellung und die Winners Party als Höhepunkt des Festivals.

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Vom 19. bis 25. Juni findet das jährliche Cannes Lions International Festival of Creativity statt. Im Rahmen der weltweit größten Veranstaltung für die Werbebranche hat der kreative Nachwuchs die Chance, an der 24-stündigen Young Lions Competition teilzunehmen. Bei der bundesweiten Vorrunde haben Lasse Lüders (SinnerSchrader - rechts im Bild), sowie Toby Schröder und Cornelius Uerlichs (beide Lukas Lindemann Rosinski) von rund 70 Einsendungen den zweiten Platz erreicht.

Die Aufgabe für den Vorentscheid bestand darin, für Viva Con Agua ein Printmotiv zu entwickeln. Und das haben Lasse, Toby und Cornelius (v.r.n.l.) daraus gemacht:

vivaconagua.png

Ihr Motiv "Brunnenflasche" bringt auf den Punkt, wofür die Hamburger Initiative steht: Für die direkte Unterstützung von Brunnenprojekten in Ländern, die Hilfe dringend benötigen.

Auf der offiziellen Website der Young Lions Competition gibt es alle Arbeiten und natürlich die anderen Preisträger.

Im November 1957 erschien die erste deutsche Do-it-yourself-Illustrierte "Selbst ist der Mann" im Verlag Brink & Herting in Hamburg. Zielgruppe war die Generation Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg. Das Heimwerken erlaubte es, zu überschaubaren Kosten seine eigenen vier Wände zu verschönern.

"Do it yourself" (kurz: DIY) ist eine Bewegung, die heutzutage viele Tätigkeiten im Bereich Hobby und Kultur umfasst. Geprägt von Misstrauen gegenüber Produkten der Industrie und Vorgaben der Massenmedien, steht dabei der Glaube an Selbstorganisation, Improvistation und Eigeninitiative im Vordergrund.

Mittlerweile ist DIY in vielen Subkulturen fest verankert und so kam es, dass sich 54 Jahre nach Veröffentlichung der ersten Ausgabe von "Selbst ist der Mann" drei Männer in Hamburg zusammensetzten und darüber diskutierten, einen Raum für eigene Projekte zu schaffen.

Letzte Woche erblickte die baustelle, Hamburgs erstes "DIY-Werkraum-FabLab-Hackerspace-MashUp", das Licht der Welt.

Auf der baustelle wird erfunden und geforscht, ausprobiert und getüftelt, gebaut und gepimpt werden. Ob Urban Gardening oder 3D-Drucker, Experimentalküche oder Arduinos, Crafting oder Kunst: Wir verstehen die baustelle als einen Ort der Fragen und Antworten, der unsere Phantasie beflügelt, unsere Neugier weckt und uns den Raum gibt, an kreativen Projekten zu arbeiten. Quelle: die baustelle

Der Spaß, individuelle Dinge zu fertigen und das eigene Wissen mit anderen zu teilen, steht im Mittelpunkt. Mittelfristig können jedoch bei "die baustelle" auch Innovationen vorangetrieben werden.
Laut Eric A. Hippel, Professor am MIT Sloan School of Management, entstehen 77% der Innovationen nicht durch forschende Unternehmen, sondern durch die Konsumenten selbst, die Massenprodukte an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen.



Mit 3D-Druckern kann jeder zum Produzenten werden

Mit dem betahaus Hamburg hat die baustelle vorerst ihre Räumlichkeiten gefunden. Dort wird am 03. März 2011 im Rahmen des nächsten betabreakfast das Projekt ausführlich vorgestellt.

The Future of Art

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Das Internet verändert grundlegend die Art und Weise, wie wir Zusammenhänge wahrnehmen, Geschichten erzählen und soziale Beziehungen bilden.

Unter dem Titel RESPONSE:ABILITY fand vom 1.-6. Februar die diesjährige Berliner Transmediale, das größte deutsche Festival für Kunst und digitale Medien, statt.

Die von dem Kreativstudio KS12 gegründete Projekt-Plattform Emergence Collective hat während der Veranstaltung eine fortlaufende Dokumentation gedreht, in der sich diverse Künstler zur Frage, wie das digitale Zeitalter die Kunst beeinflusst, geäußert haben.

