Hardware ist plötzlich wieder sexy. Steve Jobs wusste immer, dass erfolgreiche Produkte die Kontrolle über den gesamten Stapel aus Hardware, Software, User Experience, Ökosystem und geistigem Eigentum brauchen. Google hat diese Lektion auf die harte Tour lernen müssen, der Erwerb von Motorola spricht Bände.

Android ist an mehreren Fronten an seine Grenzen gestoßen: Die große Gerätevielfalt, zwar Wachstumstreiber, bringt inkonsistente Nutzererlebnisse und langwierige Aktualisierungszyklen mit sich. Die Offenheit erlaubt den Mobilfunkbetreibern, die Geräte mit eigener Müllsoftware zu verstopfen. Und Patentstreitigkeiten bedrohen das gesamte Projekt.

In dieser Lage ist der Schritt hin zu einem integrierten Modell nach dem großen Vorbild Apple, immerhin an der Börse die teuerste Firma der Welt, ein Befreiungsschlag. Der Kauf von Motorola, gegen den die bisher größten Akquisitionen wie Doubleclick und Youtube eher übersichtlich erscheinen, ist auch eine Wette darauf, dass Google das bessere iPhone bauen kann. In der Hoffnung, dass sie es dann auch in den Markt bekommen.

Damit sind drei der vier apokalyptischen Reiter des Internets jetzt auch im Bereich Hardware engagiert. Google ist der dritte im Bunde, nach Apple und Amazon, das mit dem Kindle bereits ein Hardware-Standbein hat und Spekulationen zufolge mit einem Tablet für unschlagbare 249 Dollar bald ein weiteres haben könnte.

Momentan scheint nur der vierte Reiter Facebook von Hardware noch weit entfernt zu sein. Doch auch das könnte sich schnell ändern, ist doch Facebook mit Microsoft liiert, und Microsoft wiederum gehört nicht nur Skype, sondern womöglich bald auch Nokia. Jedenfalls dann, wenn Steve Ballmer und seine Mannen an das integrierte Modell glauben, das sie mit der Xbox schon einmal realisiert haben.

Das Szenario könnte so aussehen: Microsoft kauft nach Skype auch Nokia und baut aus den drei Komponenten Hardware, Betriebssystem und Skype ein integriertes Windows Phone, möglicherweise unter einer neuen Marke. Hier käme dann Facebook als Messenger und Social Graph ins Spiel. Ein Facebook Phone mit eingebautem Skype auf Hardware von Nokia und Betriebssystem von Microsoft?

Im Smartphonemarkt bleiben noch RIM/Blackberry, HP/webOS und Samsung/Bada übrig - alle drei kontrollieren Hardware wie Software und auch den übrigen Stapel. Kaum zu glauben, aber nach dem Kauf von Motorola ist Microsoft Windows Phone die offenste mobile Plattform - solange Nokia noch nicht eingemeindet ist.

Im säkularen Krieg zwischen offenen und geschlossenen Systemen schwingt das Pendel jedenfalls derzeit stark in Richtung totale Kontrolle. Und der Kampf um die führende mobile Plattform, der bis jetzt zwischen iOS und Android tobte, geht in eine neue Runde.

In der Frühphase des Fischmarkts, so im Jahr 2005, war hier gelegentlich von der AEG-Troika die Rede, bestehend aus Amazon, Ebay und Google. Zwei davon sind auch heute noch höchst relevant für die Entwicklung des Web, nur Ebay hat sich längst aus dem Kreis der tonangebenden Unternehmen verschiedet. Daran wird wohl auch die jüngst angekündigte Komplettübernahme von Magento nicht mehr viel ändern.

Google-Chairman Eric Schmidt hat den verbliebenen zwei Troikanern letzte Woche mit Apple und Facebook zwei weitere hinzugefügt und die Gruppe als die Four Horsemen bezeichnet. Das ist ein schillernder Begriff: Zuletzt trug eine Wrestling-Gruppe diesen Namen. Auf eine andere Spur führt ein gleichnamiger Spielfilm aus dem Jahr 1921: die vier apokalyptischen Reiter, die Seuche, Hunger, Tod und Krieg bringen. Doch ob Eric Schmidt diese endzeitliche Vision im Kopf hatte?

Für Eric Schmidt sind diese vier, Google, Apple, Amazon und Facebook, die treibenden Kräfte der Konsumentenrevolution im Web. Alle vier sind Plattformen, ihr gesamter Börsenwert liegt bei mehr als einer halben Billiarde Dollar, und sie spielen eine dominante Rolle, wie sie in den 90er Jahren zuletzt Microsoft hatte, damals zusammen mit Intel, Cisco und Dell. Microsoft ist Schmidt zufolge keine Triebkraft dieser Revolution des digitalen Konsumenten mehr.

Jeder der vier apokalyptischen Reiter hat eine spezielle Stärke: Suche (Google), Social (Facebook), Commerce (Amazon) und Hardware (Apple). Innerhalb dieser Gang of Four gibt es gleichzeitig Kooperation wie auch Wettbewerb, was mit der enormen Dynamik im Web zusammenhängt, und zwar in beiden Richtungen - als Ursache und als Wirkung: Dynamik erzwingt Kooperation, Wettbewerb erzeugt Dynamik. Gleichzeitig verschiebt sich die Macht immer mehr weg vom Produzenten hin zum Konsumenten.

Die vier apokalyptischen Reiter sind gleichzeitig Treiber und Getriebene dieser Machtverschiebung. Diese Ambivalenz ist schon im Konzept Plattform angelegt: Eine Plattform ist immer zu einem gewissen Grad offen für Dritte, auch für Wettbewerber, und ohne diese ist eine Plattform nutzlos. Doch Plattformen geben ihren Nutzern ein Stück Macht. Plattformen machen zum Beispiel Konsumenten zu Verkäufern (Amazon) oder zu Produzenten (Apple). Der Erfolg digitaler Plattformen treibt die Revolution immer weiter voran.

Interessant ist auch, was in dieser Vierergruppe noch fehlt - eine dominante Plattform im mobilen Bereich. Über die nächsten Jahre wird zu beobachten sein, ob sich eine solche herausbildet, ob ein neuer apokalyptischer Reiter auftritt oder einer der vier das Thema auf Dauer besetzen kann. Apple oder Google, iOS oder Android - das ist hier die Frage.

Symbian lebt

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"Unsere Plattform brennt!"
Dieser Satz von Nokia-CEO Stephen Elop sorgte Anfang Februar für großes Aufsehen. Selten hatte ein Firmenlenker deutlichere Worte gefunden für die Lage des eigenen Unternehmens.
Wenige Tage später wurde klar, wie Elop den Brand löschen will. Er reichte Microsoft-Chef Steve Ballmer die Hand und besiegelte so eine Allianz zwischen dem finnischen Telefon-Produzenten und dem amerikanischen Software-Hersteller: „Nokia will adopt Windows Phone as its primary smartphone strategy."

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Doch für die Entwicklergemeinde stellt sich mehr denn je die Frage: Was wird aus dem Nokia-Betriebssystem Symbian? Es sorgt bei vielen Developern für Kopfzerbrechen und ungläubiges Kopfschütteln hinsichtlich Softwarearchitektur, Programmierlogik oder Stabilität. Als Symbian 2008 „open source" wurde, war es für viele Entwickler eher „open sores", also eine offene Wunde. Würde Nokia daran noch weiter rumdoktern oder den Patienten aufgeben?

Für Antworten lud Nokia jetzt zum Experience Lab nach Berlin. Ziel war es, Einblicke zu geben in die Symbian-Strategie. Vor allem Entwickler waren vor Ort, um sich über Location Based Services und Nokias OVI Roadmap zu informieren.

Nun ist klar: Symbian lebt weiter! Symbian 3 werden dieses Jahr noch weitere Endgeräte folgen und wenigstens 2 Betriebssystem-Updates. Nokia arbeitet damit weiter an dem Ausbau der Entwicklercommunity für das OVI Ökosystem, in dessen Mittelpunkt der OVI App Store steht mit heute ca. 40.000 Apps und ca. 3 Mio. Downloads am Tag weltweit.

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Dennoch scheinen die Hoffnungen auf Phone 7 zu liegen. Auf die Frage, wie die Welt in einem Jahr aussehen wird, erhofft sich Nokia, dass es mit dem neuen Betriebssystem „voll durch die Decke gehen wird."

Nokia hat damit eingesehen, dass es nicht wirklich Spaß macht, mit Symbian Software zu entwickeln. Hoffentlich übersieht Nokia nicht, dass ihre Telefone diejenigen sind, mit es wirklich Spaß macht zu telefonieren. Denn in Sprachqualität, Akkulebensdauer, Verbindungsstabilität usw. konnten iOS und Android Nokia bisher nicht das Wasser reichen. So war es auch ein vielversprechendes Gerücht, dass Nokia ein Android-Gerät rausbringen würde und das entsprechend freudig kommentiert wurde. Sogar eine Facebook-Gruppe gibt es dazu. Bislang ist die Zahl der Mitglieder jedoch überschaubar.

Malte Prien ist Business Developer bei SinnerSchrader Mobile.

SinnerSchrader goes Mobile und stärkt diesen Bereich mit einem strategischen Investment. Die Digitalagentur-Gruppe übernimmt TIC-mobile aus Berlin und formt daraus "SinnerSchrader Mobile".

An der Spitze der neuen Agentur stehen Laurent Burdin (bislang Geschäftsführer Beratung bei SinnerSchrader) und TIC-mobile-Gründer Henri Kühnert.

vlnr-Kuehnert-Burdin-klein.jpgHenri Kühnert und Laurent Burdin: Die neuen Geschäftsführer von SinnerSchrader Mobile

Was habt Ihr mit SinnerSchrader Mobile vor?

Laurent Burdin: "SinnerSchrader sieht in dem Segment einen wesentlichen Wachstumsmotor für die nächsten Jahre. Die Übernahme ist also ein strategisches Investment. Mobile Anwendungen werden 2012/2013 dominieren und auch darüber hinaus überdurchschnittlich wachsen. Nicht ohne Grund steht Mobile auch bei den Platzhirschen Facebook und Google ganz oben auf der Agenda. SinnerSchrader Mobile setzt sich selbstbewusste Ziele. Wir starten mit 30 Mitarbeitern, wollen aber wachsen - sowohl im Bereich Technologie als auch Strategie, Beratung und Kreation. Wir sind überzeugt, dass wir für qualifiziertes Personal ein hochattraktives Arbeitsumfeld bieten werden."

mobilenutzer2013.png

TIC-mobile ist etablierter Player im Mobile-Markt. Warum wird daraus nun eine SinnerSchrader-Tochter?

Henri Kühnert: "TIC-mobile ist seit Gründung 2006 als technischer Spezialdienstleister für mobile Anwendungen erfolgreich. Der Markt fragt vermehrt nach Unterstützung im Bereich Strategie, Konzeption und Design. Hier ergänzt uns SinnerSchrader perfekt. Der Markt bewegt sich in unsere Richtung."

Laurent, 2007 bist Du nach zehn Jahren Springer & Jacoby zu SinnerSchrader gewechselt. Was reizt Dich jetzt an Mobile?

