laurent burdin.pngEine Antwort auf einen Appell des DDB-Chefs Tonio Kröger zur effektiven Marketingkommunikation in 4 Thesen (Horizont-Artikel).

"Wir werden sehen, wie uns das alles überholt und einholt" - mit diesen Worten möchte Tonio Kröger seine Branche wachrütteln. Er appelliert an die Kollegen, sich schnellstmöglich an die neuen Bedingungen erfolgreicher Marketingkommunikation anzupassen.
Doch sind seine Thesen wirklich neu?

These 1: Die Grenzen in der Kommunikation lösen sich grundlegend auf
Gegenthese 1: Neue Technologien lösen die traditionellen Kommunikationsdisziplinen auf

Es sind die neuen Technologien, die alles ändern. Der Konsument nimmt sie an und hat längst dafür gesorgt, dass die Kommunikationsgrenzen aufgelöst wurden. Er hat eine Fernbedienung oder ein mobiles Gerät dabei und ist online bei jedem Schritt und zu jeder Zeit. Das bringt ganz neue Regeln für effektive Kommunikation. Die erste von ihnen lautet: Entwickele ein spitzes Verständnis für die neuen Technologien und setze sie für Kommunikation ein. Das bedeutet: schnell raus aus der Komfortzone des traditionellen Marketings. Dafür muss man viel Spezialwissen aufbauen und bloß nicht „Werbeagenturen" und „Digitalagenturen" und „Mobile Agenturen" fusionieren, sondern die Spezialisten verstärken.


These 2 : Relevanz wird zum entscheidenden Faktor
Gegenthese 2: Moment und Momentum sind entscheidend

Relevanz ist viel zu vage. Menschen reagieren sehr stark auf zwei Faktoren: der Moment und das Momentum. In welchem Moment soll eine Marke mit ihren Kunden kommunizieren? Die Frage muss beantwortet werden, um Botschaften, Medien und Technologien festzulegen und dann Erfolg zu haben. Das Momentum ist die Verstärkung und die Verbreitung dieser Kommunikation. Eine Kommunikation - sei es eine Werbung, eine Website, eine App - funktioniert nie von allein. Es ist die neue Aufgabe des Marketings, den richtigen Mix zu suchen: gutes Angebot am richtigen Moment, Verbreitungselement eingefügt, Mechanismen der sozialen Netzwerke aktiviert und dosiert Massenmedien eingesetzt.


These 3: Unternehmen müssen sich auf die gestiegene Macht der Konsumenten einlassen.
Gegenthese 3: Wach bleiben! Konsumenten bejubeln und bestrafen Marken.

Das ist die richtige Einstellung - allerdings nicht neu: Die Konsumenten haben doch längst die Macht übernommen. Okay, sie sind manchmal faul und wechseln doch nicht den Handytarif oder das Girokonto. Sie sind aber auch aktiv und sehr offen für gute, klare und schnelle Kommunikation. Solche Inhalte verbreiten sie gern. Die gelungenen Apps von Marken verwenden sie täglich. Schlechte Ideen bestrafen sie, z.B. bei konstruierten Ideen, langsamen Reaktionen auf Feedback und inaktiven Marken. Also bleiben sie immer wach!


These 4: Die Grenzen zwischen Kommunikation und Vertrieb verschwinden
Gegenthese 4: Interaktion ist eine gemeinsame Mission für Kommunikation und Vertrieb

Digitales Marketing und E-Commerce haben längst die Grenze zwischen Vertrieb und Kommunikation verwischt. E-Commerce ist beides: Vertrieb und Kommunikation. Erfolgreiche Retailer im Netz oder im stationären Handel haben es verstanden: In einem Ikea-Store ist alles Kommunikation, bei Tesco ist offline, online und mobile integriert, bei amazon ist der konstante Dialog der rote Faden der Kommunikation. Heute haben Kommunikation und Vertrieb eine gemeinsame Mission, eine einzige Aufgabe: Interaktion mit Kunden.

Mein Gegengift zum traditionellen Marketing: Menschen in der U-Bahn beobachten, neue Technologien tatsächlich verstehen, ständige Interaktion mit Kunden pflegen, Disziplinen nicht fusionieren sondern spezialisieren und positiv an Morgen denken.

Laurent Burdin ist seit 2007 bei SinnerSchrader und heute Geschäftsführer von SinnerSchrader Mobile. Er setzt sich mit Begeisterung für die Änderung des Marketings durch neue Technologien ein. Er kommt ursprünglich aus der Werbebranche, wo seine letzte Station Springer & Jacoby war.

Es war auf der Rückfahrt aus dem Englandurlaub. Etliche hundert Kilometer lagen bereits hinter uns, einige hundert noch vor uns. Die Familie war hungrig, und das Restaurant der Wahl trug ein goldenes M.

Mit Hilfe eines iPhones hatte ich während der Fahrt - keine Sorge, ich war Beifahrer - herausgefunden, dass der nächste McDonald's in Dülmen war. Also fuhren wir ab und steuerten gezielt den Laden an.

Man kann wohl sagen, dass wir Freunde der Marke sind, jedenfalls eine ausreichende Mehrheit der Familie an jenem Abend. Wie es meine Gewohnheit ist, wollte ich mich auch auf Foursquare zu meinem Besuch beim Mäckes bekennen und zückte das iPhone.

Der Check-in ließe sich durch ein Foto noch abrunden, so mein Gedanke. Ich drückte also auf den Auslöser und ahnte nicht, dass jener uniformierte Herr, der verschwommen im Hintergrund zu sehen ist, mich schon auf dem Kieker hatte.

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Unter Verweis auf sein Hausrecht verbot er mir das Fotografieren und verlangte, das Bild sofort zu löschen. Ich kam diesem ebenso sachlich wie energisch vorgetragenen Wunsch umgehend nach. Jedenfalls war das meine Absicht.

Zu diesem Zweck rief ich die Kamera-App auf. Doch fand sich kein Bild dort in der Galerie. Es schien also gar nicht erst gespeichert worden zu sein. Damit gab sich der Mitarbeiter, möglicherweise auch der Inhaber des Restaurants, auch gleich zufrieden, und das Gespräch war beendet.

Doch als ich schließlich bei Foursquare einchecken wollte, war das Bild noch da. Und so habe ich es dann auch publiziert, unter Verletzung des Hausrechts und Bruch meiner Zusage, es zu löschen. Ob das Unrecht war oder nicht, darüber mögen andere befinden.

Die Frage ist aber, warum der Burgerbrater mir überhaupt verbieten will, in seinem Restaurant zu fotografieren. Ist das generell so oder eine Besonderheit des Dülmener Etablissements? Hätten andere Mitarbeiter genauso gehandelt?

Und was hat McDonald's durch solche Fotos zu fürchten? Ist nicht hinreichend in der Öffentlichkeit bekannt, wie es im Innern aussieht? Darf das außer den Kunden niemand sehen? Ist ein Check-in bei Foursquare (oder Facebook oder Google oder dergleichen) gar nicht erwünscht? Oder nur ohne Foto?

Ich weiß es nicht. Ob ich nun mit diesem Text zum Markenbotschafter geworden bin? Und ob das die Botschaft ist, die das Marketing gern lesen möchte? Oder habe ich gar ein bundesweites Hausverbot zu erwarten?

Auch das weiß ich nicht. Das Markenerlebnis hat mich jedoch ziemlich überrascht, und es kam mir nicht so vor, als ob wir uns dort auf der Höhe der Zeit befinden würden. Aber vielleicht ist das auch nur eine Dülmener Besonderheit.

Die Zahlen der United Digital Group

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Michael Riese hat es mal wieder geschafft - zumindest wenn es nach Michael Riese geht.

Neun Digital- und Media-Agenturen hat er zur "United Digital Group" zusammengefasst und mit EQT einen Investor gefunden. "Um es kurz zu machen: Sie kommen leider an uns nicht vorbei", kündigt die United Digital Group auf ihrer Website selbstbewusst an. Das Unternehmen sieht sich als "neuer deutscher Marktführer für digitales Marktmanagement und Kommunikation" (Quelle: Horizont) und beziffert den jährlichen Gesamtumsatz auf 89 Millionen Euro (Quelle: Pressemitteilung - PDF).

Das klingt imposant. Es stellt sich nur die Frage, wie Herr Riese auf solche Zahlen kommt. Für mich sieht es so aus, als habe er mal wieder Brutto mit Netto verwechselt. Wenn ich die Honorarumsätze der Gruppenagenturen gemäß den Eigenmeldungen in den Rankings summiere, bleibt nach meiner Mathematik nicht einmal die Hälfte übrig. Der Rest könnten Media-Umsätze sein, die laut Ranking-Regeln jedoch nicht eingerechnet werden dürften.
Die postulierte Marktführerschaft ist also bestenfalls heiße Luft. Man könnte es aber auch anders ausdrücken.

So habe ich gerechnet. Ergänzungen und Korrekturen bitte als Kommentar.

Beim gestrigen open betabreakfast im Hamburger Co-Workingspace betahaus ging es um die Chancen und Herausforderungen von Peer-to-Peer-Modellen - kurz P2P. Der Begriff stammt aus der IT-Branche und steht für ein Rechnernetzwerk, in dem alle Computer gleichberechtigt sind und diese sowohl Dienste in Anspruch nehmen, als auch zur Verfügung stellen können.

Dieses Modell ist in der Offline-Welt mittlerweile zu einer gesellschaftlichen Bewegung mit einer enormen kulturellen und wirtschaftlichen Kraft geworden. Moderne Technologien ermöglichen nicht nur das vereinfachte Teilen von Gütern, sondern bringen auch Menschen zusammen und reduzieren überflüssigen Konsum. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist das amerikanische NeighborGoods, eine Tauschbörse für die Nachbarschaft.

Doch auch in Deutschland sind der Gemeinschaftsgedanke und das Teilen, Tauschen und Verschenken im vollem Gange. Beim betabreakfast stellte Ingo Struckmeyer sein Hamburger Start-Up Rent'n'Roll vor. Über die Carsharing-Plattform lassen sich zukünftig private Autos mieten und vermieten. Für Struckmeyer ist der Marktplatz eine Ergänzung zum kürzlich gelaunchten Mobilitätskonzept car2go - denn Rent'n'Roll bietet verschiedene Fahrzeugklassen an und nutzt in der Stadt bereits vorhandene Ressourcen.

Der Hyperkonsum des 20. Jahrhunderts, in dem der Besitz jedes Einzelnen eine große Rolle spielte, wird allmählich vom kollaborativen Konsum abgelöst. Auch Unternehmen und Dienstleister müssen sich diesen neuen Marktgegebenheiten anpassen. So befindet sich Amazon derzeit mit dem Kindle Lending Club in der Beta-Phase. Über die Plattform können die Leser von Kindle E-Books ihre gekauften Titel über eine begrenzte Zeit an Freunde verleihen.

Griffin Farley, BBH New York, fasst diese Entwicklung prägnant zusammen:

"Plan not just for those that buy your products, but for those that will eventually buy your products from them"

Wer noch weiter in das Thema einsteigen möchte, sollte sich dieses Video der beiden Buchautoren Rachel Botsman und Roo Rogers anschauen:

Stellen zusätzliche Features für den Nutzer einen Mehrwert dar, für den er bereit ist, persönliche Daten preiszugeben? Vor dieser Frage stehen viele Seitenbetreiber, wenn sie ihre Sites optimieren möchten.

Die Antwort liegt - wie so oft - in den Daten. Das Analytics-Team von SinnerSchrader hat für seinen Kunden TUIfly.com untersucht, wie sich eine entsprechende Umgestaltung des Buchungsprozesses auswirkt.

Der Buchungsablauf bei TUIfly.com ist bereits stark optimiert, könnte jedoch um Funktionen erweitert werden, die die Auswahl eines Fluges noch komfortabler machen.

Variante A (inkl. Passagiernamen):
variantea.png

Die Überlegung: Wenn der Reisende seinen Namen frühzeitig im Bestellprozess angibt, würde es die Zuordnung von Extras vereinfachen, z.B. bei speziellen Sitzplätzen, Menüwünschen und weiterer Besonderheiten.

Die Frage für das Analytics-Team: Würde der Komfortgewinn überzeugen, oder hält die notwendige Preisgabe persönlicher Daten sogar Konsumenten von der Buchung ab?

Variante B (anonym):
tuifly_registrierung_B.png

Das wollten wir genau wissen und haben in Form eines A/B-Tests geprüft. Das Ergebnis war eindeutig: Konsumenten wollen persönliche Daten nur beim Buchungsabschuss preisgeben. Der Komfort während der Buchung ist dabei zweitrangig.

Die gesamte Case-Study ist im Conversion Room Blog von Google veröffentlicht.

Update:
Die Case-Study ist nun auch im internationalen Conversion Room Blog von Google auf Englisch veröffentlicht worden.

"Dieser Tweet spendet 50Cent an die AIDS Hilfe Hamburg #watsa" - Wer Twitter benutzt, hat diesen Eintrag Anfang Dezember in seiner Timeline des Öfteren gelesen. Eine Spendenaktion via Twitter, die von sich reden machte und es sogar auf Trending-Topic-Platz 3 schaffte - knapp hinter Stuttgart 21. Technologischer Vater des Erfolgs ist Sven Kräuter, Senior Consultant IT bei SinnerSchrader. Er hat das Tool entwickelt und stellt es ab heute unter pledgedrive.in zur freien Verfügung. Auf dem Fischmarkt schildert er, wie aus einer fixen Idee innerhalb weniger Tage ein erfolgreiches Fundraising-Tool wurde:

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Gehen wir ein paar Wochen zurück: 17.11.2010, 3. Gadgetnight Hamburg. Der Gastgeber Sven Wiesner hat eine Frage: "Wir wollen im Rahmen der Twittnite eine Spendenaktion starten. Wir spenden 0,50 Euro pro Tweet, der am Welt-AIDS-Tag einen bestimmten Satz enthält. Ist das machbar, und wenn ja: kannst Du das übernehmen?". Die Idee ist glasklar und einfach. Dazu noch für einen guten Zweck. Sie überzeugt mich. Zeitlich mehr als knapp, denn Livegang ist der 1. Dezember und das Ganze wird komplett in der Freizeit stattfinden. "Technisch kein Thema", denke ich. Bezahlung natürlich auch nicht - immerhin geht es um eine Spendenaktion.

Daraus entsteht ein wilder Ritt: Zusage meinerseits + Konzepterstellung am 21.11., kurzes Kick-Off zum Aufbau des Frontends mit zwei Scribbles, der Klärung einiger Detailfragen und der Synchronisierung der Abstimmungstermine des Projektplans als Ergebnis am folgenden Dienstag. Danach liegt es an mir, die Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Schnell steht der erste Prototyp. Unter der Haube läuft eine schlanke, flexible Ruby-Webanwendung, die Twitterdaten in Echtzeit sammelt, auswertet und in eine Datenbank schreibt. Das ganze auf zwei hochskalierbare Cloudhoster verteilt, die das Schnurren bei Bedarf in ein sattes Röhren verwandeln können. Das Feedback: "Super, können wir unverändert nutzen. Geiles Teil!"

In der Nacht zum 01.12.2010 ist es dann soweit: watsa.de ist live und wartet darauf, ab 00:01 alle Tweets mit der vereinbarten Phrase zu tracken. Ich starte durch Anklicken des Tweet-Buttons auf der Landingpage. Der Teil meiner Timelinie, der noch wach ist, macht mit. Mit diesem beruhigendem Ergebnis gehe ich dann entspannt schlafen. Alles funktioniert wie geplant, und der Spendenzähler steht auf 2,00 €.

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Am nächsten Morgen weiter relativ entspannter Traffic in Sachen Spendenaktion. Meine Freundin verabschiedet sich gegen 8 Uhr mit den Worten "Ich mache dann die 10 € voll, wenn ich in der Agentur angekommen bin." Was Ihr nicht gelingen wird, denn zwischen 8 und 9 Uhr werden über 100 Teilnehmer gezählt. Pro Tweet werden 50 Cent gespendet, so dass wir schon über der 50€-Grenze liegen. Wow! Aber es sollte noch besser weitergehen - hier der Tagesverlauf in Zahlen:

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Die Obergrenze von 1000 € ist bis zur Mittagspause geknackt, unglaublich! Der gemessene Teilnahme-Peak liegt bei knapp über 800 Tweets pro Stunde. Insgesamt werden 3846 gültige Twitternachrichten gezählt. A propos Zahlen: Wenn ich auf meinen Stundenzettel in Basecamp gucke, sehe ich knapp 40 auf das Projekt gebuchte Stunden. Mit einem Ergebnis, das die Mühe absolut Wert war. Unterm Strich eine "Just figure out what's useful, and the techies will make it happen"-Situation. Grandiose Idee trifft auf IT-Know-How und Innovationslust, die das Ganze Wirklichkeit werden lässt. So ergibt sich eine schöne Lösung, der man den dahintersteckenden Aufwand nicht ansieht. So muss es laufen.

Wie geht es weiter? Auf pledgedrive.in kann die entstandene Plattform als White-Label-Lösung für gebrandete Kampagnen genutzt werden. Launch des Services ist... jetzt! Viel Spaß damit!

Webanalytics wird heute standardisiert auf Websites eingesetzt. Mithilfe von Webanalytics kann das Verhalten der Konsumenten analysiert und die Website auf seine Bedürfnisse angepasst werden. Die Analyse zeigt sehr schnell, wo auf einer Website unnötige Hürden aufgebaut wurden, wo Konsumenten abbrechen und die Seite verlassen.

Allerdings werden bei der Analyse auch heute noch primär die aggregierten Durchschnittsdaten aller Besucher der Website betrachtet. Individuelle Unterschiede in den Bedürfnissen und dem Nutzungskontext werden nicht betrachtet.

Ein Beispiel. Die Analyse einer Website ergibt, dass es im Schnitt mehr Ab- als Anmeldungen zum Newsletter gibt. Das kann schnell zu dem Schluss führen, dass der Newsletter insgesamt für die Mehrheit der Konsumenten irrelevant sei. Viel wichtiger als diese allgemeine Betrachtung ist hier die Frage, für welchen Teil der Besucher der Website der Newsletter relevant ist und für welchen Teil nicht. Allein diese Information gibt den relevanten Einblick, der die Optimierung des Angebots treibt.

Diese Frage wird mithilfe von Segmenten beantwortet. Das genaue Vorgehen zum Aufbau und der Nutzen aus der konsequenten Anwendung von Segmenten im Webanalyics beantwortet das Whitepaper Segmentierung.

Das Münchner Start-up amiando hat mal wieder seine Website gründlich aufgeräumt, das Preissystem verändert und bietet jetzt auch ein brauchbares E-Mail-Marketing an.

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Design und Usability wurden komplett überarbeitet. "amiando wird kinderleicht zu bedienen", verspricht Gründer und CEO Felix Haas. "Wir haben fast alles umgestellt. Unser Ziel war es, unser Feature-Set (German Engineering) mit einfacher Bedienung (Silicon Valley Style) zu verbinden."

War bisher ein Euro pro Ticket auch bei kostenlosen Events fällig, so verzichtet amiando ab sofort auf diesen Obulus und verspricht sich davon eine höhere Bekanntheit. amiando wird damit auch für Veranstaltungen wie zum Beispiel Barcamps interessant, die bis dato häufig an dieser Preishürde scheiterten.

Für uns als Veranstalter der next ist das neue E-Mail-Tool besonders interessant. Zwar konnte amiando auch bisher schon E-Mails versenden, diese Funktion war jedoch eher rudimentär. Künftig kann amiando sehr brauchbare E-Mail-Newsletter versenden und hat auch gleich ein eigenes Tracking integriert.

Allerdings ist der Mailversand jenseits der ersten 1.000 Mails im Monat nicht mehr kostenlos. Bis 10.000 Mails ist ein Cent pro Mail fällig, danach ein halber Cent. 15.000 Mails im Monat kosten demnach 115 Euro.

Für die next haben wir bis jetzt Mailchimp verwendet. Mailchimp arbeitet, anders als amiando, mit einem Staffelpreismodell, das abhängig von der Zahl der Abonnenten ist. Die parallele Datenpflege in zwei verschiedenen Tools ist jedoch recht mühsam und aufwendig.

Wir setzen amiando schon seit der next07 ein. Damals war das Start-up gerade erst frisch aus dem Ei geschlüpft. Seitdem hatte das Team immer ein offenes Ohr für unsere Wünsche, Ideen und Verbesserungsvorschläge. Es hat sehr viel Spaß gemacht zu sehen, wie aus Ideen konkrete Features und Produkte wurden.

Wir werden das neue E-Mail-Tool in der nächsten Zeit auf jeden Fall testen. Auf den ersten Blick erscheint die Filterfunktion noch ausbaufähig. Ich bin aber ziemlich sicher, dass Felix und Co. früher oder später nachrüsten werden, was vielleicht noch fehlt.

theageofon.pngVor kurzem haben Interone und Jörg Jelden (Jelden Trend & Transformation Consulting) die Studie The Age Of On vorgestellt. Sie untersucht auf gut 50 Seiten den Einfluss von vier Trends auf die Mediennutzung und das Kaufverhalten:

  • Facebook übernimmt die Macht.
  • Das Internet wird mobil.
  • Lokalisierungsdienste (Foursquare!) sind im Kommen.
  • E-Commerce als Wachstumsmarkt

Alles Dinge, die wir hier auf dem Fischmarkt ja auch schon länger predigen. Jetzt aber mal ordentlich empirisch unterfüttert und mit jeder Menge Einsichten in das Konsumentenverhalten angereichert.

Für die Studie haben Interone und Jörg Jelden die Mediennutzung und das Konsumverhalten von acht Early Adoptern (1Checker genannt) zwei Wochen lang intensiv untersucht, unter anderem mit aufgebohrten iPhones. Die zentralen Ergebnisse der Untersuchung wurden danach in einer repräsentativen Online-Befragung von 1.000 Personen aus Deutschland im Alter zwischen 20 und 39 Jahren quantitativ überprüft.

A few months ago, Anna and Mark of Mavens sent me Seth Godin's book Tribes as a Christmas gift. I still didn't bother to read it, but these days I took it with me on my trip to Berlin for re:publica. I think of the people gathering for events like re:publica and next10 (which happens to happen in just 26 days, you might want to register now) as tribes in Godin's sense of the word.

The Tribalisation of the crowds in the age of the Social Web poses a real threat for traditional marketing. Things are getting more and more fragmented. To use the next conference as an example: Of course we run a website which is a blog at the same time. Then there is an e-mail newsletter and e-mail marketing that runs on MailChimp, which still performs well for us. We have a Twitter account, a Facebook group and a fan page as well, a Xing group and a Formspring account.

You can RSVP for the event at Facebook, Xing, Upcoming and LinkedIn. Registration and ticketing are done on amiando, but the networking features at amiando are pretty poor, so nobody uses them. Questions can be asked not only on Formspring, but also via qhub. The programme schedule is hosted at sched.org where you can login with your Facebook or Twitter account and create your own conference schedule.

SinnerSchrader has built a slick Flash interface for the schedule which will be launched soon. Since there is no flash on the iPhone, Cellular is building an iPhone app which will soon be launched, too. We are also working on an Android version together with Mobile Roadie. And who knows, maybe there will even be a Blackberry app in May. The whole conference is videotaped with videos hosted by sevenload and perhaps even streamed live to the web.

This sounds like an unmanageable mess? It sure is. I didn't mention yet traditional marketing with media partners, telesales and classic PR. And then there is the never-ending stream of e-mail. Our tiny team which runs the conference is spread thin, and I typically ask myself every morning where to start my work. All these channels are hungry for fresh content and interaction.

The tribe which unites just once a year at the conference is scattered all over the web for the rest of the time. And it's not easy to reach them. But on the other hand it's a lot of fun to interact via all these channels and at all these places where people happen to stay. And unlike traditional marketing, things are much more based on interaction than on the tired broadcast model. Think of narrowcasting or micropublishing, not only in the Twitter sense of the word with a 140 characters limit, but also with a very limited and highly-focused audience.

The next tribe is tiny compared to a mass media audience. Currently we have just about 5000 e-mail addresses in our database. 1.556 people follow us on Twitter and 963 on Facebook. Besides e-mail, there is no single channel to reach them all ot once. But is this necessary? The real power of an event like re:publica or next10 lies in the networked, word-of-mouth, viral and many-to-many type of communication, not in the broadcast model.

Anyone knows the situation? It is Saturday evening and you go to a friend's party. In Germany where I live they have stand-up parties where one stands the whole night in conversation holding oneself on a glass of beer. And then you meet a person talking only about one thing, about oneself. Difficult to escape and bad vibrations come.

What if the person talking about himself is a brand and the listener a consumer. This is what happens too often in the web. Back from the M2C Social Media conference in Paris here is my major take out: "Dear Brand, talk about the consumer, not about yourself!"

The M2C conference had great brands presenting their track record in the social web: Lego, IBM, Dell, HP, BBC, Disney, General Mill, P&G and General Motors with an impressive case of listening to customers in the middle of the GM crisis in 2009. Best practices show that talking about what matters to consumers is key in brand development online.

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What a great job for our digital strategic planners at SinnerSchrader and for brand marketing: looking for consumer insights and develop ideas for platforms and social media campaigns. Developing online platforms where a consumer starts a conversation with a Brand is new for marketers. In fact this is our future.

The game has changed. Brand marketing online must change and behave. And the party will be a great success.

Laurent Burdin, Managing Director, SinnerSchrader

An diesem Video führt hier auf dem Fischmarkt kein Weg vorbei. Es zeigt die Marke Fischmarkt, und zwar das Original: den Altonaer Fischmarkt. In einer speziellen medialen Inszenierung von 2:30 Dauer.

Gefunden beim Werbeblogger.

Es war mein erster Arbeitstag im Januar, als ich acht Prognosen für das nun fast abgelaufende Jahr 2009 abgab. Und da heute mein letzter Arbeitstag in diesem Jahr ist, frage ich mich nun, was daraus geworden ist.

  1. Prognose: Eine Reihe von Marken und Markenartiklern, für die 2009 ein wirtschaftlich schwieriges Jahr wird, werden sich öffnen, den Konsumenten zuhören und mit ihnen reden. Und damit erste Erfolge feiern. Realität: Es gibt zwar einige Beispiele für eine Öffnung, doch die großen Erfolge bleiben aus. Ab Mitte des Jahres dominiert die eher mäßig erfolgreiche Kampagne von Vodafone die Diskussion.
  2. Prognose: Marken und große Unternehmen werden ihre Marketingbudgets weiterhin ins Internet verschieben, das inzwischen der bei weitem effizienteste Marketingkanal ist - und deshalb ein Gewinner der Rezession. Realität: Der OVK prognostiziert der Onlinewerbung für 2009 ein Plus von 10 Prozent. Das kann sich in einem insgesamt rückläufigen Werbemarkt sehen lassen.
  3. Prognose: 2009 wird mehr Onlinewerbeumsatz mit Performance Marketing (SEM/Affiliate) als mit klassischer Displaywerbung gemacht. Auch Displaywerbung wird immer mehr nach Performance-Modellen abgerechnet statt nach TKP. Realität: Nimmt man die OVK-Prognose als Maßstab, so ist der erste Teil nicht eingetroffen, auch wenn das Affiliatemarketing überproportional gewachsen ist. Die Abrechnung nach Performance hingegen hat an Boden gewonnen.
  4. Prognose: Im New Media Service Ranking werden die Top Ten kräftig umsortiert. Aber spannend wird erst das Ranking im Folgejahr (auf Basis der Umsätze von 2009). Realität: In den Top Ten hat sich wenig getan. Das Ranking 2010 bleibt abzuwarten.
  5. Prognose: Der Druck auf die Printmedien wird stark steigen. In den USA werden die ersten großen Tageszeitungen ihre gedruckten Ausgaben reduzieren oder ganz aufgeben und ins Web migrieren. In Deutschland werden vor allem die Verlagsapparate Federn lassen müssen. Sie sind im Web nicht refinanzierbar. Realität: Die Krise der Printmedien war eines der großen Themen des Jahres 2009. Mehrere US-Tageszeitungen sind eingestellt worden. In Deutschland haben die Verlage massiv Stellen abgebaut.
  6. Prognose: Alte Medien werden Blogs kaufen, sogar in Deutschland, um ihre Position im Web zu verbessern. Problem: Es gibt in Deutschland nur wenige professionell betriebene Blogs. Realität: Bereits im Januar wurde Basic Thinking verkauft, allerdings nicht an ein klassisches Medienunternehmen. Der Mangel an professionell betriebenen Blogs bleibt bestehen.
  7. Prognose: Holtzbrinck wird sich nach Kräften bemühen, seine Investitionen in StudiVZ zurückzuverdienen. Da die GWP es nicht schafft, StudiVZ zu vermarkten, wird der Vermarkter gewechselt. Für einen Verkauf an Facebook ist es nun zu spät. Am Ende wird ein Notverkauf stehen. Realität: Holtzbrinck hat den Vermarkter nicht gewechselt, sondern umbenannt. Facebook ist kräftig gewachsen. Zu einem Notverkauf von StudiVZ ist es bis jetzt nicht gekommen.
  8. Prognose: Cloud Computing wird abheben, sowohl als Buzzword als auch in der Nutzung. In der Rezession 2001/2002 konnte sich Open Source in Unternehmen durchsetzen, diesmal wird es Cloud Computing sein. Realität: Google hat mit seiner "Go Google"-Kampagne massiv um Unternehmen geworben, die ihre elektronische Büroinfrastruktur weg von Microsoft und lokalen Maschinen hin zur Google-Cloud bewegen wollen. Das Google Chrome OS wird im kommenden Jahr dem Thema einen weiteren kräftigen Schub geben.