The idea of originality and proprietaryness contributes to the whole Great Man theory, which is slowly disintegrating. The concept of the genius - you know, the Freud, the Marx, the Leonardo, the Einstein - who come up with an idea that is completely related to the man who came up with the idea. Today, ideas just get thrown out there and used. And it's that use in a way that's the art, rather than the person that comes up with the idea. - Ken Wahl, Painter

Das 20-minütige Video gibt spannende Einblicke in die neue Form der Zusammenarbeit (mass collaboration), die Förderung von Projekten (micropatronage) und die Definition von Ästhetik in einem vernetzten Zeitalter.

Timm Hanebeck und Matthias Wagener - die Leiter der neuen Werbeagentur Haasenstein - im Fischmarkt-Interview.

Warum eine Werbeagentur?

Matthias Wagener Matthias Wagener: "Wir reagieren damit auf die Wünsche unserer Kunden. Diese wollen im Web Wachstum generieren und möchten dort ihre Marke führen. Dafür brauchen sie Partner, die Kommunikation beherrschen - offline wie online. Haasenstein sieht hier seine Stärke. Wir denken unsere Kampagnen konsequent von Online nach Offline. Die DNA von Haasenstein ist digital.
Wer zu uns kommt weiß: Unsere Überlegungen starten immer im Digitalen, also dort, wo sich der Konsument heute aufhält. Das Marketing wird digital. Und Haasenstein ist die Werbeagentur dafür. Das ist übrigens auch der Grund, warum TUIfly.com uns als Leadagentur ausgewählt hat."


Was macht Haasenstein anders als die Klassikagenturen?

Timm Hanebeck

Timm Hanebeck: "Genau das möchten wir mit "digital first - analog next" ausdrücken. Klassikagenturen denken zum Teil sehr in den klassischen Kanälen und 30-Sekunden-Spots. Im Mittelpunkt steht eine Idee, die dann in alle Kanäle verteilt wird. Viele haben dieses altes Denken noch in ihren Genen.
Wir bei Haasenstein schauen zunächst, was wir online tun können und beziehen in einem zweiten Schritt alle anderen Medienträger ein. Das kann auch ein TV-Spot sein, eine Print-Anzeige oder ein City-Light auf dem Flughafen - jedoch immer eng verzahnt mit Online-Elementen. Denn eines ist klar: Im Mittelpunkt steht immer der Mehrwert für den Konsumenten. Und dieser möchte heutzutage mehr, als nur in eine Richtung beschallt werden.
Anders als früher kann eine Markenbotschaft heute nicht mehr als klassischer Monolog gedacht werden, sondern muss als Dialog angelegt sein. Haasenstein setzt das um, mit einem Mehrwert für Konsument und Kunde. Egal ob online, offline oder at-the-line."


Welche Rolle spielt die Mutter SinnerSchrader für Haasenstein?

Matthias Wagener Matthias Wagener: "Wie beobachten sehr genau, welchen Weg die Klassikagenturen ins Digitale beschreiten. Und sind gespannt, ob sie dort ankommen. SinnerSchrader geht mit Haasenstein die andere Richtung. Online sind wir bereits jetzt stark. Als die führende Agentur im E-Commerce reklamieren wir für uns: Niemand weiß besser als SinnerSchrader, wie der digitale Konsument tickt. Hinzu kommt die technologische Kompetenz, die in Deutschland einzigartig ist: 350 Online-Spezialisten an den Standorten Hamburg, Frankfurt, Berlin und Hannover - mehr als die Hälfte davon sind Software-Entwickler.
Diese Erfahrung bekommt Haasenstein von seiner Mutter in die Wiege gelegt. Dieses Knowhow haben wir im Rücken, wenn wir künftig auch Kampagnen machen. Für unsere Kunden heißt das: Sie bekommen kreative und technologische Leistungen auf Top-Niveau."


Bislang hat Haasenstein acht Mitarbeiter. Welche Erfahrungen habt Ihr beim Recruiting gemacht?

