Die Zahlen der United Digital Group

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Michael Riese hat es mal wieder geschafft - zumindest wenn es nach Michael Riese geht.

Neun Digital- und Media-Agenturen hat er zur "United Digital Group" zusammengefasst und mit EQT einen Investor gefunden. "Um es kurz zu machen: Sie kommen leider an uns nicht vorbei", kündigt die United Digital Group auf ihrer Website selbstbewusst an. Das Unternehmen sieht sich als "neuer deutscher Marktführer für digitales Marktmanagement und Kommunikation" (Quelle: Horizont) und beziffert den jährlichen Gesamtumsatz auf 89 Millionen Euro (Quelle: Pressemitteilung - PDF).

Das klingt imposant. Es stellt sich nur die Frage, wie Herr Riese auf solche Zahlen kommt. Für mich sieht es so aus, als habe er mal wieder Brutto mit Netto verwechselt. Wenn ich die Honorarumsätze der Gruppenagenturen gemäß den Eigenmeldungen in den Rankings summiere, bleibt nach meiner Mathematik nicht einmal die Hälfte übrig. Der Rest könnten Media-Umsätze sein, die laut Ranking-Regeln jedoch nicht eingerechnet werden dürften.
Die postulierte Marktführerschaft ist also bestenfalls heiße Luft. Man könnte es aber auch anders ausdrücken.

So habe ich gerechnet. Ergänzungen und Korrekturen bitte als Kommentar.

Als ich gestern auf der Heimfahrt MacBreak Weekly lauschte, da fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren von den Augen: Nicht die Apps sind der Killerfaktor für Apple TV, sondern die (i)Ads. Oder vielleicht auch beides. Auf jeden Fall sind Apps nichts ohne Ads.


Exponat 1: MacBreak Weekly 209

Das heiß erwartete neue Apple TV (oder auch iTV) ist ein Pflock, den Apple ins TV-Geschäft einschlagen wird. Dieses Geschäft ruht auf zwei Säulen: Fernsehwerbung und Direktzahlungen der Konsumenten in Form von Bezahlfernsehen, Kabelfernsehen und Rundfunkgebühren. Apple baut beide Elemente nach: iAd für die Werbung, iTunes und App Store für die Direktzahlungen. Und behält jeweils einen Teil der Umsätze für sich.

Allein die TV-Kabelindustrie in den USA hat im vergangenen Jahr 89,9 Mrd. US-Dollar Umsatz erwirtschaftet, davon 53 Mrd. für klassisches Kabelfernsehen. Der US-Markt für Fernsehwerbung wird in diesem Jahr auf 35,4 Mrd. geschätzt. Apple selbst kam im vergangenen Jahr auf 42,9 Mrd. Umsatz, allerdings weltweit.

Mit iAd, iTunes und App Store auf iTV fängt Apple an, an diesem großen Kuchen zu knabbern. Wie seinerzeit bei der Schlacht mit der Musikindustrie wird entscheidend sein, ob es gelingt, die Produzenten attraktiver Inhalte auf die Apple-Plattform zu ziehen - oder vielmehr, wann. Denn mit iPod, iPhone, iPad und iTunes (auf Mac/PC) hat Apple heute bereits eine sehr große Plattform, auf der heute schon mehr und mehr TV-Inhalte verfügbar sind - gute Startvoraussetzungen für das neue Apple TV.

Als erste Branche wird wohl die TV-Kabelindustrie die neue Konkurrenz zu spüren bekommen. Je mehr attraktive TV-Inhalte im Apple-Ökosystem verfügbar sind, desto geringer der Bedarf für Kabelfernsehen. Die Netzbetreiber werden zu dumb pipes, reinen Durchleitern für das Internet - weder Apple noch Inhalteproduzenten oder TV-Sender müssten an sie zahlen. Und auch die TV-Sender sind nicht vor Apple sicher: Wer attraktive Filme oder Serien produziert, kann sie über Apple auch direkt vermarkten.

Dass Apple mit iAd den TV-Markt schon fest im Blick hat, darauf deutet schon die Website hin:

Apple_iAd.jpgExponat 2: advertising.apple.com

Das Killerargument für den Werbemarkt sind übrigens, und hier liegt auch die Verbindung zum zweiten heißen Trend Big Data, die Daten. Apple kann mit iAd echte, harte Nutzungsdaten liefern - kein Vergleich mit den fehlerträchtigen Quotenmessungen von Nielsen oder GfK. iAd ist das trojanische Pferd (Jung von Matt, aufgepasst!), mit dem Apple den TV-Werbemarkt ähnlich aufrollen kann wie Google seinerzeit mit Adwords den Onlinewerbemarkt - der immer noch kleiner ist.

iAd komplettiert das Ökosystem von Apple aufs Feinste. Für den Fernsehmarkt ist die Apple-Werbeplattform das vorletzte Puzzleteil, das noch gefehlt hat. Fehlt nur noch iTV (oder wie auch immer das neue Apple TV heißen wird). Spannend bleibt, was Google und Google TV dem entgegenzusetzen haben. Untätig bleiben wird Google jedenfalls nicht.

Nackte Zahlen und viele Fakten, grau in grau. Typische Merkmale von Statistiken wecken nicht gerade Lesefreuden, mal abgesehen vom Inhalt. Auf goodyear's posterous lässt sich neben dem Nachlesen auch wunderbar nachschauen, wohin sich das Internet in zehn Jahren entwickeln wird.

Inet2020.jpgCredits to turi2.

Für pure Faktenfans ist der schnörkellose und aktuelle Stand der Internetentwicklung im (N)Onliner Atlas 2010 nachzuschlagen. Erstmals ist die Schwelle von 70 Prozent überschritten und insgesamt 72 Prozent der Deutschen nutzen das Web.

wepad-magazine.jpg

We hear a lot of hubbub these days on so-called Paid Content on the Web. This idea seemed to be more or less dead until rumours of the imminent iPad revived it a few months ago. Publishers now smell a breath of fresh air, betting hugely on Apple's new geeky device and even on the WePad, at least in Germany.

To make things clear: I'm not opposed to the idea as such. Maybe there is a market for Paid Content on the Web. But this should be decided by the market itself, by consumers who might want to pay or not. It shouldn't be forced unto them by publishers who once were herolds of the free market or maybe the so-called social market economy, as we like to say in German.

But, and that's a huge but: The consumer already pays a lot for all kinds of digital content. This has been pointed out a lot of times, but publishers still don't seem to get it. In the old days, old media were delivered to the consumer who just paid for his newspaper, magazine or cable TV subscription, as he still does today.

With digital media, this model has changed profoundly. Now the consumer pays for the delivery first, and at least in case of mobile media delivery, he still pays a lot of money just for the bandwidth. And just as he has learned with cable TV, the consumer expects most of the media content to be a part of the package he already pays for.

In this new world, publishers save a lot on distribution costs that now are paid for directly by the consumer. If publishers still want the consumer to pay for their content, they have to figure out an added value. It's clearly not enough to just put the same lame old content behind a paywall and expect the consumer to happily pay a new bill. He already pays for the Web.

That kind of added value is not easy to figure out. Gazillons of start-ups struggled to come up with something the consumer would love to pay for. Most of them failed. Why on earth should traditional publishers be in a superior position? Do they know their consumers better? After watching this space for more than 15 years now (my first login to the Internet was in 1994), I seriously doubt it.

791px-1944_NormandyLST.jpgDie speziell in Deutschland geführte Attacke der Verlagshäuser auf Google ist mehr als nur das übliche Beißverhalten konkurrierender Konzerne. Es ist auch eine Schlacht um Meinungsmacht und Meinungsfreiheit, um das Oligopol der Verleger und meinungsführenden Redaktionen, das durch das Internet in seinen Grundfesten erschüttert ist.

Das kommerzielle Radio war das letzte Medium in Deutschland, das die Verleger, mit tatkräftiger Hilfe der Politik, weitgehend unter ihre Kontrolle bringen konnten. Deshalb ist es auch so schlecht. Es ist, bar jeden publizistischen Anspruchs, als Gelddruckmaschine für satte, träge und an zweistellige Umsatzrenditen gewöhnte Verlagshäuser ausgelegt.

Das kommerzielle Fernsehen war das erste Medium, das den Verlegern aus den Fingern glitt. Das als Verlegerfernsehen gestartete Sat1 ging erst an den Filmhändler Leo Kirch und fiel später Finanzinvestoren in die Hände. Bertelsmann konnte nur in einem herkulischen Kraftakt die RTL-Gruppe unter seine Kontrolle bringen. Fast hätte die Familie Mohn deshalb an die Börse gehen müssen.

Das Internet nahmen die Verleger in den neunziger Jahren vor allem als weitere Abspielstation für ihre ohnehin vorhandenen Inhalte wahr. Das Ziel war, das Internet wie zuvor das Radio unter verlegerische Kontrolle zu bringen. Früh schon wies die IVW, die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern, auch die Reichweiten der verlegerischen Onlinemedien aus.

Doch den damit verbundenen Anspruch, den gesamten Markt abzubilden und zu definieren, konnten sie nie vollends einlösen, denn die wirklich großen Spieler wie T-Online, früher AOL und später Google spielten das IVW-Spiel nicht mit. Die AGOF, die Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung, krankt bis heute an den damals eingeführten, untauglichen Messgrößen wie Pageimpressions (total absurd) und Visits (nicht viel besser). Für Onlinereichweiten relevanter sind Unique Visitors und vor allem die Nutzungszeit.

Den unsäglichen Bildstreckenklickschindejournalismus im Netz haben sich die Verlage selbst eingebrockt, indem sie untaugliche Messinstrumente in den Markt gedrückt und damit den Zwang zur Pageimpressioninflation geschaffen haben. Und wie das bei Inflationen so ist: Das Überangebot an Inventar hat die Preise ins Bodenlose fallen lassen - und damit die Möglichkeiten, Onlinejournalismus aus Onlinewerbung zu finanzieren, nicht eben vergrößert.

Schwerer noch wiegt indes die Tatsache, dass das Netz kein Oligopol ist, dass es kein Verlagsmonopol auf Onlinejournalismus gibt, sondern dass im Netz, anders als in den meisten angestammten Printmärkten, echter Wettbewerb herrscht. Zweistellige Umsatzrenditen sind in diesem Umfeld nur schwer zu erzielen.

Und der Wettbewerb erstreckt sich auch auf den Markt der Meinungen. Die Redaktionen haben ihre Gatekeeperfunktion verloren. Sie bestimmen nicht mehr alleine, wer und wessen Meinung Zugang zur Öffentlichkeit erhält. Das Internet hat den Zugang zur Öffentlichkeit prinzipiell für jedermann geöffnet. Die meinungsführenden Redaktionen führen nicht mehr alleine.

Google steht in dieser Schlacht paradigmatisch für zwei Dinge: für unerwartete und unerwünschte Konkurrenz auf dem Werbemarkt und für die Öffnung des Meinungsmarktes. Google hat geschafft, was keinem Verlag gelungen ist: einen Milliardenumsatz im deutschen Werbemarkt zu erwirtschaften. Google steht für ein offenes Internet und einen freien Markt der Meinungen, wird dafür in China attackiert, in Italien verurteilt und in Deutschland dämonisiert.

800px-Declaration_independence.jpg

Es geht in dieser Schlacht nicht um Google, sondern um das offene Internet, das Recht auf freie Meinungsäußerung und den Zugang für Jedermann. Es ist die letzte Schlacht der Verleger, und sie versuchen alles, um die Politik auf ihre Seite zu ziehen, wie seinerzeit beim Radio erfolgreich durchexerziert. Vielleicht ist es Zeit, sich an John Perry Barlow zu erinnern, der 1996 den digitalen Raum für unabhängig erklärte.

A Declaration of the Independence of Cyberspace

by John Perry Barlow

Governments of the Industrial World, you weary giants of flesh and steel, I come from Cyberspace, the new home of Mind. On behalf of the future, I ask you of the past to leave us alone. You are not welcome among us. You have no sovereignty where we gather.

We have no elected government, nor are we likely to have one, so I address you with no greater authority than that with which liberty itself always speaks. I declare the global social space we are building to be naturally independent of the tyrannies you seek to impose on us. You have no moral right to rule us nor do you possess any methods of enforcement we have true reason to fear.

Governments derive their just powers from the consent of the governed. You have neither solicited nor received ours. We did not invite you. You do not know us, nor do you know our world. Cyberspace does not lie within your borders. Do not think that you can build it, as though it were a public construction project. You cannot. It is an act of nature and it grows itself through our collective actions.

You have not engaged in our great and gathering conversation, nor did you create the wealth of our marketplaces. You do not know our culture, our ethics, or the unwritten codes that already provide our society more order than could be obtained by any of your impositions.

You claim there are problems among us that you need to solve. You use this claim as an excuse to invade our precincts. Many of these problems don't exist. Where there are real conflicts, where there are wrongs, we will identify them and address them by our means. We are forming our own Social Contract . This governance will arise according to the conditions of our world, not yours. Our world is different.

Cyberspace consists of transactions, relationships, and thought itself, arrayed like a standing wave in the web of our communications. Ours is a world that is both everywhere and nowhere, but it is not where bodies live.

We are creating a world that all may enter without privilege or prejudice accorded by race, economic power, military force, or station of birth.

We are creating a world where anyone, anywhere may express his or her beliefs, no matter how singular, without fear of being coerced into silence or conformity.

Your legal concepts of property, expression, identity, movement, and context do not apply to us. They are all based on matter, and there is no matter here.

Our identities have no bodies, so, unlike you, we cannot obtain order by physical coercion. We believe that from ethics, enlightened self-interest, and the commonweal, our governance will emerge . Our identities may be distributed across many of your jurisdictions. The only law that all our constituent cultures would generally recognize is the Golden Rule. We hope we will be able to build our particular solutions on that basis. But we cannot accept the solutions you are attempting to impose.

In the United States, you have today created a law, the Telecommunications Reform Act, which repudiates your own Constitution and insults the dreams of Jefferson, Washington, Mill, Madison, DeToqueville, and Brandeis. These dreams must now be born anew in us.

You are terrified of your own children, since they are natives in a world where you will always be immigrants. Because you fear them, you entrust your bureaucracies with the parental responsibilities you are too cowardly to confront yourselves. In our world, all the sentiments and expressions of humanity, from the debasing to the angelic, are parts of a seamless whole, the global conversation of bits. We cannot separate the air that chokes from the air upon which wings beat.

In China, Germany, France, Russia, Singapore, Italy and the United States, you are trying to ward off the virus of liberty by erecting guard posts at the frontiers of Cyberspace. These may keep out the contagion for a small time, but they will not work in a world that will soon be blanketed in bit-bearing media.

Your increasingly obsolete information industries would perpetuate themselves by proposing laws, in America and elsewhere, that claim to own speech itself throughout the world. These laws would declare ideas to be another industrial product, no more noble than pig iron. In our world, whatever the human mind may create can be reproduced and distributed infinitely at no cost. The global conveyance of thought no longer requires your factories to accomplish.

These increasingly hostile and colonial measures place us in the same position as those previous lovers of freedom and self-determination who had to reject the authorities of distant, uninformed powers. We must declare our virtual selves immune to your sovereignty, even as we continue to consent to your rule over our bodies. We will spread ourselves across the Planet so that no one can arrest our thoughts.

We will create a civilization of the Mind in Cyberspace. May it be more humane and fair than the world your governments have made before.