Insgesamt ein eher gemisches Bild, wie das mit Prognosen so ist, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. So schließe ich nun das Kontor für dieses Jahr. Anfang Januar geht es weiter, dann mit Prognosen für das Jahr 2010.

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Was wir hier auf dem Fischmarkt seit Jahren zu sagen versuchen, bringt Paul Isakson in den folgenden 60 Folien auf den Punkt. Bis vor kurzem war er Head of Strategy bei space150.

"Change is inexorable." (Jeff Jarvis)

Seit vier Jahren diskutieren wir auf der next conference die durch das Web ausgelösten fundamentalen Veränderungen. Das Internet ist die ultimative disruptive Technologie. 15 Jahre nach der Ankunft des Web im Massenmarkt haben wir nur einen ersten Eindruck davon, was möglich ist. Das Web ändert die Spielregeln von Grund auf. Es gibt dem Einzelnen größere Möglichkeiten, etwas zu bewegen, als jemals zuvor in der Geschichte. Wir nennen diese Menschen Game Changers. Sie setzen auf disruptive Technologien, brechen Regeln und definieren Geschäftsmodelle neu.

Game Changers sind innovativ und gehen Wagnisse ein, unbelastet vom althergebrachten Massenmarketing. Sie nutzen disruptive Technologien auf innovative Weise, um ihre Konsumenten zu bedienen, einen Bedarf zu befriedigen und die beste Lösung dafür zu finden. Sie brechen Regeln, die in Stein gemeißelt schienen, aber einfach nicht mehr länger gelten. Sie lassen sich durch etablierte Geschäftsmodelle nicht einschränken, sondern stellen sie in Frage und definieren sie neu: um das Erlebnis, den Nutzen und den Wert für die Konsumenten zu verbessern.

Game Changers ist das Leitmotto der fünften next conference, zu der SinnerSchrader im Mai 2010 einlädt. Auf der next10 werden Sie sie kennenlernen: Visionäre, Strategien, Unternehmen und Produkte, die mehr sind als innovativ - sie brechen Regeln. Da wir die Konferenz nicht ohne die next community veranstalten könnten, brauchen wir Ihren Input. Helfen Sie uns, die Agenda für eine außergewöhnliche Konferenz zu entwickeln! Wir konzentrieren uns im Moment auf den Einsatz web- und IP-basierter Technologie in folgenden Branchen:

  • Automotive
  • Banking
  • Retail, E-Commerce and FMCG
  • Mobile
  • Media, Entertainment and Advertising
  • Travel & Tourism
  • Health Care

Learn more about the conference theme. The Call for Participation will be open soon.

vegemite_iSnack_20.jpgDas hatte sich der Konsumgüterriese Kraft Foods fein ausgedacht. Zur Markteinführung einer neuen Variante des australischen Nationalbrotaufstrichs Vegemite sollten die Konsumenten über den Namen entscheiden. So wie bereits 1923 beim Original. Doch als die Stimmen ausgezählt waren, hieß das zuvor monatelang namenlos in den Supermärkten vertriebene neue Produkt iSnack 2.0 - so wie in iPod und Web 2.0.

Doch was in good old Europe bestenfalls ein Schmunzeln entlockt hätte, führte Down Under zu einer mittelschweren Revolte. Zwar mögen die Konsumenten das Produkt, doch hassen sie geradezu den völlig unpassenden Namen. Dazu muss man wissen, dass ein Markenprodukt wie Nutella im Vergleich zu Vegemite ("proudly made in Australia") und Marmite ein Nichts ist. Ein Name wie iSnack 2.0 ist geradezu ein Anschlag auf die australische Seele.

isuck20ladiesthumb.jpgDeshalb dauerte es nur wenige Tage, bis Kraft Foods einlenkte, den gerade erst verkündeten Namen wieder kassierte - und die Konsumenten erneut um ihr Votum bat. Morgen soll nun der nächste, möglicherweise endgültige Name annonciert werden.

In der Zwischenzeit lohnt sich ein Blick auf die kreativen Unmutsäußerungen, zum Beispiel auf jenes T-Shirt (links), dass der Epic Fail Store feilbietet [via]. Oder das unvermeidliche Hitler-Video, das in einer von zwei Versionen auf YouTube bis jetzt 72.000 Aufrufe generierte, was noch verhältnismäßig wenig ist. Kraft wehrt sich übrigens nach Kräften gegen die Unterstellung, die ganze Affaire sei nicht mehr als ein genialer PR-Stunt gewesen.

Ist die Aktion nun ein Argument gegen Crowdsourcing? Wohl kaum. Mehr Aufmerksamkeit hätte ein Produktstart kaum bekommen können. Und Kraft hat sicher nicht falsch gehandelt, als sie den Namen binnen weniger Tage zurückzogen und eine neue öffentliche Namenssuche starteten. So kann's gehen, wenn Konsumgüterhersteller auf den Konsumenten hören, der schließlich am Ende die Rechnung bezahlt. [via]

Die Nachricht des Tages kommt weder aus Köln noch aus Amsterdam: Mercedes gibt die Hälfte seines Marketingbudgets in Großbritannien jetzt digital aus. Das ist ein Meilenstein auf dem Weg der digitalen Revolution. Und offensichtlich wird diese Revolution aus Deutschland gesteuert, präzise: aus Baden-Württemberg.

"We don't have normal marketers just doing online ads, or just putting our TV ads online," he said. "We have a whole department, for example, at our headquarters in Germany just doing digital marketing."

Read more.

hibbeler_150px.jpgZu Beginn sei festgehalten: Der m2 MedienMittwoch ist eine gelungene Veranstaltung, die sich zu besuchen lohnt. Die Location war mit dem Sachsenhäuser Depot 1899 exzellent gewählt, die Besucherzahl war rekordverdächtig und die rege Beteiligung derjenigen innerhalb und außerhalb des Saales, die Ihre spontanen Anmerkungen über die eingerichtete Twitter-Wall öffentlich machten, war beachtlich.

Der Titel der Veranstaltung, der große Erwartungen bei dem ein oder anderen schürte, endlich die goldenen Regeln für einen Erfolg mit und vor allem durch die Social Networks zu erhalten, tat sicher sein übriges für den guten Besuch an diesem Abend. Diejenigen, die rein mit einer solchen Erwartungshaltung die Veranstaltung besuchten, wurden allerdings ein wenig enttäuscht.

Zu sehr stand an diesem Abend Vodafone mit seiner jüngsten missglückten Kampagne im Fokus der Diskussion und Kritik. Sicher ist Vodafone ein gutes Beispiel, an dem man Fehler aufzeigen kann. Es reicht halt nicht, einen prominenten Blogger wie Sascha Lobo als Testimonial zu engagieren, darüber die "Generation Upload" zu definieren und zu glauben, das hat Erfolg.

Hier fehlte zunächst mal der Blick auf das Produkt. Um im Social Marketing erfolgreich zu sein, brauche ich als allererstes ein gutes Produkt. Das hatte Vodafone nicht. Genauso unglücklich ist der Begriff "Generation Upload". Der geht vorbei an ihrer Zielgruppe, falls sich dadurch überhaupt eine Zielgruppe angesprochen fühlt. Dennoch zeigte auch die Diskussion auf dem Podium, wo mit Olaf Kolbrück (Redakteur & Blogger, Horizont), Kai Hattendorf (Bereichsleiter Unternehmenskommunikation, Messe Frankfurt), Kuzey Alexander Esener (Leiter Wirtschafts- und Unternehmenspresse, Vodafone), Ralf Schengber (Community-Experte) und Holger Schmidt (Wirtschaftsredakteur, FAZ) ausgewiesene Experten Platz nahmen, dass selbst hier durchaus unterschiedliche Meinungen beispielsweise in puncto Reaktionszeit von Unternehmen auf (negative) Stimmungen innerhalb der Communities vorherrschen.

Dieses Thema hätte man an dem Abend kürzer fassen können und sollen. So war das Ende dieser Diskussion eher durch Drängen aus dem Publikum und von der Twitter-Wall geschuldet, zum einen aus Mitleid für Kuzey Alexander Esener von Vodafone, und zum anderen fehlten ja noch die goldenen Regeln. Speziell für letztere interessierte sich vor allem der ein oder andere Kleinunternehmer, der wissen wollte, wie er denn mit wenigem Aufwand Social Marketing für sich gewinnbringend nutzen kann.

Dies konnte schließlich nicht zur vollsten Zufriedenheit vom Podium beantwortet werden. Zu allgemein waren insgesamt die Aussagen. "Informieren, nicht verkaufen", "für relevante Inhalte Sorge tragen", "Kritik auch aushalten können" und vor allem "locker bleiben" waren die nicht ganz unbekannten Aussagen für den erfolgreichen Umgang mit Online-Communities.

Sehr erfrischend waren während des gesamten Abends die Beiträge zu der Veranstaltung auf der Twitter-Wall, die man permanent live aus dem Publikum heraus verfolgen konnte. So ergab sich ein interessantes Spiegelbild zwischen den Beiträgen auf der Twitter-Wall und der Stimmung beim Publikum im Saal.

Was diese Veranstaltung ebenfalls auszeichnet, ist die Gelegenheit in netter Atmosphäre viele Menschen zu treffen, die sich alle für das Thema interessieren. So genießt man im Anschluss an den Abend noch das eine oder andere Getränk und führt mit verschiedensten Personen spannende Gespräche. Ich habe dies jedenfalls so gehalten. Kann nur betonen, ein echter Mehrwert!

So war es dann auch alles in allem eine runde Veranstaltung, der man lediglich eine etwas kontroversere geführte Podiumsdiskussion neben dem Beispiel Vodafone gewünscht hätte.

Dirk Hibbeler leitet das Frankfurter Büro von SinnerSchrader.

Und nicht den Vermarktern oder den Mediaagenturen. Diese Position vertritt Matthias Schrader in einem Gastbeitrag auf dem dmexco-Blog.

matthias_schrader_150x176.jpgWarum? Ganz klar: Am Ende bezahlen die Unternehmen die Rechnung für die Kampagnen. Daher sollten sie den vollen Zugriff auf die Konsumentenprofile erhalten. Nur wenn die Werbungtreibenden über die generierten Nutzerprofile verfügen, können sie diese bei einem Wechsel der Agentur weiterhin nutzen. Targeting sollte aus Sicht der Werbungtreibenden betrachtet werden.

Der ganze Beitrag hier.

Mediaagenturen investieren in Profiling- und Targeting-Technologien, Vermarkter schließen sich zusammen, um die kritische Masse an Konsumentenprofilen sammeln zu können, mit der Targeting erst Sinn hat. Eine der heiß diskutierten Fragen ist, wem diese Profile letztlich gehören - den Vermarktern, den Agenturen oder gar den Werbungtreibenden, die schließlich am Ende die Werbung bezahlen?

Bei dieser Diskussion bleibt einer außen vor - der Konsument, der letztlich die ganze Veranstaltung bezahlt und um dessen Daten es beim Targeting geht. ina schreibt in einem Kommentar:

Die Konsumenten"profile" gehören weder den Vermarktern noch den Agenturen oder Werbetreibenden - sie gehören den Konsumenten. Vermarkter, Agenturen und Werbungtreibende verfügen über mehr oder weniger große und spezifische Cluster, _besitzen_ aber keine einzelne Profile der Konsumenten.

Im Prinzip sehr richtig, aber in der Praxis geht es Vermarktern, Agenturen und Werbungtreibenden gerade darum, solche Profile aufzubauen. Die Vermarkter haben damit begonnen, die Mediaagenturen springen auf den fahrenden Zug auf und die Werbungtreibenden werden früher oder später eigenes Know-how und eigene Technologie aufbauen, um ihre Kundenbeziehungen zu verbessern.

Sie sind in diesem Spiel die einzigen Spieler, die ein Interesse daran haben können, den Konsumenten die Kontrolle über ihre Daten und Profile zu geben. Denn sie wollen keine Werbung an Konsumenten ausliefern, die diese Werbung nicht sehen wollen. Das wäre rausgeworfenes Geld. Vermarkter und Agenturen hingegen schielen, solange sie nach Kontaktzahl und nicht nach Performance bezahlt werden, immer auch auf das ausgelieferte Volumen.

Früher oder später werde ich in meinem Kundenkonto auch das Profil konfigurieren können, das ein Unternehmen über mich angelegt hat. Doch bis dahin wird noch einige Zeit vergehen. Denn vergessen wir nicht - bis jetzt sind die Profile anonym. Damit wäre dann Schluss.

67 Prozent der Deutschen vertrauen Bewertungen, die andere Konsumenten online abgeben. Weltweit sind es sogar 70 Prozent. Consumer Generated Content in Form von Bewertungen und Empfehlungen im Netz steht hoch im Kurs. Auch Markenwebsites genießen eine ordentliche Portion Vertrauen. International verlassen sich 70 Prozent der Internetnutzer auf diese Werbeform. In Deutschland sind es bereits 57 Prozent. Das belegt eine Nielsen-Studie. Über 25.000 Online-Konsumenten in über 50 Ländern haben zum Thema „Vertrauen in unterschiedliche Werbeformen" ihre Meinung geäußert.

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Vertrauen in Werbeformen (Quelle: Nielsen)


Parallel zur Bedeutung des Internets steigt die allgemeine Konsumfreudigkeit der Verbraucher in Deutschland weiter wie die aktuelle Konsumklima-Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zeigt.

BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer:

Der Online-Einkauf gehört heute zum Alltag vieler Menschen wie der Gang zum Bäcker.

Laut einer repräsentativen BITKOM-Umfrage, auf Basis von tausend Befragten, haben 88 Prozent aller Internetnutzer in Deutschland bereits Waren oder Dienstleistungen online gekauft. Das sind 44 Millionen Konsumenten.

Wenn das nicht positive Impulse für den E-Commerce sind.



Ein furioses Duell lieferten sich Martin Oetting (trnd) und Sven Markschläger (Jägermeister) unter der Moderation von Sascha Lobo auf der next09. In dieser überaus sehenswerten und höchst unterhaltsamen halben Stunde trafen zwei Ansätze des viralen Marketings aufeinander, die unterschiedlicher fast nicht sein könnten.

Für Martin Oetting muss das Ziel aller viralen Marketinganstrengungen sein, die Konsumenten zur Auseinandersetzung mit dem Produkt zu motivieren. Lustige Filmchen auf YouTube hingegen lenken nur ab, wenn sie nicht wie im Falle von Will It Blend? selbst eine amüsante Produktpräsentation sind.

Sven Markschläger hingegen zeigt just jene lustigen Filmchen, die Martin Oetting für überflüssig hält, und plädiert für eine spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema. Das Marketing müsse sich mit den Möglichkeiten viraler Kommunikation vertraut machen und Erfahrungen sammeln.

Für Crowdsourcing, also die Einbeziehung des Konsumenten bereits in die Produktentwicklung, erscheint beiden die Zeit noch nicht reif. Weder seien die meisten Marketingverantwortlichen dazu bereit noch biete es sich für einen Familienbetrieb mit einer Monomarke wie Jägermeister an, neue Produkte auf den Markt zu bringen.

Das neue Jahr ist schon fast eine Woche alt und mein Weihnachtsurlaub zuende. Höchste Zeit für meine Prognosen für 2009, zumal eine davon sich bereits zu erfüllen beginnt.

  1. Eine Reihe von Marken und Markenartiklern, für die 2009 ein wirtschaftlich schwieriges Jahr wird, werden sich öffnen, den Konsumenten zuhören und mit ihnen reden. Und damit erste Erfolge feiern.
  2. Marken und große Unternehmen werden ihre Marketingbudgets weiterhin ins Internet verschieben, das inzwischen der bei weitem effizienteste Marketingkanal ist - und deshalb ein Gewinner der Rezession.
  3. 2009 wird mehr Onlinewerbeumsatz mit Performance Marketing (SEM/Affiliate) als mit klassischer Displaywerbung gemacht. Auch Displaywerbung wird immer mehr nach Performance-Modellen abgerechnet statt nach TKP.
  4. Im New Media Service Ranking werden die Top Ten kräftig umsortiert. Aber spannend wird erst das Ranking im Folgejahr (auf Basis der Umsätze von 2009).
  5. Der Druck auf die Printmedien wird stark steigen. In den USA werden die ersten großen Tageszeitungen ihre gedruckten Ausgaben reduzieren oder ganz aufgeben und ins Web migrieren. In Deutschland werden vor allem die Verlagsapparate Federn lassen müssen. Sie sind im Web nicht refinanzierbar.
  6. Alte Medien werden Blogs kaufen, sogar in Deutschland, um ihre Position im Web zu verbessern. Problem: Es gibt in Deutschland nur wenige professionell betriebene Blogs.
  7. Holtzbrinck wird sich nach Kräften bemühen, seine Investitionen in StudiVZ zurückzuverdienen. Da die GWP es nicht schafft, StudiVZ zu vermarkten, wird der Vermarkter gewechselt. Für einen Verkauf an Facebook ist es nun zu spät. Am Ende wird ein Notverkauf stehen.
  8. Cloud Computing wird abheben, sowohl als Buzzword als auch in der Nutzung. In der Rezession 2001/2002 konnte sich Open Source in Unternehmen durchsetzen, diesmal wird es Cloud Computing sein.

Was meinen Sie?

PS: Noch eine Bonus-Prognose - der Blog wird sich 2009 endgültig durchsetzen, auch als Bezeichnung für einen einzelnen Blogeintrag.

Die Interessengemeinschaft Damenoberbekleidung hat heute die online marketing düsseldorf 2009 abgesagt. Matthias Schrader, Mitglied im Expertenrat der OMD und Gastgeber der next conference 2009: "Die next bleibt."

Die Pressemitteilung der Igedo im Volltext:

Der Düsseldorfer Messeveranstalter Igedo Company wird sich im Zuge einer Neuausrichtung seiner Unternehmensstrategie zukünftig ausschließlich auf ihre Kernkompetenz „Modemessen" konzentrieren. Diese Entscheidung fasste die Gesellschafterversammlung in ihrer jüngsten Sitzung. Mit diesem Beschluss einher geht die Absage der online marketing düsseldorf 2009.

„Die Igedo Company veranstaltet seit 60 Jahren international sehr erfolgreiche Modemessen", erklärte Herbert Vogt, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. „Dieses Asset wollen wir in Zukunft weiter stärken und erachten es aus diesem Grunde als wichtiger, die durch die Absage frei werdenden Ressourcen für die Weiterentwicklung der Igedo Fashion Fairs Düsseldorf zu nutzen."

Mit der Absage der OMD geht ein monatelanges Trauerspiel zuende, das im Frühjahr mit der Entscheidung der großen Onlinevermarkter gegen den Messestandort Düsseldorf und für die Kölner dmexco begonnen hatte. Bis zuletzt hatte die Igedo weiterhin an der OMD festgehalten.

In der Zwischenzeit waren wir nicht untätig und haben die Messeunterlagen für die next09 fertiggestellt. Richtig gehört - auch auf der next conference im Mai wird es Ausstellungsmöglichkeiten geben. Die next09 in Hamburg ist die kleine, aber feine Alternative zu Köln. Check it out!

Und hier der ausführliche Überblick über alle Sponsoringmöglichkeiten:

Das Internet spielt bei den Kaufentscheidungen der Konsumenten eine stetig wachsende Rolle. Die Allensbacher Computer- und Technikanalyse 2008 (Acta) hat ergeben, dass jeweils mehr als die Hälfte aller privaten Internetnutzer Preisvergleiche anstellen, die Websites der Hersteller konsultieren und Testberichte lesen. Dies ist die klassische Trias der Produktrecherche, auf die sich Marken und Unternehmen schon seit zehn Jahren einstellen konnten.

Inzwischen legen aber auch die interaktiven Elemente der Internetrecherche stark zu. Fast die Hälfte der Internetnutzer berücksichtigt Kommentare anderer Nutzer oder informiert sich in Diskussionsforen. Das Web 2.0 ist ganz klar im Konsumverhalten angekommen. Diese Entwicklung geht weiter über den reinen E-Commerce hinaus. Denn das Web wird auch für Kaufentscheidungen im klassischen Einzelhandel konsultiert.

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Für den E-Commerce gilt inzwischen: Kaum Onlinekäufe ohne Internetrecherche. Wer zum Beispiel Reisen, Hotels oder Mietwagen im Internet bucht, recherchiert mit 85-prozentiger Wahrscheinlichkeit zuvor im Internet. Andere Produktkategorien erreichen ähnlich hohe Werte.

acta2008onlinekaeufe.jpg

Beide Schaubilder stammen aus der Präsentation Internetinduzierte Veränderungen von Kaufentscheidungen und Kaufverhalten. Mehr zur Acta 2008 auf dem Fischmarkt.

Der interaktive Konsument revolutioniert das Marketing. So lautet unser Mantra auf dem Fischmarkt. Diese Revolution gleicht in ihrem konkreten Verlauf einer Evolution mit hohem Tempo. Wie diese revolutionäre Hochgeschwindigkeitsevolution verläuft, hat vor knapp zwei Wochen die hier bereits erwähnte Allensbacher Computer- und Technikanalyse 2008 (Acta) mit eindrucksvollen Details gezeigt.

Kaufentscheidungen werden im Internet getroffen: Ohne Internet läuft im Einzelhandel nicht mehr viel. Obwohl nur etwa 20 Milliarden Euro und damit ein kleiner Teil des Umsatzes tatsächlich im Internet anfallen, werden immer mehr Kaufentscheidungen im Netz gefällt. 98 Prozent der rund 40 Millionen Internetnutzer in Deutschland zögen das Netz regelmäßig für Produktrecherchen zu Rate. Dabei habe das Web 2.0 eine schnell wachsende Bedeutung: Schon 17 Millionen Konsumenten berücksichtigten Kommentare anderer Internetnutzer oder Diskussionsforen in ihrer Produktrecherche.

Das Internet gewinnt als Nachrichtenmedium an Bedeutung, Fernsehen und die gedruckte Presse verlieren: Für Akademiker unter 40 ist es sogar erstmals wichtiger als die Zeitung. Mit dem Internet verschiebe sich nicht einfach nur das Mediengefüge - es entstehe eine neue Informationskultur und auch ein neues On-Demand-Informationsverhalten:

  • Die Nutzung von Informationen erfolgt zunehmend anlass- und ereignisgetrieben, der habituelle Griff zu Zeitung oder Fernbedienung ist passé.
  • Die Nutzer reagieren auf die Informationsfülle mit einer Verengung ihres Interessenspektrums.
  • Die Nutzer konzentrieren sich stärker auf Informationen, die ihnen persönlich etwas nützen - wie etwa Reviews neuer Informationstechnik.

Die Konsequenz für Medienmanager: Sie können nicht einfach nur alte Medienkonzepte ins Netz stellen, sie werden sich auf eine neu strukturierte Öffentlichkeit einzustellen haben. Ein neues Medium kann nicht nur alte bedrängen, es kann auch die dominante Kommunikationskultur verändern.

Tabellen und Schaubilder zu den Vorträgen bei der Acta-Präsentation 2008:

sponsoring.jpg

Wenn sich nächste Woche auf der OMD die Onlinemarketingszene trifft, dann gibt es ein beherrschendes Thema: Köln oder Düsseldorf? Zieht die Szene 2009 zur dmex nach Köln um oder bleibt sie auf der OMD in Düsseldorf?

Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass die neue Location der next conference in Hamburg genug Platz und enorme Möglichkeiten für Sponsoren bietet. Deshalb wird es erstmals Ausstellungsflächen mit Messeständen in verschiedenen Größen geben.

Neben Keynotes und Vorträgen, entspannter Networking-Atmosphäre und, last but not least, der Party wird die next09 damit um eine Messe erweitert. Das Thema der Ausstellung heißt next marketing technologies (Arbeitstitel). Denn Onlinemarketing wird immer technischer und erfordert immer mehr technologisches Know-how, aber auch die richtigen Werkzeuge. Die zu zeigen ist die Kernidee der next marketing technologies.

Mit einer Ausnahme ist in allen Sponsoringpaketen ein Messestand enthalten, je nach Größe des Pakets. Das kleinste Paket enthält keinen Stand, kann aber erweitert werden. Für Start-ups bieten wir ein Spezialpaket mit einem kleinen Messestand und der Möglichkeit, im Start-up-Track zu präsentieren.

Weitere Informationen in unserem Sponsoringangebot (PDF, 3 MB) und bei Julia Ruf, Head of Partnerships and Sponsoring.

The Walled Garden Awards

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lion.gifDear Cannes Cyber Lions,

I'm writing just to say hi. I've looked at, and occasionally up to you for the seven years I've been working in an agency, but I'm leaving the agency microcosm soon and wanted to give you some advice before I go. It's, um, kind of difficult to say, but, well, we've known each other for a while, and good friends tell each other the truth, right? So. Here goes.

I believe you've misunderstood the internet.

There, I said it. I know this has got to be embarrassing for you, being an internet awards thingie and all. I guess you didn't get the memo. Although the truth hurts, I'm sure you'll come out the other side a happier, shinier Cyber Lion.

Cannes Registration Ticks Me Off

Why do you force me to register to see the winners? It can't be purely so that "the IAF, our official awards partners and relevant Emap Communications brands" can throw a few more nuggets on top of my already overflowing spam folder, can it? That's not what that extremely creatively worded bit on the rego form meant, is it? And, um, describe my job role? Give you my address? My phone number? Twenty-one mandatory fields? You've built a walled garden with high, thick walls, and want a DNA sample before you let me inside? For what exactly? You're throwing press releases over the wall anyway, so what's in it for me?

I'm afraid your site's also doing your clients a disservice, and if they aren't pissed yet, they sure as hell should be. What? You don't have clients? Well, who are the agencies who send you submissions (and money) every year? And what if they realised that you're using the medium for which they win awards (that's the internet) in such a way that it reduces the chance of people hearing about their good work? If I was them, I'd be pretty pissed.

But, considering the way so many of your clients still use the internet--beautifully designed and animated, closed, unmashable ads that equal little more than click-a-minute-television--I'm honestly not surprised that you're doing little better. My recommendation, and hope, is that you'll one day see your role as a leading internet marketing awards thingie as a possibility to espouse and spread the spirit of the web and the methods that actually work. Openness. Transparency. Sharing. Participation.

You see, and it embarrasses me to have to explain this to you, but the internet is all about linking. Copy & paste is today's marketing. Letting your fans mash your stuff up leads to success. Connecting little bits all over the place is what we do here outside the wall, and how people hear about new stuff. If your stuff's good, some guy will carry it over the wall anyway, even if he does have to fill your form with bullshit to do it (yes, I'm sorry, but we do lie to marketers). And there's a nasty chance that guy will own your Google juice, too. Making it easier by not building a wall in the first place just improves your chances of being loved. Have you heard that there's a 14 year old on YouTube with 45 million views? He certainly didn't do that with a registration form. How many registered users have you got? And how many registered as "Dr. Mickey Mouse" like I did?