Laurent Burdin: "Damals wie heute ist es das Wissen um die Dynamik im Markt. Was Mobile angeht, stehen wir an vielen Stellen noch komplett am Anfang. Ein Stück weit steht meine Biographie für den fundamentalen Wandel von Geschäftsmodellen und Marketings in Zeiten der Digitalisierung. 2007 reizte mich das Web, deshalb der Gang zu einer Digitalagentur. In den Folgejahren konnte ich bei SinnerSchrader einiges bewegen und aufbauen. Wir sind erheblich gewachsen. Im Mobile-Bereich sehe ich nun wieder diese Chance. Da können wir richtig Gas geben, worauf ich mich sehr freue."

Henri, was sind für Dich Themen, die Euch in den nächsten 12 Monaten beschäftigen werden?

Henri Kühnert: „Neben dem Smartphone und Tablet Devices werden wir jede Menge neue Geräte sehen auf denen „Apps" laufen. Dies sind beispielsweise Automobile (InCar Entertainment) und Connected TV Devices (TV Apps). Unternehmen wollen künftig auch über diese Endgeräte mit ihren Kunden kommunizieren. Wir sind der ideale Partner dafür."

Beim gestrigen open betabreakfast im Hamburger Co-Workingspace betahaus ging es um die Chancen und Herausforderungen von Peer-to-Peer-Modellen - kurz P2P. Der Begriff stammt aus der IT-Branche und steht für ein Rechnernetzwerk, in dem alle Computer gleichberechtigt sind und diese sowohl Dienste in Anspruch nehmen, als auch zur Verfügung stellen können.

Dieses Modell ist in der Offline-Welt mittlerweile zu einer gesellschaftlichen Bewegung mit einer enormen kulturellen und wirtschaftlichen Kraft geworden. Moderne Technologien ermöglichen nicht nur das vereinfachte Teilen von Gütern, sondern bringen auch Menschen zusammen und reduzieren überflüssigen Konsum. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist das amerikanische NeighborGoods, eine Tauschbörse für die Nachbarschaft.

Doch auch in Deutschland sind der Gemeinschaftsgedanke und das Teilen, Tauschen und Verschenken im vollem Gange. Beim betabreakfast stellte Ingo Struckmeyer sein Hamburger Start-Up Rent'n'Roll vor. Über die Carsharing-Plattform lassen sich zukünftig private Autos mieten und vermieten. Für Struckmeyer ist der Marktplatz eine Ergänzung zum kürzlich gelaunchten Mobilitätskonzept car2go - denn Rent'n'Roll bietet verschiedene Fahrzeugklassen an und nutzt in der Stadt bereits vorhandene Ressourcen.

Der Hyperkonsum des 20. Jahrhunderts, in dem der Besitz jedes Einzelnen eine große Rolle spielte, wird allmählich vom kollaborativen Konsum abgelöst. Auch Unternehmen und Dienstleister müssen sich diesen neuen Marktgegebenheiten anpassen. So befindet sich Amazon derzeit mit dem Kindle Lending Club in der Beta-Phase. Über die Plattform können die Leser von Kindle E-Books ihre gekauften Titel über eine begrenzte Zeit an Freunde verleihen.

Griffin Farley, BBH New York, fasst diese Entwicklung prägnant zusammen:

"Plan not just for those that buy your products, but for those that will eventually buy your products from them"

Wer noch weiter in das Thema einsteigen möchte, sollte sich dieses Video der beiden Buchautoren Rachel Botsman und Roo Rogers anschauen:

Wonnemonat Januar: Zunächst konnten wir zum Anfang des Monats unsere ersten Kuratoren begrüßen. Zum Ende des Monats ist jetzt unser Programmteam komplett, und wir freuen uns auf Jörg Jelden, Matthias Schmidt, Luise Hübbe und Holger Blank! Sie verantworten die Themen Mobile, Branding und Technology auf der NEXT11.

JJelden_160.pngTransactionism - Mobile means Money
Jörg Jelden, der sich zuvor branchenweit als Senior-Berater beim Trendbüro, Hamburg, profiliert hat, prophezeit unter anderem die machine-to-machine-Kommunikation und deren Auswirkungen auf neue Service-Perspektiven. Auch der bevorstehende Boom im Mobile Commerce, ausgelöst von Near-Field-Communication-Technologie bei Apple und Android, gehört zu den richtungsweisenden Themen seines Tracks.


MSchmidt_160.pngBranding in a digital World - New Opportunities for Creativity
Um starke Standpunkte sind Matthias Schmidt, Vorstand Kreation und Luise Hübbe, Senior Strategy Consultant von Scholz & Friends, die erneut Sponsor der Veranstaltung sind, nicht verlegen.

LHuebbe_160.pngIhre Session-Ideen hinsichtlich Social Media als hocheffektiver Datenquelle oder Branding-Strategien an multiplen Touchpoints lassen vor allem Antworten erwarten -statt neuer Fragen.



HBlank_160.pngTechnologie zwischen Werten, Performance und Psychologie
Holger Blank leitet die Technologieabteilung bei SinnerSchrader und ist einer der Initiatoren des alljährlichen Technologie-Events JSConf EU in Berlin. Seine Themen, etwa die Architektur von Web-Applikationen oder die Wertediskussion um Business-Performance und Psychologie werden den Bereich Webtechnologien 2011 stark prägen.

Vor einem Jahr hatte ich eine Reihe mehr oder weniger gewagter Thesen für 2010 aufgestellt. Nun ist es höchste Zeit für einen Blick zurück. Was war die Prognose, was die Realität?

  1. Prognose: 2010 wird das Jahr der digitalen Revolution. Die Internet-Generation ist reif für den Wandel, wird zum Game Changer und schickt die Babyboomer auf ihr Altenteil. Realität: Die Revolution ist wieder einmal ausgeblieben. Oder doch nicht? Wir erleben eine Revolution, die in Form einer Evolution daherkommt. Wir neigen dazu, die kurzfristigen Auswirkungen von Innovation zu überschätzen, die langfristigen aber zu unterschätzen. Die Babyboomer haben 2010 zum letzten Gefecht gerüstet. Stuttgart 21, Gorleben, Sarrazin lauten die Stichworte. An diesen Kristallisationskernen hat sich ein letztes Mal die Generation Protest auf die Straße und in die Talkshows begeben, die nun am Ende ihres langen Marsch durch die Institutionen angekommen ist: in Rente und Pension. Weiterhin draußen vor der Tür bleibt die Generation Internet.
  2. Prognose: Die Babyboomer und andere Verlierer der Revolution werden sich heftig wehren und weiterhin versuchen, das Internet zurück in die Verpackung zu stopfen. Doch die Konterrevolution bleibt aus. Realität: Am stärksten haben sich die Verleger exponiert. Das von ihnen geforderte Leistungsschutzrecht für verlegerische Leistungen, bereits 2009 im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP verankert, war eines der großen Themen des vergangenen Jahres (und wird auch 2011 noch auf der Agenda stehen, Mario Sixtus zum Trotz).
  3. Prognose: Die Netzkritik wird hingegen eines der großen Themen des Jahres. Babyboomer Frank Schirrmacher war nur das Präludium. Inzwischen schicken sich bereits die Revolutionäre von gestern an, in den Chor der Kritiker einzustimmen. Realität: Die von Frank Schirrmacher angezettelte Debatte kam nicht wesentlich über das FAZ-Feuilleton hinaus und verebbte spätestens zur Jahresmitte.
  4. Prognose: Neben der Maschinenstürmerei 2.0 wird das Ende der Privatsphäre und die Neudefinition der Öffentlichkeit zum zweiten (und wichtigeren) großen Debattenthema. Realität: Diese Debatte bleibt wichtig, hat 2010 noch gar nicht richtig begonnen und dürfte durch das nächste Buch von Jeff Jarvis erst richtig an Schwung gewinnen. Es wird voraussichtlich in diesem Jahr erscheinen und Public Parts heißen, die deutsche Ausgabe soll unter dem Titel Das Deutsche Paradoxon publiziert werden.
  5. Prognose: Der Werbemarkt wird auch im Jahr 2010 stagnieren. Marken und Unternehmen verschieben ihre Budgets weiter in Richtung Internet. Nur ein Teil davon fließt in Onlinewerbung und bleibt so dem Werbemarkt erhalten. Ein immer größerer Anteil wird in Plattformen und Applikationen investiert. Realität: Der guten Konjunktur folgend hat sich der Werbemarkt im vergangenen Jahr besser als erwartet entwickelt. ZenithOptimedia erwartet für 2010 ein Wachstum von 2,9 Prozent und für die Folgejahre ähnliche Wachstumsraten. Neben dem Internet hat auch das TV die Krise nahezu ohne schwere Einbrüche überstanden. Beide werden in den nächsten Jahren nicht zuletzt wegen der zunehmenden Konvergenz ihrer Technologien auf Erfolgskurs bleiben, lautet die Prognose von ZenithOptimedia.
  6. Prognose: Mobile, ortsbezogene Dienste kommen ganz groß raus. Foursquare wird das neue Twitter (gut, eventuell auch Gowalla). Google wird die lokale, mobile Werbung revolutionieren. Realität: Mobile, ortsbezogene Dienste kamen groß raus, aber nicht ganz groß. Foursquare hat jede Menge Aufmerksamkeit bekommen, doch noch nicht den Durchbruch geschafft. Facebook droht mit Places den Foursquares und Gowallas das Wasser abzugraben.
  7. Prognose: 2010 wird das Jahr der erweiterten Realität. Wir werden eine Reihe spektakulärer Anwendungen auf mobilen Geräten sehen. Realität: Augmented Reality ist über den Spielzeugstatus noch nicht weit hinausgekommen. Ob das 2011 gelingen wird?

Und eine Bonus-Prognose: 2010 wird das Jahr, in dem Print digital wird. Kindle und Nook, iTablet oder iSlate (oder wie auch immer Apple das neue Spielzeug nennen wird) transformieren Nutzererlebnis und Geschäftsmodell des Gedruckten ins Digitale. Binnen fünf Jahren werden die Folgen ähnlich gravierend sein wie iPod und iTunes für die Musikindustrie waren. Behalten Sie auch innovative Formate wie das Miki im Auge. Realität: Das neue Spielzeug von Apple heißt iPad, und alle Verleger der Welt setzen sich einmal am Tag hin, um zu beten und Steve Jobs dafür zu danken, dass er die Verlagsbranche rettet. Doch nach dem Hype kam schnell die erste Ernüchterung: Die Verkaufszahlen der digitalen Printprodukte sinken rasant.

Ever thought about making money? Diese Frage, von Christoph Salzig per Twitter gestellt, brachte ihm und einigen Kollegen auf der PICNIC ein Interview mit Dennis Crowley von Foursquare ein.

Nicht nur nach diesem Gespräch muss ich sagen, dass Foursquare weit mehr ist als nur eine einfache Spielerei, mit der man sich zum Bürgermeister ("Mayor") lokal ansässiger Geschäfte, Restaurants, Bars oder Eventlocations macht. Vielmehr versuchen die Macher konsequent die wichtigsten Funktionalitäten Sozialer Netzwerke (Interessen, Empfehlungen aber auch Me-Marketing) mit dem realen Leben zu verknüpfen. In Kürze wird auch eine deutschsprachige Version erscheinen und zweifellos das Interesse an der Plattform rasant steigen lassen (so wie es auch bei Facebook nach Einführung der deutschen Version zu beobachten war).