Davos, Switzerland

February 8, 1996

Had tip to This Week in Google for the Barlow reference

A few days ago Wired Editor-in-Chief Chris Anderson announced the big news: by summer the publication would be releasing its content for the iPad. And with a short demonstration live on stage at TED and in a video online they allowed a taste of what magazine reading might look like in the future.

The centre of the App is interactivity. Readers will be able to flip through the magazine page by page just as usual, but at the same time they can move between stories immediatelly. Rich media, like expandable images, 360-degree views and embedded videos characterise the special reading experience.

It's supposed to be easy as pie to share articles, information, videos and whatever interesting stuff you find in your Wired App on social platforms, such as Facebook or Twitter. To me this is literally so not wired, but rather highly unattached!

Pete Blackshaw of Nielsen Online Digital Strategic Services has posted his Social Media and Mobile Glossary of 2010 and it's quite funny. One of my favourites is his first item:

SPURNED MEDIA: Just like it sounds, earned media that goes horribly negative, invades otherwise pristine search results or bleeds into traditional media. Bad customer service is a top driver of "spurned media."

What's earned media, you might want to ask? Let's have a look at Wikipedia:

Earned media (or free media) refers to favorable publicity gained through promotional efforts other than advertising, as opposed to paid media, which refers to publicity gained through advertising. Earned media often refers specifically to publicity gained through editorial influence, whereas social media refers to publicity gained through grassroots action, particularly on the Internet.

Got it? Earned media has the potential to be one of the big buzzwords of 2010. Watch it closely, and don't forget to skim over Pete's other 19 Social Media Diseases, as I would call them.

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Es war mein erster Arbeitstag im Januar, als ich acht Prognosen für das nun fast abgelaufende Jahr 2009 abgab. Und da heute mein letzter Arbeitstag in diesem Jahr ist, frage ich mich nun, was daraus geworden ist.

  1. Prognose: Eine Reihe von Marken und Markenartiklern, für die 2009 ein wirtschaftlich schwieriges Jahr wird, werden sich öffnen, den Konsumenten zuhören und mit ihnen reden. Und damit erste Erfolge feiern. Realität: Es gibt zwar einige Beispiele für eine Öffnung, doch die großen Erfolge bleiben aus. Ab Mitte des Jahres dominiert die eher mäßig erfolgreiche Kampagne von Vodafone die Diskussion.
  2. Prognose: Marken und große Unternehmen werden ihre Marketingbudgets weiterhin ins Internet verschieben, das inzwischen der bei weitem effizienteste Marketingkanal ist - und deshalb ein Gewinner der Rezession. Realität: Der OVK prognostiziert der Onlinewerbung für 2009 ein Plus von 10 Prozent. Das kann sich in einem insgesamt rückläufigen Werbemarkt sehen lassen.
  3. Prognose: 2009 wird mehr Onlinewerbeumsatz mit Performance Marketing (SEM/Affiliate) als mit klassischer Displaywerbung gemacht. Auch Displaywerbung wird immer mehr nach Performance-Modellen abgerechnet statt nach TKP. Realität: Nimmt man die OVK-Prognose als Maßstab, so ist der erste Teil nicht eingetroffen, auch wenn das Affiliatemarketing überproportional gewachsen ist. Die Abrechnung nach Performance hingegen hat an Boden gewonnen.
  4. Prognose: Im New Media Service Ranking werden die Top Ten kräftig umsortiert. Aber spannend wird erst das Ranking im Folgejahr (auf Basis der Umsätze von 2009). Realität: In den Top Ten hat sich wenig getan. Das Ranking 2010 bleibt abzuwarten.
  5. Prognose: Der Druck auf die Printmedien wird stark steigen. In den USA werden die ersten großen Tageszeitungen ihre gedruckten Ausgaben reduzieren oder ganz aufgeben und ins Web migrieren. In Deutschland werden vor allem die Verlagsapparate Federn lassen müssen. Sie sind im Web nicht refinanzierbar. Realität: Die Krise der Printmedien war eines der großen Themen des Jahres 2009. Mehrere US-Tageszeitungen sind eingestellt worden. In Deutschland haben die Verlage massiv Stellen abgebaut.
  6. Prognose: Alte Medien werden Blogs kaufen, sogar in Deutschland, um ihre Position im Web zu verbessern. Problem: Es gibt in Deutschland nur wenige professionell betriebene Blogs. Realität: Bereits im Januar wurde Basic Thinking verkauft, allerdings nicht an ein klassisches Medienunternehmen. Der Mangel an professionell betriebenen Blogs bleibt bestehen.
  7. Prognose: Holtzbrinck wird sich nach Kräften bemühen, seine Investitionen in StudiVZ zurückzuverdienen. Da die GWP es nicht schafft, StudiVZ zu vermarkten, wird der Vermarkter gewechselt. Für einen Verkauf an Facebook ist es nun zu spät. Am Ende wird ein Notverkauf stehen. Realität: Holtzbrinck hat den Vermarkter nicht gewechselt, sondern umbenannt. Facebook ist kräftig gewachsen. Zu einem Notverkauf von StudiVZ ist es bis jetzt nicht gekommen.
  8. Prognose: Cloud Computing wird abheben, sowohl als Buzzword als auch in der Nutzung. In der Rezession 2001/2002 konnte sich Open Source in Unternehmen durchsetzen, diesmal wird es Cloud Computing sein. Realität: Google hat mit seiner "Go Google"-Kampagne massiv um Unternehmen geworben, die ihre elektronische Büroinfrastruktur weg von Microsoft und lokalen Maschinen hin zur Google-Cloud bewegen wollen. Das Google Chrome OS wird im kommenden Jahr dem Thema einen weiteren kräftigen Schub geben.

Insgesamt ein eher gemisches Bild, wie das mit Prognosen so ist, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. So schließe ich nun das Kontor für dieses Jahr. Anfang Januar geht es weiter, dann mit Prognosen für das Jahr 2010.

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YouTube und sevenload, flickr, slideshare oder Scribd - überall hat sich in den letzten Jahren das Portalformat durchgesetzt. So ist ein Miki-Portal ein logischer Schritt für IntelliMedia und Marc Frey, die das innovative Medium Miki erfunden haben.

Seit ein paar Tagen präsentiert my-miki.com die Onlinemagazine in diversen Kategorien, es gibt selbstverständlich auch Tags, Bewertungs- und Kommentarfunktionen. Die Nutzer können sich jetzt registrieren und Profile anlegen, wie sich das gehört. Jedes Miki hat eine eigene Seite bekommen, auf der sich sämtliche Metakommunikation abspielt und auch der Code zu finden ist, mit dem Mikis in andere Websites eingebunden werden können.

Was ein Miki ist? Schwer zu sagen. Das erklärt vielleicht am besten IntelliMedia selbst und in einem Miki:

Beispielhaft hier das Miki der next09:

IntelliMedia war Medienpartner der next09 und Aussteller. Wir sprechen gerade über die Fortsetzung der Zusammenarbeit für die next10.

Mercedes steht mit seinem Werbeausgabeverhalten in Großbritannien offensichtlich nicht alleine: Im ersten Halbjahr 2009 war das Internet zum ersten Mal das größte Werbemedium in Großbritannien, noch vor dem Fernsehen.

Der Onlinewerbeumsatz wuchs in den ersten sechs Monaten um 4,6 Prozent auf 1,75 Mrd. Pfund. Das entspricht einem Anteil von 23,5 Prozent am Werbemarkt. Die Zahlen stammen aus einer Untersuchung des Internet Advertising Bureau (IAB).

Die TV-Werbung schrumpfte im gleichen Zeitraum um 16,1 Prozent auf 1,64 Mrd. Pfund, entsprechend einem Marktanteil von 21,9 Prozent. Der gesamte Werbemarkt in Großbritannien schrumpfte mit 16,6 Prozent sogar noch etwas stärker auf 7,74 Mrd. Pfund.

Mehr dazu: IAB, WSJ, turi2

Horizont-Redakteur Bert Rösch hat Agenturen und Vermarkter zur erfolgsbasierten Abrechnung im Onlinemarketing befragt. André Jonske, Leiter Media bei SinnerSchrader, hat geantwortet:

jonske1.jpg

Wird der Performance-Ansatz im Onlinemarketing derzeit überbewertet?

Nein, performance-orientierte Werbung bleibt im Pullkanal Internet die wichtigste Währung.

Was kann man tun, damit die Werbetreibenden die Brandingwirkung wieder entsprechend honorieren?

Publisher und Vermarkter können wenig tun. Agenturen können den Werbetreibenden jedoch über crossmediale Messung zeigen, wie branding-orientierte Maßnahmen auf das Performance-Marketing einzahlen und es in seiner Wirkung optimieren.

Ein radikaler Vorschlag lautet, Banner nicht mehr klickbar zu machen. Was halten Sie davon?

Warum nicht gleich das Internet abschaffen?

Wie kann man die Werbetreibenden überzeugen, das Internet in gebührendem Umfang als Branding-Tool einzusetzen, sprich gemäß der Nutzung des Mediums Internet?

Am besten, indem man einmal ehrlich die Performance der Offlinekanäle misst.

Wer sind die großen Bremser beim Thema Branding im Netz? Die Mediaagenturen, weil sie auf die hohen Provisionen in den klassischen Medien schielen?

Die größten Bremser sind Bequemlichkeit und Gewohnheit.

Die schnelldrehenden Konsumgüter (FMCG) führen bis jetzt meist ein Schattendasein in Sachen E-Commerce. Wer kauft schon Shampoo oder Quark im Internet? Kein Wunder, dass der US-amerikanische Konsumgüterriese Procter & Gamble bis jetzt nicht einmal ein Prozent seines Umsatzes auf diesem Weg macht. Doch der neue CEO Bob McDonald ist nun angetreten, dies zu ändern.

In den kommenden Jahren plant er, den E-Commerce-Umsatz von heute etwa 500 Mio. auf mindestens 4 Mrd. US-Dollar zu steigern - das wäre eine Verachtfachung und ein immerhin sichtbarer Anteil am Konzernumsatz von 79 Mrd. US-Dollar. Dabei geht es nicht nur um Direktvertrieb, sondern auch um den Onlineumsatz über Händler wie WalMart und Amazon. Lucas Watson, Global Team Leader Digital Business:

The ability whenever the consumer raises her hand and says, "I'm ready to buy," to connect her directly to a purchase rather than have her wait and go to a store, we think of it as providing better service.

Dieses Ziel harmoniert hervorragend mit steigenden Investitionen in Digital Media: Im ersten Quartal 2009 hat Procter & Gamble seine Bruttowerbeaufwendungen über alle Medien um 18 Prozent gekürzt und gleichzeitig die Investitionen in Onlinedisplaywerbung mehr als verdoppelt. Marc Pritchard, Global Marketing Officer von P&G:

Our media strategy is pretty simple: Follow the consumer. And the consumer is becoming more and more engaged in the digital world.

DMMA_2009.png

Am 9. Juni findet die Preisverleihung des Deutschen Multimedia Awards 2009 statt. Der Preis wird zum 13. Mal im Rahmen des Deutschen Multimedia Kongresses in Berlin verliehen. Gekürt werden die besten Online-, Offline- und Kioskanwendungen von einer Jury aus Kreativen, Machern, Medienvertretern, Wissenschaftlern und Auftraggeber.

Chris Wallon wird in diesem Jahr als Jurymitglied mitwirken. Der Kreativgeschäftsführer ist seit genau einem Jahr bei SinnerSchrader. Die komplette Jurybesetzung und Information zum DMMA gibt's hier.

Einreichungen sind noch bis 3. April möglich. Tickets für die Preisverleihung im Juni gibt es zurzeit für 120 Euro (zzgl. Mwst.).

Das Fachblatt Horizont hat die Chefs der deutschen Mediaagenturen zu ihren Prognosen für 2009 und ihren Investitionsplänen befragt. Die Erwartungen sind erwartungsgemäß düster, aber spannend ist, wo die Mediaspezialisten die Zukunft ihres Geschäfts sehen.

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Jürgen Blomenkamp, CEO der Group M

Die Zukunft der Werbung ist überwiegend digital. Hier werden wir uns weiter massiv und mit hohem Tempo engagieren. Insbesondere wird es uns darum gehen, die Möglichkeiten einer individualisierten Konsumentenansprache in allen Facetten auszunutzen und weiter zu optimieren. Dies ist zugleich eine Chance für alle Marktpartner: Werbungtreibende, Agenturen und Medien.

Andreas Bölte, CEO Aegis Media

Interessant ist für uns vor allem der digitale Bereich.

Jens-Uwe Steffens, Geschäftsführer Pilot Mediajens-uwe_steffens.jpg

Wir investieren schon seit Jahren in Forschung und neue Tools für die kombinierte Zielgruppenansprache über TV und Online: Stichwort „Doubleplay". Darüber hinaus steht bei uns die Online-Kreation im Fokus - ein Bereich, der sich in einem dynamischen Entwicklungsprozess befindet.

Marianne Dölz, Geschäftsführerin Initiativemarianne_doelz.jpg

Wir werden weiter in den Bereich Kreation und Innovation insbesondere im Digitalbereich investieren, um mehr Konzepte entwickeln zu können, die Offline- und Onlineaktivitäten effizienter vernetzen. Hier spüren wir auf Kundenseite einen großen Bedarf.

Michael Dunke, CEO Universal McCann (UM)michael_dunke.jpg

Generell in den digitalen Bereich und hier speziell in den Bereich Performance-Marketing (Search, Affiliate etc.) sowie E-Commerce und Mobile. Zudem werden wir unsere Marktführerschaft beim Thema Geo-Marketing und Handels-Marketing konsequent weiter ausbauen durch Entwicklung und Integration des lokal gesteuerten digitalen Targetings.

Manfred Kluge, CEO Omnicom Media Group Germany (OMGG) und Dirk Fromm, Geschäftsführer PHD

Digitale Transformation, IT und Brand Science werden Key-Themen sein und befinden sich schon mitten in der Umsetzung.

Michael Bohn, Chairman Vivakimichael_bohn.jpg

Wir werden weiter in alle digitalen Bereiche investieren, insbesondere in Mobile- und Social Targeting.

Alle Fotos: Horizont

Das neue Jahr ist schon fast eine Woche alt und mein Weihnachtsurlaub zuende. Höchste Zeit für meine Prognosen für 2009, zumal eine davon sich bereits zu erfüllen beginnt.

  1. Eine Reihe von Marken und Markenartiklern, für die 2009 ein wirtschaftlich schwieriges Jahr wird, werden sich öffnen, den Konsumenten zuhören und mit ihnen reden. Und damit erste Erfolge feiern.
  2. Marken und große Unternehmen werden ihre Marketingbudgets weiterhin ins Internet verschieben, das inzwischen der bei weitem effizienteste Marketingkanal ist - und deshalb ein Gewinner der Rezession.
  3. 2009 wird mehr Onlinewerbeumsatz mit Performance Marketing (SEM/Affiliate) als mit klassischer Displaywerbung gemacht. Auch Displaywerbung wird immer mehr nach Performance-Modellen abgerechnet statt nach TKP.
  4. Im New Media Service Ranking werden die Top Ten kräftig umsortiert. Aber spannend wird erst das Ranking im Folgejahr (auf Basis der Umsätze von 2009).
  5. Der Druck auf die Printmedien wird stark steigen. In den USA werden die ersten großen Tageszeitungen ihre gedruckten Ausgaben reduzieren oder ganz aufgeben und ins Web migrieren. In Deutschland werden vor allem die Verlagsapparate Federn lassen müssen. Sie sind im Web nicht refinanzierbar.
  6. Alte Medien werden Blogs kaufen, sogar in Deutschland, um ihre Position im Web zu verbessern. Problem: Es gibt in Deutschland nur wenige professionell betriebene Blogs.
  7. Holtzbrinck wird sich nach Kräften bemühen, seine Investitionen in StudiVZ zurückzuverdienen. Da die GWP es nicht schafft, StudiVZ zu vermarkten, wird der Vermarkter gewechselt. Für einen Verkauf an Facebook ist es nun zu spät. Am Ende wird ein Notverkauf stehen.
  8. Cloud Computing wird abheben, sowohl als Buzzword als auch in der Nutzung. In der Rezession 2001/2002 konnte sich Open Source in Unternehmen durchsetzen, diesmal wird es Cloud Computing sein.