That's it for now. I hope you take some time to think about this, and it makes you a bigger, better lion.

Yours sincerely,

Matt Balara

P.S.: I didn't want to say it, but what the hell's up with your logo? Dude, are you sure you want to wear that in public?

So congratulations to all the well-hidden winners of the Cannes Cyber Lions 2008! For those you you outside the wall who couldn't be bothered registering, Dr. Mickey Mouse has sacrificed his 100% fake DNA for you. Here are all the winners in a PDF (unfortunately completely devoid of URLs), and here are the links:

Grand Prix

Gold

Silver

There are a hell of a lot of bronze winners, and my copy & paste finger's getting tired, so if you're interested in the Cannes Cyber Lions bronze winners, check out the PDF and you know what to do.

Originally published at mattbalara.com.

Erfolgsmessung von Marken für Dummies

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Nate Elliot
Nate Elliot, Senior Analyst bei Jupiter Research hat uns live auf der next08 drei Tipps gegeben, die helfen sollen, den Erfolg einer Marke messbar zu machen.

(Bildquelle: flickr/Paul Downey)

  1. 1. Das Wissen über die eigenen Ziele
  2. 2. Die Gewissheit, welche Bereiche zu beobachten/zu kontrollieren sind
  3. 3. Der Abgleich der eigenen Ergebnisse mit den persönlichen Zielvorgaben

get realtime
Das Konferenzmotto "get realtime" findet sich in der Arbeit des Analysten in der Erfahrung wieder, dass Kampagnen im Internet während ihres Verlaufs überprüft und angepasst werden können.

Elevator Pitch - Wie fühlt man sich danach

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Zehn Ideen in dreißig Minuten, präsentiert von unentdeckten Talenten und moderiert von Sascha Lobo - das war der Elevator Pitch auf der next08.

Wie sich ein Talent nach einem solchen Auftritt fühlt und wie Sascha Lobo seinen Auftritt einschätzt, erfahrt man hier.

Die Talente:
Amazee (www.amazee.com) - online Plattform für Projekte (social collaboration)
communipedia (www.communipedia.com) - Suchmaschine für communities
Foodorder (www.foodorder.de) - Plattform für Lieferservices
Jupidi (www.jupidi.de) - Dating & Flirt Service
Justaloud.com (www.justaloud.com) - Music Shop
Knipz.de (www.knipz.de) - Photo Spiele und Wettbewerbe
Mikestar (www.mikestar.com) - Online Karaoke
Moodmixer - Microcasting
Telewebber (www.telewebber.de) - Web Plattform rund ums Fernsehen
toksta (www.toksta.de) - Instant Messenger für communities

Mehr Liebe für Microsoft

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Auf der next ging es erwartet geschäftig zu. Panel folgte auf Panel. Kaum Zeit zum Nachfragen. Wirft ein Podiums-Interview dann ein unerwartetes und spannendes Licht ausgerechnet auf Microsoft, lohnt es sich, der Sache nochmal auf den Grund zu gehen.
Wir haben im Nachgang mit Nicole Simon telefoniert über ihr "Customer First" betiteltes Gespräch mit Kris Hoet, EMEA Marketing Manager der "Microsoft Online Services Group" (OSG).

Die OSG sind das msn-Onlineportal, die Suchmaschine "Windows Live" und Microsofts Werbe-Unit "Digital Advertising Solutions". Letztere gewann 2007 mit dem Online-Clip "Bring the Love Back." internationale Preise:

Angestossen vom Clip ging es um Microsofts Umgang mit Blogs, bloggenden Microsoft-Mitarbeitern und deren Einbeziehung in aktuelle Unternehmenskommunikation. "Bring the Love back" hat es vor allem geschafft wegen des Blogs des Clip-Schöpfers Geert Desager.
Frei bloggende Top-Microsofter sind seit Scott Guthrie und vormals Robert Scoble keine Seltenheit. Anders als in manch ghost-geschriebenem, PR-wiederkäuenden CEO-Blog sind die MS-Blogger tief mit ihren Communities verbunden. Der gegenseitige offene Austausch wird vom Unternehmen aufgegriffen und hilft bei Weiterentwicklungen.

Spätestens hier wundert sich der durschnittliche europäische Microsoft-Beobachter. Doch dem Bild vom monolithischen, verschlossenen, streng-reglementierenden Software-Giganten widerspricht Hoet im Interview. Microsoft sei offener als vermutet, "blog smart" die auf Vertrauen aufbauende blogging policy. Den Mitarbeitern werde vertraut anstatt eine miteinander kommunizierende Außenwelt per Unternehmensorder zu ignorieren.

Mittlerweile macht sich für MS bemerkbar, dass es bei dieser Haltung um mehr geht, als nur Goodwill - Der Internet Explorer 8 wäre ohne die Anbindung an eine Entwickler-Community eben so wenig zustande gekommen wie der "Surface" Table oder, etwas banaler, bestimmte XBOX-360-Infopages.

Me, Myself and I. part two

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Ein zweiter Bericht über den Beitrag "Me, Myself and I. Und wo ist die Marke?"

Das eine Community "zuklattert" und man sich ständig vor fliegenden Schafen und Vampiren wehren müsse sei die derzeit Größte Gefahr bei der Produktentwicklung von Social Networking Plattformen. Was Marcus Riecke von StudiVZ damit meint sind die überbordenen Gag-Funktionen von Applications, wie sie allen voran auf Facebook Gang und Gäbe sind. Wichtiger als Einzelapplications ist ihm für StudiVZ, dass die Inhalte künftig transportabel sind. Hilfen bei der Übertragung von Userdaten über verschiedene Netzwerke - allen voran die Initiative Open Social - werden deshalb in Zukunft immer mehr genutzt.

Angst um die User, wenn man sich StudiVZ oder MySpace-Inhalte auch jenseits dieser beiden Sites ansehen kann? Riecke verneint. Die Inhalte werden überwiegend von den Usern geschaffen. Die Auswahl der Freunde sorgt somit für die individuelle User-Experience. Dass alle Freunde zu einer anderen Plattform ziehen ist sehr unwahrscheinlich. Den Lieblings-Content-Mix gibt es also weiter nur auf der ursprünglichen Plattform. Der "Lock-In" bleibt gewahrt.
Joel Berger von Myspace setzt bei der Portabilität auf zwei Ausbaustufen - zuerst soll es alles, was es bei MySpace gibt, auch mobil geben. Als zweites soll das MySpace-Userprofil auch eBay, Twitter und Yahoo befüllen.

Der Stand der Werbevermarktung?
Die beiden Konkurrenten sind sich einig - klassische Displaywerbung ist auf dem absteigenden Ast, Branded Communities, Social Marketing und Empfehlungen werden dominieren, auch wenn Berger die Meinung vertritt, dass die Markenwelten 2.0 als Werbeform in Deutschland noch nicht gelernt seien und Rieke verkündet er glaube "das AdWords von Social Networks muss noch gefunden werden.". Gestützt werden sie vom aktuellen Horizont-Artikel über stotternde Community-Motoren, der trotz des pessimistischen Aufmachers veranschaulicht, wie Brands und Unternehmen in den USA in soziales Marketing investieren.


Was Berger Riecke von StudiVZ zu Communitystruktur und Monetarisierung sagten berichtete bereits Michael Seeman.

"Wir wissen auf einmal, wer in unserem laden steht" - Frank Böttcher von interRent hat Useranalyse in den Echtzeit-Betrieb genommen.

Als Autovermieter im Low-Cost-Bereich muss sich interrent zu 100% per Internet um seine Kunden kümmern. Dafür sind permanent mehrere Kundenbetreuer im Einsatz. Sie kommunizieren bei Bedarf direkt auf der Site mit den Mietwageninteressenten die auf die Site kommen. Echtzeit-Betrieb bedeutet für die Betreuer, dass sie von den jeweiligen Kunden sehen können wo sie herkommen, welche Suchbegriffe sie ggf angegeben haben, welche Unterseiten sie schon besurft haben und so fort - Wer nicht genau hin hört denkt beim Auftritt Böttchers an die Erläuterung einer handelsüblichen Webcontrolling-Software á la Google Analytics.
Der besondere Unterscheid ist jedoch, dass sich alles um die Daten der jetzt gerade aktuell online befindlichen Mietwilligen dreht. Technologie der Firma activGATE ermöglicht den direkten Einblick in die einzelnen Besucheraktionen. Ob es gerade um ein €8,99 Mini-Pkw-Schnäppchen geht oder einen 500-Euro-Deal steht auch dabei und beeinflusst die Bedienungsintensität: "In längstens drei bis fünf Minuten muss der Deal gemacht sein oder kunde muss zurück auf die Seite."

Funktioniert´s? Nicht ohne Stolz berichten Böttcher und activGATE-Partner Mario Neurath von einer 35%igen Steigerung der Conversion Rate seit Einführung. Außerdem gab es einen erwünschten Rückgang der kostenintensiveren Hotline-Anrufe um 21%. Für Böttcher, der "gerne mit Technologie aber viel lieber mit Menschen" arbeitet, ist die Verquickung von Online-Oberfläche und menschlicher Bedienung ein voller Erfolg.

Sichere Verkehrswege sind keine Errungenschaft der Moderne, sondern gehören seit jeher zu den vornehmsten Aufgaben des Staates und der Herrschenden. Auf Straßen, Bahnhöfen und Flughäfen lauern auch heute zwar gelegentlich finstere Gestalten auf Opfer, aber die klassische Wegelagerei ist ein im Verhältnis zur gewaltigen Zahl der Reisenden fast ausgestorbenes Gewerbe.

Zweifelhafte Gesellen finden jedoch neue Wege, ihre Opfer auszuplündern. Einer davon nennt sich Hotspot oder auch öffentliches WLAN. Das Internet ist auf dem Weg zum Massengut wie zuvor Wasser, Strom und Telefon. Das hindert die ehemaligen Telekommunikationsmonopolisten nicht daran, ihr WLAN zu völlig überzogenen Preisen anzubieten.

Das Amsterdamer Hotel, in dem ich vergangene Woche eine Nacht verbracht habe, hat ein WLAN von T-Mobile. Wie es sich so trifft, ist mein E61i ebenfalls mit einer Karte von T-Mobile ausgestattet. Wie sieht nun das Kundenerlebnis aus, wenn ich den Hotspot nutzen möchte?

Zunächst muss ich eine Kurznachricht mit einem Kennwort an eine bestimmte Kurzwahl senden. Danach erhalte ich Benutzername und Kennwort per SMS zurück. Damit kann ich mich nun über WLAN und ein Webinterface anmelden. Und anschließend tickt eine Uhr.

Wie in längst vergangen geglaubten Zeiten muss ich nun darauf achten, wie lange ich mit dem Netz verbunden bin. Denn jede Minute kostet, und das nicht zu knapp. Ich habe offensichtlich den falschen Tarif.

Aber dennoch - was soll dieser Rückfall in das Internetpräkambrium? So kann doch niemand sinnvoll mit dem Netz arbeiten. Das kostet Nerven und Geld, das Kundenerlebnis ist alles andere als befriedigend. Der Hotspot kann sich nicht einmal meinen Rechner merken, ich muss dauernd wieder Benutzername und Kennwort eingeben.

Nicht viel besser sieht es am Flughafen Schiphol aus. Der ist zwar mit einem WLAN des ehemaligen Staatsmonopolisten KPN ausgestattet, aber ohne einen vorher erworbenen Zugangscode geht gar nichts. Ganz zu schweigen vom Preis: 6 EUR für 30 Minuten.

Ein kurzer Vergleich. Für einen Festpreis von etwas über 40 Euro im Monat bekomme ich ISDN- und DSL-Anschluss mit allen Festnetztelefonaten und sämtlichem Internetverkehr. Und was ich so höre, soll das andernorts durchaus noch günstiger sein. Bei KPN könnte ich für das Geld dreieinhalb Stunden am Flughafen warten, mit Internet. Immerhin.

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Seit Tagen geistert diese Website durch meine diversen Kommunikationskanäle. Immer verbunden mit Ausrufen des Entzückens. Bis jetzt konnte ich nicht herausfinden, welche Agentur dafür verantwortlich ist. Allerdings habe ich auch nicht besonders lange gesucht. Laut Adverblog ist Forsman and Bodenfors die Agentur.

Vor zwanzig Jahren traten die großen Werbeagenturholdings an, einen zersplitterten Markt zu konsolidieren und großen, weltweit agierenden Unternehmen Werbe- und Kommunikationsdienstleistungen aus einer Hand anzubieten. Dieses Modell war und ist äußerst erfolgreich. Heute haben Omnicom, WPP & Co. riesige Agenturnetzwerke unter ihren Fittichen und bewegen enorme Summen an Werbegeldern.

Jetzt geht eine neue Generation an den Start. Ihr Vorbild ist aQuantive, die im Mai für 6 Mrd. US-Dollar an Microsoft verkaufte Digitalmarketingholding, zu der in Deutschland u.a. die Agentur Neue Digitale gehört. aQuantive, AKQA und iCrossing sind dabei, allerlei digitale Marketingdienstleistungen unter ihren Dächern zu versammeln, berichtet Adweek.

Both companies and their backers have a similar view of the future: a one-stop shop offering a variety of ways clients can reach customers through digital channels that will allow them to fine-tune their messages and determine what works and what doesn't.
For AKQA, that means working from its roots as a Web design shop while building its capabilities in media, search marketing and analytics. Three months ago, it made the first of what it expects will be a series of acquisitions, buying SearchRev, a Silicon Valley company that makes software to help marketers develop search advertising strategies. It is currently in the market for companies specializing in dynamically optimizing Web sites to improve performance and reporting marketing effectiveness, said Tom Bedecarré, AKQA's CEO.
"We want to be able to do more for our clients and prove more integrated digital offerings," he said. "It's not that different from what the holding companies did 20 years ago. We think life has gotten very complicated for clients on the digital side."

Daniel Bonner, Executive Creative Director von AKQA London, gab in der vorigen Ausgabe der w&v seine profilierte Ansicht zur Zukunft der Werbung zu Protokoll:

Jedenfalls bewegen wir uns weg von der Unterbrecher-Werbung, hin zu einem Dialog zwischen Konsument und Marke. Idealerweise auf der Basis, dass sich beide Seiten kennen. Der Vorteil des digitalen Mediums liegt darin, dass Konsumenten den Dialog starten und beenden können, wann immer sie wollen. Ganz im Gegensatz zur traditionellen Werbung, die uns laufend unaufgefordert anschreit und deshalb weitgehend wirkungslos ist.
Ich rate, einen nie aus dem Auge zu verlieren: den Konsumenten. Der erwartet von Kommunikation und Marken, dass sie ihn herausfordern, ihn unterhalten, in ihm etwas auslösen. Um das zu erreichen, bieten neue Medien heute mehr Möglichkeiten als früher. Die Konsumenten haben die Kontrolle übernommen. Wenn wir gut sind, können wir sie dafür gewinnen, dass sie für uns werben: mit viralen Kampagnen. Allein der Konsument entscheidet, was gut ist und was schlecht. Dennoch sitzt er nie mit am Konferenztisch. Dort muss es deshalb eine Stimme geben, die ihn vertritt.

Hervorhebungen von mir.

Am Mittwoch vor zwei Wochen saßen unser Beratungschef Laurent Burdin und meine Wenigkeit im schicken Konferenzraum von Draftfcb an der Außenalster mit deren Chef Peter John Mahrenholz und den beiden w&v-Redakteuren Peter Hammer und Ulrike Schäfer. Das Münchner Werbefachblatt hatte Laurent und Peter John zum Disput geladen über die Zukunft der Werbung.

Einen Tag zuvor hatte die w&v in ihrer Onlineausgabe über eine Studie von Booz, Allen, Hamilton berichtet, der zufolge Kaufentscheidungen immer weniger von klassischer Werbung beeinflusst werden:

Nur noch zu fünf Prozent beeinflusst Werbung im Fernsehen oder in den Printmedien, ob wir ein Produkt oder eine Dienstleistung kaufen oder nicht. Im Vergleich dazu legt das Internet als Einflussgeber zu: Zehn Prozent lassen sich durch das Web leiten. Das bedeutet, dass nach dieser Studie, das Web doppelt soviel Einfluss hätte wie Print- und TV-Werbung.

Dementsprechend vertrat Laurent im Streitgespräch die These, dass die klassische Werbung immer mehr an Relevanz verliert. Der Grund: Die Konsumenten wollen nicht ungefragt unterbrochen werden. Sie verbannen unerwünschte Werbung aus ihrem Alltag.

Gleichzeitig sind Markennamen die häufigsten Suchbegriffe im Netz. Der interaktive Konsument versteckt sich also vor der Markenkommunikation in den klassischen Medien und sucht gleichzeitig den Kontakt zur Marke im Netz. Die Konsumenten haben sich für das Internet entschieden.

Diese Entscheidung bleibt nicht ohne Konsequenzen für die Werbung. Mittelfristig wird sich daher auch die Rolle der Interaktivagenturen verändern - zu Lasten der klassischen Agenturen, von denen viele mit dem Siegeszug der TV-Werbung groß und stark geworden sind.

Die Debatte mit Mahrenholz war spannend und interessant. Sie ist heute wird demnächst in Heft 47/07 der w&v nachzulesen sein. Der Draftfcb-Chef argumentierte aus der Logik einer Netzwerkagentur, die auf die Herausforderung durch das Netz vollkommen anders reagiert: Sie legt ihre Ressourcen zusammen. Und damit auch die Etats ihrer Kunden.

Draftfcb will alle Kanäle gleichermaßen gut bedienen und kreative Ideen über unterschiedliche Kanäle spielen. Statt Spezialagenturen für unterschiedliche Medien zu beschäftigen sollen werbende Unternehmen mit einer Agentur (lies: Draftfcb) auskommen.

Das Problem ist nur: Es gibt keine medienneutralen Ideen. Jede kreative Idee ist an ein Medium gebunden. Ein TV-Spot ist keine Printanzeige ist keine Onlinekampagne und lässt sich nicht 1:1 übertragen. Und der Konsument will auch gar nicht über unzählige Kanäle mit Werbung beschossen werden.

Zu den Schwierigkeiten in einem solchen Streitgespräch gehören die unterschiedlichen Ebenen, auf denen wir uns bewegen. Draftfcb macht Werbung. SinnerSchrader ist eine Interaktivagentur. Wir machen auch Onlinewerbung, aber das ist nur ein Teil unseres Geschäfts.

Ich habe den Konferenzraum verlassen mit der Überzeugung, dass die klassische Werbung ihrem schleichenden Bedeutungsverlust wenig entgegenzusetzen hat. Sie wird weiterhin existieren, aber mit stagnierenden Budgets auskommen müssen und ihre Führungsrolle einbüßen. It's The End of Advertising as We Know It.

Die Grabgesänge sind vielleicht verfrüht, aber die Trends sind auf unserer Seite: Die Reichweite des Mediums Internet wächst, die Nutzungsdauer nimmt zu, die Umsätze mit Onlinewerbung und E-Commerce steigen. Und damit auch der Anteil am Werbekuchen und am Handelsumsatz. Das alles nicht erst seit gestern, sondern stabil seit der zweiten Hälfte der neunziger Jahre.

Das Medium Internet ist etabliert. Jetzt ist die Frage, wie die Agentur für dieses Medium aufgestellt sein muss. Unsere Antwort: Der Konsument ist interaktiv, also muss es auch die Agentur sein.

In den USA zeichnet sich eine massive Umschichtung der Mediabudgets von den klassischen Medien in Richtung Internet ab. Diese Einschätzung gab diese Woche kein Geringerer als der CEO von Universal McCann Nick Brien zu Protokoll. 50 bis 60 Prozent der Budgets könnten demnach schon in den nächsten Jahren ins Internet wandern.

Ist Ähnliches auch in Deutschland zu erwarten? Das Fachblatt iBusiness hat nach der hiesigen Stimmung gefragt. Hier die Antwort von Laurent Burdin, Geschäftsführer Beratung von SinnerSchrader:

Diese Entwicklung bemerken wir auch in Deutschland, jedoch mit einer zeitlichen Verschiebung. Amerika ist uns zwei bis drei Jahre voraus.
Aber der Trend bleibt gleich: Markenartikler interessieren sich immer mehr für das Internet. Es gibt dafür einen einfachen Grund: Ihre Konsumenten haben das Internet als Kanal Nr. 1 gewählt. Sie kaufen dort mehr und mehr.
Und vor allem entwickeln sie eine neue Konsumkultur der Interaktion mit Marken und übernehmen selbst die Kontrolle. Gute Markenartikler erkennen das und werden es immer stärker nutzen.

iBusiness hat übrigens auch die großen klassischen Werbeagenturen nach ihrer Einschätzung befragt:

Nur ein Statement haben wir von keinem bekommen. Weder von Jung von Matt, BBDO Germany noch Springer & Jacoby. Nicht einmal die Vertröstungen waren kreativ: BBDO hat "kurzfristig leider keinen der Ansprechpartner in der Gruppe für ein Statement erreichen können" und für JvM war "das Timing leider etwas zu eng". Dialogmarketing und Kommunikation in Echtzeit sind wohl wirklich nicht die Stärke der klassischen Agenturen.

Die Internet World hat mir ein paar Fragen zum immer wieder spannenden Thema der Trennung zwischen Werbung und Redaktion im Web gestellt. Hier meine Antworten.

Verschwimmt im Zeitalter des viralen Marketing die Grenze zwischen Werbung und Redaktion oder gibt es nach wie vor klare Demarkationslinien?

Wo es redaktionelle Angebote gibt, sollte es auch eine klare Trennlinie zur Werbung geben. Dies liegt im ureigenen Interesse jedes redaktionellen Mediums, denn sonst verliert es an Glaubwürdigkeit. Viele Angebote im Web haben aber gar keine Redaktion, und dann kann es auch keine Trennung zur Werbung geben. Werbung sollte immer dann deutlich gekennzeichnet werden, wenn sie nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen ist.

Dürfen Unternehmen und ihre Agenturen komplette Artikel oder Themeninseln konzipieren und erstellen, damit sie von redaktionellen Websites veröffentlicht werden?

Ja, dürfen sie. Die Redaktionen fahren allerdings besser damit, diese Artikel oder Themeninseln klar zu kennzeichnen. Schmu erkennt der mündige Medienkonsument früher oder später - und straft mit Nichtbeachtung.

In welcher Form darf ein Unternehmen einen Blog oder eine Community fördern oder komplett finanzieren?

In jeder Form, die Leser und Konsumenten verstehen und goutieren. Unternehmen können auch selbst Blogs betreiben oder eine Community pflegen. Anders als in den klassischen Medien haben sie im Web viele Möglichkeiten, direkt mit den Konsumenten zu interagieren. Die Konsumenten suchen den direkten Kontakt.

Spielt sich die gesamte Diskussion über Schleichwerbung im Netz nur in einem "inneren Zirkel" der Medienschaffenden ab? Interessiert das den "normalen" User überhaupt?

Auch wenn sich die Diskussion tatsächlich in einem inneren Zirkel abspielt - Otto Normalverbraucher ist an authentischer Kommunikation und Interaktion mit Unternehmen und Marken interessiert. Wer dieses Interesse bedient, hat damit Erfolg.

Es gibt Themen, die bleiben, und Diskussionen, die immer wieder und immer neu geführt werden müssen. Schön, wenn es auch Diskutanten gibt, die lange genug dabei sind, um daraus zu lernen. Die Gespräche über die großen Trends und Themen des Web bleiben, nur die Gesprächspartner wechseln und die Erkenntnis schreitet voran.

Nicholas Negroponte schrieb 1995 in Being Digital: "Computing is not about computers any more. It is about living." David Weinberger variiert seit Cluetrain Manifesto (1999) und Small Pieces Loosely Joined (2002) sein Thema, das da lautet: Wie verändert das Web das Marketing, die Wirtschaft und die Welt insgesamt?

Mit Everything is Miscellaneous hat er jüngst ein weiteres Buch hinzugefügt. Es ist eine Art Being Digital 2.0. Im Vorwort schreibt er:

The physical limitations that silently guide the organization of an office supply store also guide how we organize our businesses, our government, our schools. They have guided--and limited--how we organize knowledge itself. From management structures to encyclopedias, to the courses of study we put our children through, to the way we decide what's worth believing, we have organized our ideas with principles designed for use in a world limited by the laws of physics. Suppose that now, for the first time in history, we are able to arrange our concepts without the silent limitations of the physical. How might our ideas, organizations, and knowledge itself change?

Seine Antwort gab David Weinberger heute in Form einer Keynote auf der Picnic im Amsterdam zu Protokoll. Große Teile davon hat Bruno Giussani notiert.

Als Gegenstück zu Weinberger hat die schlaue Kongressleitung die Rolle des bad guy mit Andrew Keen besetzt und zwischen die beiden den alten Fuchs Walt Mossberg als Moderator gesetzt. Mossberg steht als Technologieredakteur des Wall Street Journal und Gastgeber der Konferenz All Things Digital gut im Stoff und neigt als Vertreter der alten Medien eher Keen zu denn Weinberger.

So kommt nach dessen programmatischer Rede eine lebhafte Diskussion in Gang. Denn auch Keen hat ein Buch zu verkaufen: The Cult of the Amateur heißt es, und Keen profiliert sich damit als Kritiker mindestens der Version 2.0 des Web, im Grunde aber passt ihm die ganze Richtung nicht.

Weinberger weist zu Recht darauf hin, dass die tragenden Prinzipien des Web auch schon Tim Berners-Lee bewegt haben, als er das Hyperlink-Konzept so bestechend einfach und erfolgreich implementierte. Es ging im Web von Anfang an darum, den Daten Bedeutung zu geben. Der blau geschriebene, unterstrichene Klartext eines Hyperlinks (Web 1.0) oder das Etikett, das Tag (Web 2.0) sind im Prinzip frei wählbare Metadaten, die den Daten Bedeutung verleihen.

Keen und Mossberg betrachten das Web eher als ein Massenmedium und kommen deshalb zu den sattsam bekannten Beobachtungen, die aus dieser Perspektive entstehen müssen. Dann erscheint die Wikipedia mit ihrer Faktenfülle und den offen sichtbaren Baustellen plötzlich als überkomplex.

Das Web macht die Dinge komplizierter, nicht einfacher. Es spiegelt die Komplexität der übrigen Welt. Darin sind sich alle drei einig. Weinberger hält das für einen Vorteil und für den Reiz des Web, Keen und Mossberg hingegen sehen hier eher ein Problem.

Auf dem Fischmarkt, dem Außengelände der OMD, konnten die Messebesucher Segways ausprobieren, jene ominösen Gefährte, die seit Jahren als der kommende Trend schlechthin vor sich hin vegetieren.

Drinnen galt Mobile Marketing als der Trend des Jahres. Mobile Marketing, das ist der Segway des interaktiven, digitalen Marketings - seit Jahren als das nächste große Ding gehandelt, aber vom Durchbruch nach wie vor weit entfernt.

"Trends im Mobile Marketing" hieß dessen ungeachtet ein von Thomas Knüwer moderiertes Panel, das dem ewig hoffnungsvollen Nischenthema neues Leben einzuhauchen trachtete. Während die Runde sich erkennbar mühte, brannte Trendanalyst Michael Tchong in seiner Keynote ein wahres Trendfeuerwerk ab.

Zwischen 1920 und 2005 ist die durchschnittliche nächtliche Schlafdauer eines Erwachsenen von 8,8 auf 6,9 Stunden gesunken. Wir schlafen weniger, aber haben noch weniger Zeit, geschweige denn Aufmerksamkeit. Attention Deficit Disorder (ADD) wird vom Krankheitsbild zum normalen Verhalten. Wahrscheinlich deshalb hat Tchong in ungefähr 45 Minuten gefühlte 180 Folien gezeigt.

85 Prozent der britischen Werktätigen machen keine volle Stunde Mittagspause mehr. Die Lunchtime ist tot. Die Aufmerksamkeitsspanne der Konsumenten ist so fragmentiert, dass niemand mehr Aufmerksamkeit für irgendetwas aufbringen kann.

Konsumenten klagen eher über einen Mangel an Zeit als über zuwenig Geld. Marketer haben Erfolg mit Produkten und Dienstleistungen, die Zeit sparen. Wir sind eine on-demand society, wir sind always on. Wir brauchen Kaffee - Starbucks ist die größte Restaurantkette der Welt, vor McDonald's & Co. - und Energiedrinks, um wach zu sein, und Schlafmittel, um schlafen zu können.