Fraglich bleibt zwar noch, wann und wie man hier vor Ort in Europa den Markt erobern möchte, denn dazu sind zweifelsohne detaillierte Marktkenntnisse und ein gutes Vertriebsnetz erforderlich. Die Strategie, zunächst aber vor allem für eine saubere Technologie und sinnvolle Funktionalitäten zu sorgen, scheint zielführend. Zumal durch die Kooperation mit Medienpartnern und Unternehmen in den USA Kopiervorlagen für den europäischen Markt geliefert werden. Mittelfristig wird Foursquare so deutschen Unternehmen die Möglichkeit geben, sehr gezielt auf sich aufmerksam zu machen. Meine Beschreibung Foursquares als "location based targeting & couponing network" fand Dennis Crowley jedenfalls einigermaßen zutreffend.

Es waren große Worte, mit denen Eric Schmidt, CEO von Google bei der diesjährigen IFA eingeleitet wurde. Niemand Geringeres als Albert Einstein und seine Vision von Technologie als Wegbereiter der Demokratie dienten als Prolog:

"Technology enables communication and communication enables democracy!"

Schmidt mühte sich den Worten gerecht zu werden und sprach gleich von einem neuen Zeitalter, das eingeleitet sei: das Zeitalter der Erweiterten Menschheit! Die begriffliche Ähnlichkeit zur Augmented Reality fällt dabei auf und in einem Interview mit der FAZ hat Eric Schmidt auch betont, dass die Augmented Humanity auf dem selben Prinzip aufbaue. So soll uns in 5-10 Jahren unser mobiles Gerät nicht nur mitteilen, wer die Oper direkt vor mir erbaut hat, sondern auch mitteilen, ob Freunde von mir in der Nähe sind oder welche Geschäfte, vielleicht sogar welches andere Opernstück ich mir in der Umgebung anschauen könnte, weil es eher meinen Geschmack trifft. Im Prinzip heißt das nicht anderes, als dass Google in Zukunft unsere Wünsche, Stimmungen und Freunde so gut kennt, dass mir nicht nur Dinge, Orte oder Erlebnisse vorgeschlagen werden, nach denen ich suche, sondern, von denen ich bisher noch gar nichts ahnte.

"Computer science is now driving knowledge in human discipline in all sorts of new ways... Imagine a future where you don't forget anything. Why? Because the computer remembers. You don't have to remember anymore."

Ein Computer, der dir alles Wissen der Welt in Sekundenschnelle zur Verfügung stellt? Das hatten wir doch schonmal. Genau, IBM verkündete vor einigen Wochen den allwissenden Computer konstruieren zu wollen. Hier bei Fischmarkt schrieben wir damals, dass der Watson genannte Supercomputer Antworten auf komplizierte Fragen innerhalb weniger Sekunden finden könnte; und all das ohne große Streuverluste mit irrelevanten Informationen, wie wir es von Google kennen.
Der erste Schritt in das Zeitalter der Augmented Humanity ist nun mit Google Instant getan. Bei dieser Weiterentwicklung der Suchmaschine erscheinen in Echtzeit unter der Eingabeleiste potentielle Suchergebnisse und gibt uns so, quasi unterwegs noch alternative Inhalte mit auf den Weg.

Diese generische Suche ist nur ein erster Schritt in die von Schmidt beschriebene Vision des personalisierten, ortsgebundenen und allwissenden Informationsdienstes. Insbesondere das Attribut allwissend dürfte im Zusammenhang mit Google für Aufsehen sorgen und die Befürchtungen, die im Zuge der StreetView-Debatte beinahe schon hysterische Züge annahmen, schüren. Denn während bei Google Instant noch die Statistik die Wahrscheinlichkeit berechnet, auf deren Grundlage Suchergebnisse vorgeschlagen werden, geht die von Schmidt auf der IFA vorgestellten Vision weiter:

When I walk down the streets of Berlin, I like history. What I want is for my computer - my smartphone - to be doing searches constantly. Did you know? Did you know? Did you know? This occurred here. This occurred there. Because it knows who I am, it knows what I care about, and it knows roughly where I am. This notion of autonomous search - the ability to tell me things I didn't know but am probably very interested in - is the next great stage, in my view, of search.

Erweitert die Google-Vision also unser Leben um sinnvolle Instrumente? Oder kommen wir dem Schreckensszenario von George Orwells "Big Brother" einen Schritt näher?

Berliner Bank in neuem Gewand

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SinnerSchrader relauncht Berliner Bank. Seit kurzem präsentiert sich die Website der Bank, die eine Niederlassung der Deutschen Bank Privat- und Geschäftskunden AG ist, im neuen und frischen Look & Feel.

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Der gelaunchte Online-Auftritt besticht durch neues Design, intuitive Navigation und eine schnellere Hinführung zum umfangreichen Produkt- und Serviceangebot.

Mit der Website geht auch erstmals die mobile Version online. Künftig können Kunden der Bank auch unterwegs mit einem Smartphone ihre Bankgeschäfte erledigen, sich über Angebote informieren oder die nächste Filiale finden. Die mobile Website liefert dem Kunden damit alle relevanten Informationen für unterwegs.

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theageofon.pngVor kurzem haben Interone und Jörg Jelden (Jelden Trend & Transformation Consulting) die Studie The Age Of On vorgestellt. Sie untersucht auf gut 50 Seiten den Einfluss von vier Trends auf die Mediennutzung und das Kaufverhalten:

  • Facebook übernimmt die Macht.
  • Das Internet wird mobil.
  • Lokalisierungsdienste (Foursquare!) sind im Kommen.
  • E-Commerce als Wachstumsmarkt

Alles Dinge, die wir hier auf dem Fischmarkt ja auch schon länger predigen. Jetzt aber mal ordentlich empirisch unterfüttert und mit jeder Menge Einsichten in das Konsumentenverhalten angereichert.

Für die Studie haben Interone und Jörg Jelden die Mediennutzung und das Konsumverhalten von acht Early Adoptern (1Checker genannt) zwei Wochen lang intensiv untersucht, unter anderem mit aufgebohrten iPhones. Die zentralen Ergebnisse der Untersuchung wurden danach in einer repräsentativen Online-Befragung von 1.000 Personen aus Deutschland im Alter zwischen 20 und 39 Jahren quantitativ überprüft.

The App Economy brought us back to the ancient times before the advent of the Web when you had to develop different versions for several platforms. What has been PC, Mac or Linux in the old days is now iPhone, iPad, Android or Blackberry. Web-based services are forced to enter the world of application development, just to avoid getting lost in the transition from the residential to the mobile Web.

Qype launched its web platform in 2006. While the first iPhone app, dubbed Qype Radar, appeared as early as 2008, Blackberry users still have to wait for their app. But not for long, as we've learned from Qype founder Stephan Uhrenbacher. The Blackberry app is about to launch in the next few days, Stephan told us.

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We had the chance to take a look at the current private beta version. The home screen (above) looks pretty straightforward, showing categories like restaurants, cafés or fast food. One click later the user is provided with a list of nearby venues in the selected category.

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If you select a venue, the app shows basic data like the address, opening hours and aggregated user reviews.

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The real killer app would be the capability to post reviews of venues as you go. According to Stephan, this feature will be added soon after the launch. The current iPhone app already allows you to create new Qype locations directly from your phone, add reviews and upload photos. This seems pretty obvious, but the current user base of Qype might still need some time to adapt to the mobile space. Let's hope that in the meantime other players like Foursquare don't eat Qype's lunch.

For the future, I expect most of the data silos in the location space to open up, sharing their data over the platform boundaries, similar to what's already happening in the social network's realm. But that's another story.

simyo_screen.pngWeil einfach einfach einfach ist, sind wir jetzt einfach mit simyo.de live gegangen. Wir haben einfach alles schöner, schneller, flexibler und natürlich einfacher gemacht, um simyo.de zur Conversion Machine zu entwickeln. Mit verbesserter Bedienbarkeit und optimierten Prozessen können die Konsumenten nun noch einfacher und flexibler mobil sein.

Zusammen mit den Nutzern haben wir ein flexibleres Konzept für die Website entwickelt und die Benutzerfreundlichkeit optimiert. Zudem haben wir die gesamte Technologie der Site neu programmiert, wodurch zukünftig neue Features zügiger integriert und positiv bewertete Kundenvorschläge schneller umgesetzt werden können. Das Design haben wir selbstverständlich ebenfalls überarbeitet und die komplette Informationsarchitektur vereinfacht.

Für den Endverbraucher macht sich die Neugestaltung vor allem bei der Hauptnavigation bemerkbar. Die am meisten genutzten Funktionen sind schneller zu erreichen und flexibler gestaltet. Darunter fallen beispielsweise die Auflademöglichkeiten für das persönliche Guthabenkonto unter „Mein simyo" sowie der vereinfachte Zugriff auf Einzelverbindungsnachweise und die Buchung von Tarifoptionen für Nutzer mehrerer SIM-Karten unter der Mehrkarten-Funktion „SIM-Chef".

Ein weiterer Meilenstein - parallel mit dem Relaunch der Website - ist die Ablösung des klassischen Pressebereiches durch einen dialogorientierten Newsroom. Neben den klassischen PR-Elementen wie Pressemitteilungen, Archiv und Bilderdownload sind hier auch Inhalte aus den Social-Media-Kanälen von simyo wie Blog, Facebook und Twitter zu finden.

businesspunk.jpgDas ist doch mal eine Ansage. Der Gründer und Kopf von Foursquare ist der Cover-Boy der jüngsten Ausgabe von Business Punk.

Und einer der Top Acts auf der next10, die am 11. und 12. Mai erstmals in Berlin stattfindet. Dort wird Dennis Crowley über die App Economy sprechen, zu deren Protagonisten er gehört.

"Die Über-Facebook-Twitter-Killer-App", lautet die Überschrift im Heftinnern. Die Geschichte erinnert an die Stories, die bis vor zehn Jahren in ähnlichen Blättern erschienen. Damals in der New Economy. Allerdings mit anderen Akteuren.

Dennis Crowley ist der neue Liebling der US-Internetinvestoren. Sein Ortungsdienst Foursquare könnte das nächste große Ding im Netz werden. Crowley hat nur ein Problem: Seine Gegner heißen Google, Facebook und Twitter.

Looks like Microsoft today announced a Game Changer for the mobile phone market. Windows Mobile as we knew it is dead, long live Windows Phone 7.

Windows Phone 7 is something completely new for Microsoft: A total break from the past. Windows Mobile isn't just dead, the body's been dumped, buried and paved over by a rainbow brick road.

A majority of the world's 4.6 billion mobile subscribers uses mobile as their first and only Internet connection, said Nokia CEO Olli-Pekka Kallasvuo at CES last week. The rate of people signing up to use the internet on their handset, he added, is rapidly increasing, possibly at the expense of computer-based browsing.

But does this really mean that the majority of internet services are already accessed on mobile phones globally, not from PCs, as Tomi Ahonen seems to believe? I'm not convinced, since the former (what Nokia said) doesn't necessarily imply the latter (what Ahonen concludes).