Was meinen Sie?

PS: Noch eine Bonus-Prognose - der Blog wird sich 2009 endgültig durchsetzen, auch als Bezeichnung für einen einzelnen Blogeintrag.

FOMA.pngDas Blog des Fachforums der Online-Mediaagenturen ist seit Dienstag online. Neben Neuigkeiten aus der Interessengemeinschaft gibt es hier aktuell den diesjährigen Trendmonitor zur Gegenwart und Zukunft der Online-Werbung. Als Basis für die Studie, die dieses Jahr zum zweiten Mal erscheint, dienen Online-Interviews unter FOMA-Agenturen. Klarer Trend: Interaktive Kommunikationskonzepte, die den Konsumenten integrieren werden an Signifikanz gegenüber reinen Werbebotschaften gewinnen.

Gegründet wurde die FOMA 2007 von zweiundzwanzig Agenturen und ist durch die OMG repräsentiert im Gesamtverband der Kommunikations- agenturen.

Die Hallen waren voll, die Messestände zahlreicher und größer als in den Vorjahren, die Besucherzahl ein neuer Rekord. "See you next year", so verabschiedet die OMD 2008 (die nicht mehr so heißen durfte, weil eine gleichnamige Mediaagentur ihr Veto eingelegt hatte) ihre Besucher. See you next year?

Gern, aber da war doch was? Der BVDW und das Fachforum Online-Mediaagenturen (FOMA) haben den Standort Düsseldorf gekippt und möchten den Branchentreff 2009 nach Köln verlegen. Der neue Name dmex steht für digital marketing exposition.

Die Hintergründe dieser umstrittenen Entscheidung sind politisch. Ein intimer Kenner winkt nur ab und macht keinen Hehl daraus, dass er sie für eine Fehlentscheidung hält. Und das ist sie wohl auch. Denn was wird passieren?

  • Die großen Vermarkter und damit die größten Messestände ziehen nach Köln und bilden den Nukleus der dmex.
  • Viele der übrigen Aussteller bleiben in Düsseldorf auf einer vermutlich verkleinerten OMD.
  • Nur wenige Aussteller werden auf zwei Hochzeiten tanzen.
  • Viele Aussteller werden bis zum letzten Moment pokern. Koelnmesse wie IGEDO werden ein extrem kurzfristiges Buchungsverhalten sehen.
  • Und am Ende wird es Absagen geben. Die Summe von dmex und OMD dürfte kleiner sein als die OMD in diesem Jahr alleine.

Angesichts der Gesamtlage beginnen bei vielen Ausstellern Überlegungen, ob sie nicht 2009 besser komplett auf Messeauftritte verzichten. So wälzt ein großer Aussteller der diesjährigen OMD bereits Pläne für eine eigene Veranstaltung - statt dmex oder OMD. Das kommende Jahr könnte zur Nagelprobe für die Internetwirtschaft werden. Denn was sind die Fakten?

  • Das Wachstum der Onlinewerbung in Deutschland schwächt sich ab. In diesem Jahr werden nach aktualisierter OVK-Prognose nur noch 25 Prozent erreicht - 2007 waren es noch 40 Prozent. Der europäische Onlinewerbemarkt hingegen wächst auch 2008 noch um 40 Prozent.
  • Die gesamte Wirtschaft wackelt. Die Finanzkrise beginnt sich auf andere Branchen auszuwirken. Dies wird auch an der Internetwirtschaft nicht spurlos vorübergehen. Im Unterschied zu den Jahren ab 2000 kommt die Krise zwar diesmal nicht aus der Branche selbst. Aber was nutzt das, wenn die großen Werbungtreibenden ihre Budgets zusammenstreichen?
  • Es wird zuerst die Displaywerbung treffen. Sie dürfte ähnlich wie die Klassiketats schrumpfen, vielleicht sogar stärker. Denn ihr fehlt es am Wirksamkeitsnachweis. Was die Werbewirkung betrifft, ist die Klassik mit jahrzehntelangem Vorsprung nach wie vor im Vorteil.
  • Dagegen ist performanceorientierte Onlinewerbung weit unempfindlicher als die übrigen Gattungen. Hier wird für zusätzlichen Umsatz bezahlt. Und der ist, solange die Konsumenten nicht in den Käuferstreik treten, den Produzenten etwas wert. Solange die Reichweite des Internets und die Onlinekaufbereitschaft der Internetnutzer wachsen, wird auch das Performancemarketing zulegen.

Dies nützt Google. Aber auch andere Spieler im Markt werden profitieren. Performancemarketing ist technologiegetrieben, Themen wie Targeting, Analytics oder Planning brauchen eine solide technische Basis und entsprechendes Know-how.

Auf der wie immer marktschreierischen und auf Mediaplaner zugeschnittenen OMD spielte Marketingtechnologie nur eine Nebenrolle. Auf der next09 im kommenden Jahr bieten wir daher neben der bewährten Konferenz auch eine Expo für die next marketing technologies. Es wird auf Kampnagel in Hamburg reichlich Ausstellungsfläche geben, um eine hochspannende Zielgruppe mit großem Entscheideranteil anzusprechen.

OMD oder dmex, Düsseldorf oder Köln? Wer für 2009 vor dieser Entscheidung steht, sollte die next expo, Hamburg und das Thema next marketing technologies in Erwägung ziehen.

on_air1.pngDie US-Werbespendings im Online-Bereich übersteigen zum ersten Mal die Ausgaben konventioneller Medien. Auf dem amerikanischen Markt setzt sich Online-Werbung mehr und mehr durch, so die Studie der Beratungsfirma Outsell. Mehr zu dem Thema im aktuellen Mediabrief.

Die Zukunft des Musikgeschäfts

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Dr. Stefan Glänzer, Gründungsinvestor und früherer Executive Chairman von last.fm spricht nach seinem next08-Vortrag über Musik als Bestandteil von Kommunikation und stellt die These auf, dass Musik in Zukunft für jedermann frei zur Verfügung stehen wird. Die Musikindustrie müsse sich neue Einnahmequellen neben dem klassischen CD-Geschäft erschließen, so die nicht ganz neue Schlussfolgerung Glänzers.
Er verweist auf den einzelnen Musiker als kreative Quelle des Musikgeschäfts und spricht über eine neu entstehende Kultur des Musikschaffens durch die neuen Möglichkeiten rückkanaliger mobiler Aufnahme- und Distributionsgeräte. last.fm basiere auf dem Motto "get realtime", so Glänzer.

Bereits zur next07 sprach Glänzer über individualisiertes Radiohören.

Dieser Tage werden jede Menge Fakten über Facebook und StudiVZ bekannt. Mark Zuckerberg selbst sprach gestern über den für 2008 geplanten Umsatz (300 bis 350 Mio. US-Dollar), das erwartete Ergebnis (50 Mio. EBITDA) und die vorgesehenen Investitionen (200 Mio.). Anlass genug, einige der gängigen Mythen auf ihren Realitätsgehalt hin zu untersuchen.

  1. Ist Facebook 15 Mrd. US-Dollar wert? Schon möglich, aber worauf stützt sich diese Bewertung? Microsoft hat im Oktober 2007 zwar zu dieser Bewertung einen Minderheitsanteil erworben, wurde aber gleichzeitig exklusiver Werbevermarktungspartner für Facebook, und zwar weltweit. Diese Tatsache dürfte bei der Preisfindung eine Rolle gespielt haben.

    Der Handel sieht in etwa so aus: Microsoft stellt große Teile des für die weitere Expansion nötigen Kapitals bereit und sorgt gleichzeitig für zusätzliche Einnahmen, an denen Microsoft wiederum direkt (aus der Vermarktung) und indirekt (als Miteigentümer von Facebook) partizipiert. Ob sich das Geschäft für Microsoft lohnt, hängt viel stärker von den direkten Mittelrückflüssen ab als von den indirekten.

    Mit anderen Worten: Die Bewertung von Facebook kann Microsoft weitgehend kalt lassen. Als exklusiver Werbevermarktungspartner sitzt Steve Ballmer am Drücker. Alles andere ist eine Wette für den Fall eines Börsengangs, der nicht vor 2009 zu erwarten ist. Hier winken Microsoft weitere Erlöschancen. Ob Facebook also 15 Mrd. US-Dollar wert ist, wird sich erst beim Börsengang zeigen. In diesem Punkt hat WPP-Chef Martin Sorrell völlig Recht.

  2. Mögen die Nutzer keine Werbung? Schon möglich, aber welche Rolle spielt das? Es gibt in der ganzen Medienlandschaft ja nur zweieinhalb Finanzierungsmodelle: Werbung oder Abonnements, letztere auch in Form von Gebühren für öffentlich-rechtliche Anstalten. Im Web hat sich das Abomodell bis jetzt nur in Nischen (Xing, Singlebörsen, Porno) durchsetzen können. Bleibt also Werbung als Geschäftsmodell, und dagegen ist in einer kapitalistischen Marktwirtschaft auch nur wenig einzuwenden.

    Die Nutzer werden im Zweifel mit den Füßen abstimmen, aber mir ist bis jetzt kein Fall bekannt, in dem dies tatsächlich zu Schwierigkeiten geführt hätte. Der übliche ZwergenNutzeraufstand anlässlich der Einführung irgendwelcher neuer Features gehört zum Ritual und muss durchgestanden werden. Wir haben ihn bei der Einführung des Newsfeed gesehen (bei Facebook wie auch bei Xing) oder bei der Einführung neuer Werbeformen, -formate und -bedingungen (bei Facebook, StudiVZ und Xing).

    Am Ende wird etwas modifiziert, reformuliert, hier und da ein neuer Konfigurationsknopf eingeführt oder die Voreinstellungen angepasst - und am Ende läuft die Sache. Plattformbetreiber haben nur die Wahl, sich etwas geschickter (Facebook), weniger geschickt (Xing) oder total ungeschickt (StudiVZ) anzustellen. Der Rest wird im weltweiten Dialog entschieden, und die Presse hat was zu schreiben. In diesem Punkt hat GWP-Chef Harald Wahls völlig Recht, wenn er in Horizont 5/2008 feststellt:

    Die Frage ist, wie groß die Protestwelle der Mitglieder wirklich war. Kritik an einem so großen Portal, das Studenten als Zielgruppe hat, ist anscheinend vor allem für die Journalisten interessant.
  3. Erfindet Facebook die Werbung neu? Schon möglich, aber bislang spielt das keine große Rolle. Facebook Beacon hat seine Bedeutung innerhalb der Eigenvermarktung von Facebook. Microsoft setzt für die Vermarktung zunächst einmal auf herkömmliche Instrumente. Targeting wird erst nach dem Abschluss der aQuantive-Übernahme durch Microsoft relevant, wenn Atlas zum Einsatz kommt. Wie ernst es Microsoft mit dem Thema Webwerbung ist, zeigt nach aQuantive und Facebook der dritte Schritt - Yahoo.

    Google ist so groß und so wertvoll geworden, weil Google die Onlinewerbung um eine bis dahin praktisch unbekannte Dimension erweitert hat - höchst zielgerichtet eingespielte Textanzeigen. Werbung wird besser, je genauer sie gezielt wird. Perfekt gezielte Werbung ist gar keine Werbung mehr, sondern Information.

    Facebook könnte die Onlinewerbung um eine weitere Dimension erweitern, wie auch immer das im Detail aussehen wird. Auf diese Möglichkeit stützt sich die oben diskutierte Unternehmensbewertung. Da sie die Zukunft betrifft, bleibt uns nur abzuwarten, wie weit Facebook kommt.

  4. Wird das deutschsprachige Facebook zuerst StudiVZ angreifen? Schon möglich, aber wozu sollte das gut sein? Facebook ist längst viel breiter positioniert als zu jener Zeit, da StudiVZ eine billige Kopie vom großen Original zog. Studenten stehen nicht mehr im Vordergrund. Erst recht nicht in Deutschland, da unter den 600.000 hiesigen Nutzern nur relativ wenig Studenten zu finden sind. Und siehe da: Facebook setzt vor allem auf die vielen viralen Effekte seiner Plattform. (Mit Viren kenne ich mich jetzt aus, die können ganz schon hartnäckig sein.)

  5. Wird Facebook StudiVZ kaufen? Schon möglich, aber wozu sollte das gut sein? Um die Investition Holtzbrincks am Ende doch noch mit einem schönen Ausstieg zu krönen? Um eine Zielgruppe an Land zu ziehen, die Facebook gar nicht braucht? Um eine Plattform zu übernehmen, die sich nach allen Regeln der Kunst selbst demontiert hat? Um Geld auszugeben, dass Facebook anderswo viel besser investieren kann?

Hier gibt es heute nichts zu sehen. Ich habe meinen Kopf in die Teilnehmerliste der next07 gesteckt. Und freue mich noch heute, wie viele gute und interessante Leute dabei waren.

Nebenan berichtet Mark Pohlmann ausgiebig von der LeWeb3, die seit gestern in Paris stattfindet.

Im Mediabrief gibt Claudia Riebeling eine Übersicht zum Thema Behavioral Targeting. Nicht erst seit Facebook Beacon ein heißes Thema.

Facebook kommt im ersten Halbjahr 2008 nach Deutschland, berichtet Thomas Knüwer im Handelsblatt. "StudiVZ und Xing müssen sich da vielleicht doch bald warm anziehen", orakelt Dominik Grollmann im Newsletter der Internet World Business (hier die Meldung dazu).

Und die Macher von Mister Wong haben ein neues Eisen im Feuer: Beam it up Scotty sendet beliebige Dateien auf Mobiltelefone. Kostenlos.

In den USA zeichnet sich eine massive Umschichtung der Mediabudgets von den klassischen Medien in Richtung Internet ab. Diese Einschätzung gab diese Woche kein Geringerer als der CEO von Universal McCann Nick Brien zu Protokoll. 50 bis 60 Prozent der Budgets könnten demnach schon in den nächsten Jahren ins Internet wandern.