Klingt das jetzt zu kulturpessimistisch? Das liegt wahrscheinlich daran, dass mein Wecker heute früh um 4.18 Uhr geklingelt hat, nach gut vier Stunden Schlaf, und ich um 5.18 Uhr fast meinen Zug verpasst hätte. Tchong hat auch erfreulichere Trends genannt. Aber dafür reicht meine Zeit nicht mehr, meine Aufmerksamkeitsspanne ist zu kurz und ich bin müde.



Den Videomails gehört die Zukunft, sagen mir unsere Mediaexperten. Zu den Pionieren in diesem Bereich gehört streaming pictures.eu, die in diesem kleinen Video die großen Möglichkeiten des Genres erläutern. Und wie das so ist mit Pionieren - manchmal versteht die Welt sie einfach nur nicht.

Film ab!

Wie heißt die neue RAG? Sputnik? Beatnik? Evonik? Die Antwort weiß die Presse. Eine Website gibt es offensichtlich noch nicht. Aber immerhin zeigt die Teaserkampagnensite die Auflösung.

Siehe auch Thomas Knüwer.

Foto: mkorsakov@flickr

Neue, ziemlich absurde Details zur Umbenennung der RAG am Mittwoch dieser Woche hat heute die FTD:

Schon seit Monaten wird der neue Name wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Sechs Buchstaben wird er haben, drei Konsonanten und drei Vokale. Hanuta? Toyota? Blödsinn, reine Spekulation.
Schicht für Schicht wird nun die graue Folie abgetragen, die das eigentliche Transparent an der Fassade verdeckt. Ab Mittwoch wird der Riesenvorhang vollkommen sichtbar sein und bis zum Monatsende hängen bleiben.
Damit der neue Name in seiner ganzen Pracht rund um die Uhr strahlen kann, sorgen Scheinwerfer von außen für Licht. Drinnen sitzen Hunderte Mitarbeiter im Dunkeln. Damit die Kollegen das Staatsgeheimnis nicht vorzeitig ausplaudern, wurden ihre Fenster mit einer weiteren, schwarzen Tarnschicht verdunkelt. Richtig duster bei der Arbeit. Fast wie damals, 1000 Meter tiefer, im Schacht.

Die Welt macht Werbung für portraitiert den Erfinder des neuen Konzernnamens:

Gesucht wurde ein Name, der einzigartig und frisch und trotzdem glaubwürdig sein würde. Ein Juwel von einem Namen, markenrechtlich wasserdicht und in jeglicher Sprache ohne negative Konnotation – das alte „rag“ kann im Englischen schließlich auch „Lumpen“ heißen. Gotta lehnt sich zurück auf seine beigefarbene Couch. Vor 16 Monaten schon wurde der Name vom RAG-Vorstandsvorsitzenden Werner Müller abgesegnet. „Es war mein erster Vorschlag“, sagt Manfred Gotta und wird wortkarg.

Die Erfindung des Web war ein Segen für die Forschung. Es macht wissenschaftliche Befragungen praktisch ohne Budget möglich. Da Online-Fragebögen im Vergleich zu telefonischen oder gar brieflichen Umfragen nichts kosten, ist ihre Zahl gewaltig in die Höhe geschnellt.

Und so erreichen uns fast täglich Befragungen, die angeblich maximal fünf bis zehn, zwanzig oder auch dreißig Minuten unserer Zeit kosten sollen. Man ahnt vielleicht, wie teuer es für ein Unternehmen wäre, all diese Umfragen tatsächlich zu beantworten. Zumal sie meist nicht an konkrete Personen adressiert sind, der richtige Ansprechpartner also erst einmal ermittelt werden müsste.

Vom Schüler, der seine Hausarbeit mit einer Umfrage aufzuwerten gedenkt, bis zum mit EU-Mitteln geförderten millionenschweren Forschungsprojekt ist alles dabei. Die Themen unterliegen gewissen Moden. Wie oft ich in den letzten Jahren zum Thema Corporate Blogging befragt werden sollte, kann ich nicht einmal schätzen.

Drei der häufigsten Fehler solcher Befragungen:

  • Sie geben nicht oder nicht sofort zu erkennen, an welche Zielgruppe sie sich richten. Das herauszufinden wird dem Empfänger überlassen. Der Weg in den digitalen Papierkorb ist garantiert.
  • Sie erklären nicht oder nicht sofort, welchen Nutzen der Befragte von der Befragung haben soll. Bekommt er später die Ergebnisse zu Gesicht? Gibt es etwas zu gewinnen? Bleibt auch diese Frage unbeantwortet, sinkt die Antwortrate dramatisch.
  • Sie stellen zu schwierige Fragen. Oder Fragen, die durch einfache Online-Recherche auch selbst zu beantworten wären. Die Recherche-, Denk- und Abstraktionsarbeit wird auf den Empfänger abgewälzt. Der wird sich bedanken und die Befragung abbrechen.

Dies vorausgeschickt, sei nun auf eine Online-Befragung von Ingo Körle hingewiesen, der seine Diplomarbeit am Institut für Marketing und Medien der Universität Hamburg bei Prof. Dr. Henrik Sattler schreibt. Die Umfrage wendet sich an Nutzer von Webanalyse-Lösungen und an Personen, die am Beschaffungsprozess solcher Lösungen beteiligt sind. Ingo verspricht:

Nach Abschluss der Studie erhalten Sie dann – sofern Sie möchten – die Umfrageergebnisse zugeschickt. Diese geben Ihnen eine Marktübersicht über aktuelle Webanalyse-Systeme. Weiterhin zeigen wir, welches derzeitige Angebot Ihre Wünsche am besten erfüllt! Innerhalb der Befragung möchten wir Ihnen deswegen zentrale Funktionen aktueller Webanalyse-Systeme vorstellen und herausfinden, wie wichtig diese für Ihre Arbeit sind.

Das Analyse-Team von SinnerSchrader betreut die Diplomarbeit von Ingo. Hier geht es zur Befragung.


Wer...

  • ...schaltet mit enormem Mediaaufwand Anzeigen und TV-Spots ohne Absender?
  • ...kommuniziert die Webadresse der Kampagne nur in Print?
  • ...baut eine Flash-Site, für die ich zuerst den neuesten Flash-Player installieren musste?
  • ...veranstaltet dort ein wenig originelles Quiz mit einer nervtötenden Würfelanimation?
  • ...stellt zuletzt eine Frage, die kaum jemand beantworten kann, der nicht schon vorher weiß, wer der Absender ist?
  • ...bereitet auf diese Weise einen Börsengang vor?

Richtig, es ist die RAG. Ein Unternehmen, das dessen Tochter DSK nach wie vor vom Steuerzahler subventioniert wird.

Es handelt sich um die Teaserkampagne für den neuen Namen der RAG, der am 12. September annonciert werden soll.

So was soll wohl eine innovative Multikanalkampagne sein. Seufz.


Aus allen Richtungen werde ich heute mit diesem hochklassigen Video beschossen belästigt beglückt... Ist aber auch sehenswert.

Wie fördert man eine Rollifahrer-Website?

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startrampe_1.jpg

Diese Frage stelle ich mir schon lange, und jetzt stelle ich sie mal laut. Hallo Fachpublikum! Es gibt da eine Website, die heißt Startrampe.net und ist eine Informations- und Kommunikations-Plattform für Rollstuhlfahrer und Querschnittgelähmte. Und sie ist wirklich ein Phänomen – seit 1999 (!) läuft sie und läuft und läuft. Bis 2001 von einer Agentur betreut, seit Agentur-Crash ging es ehrenamtlich weiter, sogar ein Komplett-Relaunch wurde 2005 irgendwie gewuppt. Dennoch können die Macher von Startrampe.net Rat gebrauchen, doch dazu später.

Herzstück ist die Community, quasi das Lebenselixier vieler Rollifahrer, die dort Tipps austauschen, Freundschaften schließen, Hochzeiten gabs auch schon. Und alle Ups and Downs, die eine Community in der langen Zeit so haben kann. Das Ganze hat die kritische Masse von aktuell 4.350 virtuellen Mitgliedern erreicht, jeden Tag melden sich neue Leute an. Im zweiten Quartal 2007 gab es ca. 180.000 Visits bei ca. 1,4 Mio. Page-Impressions, und damit ist Startrampe.net das erfolgreichste Internet-Angebot für Querschnittgelähmte im deutschsprachigen Raum.

Es gibt ehrgeizige Ausbaupläne und gute Kontakte in die Querschnitt-Szene, z.B. sollen unter dem Namen „Arbeitsgemeinschaft Querschnittlähmung“ alle wichtigen Organisationen unter einer Internetadresse auffindbar sein. Bisher sind der Deutsche Rollstuhl-Sportverband, die Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten und die Deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegie (neu) dabei.

Und wo liegt jetzt das Problem? Das Projekt läuft, aber bei genauerer Betrachtung wird doch nur das Notwendigste geschafft, um es am Leben zu halten. Wachsen kann es nicht ohne weitere redaktionelle/communitymanagende/technische Manpower. Wie finanziert man die? Und wir reden hier nicht von Spenden, sondern von Zusammenarbeit.

Hat das Projekt Potenzial? Wie findet man geneigte Sponsoren oder Werbe-Kooperationen für Startrampe.net? Es kann doch nicht sein, dass da gar nichts geht. Rollstuhlfahrer sind eine attraktive, weil äußerst internetaffine und aktive Zielgruppe. Sie sind zwar oft auf fremde Hilfe angewiesen, soziale Kontakte sind bei vielen rar - aber sie können am Computer arbeiten, und das gilt auch für hochgelähmte und beatmungspflichtige Leute, die mit Sprachsteuerung, behindertenfreundlicher Soft- und Hardware und einem bunten Strauß an Hilfsmitteln unterwegs sind.

So, und jetzt mal Butter bei die Fische. Die Fischmarkt-Leserschaft ist vom Fach, also wer fühlt sich inspiriert, Ratschläge zu erteilen?

Viele Unternehmen stellen fest, dass ein entscheidender Wettbewerbsvorteil durch konsequentes Konsumentenverständnis entwickelt werden kann. Nachhaltige Effizienz entsteht dabei durch Planbarkeit und Messbarkeit von Marketingmaßnahmen. Daher setzen schon etwa 65% der Unternehmen Web-Analyse-Tools für derartige strategische Entscheidungen ein.

Jedoch werden die Bemühungen dieser Firmen nach mehr Effizienz häufig durch die Tatsache verhindert, dass zum einen das Tool nicht das tut, was es soll und andererseits Recruiting und Training erfahrener Mitarbeiter oft sehr schwierig ist. Die Aberdeen Group bringt es auf den Punkt: Unternehmen entwickeln noch nicht einmal die Hälfte des Potenzials ihrer eingesetzten Web-Analyse-Tools.

aberdeen_group.jpg

SinnerSchrader zeigt in seinem neuen Whitepaper auf, was bei Einführung eines Web-Analyse-Tools zu beachten ist und wie man erfolgreich Web-Analyse etabliert - und gibt Hinweise zur Inwertsetzung vorhandener Tools. Ganz im Sinne der Rolling Stones:

"You can’t always get what you want
But if you try sometimes you might find
You get what you need."

Ganz authentisch Spaß gehabt

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Horst Schlämmer ist ein Phänomen - und erst recht die erfolgreiche Golf-Kampagne, die Dr. Peter Figge von Tribal DDB Germany gemeinsam mit Ralf Maltzen von Volkswagen auf der next07 präsentiert hat:

Wir haben bei Dr. Peter Figge nochmal genauer nachgefragt: Warum der Horst ganz authentisch Spaß hatte, sein Image nicht gelitten hat und die Kampagne Deutschlands erfolgreichste Direktkampagne wurde, erklärt er im Nach-next07-Interview.

Zunächst zur Hauptperson: Wie war die Zusammenarbeit mit Horst Schlämmer?
Dr. Peter Figge: Die war extrem positiv, weil er sich sehr mit der Kampagne identifiziert hat. Er hat gerne für die Marke Volkswagen gearbeitet, nicht zuletzt weil die Person Hape Kerkeling selber Golf fährt. Er fand es super vom Konzept her und hat sich mit vielen zusätzlichen Ideen selber eingebracht, hat ständig neuen Input geliefert und musste von seinem Management beinahe gebremst werden. Er hat also ganz authentisch Spaß gehabt.

Im Vortrag haben Sie gesagt, dass es zunächst darum ging, menschliche Bedürfnisse auf eine moderne Art zu befriedigen. Wie haben Sie das gemeint?
Hier geht es um die Erkenntnis, dass wir einerseits in einer modernen, vernetzten Gesellschaft mit unendlichen Kommunikationsmöglichkeiten leben, andererseits aber immer noch die ewig gleichen menschlichen Bedürfnisse nach Information und Unterhaltung haben. Auf einer etwas grundsätzlicheren Ebene suchen wir Bestätigung, Anerkennung und Zuwendung. In Fall von Horst Schlämmer sprechen wir also das Bedürfnis nach Unterhaltung und Gemeinschaft an, das an sich nicht neu ist. Die Art und Weise, wie wir es tun, ist jedoch absolut ungesehen und neuartig.

Ralf Maltzen von Volkswagen hat im Vortrag erklärt, er habe die Kampagne intern mit sehr vielen Schmerzen durchboxen müssen. Ihre Position dazu: „Angst ist kein guter Berater.“ Welche Erkenntnisse haben Sie zu dieser Aussage gebracht?
Die größte Angst war: Passt das alles zur Marke VW? Dabei ist es keine Imagekampagne für VW gewesen. Die Aufgabe war, für ein Golf-Aktionsangebot auf sympathische Art zu werben. Wir hatten schon eine Reihe von Kommunikationsaufgaben für Aktionsangebote gelöst, und jetzt haben wir eine neue Art und Weise gesucht und gefunden, die gepasst hat. Horst Schlämmer hat eine große Akzeptanz im Volk, der Golf ist fast klassenlos.

Warum haben Sie das Outing vorgezogen? Was hatte sich verselbstständigt?
Das Outing sollte ursprünglich so spät wie möglich und so früh wie nötig stattfinden und nach einer möglichst breiten Streuung der Kampagne. Wir wollten offen, ehrlich und authentisch sein. In dem Moment, wo die Blogosphäre begann, sich darüber auszutauschen und uns die Kampagne möglicherweise negativ hätte entgleiten können, haben wir daher das Outing vorgenommen.

Mit über 5 Millionen Videoviews war die Kampagne Deutschlands erfolgreichste Direktkampagne. Haben sich die Absatzzahlen messbar erhöht?
Die Absatzzahlen sind sehr positiv – wobei man fairerweise sagen muss, dass man eine ausschließliche Kausalität mit der Kampagne nicht herstellen kann, da die Erfolgsfaktoren für den Absatz im Marketing natürlich vielfältig sind. Auf jeden Fall: Die wichtigste Währung besteht in den 90.000 qualifizierten Leads, die für Händler identifizierbar und nachbearbeitbar sind.

Hat sich Horst Schlämmers Image messbar verändert?
Horst Schlämmer ist sich selber treu geblieben. Was definitiv nicht passiert ist: Die Leute haben nicht gesagt: „Ääh, jetzt macht der Werbung für VW.“ Es ist ihm nicht nachgetragen worden, weil es sich um authentisches, konsistentes Horst-Schlämmer-Entertainment gehandelt hat. Er war in dem Sinne keine Kunstfigur: Hier war Horst Schlämmer gleich Horst Schlämmer, und das hat er durchgehalten. Durch diese absolute Authentizität hat es keine Imageänderung gegeben.

Wenn schon Telefonterrormarketing, dann richtig, lieber Focus! Ich fände es wirklich überzeugender, wenn Eure Call-Center-Damen ihre Skripte nicht so tonlos herunterleiern würden.

Jimmy Guterman hasst das Wort "user". Zu Recht!

As has often been noted, there are only two industries that refer to their customers as users: high tech and illegal drugs. Is this the company we want to keep?

Als mir Ende März das Motto der next07 einfiel, kam "user" oder "Nutzer" gar nicht erst in die engere Wahl. "Alle Macht dem Konsumenten" heißt eben nicht "Alle Macht dem Nutzer", sondern dem Kunden, dem Verbraucher, der am Ende die Rechnung bezahlt.

Nicht der abhängige Nutzer ist der Souverän, sondern der zahlende Kunde. Und der ist, wenn wir über Markenprodukte und -services reden, in aller Regel der Endverbraucher, der Konsument. An dieser Terminologie ist nichts abschätzig. Wir reden nicht über eine tumbe, gierige Masse.

Das Wort ist ein Terminus technicus, nicht mehr und nicht weniger. Und die Zielgruppe versteht das auch.

Jimmy Guterman sucht jetzt einen besseren Begriff für "user":

Do you know of a better term? If so, please share it. Only you can come up with a user-generated superior alternative to “user.”
Es gibt tatsächlich Entwicklungen, die der Aldisierung entgegenlaufen: Der wachsende Erfolg des E-Commerce und der Bioläden, die zunehmende Verbreitung von Convenience-Stores. Aufgehalten hat das den Aufschwung der Discounter aber bisher nicht entscheidend. Gleichwohl gibt es seit einiger Zeit Anhaltspunkte dafür, dass die Qualitätsorientierung des Käuferverhaltens wächst. Jüngere Marktforschungsstudien deuten darauf hin, dass sich der «Geiz ist geil»-Trend der vergangenen Jahre abschwächt.

Das erkannte Professor Wolfgang Fritz, Marketingprofessor aus Braunschweig und Autor von „Aldisierung. Ist Geiz geil?“, bereits im letzten Sommer. Diese Woche überraschte Saturn (nicht wirklich) mit der Ankündigung, seinen „Geiz ist geil“-Slogan aufzugeben. In Zeiten eines beständig steigenden Konsumklimaindexes ist es mit der Knauserigkeit vorbei – der Geldbeutel sitzt wieder lockerer.

Gute Nachrichten für den E-Commerce, denn das Netz besteht nicht nur aus Preissuchmaschinen. Im Gegenteil – gerade dem qualitätsbewussten Konsumenten bietet das Web unbegrenzte Möglichkeiten, sich über Produkte zu informieren und dem Unternehmen den idealen Kanal, dem Kunden den Service zu bieten, den er sucht.

Es war ungefähr Halbzeit beim Medienmittwoch gestern auf der Messe marketing services in Frankfurt, als Moderator Volker Schütz (Chefredakteur Horizont) das Bild vom Feldherrenhügel gebrauchte. Von diesem Hügel aus werden, so sein Bild, Marketingfeldzüge geplant und Kampagnen gelenkt. Nun kommt das Internet und demokratisiert plötzlich die Marken (siehe auch Brand Wikization) - kann das überhaupt funktionieren?

Nein, war sich die vierköpfige Diskussionsrunde rasch einig. Was nicht funktioniert, sind aber nicht etwa Brand Wikization oder demokratisierte Marken - sondern Marketingfeldzüge vom Feldherrenhügel aus. Die gehören der Vergangenheit an.

Laurent Burdin, Beratungsgeschäftsführer von SinnerSchrader, sieht das Thema aus Sicht seiner langjährigen Marketing-Erfahrung eher entspannt. Natürlich ist Markenführung eine Aufgabe des Marketings und wird es auch bleiben. Doch die Essenz von Marketing ist für ihn, auf den Konsumenten zu schauen, auf die Käuferseite des Marktes.

Die Konsumenten haben die Kontrolle schon übernommen - im Internet, speziell in Blogs, aber auch mit dem, was sie sich untereinander erzählen. Ein krasses Beispiel für Markendemokratisierung hatte Florian Ruckert, Marketingleiter des TV-Vermarkters IP Deutschland, zu bieten: Panzer im Irak, die mit den Logos großer Marken geschmückt werden.

Auch das sei prinzipiell nichts Neues, meint Ruckert. Konsumenten haben immer schon Marken interpretiert. Früher allerdings habe fast niemand die Markenlogos auf Panzern zu sehen bekommen. Heute sind diese Interpretationen über das Spielfeld Internet weltweit sichtbar und werden dann auch von den etablierten Medien aufgenommen.

Entspannt sieht Ruckert auch die immer unschärfere Trennlinie zwischen Fernsehen, was sein Kerngeschäft ist, und dem Internet. Man muss angesichts dessen zum Marketing zurückkehren, meint er. Wie wird der Kaufvorgang gestaltet, wie werden die Interaktionsprozesse ausgelöst - das sind wie stets die entscheidenden Fragen.

"Das Internet wird dabei eine deutlich größere Rolle spielen als es bislang der Fall ist", erwartet der TV-Vermarkter Ruckert und erntet freudiges Staunen von Moderator Volker Schütz. Was sich aber schnell aufklären lässt, denn die IP Deutschland vermarktet selbstverständlich auch Onlinewerbeplätze.

"Wir müssen die Menschen irgendwie erreichen", beschreibt Hansjörg Zimmermann die Aufgabe für Agenturen. Er selbst hatte seinerzeit die Argonauten gegründet und später Das Goldene Vlies gefunden, was ja eigentlich von den sagenhaften Argonauten geraubt worden war und insofern eine schöne Pointe ist.

Von der ich mich nur frage, wer sie eigentlich versteht. Ähnlich wie übrigens den wunderbaren Künstlernamen Judith Holofernes. Welcher Freund der Popkultur ist schon kunstgeschichtlich beschlagen oder bibelfest genug, um den zu dekodieren? (Näheres in Jdt 13 und in der Wikipedia.) Aber ich schweife ab.

Die kreativen Prozesse haben sich im Kern nicht verändert, meint Zimmermann. Sie sind nur viel komplexer geworden. Und wir haben noch gar nicht viel Erfahrung mit dem Internet. Um so interessanter auch für ihn zu beobachten, wie sich SinnerSchrader nach elf Jahren weiterentwickelt.

Auch hier treffen Welten aufeinander. Die Welt vieler Interactive-Agenturen war bisher sehr stark technisch orientiert, hat ihren eigenen Jargon gepflegt. Die Agenturen müssen nun aus ihrer Technikwelt raus in Richtung Marketingwelt, schreibt ihnen und uns Laurent Burdin ins Aufgabenheft:

Was macht der Konsument in den neuen Medien, was macht er im Fernsehen, was macht er mobil? Es wird höchste Zeit, dass die Marketingleiter von großen Unternehmen sich um das Thema Internet kümmern - und dass die Agenturen Marketinglösungen schaffen, statt technische Lösungen für Marketingaufgaben anzubieten.

Life[sic!]blogging vom Medienmittwoch gab es auch. Und ein MP3 zum Nachhören kommt vielleicht gibt es auch noch.

Stephan Randler von iBusiness hat neulich drei Fragen an Matthias Schrader gestellt. Hier sind die Antworten.

Wo liegen Ihrer Meinung nach die Kernkompetenzen einer klassischen Internetagentur heute?

Interactive-Agenturen besitzen zwei Kernkompetenzen: Erstens kennen Sie das Konsumentenverhalten in den interaktiven Kanälen. Die Konsumenten haben sich entschieden, Marken und Produkte zu einem signifikanten Anteil über das Internet zu erleben. Die digitalen Berühungspunkte zwischen Unternehmen und Konsumenten werden daher immer bedeutender und prägen die Marke in der Konsumentenwahrnehmung immer stärker. Marken brauchen deshalb Agenturpartner, die ein tiefes Verständnis für das heutige Konsumentenverhalten besitzen und die markenrelevanten Implikationen von Online-Aktivitäten sicher beurteilen können.

Die zweite wesentliche Kompetenz liegt in der Fähigkeit, komplexe Kommunikations-, Service- und Transaktionsplattformen für Unternehmen aufzubauen. Wir verwenden hierfür auch gerne das Bild, dass wir das Marketing-Betriebssystem unserer Kunden kreieren, auf dem von der Kampagnenkommunikation über die Interessentengewinnung und den Kaufabschluss bis hin zum Dialog und der Analyse sowie dem Controlling alle Marketingprozesse stattfinden können.

Welche Kompetenzen gewinnen an Bedeutung, welche verlieren an Bedeutung?

Das Thema Internet gewinnt aktuell bei Unternehmen wieder rasant an Relevanz. Für Interactive-Agenturen ist es deshalb wichtig, dieser wachsenden Bedeutung auf der Beratungsseite adäquat begegnen zu können.

Wie können Online-Agenturen sich gegenüber klassischen Agenturen positionieren?

Interactive-Agenturen sind per se gegenüber Klassikagenturen hinreichend kontraststark positioniert - aufgrund ihrer Kanal- und Konsumentenkompetenz. Wir müssen als Onliner allerdings lernen, wie wir zusammen mit unseren Agenturkollegen aus der Klassik kommunikative Brücken bauen, die heute noch oft erlebbare Brüche im kanalübergreifenden Kundenerlebnis schließen.



Ausgerechnet Microsoft bringt die zerrüttete Beziehung zwischen Konsumenten und Werbern mal so richtig auf den Punkt. Das allein ist schon eine schöne Pointe. Der Spot enthält eine tiefe Wahrheit (und ob die am Ende versprochene Lösung tatsächlich eine ist, mag ebenso bezweifelt werden wie die tatsächliche Werbewirkung solcher Spots).

"Ist das Internet eine Marketing-Seuche?" Mit dieser plakativen, an einen berühmten Kommentar von Stefan Kornelius in der Süddeutschen gemahnenden Frage befasst sich der kommende MedienMittwoch in Frankfurt am Main. Leicht apokalyptisch klingt die Veranstaltungsankündigung:

Die digitale Vernetzung greift unaufhaltsam Raum und dringt in alle Sphären menschlichen Lebens vor. Gerade das Marketing wird im Moment intensiv durch die Digitalisierung bewegt, der Zuwachs vieler Agenturmarken wird ausschließlich durch das Online-Geschäft erwirtschaftet.

Einige Apologeten der digitalen Wirtschaft, wie neuerdings auch Publicis-CEO Maurice Lévy, stimmen bereits den Abgesang auf die klassischen Medien an und künden vom Lead digitaler Instrumente für die Markenführung. Die Menschen sind an Erlebnissen, Mehrwerten und Convenience interessiert.

Der MedienMittwoch fragt: Bietet die digitale Konvergenz dem Konsumenten ein besseres Markenerlebnis? Wie können Marken und Dienstleistungen die Chancen einer konvergierenden Medienwelt nutzen?

Tatsächlich sind inzwischen die Konsumenten die treibende Kraft hinter dieser Entwicklung, nicht die Technologie und auch nicht Marken und Unternehmen. Die Konsumenten haben sich für das Internet als den Ort entschieden, an dem sie Marken und Dienstleistungen erleben wollen.

Deshalb ist der Konsument der Revolutionär für das Marketing, nicht das Internet. Mit dem weltweiten Netz ist dem Konsumenten nur ein Instrument zur Ausübung seiner Macht in die Hand gegeben. Zugegeben, ein starkes.

Und tatsächlich wird das Marketing im Moment intensiv durch die Digitalisierung bewegt. Kein Wunder, geht es doch im Marketing um die Bedürfnisse potenzieller Kunden. Nie war es so einfach wie heute, diese Bedürfnisse zu kennen - die Konsumenten sagen einfach selbst, was sie wollen.

Auch Werber alter Schule wie Bernd M. Michael lassen sich von diesem Zauber beeindrucken:

Bisher hat das Marketing ab und zu mal über Zuschriften oder Anrufe eine Reaktion von den Konsumenten erhalten. In der Mehrzahl Reklamationen. Heute öffnet sich dieser Bereich auf ein wesentlich größeres Echo im Guten wie im Bösen und gibt größere Entscheidungssicherheit, wenn man diese Konsumentenreaktionen regelmäßig und systematisch auswertet. Und ich kenne keinen Produktmanager, der sich diesem Thema verschließt. Im Gegenteil, irgendwann kommt die interessante Frage auf: Wieviel eigene Marktforschung muss ich überhaupt noch machen, um gesicherte Ergebnisse aus dem Volk zu hören?

Doch es geht um mehr als nur um Marktforschung. Es geht um Beziehungen zwischen Unternehmen und Konsumenten - und um Beziehungen, die der Konsument kontrolliert. Dieser Kontrollverlust ist es, der den Unternehmen den Schweiß auf die Stirn treibt.