Timm HanebeckTimm Hanebeck: "Wir stellen fest, dass unser Agenturansatz extrem interessant für Talente ist. Viele Kreative möchten zeitgemäße Kampagnen machen, bei denen Online nicht nur ein weiterer Kanal ist. Denen - und uns - geht es darum, medienübergreifende Ansätze zu finden, die kreativ und ungewöhnlich sind. Wir haben Mitarbeiter gewinnen können aus Agenturen wie Jung von Matt/next oder Grabarz & Partner. Wir wollen weiter wachsen und freuen uns natürlich über Bewerbungen an info(at)haasenstein.com ."

Ferdinand Haasenstein gründete 1855 in Steinwurfweite unseres Büros in der Völckersstraße die erste Werbeagentur Europas. Ein echter Pionier, der seinerzeit das neue Medium Tageszeitung und den Kommunikationsbedarf von Unternehmen mit einer innovativen Agenturdienstleistung verknüpfte.

Heute erblickt wieder eine innovative Werbeagentur in Altona mit gleichem Namen das Licht der Welt: SinnerSchrader gründet Haasenstein neu - als Werbeagentur für das digitale Zeitalter, die als erste konsequent Kommunikation zuerst aus dem digitalen Kanal Richtung Offline denkt.

Wir reagieren damit auf ein Bedürfnis vieler unserer heutigen Kunden, die zunehmend unzufriedener mit der Betreuung ihrer klassischen Leadagenturen sind. Wir freuen uns sehr, mit tuifly.com den ersten Kunden gewonnen zu haben, der von Jung von Matt zu Haasenstein gewechselt ist!

Haasenstein startet mit acht Mitarbeitern. Geleitet wird die Werbeagentur von Timm Hanebeck (zuletzt Jung von Matt) und Matthias Wagener, der bislang Account Director bei SinnerSchrader war.

vlnr-Timm-Hanebeck-Matthias Wagener-.jpgTimm Hanebeck und Matthias Wagener, Haasenstein

John St., eine Agentur aus Toronto, zeigt in dieser Fallstudie, wie sie eine der großen Herausforderungen im Leben löst: einen Kindergeburtstag für ein achtjähriges Mädchen zu veranstalten.

[Hat tip to @benjaminnickel and @tristessedeluxe]

Neu an Bord bei SinnerSchrader ist Niko Timm (37). Als Senior Art Director übernimmt er die Leitung eines neuen Kreativteams mit dem Schwerpunkt Branding und Corporate Design. Außerdem wird er als Creative Director verantwortlich sein für Design und Kreation der NEXT Conference.

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Niko ist diplomierter Kommunikations-Designer mit langjähriger Erfahrung im Bereich Online und Corporate Design. Er begann seine Karriere bei frogdesign und Ligalux. Seit 2005 war er als Freelancer in Hamburg und Dubai für Marken wie Adidas, Daimler, Deutsche Bank und Procter & Gamble tätig.

Unser YouTube-Kanal hat die Creative Brand Channel Competition gewonnen. Der von YouTube ausgerichtete Wettbewerb gab deutschen Media- und Kreativagenturen die Gelegenheit, einen eigenen Top Brand Channel zur Eigenpräsentation zu erstellen. YouTube wollte damit die Agenturen dazu herausfordern, das kreative Potential dieser Plattform zu erkennen und zu nutzen.

Well, done. In der Endrunde konnten wir uns gegen Agenturen wie Jung von Matt, MetaDesign, Ogilvy und Scholz & Friends durchsetzen. Die Kriterien bei der Bewertung der Wettbewerbsbeiträge und der Entscheidung über die Gewinner waren Innovation und Kreativität, Interaktion und mögliches Nutzer-Engagement, Einzigartigkeit und Originalität.

Alles was in der Werbung Rang und Namen hat, fuhr letztes Wochenende zum ADC nach Frankfurt, um dort die besten Arbeiten des Jahres auszuzeichnen. Ganz nach dem Motto „The Clash of Creative Cultures" trafen im Rahmen des Gipfels Kreative aus allen Bereichen aufeinander. Architekten, Designer, Blogger, Journalisten, Fotografen und vor allem Werber tummelten sich zu Tausenden auf dem Messegelände.

In Vorträgen und an den vielen Bistrotischen in der Ausstellung wurde
dann fleißig gemeinsam über die Zukunft der Branche diskutiert. Was können Werber von Architekten lernen? Wie inspiriert sich ein Modedesigner? Warum ist Social Media in der Markenkommunikation heutzutage unverzichtbar?