Ist Ähnliches auch in Deutschland zu erwarten? Das Fachblatt iBusiness hat nach der hiesigen Stimmung gefragt. Hier die Antwort von Laurent Burdin, Geschäftsführer Beratung von SinnerSchrader:

Diese Entwicklung bemerken wir auch in Deutschland, jedoch mit einer zeitlichen Verschiebung. Amerika ist uns zwei bis drei Jahre voraus.
Aber der Trend bleibt gleich: Markenartikler interessieren sich immer mehr für das Internet. Es gibt dafür einen einfachen Grund: Ihre Konsumenten haben das Internet als Kanal Nr. 1 gewählt. Sie kaufen dort mehr und mehr.
Und vor allem entwickeln sie eine neue Konsumkultur der Interaktion mit Marken und übernehmen selbst die Kontrolle. Gute Markenartikler erkennen das und werden es immer stärker nutzen.

iBusiness hat übrigens auch die großen klassischen Werbeagenturen nach ihrer Einschätzung befragt:

Nur ein Statement haben wir von keinem bekommen. Weder von Jung von Matt, BBDO Germany noch Springer & Jacoby. Nicht einmal die Vertröstungen waren kreativ: BBDO hat "kurzfristig leider keinen der Ansprechpartner in der Gruppe für ein Statement erreichen können" und für JvM war "das Timing leider etwas zu eng". Dialogmarketing und Kommunikation in Echtzeit sind wohl wirklich nicht die Stärke der klassischen Agenturen.


Wer...

  • ...schaltet mit enormem Mediaaufwand Anzeigen und TV-Spots ohne Absender?
  • ...kommuniziert die Webadresse der Kampagne nur in Print?
  • ...baut eine Flash-Site, für die ich zuerst den neuesten Flash-Player installieren musste?
  • ...veranstaltet dort ein wenig originelles Quiz mit einer nervtötenden Würfelanimation?
  • ...stellt zuletzt eine Frage, die kaum jemand beantworten kann, der nicht schon vorher weiß, wer der Absender ist?
  • ...bereitet auf diese Weise einen Börsengang vor?

Richtig, es ist die RAG. Ein Unternehmen, das dessen Tochter DSK nach wie vor vom Steuerzahler subventioniert wird.

Es handelt sich um die Teaserkampagne für den neuen Namen der RAG, der am 12. September annonciert werden soll.

So was soll wohl eine innovative Multikanalkampagne sein. Seufz.

Sam Zell, vor kurzem Eigentümer einer Reihe großer US-Tageszeitungen geworden, hat mit einer kleinen Bemerkung für große Erregung gesorgt:

"If all of the newspapers in America did not allow Google to steal their content, how profitable would Google be?" Zell said during the question period after his speech. "Not very."

Dagegen ist leicht eingewendet, dass Google News nur Überschriften und Textauszüge verwendet und ansonsten direkte Links zur Quelle setzt. Von Diebstahl keine Rede.

Aber: Wenn Google tatsächlich das Betriebssystem der Werbung baut (und das hat Eric Schmidt nun bestätigt), dann muss die Frage vielleicht etwas anders gestellt werden:

It could be that Zell is brilliant, and is saying something that simplifies the truth to make a bigger point, and he doesn't mind if you think he's inept if some people get the bigger picture -- which is he thinks of the Internet and Google as being the same thing, and you know what -- I bet a lot of other people do too, and they have a point. Like the public radio stations, maybe we're fooling ourselves if we think we're not writing for Google, as they are fooling themselves into thinking they're not creating for NPR. We want to cling to our theory that each of us is independent of the others, but what if he's right, and it's us vs them.

"Für wen schreiben wir? Und warum?", fragt Doc Searls:

All kinds of deals may be possible between news organizations and Google. Some conceivably could alter the simple matter of who we're writing for. It might not just be ourselves.

If Web = Google comes to look like a fact for a critical mass of people and organizations, then we will all become part of the same commercial ecosystem: one controlled by a single company.

Zuletzt hatten wir die Umsätze im Januar frisch sortiert. Jetzt gibt es neues Zahlenfutter vom Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW). Der Kern: Die digitale Wirtschaft boomt - bei akutem Personalmangel. Also mal eines nach dem anderen.

Das Wachstum im E-Commerce-Endkundengeschäft ist 2006 (16,3 Milliarden Euro) mit gut zwölf Prozent gegenüber 2005 (14,5 Milliarden Euro) eher moderat ausgefallen. Die Umsätze im gesamten Online-Werbemarkt sind dagegen explodiert: Mehr als 1,9 Milliarden Euro Brutto-Werbeumsätze wurden mit klassischer Online-Werbung, Suchwort-Vermarktung und Affiliate-Marketing generiert. Das entspricht einer Steigerung von 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Prognose für 2007: 2,5 Milliarden Euro Umsatz, anders gesagt: 33 Prozent Zuwachs.

Sieht also ganz so aus, als würden Internetaktivitäten tatsächlich messbar in den Fokus der Werbung rücken.

Auch die Internet-und Multimedia-Dienstleister verzeichnen laut Stimmungsbild des BVDW durchschnittlich rund 18 Prozent Umsatzzuwachs. Für mehr Investitionsfreude unter den Auftraggebern macht der BVDW neben den Web2.0-Anwendungen auch das mobile Internet und die erhöhten Übertragungskapazitäten verantwortlich. Abzuwarten bleibt das Potenzial von Streamingtechnologien und IPTV sowie von Blogs, Podcasts, Gaming und Co.

Viele neue Arbeitsplätze sind im Zuge der positiven Entwicklung geschaffen worden, so dass die Zahl der Festangestellten in der Branche durchschnittlich um 24 Prozent gestiegen ist.

Soweit das Positive.

Die genannten Zahlen verdecken allerdings den immensen Mangel an geeigneten Fachkräften in der Branche. Da der Gesetzgeber sowie andere politische Entscheidungsträger nicht gerade als Unterstützer der Digitalen Wirtschaft in Erscheinung treten, wie BVDW-Präsident Arndt Groth bemängelt, sondern im Gegenteil die Wettbewerbsposition deutscher Unternehmen im internationalen Kräftemessen eher noch schwächen, will der BVDW selbst Hand anlegen – mit einer

„großangelegten Initiative unter Beteiligung verschiedener privatwirtschaftlicher wie öffentlicher Bildungsträger, der Marktteilnehmer sowie anderer Organisationen und der Öffentlichen Hand“.

Wir bleiben dran.

Maurice Lévy, Publicis
Auch Gerade Werber sind nicht gegen neue Einsichten gefeit. Publicis-Chef Maurice Lévy hat kürzlich für 1,3 Milliarden Dollar die Interactive-Agentur Digitas übernommen. Jetzt schlägt er in einem von der BusinessNews (Ausgabe vom 12 Februar) zweitverwerteten Interview mit der Wirtschaftswoche Töne an, die bei uns die Herzen verschiedener Ressorts höher schlagen lassen.

Mark "Online Conversations" Pohlmann freut sich über diese Passage:
In der Tat verstehen Verbraucher heute mehr und mehr die Mechanismen des Marketings. Wenn wir künftig nicht als Eindringlinge empfunden werden wollen, ist intelligentere, humorvollere Ansprache gefragt.

Was heißt das für die Zukunft der Mediengesellschaft?

Verbraucher sind nicht mehr bloß passive Empfänger von Produkten oder Nachrichten, die ihnen andere, vermeintlich bestens informierte Experten vorsetzen können. Der Wissensvorsprung der bisherigen Infoelite schrumpft drastisch, Zeitungsleser, Radiohörer, Fernsehzuschauer, Internetnutzer werden selbst zu Meinungsführern.

Was bedeutet das für Industrie und Werbeagenturen?

Wir werden völlig anders auf die Verbraucher zugehen: nicht einbahnstraßenartig zu ihnen sprechen, sondern ein Gespräch eröffnen, wenn unsere Botschaften sie erreichen sollen. Das wird immer schwieriger.
Bei den Absendern des Mediabriefes kommt bei den folgenden Sätzen Begeisterung auf:
Wo also liegt die Zukunft der Werbung?

Ich bin kein Hellseher, aber es ist gut vorstellbar, dass traditionelle Print- und TV-Werbung in einer Welt der digitalen und mobilen Medien keinen Platz mehr hat – vor allem, weil man im Internet die Wirksamkeit viel besser messen kann. 2010 werden zehn Prozent der weltweiten Werbeinvestitionen im Internet generiert. Wir selbst wollen in fünf Jahren 25 Prozent mit Internet- und anderen Spezialagenturen umsetzen.
In der Wiwo steht noch mehr:
Sterben TV-Spots und Printanzeigen aus?

Ach, das Fernsehen ist schon zu oft tot gesagt worden. Kurzfristig wird sich nicht viel verändern, aber in vielleicht 15 bis 20 Jahren sicher. Die Situation der TV-Werbung ähnelt immer mehr diesen Szenen aus Zeichentrickfilmen: Ein Hund läuft mit Karacho auf den Abgrund zu, bis über die Felskante hinaus, rennt und rennt - und merkt erst, wenn er schon in der Luft hängt, dass der Absturz unvermeidlich ist.
Schönes Bild. [via iBusiness]

Onlinewerbung und E-Commerce wachsen weiterhin kräftig. Soviel steht fest. In den letzten Wochen sind einige Zahlen auf den unbedarften Beobachter eingeprasselt, die ein reichlich verwirrendes Bild hinterlassen. Sortieren wir mal.

Onlinewerbung

Es begann mit einer Meldung des Bitkom, die der klassischen Werbung im Internet für 2006 ein Wachstum von 45 Prozent (schön) auf rund 480 Millionen Euro (zu wenig) attestierte. Der Onlinevermarkterkreis (OVK) hielt sofort zwei Tage später dagegen und wies auf seine September-Prognose hin, die für 2006 bereits 785 Millionen Euro klassische Online-Werbung erwarten ließ.

Inzwischen hat der OVK diese Zahl noch einmal nach oben korrigiert: 903 Millionen Euro seien es tatsächlich gewesen. Die Basis für diese Einschätzung sind die Zahlen von Nielsen Media Research [PDF]. Nielsen hat Bruttowerbeaufwendungen von 692 Mio. Euro ermittelt, der OVK schlägt da noch etwas auf.

Für Suchwortvermarktung (Prognose: 710 Mio.) und Affiliatemarketing (155 Mio.) gibt es noch keine neuen Zahlen. Die drei Segmente addierten sich in der September-Prognose bereits auf 1,65 Milliarden Euro. Die Gesamtumsätze mit Onlinewerbung und die erste Prognose für 2007 sollen bei der Jahrespressekonferenz des BVDW am 15. März auf der CeBIT auf den Tisch gelegt werden.

Den Hintergrund der niedrigeren Bitkom-Zahlen beleuchtet Value Mountain.

E-Commerce

Hier ist die Lage umgekehrt. Traditionell gibt der Bitkom für den E-Commerce-Umsatz vergleichsweise hohe Zahlen an. 46 Milliarden Euro seien es 2006 gewesen, lautet die jüngste Meldung. Das ist ein Plus von 44 Prozent. Für 2010 werden 145 Milliarden Euro prognostiziert, das wären durchschnittlich 33 Prozent Wachstum pro Jahr.

Zurückhaltung übt dagegen der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE), der im November 2006 an seiner im Vorjahr abgegebenen Prognose festhielt und 16,3 Milliarden Euro E-Commerce-Umsatz für 2006 erwartete, davon 4,1 Mrd. im Weihnachtsgeschäft (November/Dezember). Für 2007 peilt der HDE 18,3 Mrd. an.

Noch darunter liegen die Zahlen des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (bvh). Der Online-Umsatz mit Waren - ein Teilsegment des E-Commerce - lag danach 2006 erstmals über 10 Milliarden Euro. Dazu kommen jedoch die Umsätze mit Dienstleistungen, für die der bvh keine Angaben macht - ist ja auch nicht sein Geschäft.

Für diese großen Unterschiede habe ich bislang keine plausible Erklärung. Warum die bvh-Zahlen so niedrig sind, hat Jochen Krisch im vergangenen Sommer in zwei Beiträgen erläutert.

Torsten Ahlers (Foto: AOL)

Torsten Ahlers, so berichtet heute die FTD, wird Geschäftsführer der neuen AOL Deutschland Medien GmbH, die AOL.de betreibt. Charles Fränkl geht zu Hansenet, wo das von Telecom Italia übernommene Internetzugangsgeschäft gelandet ist.

Ahlers kommt aus dem Mediageschäft und kennt die deutsche Verlagslandschaft aus eigener Anschauung. Er war Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei Tomorrow Focus Sales und dort für Erstellung und Vermarktung der Internetinhalte und Crossmedia-Angebote von Hubert Burda Media, Verlagsgruppe Milchstraße und MSN verantwortlich. Bei Gruner + Jahr (EMS) und Axel Springer hat er auch schon gearbeitet.

Das Mediageschäft - also der Verkauf von Werbeplätzen - ist für AOL künftig eine Frage von Sein oder Nichtsein. Denn AOL stellt sich wie RTL oder ProSiebenSat.1 auf, als werbefinanziertes Vollprogramm im Web.

Philipp Schindler, Nordeuropachef von Google, streut im Interview mit Horizont (die ersten drei Fragen samt Antworten gibt es für Abonnenten auch im Web) den Medienunternehmen etwas Sand in die Augen:

Medienunternehmen erstellen Inhalte orginär selbst und beschäftigen Redakteure. Google beschäftigt dagegen extrem viele Ingenieure und Programmierer - deshalb sind wir ein Technologieunternehmen und kein Medienhaus. Vielleicht haben wir diesen entscheidenden Unterschied in der Vergangenheit nicht genügend kommuniziert.
Was Google aber überhaupt nicht kommuniziert und Schindler auch nicht, ist die Tatsache, dass Google mit Ingenieuren und Programmierern extrem vieles von dem macht, was Medienhäuser mit Redakteuren und Anzeigenverkäufern tun. Um da noch einmal Robert Young (GigaOM) zu zitieren:
The only way for traditional media companies to leverage the core competencies they have today in order to compete with Google’s Ad/OS, in the long run, is to start breeding ad salespeople who will have the expertise and capability to sell across all media platforms. Sure, that’s feasible… when pigs can fly.
"Mit Hochdruck" arbeitet Google laut Schindler an zwei Themen:
  1. Das Geschäftsmodell und die Logik von Adsense sollen auf Video-basierte Inhalte übertragen werden.
  2. Für den Urheberrechtsschutz soll eine Lösung gefunden werden, die alle Seiten zufriedenstellt.
Wir werden sehen.

Anfang des Jahres haben wir uns auf dem Fischmarkt mit der durch Google betriebenen Automatisierung der Werbung befasst (hier Teil 2 und Teil 3, eine Antwort auf Martin Röll und Teil 4).

Robert Young bringt bei GigaOM jetzt eine ähnliche These zu Papier auf den Schirm:

Simply put, Google is building what is essentially an operating system (”OS”) for advertising… one that will work across all media. [...] Google’s Ad/OS will optimize media buying across the spectrum & manage creative placement.

Google’s Ad/OS will be used to manage and buy ads at many of the top new media publishers like MySpace, YouTube, AOL, Ask, and Google itself, of course, along with hundreds of thousands of blogs. It will also be used to buy ads in the NY Times, the Boston Globe, the Washington Post, and all sorts of local papers owned by Tribune, Gannett and McClatchy… not to mention radio stations all over the country that are owned by Clear Channel and other radio conglomerates. And if Google executes on its plan, soon all the major broadcast TV and cable networks will join in to make their ad inventory available via Google’s Ad/OS.

Die spannende Frage ist dann, und auch das hat uns hier vor kurzem beschäftigt, wie dies sich auf das Geschäftsmodell der etablierten Medienhäuser auswirkt. Young ist da wenig zuversichtlich:

The only way for traditional media companies to leverage the core competencies they have today in order to compete with Google’s Ad/OS, in the long run, is to start breeding ad salespeople who will have the expertise and capability to sell across all media platforms. Sure, that’s feasible… when pigs can fly.