I agree though with Ahonen that it is inevitable that soon the majority of internet access will be from mobile phones. Gartner predicts this threshold to be crossed by 2013. Ahonen notes:

In many Emerging World countries form Bangladesh to South Africa the ratio is more than 4 to 1 and as much as 10 to 1 where more mobile users access internet services (including WAP services) on their phones than on PCs. Even many advanced countries like Japan and Taiwan report the same milestone having passed.

Ahonen sees the mobile and the fixed Internet as different as TV is from radio.

And yes, the 'mobile internet' as the 7th mass medium, is indeed the TV in that analogy, and the old-fashioned 'legacy' internet on PCs, what you may call the 'real internet' as the 6th mass medium is not only different, but it is the lesser opportunity, like radio is to TV. This view, originally seen as very much heresy, is now accepted ever more widely, so you may want to read why the mobile internet is not only different, but economically far more lucrative than the 'real' internet.

Wie vor einem Jahr versuche ich mich auch heute mit einer Reihe fundierter Vermutungen, das noch recht neue Jahr 2010 betreffend.

  1. 2010 wird das Jahr der digitalen Revolution. Die Internet-Generation ist reif für den Wandel, wird zum Game Changer und schickt die Babyboomer auf ihr Altenteil.
  2. Die Babyboomer und andere Verlierer der Revolution werden sich heftig wehren und weiterhin versuchen, das Internet zurück in die Verpackung zu stopfen. Doch die Konterrevolution bleibt aus.
  3. Die Netzkritik wird hingegen eines der großen Themen des Jahres. Babyboomer Frank Schirrmacher war nur das Präludium. Inzwischen schicken sich bereits die Revolutionäre von gestern an, in den Chor der Kritiker einzustimmen.
  4. Neben der Maschinenstürmerei 2.0 wird das Ende der Privatsphäre und die Neudefinition der Öffentlichkeit zum zweiten (und wichtigeren) großen Debattenthema.
  5. Der Werbemarkt wird auch im Jahr 2010 stagnieren. Marken und Unternehmen verschieben ihre Budgets weiter in Richtung Internet. Nur ein Teil davon fließt in Onlinewerbung und bleibt so dem Werbemarkt erhalten. Ein immer größerer Anteil wird in Plattformen und Applikationen investiert.
  6. Mobile, ortsbezogene Dienste kommen ganz groß raus. Foursquare wird das neue Twitter (gut, eventuell auch Gowalla). Google wird die lokale, mobile Werbung revolutionieren.
  7. 2010 wird das Jahr der erweiterten Realität. Wir werden eine Reihe spektakulärer Anwendungen auf mobilen Geräten sehen.

Und eine Bonus-Prognose: 2010 wird das Jahr, in dem Print digital wird. Kindle und Nook, iTablet oder iSlate (oder wie auch immer Apple das neue Spielzeug nennen wird) transformieren Nutzererlebnis und Geschäftsmodell des Gedruckten ins Digitale. Binnen fünf Jahren werden die Folgen ähnlich gravierend sein wie iPod und iTunes für die Musikindustrie waren. Behalten Sie auch innovative Formate wie das Miki im Auge.

Was meinen Sie? Welche Themen bestimmen das Jahr 2010?

Reblog this post [with Zemanta]

As of today, processing credit cards is just for businesses. And they typically need a certain size to get things started. Well-known Twitter founder Jack Dorsey now tries to change that game with his new start-up Square.

Square allows practically anyone to start accepting payment cards more or less immediately without contracts, monthly fees, or hidden costs. At least that's the promise. They developed a small, simple dongle that fits into an audio input jack on mobile devices and reads payment cards. This dongle then sends the data to an application that runs on the phone and takes care of the rest.

As a payer, you get your receipts sent to your email or mobile phone instantly and access them securely online. You can also use a text message to authorize every payment in real-time. On the iPhone, the Square app can show a picture of the card holder to the person processing the payment, thus increasing security and decreasing the risk of fraud.

TechCrunch has a short video with Jack Dorsey talking about Square and MG Siegler buying him coffee with his credit card and Square. The first public demo of Square will take place next week at LeWeb.

If you are not convinced, read Om Malik's excellent piece on why Square exists and who should be worried:

I think that this is truly disruptive. The reason Square exists is because of three macro trends: the pervasiveness of the mobile Internet, the increase in the use of electronic payment systems and most importantly, the availability of low-cost, always-on computers (aka smartphones) that allow sophisticated software to conduct complex tasks on the go.

The marriage of computing and connectivity without the shackles of being tethered to a location is one of the biggest disruptive forces of modern times. It is (and will continue) to redefine business models, for decades. Square is simply riding these waves.

Zum sechsten Mal hat Mary Meeker von Morgan Stanley beim Web 2.0 Summit ihre legendäre alljährliche Trendpräsentation gehalten. Jede Menge Stoff für jeden, der sich mit Trends in der Internetwirtschaft beschäftigt.

Wer es ganz kurz mag: Die Wirtschaftskrise ist überstanden, die momentanen Gewinner sind Facebook und Apple, das nächste große Ding wird das mobile Internet. [via1, via2]

Die ersten Einträge stammen noch aus dem September, heute hat das neue Blog des Mobilfunkdiscounters simyo auch einen Link auf der Startseite spendiert bekommen. Das vielköpfige Autorenteam lässt regelmäßiges Blogging erwarten.

Zum Start erklärt Unternehmensgründer Rolf Hansen persönlich den Sinn und Zweck des Unterfangens:

Von Anfang an haben wir auf einen offenen und ehrlichen Dialog in alle Richtungen und auf eine enge Einbindung unserer Kunden sowie deren Wünsche gesetzt. Anregungen und Kritik haben wir, soweit machbar, konsequent auf eine Weiterentwicklung unseres Angebotes ausgerichtet.

Der simyo Blog soll es von nun an allen simyo Kunden und Interessierten ermöglichen, einen tieferen Blick in unser Unternehmen, auf die Menschen dahinter und das alltägliche Leben "an Bord" von simyo zu werfen. Ebenso hoffe ich, daß der simyo Blog sich zu einer weiteren Dialog-Plattform für den Austausch zwischen dem simyo Team und unseren Kunden sowie allen anderen Marktteilnehmern entwickeln wird.

Wie bei simyo üblich werden wir im simyo Blog auf Ehrlichkeit, Fairness und Transparenz achten. Und jede Form von konstruktivem Feedback ernst nehmen.

Schon die ersten Kommentare zeigen, dass Gesprächsbedarf besteht. Und Rolf Hansen nimmt den Ball sofort wieder auf:

Hinsichtlich neuer Produkte (zB Daten-Flat) werden wir genauso wie in der Vergangenheit vorgehen: sofern wir merken, daß die Nachfrage nach einem neuen Angebot groß genug ist (und dies erfahren wir in der Regel von unseren Kunden) setzen wir alles daran ein zu simyo passendes Produkt schnell in den Markt zu bringen.

Hierbei sind wir auf unsere Partner, also E-Plus als Netzbetreiber und Bertelsmann/arvato (IT-Backend, Logistik, Kundenservice und Billing) sowie SinnerSchrader (Internet Front-End) angewiesen - was bei komplexen Projekten einiges an Aufwand und Zeit erfordert. Es ist eben nicht wirklich einfach, wirklich einfach zu sein!

Wenn wir gute Anhaltspunkte dafür haben, daß der Aufwand den wir betreiben müssen in einem gesunden Verhältnis zur Nachfrage steht legen wir los - trotzdem kann die Umsetzung manchmal Monate dauern.

Womit last, but not least auch erwähnt wäre, dass simyo ein Kunde von SinnerSchrader ist. Von hier aus die besten Wünsche für das Blog!

Manches Original ist offensichtlich so gut, dass es Plagiate geradezu magisch anzieht. Unseren Kunden simyo hat es nun schon zum (mindestens) zweiten Mal getroffen. Doch sehen Sie selbst.

Original

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Fälschung

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Ein paar Unterschiede sind durchaus zu erkennen, avantaje ist keine 1:1-Kopie und geht auch nicht so weit wie eine andere Copycat, die sich seinerzeit gleich beim Quellcode bedient hatte...

Beim Supermarkt um die Ecke ist es die Milch, bei den europäischen Mobilfunkanbietern die Inlandsfestnetzminute, oft sogar noch irrationaler der Preis für ein neues Handy. Was die Verkaufspsychologie unter einem "Eckpreis" versteht, wissen wir spätestens seit die Milchbauern auf die Straße gingen, um faire Verträge mit den Molkereien zu erstreiten.

Der durchschnittliche Discounterkunde nimmt sich nicht die Zeit, den Preis für jedes Stück Käse oder die Dose Erbsen mit denen bei Aldi, Lidl oder Plus zu vergleichen - das hat etwas mit Transaktionskosten zu tun und macht auch intuitiv viel Sinn. Also signalisiert der Supermarkt um die Ecke dem Konsumenten mit seinem günstigen Milchpreis: Hier kannst Du was sparen.

Während die Discounter dafür bei den Molkereien und Milchbauern günstige Einkaufspreise durchsetzen müssen, haben es die Mobilfunkanbieter noch viel einfacher: deren Kostenstruktur ist geprägt von Fixkosten. Ob ich zehn oder 30 Minuten am Tag telefoniere, interessiert E-Plus, o2 & Co. höchstens langfristig, wenn das Netz überlastet ist und ausgebaut werden muss. Also können sie die Preise für eine Minute Telefonieren ins eigene Netz oder ins Festnetz (fast) beliebig senken, solange sie woanders ausreichende Deckungsbeiträge erwirtschaften: zum Beispiel bei absurd hohen Gebühren für Leistungen, die nur selten in Anspruch genommen und noch seltener vorher im Preis verglichen werden. Und vor allem: beim Roaming - dem Goldesel oder um im Bild zu bleiben: der Melkkuh der Mobilfunkindustrie.

Wer schon einmal im Ausland telefoniert hat, weiß: ein Telefonat, das im Inland in der Grundgebühr enthalten ist, kann an der Côte d'Azur, in der Toskana oder in Kopenhagen schon mal ein bis zwei Euro die Minute kosten. Noch härter trifft es den, der mobil ins Netz geht: gerne werden da sechs oder sieben Euro pro MB abgerechnet.

Ein Wochenende im Ausland mit ein paar Mails, ein wenig Surfen und Google Maps kostet also genauso viel wie mehrere Monate Datennutzung in Deutschland mit einem passenden Paket. Aber: es gibt überhaupt keinen Grund dafür. Na gut, den gibt es schon: niemand achtet bei der Wahl des Mobilfunktarifs auf einen günstigen Datentarif im Ausland, sondern auf den Minutenpreis im Inland - das ist auf den ersten Blick ja auch viel relevanter. T-Mobile, Vodafone und die anderen kassieren diese Preise nicht, weil die Nutzung entsprechende Kosten verursacht, sondern einfach weil sie es können. Die Konkurrenz verlangt dasselbe und den Kunden interessiert es bei der Kaufentscheidung nicht - er ärgert sich erst hinterher und hat ja doch keine Alternative.

Für die Mobilfunkanbieter machen die Roaminggebühren einen großen Brocken ihres Umsatzes aus, deswegen stehen sie fest zusammen. Aber wir werden eine ähnliche Entwicklung wie bei den Inlandstarifen erleben: irgendwann wird einer zucken und dann purzeln die Preise.

