Spätestens mit seinem Ableben hat Steve Jobs eine neue Welle des kollektiven Nachdenkens über die Welt und ihre Veränderbarkeit angestoßen. Warum sich die Welt tatsächlich ändern lässt, und zwar mehr als gedacht, das erklärt ein bärtiger und etwas jüngerer Steve hier in nur 46 Sekunden.

Das Video ist ein kurzer Ausschnitt aus einer kürzlich bei PBS ausgestrahlten Dokumentation. [via]

Nutzer des Internet Explorer sind dümmer als solche, die mit anderen Browsern surfen. Diese Meldung geisterte kürzlich weltweit durch die Medien - war aber leider ausgedacht. Wenden wir uns also den Fakten zu. Lassen wir die IQ-Debatte beiseite und betrachten einmal die Umsätze, die von unterschiedlichen Browsern generiert werden.

Der Vergleich verschiedener Browser beschäftigt die Internetgemeinde bereits seit Zeiten von Mosaic und Netscape. Die Frage, welcher Browser eine marktbeherrschende Stellung hat und welcher eher irrelevant ist, ist auch bei der Entwicklung komplexer, transaktionaler Webapplikationen wichtig. Eine Abwägung zwischen Aufwand und möglichem Gewinn.

Die Browsermatrix

Zu Projektbeginn wird daher eine so genannte Browsermaxtrix definiert. Sie legt fest, welche Browser von einer Webapplikation vollumfänglich unterstützt werden, auf welchen nur Grundfunktionen angeboten werden und welche nicht unterstützt oder, z.B. aufgrund von Sicherheitsmängeln, komplett ausgeschlossen werden.

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Abbildung 1: Visitor in Branchen nach Browsertyp (Quelle: SinnerSchrader Benchmark 1.HJ/2011)

Firefox und Internet Explorer dominieren - aber nicht überall

Im Branchenvergleich der Verteilung der Besucher auf Websites (vgl. Abbildung 1: Visitor in Branchen nach Browsertyp) erkennt man sofort klare Unterschiede in der Verteilung. Die marktbeherrschende Position von Firefox und Internet Explorer ist deutlich zu sehen. Sichtbar wird aber auch der stark schwankende Anteil der großen Browser je nach Branche. Liegen in unserem Vergleich Firefox und Internet Explorer im Travel nachezu gleichauf, so ist für den Telco-Sektor der Firefox und für Retail der Internet Explorer wichtiger.

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Abbildung 2: Order in Branchen nach Browsertyp (Quelle: SinnerSchrader Benchmark 1.HJ/2011)

Die klassische Betrachtung anhand der Besucher verdeckt einen wichtigen Aspekt: Die Zielerreichung der Website - die Conversion. Erst die Betrachtung der erreichten Ziele (hier Bestellungen/Orders) zeigt, welche Browser von der relevanten Zielgruppe benutzt werden und damit unterstützt werden müssen.

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Abbildung 3: Visitor vs Order nach Browser im Retail (Quelle: SinnerSchrader Benchmark 1.HJ/2011)

Welcher Browser bringt Umsatz?

In der Detailbetrachtung des Retail-Sektors wird dieser Unterschied zwischen Besuch und Zielerreichung sehr deutlich. Während 71% der Besucher im Retail den Internet Explorer nutzen, sind nur 57% der Käufer mit diesem Browser unterwegs. Beim Firefox sieht man ein gegenteiliges Bild: Nur 22% der Besucher, aber 37% der Käufer nutzen diesen Browser. Dieser Effekt schlägt sich dementsprechend klar in der Conversion-Rate in Abhängigkeit zum Browser nieder: Der Firefox erzielt im Mittel eine Conversion-Rate von 1,7%, der Internet Explorer lediglich 0,8%.

Fazit

Diese Betrachtung hat nur die großen Browsertypen unterschieden. Schon hier wurden große Unterschiedene zwischen den Branchen deutlich. Deutlich wurde aber auch, dass nicht nur die Besucher in einer solchen Auswertung ausgewertet werden dürfen, sondern vor allem auch die Zielerreichung der Website. Erst dann ergibt sich ein klares Bild und eine gute Grundlage für die Auswahl der Browsermatrix.

Beim gestrigen open betabreakfast im Hamburger Co-Workingspace betahaus ging es um die Chancen und Herausforderungen von Peer-to-Peer-Modellen - kurz P2P. Der Begriff stammt aus der IT-Branche und steht für ein Rechnernetzwerk, in dem alle Computer gleichberechtigt sind und diese sowohl Dienste in Anspruch nehmen, als auch zur Verfügung stellen können.

Dieses Modell ist in der Offline-Welt mittlerweile zu einer gesellschaftlichen Bewegung mit einer enormen kulturellen und wirtschaftlichen Kraft geworden. Moderne Technologien ermöglichen nicht nur das vereinfachte Teilen von Gütern, sondern bringen auch Menschen zusammen und reduzieren überflüssigen Konsum. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist das amerikanische NeighborGoods, eine Tauschbörse für die Nachbarschaft.