Constantin Gillies schreibt in der WamS über den zweiten Goldrausch im Internet. Bevor jemand schreit, er bringe für den Web-2.0-Experten wenig Neues - das ist auch nicht sein Job. Die Geschichte muss für den WamS-Leser und dessen Vorverständnis tauglich sein.

Ihr Anlass ist natürlich GoogleTube, außerdem haben u.a. das Aal-Prinzip, Qype, MySpace, Xing/OpenBC und Plazes nebst einigen Analysten und Unternehmensberatern ihren Auftritt. Und Gillies benennt einen wichtigen Unterschied zur Bubble 1.0:

Hinzu kommt, dass Werbung im Internet im Gegensatz zum Jahr 2000 längst Bestandteil jedes Marketingkonzepts geworden ist. Allein in Amerika werden in diesem Jahr rund 20 Milliarden Dollar für Netzreklame ausgegeben.

Die Werbeeinnahmen dürften also ausreichen, um die neue Webwirtschaft am Laufen zu halten. Wahrscheinlich aber nur für wenige Anbieter.

Holger Schmidt befasst sich in der FAZ mit der Blog-Rangliste von Technorati und Edelman. Und - Skandal, Skandal! - er lässt das grobe Geschrei wie auch die präzise Kritik in der Blogosphäre komplett außen vor.

Bildblog, Spreeblick und Basic Thinking sind die Blogs mit dem größten Einfluß in Deutschland.

Na, das deckt sich doch mit den deutschen blogcharts...

Technorati-Chairman Peter Hirshberg stellt Deutschland kein gutes Zeugnis aus:

"Deutschlands hinkt Amerika in Sachen Blogs um einige Jahre hinterher. In Amerika ist der Einfluß der Blogs auf die Kommunikation der Unternehmen schon viel größer als hier. Dort suchen die Öffentlichkeitsarbeiter das Gespräch mit Bloggern genauso wie mit Journalisten. Außerdem nutzen die Marktforscher die Blogs, um die Meinung ihrer Kunden ungefiltert zu erfahren."

Mag auch einfach daran liegen, dass die deutsche Bloggerszene um einige Jahre hinterherhinkt...

Das Projekt BertelSpace beschäftigt natürlich auch die Blogwirtschaft. Alles, was dazu zu sagen ist, hat Nico Lumma gleich am Sonnabend gesagt:

Wir nähern uns dem Ende des Jahres 2006 und sogar Bertelsmann denkt schon über einen deutschen MySpace-Clone nach? Wow, das wird anständig in die Hose gehen.

Lange wurde gepennt in Güterslow und nun wird mal so richtig gezeigt, wie man User-generated Content in diesem Internetz macht. Ich sehe jetzt schon die ganzen aufgeregten Beratherhorden, die ein Web 2.0 Buch bestellen und schon mal ihre Texte üben. Heraus kommt dann irgendwas, was auf alle Kanälen beworben wird und ungefähr so spannend wie t-community oder AOL Hometown.

Wann soll das rauskommen? Ich kann vor Aufregung kaum schlafen.

Wie gerufen kommt da diese Überschrift in der heutigen FTD: Verlagen fehlt passende Web-Strategie

Die Erosion des Zeitungsgeschäfts durch die wachsende Internetkonkurrenz macht Großverlage und Medieninvestoren in den USA zunehmend nervös. Viele Verlage stellen ihre Geschäftsmodelle in Frage. [...] In den vorigen zwei Jahren haben die Verlage zunehmend die Konkurrenz aus dem Internet zu spüren bekommen. "Die Auflagen sinken, und die Anzeigenerlöse schwächen sich ab", sagte Jennifer Saba vom Branchenblatt "Editor & Publisher". Derzeit entfielen zwar erst fünf bis zehn Prozent des traditionellen Verlagsumsatzes auf das Onlinegeschäft, mittelfristig werde dieser Anteil aber auf 50 Prozent steigen.

Es geht nicht um Sender, sondern um Formate!
Der Onlinevermarkterkreis - das sind die Jungs, die derzeit mit Web 1.0 richtig Geld verdienen und sich etwas verunsichert fragen, ob das mit Web 2.0 eigentlich so bleiben wird - der Onlinevermarkterkreis also (genauer gesagt der Arbeitskreis Media im BVDW) traf sich gestern in Hamburg und lauschte den Referaten von Matthias Schrader und Sören Stamer zu eben jener Frage: Geld verdienen mit Web 2.0 - und wie verändert sich die Rolle von Vermarktern und Agenturen im Angesicht von Phänomenen wie IP-TV und Video (YouTube & Co.), Social Web und user-generated content? Die Folien von Matthias Schrader gibt es jetzt hier auf dem Fischmarkt. Die Tonspur trägt Matthias Schrader gern bei passender Gelegenheit ein zweites Mal vor.

Zwischen der umfangreichen Berichterstattung (Danke, Oliver!) vom Web-2.0-Kongress geht das webzwonullige Leben da draußen weiter. Zwei Artikel - aus der Welt von heute und der FAZ von morgen (auch das übrigens macht das Web möglich) - beleuchten zwei Seiten derselben Medaille:

Ulrike Langer beschreibt in der Welt, wie und warum Marken mit ihrer Werbung ins Netz gehen - und dort selbst Fernsehen (und anderes) machen, statt wie bisher beim klassischen TV die fertig produzierten Reichweiten einzukaufen:

Um junge Konsumenten dort zu packen, wo sie für Werbung noch empfänglich sind, schichten vor allem internationale Markenriesen wie Coca Cola, Toyota oder die Konsumgüterkonzerne Proctor & Gamble und Johnson & Johnson immer größere Teile ihrer Werbebudgets in Richtung Internet um. Dafür wird bei der Fernsehwerbung gekürzt. Allein Coca Cola schaltete im Jahr 2001 noch TV-Spots bei den großen US-Networks im Wert von 270 Millionen US-Dollar. 2004 und 2005 waren es nur noch rund 190 Millionen Dollar, und die Tendenz setzt sich fort.

Holger Schmidt kommentiert in der FAZ zuverlässig wie immer den Google/YouTube-Deal. Anderer Anlass, gleiche Logik:

In großem Stil werden zur Zeit Werbebudgets ins Netz verlagert. Anders als im Web 1.0 müssen Nutzer mit gleichen Interessen nicht mühsam auf eine Internetseite gelockt werden, um ihnen dann dort Werbung zu präsentieren. Heute treffen und gruppieren sich die Nutzer spontan und ohne teure Werbekampagnen im Netz. Damit wird das Internet zum idealen Werbeumfeld, um Zielgruppen zu erreichen, die sich mit den traditionellen Massenmedien kaum punktgenau erreichen lassen.

Wie schnell sich eine Investition in eine Online-Gemeinschaft rechnen kann, hat jüngst Medientycoon Rupert Murdoch gezeigt. Für 580 Millionen Dollar hat er Myspace übernommen, um nur wenig später 900 Millionen Dollar von Google zu kassieren, damit Google als Suchmaschine auf Myspace präsent ist.

Ähnlich wird sich auch der YouTube-Deal rentieren, da ist sich Schmidt sicher. Diesmal allerdings wird Google kassieren.

thecmons.com

Was haben Stoffpuppen mit einem neuen Kleinwagen zu tun? Der Mediabrief weiß Bescheid.

Wenn sich in diesen Tagen die Branche wieder einmal zur OMD versammelt, dann dürfte die Stimmung wohl noch besser sein als vor einem Jahr. Online-Marketing boomt. Und dennoch hat sich in den letzten zwölf Monaten einiges verändert. Wäre es vor einem Jahr denkbar gewesen, dass Andreas Weigend eine Eröffnungskeynote unter dem Titel „Von Targeting zu Discovery: Transparenz und Konvergenz im Web 2.0“ hält? Vermutlich nicht.

Mediaplanung befasst sich seit Menschengedenken mit der Frage, wie welche Zielgruppen effizient und zielgenau mit den ihnen zugedachten Werbebotschaften erreicht werden (Targeting). Nun ändert sich das Bild rapide. Denn heute wählen die einst passiven Rezipienten selbst aus, welche Botschaften sie hören wollen und welche nicht (Discovery). Dieser Paradigmenwechsel erschüttert das Mediageschäft bis in seine Grundfesten.

Mit den praktischen Konsequenzen des Wandels befasst sich der aktuelle Mediabrief in einem Leitartikel. Weitere Themen:

Skyscraper Audi Q7, Modellansicht
Telecom Italia

Das Internetzugangsgeschäft von AOL in Deutschland geht an Telecom Italia. Die Ad-hoc kam gerade rein. AOL konzentriert sich auf sein Medien- ("audience services") und Mediageschäft ("online advertising sales").

Under the terms of the five-year partnership, AOL will design, host and operate audience services for Telecom Italia’s entire residential Internet access customer base in Germany. AOL will be responsible for all online advertising sales for the co-branded audience services. The financial terms of the audience services partnership were not disclosed.

Man könnte auch sagen: Der Medienkonzern Time Warner kehrt zurück zu seinen Leisten. In Deutschland war Telecom Italia bislang mit Hansenet und der Marke Alice vertreten. Übrigens betreibt mit Telefónica ein Wettbewerber von Telecom Italia den AOL-Internetzugang. Wie lange noch?



British Airways wirbt mit diesem TV-Spot für seine Sonderangebote. Oder doch eher für Google Earth?

adcatch.de
InteractiveMedia (Telekom) hat vor kurzem sein Affiliate-Netzwerk adcatch gestartet. Seinen Ansatz bündelt adcatch in der nicht eben zurückhaltenden Ansage "Next Generation Affiliate Marketing".

100partnerprogramme.de hat zum Markteintritt ein Interview mit Joachim Rabe geführt, der den Geschäftsbereich Affiliate Marketing bei InteractiveMedia leitet.

Wie wird sich adcatch von den etablierten Affiliate-Netzwerken differenzieren? Joachim Rabe:

Weil der Markt rasant wächst, sich aber auch weiterentwickelt, sind wir überzeugt, dass unser Ansatz einen Platz inmitten der so genannten Platzhirsche finden wird. Wir sind einer der renommiertesten Onlinevermarkter in Deutschland und gleichzeitig einer der größten. Seit über einem Jahrzehnt haben wir intensive Kundenbeziehungen und entsprechendes Know-how aufbauen können. Viele unserer Kunden betreiben bereits Affiliate Marketing. Einige, die es bisher nicht gemacht haben, werden mit uns gemeinsam diesen Schritt tun.

Und wir können neben den Vorteilen durch unsere Plattform auch noch etwas anbieten, was so bisher kein anderer im Markt anbieten konnte: klassische Markenkampagnen auf hochwertigen redaktionellen Werbeumfeldern in Kombination mit Abverkaufskomponenten auf adcatch – alles aus einer Hand, mit unserem bewährten Service.

nugg.ad
Werbung im Internet muss sein. Schließlich muss am Ende jemand die Rechnung bezahlen. Doch Werbung im Internet kann besser sein als sie heute ist. Daran arbeiten die Goldschürfer von nugg.ad, einer neuen Plattform für Echtzeit-Mediaplanung. Mehr nach dem Sprung zum Mediabrief.

Wie ich höre, kursieren Gerüchte, wonach es bereits keine Karten mehr für die OMD im September gebe. Dazu stelle ich fest: Ich habe mich gerade problemlos registriert.

Wenn nichts dazwischenkommt, wird man mich dort also mit Münte-Gips bewundern können.

Die Onlinemarketingbranche ist empört. Der Grund: Billigflieger germanwings hat sich wieder eine kleine Gemeinheit ausgedacht. Der Mediabrief klärt auf.

pirate_island.jpg
Quizfrage: Was ist das?

emeriti_mark_recommad.png

Emeriti nennt Mark Langeneck seine (Ein-Mann-)Agentur. Dort arbeiten also nur Akademiker im Ruhestand, oder habe ich etwas falsch verstanden? Doch Spaß beiseite. Mark schreibt:

Die Online-Werbewelt wird immer mehr zu einem Technik-Zirkus, der durch Contextual- und Behaviorial Targeting oder Keyword Marketing wie mit einer Brechstange versucht, Zielgruppen und höchst segmentierte Märkte zu erreichen. Zu häufig immer noch nach dem Top-Down-Prinzip. Es gibt natürlich auch andere Trends (Word of Mouth/Viral), aber eine Weiterentwicklung in Richtung Web 2.0 bleibt in der normalen Online-Werbung unbeachtet. Der hochgelobte Vorteil des Internets - die Interaktivität - wird in der Online-Werbewelt immer noch mit der Echtzeit-Auswertung und Messung von Daten gleichgesetzt (also dem direkten Rückkanal), statt mit der Interaktion, dem Dialog, dem Austausch zwischen den Menschen.

Was Mark Langeneck dem entgegenzusetzen hat, steht nebenan im Mediabrief.

Das Dilemma der Werbeindustrie

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Wir, die ehemals passiv konsumierenden und heuer sich artikulierenden Internetnutzer, behandeln Themen lieber selbst, als nur darüber zu lesen. Wir geben authentische und vielschichtige Einsichten in unsere Meinungsfreude, vernetzen uns mit anderen Meinungsträgern und erfreuen uns auf dieser Metaebene daran, dass die Marken dieser Welt zwar dauernd Thema sind, aber selbst nicht zu Wort kommen.

Aber, liebe Werbeindustrie, genau hier, wo wir sind, muss eure Werbung fortan hin. Jedenfalls, wenn sie wirken will. Das Dilemma: Unsere digitalen Gespräche verstehen sich als Gegenentwurf zu eurer durchkommerzialisierten Internetwelt. So ist es entsprechend schwer, hier eine glaubwürdige wie effiziente Werbung zu plazieren. Dieses Problem zu lösen, wird euch noch lange beschäftigen.

Der Mediabrief behandelt die fünf Probleme Neuerungen, auf die ihr euch einstellen müßt. "Das Ende der Reichweite". Weiterlesen

Online-Werbung 2.0. Wichtiges Thema. Marco Seiler von Syzygy zitiert Mediennutzungsstudien, denen zufolge wir inzwischen zehn Stunden am Tag Medien nutzen - aber mehrere parallel. Wo bleibt da die Aufmerksamkeit für Werbung?

DSL treibt die Nutzungsdauer in die Höhe. Der Kreis regelmäßiger Nutzer wächst rasch. Dagegen verlieren regionale Abo-Tageszeitungen an Reichweite, und der durchschnittliche Spiegel-Leser wird immer älter. Dank Internet. Auf der MSN-Homepage sind mehr Nutzer als die sieben größten Tageszeitungen in den USA zusammen erreichen.

16:08
Bekanntlich hinken die Online-Werbeausgaben hinter der Nutzung (15 Prozent an der gesamten Mediennutzung) her. Im Jahr 2005 waren es 4,4 Prozent der Brutto-Werbeausgaben insgesamt. Und das Aufmerksamkeitsniveau ist online höher als zum Beispiel beim Fernsehen.

In Großbritannien werden in diesem Jahr voraussichtlich schon 13,2 Prozent der Werbeausgaben online ausgegeben. Der Vorsprung gegenüber Deutschland beträgt Lichtjahre, sagt Seiler.

16:13

Die Online-Werbeformate sind natürlich ein Teil des Problems. Seiler zeigt ein paar Beispiele. Kreativität? Qualität? Er zitiert Reinhard Springer. Kreativtrends kommen aus der nichtklassischen Werbung.