Und spätestens dann ist das mobile Web auch außerhalb der eigenen Landesgrenzen nicht mehr aufzuhalten.

Ursprünglich veröffentlicht auf staysynced.com.

Wie TechCrunch heute berichtet und Plazes bereits bestätigt, kauft Nokia das von Stefan Kellner und Felix Petersen gegründete Berliner Start-up.

Plazes gehört zu den ersten Start-ups der zweiten Generation in Deutschland. Stefan Kellner hat auf der next08 im Mai die aktuelle Beta der nächsten Version von Plazes präsentiert. Hier das Video:

Die gestrige Stevenote habe ich bei MacRumorsLive.com auf dem E61i verfolgt, während ich etwas gegessen, Fußball und Tagesschau gesehen und die Kinder ins Bett gebracht habe. Das automatische Nachladen hat meistens funktioniert.

Neben Nettigkeiten wie iPhone 2.0 und MobileMe ließ His Jobness auf der großen Bühne auch Loopt präsentieren. Loopt zeigt auf dem Mobiltelefon an, wo sich meine Freunde gerade aufhalten und was sie dort tun. Ein social network to go, sozusagen. Bis jetzt allerdings nur in den USA erhältlich.

Wir Europäer haben andere Mittel und Wege zum gleichen Zweck und Ziel. Als da wäre

  1. Plazes, der Klassiker ortsbezogener Dienste aus deutschen Landen, schon 2004 von Stefan Kellner und Felix Petersen gegründet und seitdem mehrfach gehäutet. Plazes erfasst meinen aktuellen Aufenthaltsort und teilt ihn der Weltöffentlichkeit mit, insbesondere aber meinen dortigen Kontakten. Seit etwa einem Jahr stellt Plazes außerdem die Twitter-Frage: "What are you doing?"

    Der twittereske Aspekt ist allerdings bis jetzt eher unterentwickelt, denn anders als bei Twitter fand sich für Plazes keine Community, die dort zu kommunizieren gedenkt. Der technische Kern von Plazes ist die Software Plazer, die meinen aktuellen physischen Netzzugang erkennt und einem konkreten geografischen Ort zuordnet.

    In der nächsten Iteration, derzeit in der Closed-Beta-Phase (mehr dazu hat Stefan Kellner auf der next08 gesagt), wird Plazes sich neben gegenwärtigen und vergangenen stärker auf die zukünftigen Aufenthaltsorte fokussieren. Die Reise- und Terminplanung im Web 2.0 ist jedoch bis dato eher die Domäne von
  2. Dopplr, einem Reiseplanungswerkzeug für häufig reisende Geschäftsleute mit webzwonulligen Ambitionen. Dort lege ich Reisen an und sehe die Pläne meiner Mitreisenden, was mehr oder weniger spontane Treffen durchaus erleichtert. Plazes und Dopplr sprechen bis jetzt nicht miteinander, was schade ist, da Plazes meinen derzeitigen Aufenthalt kennt und Dopplr meine Pläne. Dieses und ähnliche Kommunikationsprobleme zu lösen ist
  3. Fire Eagle angetreten. Der Feueradler von Yahoo nimmt meinen Aufenthaltsort entgegen und verteilt ihn an andere Dienste weiter, natürlich mit allem nur denkbaren Datenschutzklimbim. Fire Eagle fliegt derzeit nur auf Einladung, spricht aber bereits mit Plazes (auf der Eingabeseite) und Dopplr (auf Eingabe- und Ausgabeseite), zwei von bis jetzt zwölf Anwendungen in der Galerie. Dazu gehört auch
  4. Brightkite, ein location-based social network. Auch eine Art ortsbezogener Twitter, ähnlich wie Plazes, dem ich allerdings selbst sagen muss, wo ich bin. Brightkite erfährt zwar von Fire Eagle, wo ich mich gerade aufhalte, fängt allerdings mit dieser Information bis jetzt reichlich wenig an. Und da Brightkite sich noch in geschlossener Beta befindet, ist auch mein Freundeskreis noch recht überschaubar.

Der Nutzen all dieser schönen Dienste steht und fällt mit den aktiven Nutzern, die sich dort tummeln. Je höher der Durchdringungsgrad in meinem persönlichen Umfeld, desto größer der Nutzen für mich. Dieser Zusammenhang ist indes trivial und gilt für alle Internetinnovationen seit der Erfindung der E-Mail.

Fire Eagle könnte das Drehkreuz für alle ortsbezogenen Webdienste werden. Plazes hat momentan den größten Funktionsumfang in unserem Vergleich und bietet fast alles, was entweder Dopplr oder Brightkite auch anbieten. Nur in punkto Community schwächelt Plazes nach wie vor.

Das Live Web hat meine Lesegewohnheiten, mindestens was Nachrichten betrifft, deutlich verändert. Seit der Erfindung von RSS & Co. kommen die Neuigkeiten im Web zu mir. Ich muss nicht mehr zahllose Websites abklappern, der Google Reader reicht. Und Twitter. Beides ging vor allem zu Lasten der Mail.

Was hat sich im Detail verändert?

Ich lese nur noch Feeds. Mein Webmedienkonsum findet inzwischen zum größten Teil im mobilen Google Reader auf dem E61i statt. Was auch bedeutet: Ohne RSS-Feed geht gar nichts mehr. Wer heute keinen Feed anbietet, ist per definitionem irrelevant.

Ich lese viele Feeds. Google Reader zeigt sie in letzter Zeit nicht mehr an, es müssen aber inzwischen mehr als 1.000 sein zählt derzeit 1.199 Stück. Denn ich abonniere einfach jeden Feed, der mich interessiert. Feeds fressen kein Brot, und selbstverständlich lese ich nicht alles, noch nicht einmal die Überschriften.

Ich bestelle Feeds nur selten wieder ab. Viele Feeds sind längst tot, weil das Blog inzwischen gestorben oder umgezogen ist, seinen Dienst eingestellt oder die Plattform gewechselt hat. Egal. Die Abonnements zu verwalten lohnt sich nicht.

Jeder Feed bekommt mindestens einen Tag. Naja, im Idealfall. Denn leider kann der mobile Google Reader keine Feeds mit Tags versehen, und so sammeln sich immer mehr Feeds ohne Tags in meiner Liste. Und da es sich nicht lohnt, sie zu verwalten, bekommen sie auch später nur ausnahmsweise einen Tag nachgereicht.

Ich lese keine Blogs, sondern Tags. Also Gruppen von Blogs. Wie auch immer sich diese Gruppen zusammensetzen. Hier zum Beispiel sind alle Beiträge aus Blogs mit dem Tag Fischmarkt. Im Idealfall sollten das die Blogs sein, die ich für den Fischmarkt lese.

Ich abonniere Meta-Feeds: Suchfeeds von Technorati oder Google zu diversen Suchbegriffen, Dienste wie Techmeme, Rivva oder Digg. Das erhöht die Chance, nichts Wichtiges zu verpassen.

Ich lese immer nur das Neueste. Denn ich habe ja nicht unbegrenzt Zeit. Also schaue ich in der Listenansicht - im mobilen Google Reader gibt es ohnehin keine andere Möglichkeit - die jeweils jüngsten Überschriften durch und klicke auf das, was mich interessiert.

Alles Empfehlenswerte empfehle ich. Das geht mit einem Klick. Die Liste der von mir empfohlenen Links gibt Google Reader wieder als Feed aus. Diesen Feed lasse ich per Twitterfeed an meinen Twitter verfüttern. Die fünf jüngsten Empfehlungen stehen in der rechten Spalte unter "Anderswo aufgelesen".

Ich recherchiere in der Suche von Google Reader. Meine mehr als 1.000 Feeds sind eine hervorragende Datenbasis - es sind meine bevorzugten Quellen. Die Suche von Google Reader ist eine personalisierte Suchmaschine.

Was noch fehlt, sind lokale Nachrichten. Der mobile Google Reader auf dem E61i steht morgens am Frühstückstisch im harten Wettbewerb mit der Lokalzeitung. Zwar war das Altländer Tageblatt seinerzeit plietsch genug, die Domain tageblatt.de zu registrieren. Aber damit endete dann auch die Innovation.

Als Abonnent könnte ich zwar Zugang zu irgendwelchen Premium-Nachrichten bekommen, aber das war mir bis jetzt immer zu kompliziert. Außerdem gibt es dort keinen RSS-Feed. Und der RSS-Feed liefert nur Nachrichten für Abonnenten. Damit hat sich das Thema wohl erledigt.

Starke Konkurrenz ist dem Google Reader inzwischen mit dem mobilen Twitter erwachsen. Dort lese ich nun auch schon 292 Twitterati, also etwa ein Viertel 557, also fast die Hälfte meiner RSS-Feeds.

Bei Twitter liegt zwar der Fokus eher auf den Menschen als auf den Nachrichten. Doch die wirklich wichtigen Nachrichten kommen mittlerweile schneller über Twitter als über RSS-Feeds herein.

Den kontinuierlichen Nachrichtentakt in meinem Twitter schlägt die Tagesschau. Dazu kommen Rivva, Techmeme und vermutlich noch weitere eher nachrichtenorientierte Tweeter, die ich jetzt vergessen habe.

Nachtrag: Diesen Text habe ich im März 2008 geschrieben. Inzwischen hat Friendfeed Einzug in meine tägliche Mediennutzung gehalten, zu Lasten von Twitter und Google Reader. Doch dazu später mehr.

Ein Plädoyer für den richtigen Content in der richtigen Situation hielt Rolf Hansen von simyo. "Bei Sonnenschein am Strand will man kein 90 Minuten Fußballspiel auf dem Handy gucken".

Er und Sarik Weber von cellity gaben einen Einblick in die zukünftigen Möglichkeiten des Mobile Marketing - und die Zukunft im Titel war in der Tat Programm - Beide Diskutanten und Moderator Volker Müller von der ftd waren sich einig dass die mobile Infrastruktur noch weit hinter dem Gewollten hinterher hinkt. Webentwicklungen seien nicht einfach auf das Handy übertragbar und "Die Sturm und Drang Kreativbewegung wird erst entfacht, wenn es offene Standards gibt." ist Weber sich sicher und nennt doch eine Parallele zum Web denn er spricht den Erfolg von facebook seit Öffnung der api-Schnittstelle an.
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Es seien aber noch nicht die Endgeräte am Markt, die Entwickeln "sexy" machen würden. Auf dem Weg dahin können höchstens vertraute "neue" Features weiterwachsen, z.B. reguläre mobile E-Mail statt extrakostenpflichtigem Blackberry.
Revenue Share Modelle wie simyo sie mit cellity oder Yahoo! Go betreibt seien einzelne Puzzlestücke zukünftiger Vermarktunsstrategien.
Von Moderator Müller auf die "Achillesferse Tarife" angesprochen sind sich alle einig - Die schnelle Daten-Flatrate wird der einzige Weg sein in die Zukunft des Mobile Marketing.

Me, Myself and I. part two

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Ein zweiter Bericht über den Beitrag "Me, Myself and I. Und wo ist die Marke?"