Für den digitalen Dialog mit dem Konsumenten zahlen die Unternehmen einen hohen Preis. Sie müssen nicht nur zuhören (eine Fähigkeit, die gern in externe Telefonzentralen ausgelagert und dort stark reglementiert wurde), sondern auch entsprechend handeln, bei Strafe des Verlusts von Kunden und Marktanteilen.

Sie müssen sich für ihre Kundenbeziehungen systematisch öffnen, oder - technisch gesprochen - die passenden Schnittstellen bereitstellen. Mit einem Wort: Sie müssen beziehungsfähig werden.

Trotzdem sind Unternehmen am Ende die Gewinner. Denn schließlich sind sie es, die begehrte Produkte herstellen und nachgefragte Dienste leisten. Zu fürchten ist weiterhin nur der Wettbewerber, der Besseres bietet, und dem sich der flüchtige Konsument schneller zuwenden könnte als gedacht.

Laurent Burdin, Geschäftsführer Beratung bei SinnerSchrader, diskutiert am Mittwoch, 23. Mai, um 17 Uhr in der Halle 8 der Messe Frankfurt mit Hansjörg Zimmermann (Das Goldene Vlies), Florian Ruckert (IP Deutschland) und Frank Vahldiek (Vodafone).

ad:tech

Wird die ad:tech im Hamburger Mai das Gegenstück zur frühherbstlichen Düsseldorfer OMD? Der BVDW, in dessen Online-Vermarkterkreis (OVK) sich die tragenden Kräfte der OMD versammeln, ist nicht begeistert von dieser Aussicht.

Doch kommt mit der ad:tech ein international etabliertes Messe- und Kongressformat nach Deutschland. Gelingt der Aufschlag in diesem Jahr, dann wäre mit der ad:tech auch künftig zu rechnen.

Matthias Schrader hält auf dem ad:tech-Kongress am 22. Mai eine Keynote zum Thema "Die nächste Generation der E-Commerce-Websites". Die Kongressteilnahme kostet, der Messebesuch ist kostenlos.

Auf solche Texte haben wir doch jahrelang gewartet:

Online-Marketing legt rasant zu. Zahlreiche Markenartikler schichten ihre Marketingetats in Richtung digitales Marketing um - zu Lasten der klassischen Fernsehspots, Radiowerbung und Printanzeigen. Das hat Auswirkungen auf die Hackordnung der Werbeagenturen.

Und auf die Pitches. Dickjan Poppema, Chef von BBDO Düsseldorf, beobachtet laut Handelsblatt:

Früher seien es immer die gleichen Leute gewesen, die zu einer Ausschreibung kamen. Heute sei das anders: Da säßen Internetagenturen, PR-Leute und – wie kürzlich im Fall einer Baumarktkette – sogar eine Architektengruppe, die sich mit Kommunikationsexperten verstärkt hatte, mit am Tisch.

Was heißt das dann, weitergedacht? Werbeagenturen, PR-Agenturen, Internetagenturen - künftig alles eine Mischpoke? Vermutlich nicht. Denn dann wären wir wieder bei den längst gescheiterten nicht übermäßig erfolgreichen 360-Grad-Ansätzen.

Der Konsument will aber nicht mit der gleichen Idee über immer mehr Kanäle zugeballert werden. Er hat sich längst für zwei Berührungspunkte mit Marken, Produkten und Unternehmen entschieden: für das Internet - und für den stationären Handel.

Folglich sind Online-Marketing (und alles, was dazugehört) und Retail (zum Beispiel Flagship-Stores) die beiden Wachstumsfelder der nächsten Jahre, Offline-Marketing hingegen eher nicht.

Kurs Richtung Internet

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"Für einen Marketing-Mann wie mich ist eine Interactive-Agentur heute der spannendste Ort der Welt." Deshalb ist er bald bei uns: Laurent Burdin, zuletzt Geschäftsführer Beratung bei Springer & Jacoby in Hamburg, übernimmt am 2. Mai die gleiche Funktion bei SinnerSchrader.

Dass die Marketing-Aktivitäten von Unternehmen in Second Life meist auf nur geringe Akzeptanz stoßen, wissen wir spätestens seit einer Studie der Hamburger Agentur Komjuniti - nomen est omen: sie baut Communities. Komjuniti hat 200 Avatare in Second Life nach ihrer Meinung gefragt, das Ergebnis war eher niederschmetternd.

Wagner James Au liefert bei GigaOM jetzt drei Gründe dafür. Die ersten beiden sind eher marketingtechnischer Natur, aber beim dritten geht es dann zur Sache:

To play in Second Life, corporations must first come to a humbling realization: in the context of the fantastic, their brands as they exist in the real world are boring, banal, and unimaginative. Car companies are trying to compete with college kids who turn a virtual automotive showroom into a 24/7 hiphop dance party, and create lovingly designed muscle cars that fly, and auction off for $2000 in real dollars at charity auctions.

Fashion companies have it even harder. A thriving homegrown industry of avatar clothing design (free of production costs and overseas mass production) already exists, largely ruled by housewives with astounding talent and copious amounts of time, and since the designers are popular personalities in Second Life (whose avatars become their brand), they enjoy– and frankly deserve– the home team advantage.

Faced with such talented competition, smart marketers should concede defeat, and hire these college kids and housewives to create concept designs and prototypes that re-imagine their brands merged to existing SL-based brands which have already proved themselves in a world of infinite possibility. Or as the Komjuniti study suggests, they can keep building sterile shopping malls, and continue wondering why Residents prefer nude dance parties, giant frogs singing alt-folk rock, and samurai deathmatches– and often, all three at the same time.

Wie Produkte und Geschäftsmodelle aussehen, die in Second Life tatsächlich funktionieren, darüber spricht Rainer Mehl, Leiter Strategy & Change Consulting bei IBM Deutschland und Nordosteuropa, im Track Parallelwelten auf der next07. Er untersucht, womit reales Geld verdient werden kann und betrachtet Second Life als Möglichkeit, zukünftige Geschäftsmodelle zu testen und bestehende zu erweitern. Zahlreiche Forscher, Ingenieure, Entwickler und Berater von IBM arbeiten bereits in Second Life.

Der Kunde als Produktvorteil

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Was verändert sich, sobald Konsumenten aus ihrer Passivität ausbrechen? Alles. Das versinnbildlicht das als "Oregon Experiment" berühmt gewordene Verfahren der UCLA University of Oregon. Sie plante 1971 bei der Neugestaltung ihres Campus’ keine Wege ein, sondern säte überall Rasen. Erst als sich Trampelpfade bildeten, wurden diese geteert. Weiterlesen...

Zuletzt hatten wir die Umsätze im Januar frisch sortiert. Jetzt gibt es neues Zahlenfutter vom Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW). Der Kern: Die digitale Wirtschaft boomt - bei akutem Personalmangel. Also mal eines nach dem anderen.

Das Wachstum im E-Commerce-Endkundengeschäft ist 2006 (16,3 Milliarden Euro) mit gut zwölf Prozent gegenüber 2005 (14,5 Milliarden Euro) eher moderat ausgefallen. Die Umsätze im gesamten Online-Werbemarkt sind dagegen explodiert: Mehr als 1,9 Milliarden Euro Brutto-Werbeumsätze wurden mit klassischer Online-Werbung, Suchwort-Vermarktung und Affiliate-Marketing generiert. Das entspricht einer Steigerung von 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Prognose für 2007: 2,5 Milliarden Euro Umsatz, anders gesagt: 33 Prozent Zuwachs.

Sieht also ganz so aus, als würden Internetaktivitäten tatsächlich messbar in den Fokus der Werbung rücken.

Auch die Internet-und Multimedia-Dienstleister verzeichnen laut Stimmungsbild des BVDW durchschnittlich rund 18 Prozent Umsatzzuwachs. Für mehr Investitionsfreude unter den Auftraggebern macht der BVDW neben den Web2.0-Anwendungen auch das mobile Internet und die erhöhten Übertragungskapazitäten verantwortlich. Abzuwarten bleibt das Potenzial von Streamingtechnologien und IPTV sowie von Blogs, Podcasts, Gaming und Co.

Viele neue Arbeitsplätze sind im Zuge der positiven Entwicklung geschaffen worden, so dass die Zahl der Festangestellten in der Branche durchschnittlich um 24 Prozent gestiegen ist.

Soweit das Positive.

Die genannten Zahlen verdecken allerdings den immensen Mangel an geeigneten Fachkräften in der Branche. Da der Gesetzgeber sowie andere politische Entscheidungsträger nicht gerade als Unterstützer der Digitalen Wirtschaft in Erscheinung treten, wie BVDW-Präsident Arndt Groth bemängelt, sondern im Gegenteil die Wettbewerbsposition deutscher Unternehmen im internationalen Kräftemessen eher noch schwächen, will der BVDW selbst Hand anlegen – mit einer

„großangelegten Initiative unter Beteiligung verschiedener privatwirtschaftlicher wie öffentlicher Bildungsträger, der Marktteilnehmer sowie anderer Organisationen und der Öffentlichen Hand“.

Wir bleiben dran.

Markenkommunikation im Web 2.0

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Die Branche mit den meisten markenbezogenen Erwähnungen in der Blogosphäre ist der Bereich Telekommunikation (19%), gefolgt von Computer-Hardware und Mobiltelefonen (jeweils 14%), Automobil (8%) und Unterhaltungselektronik (7%).

Derartige Ergebnisse bringt bobi an den Tag, der „brand online buzz index“ von ethority. Der nach eigenen Angaben „weltweit erste Markenmonitor für das Web 2.0“ bildet die digitale Mundpropaganda zu annähernd 500 Marken ab, nennt die zentralen Themen und ordnet sie den 25 wichtigsten Branchen zu.

Die Verbrauchermeinungen werden in Bezug auf Markenimage, Markenbekanntheit und Markenranking ausgewertet. Insbesondere wirft das Tool ein Auge auf die Beiträge im Social Media Sektor, sprich Blogs, Onlineforen & Communities.

Ideas (Folie von StrawberrryFrog

Harter Stoff für jeden, der sich die Frage stellt, wie wohl die Agentur der Zukunft aussieht: die Keynote von Scott Goodson, dem Gründer von StrawberryFrog, gehalten vorgestern auf dem Future Marketing Summit in New York. (Man beachte übrigens die Werbung für den Kongress.)

Hier ein paar Appetithäppchen:
  • Die Agentur StrawberryFrog hat die Realisierung zu großen Teilen ausgelagert.
    We get to work with those who like their freedom, who don't want to be smothered or scared to death by the environment of a big agency. We believe that pirates write better ads than the guys in the navy, because ideas which cut through the clutter can not be produced by disciplined committees.
  • Das Kreativnetzwerk OpenAd (über 7.000 registrierte Kreativschaffende) nennt sich selbst "the world's biggest creativ department". OpenAd liefert nur Ideen.
  • Das Gegenstück dazu ist The Department of Doing aus Neuseeland. Hier werden Ideen realisiert, bis die Schwarte kracht. Ideen bitte selbst mitbringen.
  • Goodson sagt über das neue Geschäftsmodell der Agenturen:
    The new business model requires a rethink of ideas as products – in other words, generating ideas that can be turned into actual products, and revenue streams that derive from the sale of these products.
  • Und über Innovation:
    In our industry, we talk a lot about innovation. Well, innovation is important because it’s a way to make money. And innovation for agencies only works when you can make a living out of it. The new agency model demands that we develop a new value culture, live by it and prove that it works where it needs to most – the bottom line.
  • Die Teams bei StrawberryFrog:
    Our creative teams have always included everyone, because we believe an idea can come from anyone. Our teams consist of a digital creative, a writer, art director, creative technologist, a designer, a business mind, a culturalogist, a PR mind, etc…
  • Was ist digital, was ist interaktiv?
    Digital is no longer one area of expertise – digital infuses every idea and every agency role. The fact that increasingly clients are awarding mainstream advertising accounts to interactive agencies, like IKEA hiring Agency.com as its lead agency, indicates that we need to rethink what we call “our skill base” and exactly what we value within it.
  • User-generated content is tired.
    There’s been a lot of talk about user-generated content. And my prediction for the future is the rise of user generated products.
  • Crowdsourcing ist schon mehr als nur eine Idee: CrowdSpirit

Lesen!

Web 2.0 in Österreich angekommen

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Wie sich unsere österreichischen Nachbarn fürs Web 2.0. fit machen, zeigt der kürzlich erschienene „Guide für neue Medien und Online-Marketing“ von Werbeplanung.at.

Im Bericht zur Lage der Nation ist zu erfahren, „welche Online-Kampagnen in der letzten Zeit überzeugen konnten und was schlaue Onliner über die Zukunft denken“ – und lohnt einen Blick, denn gelistet werden die 450 wichtigsten buchbaren Online-Werbeträger und die relevanten New-Media-Agenturen Österreichs.

Werbeplanung.at ist Österreichs Fachmedium für Online-Marketing, natürlich mit Blog, auf dem die Marketingexperten unter anderem über die österreichischen Onliner des Jahres 2007 berichten.

Nach einer kürzlich von McKinsey & Company veröffentlichten Studie besteht das größte Problem der Marketiers im (wilden) Wachstum der Medienkanäle, Kundensegmente und Produkte. Marketingabteilungen sind daher immer stärker gezwungen, Komplexität zu reduzieren. Dies gelingt ihnen am besten mit der Unterstützung moderner Mess- und Steuerungssysteme, fokussierten Planungsprozessen und kennzahlgestützten Steuerungsmechanismen.


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Laut Peter Kim von Forrester Research ist vor dem Hintergrund der zunehmenden Fragmentierung der Medienlandschaft die Etablierung eines holistischen Marken Monitoring von Nöten, das auf der Sammlung, Aggregierung, Analyse und Interpretation von Marketing-Daten basiert. Paula Sneed, Marketing Executive Vice President bei Kraft Foods, Inc. wünscht sich in diesem Zusammenhang mehr “observational and predictive tracking.”

Nach Prof. David Reibstein sind es insbesondere diese immateriellen Werte (intangible assets), die die wesentliche Treiber für Wertsteigerung von Unternehmen sind. "It's hard for us to gain support for marketing when we're only given financial data."

Marketing Kennzahlen müssen jedoch mehr bewirken als dass bloße Befüllen von Excel Spreadsheets. Vielmehr geht es darum, auf der Basis gesicherter Erkenntnisse Marketing-Maßnahmen zu entwickeln, die entsprechende positive finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen. Marketing ist eben auch ein Tuwort.

Titel Acquisa 11/2006"Fischen im Web" überschreibt die acquisa die Titelgeschichte ihres Novemberheftes. An diesem programmatischen Titel kommt der Fischmarkt selbstverständlich nicht vorbei (Danke, Jochen Krisch!).

"Web 2.0 wird auch den Vertrieb nachhaltig verändern", erwartet das Fachblatt und dekliniert die neuen Möglichkeiten im Detail durch. Das Fazit am Ende indes klingt wenig verheißungsvoll:

Innovative Ideen haben es mitunter schwer, sich in den Unternehmen durchzusetzen. Das größte Dilemma: Da eine organisatorische Zuordnung weitestgehend fehlt, landen in der Praxis häufig alle Internet-Projekte auf dem Tisch des Online-Marketing-Managers – sofern es ihn gibt. »Selbst große Unternehmen haben maximal ein oder zwei Personen, die für Online-Marketing verantwortlich sind.«

Im begleitenden Interview schließlich kommt Willi Schroll zu Wort, dem langjährigen Fischmarkt-Leser bereits als Co-Autor einer Geschichte im manager magazin bekannt.

Marketing und Vertrieb müssen im Web 2.0-Zeitalter enger zusammenarbeiten, denn das Verhalten der Märkte wird insgesamt schwarmhafter und fluktuierender. Es entstehen leichter Kettenreaktionen als früher. Die Trendabhängigkeit der Märkte nimmt zu. Hier muss das Marketing dem Vertrieb mehr Rückmeldungen geben. Eine intensive interne Kommunikation ist daher unabdingbar.
Social Web Marketing Forum

Was haben Web 2.0 und der Heilige Nikolaus gemeinsam? Beide sind legendär, werden vermarktet bis zum Abwinken und sind trotzdem von enormer Vitalität.

Insofern passt es gut, dass der Auftakt zur neuen Veranstaltungsreihe Social Web Marketing Forum am 6. Dezember 2006 in unseren Räumen stattfindet. Das Thema lautet "Vernetzter Kundendialog in Echtzeit", und das Expertenreferat ("Anforderungen und Potentiale der Kommunikation im Social Web" zu einem damit in mindestens losem Zusammenhang stehenden Thema "Social Web? Marketing? Anforderungen an die Kundenkommunikation im Web 2.0") hält Martin Röll.

Anschließend werden zwei Fallstudien präsentiert. Dabei geht es um Projekte, die bisher so noch nicht öffentlich vorgestellt wurden. Mehr dazu in Kürze hier. Und dort bitte anmelden. Auf dass der Saal voll werde.

t-home.de

Was war das für eine Aufregung, als Premiere sich mit der Telekom verbündete, um seinen Kunden die Bundesliga via VDSL anbieten zu können. Vor drei Tagen hat die Telekom die Vermarktung ihres superschnellen DSL gestartet ("T-Com startet T-Home", geht's noch?).

Die Online-Kampagne kann ich schon heute nicht mehr finden, Mitte der Woche waren die nichtssagenden Werbemittel noch bei spiegel.de zu sehen. Motiv: Menschen blicken offensichtlich gebannt auf - ja, was eigentlich? Einen Bildschirm? Ein Lagerfeuer? Dann die Fußnote: "VDSL ist in einigen Anschlussbereichen verfügbar." So erfährt der Betrachter immerhin, worum es überhaupt geht.

Die so beworbene Website t-home.de vermeidet um jeden Preis, etwas zu verkaufen. Sie ist finster, überladen und kryptisch zugleich. Thomas Knüwer nennt sie treffend

ein trauriges Dokument, für die Wandlungsunfähigkeit eines Ex-Staatsunternehmens. Angehäuft werden Anglizismen ("Complete plus"), Behördendeutsch ("Zubuchoption") und ein Meer an Fußnoten.

Noch besser wird es aber für den, der in den Kundendialog einsteigt und herausfinden möchte, ob VDSL überhaupt verfügbar ist. Anders als beim herkömmlichen DSL wird die Telefonnummer abgefragt - und das Ergebnis der "bis zu 30 Sekunden" dauernden Prüfung lautet in allen mir bekannten Fällen:

Leider konnte für die Rufnummer 04XXX/XXXXXX die Verfügbarkeit Highspeed-DSL (VDSL) nicht geprüft werden.

Die folglich empfohlene T-elefonische Beratung kommt zu keinem anderen Ergebnis und gibt einen guten Rat:

Kundenberater: Steht vor Ihrem Haus so ein grauer Kasten?
Kunde: Wie bitte?
Kundenberater: Ja, so ein grauer Telefonschaltkasten. Sehen Sie einen?
Kunde: Ja.
Kundenberater: Dann leihen Sie sich im Baumarkt ein Handlasermeter und messen Sie die Entfernung aus. Wenn es weniger als 500 Meter sind, dann ist VDSL verfügbar.

Ich freue mich schon auf die Schlagzeile: Telekom verdoppelt Zahl ihrer VDSL-Kunden. Kann ja bei diesen gewaltigen Vermarktungsanstrengungen nicht mehr lange dauern.

Der Aktionär (Ausriss)
Es rockt wieder. Sagt Der Aktionär. Mit Blick auf unsere jüngsten Zahlen.

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Frosta testet weitere Möglichkeiten des vernetzten Kundendialogs in Echtzeit aus. Nach dem Frostablog - nach wie vor eine relevante Referenz für Unternehmensblogs im deutschsprachigen Raum - kommt jetzt Video an die Reihe. Kein Videocast, sondern eine - ja, sprechen wir es ruhig aus - virale Plattform, die den Kern der Marke Frosta hervorhebt, die Konsequenz des Frosta-Reinheitsgebots.

Konsequenterweise heißt die Adresse konsequent.de. Fünf Menschen, darunter Frosta-Werksleiter Bernd, erzählen in fünf Videos aus ihrem Leben. (Nebenbei: Gibt es die Videos eigentlich auch bei YouTube, MyVideo & Co.? Die Videos gibt es auch bei YouTube.)

Das Design (es stammt wie die Idee selbst von Dorten) ist witzig, aber nicht besonders webbig, was sich spätestens an der etwas lieblosen Einbindung von Elementen wie Forum oder Spreadshirt-Shop zeigt. Popups sind nun wirklich nicht mehr Stand der Technik, und auch die T-Shirt-Motive rocken nicht.

Mehr zum Hintergrund bei Björn Ognibeni und natürlich im Frostablog.

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Mark Pohlmann von SinnerSchrader spricht zu frühester Stunde zum Thema "Kontrollierter Kontrollverlust. Oder wie sie lernen, die Bombe zu lieben". Und die Bombe ist: Transparenz, Partizipation und Dialog.

Eva bloggt

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Die Debatte, die Eva Hermans Cicero-Artikel "Der Feminismus - ein Irrtum?" auslöste, führt über das Buch zum Eva-Blog. Mehr im Themenblog.


Die Folien zum Workshop, den Malte Blumenthal letzte Woche auf der OMD gehalten hat, sind jetzt da. Oder vielmehr hier [PDF, 3 MB]. Die Tonspur liefert Malte gern auf Anfrage mündlich dazu. ;)

Bild Jörg TschauderBevor ich mich wieder der OMD zuwenden kann, hier eine dringende Durchsage in eigener Sache: SinnerSchrader baut sein Beratungsgeschäft im Bereich Web-Analyse aus.

Warum tun wir das? Ganz einfach: Das Thema ist dabei, seine veritable Nische zu verlassen. Wenn es in Zeiten des versionierten Webs (Malte Blumenthal) darum geht, mit Kunden und überhaupt der Außenwelt ganz neu in Dialog zu treten - spätestens dann ist die hergebrachte Trennung zwischen Web-Analyse und anderen analytischen Disziplinen nicht mehr sinnvoll.

Bild Björn SiegfriedUnternehmen wollen verstehen, wie dieser Dialog funktioniert und ihre Marketingaktivitäten daran ausrichten. Es ist das alte Thema: 50 Prozent aller Werbeausgaben sind rausgeworfenes Geld - nur welche 50 Prozent?

Wir werden von jetzt an Unternehmen dabei beraten, die Beziehung zu ihren Kunden intelligent zu gestalten, ihre Werbe- und Vertriebsbudgets effizient einzusetzen sowie deren Wirkung nachzuweisen. Deshalb geht der neue Beratungsansatz über die reine Web-Analyse hinaus: So gehören zum Beispiel auch Vertriebskostenanalyse, Produktdeckungsbeitragsrechnung oder Bestandskundenanalyse dazu.

Bild Matthias PostelWem jetzt die Ohren klingeln, dem sei gesagt: Analytisch bleibt es jedenfalls, und natürlich wird auch weiterhin Technik zu diesem Zweck eingesetzt. Neu ist, dass SinnerSchrader Analyse, unser analytischer Geschäftsbereich, zum Dienstleister für Marketing-Controlling wird.

Und neu ist auch das Team, mit dem wir uns verstärken: Jörg Tschauder (37, Bild oben) kommt von der BBDO-Tochter Proximity Consulting, wo er seit 2002 Kunden bei der erfolgreichen Marktbearbeitung und Optimierung der Vertriebs-/Marketingaktivitäten beriet. Er übernimmt die Leitung des Geschäftsbereichs Analyse. Björn Siegfried (32, Mitte) und Matthias Postel (34, unten) waren beide zuletzt für AOL Deutschland im Bereich Market & Business Intelligence als Senior Manager tätig. (Weitere biografische Angaben in der Pressemitteilung.)

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Wie ich höre, kursieren Gerüchte, wonach es bereits keine Karten mehr für die OMD im September gebe. Dazu stelle ich fest: Ich habe mich gerade problemlos registriert.

Wenn nichts dazwischenkommt, wird man mich dort also mit Münte-Gips bewundern können.

Die Onlinemarketingbranche ist empört. Der Grund: Billigflieger germanwings hat sich wieder eine kleine Gemeinheit ausgedacht. Der Mediabrief klärt auf.

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Wenn sich im September die Branche wieder einmal zur OMD versammelt, dann dürfte die Stimmung wohl noch besser sein als vor einem Jahr. Online-Marketing boomt. Und dennoch hat sich in den letzten zwölf Monaten einiges verändert.

Das zeigt schon die Eröffnungskeynote von Andreas Weigend: „Von Targeting zu Discovery: Transparenz und Konvergenz im Web 2.0“. Wer hätte vor einem Jahr prognostiziert, dass die OMD über Web 2.0 spricht?

Weigend hält nicht nur die Keynote, sondern muss in einem Streitgespräch ("Web 2.0: Revolution des Digitalen Marketings oder Seifenblase?") mit Matthias Kurwig, Geschäftsführer von Planetactive, auch noch seine Thesen verteidigen.

Wer es dagegen etwas praxisnäher mag, dem sei der Workshop ans Herz gelegt, den Malte Blumenthal, Geschäftsführer der SinnerSchrader Studios, zum Thema "Kreativstrategien im Netz: Auf dem Weg zur interaktiven Marke" hält. Termin: 20. September, 12 Uhr. (Hier der Mitschnitt seines Referates auf der Next 10 Years.)

Spreadshirt ist übrigens auch da.

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"Es wird nicht mehr lange dauern, bis Arena eine siebenstellige Kundenzahl verkünden wird", kündigt DFL-Chef Christian Seifert heute im Focus an. Ein nicht unerheblicher Teil von ihnen hat arena über das Internet gebucht - die Website arena.tv ist jetzt nagelneu (und stammt aus den SinnerSchrader Studios - hier die aktuelle Pressemitteilung).

Ligachef Seifert fordert übrigens eine "größere Pay-Mentalität in Deutschland":

"Es ist doch eigenartig, dass viele bereit sind, 1,49 Euro für einen Handy-Klingelton zu bezahlen, aber erwarten, dass das Premium-Produkt Bundesliga frei zugänglich ist."

Wie sagte Kollege Pohlmann so treffend zu Oliver Gassner? "Einer muss ja schließlich die Rechnung bezahlen."

Vernetzung, Dialog, Interaktivität - genau hierzu wurde vor 20 Jahren das Internet erfunden. Eine Kommerzialisierung hingegen spielte lange keine Rolle. Vielleicht tut sich die Branche deswegen so schwer, werbliche Angebote zu entwickeln, die nicht als Störer, sondern als Tor zur markeneigenen Erlebniswelt funktionieren? Jetzt nehmen die Konsumenten den Vertrieb ihrer Lieblingsprodukte selbst in die Hand: Me-Commerce ist da. Weiterlesen bei Mediabrief.de

Thesen für Netzstimmen-Interview

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Oliver Gassner hat mal wieder ein neues Blog: Netzstimmen. Die ersten Stimmen gehören Lyssa und Ibrahim Evsan von Sevenload. Oliver hat mich ebenfalls zu einem Interview eingeladen, und ich habe ihm versprochen, vorab ein paar steile Thesen zu proklamieren, über die sich dann hoffentlich trefflich streiten läßt. Weiterlesen auf dem Themenblog ...

arena

Die FTD greift zum Telefon:

Anruf bei der Hotline der Deutschen Telekom

Telekom-Mitarbeiter: Was kann ich für Sie tun?

Kunde: Guten Tag, Sie bieten doch jetzt auch die Bundesliga an, oder?

T: Die Bundesliga?

K: Ja, mit Premiere zusammen. Das habe ich in der Zeitung gelesen.

T: Ganz kleinen Moment mal. (Warteschleife) Dazu haben wir keine Informationen bekommen. Das läuft erst noch an.

K: Was läuft erst noch an?

T: Dazu kann ich noch nichts sagen.

K: Aber Sie zeigen doch die Bundesliga bald über ihr Netz?

T: Das ist ja das Problem: Dazu kann ich Ihnen nichts sagen.

K: Und wann können Sie mir etwas sagen?

T: Das kann ich auch nicht sagen.

Schwere Zeiten für arena. Und trotzdem plant der Bundesliga-Sender, bis zum Bundesligastart in drei Wochen 500.000 Kunden zu gewinnen. Damit daraus was wird, hat arena jetzt die nächste Stufe seiner Marketinganstrengungen begonnen.