16:17
Christian Bachem fragt, wie wir das "2.0" in Web 2.0 und Werbung 2.0 verstehen sollen. Sein Thema: Das große Online-Versprechen und wie es gebrochen wurde. DMMK 1996: Paradigmenwechsel der werblichen Kommunikation. One-to-One statt One-to-Many. Pull statt Push. Dialog statt Monolog. Relevanz statt Irrelevanz. Partnerschaft statt Autorität.

Das waren Zeiten.

16:23
Allerlei Mäusekino-Banner haben dieses Versprechen gebrochen, ja komplett ignoriert. Das Versprechen konnte mit damaligen Mitteln gar nicht gehalten werden. Aus dem alten Denken herausgeholfen hat uns der Crossmedia-Ansatz. Klassische Werbungtreibende wurden angeregt, Onlinewerbung zur Stützung einzusetzen. Und deshalb über das Wie nachzudenken.

Bis 2002 war das Medium weder für die Masse der Nutzer noch für die Werbungtreibenden relevant. Doch das Trojanische Pferd Crossmedia hat dies geändert und komplementäre Ansätze gefördert. Das Internet rückt inzwischen immer mehr ins Zentrum crossmedialer Kampagnen. Beispiel: die Einführung des 1er BMW.

16:30
Das Ende der Aufmerksamkeitsökonomie. It's not just eyeballs anymore, stupid! Wieder DMMK 1996: Der Nutzer und seine Interessen stehen im Mittelpunkt.

Jetzt gibt es substanzielle Geschäftsmodelle. Die Euphorie von 1998/1999 basierte auf dem alten Paradigma der massenmedialen Aufmerksamkeitsökonomie. Das neue Paradigma lautet Beteiligungsökonomie. Dafür steht Web 2.0. Das Mitmach-Web.

Internet 2.0: Das Internet ist das erste etablierte digitale Medium. Nun werden die etablierten Medien digital. Musik, Fernsehen (und bald weitere Medien) werden den Prinzipien der Onlinewerbung unterworfen. Fernsehen wird Pull statt Push. Es wird messbar und personalisierbar.

Das alte Versprechen wird langsam wahr.

16:37
Markus Frank von MSN referiert die Sicht von Microsoft. Natürlich steht auch hier der Nutzer im Mittelpunkt.

Steve Ballmer ist inzwischen drei Tage pro Woche mit dem Thema Advertising beschäftigt. Die klassischen Produkte müssen mit maximal zwei Tagen Aufmerksamkeit seitens des Chefs auskommen.

Die Fansite aida-fans.de hat zwischenzeitlich die offizielle Unternehmenswebsite verdrängt.

16:47
Rupert Murdoch hat gewarnt.

Die Microsoftvision: MSN ist reichweitentechnisch einmal pro Monat Wetten, dass und wird ausgebaut. Die zweite Hälfte ist Microsofts Antwort auf Web 2.0: Windows Live. Alles auf einer Plattform. (Habe ich das nicht heute schon einmal gehört?) Nächste Schritte: Office Live, Xbox Live.

Und dann gibt es natürlich auch Microsoft Werbung 2.0. Web, PC, Mobil und IPTV, Windows Live, Office Live etc. pp.

Jetzt spricht Steve Ballmer in seiner vehementen Art: Microsoft ist jetzt Advertising, Advertising, Advertising.

17:12
Die erste wirkliche Diskussion im Anschluss an die Referate.

Auffällig, wie die Konzernvertreter (Telekom, Microsoft, Intel) hinter den anderen Referenten zurückbleiben. Der Zuhörer merkt, dass sie gezwungen sind, die jeweilige Unternehmenslinie vorzubeten. Ganz anders Sören Stamer, Christian Bachem oder Marco Seiler - sie können sagen, was sie wollen. Da kommt mehr Farbe ins Spiel.

murdoch.png
Scott Karp schreibt in Publishing 2.0 unablässig spannende Dinge über The Business of Publishing in the Digital Age (so die Unterzeile). So jüngst eine konzise Abhandlung über die Frage, wie profitabel Media 2.0 tatsächlich ist. Scott macht die Rechnung am Beispiel von MySpace auf, das mit 28 Mrd. Seitenabrufen im März 2006 (was 366 Mrd. auf Jahresbasis ergeben würde) nach Schätzungen auf gerade mal 200 Millionen Dollar Jahresumsatz kommt:

Do the math — that’s a CPM of $0.06 $0.55!
Nun versucht zwar MySpace auf allerlei mehr oder weniger innovative Art, zusätzlichen Werbeplatz zu verkaufen - doch wozu brauchen große Marken eigentlich Werbung auf MySpace, wenn sie genauso gut oder eher noch besser die MySpace-Community nützen können, ohne dort selbst präsent zu sein? Dann nämlich, wenn ihr Branded Entertainment (siehe Pirellifilm, auch wenn das sicher kein übermäßig brilliantes Beispiel ist) seinen Zweck erfüllt und auf MySpace von den Nutzern selbst verbreitet wird?

Es könnte also sein, meint Scott, dass die Effizienzgewinne des Marketing 2.0 zum größten Teil direkt an die Werbungtreibenden gehen - und nicht an die Medien:
I’m speculating that in a 2.0 future, total spending on marketing and advertising will shrink as marketing 2.0 proves to be far more cost efficient than marketing 1.0 — and big advertisers start pocketing that half of their advertising costs that were previously wasted.
Schlechte Nachrichten für Rupert Murdoch und Georg von Holtzbrinck?

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Matthias Schrader und André Jonske sprechen auf der Fachtagung Online Marketing Trends über On-Demand-Marketing.

Die Themen:

  • Online Marketing Trends 2006
  • Wichtige Daten ermitteln und sinnvoll nutzen
  • Bringt mehr Technik bessere Ergebnisse?
  • Echtzeit- vs. Langzeitoptmierung
Die Termine:
  • 28.03.2006 in Hamburg
  • 30.03.2006 in München
  • 03.04.2006 in Frankfurt am Main

Bevor sich unser Sonderkorrespondent in Vegas dem wohlverdienten Nachtschlaf hingab, übermittelte er uns noch einige erste Eindrücke, "schnell & dreckig aber frisch!"

Ich verstehe immer noch nicht, wie es Microsoft schafft, so viele Menschen mit Zukunftsthemen zu beschäftigen, die keinen Cent Umsatz machen, und trotzdem wirtschaftlich so erfolgreich zu sein. Dafür bewundere ich den Laden zutiefst.

Bill Gates ist ein schlechter Sprecher. Bill Gates ist ein sympathischer, irgendwie rein und jung wirkender Mensch.

Las Vegas ist einfach nur crazy (diplomatisch ausgedrückt). Bis jetzt hatte ich nicht eine Stunde Zeit, neben der Konferenz, dem Versuch zu arbeiten, dem Kampf mit 12 Stunden Zeitverschiebung (wenn ich wach sein muss, bin ich müde - wenn ich schlafen soll, bin ich hellwach) Las Vegas zu bewundern.

Mit der Adaption des Vernetzungs-Gedankens in die neuen Microsoft-Technologien ergeben sich in den nächsten Jahren sehr, sehr spannende Möglichkeiten. Auf einer reichweitenstarken Basis, weil halt Microsoft. Die gezeigten Beispiele sind hier sehr technisch geprägt ("schau mal, das funktioniert"). Aus Business-Sicht noch nicht so sehr überzeugend.

Myspace ist auch hier. Unglaublich, die haben eine Server-Farm von "nur" 150 Stück und sind die reichweitenzweitstärkste Seite im Internet. Besonders im Bereich Personalisierung entwickeln sie zur Zeit mit Atlas & Ajax. Hier geht es um Drag & Drop für personalisierten Content. Sehr überzeugend.

Microsoft baut an einem Ad-Center, was wohl eine Full-Service-Plattform für Werbung (noch online) werden soll. Theoretisch sehr spannend, praktisch wird es wohl noch dauern, bis es so einfach ist wie Aktien kaufen: mal eben Zielgruppe auswählen, Preislimits fürs SEM einstellen, etc. und fertig ;-)

Wichtige Stichworte sind: Beyond the Browser, Vernetzung von Applikationen und Services, Ajax & Atlas, sehr viel Mobile!

Einige Einblicke in Smartclients für Endkunden konnte ich z.B. von BBC und North Face sehen. Ich bin auf weitere sehr gespannt.

Schnell sitzt man in einer Session, in der über APIs und Workflows philosophiert wird... ;-) Wenn es dann eigentlich 5 Uhr AM in Old Europe ist, werden die Augenlider sehr, sehr schwer.

Eine knappe Ad-hoc-Mitteilung von gestern, 19.37 Uhr:

ad pepper media teilt mit, dass die Falk eSolutions AG, Moers mit der DoubleClick Inc. in Verkaufsverhandlungen steht. Ziel von DoubleClick Inc. ist, die Falk eSolutions AG vollständig zu übernehmen.
Und warum teilt ad pepper so etwas mit?
ad pepper media hält derzeit eine Beteiligung von 25,1 Prozent an der Falk eSolutions AG.
doublefalk.png
Gefunden bei Dirk Olbertz, der auch gleich eine Interpretation bereit hält:
DoubleClick wird die Falk wohl schließen. Spätestens wenn die letzten Verträge der Falk-Kunden ausgelaufen sind. Und in Deutschland ist wieder Platz für einen zweiten/dritten großen Anbieter von AdServer-Technologie. Die Online-Vermarkter in Deutschland werden sich jetzt gut umschauen müssen, um bei den nächsten Veträgen noch so gute Preise wie jetzt zu bekommen.
Aus der Sicht des Mediaplaners hingegen sieht die Sache etwas anders aus. André Jonske, Leiter von SinnerSchrader Media, hält den Deal für erfreulich, weil er die Standardisierung im Onlinemediageschäft vorantreiben würde. Falk eSolutions sei ein ernstzunehmender Konkurrent für DoubleClick dank einer besseren Technologie, die DoubleClick sich wahrscheinlich ins Haus holen würde. Der Marktvorteil von DoubleClick ist hingegen die hohe Verbreitung auf Publisher-Seite.

Nachtrag: Jetzt meldet auch Golem.

Zweiter Nachtrag: Und jetzt ist es amtlich:
Die Marke "Falk" und die Ad-Management-Plattform "AdSolution" werden nach der Übernahme voraussichtlich sukzessive auf die DoubleClick DART-Lösungen migriert. Dabei soll "das Beste aus AdSolution in die künftigen Generationen der DART-Plattform einfließen", so DoubleClick. Letztendlich soll DART die alleinige Ad-Management-Plattform des gemeinsamen Unternehmens werden.

Der Jubel über die jüngsten Umsatzzahlen der Onlinewerbung war groß, auch auf dem Fischmarkt. Auftritt Werner Knopf, geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Kreativagentur KNSK. Im Manager-Magazin liest er der Branche die Leviten:

Was im lauten Hurrageschrei untergeht ist die Tatsache, dass das Gros der Onlinewerbung einfach schlecht ist. Die meisten Pop-ups und Banner sind so attraktiv wie das morgendliche Autofrostfreikratzen. Nur scheint das bei all den Jubelmeldungen niemandem wirklich aufzufallen. Auch Markenartikler und Werbeprofis, von einigen Ausnahmen abgesehen, stehen nicht gerade in der Pole Position, wenn es um Know-how, Qualität und vor allem Kreativität von Onlinewerbung geht.

Warum ist das so? Und warum haben die Markenklassiker in den USA 37 Prozent Anteil an der Onlinewerbung und hier zu Lande nur magere 3 Prozent? Die Antwort ist ganz einfach: Die besten Texter und Art Directors dieser Republik haben immer noch Berührungsängste mit dem Medium Internet. Klar, es gibt sie zwar, die wie Pilze aus dem Boden schießenden neuen Agenturen, die sich auf Onlinekommunikation spezialisiert haben.

Aber Onlineverständnis und einige witzige Ideen reichen mittelfristig nicht aus. Nicht in einem professionellen Milliarden-Euro-Werbemarkt, in dem Etats von 30 und mehr Millionen für Kampagnen vergeben werden. Denn die wollen sehr gut investiert sein.

renault-baguette.jpgKnopf analysiert kühl die Lage, macht ein bisschen Eigen-PR für KNSK und schlägt schließlich vor, mehr Awards für gelungene Onlinewerbung zu vergeben.
Ein hervorragendes Beispiel für das, was aus Onlinewerbung entstehen kann, ist der Baguette-Spot für Renault, der zurzeit im Fernsehen läuft. Eine tolle Idee, die zuerst Online lief und nun die Fernseher erobert. Ich bin gespannt, wie viele Preise die Agentur Nordpol damit einheimsen wird.
Hmm. Ich dachte bisher, das sei zuerst ein Kinospot gewesen.

Es gibt kleine, aber feine Veranstaltungen, die finden ein umfassendes Echo. Und dann gibt es größere, auch ganz feine Tagungen, die bleiben recht unerhört. Jedenfalls bis dato. Gestern fand der 1. Deutsche Mediatag statt, vom Fachblatt media & marketing aus der Taufe gehoben. Und so ganz langweilig kann es dort nicht gewesen sein, glauben wir einmal der Pressemitteilung von gestern, 16.58 Uhr ("1. Deutscher Mediatag provoziert Werbemarkt / Kongress für Medien- und Werbestrategen gibt neue Impulse für die Vermarktung"). Ein Auszug:

So entwarf Uli Bellieno ein neues Marktkonzept für das Mediageschäft: Bisher finanzieren Mediaagenturen ihre Leistungen teilweise aus intransparenten Rückvergütungen der Medien - so genannten Kickbacks -, da Kundenhonorare durchschnittlich kaum die Hälfte der tatsächlichen Unkosten der Agenturen decken. Der Nachteil für die Kunden: Die Planungsempfehlungen der Agenturen werden davon beeinflusst, welches Medium ihnen die besten Kickbacks offeriert.
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Diese Praxis in der Grauzone möchte Bellieno durch eine einheitliche Honorierung der Agenturleistung mit drei Prozent des Buchungsvolumens durch die Medien ersetzen, die in etwa die Kosten der Agenturen deckt. Hinzu kommt eine flexible, leistungsorientierte Prämie der Werbekunden. So soll der Fokus wieder auf die Qualität der Strategie und der Planung gelenkt werden - unabhängig vom Renditedenken der Agenturen. "Die Agenturen hätten so endlich eine kalkulierbare Refinanzierungsgrundlage. Sie könnten unbeeinflusst von Einkaufs-Faktoren strategiegerecht planen", erklärt Bellieno. Für Kunden werde sich damit in finanzieller Hinsicht nichts, in qualitativer Hinsicht jedoch vieles verändern.
Schade nur, dass ich bis jetzt über die Veranstaltung so rein gar nichts im Web lesen kann. Kleiner Tipp an die schlauen Jungs vom Europa-Fachpresse-Verlag: Beim nächsten Mal ein paar einschlägige Blogger einladen, dann rollt der Zug von ganz alleine.

Ein zweites Beispiel aus dieser Kategorie könnte der Internationale E-Commerce-Kongress 2006 werden, eine hochkarätig besetzte und hochpreisige Veranstaltung Anfang April in Wiesbaden.
E-Commerce und E-Business vernetzen unsere Welt immer stärker. E-Commerce wird damit zu einer der wichtigsten „Driver“ der Globalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft. Es entsteht ein gigantischer globaler Marktplatz, auf dem Unternehmen fast alles kaufen und verkaufen können.