Das eine Community "zuklattert" und man sich ständig vor fliegenden Schafen und Vampiren wehren müsse sei die derzeit Größte Gefahr bei der Produktentwicklung von Social Networking Plattformen. Was Marcus Riecke von StudiVZ damit meint sind die überbordenen Gag-Funktionen von Applications, wie sie allen voran auf Facebook Gang und Gäbe sind. Wichtiger als Einzelapplications ist ihm für StudiVZ, dass die Inhalte künftig transportabel sind. Hilfen bei der Übertragung von Userdaten über verschiedene Netzwerke - allen voran die Initiative Open Social - werden deshalb in Zukunft immer mehr genutzt.

Angst um die User, wenn man sich StudiVZ oder MySpace-Inhalte auch jenseits dieser beiden Sites ansehen kann? Riecke verneint. Die Inhalte werden überwiegend von den Usern geschaffen. Die Auswahl der Freunde sorgt somit für die individuelle User-Experience. Dass alle Freunde zu einer anderen Plattform ziehen ist sehr unwahrscheinlich. Den Lieblings-Content-Mix gibt es also weiter nur auf der ursprünglichen Plattform. Der "Lock-In" bleibt gewahrt.
Joel Berger von Myspace setzt bei der Portabilität auf zwei Ausbaustufen - zuerst soll es alles, was es bei MySpace gibt, auch mobil geben. Als zweites soll das MySpace-Userprofil auch eBay, Twitter und Yahoo befüllen.

Der Stand der Werbevermarktung?
Die beiden Konkurrenten sind sich einig - klassische Displaywerbung ist auf dem absteigenden Ast, Branded Communities, Social Marketing und Empfehlungen werden dominieren, auch wenn Berger die Meinung vertritt, dass die Markenwelten 2.0 als Werbeform in Deutschland noch nicht gelernt seien und Rieke verkündet er glaube "das AdWords von Social Networks muss noch gefunden werden.". Gestützt werden sie vom aktuellen Horizont-Artikel über stotternde Community-Motoren, der trotz des pessimistischen Aufmachers veranschaulicht, wie Brands und Unternehmen in den USA in soziales Marketing investieren.


Was Berger Riecke von StudiVZ zu Communitystruktur und Monetarisierung sagten berichtete bereits Michael Seeman.

Besser spät als nie, ein Fazit vom Barcamp Mitteldeutschland

Location
Jena war ist ganz wunderbar, ein niedliches Studentenstädtchen zwischen den Hügeln mit vielen kleinen Cafés und Kneipen, die alle in gangbarer Entfernung zusammen liegen. Das Wetter stimmte und die Atmosphäre der Stadt lässt sich durchaus treffend mit dem Wort "gemütlich" zusammenfassen. Der JenTower, ehemals IntershopTower, ehemals wasweissichnoch-Tower mitten im Zentrum der Stadt war eine Barcamp-Location, die ich vor Ort als "untoppable" kategorisiert habe. Im 27. Stock waren für ein Barcamp perfekt geeignete Räumlichkeiten organisiert worden, mit einem herrlichen Blick über die Stadt und das Umland. Ganz herrlich, hoffentlich gibt es noch ein Barcamp Mitteldeutschland Teil 2.

Organisation
Im Vorfeld hatte man ein bisschen Sorge, dass die Orga ausreichend aktiv war, da sich im Wiki nicht so viel tat. Vor Ort wurde man aber Lügen gestraft. Räume, Beamer, Anmeldung, Kinderbetreuung, Samstag-Abend-Party usw., alles top! Kaffee gab es von sonntagmorgen.com, Saft von Walther's (wie gewohnt). Zwei Mäkel habe ich aber doch zu bemeckern: Das WLAN war nicht zu gebrauchen, komisch, dass das bei fast jedem Barcamp zum Problem wird. Und es war schade, dass es keine Speiseverpflegung gab, bei den bisherigen Barcamps fand ich die Frühstücks- und Mittagsrunden immer äußerst bereichernd. Vielleicht sollte man überlegen, ob man für zukünftige Barcamps eine Verpflegungspauschale für die Teilnehmer erhebt, falls es keinen Sponsor gibt, das würde auch die No-Show-Rate senken. Ich hätte nichts dagegen, ein paar Euro für zentrale Verpflegung abzudrücken.

Barcamper
Das war super. Der Kern der "Dauerbarcamper" war relativ klein und die Bloggerrate scheinbar ebenfalls. Keine selbstreferenziellen Bloggersessions und viele neue Gesichter, die auch spannendes aus ihrem Internetleben zu erzählen hatten. Wie nicht anders von einem Barcamp zu erwarten, waren alle Teilnehmer extrem kontaktfreudig, umgänglich und wunderbar unkompliziert. Diese typische Barcamper-Mentalität macht für mich eindeutig immer wieder das Faszinosum Barcamp am meisten aus.

Sessions Tag 1
Das Problem wie immer: Welche Sessions besuche ich? Ich habe ein gutes Händchen gehabt und fast alle Sessions waren mindestens unterhaltsam, immer interessant und manchmal auch lehrreich. Ein kurzer Abriss der von mir besuchten Sessions:

Recht2.0 - Haftung und so für UGC von Carsten Ulbricht. Sehr interessant und aufschlussreich. Ich dachte, dass ich zu diesem Thema schon ein gutes Basiswissen hätte, aber es gibt tatsächlich so viele Konstellationen und Einzelfälle, die alle so unterschiedlich bewertet werden können, dass man wahrscheinlich ein ganzen JuraCamp damit füllen könnte.

Persönliches Wissensmanagement im Web2.0 von Dirk Röhrborn - Tja, das war nicht so dolle. Es wurde vorgestellt, wie sich das Thema Wissensmanagement aus wissenschaftlicher Sicht darstellt, und das man im neuen Netz mit noch mehr Informationen befeuert wird als je zuvor, Lösungen und Tools, die mir bahnbrechende Erkenntnisse bereitet hätten, wurden aber nicht ausgepackt. Fazit: Man muss halt sehen, wie man klarkommt, hilft alles nix. (Folien bei Slideshare)

Mobile Web2.0 von Benno - Spannend. Das Internet wird endlich endlich endlich mobil und die Webseitebetreiber bekommen eine neue Herausforderung. Es gibt Unmengen von Ausgabegeräten mit Unmengen von Ausgabesoftware und dann soll alles auch noch ganz fix sein und super Usability-optimiert. Das Thema wird in diesem und dem nächsten Jahr nach meiner Überzeugung ein ganz großes und in der Session wurde gezeigt, was passieren muss, damit das mobile Netz auch nutzbar ist. Guter Vortrag, viel Diskussion, nicht zuviel Technik.

Widgets/Adgets von Sven - Ein kurzweiliger Rundschlag durch die Welt der Widgets. Ich bin noch nicht überzeugt, dass sich die Leute wie Blöde irgendwelche Kästchen von anderen Seiten auf der eigenen Seite zum Flickenteppich zusammenstellen (auch wenn ich ein Qype-Dingens in der Sidebar habe). Trotzdem scheint es ein Thema zu sein, so viel gibt es da schon. Der Exkurs zu den Facebook Applications war natürlich auch spannend, das Thema werde ich noch genauer verfolgen (wartet ab, einfach weiter den Feed lesen).

Mogulus - Meine erste Session in Jena, gehalten zusammen mit Sven und Tina. Wir haben gezeigt, was Mogulus ist, was Mogulus kann, wie mogulieren geht. In der Session einen Barcamp-Mitteldeutschland-Channel eingerichtet und viele Fragen beantwortet. Ich hoffe, es hat dem ein oder anderen gefallen...

Sessions Tag 2
Getting Things Done Einführung von Oliver - Die schon oft zuvor gehaltene GTD-Einführung habe ich endlich auch einmal selbst besuchen können. Ich lese gerade das Buch von David Allen und es war sehr hilfreich, die Basics einmal zusammengefasst vorgesetzt zu bekommen. Die Learnings aus meiner Alltagsanwendung des GTD-Prinzips werden bald auch hier auf dem Fischmarkt zu lesen sein.

Webcomics von Jojo - Ich hatte ja keine Ahnung davon, dass es so viel Comickrams im Netz gibt. Und dass Comics, die nur für das Netz gemacht sind, ganz anderen "Gesetzen" gehorchen (vor allem aber mehr Möglichkeiten bieten). Sehr kurzweilige Session von Jojo, den ich aus Berlin kenne. (Folien bei Slideshare)

Twitter - Zum Abschluss habe ich dann im vom Vortag erprobten Session-Team mit Sven und Tina sowie zusätzlich Volker etwas über Twitter erzählt. Eigentlich eher als Einstieg für Nicht-Twitterer gedacht, waren bis auf ein, zwei Leutchen nur Hardcore-Twitterer zugegen. Von daher wurde es eher zu einem Erfahrungsaustausch mit Toolempfehlungsrunde und alle, die Präsentatoren eingeschlossen, haben noch etwas gelernt. In Hannover werde ich am nächsten Wochenende gerne noch einmal eine Twitter-Session anbieten, würde allerdings explizit "Twitter für Nicht-Twitterer" auf das Sessionkärtchen schreiben. Die Session hat Tina auch moguliert und sie läuft im barcampmd-Stream. Einfach mal reinschauen. jovelstefan bei Twitter, svensonsan bei Twitter, PickiHH bei Twitter, MultaniFX bei Twitter.

Ein großes Dankeschön an die Organisatoren, alle Teilnehmer, alle Sponsoren und an Friederike, die mir ein Bett zur Verfügung stellte und ganz bezaubernd gastfreundlich war! Ich warte sehnsüchtig auf eine Wiederholung und freue mich schon auf das nächste Barcamp in Hannover.

Eine kleine Auswahl weiterer Berichte: da, da, da, da, da, da, da, da. Podcast da. Und eine schöne Linkliste noch da.

Bildnachweise: JenTower und Session-Wall von greinr, Ich in der Session von killywilly

Anmerkung: Dieser Artikel ist in ähnlicher Form auch auf dem jovelblog zu finden.

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Das Internet ist in meinem Computer. Zumindest war das die letzten 13 Jahre so. Onlineshops, Social Networks, Nachrichten, Karten, Webseiten – das war unterwegs nur verfügbar, wenn ich gerade mein Notebook dabei hatte und zufällig ein WLAN in der Nähe war. Früher. Jetzt nicht mehr. Denn seit sieben Wochen habe ich ein iPhone. Und ich weiß wirklich nicht, wie ich früher ohne zurecht kam.


Nie mehr muss ich E-Mails auf einem Fünfzeilendisplay lesen und mich ärgern, dass ich das angehängte PDF eh nicht lesen, die Bilder sowieso nicht sehen und die HTML-Mail auch nicht anschauen kann. Nie mehr muss ich mich durch völlig verunstaltete Webseiten wühlen, weil mein Handybrowser mit irgendeiner Seite nicht wirklich etwas anfangen kann. Nie mehr muss ich am Straßenrand anhalten und Karten im Kofferraum suchen, weil ich den Weg nicht finde.


Mein Notebook klappe ich nur noch zum Arbeiten auf. E-Mails, Nachrichten, Blogartikel, Twitter-Updates lese ich auf dem iPhone, wenn ich fünf Minuten Zeit habe. Wenn ich abends surfe, liege ich gemütlich auf dem Sofa und tippe auf einem hübschen Multitouch-Interface rum anstatt mein MacBook auszupacken.