"Herr Kästner, wo bleibt das Positive?", hatte mancher Protagonist des Affiliate-Marketings beim Fischmarkt angemahnt, als der ein paar unqualifizierte Überlegungen zum Problem der Low-Cost-Carrier mit dieser Art des Marketings (oder doch Vertriebs?) anstellte. Ja, weiß der Teufel, wo das bleibt.

Heute nun ist es soweit: Hier kommt das Positive.

Die Low-Cost-Carrier haben ein Problem mit ihren Affiliate-Programmen. Das Problem ist eine Folge des Erfolgs. Denn über Affiliates wird bei einigen Billigfliegern ein signifikanter Anteil aller Billigflüge gebucht, was Überweisungen in entsprechender Höhe nach sich zieht und die Marketingbudgets belastet.

Hinzu kommt ein Kannibalisierungseffekt: Denn große Affiliates wie billigflieger.de buchen Google-Anzeigen und treiben damit die Preise für die relevanten Suchbegriffe nach oben - mit dem Geld der Billigflieger.

Nun sind ja die Billigflieger Vorreiter einer Entwicklung in der Touristikbranche, die in Richtung eines verstärkten Direktvertriebs weist. Sie geben die Kostenvorteile der Internet-Buchung als Preisvorteile an ihre Kunden weiter.

Es gibt Carrier, die dieses Prinzip transparent machen und bei allen Buchungen über Reisebüros eine Provision offen ausweisen. Der Kunde zahlt den Aufschlag, das Reisebüro erhält die Provision.

Was unterscheidet nun ein Affiliate von einem Reisebüro? Im Grunde nichts. Jedenfalls aus Sicht des Billigflieger-Marketings. Theoretisch wären Reisebüros gut beraten, eigene Websites zu bauen, sich als Affiliate-Partner anzumelden und die Flüge ihrer Kunden über diese eigenen Websites einzubuchen.

Resultat: Die Kunden sparen den Provisionsaufschlag, für das Reisebüro ändert sich wenig. Bei Zanox zum Beispiel erhalten Affiliates von Air Berlin bis zu 6,00 Euro pro Buchung.

Das Affiliate-Marketing wird zum Problem, wo es eigentlich Vertrieb ist und kein Marketing. Denn als Vertriebskanal muss es sich, so die Direktvertriebs-Philosophie, selbst tragen, also seine Kosten direkt an die Kunden weiterreichen, die diesen Kanal nutzen.

Germanwings ist deshalb im März vorgeprescht und belastet die Buchungen über Affiliates mit einem Aufschlag. BloggingTom und Robert Basic berichteten, Germanwings erklärte daraufhin sein Geschäftsmodell:

Germanwings hat sich zur Umstellung des Affiliate-Programmes entschlossen, um alle Vertriebskanäle für den Verkauf von Flugtickets gleich zu behandeln.

Es ist nicht im Geschäftsmodell von Germanwings als Low Cost Airline vorgesehen, Provisionen für den Verkauf der Flugtickets zu zahlen.

Inzwischen denken andere Billigflieger darüber nach, dem Vorbild von Germanwings zu folgen. Kein Wunder: Die Marktmechanik zwingt sie dazu. Wenn sie nicht handeln, unterminiert das Affiliate-Marketing ihr Geschäftsmodell - mit ihrem eigenen Geld.

Billigflüge sind auch deshalb billig, weil die Vertriebskosten minimiert werden, indem die Kunden der einzelnen Vertriebskanäle die Kosten direkt tragen. Warum sollten die Kunden, die direkt auf den Websites der Billigflieger buchen, anteilig die Provisionen für indirekte Buchungen über Affiliates zahlen?

Nachtrag: Germanwings hat sein Affiliate-Programm bereits im Mai eingestellt.

Bernd M. Michael in seiner jüngsten absatzwirtschaft-Kolumne:

Wenn die Creativen nicht schnellstens die neuen Technologien verinnerlichen, praktizieren, creativ umsetzen und lieben lernen, gefährden sie ihren Job. Noch schieben viele Creativ-Direktoren den Internet-‚Kram’ auf die Schreibtische ihrer Assistenten. Man kann darauf wetten, dass diese Haltung schnellstens verschwindet.

Wir stehen vor einem Zeitalter des partizipatorischen Medien-Konsums: Der Konsument macht das Produkt. Mehr noch: Er will es auch machen, um die Sicherheit zu haben, individualistisch und damit anders als sein Nachbar oder Freund zu leben. Die Überschrift heißt: Nicht ich muss zur Marke passen. Die Marke muss zu mir passen. Damit ist der Raum für den Trend zu personifizierten Produkten vorgegeben.

Wir steuern auf ein zugegeben etwas teureres „Ich Ich Ich-Marketing“ zu. Mit neuen Spielregeln. Mit neuen creativen Herausforderungen. Insbesondere dann, wenn Player wie Microsoft, Google, e-bay, Yahoo und andere Blue Chips wie angekündigt in die Kommunikationswelt des Internets einsteigen.

Interwall und Neusta

"Interwall und NEUSTA wachsen zusammen", verkündete am 10. Januar 2006 eine Pressemitteilung der Bremer Agentur Interwall. "Durch die Fusion der Unternehmen Interwall und NEUSTA entsteht in Bremen eine der größten und weiter am stärksten wachsenden Internetagenturen."

Das neue Unternehmen verbinde die Kompetenzen Multimedia, Online-Marketing, Merchandising-Shops und Softwareentwicklung, hieß es. Es beschäftige 115 Mitarbeiter und habe im Jahr 2005 einen kumulierten Umsatz von mehr als 9 Mio. Euro erzielt. Interwall wäre damit an Hanke hmmh Multimediahaus Bremen vorbeigezogen, das (laut New Media Service Ranking) 8,93 Mio. Euro umsetzte und damit Platz 10 belegte.

Doch knapp sechs Monate später will von der Fusion niemand mehr etwas wissen. Die Pressemitteilung ist stillschweigend von der Website verschwunden, und der verhinderte Fusionspartner Neusta hat seinen über lange Jahre bewährten Webauftritt reaktiviert.

Das aktuelle New Media Ranking weist Interwall mit 4,5 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2005 aus - und 98 (!) Mitarbeitern zu Beginn des Jahres 2006. Neusta müsste demnach ebenfalls 4,5 Mio. Euro umgesetzt haben und hat laut Website 77 Mitarbeiter. Macht zusammen 175 - und nicht 115, wie es in der Pressemitteilung hieß, in der Neusta-Geschäftsführer Carsten Meyer-Heder wie folgt zitiert wird:

„Wie hoch der Grad der gegenseitigen Ergänzung ist, zeigt die Tatsache, dass keine Schnittmengen bei Funktionen und Personal existieren. Konkret heißt dies, dass wir auf keinen einzigen Mitarbeiter verzichten. Im Gegenteil nehmen wir uns vor, weiter zu wachsen und in diesem Jahr etwa zehn zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.“

Irgendetwas kann da nicht stimmen.

Online-Werbung 2.0. Wichtiges Thema. Marco Seiler von Syzygy zitiert Mediennutzungsstudien, denen zufolge wir inzwischen zehn Stunden am Tag Medien nutzen - aber mehrere parallel. Wo bleibt da die Aufmerksamkeit für Werbung?

DSL treibt die Nutzungsdauer in die Höhe. Der Kreis regelmäßiger Nutzer wächst rasch. Dagegen verlieren regionale Abo-Tageszeitungen an Reichweite, und der durchschnittliche Spiegel-Leser wird immer älter. Dank Internet. Auf der MSN-Homepage sind mehr Nutzer als die sieben größten Tageszeitungen in den USA zusammen erreichen.

16:08
Bekanntlich hinken die Online-Werbeausgaben hinter der Nutzung (15 Prozent an der gesamten Mediennutzung) her. Im Jahr 2005 waren es 4,4 Prozent der Brutto-Werbeausgaben insgesamt. Und das Aufmerksamkeitsniveau ist online höher als zum Beispiel beim Fernsehen.

In Großbritannien werden in diesem Jahr voraussichtlich schon 13,2 Prozent der Werbeausgaben online ausgegeben. Der Vorsprung gegenüber Deutschland beträgt Lichtjahre, sagt Seiler.

16:13

Die Online-Werbeformate sind natürlich ein Teil des Problems. Seiler zeigt ein paar Beispiele. Kreativität? Qualität? Er zitiert Reinhard Springer. Kreativtrends kommen aus der nichtklassischen Werbung.

16:17
Christian Bachem fragt, wie wir das "2.0" in Web 2.0 und Werbung 2.0 verstehen sollen. Sein Thema: Das große Online-Versprechen und wie es gebrochen wurde. DMMK 1996: Paradigmenwechsel der werblichen Kommunikation. One-to-One statt One-to-Many. Pull statt Push. Dialog statt Monolog. Relevanz statt Irrelevanz. Partnerschaft statt Autorität.

Das waren Zeiten.

16:23
Allerlei Mäusekino-Banner haben dieses Versprechen gebrochen, ja komplett ignoriert. Das Versprechen konnte mit damaligen Mitteln gar nicht gehalten werden. Aus dem alten Denken herausgeholfen hat uns der Crossmedia-Ansatz. Klassische Werbungtreibende wurden angeregt, Onlinewerbung zur Stützung einzusetzen. Und deshalb über das Wie nachzudenken.

Bis 2002 war das Medium weder für die Masse der Nutzer noch für die Werbungtreibenden relevant. Doch das Trojanische Pferd Crossmedia hat dies geändert und komplementäre Ansätze gefördert. Das Internet rückt inzwischen immer mehr ins Zentrum crossmedialer Kampagnen. Beispiel: die Einführung des 1er BMW.

16:30
Das Ende der Aufmerksamkeitsökonomie. It's not just eyeballs anymore, stupid! Wieder DMMK 1996: Der Nutzer und seine Interessen stehen im Mittelpunkt.

Jetzt gibt es substanzielle Geschäftsmodelle. Die Euphorie von 1998/1999 basierte auf dem alten Paradigma der massenmedialen Aufmerksamkeitsökonomie. Das neue Paradigma lautet Beteiligungsökonomie. Dafür steht Web 2.0. Das Mitmach-Web.

Internet 2.0: Das Internet ist das erste etablierte digitale Medium. Nun werden die etablierten Medien digital. Musik, Fernsehen (und bald weitere Medien) werden den Prinzipien der Onlinewerbung unterworfen. Fernsehen wird Pull statt Push. Es wird messbar und personalisierbar.

Das alte Versprechen wird langsam wahr.

16:37
Markus Frank von MSN referiert die Sicht von Microsoft. Natürlich steht auch hier der Nutzer im Mittelpunkt.

Steve Ballmer ist inzwischen drei Tage pro Woche mit dem Thema Advertising beschäftigt. Die klassischen Produkte müssen mit maximal zwei Tagen Aufmerksamkeit seitens des Chefs auskommen.

Die Fansite aida-fans.de hat zwischenzeitlich die offizielle Unternehmenswebsite verdrängt.

16:47
Rupert Murdoch hat gewarnt.

Die Microsoftvision: MSN ist reichweitentechnisch einmal pro Monat Wetten, dass und wird ausgebaut. Die zweite Hälfte ist Microsofts Antwort auf Web 2.0: Windows Live. Alles auf einer Plattform. (Habe ich das nicht heute schon einmal gehört?) Nächste Schritte: Office Live, Xbox Live.

Und dann gibt es natürlich auch Microsoft Werbung 2.0. Web, PC, Mobil und IPTV, Windows Live, Office Live etc. pp.

Jetzt spricht Steve Ballmer in seiner vehementen Art: Microsoft ist jetzt Advertising, Advertising, Advertising.

17:12
Die erste wirkliche Diskussion im Anschluss an die Referate.

Auffällig, wie die Konzernvertreter (Telekom, Microsoft, Intel) hinter den anderen Referenten zurückbleiben. Der Zuhörer merkt, dass sie gezwungen sind, die jeweilige Unternehmenslinie vorzubeten. Ganz anders Sören Stamer, Christian Bachem oder Marco Seiler - sie können sagen, was sie wollen. Da kommt mehr Farbe ins Spiel.

DMMK, die zweite

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Und schon geht's weiter. Diese Sitzung handelt vom digitalen Heim. Kein neues Thema, wie der Moderator bemerkt. Zuerst spricht Reiner Kreplin, Intel-Veteran. Seine Rede droht ebenfalls eine Sales-Präsentation zu werden. Die Folien sind in englischer Sprache.

Eine neue Ära der digitalen Unterhaltung? Es gibt da eine neue Technologie namens Viiv. Deren Ziel ist es, die getrennten Welten von Unterhaltungselektronik und PC zu vereinigen. Der ganze Krempel mit verschiedenen Fernbedienungen und zahllosen Kabeln zwischen diversen schwarzen Kisten voller Unterhaltungselektronik soll durch bessere, leichter zu bedienende Technik abgelöst werden.

Die Box, die er jetzt zeigt, nennt er Silent Lifestyle System - geräuschlos, da ohne Lüfter, obwohl PC-Technik drin ist. Ein anderer Ansatz: Flachbildschirm mit eingebauter Technik dahinter. Nur drei Anschlusskabel: Ethernet, Strom und noch eins.

14:18
HD und HD-TV scheinen wichtig zu sein. Zehn Millionen HD-Fernseher und Displays sollen in den letzten zwölf Monaten in Europa verkauft worden sein. Mir wird's hier zu technisch.

Intel will ein Ökosystem aus neuen Diensten und Plattformen. Klingt alles ganz nett, aber wann ist es im Handel?

Jetzt spricht Marc Schröder von der Telekom.

14:26
Triple Play heißt das Spiel: Telefon, Internet, Fernsehen. Aus einem breitbandigen Kabel, das auch das alte zweipolige Kupferkabel hinter der Telefondose sein kann.

Alle (fast alle) investieren in Triple Play. Umsatz bis 2010: eine Milliarde Euro. Markttreiber: qualitativ hochwertige Unterhaltung.

Nach wie vor schauen die Leute fern. Das Nutzungsverhalten hat sich nicht geändert.

IP rulez. Alle Medien sprechen das Internet-Protokoll. Medien und Geschäftsmodelle konvergieren. Die Telekom sieht sich als Aggregator von Content. Sie bündelt Angebote, macht Pricing und Inkasso, klebt eine magentafarbene Marke drauf.

Nun der Konsument, der Programmgestalter wird. Der aktive Nutzer.

Sein Geschäftsmodell: Konvergenz made by T-Home. Erfolgsfaktoren: Infrastruktur, Qualität und Services, starke Inhalte, Partner und Marke.

14:32
Jetzt kommt das neue V-DSL-Netz ins Spiel. Das Thema hatten wir hier bereits.

Die IPTV-Plattform der Telekom soll offen und diskriminierungsfrei sein. Im Basispaket sind 100 TV-Sender und 1.000 Stunden Material auf Abruf enthalten. Bezahlfernsehen kann zusätzlich gebucht werden - zum Beispiel die Premiere-Bundesliga.

Content wird auf dieser Plattform besser geschützt, sagt Schröder.

Auch dieser Vortrag gleicht eher einer Telekom-Vertriebspräsentation.

14:39
Sören Stamer von CoreMedia spricht. Er hat seine Folien kurzfristig geändert, weil alles schon gesagt worden sei. Nun ist jedoch die alte Präsentation auf dem Rechner, und der Techniker muss erst den USB-Stick anschließen...

Internet = vernetzte Computer? Falsch. Es sind vernetzte Menschen. (Das hat der Google-Referent heute auch schon gesagt.)

Empfänger sind Sender und umgekehrt. Content wird in Mengen produziert. Unmengen an Speicherplatz. Bald gibt es Festplatten, wo schon alle jemals produzierten Filme drauf sind. Hmm. Bandbreite bis zum Abwinken.

Aufmerksamkeit wird knapp. Der Kampf um Aufmerksamkeit wird härter.

14:44

Google: Information at your fingertips. Die Vision von Microsoft, implementiert von Google. Soziale Netzwerke entfalten Sprengkraft. Die Geschichte vom Laptop Guy. Virale Effekte sind die stärkste Waffe. Sören Stamer erklärt openBC: Die Neugier, wer auf mein Profil geklickt hat, treibt die Nutzer dazu, zahlende Kunden zu werden.

Kommunikation treibt alles. Stamer zitiert Luhmann: Soziale Systeme sind Kommunikation.

14:52
Die digitale Präsenz wird Teil der Persönlichkeit. Selbstdarstellung, weil es die anderen auch tun. Für Image geben Menschen viel Geld aus. Image - wen kenne ich, wie wirke ich und welche Musik höre ich?

Die Zahlungsbereitschaft ist prinzipiell hoch. Internet muss nicht kostenlos sein. Wir alle zahlen für SMS.

Das wertvollste Gut sind die Nutzerprofile. Wer mag was? Welche Mails schreibt er? Die Refinanzierung über Werbung nach dem Google-Vorbild wird zahlreiche Firmen kaputtmachen.

Datenschutz war gestern. Die Menschen geben ihre Daten freiwillig raus. Personalisierte Werbung skaliert. Bei Google. Angst vor Kontrollverlust droht. Der Junggesellenabschied seines Bruders wird, da in Bild und Ton digital dokumentiert, ihn sein Leben lang verfolgen. Im Internet.

Suchen Sie Bilder bei Google mit "my ex-girlfriend".

Stowe Boyd
: Soziale Netzwerke schaffen Märkte.

15:11
Zwischenzeitlich ging das WLAN nicht mehr, und der Akku war auch leer... Den letzten Vortrag - es ging um sprach Joel Berger von MTV - habe ich deshalb verpasst. Nun folgt die Diskussion.

15:26
Kurzes Zwischenfazit: Den besten Vortrag bislang hielt für meine Begriffe Sören Stamer. Kaum Sales, dafür der große Überblick.

Die Telekom hingegen macht das, was sie auch vor zehn Jahren schon gemacht hat: Sie kündigt tolle, neue Plattformen an und sieht sich als irgendetwas, was sie nun mal nicht ist. Oder jedenfalls noch nicht.

Kaffeepause.

Wieder in der pompösen eindrucksvollen Landesvertretung Baden-Württemberg. Björn Ognibeni ist auch schon da. Anders als im Vorjahr gibt es WLAN und also DMMK-Liveberichterstattung, soweit möglich.

Das erste, was ich vom Kongressprogramm gesehen habe, war ein seltsam uninspirierter Vortrag von AOL-Deutschlandchef Charles Fränkl über Web 2.0. Auch AOL ist jetzt Web 2.0. Sehr schön.

Jetzt aber spricht Gregor Gründgens von Coca-Cola. Und damit der Gastgeber für ein Vertreter des Unternehmens, das die Wohngemeinschaft im Herzen des alten Westberlin finanziert. Aber dazu später mehr.

Updates folgen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge.

11:59
Coca-Cola sieht neue Wettbewerber: neben Pepsi jetzt auch Klingeltöne oder MP3-Downloads.

Coca-Cola hat alle Interaktionsangebote auf dem Cokefridge zentralisiert. Der digitale Kühlschrank befindet sich gerade im Übergang vom Promotion- zum Permission-Programm ("for our pleasure"). Dort sind mehr als eine halbe Million Menschen registriert. Und es geht in Richtung Relationship-Programm.

12:01
Jetzt zeigt er einen dreiminütigen Trailer. Ok.

Über zwei Millionen Codes aus Flaschendeckeln und dergleichen sind inzwischen auf Cokefridge eingelöst worden.

Freedom of speech steht auf der aktuellen Folie, und Gründgens deutet Probleme an.

12:06
Die virtuelle Währung heißt Coins. In jedem Deckel steckt ein individueller Code, was die Möglichkeiten für Gewinnspiele und dergleichen (zur "Useraktivierung") dramatisch erhöht im Vergleich zu früheren Zeiten, als Codes noch nicht individualisiert sein konnten.

12:12
"Wir verkaufen Coca-Cola." Dialog und individuelle redaktionelle Inhalte sind hingegen nicht das Kerngeschäft. Interessanter Punkt.

Das gesamte Cokefridge-Konzept ist ein Kundenbindungsprogramm.

Der inhaltliche Fokus ist sehr breit, da die Zielgruppe ebenfalls sehr breit ist. Der Cokefridge besetzt bestimmte Themen zu bestimmten Zeitpunkten. Gründgens sieht Verbesserungsmöglichkeiten über das Feedback der Nutzer. Mehr Interaktion mit der Community ist gewünscht.

Cokefridge ist eine Entertainment-Plattform. Das klingt plausibel.

12:15
Jetzt folgt etwas Klartext zum Thema Freedom of speech. Blogging zum Beispiel ist auf der Plattform heute noch nicht möglich, aber denkbar. Aus den knappen Worten wird deutlich, dass Coca-Cola hier noch Arbeit vor sich sieht.

Gleich spricht Sarik Weber von openBC.

12:23
Was macht ein Vertriebschef, wenn der Vertrieb eigentlich von alleine läuft? Gute Frage, die aber ohne Antwort bleibt. Was jetzt folgt, scheint eher die Standardpräsentation von openBC zu sein. Weber erklärt das kleine Einmaleins von Netzwerken und Social Software. Eine kleine Spitze gegen AOL kann er sich nicht verkneifen.

Auf die Frage, wer Mitglied bei openBC ist, hebt fast der ganze Saal die Hand. Nach aktiven Mitgliedern gefragt, bleiben etliche Hände unten. Spannend wäre jetzt gewesen, nach zahlenden Mitgliedern zu fragen.

12:29
Etwas Statistik über die Nutzerschaft. Jetzt die Features von openBC. Den Suchagenten kennt kaum jemand. Ich auch nicht.

Sind Sie sicher, dass der erste Eintrag bei der Google-Suche nach dem eigenen Namen wirklich der richtige ist? Gute Frage.

Wie schafft man es, mit 2.200 Kontakten in Kontakt zu bleiben? Sarik Weber schreibt Geburtstagsmails. Täglich mehrere. Ganz wichtig.

12:37
Jetzt kommen Success Stories. Das heißt, es folgt massives Namedropping. Thorsten Hahn (Bankingclub) hat eine Gruppe auf openBC mit 14.000 Mitgliedern, die er verlinkt hat mit einem externen Netzwerk. Keine Details.

Den dritten Vortrag hält Christian Hieber von ipodfun.de.

12:47
Die Besucherzahlen von ipodfun.de liegen etwa auf dem Niveau des Cokefridge. Die Site entstand als quasi-Blog im Jahr 2001, kurz nach der Ankündigung des ersten iPod. Heute ist ipodfun.de ein Newsportal mit Community. Warum kommen die Besucher? Neben Tipps & Tricks ist es die Community als soziales Umfeld, die Bindungskraft hat.

Es gab Community-Podcasts bis zu einer Minute Länge, die jeder Nutzer hochladen konnte. Es gibt freie Software und Shareware zum Download, kommerzielle Software hingegen nicht.

12:53

Mit den Nutzerdaten machen sie gar nichts. Es gibt keinen Newsletter, keine Mails, nix dergleichen.

Inzwischen verdienen sie Geld, obwohl das anfangs gar nicht geplant war. Umsatz kommt über "passende" Affiliate-Programme, Banner ("in Maßen"), Zubehörverkauf im eigenen Webshop und Sponsoring von Teilbereichen oder Aktionen herein.

Die Werbung soll inhaltlich passen und den Nutzer nicht belästigen, lautet die Devise. Keine Popups oder andere aggressive Werbeformen.

13:00
Web 2.0 fordert die etablierten Strukturen heraus. Die aktuelle Version steht schon seit zwei Jahren im Netz, relativ lange für eine Website. Wahrscheinlich zu lange.

Eine nette Tagcloud zeigt, was für Hieber in Zukunft eine webzwonullige Community alles können muss. Aber vielleicht, sagt er auch, muss ipodfun.de gar nicht alles selbst anbieten, sondern kann Elemente von anderswo integrieren. Web 2.0 eben.

Sehr sympathischer Vortrag. Entwaffnend in seiner Offenheit.

13:09

Das WLAN wackelt etwas. Außerdem ist die Zeit eigentlich vorbei und die Diskussionsrunde demzufolge recht kurz. Moderator Johannes Jagusch stellt die Zehnjahresfrage: Was macht Ihr Unternehmen in zehn Jahren? Next 10 Years.

Christian Hieber macht wahrscheinlich wieder etwas völlig anderes. Sarik Weber rechnet mit einem erweiterten Fokus für openBC. Und Gregor Gründgens sagt, dass er es nicht weiß. One-to-One-Marketing wird ein Thema sein. Und das Web wird wohl weiterhin überraschend bleiben.

Jetzt gibt es Essen. Später mehr.

Zwei Kollegen kamen gestern, unabhängig voneinander, an meinen Schreibtisch. Beide sind zweifelsfrei absolute Profis in ihrem Spezialgebiet und nutzen selbstverständlich das Internet für ihre Arbeit - anders geht es gar nicht.

Der Erste fragte nach der Blogsoftware, die wir für den Fischmarkt einsetzen. Er hatte sich gerade diesbezüglich im Netz umgesehen. Movable Type jedoch war ihm kein Begriff, und den Namen Wordpress hatte er auch noch nicht gehört.

Ist ja auch nicht weiter schlimm und gehört sicher noch nicht zur Allgemeinbildung. Wir kamen dann über das Bloggen im Allgemeinen, den Nutzen für Unternehmen im Besonderen und die Frage ins Gespräch, wer eigentlich Blogs liest und wie man sie am besten abonniert.

Ich zeigte ihm unsere Nutzungsstatistik, wir verglichen die Zahlen mit den verschiedenen Unternehmenswebsites und warfen einen Blick in die Abonnentenzahlen, die Feedburner uns ausweist. Fazit: sinnerschrader.de hat nach zehn Jahren ein stabiles Grundrauschen, gespeist aus dem allgemeinen Interesse am Unternehmen. Der Fischmarkt hingegen zeigt eine anhaltende Wachstumsdynamik und liegt inzwischen gleichauf. (Und in diesen Zahlen sind die 500 RSS-Abonnenten noch gar nicht enthalten.)

Unser Gespräch endete damit, dass ich ihm das Whitepaper von Paul Beelen - der geneigte Leser kennt es womöglich bereits - zur Lektüre empfahl, um gerüstet zu sein für künftige Debatten darüber, was das mit dem Web 2.0 eigentlich alles soll.

Kurze Zeit später der Zweite. Er hatte das Handelsblatt gelesen und einen Artikel von Thomas Knüwer über Robert Scoble gefunden, besser bekannt als Scobleizer. Von dem hatte er noch nie etwas gehört.

Was ihn aber wirklich elektrisierte, war diese lakonische Notiz:

Sein Weblog Scobleizer (http://scobleizer.wordpress.com) ist auf Platz 38 in der Rangliste der meistverlinkten Blogs weltweit.

Da gibt es eine Rangliste? Großes Staunen. Ich zeigte ihm Technorati und wie man dort den Scobleizer findet. Und siehe da: Inzwischen ist er schon auf Platz 34. Denn die Nachricht, dass er Microsoft verlässt, ging nicht nur durch die Presse, sondern vor allem durch die Blogosphäre - und hat ihm zahlreiche neue Links und damit den Aufstieg im Ranking beschert.

Jetzt wollten wir es natürlich wissen: Fischmarkt - Platz 14.464, Themenblog - Rang 43.966, Next 10 Years - Position 28.515. Und selbst der Mediabrief in seinem relativen Schattendasein ist zu finden.

Noch größeres Staunen. Woher weiß Technorati davon? Ich erzählte ihm, dass unsere Software automatisch eine Nachricht an Technorati schickt (ein Ping), wenn ein neuer Artikel veröffentlicht wird. Weshalb Technorati weiß, was passiert, und selbst unbekannte Nischenblogs zuverlässig auffindet.

Alles keine Raketenphysik, würde ein dritter Kollege jetzt sagen, seines Zeichens Doktor der Physik. Und trotzdem noch lange kein Allgemeingut. Selbst in einer Internetagentur.

Weshalb ich mir jetzt vornehme, auch scheinbar selbstverständliche und längst bekannte Dinge hier aufzuschreiben. To whom it may concern.