Eine spannende Debatte, bei der aber meiner Meinung nach die fehlten,
die am meisten zu erzählen haben. Es sind die Programmierer und Techniker die von vielen belächelt und meistens als „Nerds" abgestempelt werden. Aber ihre Ideen prägen unsere Gesellschaft mehr als jeder noch so innovative Architekt, Modedesigner oder Werber. Sie entwickeln täglich neue Software, schreiben Codes und vernetzen Technologien miteinander. Der Rohstoff für neue Kommunikationsideen.

Der beste Beweis sind Menschen wie Mark Zuckerberg. Er hat es geschafft, eine Plattform aufzubauen, die mittlerweile über 400.000.000 Menschen miteinander verbindet. Für viele ist sie zum festen Bestandteil in ihrem Leben geworden. Das hat extreme Auswirkungen unter anderem auch für die Werbebranche.

Aber beim Blick in die volle Messehalle suchte man solche „kreativen Vordenker" im Publikum leider, wie zu erwarten, vergeblich. Diese Ignoranz gegenüber diesen „anderen" Ideen war Inspiration für unseren Vortrag „Creative Technologies - What we can learn from Nerds" auf dem ADC Kongress.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir den Begriff „Kreativität" im digitalen Zeitalter neu definieren müssen. Und wer das Thema Technologie nicht ernst nimmt, wird es in Zukunft schwer haben, überhaupt Ideen zu entwickeln, egal wie viele Nägel er in seiner Karriere schon gewonnen hat.

Was bedeutet Kreativität für euch und wer glaubt Ihr sind die Kreativen des digitalen Zeitalters? Ich freu mich auf die Diskussion und euer Feedback.

ADC_klein.jpgDer Wallfahrtsort der Kreativszene ist Frankfurt. Zumindest vom 12. bis 16. Mai, wenn der Art Directors Club für Deutschland e.V. zum ersten Mal in die Main-Metropole zum ADC Gipfel 2010 lädt. Das Motto The Clash of Creative Cultures verspricht ein furioses kulturelles Aufeinanderprallen der verschiedenen Kreativ-Disziplinen. Und SinnerSchrader mischt kräftig mit.

Chris Wallon, Kreativ-Geschäftsführer und Steffen Stäuber, Leiter des Innovation Lab sprechen am Freitag, 14. Mai um 11 Uhr auf der Medienbühne in Messehalle 5.0 über zwei an sich gegensätzliche kulturelle Praxen, Kreativität und Technologie, und ihren Clash im Alltag von Agenturen. Das Ergebnis des Aufeinanderprallens ist regelmäßig Creative Technology und beweist, dass auch Kreative etwas von Nerds lernen können. Die Messehalle 5.0 verbindet Hören und Sehen und beherbergt neben der Medienbühne auch die Ausstellung aller Arbeiten, die am ADC Wettbewerb 2010 teilgenommen haben.

Der ADC Gipfel: fünf Tage volles Programm und über 50 Referenten im Kongressprogramm. SinnerSchrader ist Partner des ADC Gipfels und bietet den Lesern des Fischmarkts Zugriff auf Karten zum Partnertarif. Mit dem Festivalpass für nur 399 € statt 480 € haben Fischmarkt-Abonnenten vergünstigten Zutritt zu allen Hauptveranstaltungen des Gipfels. Das Kongressticket für Stadtgespräche und Future Congress ist auf Wunsch auch einzeln buchbar zum Sondertarif von 199 € statt 250 €. Also schnell Karten sichern!

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Wie geht E-Commerce und Marke zusammen? Das zeigt, ganz unbescheiden, unsere Arbeit für den dänischen Schuhhersteller ECCO. Die jüngste Ausgabe der WEAVE befasst sich damit in aller Ausführlichkeit.

Marja Annecke (Creative Director, u. li.), Thomas Jacob (Software Architect) und Oliver Annen (User Experience) standen WEAVE-Redakteurin Lena Knake Rede und Antwort zu Konzeption, Design und Technologie hinter ECCO.com. In einem Gastbeitrag erläutert Thomas Jacob zudem, wie der Store Locator funktioniert und wie die technische Basis für den internationalen Onlineshop aussieht, das hauseigene Commerce Framework.