Das iPhone macht das Internet mobil – das richtige Internet, nicht nur ein paar WAP-Seiten und Textmails. Doch es gibt nur zwei Arten von Nutzern, die das iPhone interessieren dürfte – zumindest im Moment: Technikfreaks, die wissen, wie man es entsperrt oder Leute, die sich völlig überteuerte T-Mobile-All-Inclusive-Tarife leisten können. Bis Apple also über seine Preispolitik nachdenkt oder die Konkurrenz adäquate Alternativen anbietet, bleibt das iPhone eine nette Spielerei für manche – die Revolution auf dem Massenmarkt wird auf sich warten lassen.

Hier gibt es heute nichts zu sehen. Ich habe meinen Kopf in die Teilnehmerliste der next07 gesteckt. Und freue mich noch heute, wie viele gute und interessante Leute dabei waren.

Nebenan berichtet Mark Pohlmann ausgiebig von der LeWeb3, die seit gestern in Paris stattfindet.

Im Mediabrief gibt Claudia Riebeling eine Übersicht zum Thema Behavioral Targeting. Nicht erst seit Facebook Beacon ein heißes Thema.

Facebook kommt im ersten Halbjahr 2008 nach Deutschland, berichtet Thomas Knüwer im Handelsblatt. "StudiVZ und Xing müssen sich da vielleicht doch bald warm anziehen", orakelt Dominik Grollmann im Newsletter der Internet World Business (hier die Meldung dazu).

Und die Macher von Mister Wong haben ein neues Eisen im Feuer: Beam it up Scotty sendet beliebige Dateien auf Mobiltelefone. Kostenlos.

Auf dem Fischmarkt, dem Außengelände der OMD, konnten die Messebesucher Segways ausprobieren, jene ominösen Gefährte, die seit Jahren als der kommende Trend schlechthin vor sich hin vegetieren.

Drinnen galt Mobile Marketing als der Trend des Jahres. Mobile Marketing, das ist der Segway des interaktiven, digitalen Marketings - seit Jahren als das nächste große Ding gehandelt, aber vom Durchbruch nach wie vor weit entfernt.

"Trends im Mobile Marketing" hieß dessen ungeachtet ein von Thomas Knüwer moderiertes Panel, das dem ewig hoffnungsvollen Nischenthema neues Leben einzuhauchen trachtete. Während die Runde sich erkennbar mühte, brannte Trendanalyst Michael Tchong in seiner Keynote ein wahres Trendfeuerwerk ab.

Zwischen 1920 und 2005 ist die durchschnittliche nächtliche Schlafdauer eines Erwachsenen von 8,8 auf 6,9 Stunden gesunken. Wir schlafen weniger, aber haben noch weniger Zeit, geschweige denn Aufmerksamkeit. Attention Deficit Disorder (ADD) wird vom Krankheitsbild zum normalen Verhalten. Wahrscheinlich deshalb hat Tchong in ungefähr 45 Minuten gefühlte 180 Folien gezeigt.

85 Prozent der britischen Werktätigen machen keine volle Stunde Mittagspause mehr. Die Lunchtime ist tot. Die Aufmerksamkeitsspanne der Konsumenten ist so fragmentiert, dass niemand mehr Aufmerksamkeit für irgendetwas aufbringen kann.

Konsumenten klagen eher über einen Mangel an Zeit als über zuwenig Geld. Marketer haben Erfolg mit Produkten und Dienstleistungen, die Zeit sparen. Wir sind eine on-demand society, wir sind always on. Wir brauchen Kaffee - Starbucks ist die größte Restaurantkette der Welt, vor McDonald's & Co. - und Energiedrinks, um wach zu sein, und Schlafmittel, um schlafen zu können.

Klingt das jetzt zu kulturpessimistisch? Das liegt wahrscheinlich daran, dass mein Wecker heute früh um 4.18 Uhr geklingelt hat, nach gut vier Stunden Schlaf, und ich um 5.18 Uhr fast meinen Zug verpasst hätte. Tchong hat auch erfreulichere Trends genannt. Aber dafür reicht meine Zeit nicht mehr, meine Aufmerksamkeitsspanne ist zu kurz und ich bin müde.

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Geiz ist geil! Findet E-Plus sicherlich auch – spätestens beim Anblick der aktuellen Unternehmenszahlen. pressetext.de vermeldet:

"Der drittgrößte deutsche Mobilfunkkonzern E-Plus hat in den vergangenen Monaten erneut von seiner Mehrmarkenstrategie profitiert und kräftig zugelegt. Allein im Schlussquartal konnten simyo, BASE und Co. rund 800.000 neue Kunden auf sich vereinen. Nun telefoniert bereits jeder dritte E-Plus-Kunde über eine der Eigen- und Kooperations-Marken.“

Da stört es auch eher weniger, dass die Kernmarke Verluste in Kauf nehmen muss. Weil die Neukunden im Billigsegment laut E-Plus-Unternehmenssprecher Guido Heitmann wirtschaftlich teils profitabler sind.

Das alles geschieht ja sehr zur Freude der Verbraucher, schließlich hat E-Plus die Preise ordentlich nach unten getrieben, wie zdnet aufschlüsselt: Mit der Einführung der Zweitmarke Simyo Mitte 2005 hatte E-Plus den Preiskampf in der Branche eingeleitet – und seitdem sind die Preise für Handy-Telefonate nach Angaben des Statistischen Bundesamts um ein Fünftel gefallen.

Erst im Januar 2007 hatte E-Plus seinen Anspruch als günstigster Anbieter in Deutschland mit einem Minutenpreis von rund 10 Cent untermauert – damit eine Preisgrenze geknackt und das aktuelle Marktniveau um rund 50 Prozent unterboten.

Schonmal nicht schlecht. Mit einem einstelligen Minutenpreis greift sich’s doch noch leichter zum Handy. Wann zieht die Konkurrenz nach, oder haben wir was verpasst?

Cellity (Testimonial)
Die Mobiltelefonkostensparer von Cellity haben jetzt einen richtigen Webauftritt mit Testimonial und allem Drum und Dran. Außerdem startet die geschlossene Betatestphase. Und das Blog versprüht Startupatmosphäre.

(Und wer sich fragt, warum Sarik Weber gerade jetzt vor dem Börsengang von openBC sein neues Projekt gestartet hat, der kann sich mit einem Blick in den Börsenprospekt beruhigen. Er gehört zu den veräußernden Aktionären, die insgesamt bis zu 831.781 Aktien abgeben werden.)

Die Schnäppchensucherplattform dealjaeger.de startet am Freitag. Mehr dazu im PR-Ticker und demnächst auf dem Fischmarkt.

Matthias Schrader meinte neulich, das Tabbrowsing sei eigens für uns Fischmarktbeschicker erfunden worden, damals in der schlechten Zeit, als es den Fischmarkt noch nicht gab und kein Mensch draußen in der Welt etwas vom Web wissen wollte. Womöglich hat er Recht.

Seit zwei Tagen weiß ich, dass ich mit dem Mausrad durch die Tiefen unzähliger Karteireiter navigieren kann. So findet sich die eine oder andere Preziose wieder, die ich der Leserschaft nicht vorenthalten möchte. Oder anders gesagt: Mangels Alternativen zumuten muss.

  • Warum das mobile Web nicht so recht in Gang kommt, aber es vielleicht doch noch Hoffnung gibt, erläutert die Technoloy Review in einem längeren Aufsatz (9.650 Zeichen).
  • Längere Suaden, gern auch zu Fischmarktthemen, schreibt André Schuster, ein Kollege aus dem dritten Stock, bei pixelschubsen.de.
  • iBusiness wird 3.0. Der Hightext Verlag wird 15 und feiert deshalb heute die Party 3.0. Herzlichen Glückwunsch! Ich bin schon fast auf dem Weg nach München.
  • Wer mit Web 2.0 so langsam durch ist und sich schon einmal auf Web 3.0 vorbereiten möchte, dem sei Dan Farber ans Herz gelegt: Web 2.0 isn’t dead, but Web 3.0 is bubbling up

Tim von Törne (offizielles Pressefoto)

Tim von Törne (35) verlässt Skype und steigt bei Cellity ein. Cellity will im November eine neue Lösung für ein altes Problem auf den Markt bringen: hohe Mobilfunkrechnungen.

In Gummistiefeln standen Tim von Törne und Sarik Weber heute früh auf dem überfluteten Fischmarkt Rede und Antwort.

Welchen Grund hatten Sie, Skype zu verlassen und zu einem Startup zu wechseln?

Tim von Törne: Ich bin ein unternehmerisch geprägter Mensch. Meine bisherigen Aufgaben waren immer sehr unternehmerisch geprägt. So war es bei Skype, und so ist es nun bei Cellity.

Und Skype bietet nicht mehr genug unternehmerisches Potenzial?

Cellity gibt mir die Möglichkeit, mich noch stärker in die Geschäftsführung einzubringen und eben tatsächlich als Unternehmer tätig zu werden. Ich glaube an das Team und das Konzept.

Worin unterscheidet sich Cellity von herkömmlichen Callthrough-Angeboten?

Cellity ist intelligentes, vollautomatisiertes und eben einfach zu bedienendes Least Cost Routing vom Handy. Das haben wir so in der Form am Markt nicht gesehen und sehen einen Bedarf dafür.

Wenn mich nicht alles täuscht, hatte die Telekom mal etwas Ähnliches am Start. Das hieß easyisicall-by-call, war aber nicht übermäßig erfolgreich.

Im Mobilfunk haben wir ähnliche Lösungen noch nicht gesehen. Wir glauben daran, dass die meisten Handynutzer grundsätzlich mit der Höhe ihrer Handyrechnung nicht zufrieden sind, und somit glauben wir, dass es für unsere Lösung einen echten Markt gibt.

Wie sieht das Preismodell aus - gibt es fixe Minutenpreise, weiß ich als Kunde, was ich zahle?

Ja, der Nutzer weiß, was er zahlt. Aber noch wichtiger: Er kann sicher sein, dass es mit uns entweder günstiger ist, oder der Call läuft über seinen bisherigen Tarif. Also zusammengefasst: An uns zahlt er nur, wenn er wirklich spart.

Cellity startet als Beta im November - wie viele Kunden wollen Sie im ersten Jahr gewinnen?

Wir wollen den Betatest mit 5000 Lauten Leuten durchführen.

Sarik Weber: lauter Kunden ;)

Zahlenden Kunden, nehme ich an :)

Tim von Törne: Ja, das ist richtig.

Und dann? Keine Zahl für November 2007?

Auf jeden Fall sechsstellig, aber genauer können wir das leider noch nicht quantifizieren.

Jetzt gibt es drei Köpfe bei Cellity - wie sieht die Aufgabenverteilung aus?

  • Nils Weitemeyer, CEO (Strategie und Operations)
  • Sarik Weber, Vorstand Marketing und Vertrieb
  • Tim von Törne, VP Business Development (insbesondere Kooperationen)
  • Matthias Lanz, VP Engineering
  • Ben Körber, VP Produkt

Wir sind z.Zt. ca. zehn Leute fest und fünf Freelancer.

Sarik Weber: Matthias Lanz hat bereits über 10 Jahre mit Nils Weitemeyer erfolgreich zusammengearbeitet.

Tim von Törne: Benjamin Körber war Partner bei der Unternehmensberatung bpc intelligence, die sich auf die Beratung von Telko und Energieversorgern spezialisiert haben.