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Schon im Februar hat Paul Beelen ein Whitepaper namens Advertising 2.0 veröffentlicht, das trotz einiger Schwächen im Detail eine lesenswerte Einführung ins Thema aus Werbe-, Marketing- und Mediensicht bietet. (Nico Zorn wies gestern darauf hin.)

Eine Passage aus dem Papier:

Advertising has long been based partially on something called information-asymmetry. The company knows more than the consumer, and uses this information to seduce a target group or to correct a common perception by manipulating a market. Simplified, if a company knows its products are being seen as technically inferior by many consumers, it might want to address that problem in an advertising campaign. The effect such a campaign would have on isolated consumers is far higher than the effect it will have on a hyper connected market, as each individual is now able to tap from the knowledge of a huge base of consumers, who probably came to the conclusion the products were technically inferior even before the company knew it. In other words, information asymmetries have been ‘mortally wounded’ by today’s connecting technologies.
In fact, one might say that hyper connected individuals are less likely to be influenced by advertising. Also, hyper connectivity leaves no room for mistakes,nor does it allow advertising to lie or to omit the truth. Therefore, advertising will need to adapt and learn to communicate with consumers in a fair, transparent way. Consumers now have access to information they didn’t have access to before, and they will use it to judge advertising campaigns, and invalidate them whenever possible.

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Kongresse, Kongresse, Kongresse. Wer noch nicht genug hat, kann Ende dieser Woche den Online Marketing Gipfel 2006 in Wiesbaden besuchen. Das Verhältnis von Anzug- zu Jeansträgern dort wird reziprok zur reboot sein. Ein paar Gründe für die Reise:

  • Bernd M. Michael, zuletzt durch seine Ansprache zum New Media Award positiv aufgefallen, spricht gleich nach dem Grußwort über "Online Kommunikation – Stammspieler oder nur Reservebank?".
  • Christian Magel stellt simyo vor ("Generationenwechsel im Mobilfunk: simyo - Die Erfolgsstory mit Pure play Internet").
  • Markus Krechting referiert über "Neckermann auf dem Weg zur E-Commerce-driven Company - Die Zukunft liegt im Internet".
  • Tim von Törne präsentiert Skype zum Thema "Internettelefonie und eMarketing - wie bringt man diese Bereiche zusammen?".
  • PR-Blogger Klaus Eck darf das Thema Web 2.0 ("Chancen und Risiken") vertreten.
  • Und schließlich Martin Oetting: "Online Marketing Trends: Marketing im 21. Jahrhundert - Dank kollektiver Intelligenz"

Kongressmarketing gehörte ja bis jetzt nicht zu unseren traditionellen Stärken. Deshalb sind wir mit einer Reihe von Annahmen und mehr oder weniger begründeten Vermutungen in das Abenteuer Next 10 Years gestartet - die sich erstaunlich gut bestätigt haben.
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Das Schaubild zeigt die täglichen Umsatzzahlen seit dem Start der Anmeldung Anfang April. Erwartungsgemäß erzeugten die ersten Aussendungen eine erste große Anmeldungswelle. Mitte April schlug das Osterloch voll zu Buche. Und erst in dieser Woche kam die zweite Welle - last minute - ins Rollen.

Wir hatten von Anfang an einen Frühbuchertarif bis zum 30. April eingeplant, um damit einen Anreiz für rechtzeitige Anmeldung zu schaffen. Das scheint funktioniert zu haben.

Das zweite Ziel war, die Last-Minute-Buchungen ab dem 1. Mai etwas zu begrenzen, aber auch Spätentschlossenen noch die Möglichkeit zur Buchung zu geben. Ob das auch funktioniert oder ob uns in der nächsten Woche immer noch die Bude eingerannt wird, werden wir sehen.

Mit Stand von heute könnten wir die Anmeldung auch schließen - die geplante Teilnehmerzahl ist erreicht, die Kapazitäten unserer Bahrenfelder Werkshalle sind so gut wie erschöpft. Vielen Dank an alle, die dazu ihren Teil beigetragen haben! Die Welle der Begeisterung für den Kongress hat uns fast überrollt und alle Erwartungen übertroffen.

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Scott Karp schreibt in Publishing 2.0 unablässig spannende Dinge über The Business of Publishing in the Digital Age (so die Unterzeile). So jüngst eine konzise Abhandlung über die Frage, wie profitabel Media 2.0 tatsächlich ist. Scott macht die Rechnung am Beispiel von MySpace auf, das mit 28 Mrd. Seitenabrufen im März 2006 (was 366 Mrd. auf Jahresbasis ergeben würde) nach Schätzungen auf gerade mal 200 Millionen Dollar Jahresumsatz kommt:

Do the math — that’s a CPM of $0.06 $0.55!
Nun versucht zwar MySpace auf allerlei mehr oder weniger innovative Art, zusätzlichen Werbeplatz zu verkaufen - doch wozu brauchen große Marken eigentlich Werbung auf MySpace, wenn sie genauso gut oder eher noch besser die MySpace-Community nützen können, ohne dort selbst präsent zu sein? Dann nämlich, wenn ihr Branded Entertainment (siehe Pirellifilm, auch wenn das sicher kein übermäßig brilliantes Beispiel ist) seinen Zweck erfüllt und auf MySpace von den Nutzern selbst verbreitet wird?

Es könnte also sein, meint Scott, dass die Effizienzgewinne des Marketing 2.0 zum größten Teil direkt an die Werbungtreibenden gehen - und nicht an die Medien:
I’m speculating that in a 2.0 future, total spending on marketing and advertising will shrink as marketing 2.0 proves to be far more cost efficient than marketing 1.0 — and big advertisers start pocketing that half of their advertising costs that were previously wasted.
Schlechte Nachrichten für Rupert Murdoch und Georg von Holtzbrinck?

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Die Internet World bereitet freundlicherweise das Terrain für unseren kleinen Kongress und spricht mit Volker Glaeser, Director Media & Search bei Yahoo Deutschland und einer der Referenten von Next 10 Years.

Wagen Sie doch einmal einen Blick in die Zukunft: Wie sieht E-Marketing und E-Commerce in fünf Jahren aus? Wird die soziale Komponente des Web das Marketing und den Vertrieb komplett revolutionieren?

Glaeser: Revolutionieren vielleicht nicht, aber es wird viel einfacher sein, E-Commerce und E-Marketing zu betreiben. Web 2.0 bildet die Grundlage für eine Kommunikation unter Massen. User, die bereit sind, Daten von sich preiszugeben und passende Marketing-Botschaften zu empfangen, sind für Marketing-Maßnahmen leichter zugänglich. Darüber hinaus wird der Konsument transparenter, weil er es selber möchte.

Relevantes aus den Feiertagen:

Interactive-Agenturen: Gebt jetzt Gas!

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Bernd Michael, der nach seinem Ausscheiden aus allen Grey-Ämtern sichtbar entspannter pointiert, schrieb auf dem gestrigen New Media Award den Interactive-Agenturen einen knackigen Drei-Punkte-Schlachtplan ins Stammbuch:

  1. Macht Euch zum Freund der Marketing-Controller! Ihr habt richtig gehört: Effizient und Media werden die Kommunikation künftig stärker prägen als je zuvor. Und mit dem Thema Messbarkeit habt ihr den heiligen Gral in der Hand.
  2. Arbeitet an der Verständlichkeit Eurer Sprache! Wenn Ihr Vorstände überzeugen wollt, sprecht klares, einfaches Deutsch -- kein Buzz.
  3. Sagt den jungen Kreativen in den Werbeagenturen, dass sie sich in der Tür geirrt haben. Kreativität entsteht heute aus dem Online-Kanal, nicht aus dem 30-Sekünder.

Wenn er selbst noch mal 25 wäre, würde er heute in eine Interactive-Agentur gehen. Procter & Gamble schickt erst jetzt hunderte von Mitarbeiten in die New-Media-Abteilungen. Sie haben sich das Thema jahrelang sehr intensiv angeschaut: es funktioniert. Und was Procter macht, werde der Rest der Industrie kopieren. Das Spiel beginnt nun wirklich.

reinhardspringer.pngAuf einer ganzen Doppelseite in der Horizont erklärt Reinhard Springer die Welt des Marketings. Köstlich. Muss ich erklären, wer Reinhard Springer ist? Sein legendäres Interview in der w&v sagt alles. Das hängt ihm bis heute nach, wie er jetzt bekennt:

Dank einer Schlagzeile, in der es hieß, dass ich die Abschaffung der Marketingabteilungen fordere, mussten mich diese Leute fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Mein Statement wurde nicht als konstruktive Provokation angesehen, sondern hat Angst geschürt. Daran sehen Sie, wie dünnhäutig das Marketing heutzutage ist.
Seinen Rückzug aus der Markenberatung reinhards erklärt er mit fehlender Energie:
Wir erleben gerade eine Eiszeit der Innovation. Um dieses Eis zu schmelzen, brauchst du jede Menge jugendliche Hitze. Die habe ich aber nicht mehr.
Springer hat den Innovationsantrieb lokalisiert: Die Inspiration der Zukunft wird aus dem Online-Business kommen, sagt er. Und:
Klassische Werbeagenturen werden aussterben wie die Postkutschen. Darum finde ich die Symbiose von S&J und E7 auch so wichtig. Ansonsten sehe ich zwei Kategorien von Dienstleistern: Zum einen die echten Partner in der Markenführung, die mit Fachwissen, Erfahrung und Überzeugung für den Erfolg einer Marke kämpfen. Zum anderen die Helfer, die von der Regalnase über Events bis hin zu Direct-Mails an der Umsetzung des Markenauftritts mitarbeiten.

Mehr als 300 Web-2.0-Sites in 38 Kategorien, 21 Interviews mit den Gründern der Preisträger - die Web 2.0 Awards bieten eine Menge Futter für alle Web-2.0-Enthusiasten (und für Kritiker gleichermaßen, sofern sie wissen wollen, wovon sie reden).

web20awards.png
Irgendwie bezeichnend: In der Kategorie Marketing gibt es keine Preisträger, sondern nur lobende Erwähnungen für Opinity, Root und Your Elevator Pitch. Bei Retail gewann Etsy vor threadless und wists. Dazu ein Interview mit Robert Kalin von Etsy:

We want to create new ways to shop that are only possible using the Web as a medium. The industrial revolution and consolidation of corporations are making it hard for independent artisans to distribute their goods. We want to change this.
Der E-Commerce residiert in einer Sammelkategorie mit Business und Money (Gewinner: LinkedIn, Basecamp und Sidejobtrack). Lobend erwähnt wird hier Shopify, deren Blog ich auch den Hinweis auf die Awards verdanke.

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Matthias Schrader und André Jonske sprechen auf der Fachtagung Online Marketing Trends über On-Demand-Marketing.

Die Themen:

  • Online Marketing Trends 2006
  • Wichtige Daten ermitteln und sinnvoll nutzen
  • Bringt mehr Technik bessere Ergebnisse?
  • Echtzeit- vs. Langzeitoptmierung
Die Termine:
  • 28.03.2006 in Hamburg
  • 30.03.2006 in München
  • 03.04.2006 in Frankfurt am Main

Martin Röll prägt einen bösen, aber irgendwie treffenden Begriff: Primitivinternet.

Manche glauben, dass Menschen vor allem durch Neugierde und Macht- bzw. dem daraus resultierenden Selbstdarstellungstrieb angetrieben sind. Sie möchten Neues, Interessantes finden und sich selbst darstellen. Sie wollen das Vertrauen und die Anerkennung der anderen und sichtbare Symbole, die ihren Status repräsentieren.

Sie werden deshalb Teil einer "Community", das ist hier: eine technische Plattform im Internet, in der sie das finden und in der es ein System des Aufstiegs im "Trust", das ist das technisch ausgedrückte Vertrauen der anderen in einen, gibt. [...]

labrador_lounge.png

Das ist das Primitivinternet. Es gibt das schon lange, aber jetzt ist mir das richtig klar.

Es gibt die: die, die auf den Plattformen leben, die Reputation-Points sammeln, die gierig die von den Viral-Marketers geseedeten Clips replizieren und weiterschicken (hurra! Wirtstiere!), die jede noch so dumme Frage auf COSMiQ beantworten, um Punkte, Reputation, Trust oder wasauchimmer zu sammeln oder auch einfach nur die Zeit totzuschlagen. Es gibt sie.

In der Tat. Aber sind sie die bevorzugte Zielgruppe für das Marketing? Wohl kaum (oder jedenfalls nicht generell), meint wohl auch Martin. Doch da gibt es auch noch ein anderes Internet, das völlig andere Züge trägt. Welche Leute findet man dort?

Die, die nur wenig Zeit am Netz verbringen, ganz gezielt, wenn sie was suchen oder kommunizieren wollen. Die im wesentlichen woanders, vielleicht offline, leben, ein richtiges Leben [tm] haben und nicht Mitglied auf einer, sondern auf vielen Plattformen sind. Für die "Community" nicht Software und Plattform bedeutet, sondern menschliche Gemeinschaft. Die Reputation an menschlichen Äußerungen spüren und nicht als Trustpoints messen. Manche von denen haben vielleicht ein Weblog, in dem sie mal schreiben, mal behaupten, mal fragen, mal Information weitergeben, über das sie Leute kennenlernen, Kontakte pflegen, sich selbst "darstellen", naja: Sie leben halt da und dabei stellt man sich fast automatisch dar.

Manche lassen sich durch Bonbons und Trust-Punkte motivieren. Manche sind komplexer.

Nun gut. Das ist jetzt eine übersichtliche Dichotomie zur Veranschaulichung der komplexen Realität. Aber warum nicht? Es sind übrigens Resultate der gestrigen Diskussion in der Labrador Lounge. Erste Bilder bei Lummaland, Behindertenparkplatz und Ringfahndung. Das Foto oben ist von Nico Lumma.

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Der Pirellifilm ist da. Und siehe da: Es kommen auch Reifen drin vor.

Pirelli tritt in die Fußstapfen von BMW. Am 23. März startet ein Internet-Kurzfilm ("The Call") mit John Malkovich und Naomi Campbell in den Hauptrollen. Das Projekt stammt von Leo Burnett Italy und spielt das alte, ewig neue Thema vom Kampf zwischen Gut und Böse. Ort der Handlung ist der Vatikan, Protagonisten sind ein päpstlicher Exorzist (Malkovich) und das personifizierte Böse (Campbell). Ein Trailer ist auf der Website bereits zu sehen.

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Pirelli will damit eine neue Generation von Internet-Kurzfilmen starten, die mit den gleichen Mitteln produziert werden wie die großen Hollywood-Filme - anders als die BMW-Filmreihe:

Pirelli says its project, developed by the Leo Burnett advertising agency, goes several steps further. For one, the branding will be unusually subtle, with more Christian crosses than Pirelli P's in the frame. The other automakers' films have featured lingering, loving shots of cars.

"The Call" will be the centerpiece of Pirelli's marketing for several years; and advertising in other media, including print and television, will be built around the Internet film. Pirelli said "The Call" and its associated advertising would account for 60 percent of the company's marketing budget -- a Hollywood-style gamble on one production.

"We're talking about a very important project, not just an 'Internet' project," said Nicola Novellone, chief operating officer at Leo Burnett Italy, a subsidiary of Publicis Groupe. [E-Commerce Times]

Production.com zitiert AdAge mit weiteren Details. Demnach plant Pirelli einen Film pro Jahr.

Werbung generiert keine Wirklichkeit - das Internet generiert die Wirklichkeit.
Ein Satz, vermutlich von Gerd Gerken, der gestern seinen 663. Geburtstag feierte. Der einstige Star-Zukunftsberater und -Trendforscher ist offensichtlich unter die Esoteriker gegangen. Auf noesa.com verkauft er Produkte der Alchemie samt der zugehörigen Philosophie. Fulfilness.com ist laut Selbstbeschreibung "eine neue Art der Prävention, ganz ohne Medizin und Arznei". Und Noeterik ist "die Lehre von der Verbesserung des Lebens durch die Nutzung desjenigen Geistes, der das Werden verursacht".


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Bis Anfang des Jahrtausends befasste sich Gerken noch mit vergleichsweise handfesten Themen. 2001 erschienen die drei Bände Cyber-Branding, Cyber-Selling und Cyber-Manipulation. Der Metropolitan-Verlag hat seinen früheren Autor inzwischen von der Website entfernt.

Multimedia programmiert das Gehirn der Menschen entscheidend um. Bisher herrscht das Primat der aktuellsten Information. Multimedia tötet Information durch zu viele Information. Es entsteht ein Multiversum, dessen einzige Sprache Magie ist. Wer also in den elektronischen Datenräumen mitreden will, muß Exformation, definiert als "gesagtes Geheimnis", anbieten - und das ist, Magie pur. Dazu braucht man ein völlig anderes Instrumentarium - das der angewandten Spiritualität. Das bedeutet: Wer in den Netzen kommunizieren will, darf keine logischen Botschaften anbieten - keine Information - , sonst redet man an der Realität von Multimedia vorbei.
Gerd Gerken [Telepolis]

Die WiWo erscheint ab heute montags. Eine Botschaft, die mit massivem Werbedruck in den letzten Wochen über alle Kanäle verbreitet wurde. Und damit sie auch im Web nicht überhört wird, bringen die Baronessen und Barone heute zum Start ein netzaffines Schmankerl: den Masterplan von Google. Hier ist er.

google_masterplan_mini.jpg
Gleichzeitig fällt mir auf, dass der Zugriff auf das PDF, für Abonnenten bislang im Preis inbegriffen, jetzt extra kostet: 36 Euro für 52 Wochen. Für berufliche Nutzung ist das zwar nicht übermäßig viel Geld. Trotzdem zögere ich, unsere Kostenstelle mit zusätzlichen Fixkosten zu belasten, deren dauerhafter Nutzen nicht gerade zwingend ist. Denn wozu gibt es GBI und Genios?

Als ich vor einem Jahr die Mission dieses Blogs beschrieb, lag schon des Namens Fischmarkt wegen der Bezug zum Cluetrain Manifesto nahe. Dieser Zug hielt gestern in Hamburg. Einer der Autoren des schon 1999 veröffentlichten Manifests war da, um vor einem Publikum aus PR-Profis und Bloggern zu referieren: David Weinberger. Und was er sagte, war im Grunde nicht mehr als die konkrete Anwendung der 95 Thesen von damals auf das Phänomen Blogosphere.
cluetrain.jpg
Für mich die wichtigste Erkenntnis des Abends: Bei allem Hype 2.0 um Web 2.0 und Bubble 2.0 gibt es eine Menge, was damals (Hype, Web und Bubble 1.0) richtig war und heute immer noch richtig ist. These 94:

To traditional corporations, networked conversations may appear confused, may sound confusing. But we are organizing faster than they are. We have better tools, more new ideas, no rules to slow us down.
Etwas von dieser Konfusion lag auch gestern bei Edelman, Gastgeber dieses Bloggertreffens, in der Luft und machte zum guten Teil den Reiz des Abends aus. Djure Meinen fragt:
Mich würde interessieren wie die Nicht-Blogger - immerhin doch die Mehrheit im Auditorium - den Abend fanden. Wie die sich einbringen können, hat Weinberger ja noch mal kurz erklärt: Just leave a comment.
Nachtrag: Zweiter Nachtrag:

schrodingersproduct.jpg
"If a company makes a high-quality product, but user's don't find it sexy or appealing, does that product exist?" Fragt Kathy Sierra und gibt zehn Ratschläge, wie die lebensnotwendige Begehrlichkeit zu wecken ist:

  1. Pay attention to style.

  2. Pay attention to the emotional appeal.

  3. Show it in action... with real people.

  4. Don't use pictures of generic shiny happy people that have become cliches.

  5. Make sure it's clear to prospective users how this helps them kick ass.

  6. Appeal to as many senses as possible.

  7. Make it meaningful.

  8. Make it justifiable, so the user doesn't have to feel guilty.

  9. Support a community of users.

  10. Never underestimate the power of fun.

Mehr an Ort und Stelle.

dima.jpg
Jetzt auch offiziell: Dieter Weng, Präsident des Deutschen Direktmarketing Verbands DDV, gegenüber der w&v:

"Die Dima macht wirtschaftlich keinen Sinn mehr."
Was insbesondere auch heißt, dass die Pläne für einen zweijährigen Turnus vom Tisch sind.

Nachtrag: die Pressemitteilung des DDV

dima.jpg
Schon im vergangenen Jahr hat sie nur noch geröchelt, in diesem Jahr fällt sie ganz aus: die Dima, einst das Flaggschiff der Direktmarketingbranche.

Offiziell ist zwar die Frage, die das Branchenblatt OnetoOne Ende Dezember stellte, noch immer nicht beantwortet, aber der Zeitablauf hat inzwischen Fakten geschaffen: Die einschlägigen Direktmarketer haben ihre Messebudgets längst anderweitig verplant. Branchenkenner fragen sich, wer dort überhaupt noch ausstellen sollte.

Im Gespräch sind nun ein zweijähriger Messerhythmus und die auch anderswo erfolgreiche Kombination mit einem Fachkongress. Doch zuvor trifft sich der DDV am 17. des Monats zur Mitgliederversammlung.

Die Branche selbst hat sich schon im letzten Jahr anderweitig orientiert: Während die Dima 3.340 Besucher zählte, erreichten die 6. Mailingtage mehr als 5.700 Teilnehmer. Der Termin für die 7. Auflage steht schon fest.

Jean-Remy und Peter

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Klowand
Einen hab ich noch: Die Klowand-Affaire hatte bis jetzt noch nicht den Weg zum Fischmarkt gefunden. Nun aber macht Don Alphonso an der Blogbar auf ein nicht ganz unwichtiges Detail aufmerksam:

Denn mit Jean-Remy von Matt erwischt es nicht einen Startupper, sondern einen erfahrenen Kommunikationsspezialisten. Den Mann, den manche für den besten Texter des Landes halten. Den Gottvater der Werbebranche. Und es erwischt ihn ausgerechnet bei der Kampagne, die wirklich jeder kennt. Bei einer Kampagne, die sein Baby war. Das hat Impact wie eine 80mm-Granate.

Was mir Gelegenheit gibt, einen kleinen Seitenhieb auf Peter Kabel (Jung von Matt/next) unterzubringen. Der hatte nämlich im November im Fachblatt iBusiness wie folgt getönt:

Es gibt in Deutschland nur sehr wenige Online-Dienstleister", startet Peter Kabel seine Kampfansage, "die große Marken im Internet selbstständig führen und alleine aufbauen können." Besser können das seiner Meinung nach schon die klassischen Werbeagenturen. Die haben nämlich, wie mir Peter Kabel als gewissenhafter Jung-von-Matt-Arbeitnehmer zu verstehen gibt, schlichtweg mehr Erfahrung in der Markenkommunikation.

Vor allem in eigener Sache. Quod erat demonstrandum.

Abgesang

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Martin Röll rechnet ab. Es klingt ein bisschen wie der Abgesang auf die klassische Werbung.

Es ist eben nicht die zentrale Frage, lieber Andrew Robertson, von welcher Qualität dein content und Deine creativity sind, wie Du vorgestern in München vorgetragen hast. Das ist zwar nett, aber bloß ein Wettrüsten in einem Bereich, der nicht mehr interessant ist. Pack ein. Geh doch mal wirklich nachrechnen, welches Verhältnis noch zwischen Deinen Werbeausgaben und dem Marketingerfolg steht. Das ist doch Unfug, und tief drinnen weißt Du das auch.

Ich denke, das ist etwas voreilig. Auch klassische Werbung wird künftig an Effizienz zulegen, und zwar durch Automatisierung in einem Bereich, der zu Unrecht wenig Beachtung genießt: der Mediaplanung. Und dadurch werden Mittel frei, die in Kreativität investiert werden können. Allerdings nur dann, wenn diese Investition ihre Effizienz nachweisen kann.

Für den klassischen Markenartikler, der Reichweite braucht, führt an klassischer Werbung kein Weg vorbei. Ob sie nun stört oder nicht. Früher oder später wird auch über Google gebuchte Werbung stören. Und trotzdem gebucht werden, solange das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Heißt Automatisierung der Werbung, das Kreativität und Marken in der Werbung keine Rolle mehr spielen werden? Könnte man meinen, erwarte ich aber nicht. Im Gegenteil: Effizientere Werbung heißt, dass der (traditionell auf 50 Prozent geschätzte) Anteil der Werbung schrumpft, der nicht mehr ist als hinausgeworfenes Geld.

Der Werbekunde erreicht die gleichen Ziele mit geringerem Mediaeinsatz. Ist das eine schlechte Nachricht für die Werbeträger? Nicht unbedingt. Womöglich können auch sie von steigender Effizienz profitieren, weil effizientere Werbung für ganz neue Einsatzzwecke attraktiv wird. Wenn AdWords etwas bewiesen hat, dann doch dies: Auch Microbudgets können effektiv sein.

Vermutlich wird aber auch der Anteil des Werbebudgets steigen, der in kreative Leistung und Markenbildung investiert werden kann. Zumindest dann, wenn Kreativität und Marken tatsächlich ein Wettbewerbsvorteil sind. Wenn nicht - dann haben die Kreativen halt Pech gehabt.

Was bleibt unter dem Strich? Auch Kreativleistung muss künftig ihre Effizienz nachweisen. Das ist doch einen Effie wert.

Amazon_website Geht jetzt los, worauf viele warten: Branded Entertainment, Exciting Commerce, Event-Shopping?

Jawoll - immerhin kündigt Amazon eine eigene Unterhaltungssendung an (Details siehe de.internet.com)

Das Projekt soll der Kundenbindung dienen. Was wiederum heißt, daß breite Auswahl, gute Preise, Rezensionen, Suchmaschinen und noch viel mehr alleine es nicht länger reißen. Aufmerksamkeit wird also auch im E-Business teuer, selbst beim Marktführer.

Steampunker

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Espressoporn Weil mir so ein Espresso-Fex gegenübersitzt, ein Steampunker und Kaffeemaschinist reinsten Wassers, sei der Hinweis auf den Artikel zur Espressomaschinenmanie (Perlentaucher) in der SZ vom Wochenende gestattet.

"Kaffee ist eine wässrige Lösung, Espresso ist eine Emulsion."

Eine echte Wachstumsbranche: Branchenführer Jura, betreut durch Jung von Matt, hat seinen Deutschland-Umsatz im letzten Jahr verzwanzigfacht (!).

Immer mehr Geld stecken die Hersteller ins Marketing, um ihre Geschäftsinteressen mit der entsprechend zelebrierten italianitá kulturell zu überhöhen. So bietet etwa die Firma Nespresso neben ihren Geräten dem Connaisseur im Internet auch so genannte Grand Crus an, Kaffeesorten in verschiedenfarbig eloxierten Vakuumkapseln. Verschickt werden sie wie handverlesene Preziosen in edlen Holzschatullen. Aber auch im nichtkommerziellen Bereich ist das Internet die Plattform der Kaffee-Kultisten. „Steamtalks“ oder „Männerblog“ heißen die Foren, auf denen die boys with toys über Aufschäumdüsen und Wasserhärten fachsimpeln.

Und nicht zu vergessen: Espressoporn.

Was war 2005 (3): iBrutto

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Merkel Mittels der randlosen Brille zur Neujahrsansprache ist der erfolgreiche Relaunch von Dr. Angela Merkel zunächst abgeschlossen. Oder kann sich noch jemand an die legendäre Unschärfe in Sachen Brutto & Netto erinnern? Doch immerhin hat es das Motiv in die Top 3 der Jahresumfrage von Spreadshirt geschafft (läuft noch bis zum 9. Januar). Die einschlägigen T-Shirts & Tassen gibt es hier.

Vereinigte Räume

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Roomsunited Irgendwas mit Wohnungsplanung plant roomsunited im Februar 2006 zu starten. Was genau, habe ich nicht verstanden. Soll ich aber vermutlich auch gar nicht.

Ach doch, ich soll mich registrieren und dann verstehen. Ok. Puh, der Imagefilm ist mehr als 13 Minuten lang und fängt eher wie eine Powerpoint-Präsentation mit Soundtrack an. Jetzt kommt die unvermeidliche Straßenumfrage. Aktuelle Studien. Wieder Straßenumfrage. Kann ich mir jetzt nicht ansehen.

Doch, von Marketing verstehen sie was. Sie haben ein Blog und einen prominenten Blogger im Team.