Für das Jahr 2006 prognostizieren aktuelle Studien Online-Umsätze von fast 1,4 Billionen US$, wobei über 400 Mrd. US$ davon über grenzüberschreitende Marktplätze generiert werden. Laut einer aktuellen Studie von Forrester nimmt Deutschland innerhalb der europäischen Gruppe mit einem Anteil von 144 Mrd. US$ eine führende Rolle ein.
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  • Wie können deutsche Unternehmen zukünftig noch stärker an diesem globalen Trend partizipieren?
  • Welche Geschäftsmodelle, Anwendungen und Technologien funktionieren wirklich?
  • Welche Chancen ergeben sich daraus speziell für Handels- und Versandhandelsunternehmen, aber auch für die gesamte Konsumgüterwirtschaft?
Sicher eine spannende Tagung. Kann natürlich sein, dass die Medienpartner Wert auf Exklusivität legen und das gemeine Bloggervolk deshalb draußen bleiben muss...

Vierter Teil der Trilogie Die Automatisierung der Werbung. Teil eins und zwei und eine Antwort auf Martin Röll sind im Januar erschienen.

„Die Hälfte meiner Werbung ist hinausgeworfenes Geld. Ich weiß nur nicht, welche Hälfte.“ Dieser dem Marketing-Genie Henry Ford zugeschriebene Satz hat bis heute Gültigkeit. Werbung ist ineffizient, und die Werbebranche hat jahrzehntelang hervorragend davon gelebt.

Aber nicht mehr lange. Wir befinden uns inmitten einer Effizienzrevolution, die keinen Stein auf dem anderen lassen wird. Am Ende werden alle davon profitieren: Werbungtreibende, Agenturen, Werbeträger – und auch die Zielgruppe, Kunden wie Mediennutzer. Und wie das mit Revolutionen so ist: Manch ein Mächtiger wird dabei auf der Strecke bleiben. [...]


Moinho de vento
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Welchen Ertrag Werbeausgaben in klassischen Medien bringen, ist schwer zu messen. Und böse Zungen behaupten, das sei auch gut so, denn sonst müssten Marketingentscheider sich für mangelhafte Strategien, unpräzise Botschaften, langweilige Marken und schlechte Mediaplazierungen rechtfertigen.

Nun arbeitet bekanntlich Google daran, sein bewährtes Werbevermarktungsmodell auch auf klassische Medien zu übertragen. Patrick Keane, Director of Advertising Strategy, wird vor ein paar Tagen in MediaDailyNews mit interessanten Details zitiert, wie dies vor sich gehen könnte.
One straightforward strategy, he said, would be driving readers or listeners back to the online realm and measuring them there.

"The smart advertisers have been coming up with linked campaigns for a while," Keane noted. "They're no longer conceiving of advertising campaigns that are limited to the various silos--just print, just radio, or just Internet, and so on."

As an example, Keane noted how marketers might include a unique URLs in text ads, allowing advertisers to measure by site visits the number of visitors who interacted with the text ad. He suggested advertisers could cast an even wider net by including an old direct response technique--the unique 1-800 number--in print campaigns and radio advertising.
Nichts davon ist neu, und folglich gießt Scott Karp in Publishing 2.0 Hohn und Spott über Keane aus:
Offline advertising — with the exception of infomercials — is a crumby direct response vehicle. Advertisers made due when that was all they had. But Google is delusional if they think these crude direct response mechanisms are going to create an ROI measurement capability for their Print Ad program that is even a pale shadow of what they can do online.
Auch für den Silberstreif am Horizont - interaktives Fernsehen, IPTV und -Radio - hat Karp nur ein Lächeln übrig:
Interactive TV — no there’s a panacea. Seems like a “promising” windmill to tilt at.
Quintessenz: Es wird dauern, bis die klassischen Kanäle so gut messbar sein werden wie die digitalen Medien. In der Zwischenzeit wird, wer Messbarkeit braucht, seine Budgets von Offline zu Online umschichten.

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Meine gestrige Jubelmeldung in Sachen Online-Werbeumsatz muss ich wohl etwas relativieren näher erläutern. Denn die Zahlen zeigen ein reichlich recht optimistisches Bild der Branche.

Zum Vergleich: Nielsen Media Research weist für 2005 Bruttoaufwendungen für klassische Online-Werbung in Höhe von 410 Millionen Euro aus. Die Zahl wurde inzwischen auf 418 Millionen nach oben korrigiert. Der Online-Vermarkterkreis kommt hingegen auf 535 Millionen Euro Umsatz in diesem Marktsegment - eine Art Brutto-Brutto?.

Der Rechenweg: Die Nielsen-Zahlen werden zunächst um einige Umsätze aus dem Bereichen Suchmaschinenmarketing bereinigt und anschließend hochgerechnet. Denn Nielsen deckt nur rund 75 Prozent des Marktes ab. Das Resultat dieser Rechung: (418-17)*100/75=535.

Denn Und dann wären da ja auch noch die Netto-Zahlen des ZAW. Netto heißt hier:

nach Abzug von Mengen- und Malrabatten sowie Mittlerprovisionen, sofern nicht anders bezeichnet vor Skonti, ohne Produktionskosten

Nielsen-Zahlen sind, etwas vereinfacht, die beobachtete Werbeträgerauslastung multipliziert mit der offiziellen Preisliste laut Mediadaten des jeweiligen Werbeträgers. Rabatte und Provisionen (die berühmte AE!) werden nicht berücksichtigt, müssen also zur Betrachtung der tatsächlichen Umsätze abgezogen werden.

Deshalb liegen die Zahlen des ZAW unter denen von Nielsen, sie brauchen aber dafür länger - weil die ZAW-Zahlen im Grunde eine Art educated guess auf Basis der Nielsen-Zahlen sind. Im letzten Jahr lagen die Daten im Mai vor. Vor diesem Hintergrund sind die Zahlen des OVK mit Vorsicht zu genießen zu sehen. Einstweilen habe ich die Basisdaten zum E-Commerce um die Nielsen-Bruttozahlen ergänzt.

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Sie klang schon optimistisch, die Prognose des Online-Vermarkterkreises (OVK). Doch offensichtlich war noch genug Luft enthalten, sodass die jetzt vorgelegten Zahlen für 2005 die Prognose locker übertreffen: 60 Prozent Umsatzwachstum meldet der OVK für den Online-Werbemarkt im vergangenen Jahr. Für 2006 liegen die Schätzungen nun bei einem Gesamtvolumen von 1,3 Milliarden Euro oder einem erneuten Zuwachs um 46 Prozent.

Die am stärksten beworbene Produktgruppe sind Online-Dienstleistungen. Dahinter folgen Telekommunikation, Finanzen, E-Commerce und der Automarkt. E-Commerce dürfte ist hier nach Nielsen-Systematik als Versand von Waren plus Tourismus/Ticketing zu verstehen sein. Dieses Geschäft Der Online-Versandhandel macht jedoch laut Statistik des bvh mit 6,1 Milliarden Euro (Prognose 2005) nur etwa ein Drittel des gesamten E-Commerce-Umsatzes aus. Zusammen mit elektronischen Dienstleistungen wie Touristikbuchungen, Finanzdienstleistungen, Versicherungsabschlüssen und Softwaredownloads hat der E-Commerce-Umsatz mit Waren und Dienstleistungen im Jahr 2005 voraussichtlich einen Wert von 18,1 Mrd. Euro erreicht.

Die steigende Akzeptanz des Online-Kaufs ist denn auch - neben der zunehmenden Verbreitung von Breitbandanschlüssen und damit steigender Nutzungsintensität - einer der wichtigsten Gründe für das enorme Wachstum der Online-Werbung. Sie hat mit 4,6 Prozent inzwischen einen relevanten Anteil am Gesamtwerbemarkt erreicht. Für kommenden Jahre wird allgemein erwartet, dass sich die Schere zwischen Mediennutzungsanteil (2005: 14,6 Prozent) und Werbemarktanteil schließt.

E-Commerce treibt also das Wachstum der Online-Werbung voran, und Online-Werbung hat inzwischen ein Volumen erreicht, das sie mehr und mehr zum Wachstumstreiber für den gesamten Werbemarkt macht. Dazu passt die Markteinschätzung von Booz Allen Hamilton, der zufolge es zu zu einer Verschiebung von den alten zu den neuen Medien und von klassischer zu nicht-klassischer Kommunikation kommt.

"Das Geschäftsmodell der Werbeagenturen ist womöglich nicht mehr lange zeitgemäß", orakelt Bernd Röthlingshöfer. Den Anlass dazu geben zwei Beobachtungen:

  • Google testet ein Auktionsmodell für Printwerbung, und Gerhard Schoolmann spielt die Konsequenzen durch, die Googles Markteintritt im Besonderen und Auktionsmodelle im Allgemeinen auf den klassischen Werbemarkt haben könnten. Seine Kernaussage:
    Das traditionelle Geschäftsmodell der Werbeagenturen, die heutzutage von den Agenturprovisionen der Medien (meist 15%) leben, gerät unter Druck. Das Koppelgeschäft - wir entwerfen kostenlos Anzeigen und verdienen an der Agenturprovision - wird zerschlagen und die Agenturen werden sich auf das eine oder das andere spezialisieren. Die Anzeigenprovisionen fließen stattdessen in die Taschen von Google und Anbietern, die nachziehen werden.

    Ähnliche Überlegungen hatten uns auf dem Fischmarkt zuletzt im Januar beschäftigt. Die Auswirkungen der Automatisierung treffen vor allem Werbeagenturen, die zugleich als Mediaagenturen arbeiten oder ihre Gewinne vor allem aus dem Mediageschäft ziehen. Je besser es einer Agentur gelingt, ihre Leistung direkt vom Werbekunden honorieren zu lassen und den Umweg über das Mediageschäft zu vermeiden, desto weniger Probleme. Transparenz gewinnt.

  • Nun gibt es allerdings womöglich einen zweiten Trend namens Do it Yourself Advertising. Und der würde das Geschäftsmodell der Werbeagenturen sehr viel empfindlicher berühren als die Automatisierung. So glossiert der Werbeblogger:

    Nachdem die ersten DTP-fähigen Computer dafür gesorgt haben, dass Sekretärinnen Flyer gestalteten und nachdem WYSIWYG-Editoren dafür gesorgt haben, dass Freunde vom Neffen des Vertriebsleiters am Wochenende mal schnell den Unternehmens-Webauftritt gebastelt haben, dürfen wir uns jetzt bald auf Instant-Spots freuen.

    Hier herrscht Sorge, dass Kreativität womöglich künftig nicht mehr bezahlt werden wird. Ich befürchte das eigentlich nicht, eher im Gegenteil. Martin Rölls Abgesang auf die klassiche Werbung halte ich für verfrüht.

dino_mini.jpg Denn alle neuen Werbewerkzeuge haben eines gemeinsam: Sie erhöhen die Effizienz der Werbung. Sie eliminieren Kosten, die durch historisch gewachsene Strukturen, unzureichende Technik und ineffektive Abwicklung entstehen. Werbung wird in der Herstellung billiger, aber die freiwerdenden Mittel können (und werden) auch in Kreativität investiert werden - unter einer Bedingung: Kreativität muss ihre Effizienz nachweisen können. Enter Web Analytics.

Insofern ist die historische Analyse von Bernd M. Michael, Ex-CEO von Grey, in der w&v [PDF] zwar interessant, hilft aber keinen Millimeter weiter. Denn die guten, alten Zeiten kommen nicht zurück. Werbeagenturen investierten besser ins Thema Effizienznachweis, dann stimmte auch die Kasse. Die technische Entwicklung hilft, sie schadet nur denen, die sie ignorieren.

Teil eins und zwei dieser (bis jetzt) Trilogie und eine Antwort auf Martin Röll sind im Januar erschienen. Foto von Matt Balara

Abgesang

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Martin Röll rechnet ab. Es klingt ein bisschen wie der Abgesang auf die klassische Werbung.

Es ist eben nicht die zentrale Frage, lieber Andrew Robertson, von welcher Qualität dein content und Deine creativity sind, wie Du vorgestern in München vorgetragen hast. Das ist zwar nett, aber bloß ein Wettrüsten in einem Bereich, der nicht mehr interessant ist. Pack ein. Geh doch mal wirklich nachrechnen, welches Verhältnis noch zwischen Deinen Werbeausgaben und dem Marketingerfolg steht. Das ist doch Unfug, und tief drinnen weißt Du das auch.

Ich denke, das ist etwas voreilig. Auch klassische Werbung wird künftig an Effizienz zulegen, und zwar durch Automatisierung in einem Bereich, der zu Unrecht wenig Beachtung genießt: der Mediaplanung. Und dadurch werden Mittel frei, die in Kreativität investiert werden können. Allerdings nur dann, wenn diese Investition ihre Effizienz nachweisen kann.

Für den klassischen Markenartikler, der Reichweite braucht, führt an klassischer Werbung kein Weg vorbei. Ob sie nun stört oder nicht. Früher oder später wird auch über Google gebuchte Werbung stören. Und trotzdem gebucht werden, solange das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Heißt Automatisierung der Werbung, das Kreativität und Marken in der Werbung keine Rolle mehr spielen werden? Könnte man meinen, erwarte ich aber nicht. Im Gegenteil: Effizientere Werbung heißt, dass der (traditionell auf 50 Prozent geschätzte) Anteil der Werbung schrumpft, der nicht mehr ist als hinausgeworfenes Geld.

Der Werbekunde erreicht die gleichen Ziele mit geringerem Mediaeinsatz. Ist das eine schlechte Nachricht für die Werbeträger? Nicht unbedingt. Womöglich können auch sie von steigender Effizienz profitieren, weil effizientere Werbung für ganz neue Einsatzzwecke attraktiv wird. Wenn AdWords etwas bewiesen hat, dann doch dies: Auch Microbudgets können effektiv sein.

Vermutlich wird aber auch der Anteil des Werbebudgets steigen, der in kreative Leistung und Markenbildung investiert werden kann. Zumindest dann, wenn Kreativität und Marken tatsächlich ein Wettbewerbsvorteil sind. Wenn nicht - dann haben die Kreativen halt Pech gehabt.

Was bleibt unter dem Strich? Auch Kreativleistung muss künftig ihre Effizienz nachweisen. Das ist doch einen Effie wert.

Die Automatisierung der Werbung

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Selbst hier im Hause werde ich gelegentlich dafür belächelt, dass ich die Zukunft der Werbung in der Automatisierung sehe und Google AdWords als Prototypen für das, was da kommen wird. Vorgestern gab es einen weiteren Anlass, diese These bestätigt zu finden: Google hat eine Radiowerbeplattform gekauft und will AdWords um das Thema Radiowerbung erweitern. (Mit Printanzeigen wird auch schon experimentiert, und TV-Werbung ist "definitiv auf unserer Liste".)

Warum ist das interessant? Weil das Mediageschäft, insbesondere wie es in Deutschland funktioniert, nicht besonders effizient ist. Das liegt letztlich an der sogenannten AE, einer historischen gewachsenen Provision in Höhe von 15 Prozent, die Media-Agenturen als Rabatt behalten dürfen. Der Werbekunde zahlt 100 Prozent, der Werbevermarkter erhält 85 Prozent, 15 Prozent gehen an die Media-Agentur. Soweit die Theorie.