Wie ist Cellity finanziert?

Sarik Weber: Die cellity AG ist momentan ausschließlich mit Eigenmitteln finanziert.

Momentan heißt, es gibt Gespräche?

Tim von Törne: Ja, natürlich.

Wenn man die Presse so liest, dann ist da eine gewisse Skepsis zu vernehmen, was das Geschäftsmodell angeht. Ist nicht womöglich bald schon die Luft raus, weil Handytarife sinken?

Sarik Weber: Ist doch recht positiv ;)

Tim von Törne: Wir glauben, dass die großen Carrier noch lange versuchen werden, ihre Preise hoch zu halten. Somit wird es ein längeres Fenster für uns geben.

Waren die kritischen Stimmen also nur die üblichen Miesmacher?

Sarik Weber: Eine gesunde Skepsis zum Start ist immer gut. Als Lars openBC 2003 gegründet hat, wollte zunächst auch niemand an ihn glauben. Niklas Zennström hat bei der Gründung von Skype ein Jahr lang Geld gesucht.

Wie seht Ihr das - sitzt das Geld heute wieder lockerer?

Tim von Törne: Ich glaube, für gesunde Geschäftsmodelle war es immer möglich, Investoren zu finden. Aber sicher, die Zeiten sind definitiv wieder etwas positiver - wenn Team, Konzept und Timing stimmen.

Bis hierhin vielen Dank!

Foto: Cellity

Tim von Törne auf der Next 10 Years im Mai

Rechenhilfe von simyo

Schon 3,6 von insgesamt 12,2 Millionen E-Plus-Kunden telefonieren mit einer der konzerneigenen Zweitmarken simyo, Base, Ay Yildiz, Aldi Talk und vybemobile. Die seit 2005 eingeführen Eigen- und Kooperationsmarken sind inzwischen der Wachstumstreiber für die Düsseldorfer Mobilfunker. simyo wird im Web von den SinnerSchrader Studios betreut.

T-Mobile hat einen schönen neuen Claim: einfach näher.

Einfach? Da war doch was. Hier die Antwort:

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Inspiriert von Steve.

Passend dazu:

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Am 30. Mai wird simyo ein Jahr alt. Die Feierlichkeiten beginnen schon heute: Just in diesen Minuten lässt simyo bei ProSieben seinen neuen TV-Spot vom Stapel. Vorschau beim trndblog. Was wird beworben? Natürlich die Website, hergestellt in den Studios.

Bevor sich unser Sonderkorrespondent in Vegas dem wohlverdienten Nachtschlaf hingab, übermittelte er uns noch einige erste Eindrücke, "schnell & dreckig aber frisch!"

Ich verstehe immer noch nicht, wie es Microsoft schafft, so viele Menschen mit Zukunftsthemen zu beschäftigen, die keinen Cent Umsatz machen, und trotzdem wirtschaftlich so erfolgreich zu sein. Dafür bewundere ich den Laden zutiefst.

Bill Gates ist ein schlechter Sprecher. Bill Gates ist ein sympathischer, irgendwie rein und jung wirkender Mensch.

Las Vegas ist einfach nur crazy (diplomatisch ausgedrückt). Bis jetzt hatte ich nicht eine Stunde Zeit, neben der Konferenz, dem Versuch zu arbeiten, dem Kampf mit 12 Stunden Zeitverschiebung (wenn ich wach sein muss, bin ich müde - wenn ich schlafen soll, bin ich hellwach) Las Vegas zu bewundern.

Mit der Adaption des Vernetzungs-Gedankens in die neuen Microsoft-Technologien ergeben sich in den nächsten Jahren sehr, sehr spannende Möglichkeiten. Auf einer reichweitenstarken Basis, weil halt Microsoft. Die gezeigten Beispiele sind hier sehr technisch geprägt ("schau mal, das funktioniert"). Aus Business-Sicht noch nicht so sehr überzeugend.

Myspace ist auch hier. Unglaublich, die haben eine Server-Farm von "nur" 150 Stück und sind die reichweitenzweitstärkste Seite im Internet. Besonders im Bereich Personalisierung entwickeln sie zur Zeit mit Atlas & Ajax. Hier geht es um Drag & Drop für personalisierten Content. Sehr überzeugend.

Microsoft baut an einem Ad-Center, was wohl eine Full-Service-Plattform für Werbung (noch online) werden soll. Theoretisch sehr spannend, praktisch wird es wohl noch dauern, bis es so einfach ist wie Aktien kaufen: mal eben Zielgruppe auswählen, Preislimits fürs SEM einstellen, etc. und fertig ;-)

Wichtige Stichworte sind: Beyond the Browser, Vernetzung von Applikationen und Services, Ajax & Atlas, sehr viel Mobile!

Einige Einblicke in Smartclients für Endkunden konnte ich z.B. von BBC und North Face sehen. Ich bin auf weitere sehr gespannt.

Schnell sitzt man in einer Session, in der über APIs und Workflows philosophiert wird... ;-) Wenn es dann eigentlich 5 Uhr AM in Old Europe ist, werden die Augenlider sehr, sehr schwer.

Noch bevor UMTS überhaupt ins Laufen kommt, gibt es schon den Nachfolger HSDPA, der viermal schneller ist und - welch ein Durchbruch - den Musikdownload in Echtzeit ermöglichen soll. Die FAZ schreibt bewundernd:

Einmal eingeschaltet, sollen die Netze dazu taugen, zum Beispiel große Mengen Musik auf die Handys zu laden. Die Systeme und Musikbibliotheken dafür haben fast alle deutschen Netzbetreiber schon installiert. Entsprechend diesem Trend verändern sich aber auch die Endgeräte. Die Handys werden zu mobilen Musikplayern und können dank einer hohen Speicherkapazität auch größere Musiksammlungen problemlos speichern.

Verstehe ich das jetzt richtig? Reden wir von derselben Musikindustrie? Die mit rund 18 Mrd. Dollar Umsatz weltweit und den seit etwa zehn Jahren rückläufigen Zahlen? Sie soll der Heilsbringer der heißesten Boombranche überhaupt sein? Der Musikmarkt, der seit Jahren kaum noch Stars produziert, sich mit Themen wie illegalen Downloads verzettelt und ansonsten damit beschäftigt ist, den goldenen 90ern nachzujammern; damals, als die CD konkurrenzlos war und, für Pfennige produziert, alle, die im Geschäft waren, fett, faul und zufrieden machte? Die Branche, die genau weiß, daß die jetzt so hoffnungsvoll propagierten legalen Downloads die Abschiedsschmerzen nur abmildern, aber niemals vergessen machen können? Reden wir über dieselben Jungs, die seit etwa drei Jahren paralyisiert sind von einem einzigen Musikabspielgerät eines PC-Herstellers und noch nicht einmal eine Antwort darauf gefunden haben?

Nur damit wir wirklich über das gleiche reden: Der Mobilfunkmarkt machte 2005 etwa 580 Mrd. Dollar Umsatz weltweit. Das Wachstum wird noch viele Jahre weitergehen. Wie Gartner glauben viele, daß durch den Mobilfunk der Festnetzanschluß vollkommen überflüssig wird. Letzterer hält aktuell noch immer rund 90 Prozent Umsatzanteil am gesamten Telekommunikationsmarkt. Eine hohe mobile Datenrate ermöglicht schon heute neue personalisierte Internetdienste und verkleinert die Grenze zwischen digitaler und realer Welt noch einmal entscheidend. Im mobilen Internet liegt die Zukunft.

Für mich läßt der hilflose Schulterschluß mit der Musikindustire nur die Einsicht zu, daß die Netzbetreiber ohnmächtig vor Sorge sind, von der Wertschöpfung der eigenen Infrastruktur abermals abgekoppelt zu werden. Offensichtlich haben die Nokias, T-Mobiles und AOLs dieser Welt noch immer nicht verstanden, daß aus einem Kabelleger - und jetzt eben Funkmastaufsteller - kein Medienkonzern werden kann. Die Mentalität gibt diese Mutation einfach nicht her. Daß die Betreiber auf mobile Musikdienste setzen, zeigt nur, daß sie selbst nicht an die Möglichkeiten ihres Mediums glauben.

Der Restbestand der Woche

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Schon wieder Freitag. Also schnell weg mit allem, was weg muss hier auf dem Fischmarkt. Was habe ich da in meiner Kiste?

  • The End of Shopping The End of Shopping beschwor Walter Kirn am vergangenen Wochenende im Magazin der New York Times. Er beschreibt die denkbaren Konsequenzen einer einfachen Technologie: Mobilfunkgeräte mit eingebauten Barcode-Scannern, die einen Echtzeit-Preisvergleich via Internet erlauben. Das wahrscheinliche Resultat: Preisunterschiede und damit die Jagd nach dem Schnäppchen gehören der Vergangenheit an. Händler müssen andere Differenzierungsmerkmale suchen - oder gnadenlos den billigsten Preis anbieten. [Exciting Commerce]

  • Keyword Prices Tumble Um satte elf Prozent sind die Keyword-Preise im Suchmaschinenmarketing im November gegenüber dem Vorjahresmonat gefallen. Sagen jedenfalls die Zahlen von Fathom Online und berichtet Online Media Daily. Am stärksten gesunken sind die Preise in den Sparten Einzelhandel, Dienstleistungen für private Verbraucher und Finanzen. [Adverblog]

  • Combots "Bloß keine alten Pappen verbrennen!" So spottet Andreas Rodenheber über eine Präsentation von Combots, die ihn stark an die späten 90er erinnert. Bubble 2.0? [Werbeblogger]

  • Milliondollarhomepage Man kann es aber auch untertreiben. Meint Wolfgang Sommergut und liest der "trostlosen deutschen Debatte über Web 2.0" die Leviten. Als Anlass und abschreckendes Beispiel dient ihm ein Spiegel-Online-Stück mit dem programmatischen Titel "Ich wär so gern Pixelmillionär". Sein Fazit, trocken aber wahr: "Während in den USA grundlegende Aufsätze wie jener von O'Reilly, zu AJAX oder Folksonomies den Boden für das Social Web bereiteten, gab es bei uns keine eigenständige Auseinandersetzung mit den neuen Entwicklungen im Web. Mit einiger Verspätung wurde schließlich hier die amerikanische Diskussion bruchstückhaft rezipiert. Um sich Vorurteile bilden zu können, reicht das aber offenbar." [Wolfgang Sommergut]

Und nächste Woche erzähle ich, wie ich Snarf finde, den Social Network and Relationship Finder von Microsoft Research. Gerade installiert.

PlazesDurch ein Anekdötchen von Martin Röll beschäftigte ich mich heute - nach langer Pause - mal wieder mit Plazes . Und wieder bin ich unsicher, ob es sich durchsetzen wird. Der "harte" Nutzen ist nicht richtig offenkundig und für das spielerische Element, ist mir das Interface zu sperrig. No "Joy of use" (mehr diesem Thema). Aber vielleicht irre ich mich. Das Wachstum von Plazes macht mich zumindestens nachdenklich: 20% Wachstum -- pro Monat. Berichtet futuregeek. Und noch was bringt mich ins grübeln: in Berlin breitet sich die Nutzung geradezu epidemisch aus. Ist unsere Hauptstadt also doch am webbigsten -- oder haben die Berliner einfach nur zuviel Zeit? 

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