Shoposphere besucht

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ShoposphereHoch hängen die Erwartungen an die Shoposphere. Und eines muss man Yahoo lassen: Unter PR-Gesichtspunkten war der Start optimal eingefädelt. Der Scoop blieb einem Blog namens Techcrunch vorbehalten, das vor dem amtlichen Start ins Beta-Dasein berichten durfte. Und mit der Ankündigung kommender Features wie Tagging, vor allem aber dem Plan, die fleißigen Listenbastler am Shopping-Umsatz zu beteiligen, hat Yahoo der an sich wenig spektakulären Geschichte den richtigen Dreh verpasst.

Was geht jetzt schon? Überall, wo bei Yahoo Produkte auftauchen, gibt es kleine Links ("Save to My Lists"), um das Produkt auf einer nutzereigenen Liste zu speichern. Wer sich an Amazon und dessen Wishlists erinnert fühlt, liegt nicht ganz falsch. Schön ist die Option, eine kleine Erläuterung zu schreiben. Was ganz klar fehlt, ist die Möglichkeit, Links zu setzen. Alles bewegt sich im walled garden von Yahoo. 360 Grad, sozusagen.

Andere Nutzer können Listen bewerten ("Was this list helpful?") und Kommentare hinterlassen. Alles schön gemacht, keine Frage, aber das Rad des E-Commerce ist damit nicht gerade neu erfunden. Auch mit Umsatzbeteiligung bewegen wir uns hier eher im Bereich Marketing, Media und Publishing.

Die Shoposphere ist insofern mit Adsense vergleichbar: Yahoo gibt künftig einen Teil der Erlöse an Nutzer weiter, die es irgendwie, aber nachweisbar geschafft haben, am Weg eines Käufers zu seinem Wunschprodukt zu sitzen. Im Unterschied zu Adsense kann die Shoposphere allerdings nur den Kauf vergüten, nicht den Klick. CPO statt CPC. Ball flachhalten, liebe Kollegen!

Ach ja, fehlt noch der Link zur Fischmarkt-Liste.

Quel coincidence!

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Google_analyticsAus der Reihe "Zufälle, bei denen man sich fragt, ob es wirklich welche sind": Kaum gehen wir mit WebSideStory auf Deutschlandtournee, da startet Google, wie alle zwei bis drei Wochen üblich, einen neuen Dienst. Und zwar, passend zur Roadshow Web Analytics 2006, mit dem Namen Google Analytics und dem damit verbundenen Leistungsversprechen. Was heißt das für den Markt? Die Computerwoche gibt Entwarnung:

Google Analytics könnte für einige Bewegung im Markt für Software zur Website-Analyse sorgen. Vor allem kleinere kommerzielle Anbieter, die in erster Linie vom Lizenzgeschäft leben, geraten durch das kostenlose Angebot unter Druck. Firmen wie Websidestory, Coremetrics oder Omniture hingegen wären laut Marktbeobachtern besser gegen diesen neuen Konkurrenten gewappnet, da sie starke Service- und Beratungsmannschaften unterhielten, die Google bisher nicht vorzeigen kann.

Beratung und Service dürfte in der Tat nicht der Fokus eines Google-Ablegers sein - dafür aber Automatisierung, Standardisierung und Skalierbarkeit. Hier werden neue Standards gesetzt, soviel dürfte klar sein - auch wenn ich noch keinen Einblick nehmen konnte, weil Google Analytics offensichtlich mit dem ersten Ansturm nicht fertig wird. Ein paar Screenshots nebst Erläuterungen bei Google Blogoscoped.

Bis vor kurzem kostete der Dienst (unter dem Namen Urchin) übrigens 199 Dollar pro Monat. Jeder Web-Analytics-Anbieter mit diesem Geschäftsmodell kann also schon mal darüber nachdenken, ob sein Dienst hinreichende Differenzierungsmerkmale aufweist - oder den Preis um 199 Dollar senken. Wie formuliert es Jon Henshaw [via Siggi Becker]?

Google Takes Out Entire Industry In One Day

Parallelität der Ereignisse

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Business Breakfast Web Analytics 2006Es gibt Zufälle, bei denen man sich fragt, ob es wirklich welche sind. Am nächsten Dienstag finden in München im gleichen Hotel zur gleichen Zeit zwei sehr ähnliche Veranstaltungen statt. Um 8.30 Uhr beginnt das Business Breakfast von WebSideStory und SinnerSchrader zum Thema Web Analytics. Und eine halbe Stunde später tagt das Online Marketing Forum - zu Themen wie Website Analytics und Web-Controlling...

Ende eines Monitors

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Ende eines Monitors, originally uploaded by m.recke.

Jürgen Siebert, Marketingvorstand von FontShop in Berlin, wird von seinem Desktop immer daran erinnert, wie sein PowerBook mal zu Boden ging. Das Bild des zerbrochenen LCD-Monitors im Fontblog führte zu einem gewaltigen Besucheransturm: Die Seite wurde 176.000 Mal besucht.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis - ein PowerBook im Tausch gegen 176.000 Bruttokontakte. Bei 1.999 EUR für ein standardmäßiges 15-Zoll-PowerBook ergäbe sich ein TKP von 11,36 EUR. Und der Restzeitwert des Notebooks dürfte eher geringer gewesen sein.

Jürgen Siebert war es übrigens, der seinerzeit als Gründungschefredakteur der Page den jungen Matthias Schrader zur Page holte.

Webshop-Visionen

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BoldBold sollten sie sein, die Slides (3 MB) für die gestern beendete Internet World. Und so sind sie auch geworden.

Vorhang auf also für die Webshop-Visionen von Matthias Schrader.

InternetworldZum ersten und letzten Mal war ich im Jahr 2001 auf der Internet World in Berlin. Die Messe fand damals in zwei oder drei Hallen auf dem Messegelände unter dem Funkturm statt. Und glänzte durch etliche freie Flächen, der Branchenkrise geschuldet. Zwei Jahre später wurden die Reste der einst stolzen Branchenschau nach München verlegt und an die Systems angeflanscht. Dort haben sie in diesem Jahr wieder ein gewisses Eigenleben angenommen - als zweitägiger Kongress.

Thematisch tanzt der Kongress in diesem Jahr um Themen wie E-Commerce und Online Marketing. Da kann Fischmarktchef Matthias Schrader nicht fehlen. Er nimmt am kommenden Mittwoch (26. Oktober) an einer Diskussion zum Thema "Webshop-Vision" mit Kaspar von Mellenthin (Home Shopping Europe), Marcus Polke (Abebooks) und Angelika Hänssler (Trivid) teil. Themen sind Rich Media (Video, 3-D), neue Inhaltsformate, Content Value Shops (z.B. durch Einbindung von Weblogs), ITV als neue Plattform?

Schon morgen (25. Oktober) spricht Malte Blumenthal (SinnerSchrader Studios) über Kaufprozesse, Markenaufbau und Alleinstellungsmerkmale im E-Commerce. Die Fragen lauten hier: Wie kommt man im Kaufprozess nach vorn? Aktuell ist der Preis häufig das einzige Differenzierungskriterium. Wie kann der Aufbau einer Marke, eines USP dem entgegenwirken? Wie verwandle ich "Hit-and-Run"-Nutzer in Stammkunden?

Marketing treibt Web Analytics

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Business Breakfast Web Analytics 2006Kein E-Commerce ohne Web Analytics. Wer online verkauft (und das nicht gerade bei Ebay tut), muss wissen, was die Nutzer seines Shops so tun oder lassen. Doch der hiesige Markt für Analysewerkzeuge ist bislang recht stark zersplittert. Eine Studie der Berliner Beratungsagentur Ideal Observer verspricht jetzt einen Marktüberblick zu geben.

73% des gesamten Umsatz-Volumens entfallen allein auf den amerikanischen Markt. So ist es nicht verwunderlich, dass amerikanische Unternehmen wie WebTrends, Omniture, WebSideStory und Coremetrics den Markt dominieren. Zudem sind sie auch Vorreiter in der Entwicklung anschaulicher Benutzeroberflächen, handlungsrelevanter Kennzahlen und der Integration von Erweiterungen wie eMail-Marketing, PPC-Kampagnen, A/B-Tests und Suchmaschinenoptimierung.

Marketing- und Vertriebsabteilungen haben mittlerweile den IT-Nerds das Heft aus der Hand genommen und treiben die Entwicklung voran. Ein unübersichtlicher Markt, unklare Anforderungen und die geografische Nähe legen zunächst den Gang zu deutschen Anbietern nahe, die sich laut Ideal Observer "eher im Mid-Level-Bereich" finden.

In direkter Konkurrenz zu amerikanischen Lösungen wie Urchin, Clicktracks oder HitBox zeichnen sie sich durch ihre grössere Kundennähe und der individuellen Implementation entsprechend den Anforderungen ihrer Kunden aus. Hinsichtlich Nutzerfreundlichkeit und Attraktivität der Oberflächen liegen die heimischen Anbieter allerdings in der Mehrzahl noch deutlich hinter der angelsächsischen Konkurrenz zurück.

Mittlerweile sind die großen US-Anbieter dabei, den deutschsprachigen Markt zu erschließen. Zu den Vorreitern gehört WebSideStory, das jüngst eine Partnerschaft mit SinnerSchrader geschlossen hat. Wir glauben an das Thema und werden jetzt mal testen, wie weit uns dieser Glaube trägt.

    Del.icio.us Tags: ,

TagcloudThomas Cloer hat schon vor einigen Tagen in seinem Computerwoche Blog kurz über TagCloud berichtet. TagCloud verdichtet und gewichtet aus beliebigen RSS Feeds recht smart die jeweiligen Schlagwörter und stellt sie als Tag Navigation ("Wolke") dar. Um das Thema RSS & E-Commerce  wieder aufzugreifen, bastelte ich heute auf die Schnelle einen kleinen Meta-Perlentaucher, um einen thematischen Überblick der aktuellen Buchrezensionen im Markt zu bekommen. Schon mit drei Feeds ein nettes Ergebnis (ein kleines Dankeschön an dieser Stelle der Stoppwortliste).

Simyo Industries

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Unser Kölner Leser Frank Thiele weist Unsere lieben Berliner Werberkollegen weisen uns auf Simyo Industries hin, die kühle Unternehmens-Website zum Einfach-Mobilfunker simyo. Auch der Werbeblogger erwähnt das Werk von Aimaq Rapp Stolle Interactive heute voll des Lobes. Bei ihm wird übrigens heftig über das Für und Wider debattiert. Von hier aus ein klares Für! Gute Arbeit, meiner bescheidenen Meinung nach.

Ecommerce____1, 2, 3... Erfolgsfaktoren im E-Commerce. Anbei -- versprochen ist versprochen -- meine Slides vom DMMK als PDF (4,2 MB).

Ordnung schaffen

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Als "das SZ-Phänomen" würdigt guillemets.de den Erfolg der Buch-, CD- und DVD-Reihen aus dem Hause der Süddeutschen Zeitung.

Die Unübersichtlichkeit des Buchmarktes (speziell auch des Lexikon-Marktes) und das Fehlen von aussage- und medienkräftigen Markennamen haben bei vielen Buchkunden zu einer Art Frust geführt, weil sie von der Vielzahl der Bücher und deren Verlage so überfordert sind. Selbst die Buchhändler können die einfachsten Fragen wie »Ich wollte noch dieses süsse kleine gelbe Büchlein haben, den Sie letzte Woche zum Sonderpreis verkauft haben? Haben Sie es noch?« nicht beantworten.

Diesem Frust wirkt auch die SZ-Mediathek entgegen, in der nicht nur die hauseigene Biblio-, Cinema- und Diskothek zu haben ist, sondern das gesamte lieferbare Mediensortiment. Und zwar strukturiert durch die Brille der SZ-Redaktion: Dort rezensierte Bücher erscheinen als relevante Suchtreffer ganz oben, die Rezensionen sind im Volltext nachlesbar (und als RSS-Feed erhältlich).

Dkv_1Heute auf SPON. Großes Kino.  Was der taz ihr säzzer (war) ist heute dem SPIEGEL ihre Media -Disposition...

Digitalisierung als Bedrohung

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Nach und nach kommen die ganzen Debatten der späten neunziger Jahre wieder zum Vorschein. Damals war die Aufregung um digitale Vertriebswege, die herkömmliche Kanäle und eine alte Wirtschaft bedrohen, vielleicht verfrüht. Doch jetzt kommt sie vermutlich zu spät - jedenfalls für manche Branchen und etliche Unternehmen, die sich nach dem Crash vor fünf Jahren wieder sanft schlafen gelegt haben. Max Zorno nimmt die jüngste Pleite im Fotogeschäft zum Anlass für Generalisierungen:

Jedes Unternehmen ist von der Digitalisierung bedroht, nicht nur die Fotofirmen. Ich denke dabei an die Digitalisierung der Vertriebswege. Viele Firmen verkennen diesen unaufhaltsamen Trend. Sie unterschätzen, dass sich immer Kunden über das Internet informieren, was sie kaufen möchten und von welchem Lieferanten. Beharrlich hält sich der Irrglaube "Das Internet spielt in unserer Branche keine Rolle."

Diese Firmen beschäftigen sich zu wenig mit Onlinemarketing, bemerken nicht, was sich auf den digitalen Märkten abspielt. Sie verschlafen, dass sich das Informationsverhalten der Kunden kontinuierlich ändert. In fast allen Branchen haben wir es heute mit einem hybriden Kundenverhalten zu tun: Wenn sie eine Kaufentscheidung zu treffen haben, informieren sich die Leute über die traditionellen Vertriebwege UND über das Internet - mit steigender Bedeutung des Internets.

Es gilt die goldene Regel: Entweder Du digitalisiert Deine Vertriebswege selbst - oder es übernimmt jemand anders für Dich. Wen trifft als als Nächsten? Und ... wo steht Ihr Unternehmen?

E-Plus hat das gerade getan - mit einer preisaggressiven Zweitmarke. Und das ausgerechnet in einer oligopolistischen Branche, in der es lange Zeit so schien, als sei der Kuchen zwischen den beiden Marktführern und den beiden Underdogs mehr oder weniger stabil aufgeteilt...

Desintegration revisited

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Max Zorno stellt die Frage, was eigentlich einen Markenartikel, der in Fernost produziert wird, noch unterscheidet von einem No-Name-Artikel, der in Fernost produziert wird.

Wie glaubwürdig kann eine Marke sein, wenn sie ihre Produkte dort fertigen lässt, wo alle anderen auch fertigen lassen? Wie lange können es Marken durchhalten, dass der wesentliche Differenzierungsfaktor zum Wettbewerb in der Marketing-Show liegt, die sie abliefern?

Interessant ist, dass diese Diskussion sich ausgerechnet an den Markenschuhen von Adidas, Puma und Co. entzündet, die uns neulich auch schon auf dem Fischmarkt beschäftigt hatten. Es lohnt sich, die Debatte bei Max Zorno nachzulesen.

Ich möchte dazu nur ein Beispiel aus einer anderen Branche beitragen, das eventuell illustrieren kann, wo der Unterschied liegt: Apple-Rechner werden heutzutage überwiegend in Fernost hergestellt - genau wie PCs. Trotzdem käme wohl niemand auf die Idee, nach dem Unterschied zwischen Apple und PC zu fragen - er liegt auf der Hand.

Beim Sportschuh verhalten sich die Dinge ähnlich. Die industrielle Fertigung hat einen Standard erreicht, der sie quasi zur commodity macht wie Strom und Wasser. Der Unterschied wird bei Produktentwicklung, Design, Materialeinsatz - und eben Marke, Marketing und Vertrieb gemacht.

Keine Zielgruppe?

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Zielgruppe

Gerade läuft ein Meme durch die benachbarten Winkel der Blogosphäre spazieren: Der Shopblogger hat es beim Werbeblogger gefunden, der es von Dirk Behlau hat. (Beim Don ist der Button schon ewig seit September 2004 zu sehen. Laut Blogstats war er damit mal wieder ganz weit vorne.)

Es ist ein für meine bescheidenen Begriffe recht optimistisches Selbst- und Konsumentenbild, das sich dahinter verbirgt (um nicht zu sagen: eine wenig realitätsnahe Wunschvorstellung vom aufgeklärten Verbraucher). Beispiele:

2.
Ich kann Information von Werbung trennen. Mein Informationsbedürfnis lässt sich nicht durch einen Premium-Content-Paketeinkauf bei einem kommerziellen Content-Anbieter befriedigen.

3.
Meine Grundhaltungen, Werte und Handlungsmaximen wurden und werden noch immer von meiner Familie, meinen Freunden und meinen persönlichen zwischenmenschlichen Erfahrungen geprägt. Nicht durch die Implikationen der gerade aktuellen populärkulturellen Phänomene und auch nicht durch die Werbe- und Public-Relations-Maßnahmen von Markenunternehmen.

4.
Ich weiß um die rein psychologischen Aspekte des Markenbildungsprozesses. Hierzu stelle ich fest: Die Wahl meiner Kleidung, meiner Unterhaltungselektronik, meiner Nahrung, meines Automobils, meiner Möbel und aller anderen Gebrauchs- und Luxusgüter erfolgt allein nach individueller qualitativer, ästhetischer und preislicher Selektion. Nicht nach der Größe des aufgedruckten Firmensignets (Logo) oder des Markennamens, des gewählten Bildausschnitts, des verwendeten Papiers, der Größe oder Umfeldplatzierung der Anzeige, des Mediadrucks oder der Werbespot-Länge und -Laufzeit.

6.
Mein Markenbild wird alleine durch die Produktverwendung, die Produkt-Güte und durch die Qualität der begleitenden Serviceleistungen geprägt. Irrelevante oder gar nervende Werbemaßnahmen, wie z.B. Online-Werbung, deren Einblendung ich nicht kontrollieren kann, die sich mit redaktionellen Inhalten vermischt oder eine dumm-dreiste Zielgruppenansprache verwendet, führen zu einer sofortigen Eintrübung meines Bildes von dem Werbung treibenden Unternehmen. Bei meiner nächsten Kaufentscheidung werde ich meine negativen Werbe-Erfahrungen berücksichtigen.

Klingt ein wenig wie Konsumistisches Manifest meets Protestantische Ethik. Muss ganz schön anstrengend sein, sich an alle diese Regeln und Vorschriften zu halten.

Taxinomie

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Ein wenig Spaß zum Wochenende beim Werbeblogger.

Direktmarketing

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AolSchon zum zweiten Mal in dieser Woche stand heute ein Promotion-Wagen von AOL vor unserer Tür. Genau genommen sogar deren zwei (siehe Bild). Ganz offensichtlich wollen deren Media-Leute mit SinnerSchrader Media ins Geschäft kommen. Soviel haben wir verstanden.

Was uns aber nicht klar ist: Warum rufen sie nicht einfach an?

Desintegration

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Gibt es, einmal von der Automobilindustrie abgesehen, eigentlich noch Markenhersteller? Oder haben sich die beiden Wortbestandteile längst separiert, sprich: die Marken ihre Herstellung ausgelagert an Produzenten in anderen Erdteilen? Und die Logistik demzufolge gleich mit, denn warum sollten sie sich mit diesen Feinheiten der Distribution noch befassen?

Gestern habe ich im Radio ein Feature gehört, dass sich zufällig mit unseren alten Freunden aus Herzogenaurach befasste. Der globalisierungs- und konsumkritische Tenor der Geschichte interessiert jetzt nur am Rande. Für den Fischmarkt ist spannender, was es eigentlich bedeutet, wenn ein Markenartikler sich allein auf Entwicklung und Marketing (plus Vertrieb) konzentriert.

Denn diese Fokussierung eröffnet unserem Steckenpferd Direktvertrieb neue Chancen. Die Marke rückt ja näher an den Kunden, wenn die eigentliche Produktion nicht mehr zur Unternehmenstätigkeit eines Markenartiklers gehört - mit allem, was daran hängt, vom Einkauf bis zur Auslieferung. Die Corporate World von Adidas, die der preisgekrönte Feature-Autor Jens Jarisch so köstlich portraitiert, ist eine reine Markenwelt. In Herzogenaurach wird kein einziger Schuh mehr produziert, auch nicht von Puma. Dort werden jetzt globale Marken gemacht.

Der gebeutelte Einzelhandel steht also auch deshalb so unter Druck, weil sich Markenartikler heute viel stärker auf ihre Präsenz beim Verbraucher konzentrieren, nachdem sie den Ballast ihrer eigenen Produktion abgeworfen haben. Das zerrt am Kräfteparallelogramm. Und zwar gewaltig.

Content is king

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Verschlafen die Agenturen einen Trend? Diese Frage stellte vor zwei Wochen die w&v (11/2005) - und beklagte die angesichts des internationalen Booms in Sachen Viral Marketing verhältnismäßig geringe Aufmerksamkeit bei hiesigen Werbern: Von den 79 Mitgliedern der internationalen Viral and Buzz Marketing Association stammen laut w&v gerade einmal zwei Agenturen und zwei freie Berater aus Deutschland.

Dabei lagen deutsche Werber mit dem legendären Moorhuhn, an das auch die Münchner Werberpostille erinnert, schon vor Jahren recht weit vorn. Das Problem war nur: Der Erfolg der Kampagne war nicht geplant - und wer erinnert sich noch an den Absender? (Richtig: Es war Johnny Walker.) Das Spiel überstrahlte ihn völlig. Immerhin zeigte das Huhn jedoch, worauf es ankommt: auf den Inhalt nämlich.

The heart of a viral ad campaign is the content. People don't spread the ad because they love your brand, they spread it because they can't help but adore your content. They're not evangelists serving you, they are self-serving.

Diese Erkenntnis stammt aus dem MarketingSherpa Special: Viral Advertising in 2005 --  Top 7 Tactics, How-Tos, and Measurement Data, auf das Björn Ognibeni hinweist. In Deutschland jedoch, und da sind wir wieder am Ausgangspunkt, fehlen schon epochale, erinnernswerte Online-Kampagnen, stellt die w&v fest - und fragt: "Wie soll da eine erheblich komplexere und risikoreiche virale Kommunikation klappen?" Ganz einfach: Wer wagt, gewinnt. Der ersten großen viralen Kampagne winkt der Hauptpreis einer umfangreichen Medienberichterstattung als erfreulichem Zusatzeffekt.

schreibt Ulrich Reitz heute in der WamS. Seine These: die Konsolidierung der fragmentierten deutschen Bankenlandschaft findet statt; allerdings nicht auf dem Parket, sondern auf der Straße. Die Waffen: Tagesgeldkonten, Baufinanzierungen, Konsumentenkredite. So erhöhte die ING-Diba letztes Jahr ihr Werbebudget um über 200% auf rund 41,4 Mio. Euro. Unterm Strich blieben netto 700.000 Neukunden - ein CPO von deutlich unter 60 Euro. In den ersten Monaten des Jahres 2005 konnte die ING-Diba bereits 4.000 Neukunden gewinnen, pro Tag wohlgemerkt. Das Beispiel ING-Diba wecke Begehrlichkeiten, so Reitz. 2005 werde auch die GE Money Bank massiv in Deutschland auf Kundenfang gehen und die Marketingmaschine anwerfen.

Open Source Marketing

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Ob der Begriff den Kern der Idee trifft, weiß ich noch nicht - aber der Ansatz ist interessant. Vieles von dem, was jetzt als Open Source Marketing bezeichnet wird, stand schon im Cluetrain Manifesto (das übrigens derzeit eine erstaunliche zweite Karriere erlebt - es war wohl seinerzeit, im Jahr 1999, einfach etwas zu früh dran).

Einen guten Überblick gibt ein Artikel von James Cherkoff (jetzt bei Companice als deutsche Übersetzung), in dem er auch acht Prinzipien des Open Source Marketing benennt. Ein Beispiel:

4. SEI EIN MARKEN-MODERATOR
Marken-Moderatoren wissen, dass die Zeit der "Markenwächter" vorbei ist und diese für den Markt nicht länger von Bedeutung sind. Der Verbraucher von heute will von großen, aufregenden und attraktiven Marken involviert werden, in ein Gespräch verwickelt, aber auf seine Weise. Marken können die Party schmeißen und versuchen, sie für die Verbraucher attraktiv zu gestalten, aber sie müssen erkennen, dass der neue Verbraucher einen vollen Terminkalender und viele Angebote hat.

Tatsächlich entstehen und leben Marken im Dialog mit dem Verbraucher (für den wahrscheinlich auch noch ein anderer Begriff gefunden werden muss, denn die klassische Arbeitsteilung zwischen Hersteller und Verbraucher weicht ja gerade auf). So ganz neu ist das auch nicht, denn viele der großen Marken sind erst groß geworden, weil sie im Gespräch waren und da auch blieben. Früher waren sie dafür auf den Handel angewiesen - aber der Handel hat letztlich an seiner eigenen Abschaffung gearbeitet, indem er den Dialog, weil zu teuer, konsequent wegrationalisiert hat, wo es nur ging.

Werbung schalten, wo ich gucke

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Ein Vorstand googelt und findet seine Werbung nicht weit genug oben. Das geht gar nicht, meint er, schließlich will er ist sein Unternehmen die Nummer eins sein. Wie, der Cost per Click ist zu hoch und das Budget für Suchmaschinen-Marketing zu klein? Dann wird es halt erhöht - und dafür entsprechend weniger Geld in die Klassik gesteckt. Werberealität anno 2005.

Wie in alten Zeiten, als die Marketingdivision von Otto jede Plakatfläche und jedes Citylight im Hamburger Nordosten zupflasterte, sofern sie nur am täglichen Arbeitsweg von Michael Otto lagen. Ob Print, TV oder Online - die Mechanismen bleiben die gleichen: Sichtbarkeit für die eigenen Top-Entscheider ist überlebensnotwendig. Eine Kampagne, die der Chef nicht sehen kann, hat keine Existenzberechtigung.

Neu ist nur, dass die unscheinbaren Textlinks in einer Suchmaschine offenbar inzwischen der Anzeige im Spiegel oder dem Spot vor der Tagesschau das Wasser reichen können. Was folgt daraus? Sofort Google-Aktien kaufen.

Wwtlpcam_1Seit gestern ist nun die neue "Winning with the Logo"-Kampagne der Deutschen Bank gern gesehener Gast im Werbeblock. Wie ich finde, ein sehr schönes Beispiel für den Trend, dass Marken immer direkter werden. Auch wenn dieses vielleicht nicht primär mit der Kampagne beabsichtigt war: Marke und Kunde sind die eigentlichen Heros des neuen Auftritts; die Mittler verschwinden. Als typischer Kunde der Blauen nutze ich dreimal die Woche die Website, einmal den SB-Automaten - und meine Heimatfiliale habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen.

Sind alle Markthändler Lügner?

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Godin Seth Godin erinnert physiognomisch ja doch ein wenig an Holger Jung. ;) Aber Scherz beiseite. Im Mai erscheint sein neues Buch All Marketers are Liars. Eine schwere Anschuldigung, die wir Fischmarkthändler natürlich nicht auf uns sitzen lassen können.

Godin nutzt für die Promotion ein separates Blog neben seinem regulären Blog (den Hinweis verdanke ich Bjoern Ognibeni, der seine Selbstbeschreibung mit dem gleichen Zitat aus dem Cluetrain Manifesto beginnt wie der Fischmarkt - wir haben das nicht von ihm geklaut, ganz sicher...). Das Blog ist eine recht anregende Lektüre.

Sein aktuell neuester Eintrag bezichtigt den Designer Milton Glaser der Lüge. Man weiß nicht ganz genau, wieviel davon augenzwinkernd zu betrachten und was ernst gemeint ist.

Aber vielleicht ist die Assoziation mit Holger Jung doch nicht so ganz falsch. Schließlich stammt aus seiner Agentur der berühmte Saturn-Slogan "Geiz ist geil", der seinerzeit in der Werberzunft mit überaus gemischten Gefühlen aufgenommen wurde. Erst jüngst So distanzierte sich Erik Spiekermann in einem Interview mit deutlichen Worten davon.

Geiz ist geil ist tatsächlich eine Lüge im Sinne Godins. Der Spruch kombiniert auf geniale Weise zwei Todsünden - Geiz und Wollust. Allerdings spielt er mit der Umwertung des immer schon ambivalenten Adjektives geil. Diese Neuinterpretation erst hat das Wort aus seinem sexuellen Kontext entlassen und es so ermöglicht, den Slogan auch anders als reine Obszönität zu lesen.

Digitaler Frischfisch

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