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SinnerSchrader arbeitet seit 2006 für ECCO, im Sommer 2007 ging der erste Relaunch von ECCO.com an den Start. Die Infrastruktur für den internationalen E-Commerce war damals bereits gelegt, auch wenn die ersten Onlineshops (in UK und den Niederlanden) erst später ausgerollt wurden. Jüngster Akt der Zusammenarbeit ist die Ende vergangener Woche runderneuerte Produktdetailseite (Beispiel siehe unten), die einerseits möglichst gut verkaufen und gleichzeitig in den Ländern ohne Onlineshop die Marke ECCO widerspiegeln und ein emotionales Markenerlebnis abbilden soll.

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2010: Werbung ist tot. Kreation lebt.

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In den letzten zwölf Monaten hat sich die Welt der Werbung mehr verändert als in den zwölf Jahren zuvor. Die Weltwirtschaftkrise war 2009 allerdings lediglich der Katalysator für eine Entwicklung, die seit einem Jahrzehnt an Dynamik gewinnt - das Internet verändert das Konsumentenverhalten radikal. Beide Entwicklungen bildeten 2009 einen perfekten Sturm, der neue Spielregeln für die Marketingwelt und die Agenturen diktierte.

Das Wichtigste zuerst: Kreation ist und bleibt das Kernprodukt jeder Agentur. Allerdings verändert sich das Spielfeld für die Kreation fundamental. In der alten Welt der Unterbrecherwerbung - ob als Plakat, 2/1-Anzeige, Radio- oder TV-Spot - lag der Fokus der Kreation auf dem Storytelling. Wie erzähle ich meine Botschaft möglichst charmant und effizient? Die Metapher: das trojanische Pferd. Heute funktionieren die gelernten Kampagnenmechaniken immer seltener, die Konsumenten suchen über das Internet die direkte Beziehung zur Marke. Lean forward statt lean back: Wenn der Konsument sich vor dem TV-Schirm zurücklehnt, akzeptiert er keine unaufgeforderte Markenkommunikation mehr. Will er was von den Marken, lehnt er sich vor und bestimmt den nächsten Klick wo, wann und wie er es wünscht.

In der Tat stellen sich immer mehr Unternehmen auf dieses neue Konsumentenverhalten ein. Sie öffnen sich, schleifen die Silos zwischen Produktentwicklung, Marketing, Vertrieb, Kundenservice - und verlangen von ihren Kreativpartnern auf Agenturseite mehr als Kampagnen. Nicht wenige Marketingentscheider entwickeln sogar eine zunehmende Aversion dagegen, durch ihre Kommunikationsmaßnahmen Medienunternehmen am Leben zu erhalten, wo es ihnen doch darum geht, Beziehungen zum Konsumenten aufzubauen.

So wie sich die Konsumenten und die Unternehmen wandeln, verändert sich auch die Agenturarbeit massiv. Die wichtigste Agenturleistung ist immer seltener die Kampagne, sondern vielmehr die Kreation von Plattformen, die Konsumenten langfristig an die Marke binden. Das ist ein ungeheurer Bruch: Statt zyklischer Kampagnen gilt es Plattformen zu entwickeln, die Magnetwirkung für die Nutzer besitzen. Plattformen aus Software!

Ist diese Erkenntnis verdaut, liegt in diesem Wandel eine riesige Chance für die Agenturen: Je mehr Produkt, Kundenservice und Internet verschmelzen, desto wichtiger wird es, Marketinginnovationen als erfolgskritischen Bestandteil in die Produktentwicklung zu integrieren. Kreative werden künftig weniger visuelles Design und Text, dafür aber mehr Produktdesign betreiben und Serviceprozesse gestalten. Die Unternehmen suchen kreativen Input, um ihre Produkte mit digitalen Zusatzleistungen aufzuladen, die sie im Markt differenzieren und im Alltag der Konsumenten relevanter machen.