Dieses Verfahren lädt nicht unbedingt zum effizienten Werbeeinsatz ein, denn die Agentur verdient mehr, je mehr Werbung sie verkauft. Die Masse macht's. Die Anreize der AE locken Media-Agenturen in den Dunstkreis der Vermarkter, zu Lasten ihrer Kunden. Und schon seit Jahren hat ein massiver Druck seitens der Werbekunden eingesetzt, die von den Agenturen sogenannte Kickbacks fordern (und auch erhalten), also die Rückerstattung eines Teils dieser Provision.

Google hat Anfang 2006 in Deutschland mit der AE-Regelung gebrochen und ein leistungsabhängiges Anreizmodell eingeführt. Das soll vorrangig der Effizienz dienen, ist aber auch ein Signal an den Markt: Wir machen Eure historisch gewachsenen Gepflogenheiten nicht mit, wenn wir sie nicht für effizient halten.

Die Zukunft gehört einer stark automatisierten, von Algorithmen gesteuerten Mediaplanung, -disposition und -abrechnung. AdWords ist die Blaupause dafür. Jüngste Schritte in Richtung Zukunft waren Bannerwerbung bei Google AdSense, Buchung von einzelnen Websites nach TKP - und Google Analytics.

Denn auch die Werbekunden wollen ihre Kampagnen in Echtzeit überwachen und optimieren. Mächtige Web-Analytics-Werkzeuge wie WebSideStory erlauben heute ROI-Betrachtungen in Echtzeit. Warum soll das für TV, Radio oder Print nicht möglich sein? Und warum sollten Vermarkter kein Interesse daran haben, die Kampagnen ihrer Werbekunden zu optimieren, wie Google (in Ansätzen) heute bereits?

Das wird ein paar Jährchen dauern, weil die Materie komplex ist, die Technik noch entwickelt und die Marktstruktur aufgebrochen werden muss. Aber es wird dazu kommen, früher oder später.

Der Restbestand der Woche

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Schon wieder Freitag. Also schnell weg mit allem, was weg muss hier auf dem Fischmarkt. Was habe ich da in meiner Kiste?

  • The End of Shopping The End of Shopping beschwor Walter Kirn am vergangenen Wochenende im Magazin der New York Times. Er beschreibt die denkbaren Konsequenzen einer einfachen Technologie: Mobilfunkgeräte mit eingebauten Barcode-Scannern, die einen Echtzeit-Preisvergleich via Internet erlauben. Das wahrscheinliche Resultat: Preisunterschiede und damit die Jagd nach dem Schnäppchen gehören der Vergangenheit an. Händler müssen andere Differenzierungsmerkmale suchen - oder gnadenlos den billigsten Preis anbieten. [Exciting Commerce]

  • Keyword Prices Tumble Um satte elf Prozent sind die Keyword-Preise im Suchmaschinenmarketing im November gegenüber dem Vorjahresmonat gefallen. Sagen jedenfalls die Zahlen von Fathom Online und berichtet Online Media Daily. Am stärksten gesunken sind die Preise in den Sparten Einzelhandel, Dienstleistungen für private Verbraucher und Finanzen. [Adverblog]

  • Combots "Bloß keine alten Pappen verbrennen!" So spottet Andreas Rodenheber über eine Präsentation von Combots, die ihn stark an die späten 90er erinnert. Bubble 2.0? [Werbeblogger]

  • Milliondollarhomepage Man kann es aber auch untertreiben. Meint Wolfgang Sommergut und liest der "trostlosen deutschen Debatte über Web 2.0" die Leviten. Als Anlass und abschreckendes Beispiel dient ihm ein Spiegel-Online-Stück mit dem programmatischen Titel "Ich wär so gern Pixelmillionär". Sein Fazit, trocken aber wahr: "Während in den USA grundlegende Aufsätze wie jener von O'Reilly, zu AJAX oder Folksonomies den Boden für das Social Web bereiteten, gab es bei uns keine eigenständige Auseinandersetzung mit den neuen Entwicklungen im Web. Mit einiger Verspätung wurde schließlich hier die amerikanische Diskussion bruchstückhaft rezipiert. Um sich Vorurteile bilden zu können, reicht das aber offenbar." [Wolfgang Sommergut]

Und nächste Woche erzähle ich, wie ich Snarf finde, den Social Network and Relationship Finder von Microsoft Research. Gerade installiert.

Der Restbestand der Woche

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Es ist Freitag. Und damit höchste Zeit, ein paar Dinge wegzubloggen, die mir hier den Firefox verstopfen.

  • Sony_bmg Schon etwas älter ist das Welt-Interview mit Maarten Steinkamp, dem Europachef von Sony BMG, und der dringenden Aufforderung an die Musikindustrie, endlich das Jammern einzustellen und statt Rechtsanwälten wieder die Entrepreneure nach vorn zu schieben. [Exciting Commerce]

  • Adsense Google hat sein Adsense-Programm um eine Kleinigkeit ergänzt, die erkennen lässt, wohin die Reise geht - zum Abschied von lieb gewonnenen, aber ineffizienten Mediagepflogenheiten und hin zu einem von A bis Z in Echtzeit optimierbaren Werbegeschäft. Erst die Abschaffung der AE, dann Google Analytics und jetzt die  Promotion von TKP-Anzeigen in Adsense ("Auf dieser Website werben"). Was kommt als nächstes? [Zielpublikum]

  • Productwiki Vernünftige Produktbeschreibungen sind ein knappes Gut. Amazon musste die stetige Sortimentserweiterung mit abnehmender Qualität der Produkttexte bezahlen. Auch die legendären Kundenrezensionen halfen da nicht unbedingt. Doch jetzt kommt Hilfe: Das ProductWiki ist gestartet (selbstverständlich beta), und Amazon selbst experimentiert seit kurzem ebenfalls mit einem gleichnamigen neuen Feature. [Companice]

  • Nano Ebay ist gut für die Marke. Oder nicht? Kommt auf die Marke an. Starke Marken werden durch Ebay stärker, schwache Marken schwächer. Zu erkennen, wie so oft, am Preis: Wer kann seine Preise durch alle Kanäle drücken? Na, wer wohl? Apple natürlich. [Companice]

  • Sellonfroogle Je nach Grad der Phantasie kann sich der eine mehr, der andere weniger darunter vorstellen, was Google Base in Kombination mit Froogle und Google Local eigentlich soll, kann und wird. Dazu gibt es jetzt einen neuen Hinweis: Sell on Froogle. Man nehme Google Base als Backend, um über Froogle zu verkaufen. Ebay und Amazon Marketplace waren gestern? [Basic Thinking]

  • Tuifly Wer wie die TUI mehr als ein halbes Dutzend Fluglinien betreibt, der schafft gewisse Unübersichtlichkeit im eigenen Angebot. Etwas Linderung verschafft seit dieser Woche TUIfly.com. Dort sind alle Airlines unter einer Adresse vereint. Schlichter Mechanismus: Start- und Zielflughafen eingeben - und weg. Zwar keine Offenbarung, aber ein nettes Werkzeug.
Faz_internetnutzungMontag ist Internettag. Die FAZ, Ressort "Netzwirtschaft", berichtet,  daß das Internet der große Gewinner unter den Medien ist. Die Deutschen sind heute mehr als sechsmal so lange online wie 1999.

Der Bundesverband Deutscher Versandhandel veröffentlicht, daß in Online-Shps Waren im Wert von 6,1 Milliarden Euro verkauft werden, gut 24 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Zusammen mit geschätzt 2,5 Milliarden Euro Umsatz von Händlern auf der Auktionsplattform eBay wird der elektronisch erzielte Versandhandelsumsatz mit Waren aller Art im Jahr 2005 rund 8,6 Milliarden Euro erreichen. Bis zum Jahr 2010 rechnet der Verband damit, dass rund 50 Prozent des gesamten Versandhandelsvolumens online erzielt sein wird.

Und Spiegel Online beschäftigt sich mit der Frage, wie wir in Zukunft über das Internet fernsehen. Fazit: Die Sender sind dabei, alles mit DRM vollzupflastern und alle Vorteile zunichte zu machen.

Shoposphere besucht

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ShoposphereHoch hängen die Erwartungen an die Shoposphere. Und eines muss man Yahoo lassen: Unter PR-Gesichtspunkten war der Start optimal eingefädelt. Der Scoop blieb einem Blog namens Techcrunch vorbehalten, das vor dem amtlichen Start ins Beta-Dasein berichten durfte. Und mit der Ankündigung kommender Features wie Tagging, vor allem aber dem Plan, die fleißigen Listenbastler am Shopping-Umsatz zu beteiligen, hat Yahoo der an sich wenig spektakulären Geschichte den richtigen Dreh verpasst.

Was geht jetzt schon? Überall, wo bei Yahoo Produkte auftauchen, gibt es kleine Links ("Save to My Lists"), um das Produkt auf einer nutzereigenen Liste zu speichern. Wer sich an Amazon und dessen Wishlists erinnert fühlt, liegt nicht ganz falsch. Schön ist die Option, eine kleine Erläuterung zu schreiben. Was ganz klar fehlt, ist die Möglichkeit, Links zu setzen. Alles bewegt sich im walled garden von Yahoo. 360 Grad, sozusagen.

Andere Nutzer können Listen bewerten ("Was this list helpful?") und Kommentare hinterlassen. Alles schön gemacht, keine Frage, aber das Rad des E-Commerce ist damit nicht gerade neu erfunden. Auch mit Umsatzbeteiligung bewegen wir uns hier eher im Bereich Marketing, Media und Publishing.

Die Shoposphere ist insofern mit Adsense vergleichbar: Yahoo gibt künftig einen Teil der Erlöse an Nutzer weiter, die es irgendwie, aber nachweisbar geschafft haben, am Weg eines Käufers zu seinem Wunschprodukt zu sitzen. Im Unterschied zu Adsense kann die Shoposphere allerdings nur den Kauf vergüten, nicht den Klick. CPO statt CPC. Ball flachhalten, liebe Kollegen!

Ach ja, fehlt noch der Link zur Fischmarkt-Liste.

Booz_allen_hamiltonDie neuen Medien samt ihrer innovativen Formate sind es, die den gesamten Werbemarkt in Deutschland bis 2008 zu einem Wachstum von rund 2,3 Prozent pro Jahr führen. So prognostiziert es Booz Allen Hamilton. Davon profitieren insbesondere personalisierte Angebote und Formate mit hoher Unterhaltungsqualität (Branded Entertainment) - zu Lasten der klassischen werbefinanzierten Medien.

Für die Internetwerbung sieht Booz Allen Hamilton Zuwachsraten von 11 bis 12 Prozent pro Jahr und ein Nettovolumen von mindestens 395 Mio. Euro voraus. Zum Vergleich: Für 2004 wies die ZAW 271 Mio. Euro aus. Weitere Wachstumszweige sind Mobile Marketing, das von 50 Mio. Euro (2004) auf rund 250 Mio. Euro im Jahr 2008 wachsen soll, und E-Mail-Direktmarketing (2004: 250 Mio. Euro, 2008: 450 Mio. Euro).

Booz Allen Hamilton beschreibt fünf Trends:

  • Gezielte Ansprache von Konsumenten, die sich "im Markt" befinden, durch Suchmaschinenwerbung und Käuferprofile wie bei Google, Yahoo und Amazon
  • Schaffung einer stärker kontextbezogenen Markenerfahrung, durch Aufbau von Produktwelten, die den Kunden einbeziehen, zum Beispiel durch Product Placement in Videospielen
  • Stärkere Responseorientierung und Interaktivität, durch Kundenkontakt über Mobiltelefone (Mobile Media), durch Fernsehen mit Zuschauerbeteiligung sowie Rich Media-Formate, die eine unmittelbare Reaktion ermöglichen (z.B. Gewinnspiele)
  • Streuung von Marketing-Botschaften über Freunde und Bekannte (Viral-Marketing/Mund-zu-Mund-Propaganda)
  • Einbindung der Marken- oder Produktbotschaft in spezielle Events für spitze, schwer erreichbare Zielgruppen

Zugegeben: Nichts davon ist wirklich neu. Aber das ist nicht der Punkt. Interessant ist vielmehr, mit welcher Selbstverständlichkeit diese Konzepte inzwischen ihren Platz im Gesamtwerbemarkt gefunden haben - und dass sie als Wachstumsfelder der stagnierenden Klassik den Rang abzulaufen beginnen. E-Commerce-Umsatz treibt Werbemarkt.

Bei den Werbungtreibenden steigt übrigens nach Ansicht von Booz Allen Hamilton der Druck zur Erfolgsmessung. Für den Kanal Internet haben wir da eine Idee.

Ende eines Monitors

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Ende eines Monitors, originally uploaded by m.recke.

Jürgen Siebert, Marketingvorstand von FontShop in Berlin, wird von seinem Desktop immer daran erinnert, wie sein PowerBook mal zu Boden ging. Das Bild des zerbrochenen LCD-Monitors im Fontblog führte zu einem gewaltigen Besucheransturm: Die Seite wurde 176.000 Mal besucht.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis - ein PowerBook im Tausch gegen 176.000 Bruttokontakte. Bei 1.999 EUR für ein standardmäßiges 15-Zoll-PowerBook ergäbe sich ein TKP von 11,36 EUR. Und der Restzeitwert des Notebooks dürfte eher geringer gewesen sein.

Jürgen Siebert war es übrigens, der seinerzeit als Gründungschefredakteur der Page den jungen Matthias Schrader zur Page holte.

Omd_plan

Online-Werbung, dir geht es gut. Wenn es eines Beweises bedurft hätte, die OMD (Online Marketing Düsseldorf) lieferte ihn. 50 Prozent mehr Aussteller als im Vorjahr, vervierfachte Fläche und dank 4.000 Gästen rappelvolle Messestände zeigten eine wieder von sich selbst überzeugte Branche. Das Elend eine Halle weiter, wo die Direktmarketer gleichzeitig versuchten, ihre ehemals glanzvolle Universalmesse DIMA vor der Selbstauflösung zu bewahren, verstärkte den Eindruck. Bei den Klassik-Kollegen hat sich die Zahl der Aussteller in zwei Jahren halbiert. Die E-Mail-Versender waren erstmals nicht mehr auf beiden Messen präsent, sondern komplett zu den Onlinern gewechselt.

Zentralkomitee

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"Wir leben im Google-Kommunismus. Und Du überlegst, ob Du in der Prawda etwas gegen das Zentralkomitee sagen kannst?"

So der Kommentar von Matthias Schrader, frisch von der OMD zurück, zur gestern bekannt gewordenen Abschaffung der Agenturprovision durch Google, die Holger Schmidt heute in der FAZ mit einem schlanken Satz würdigt:

"Um das Wachstum des Suchmaschinenmarketings zu steigern, ersetzt Google die marktübliche Agenturprovision von 15 Prozent durch ein leistungsabhängiges Anreizmodell."

Nachtrag: Mehr zum Thema bei Betamode

Wir stellen ein

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To whom it may concern.

Direktmarketing

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AolSchon zum zweiten Mal in dieser Woche stand heute ein Promotion-Wagen von AOL vor unserer Tür. Genau genommen sogar deren zwei (siehe Bild). Ganz offensichtlich wollen deren Media-Leute mit SinnerSchrader Media ins Geschäft kommen. Soviel haben wir verstanden.

Was uns aber nicht klar ist: Warum rufen sie nicht einfach an?

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