Der Konsumentenalltag selbst wird auch 2010 durch eine weitere dramatische Zunahme digitaler Interaktionen geprägt sein. Im Web ist der Treiber der neue Standard HTML5, der das Nutzererlebnis schneller und komfortabler macht. Vor allem sind es aber die boomenden Smartphones (und wohl auch Tablets), welche den Konsumenten jederzeit und überall Zugriff auf Informationen und Services geben. Nach dem Web und dem Point of Sale wird Mobile zum drittwichtigsten Touchpoint zwischen Marke und Mensch. Die relevantesten Apps werden nicht hastig entwickelte Gimmicks sein, sondern Applikationen, die auf den bestehenden Marketing- und E-Commerce-Plattformen der Marken aufsetzen und diese mit anlass- und ortsbezogenen Zusatzservices erweitern.

In dieser neuen Marketingwelt brauchen Agenturen auch ein neues Agenturmodell. Um Produkt- und Service-Innovationen auf Augenhöhe gemeinsam mit den Marken entwickeln zu können, benötigen sie massive technologische Kompetenzen. Erfolgreiche Interaktivagenturen wie R/GA (jüngst erst von AdAge zur Agentur des Jahrzehnts gekürt), AKQA oder eben auch SinnerSchrader haben einen Entwickleranteil von 30 bis 50 Prozent. In diesen Agenturen arbeiten Kreative und Softwaredesigner in gemeinsamen Teams zusammen, um innovative Plattformen mit hoher Konsumentenrelevanz zu kreieren. Gelingt der Brückenschlag zwischen Kreation und Technik, überwinden Agenturen die Umsetzungsrolle - und sind kreativer Businesspartner ihrer Kunden.

Das sind tolle Aussichten für 2010!

Vorwort von Matthias Schrader zum Jahrbuch Hamburgs Kreative, das soeben erschienen ist. Foto: Olaf Ballnus

Das Zitat der Woche stammt von Ryan Singer, Designer bei 37signals, und enthält einen interessanten Gedanken zum User Interface Design:

UI that looked sexy in Photoshop almost always looks overdesigned when we try it for real in the browser. Here's a hypothesis. Simple and useful designs just don't seem good enough when they are dead pixels. They need to be brought to life before they can be appreciated. Until that happens we overcompensate with garnish.
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Chris_Wallon01.jpgDer Kreativpreis „SIM" für Handykampagnen wird in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen. Die Preisverleihung des internationalen Wettbewerbs Das Mobile 2008/2009 findet am 27. September in München statt.

In der Jury vertreten ist unter anderem Chris Wallon, Kreativgeschäftsführer von SinnerSchrader. Der von CommClubs Bayern veranstaltete Wettbewerb zeichnet in den Kategorien Integriertes Kommunikationskonzept, Pull-Kampagnen und Push-Kampagnen aus. Die innovativste mobile Idee erhält den Sonderpreis „o2 Grand Prix".

Mit einem Paukenschlag trat in der vergangenen Woche Amir Kassaei von seinem Posten als Chef des ADC zurück. Im Interview mit Spiegel Online äußert er sich heute zu den Gründen. Und die sind nicht ohne Zündstoff: Kassaei sieht radikalen Veränderungsbedarf, wo andere ihn nicht sehen wollen.

Verändert sich aber die Werbebranche nicht, wird sie wie die Musikindustrie untergehen. Die klassische Werbeagentur kann nicht überleben. Aber die Bettdecke, unter der man liegt, ist eben noch lauwarm, und man scheut sich, freiwillig raus in den Regen zu gehen. Für manche kommt aber auch der lauteste Schuss zu spät.

Kassaei wollte insbesondere den teuren Kreativwettbewerben an den Kragen, konnte sich damit aber im Kreativverband ADC nicht durchsetzen.

Nicht Kreativpreise sondern Kreativität im Sinne von Innovation wollen die Kunden. In Zeiten knapper Kassen zählt nur die herausragendste und kreativste Lösung für die schwierigen Marketingprobleme und nicht Pokale in verschiedenen Farben. Bei vielen Agenturen stimmt die Leistung bei den Wettbewerben mit der realen Leistung nicht überein. Davon lässt sich auch keiner mehr blenden.

Wer wollte, konnte auf dem DMMK im Juni in Berlin hören, wie Kassaei die digitale Revolution sieht. Hier die Aufzeichnung (ab 1:06:42):

Digitaler Frischfisch

Der interaktive Konsument revolutioniert das Marketing. Ein Blog von SinnerSchrader.

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