Doch auch in Deutschland sind der Gemeinschaftsgedanke und das Teilen, Tauschen und Verschenken im vollem Gange. Beim betabreakfast stellte Ingo Struckmeyer sein Hamburger Start-Up Rent'n'Roll vor. Über die Carsharing-Plattform lassen sich zukünftig private Autos mieten und vermieten. Für Struckmeyer ist der Marktplatz eine Ergänzung zum kürzlich gelaunchten Mobilitätskonzept car2go - denn Rent'n'Roll bietet verschiedene Fahrzeugklassen an und nutzt in der Stadt bereits vorhandene Ressourcen.

Der Hyperkonsum des 20. Jahrhunderts, in dem der Besitz jedes Einzelnen eine große Rolle spielte, wird allmählich vom kollaborativen Konsum abgelöst. Auch Unternehmen und Dienstleister müssen sich diesen neuen Marktgegebenheiten anpassen. So befindet sich Amazon derzeit mit dem Kindle Lending Club in der Beta-Phase. Über die Plattform können die Leser von Kindle E-Books ihre gekauften Titel über eine begrenzte Zeit an Freunde verleihen.

Griffin Farley, BBH New York, fasst diese Entwicklung prägnant zusammen:

"Plan not just for those that buy your products, but for those that will eventually buy your products from them"

Wer noch weiter in das Thema einsteigen möchte, sollte sich dieses Video der beiden Buchautoren Rachel Botsman und Roo Rogers anschauen:

Vor einigen Wochen stellte Corning Incorporated ihre Vision für den Einsatz von interaktiven Glas-Oberflächen in unserem Alltag vor.
Das Video zeigt auf beeindruckende Weise, wie wir in Zukunft unsere Haushaltsgeräte und andere alltägliche Gegenstände über Touchdisplays steuern und mit Freunden über diese Technologie kommunizieren werden.

Einen ersten Schritt in diese Richtung hat nun B-Reel, eine Firma für digitale Produkte, in Kooperation mit Teenager Engineering und Isotop gemacht.

Für den schwedischen Telefonanbieter 3 Sweden entwickelten sie ein
E-Commerce-Interface, das den Kunden interaktiv mit einem realen Verkäufer in Verbindung bringt. Das Beratungsgespräch erfolgt über Videotelefonie. Die Besonderheit am 3LiveShop ist, dass der Verkäufer über einen Multitouch-Screen, der vor der Webcam positioniert ist, dem Kunden die Produkte und Funktionen direkt zeigen kann. Zudem ist es möglich, sie jederzeit an die Bedürfnisse des Kunden anzupassen.



3LiveShop ist der Beweis dafür, dass es auch in Zukunft persönliche Beratungsgespräche geben wird. Allerdings spielt die räumliche Distanz zwischen Kunde und Verkäufer dann keine Rolle mehr.

Im November 1957 erschien die erste deutsche Do-it-yourself-Illustrierte "Selbst ist der Mann" im Verlag Brink & Herting in Hamburg. Zielgruppe war die Generation Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg. Das Heimwerken erlaubte es, zu überschaubaren Kosten seine eigenen vier Wände zu verschönern.

"Do it yourself" (kurz: DIY) ist eine Bewegung, die heutzutage viele Tätigkeiten im Bereich Hobby und Kultur umfasst. Geprägt von Misstrauen gegenüber Produkten der Industrie und Vorgaben der Massenmedien, steht dabei der Glaube an Selbstorganisation, Improvistation und Eigeninitiative im Vordergrund.

Mittlerweile ist DIY in vielen Subkulturen fest verankert und so kam es, dass sich 54 Jahre nach Veröffentlichung der ersten Ausgabe von "Selbst ist der Mann" drei Männer in Hamburg zusammensetzten und darüber diskutierten, einen Raum für eigene Projekte zu schaffen.

Letzte Woche erblickte die baustelle, Hamburgs erstes "DIY-Werkraum-FabLab-Hackerspace-MashUp", das Licht der Welt.

Auf der baustelle wird erfunden und geforscht, ausprobiert und getüftelt, gebaut und gepimpt werden. Ob Urban Gardening oder 3D-Drucker, Experimentalküche oder Arduinos, Crafting oder Kunst: Wir verstehen die baustelle als einen Ort der Fragen und Antworten, der unsere Phantasie beflügelt, unsere Neugier weckt und uns den Raum gibt, an kreativen Projekten zu arbeiten. Quelle: die baustelle

Der Spaß, individuelle Dinge zu fertigen und das eigene Wissen mit anderen zu teilen, steht im Mittelpunkt. Mittelfristig können jedoch bei "die baustelle" auch Innovationen vorangetrieben werden.
Laut Eric A. Hippel, Professor am MIT Sloan School of Management, entstehen 77% der Innovationen nicht durch forschende Unternehmen, sondern durch die Konsumenten selbst, die Massenprodukte an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen.



Mit 3D-Druckern kann jeder zum Produzenten werden

Mit dem betahaus Hamburg hat die baustelle vorerst ihre Räumlichkeiten gefunden. Dort wird am 03. März 2011 im Rahmen des nächsten betabreakfast das Projekt ausführlich vorgestellt.

The Future of Art

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Das Internet verändert grundlegend die Art und Weise, wie wir Zusammenhänge wahrnehmen, Geschichten erzählen und soziale Beziehungen bilden.

Unter dem Titel RESPONSE:ABILITY fand vom 1.-6. Februar die diesjährige Berliner Transmediale, das größte deutsche Festival für Kunst und digitale Medien, statt.

Die von dem Kreativstudio KS12 gegründete Projekt-Plattform Emergence Collective hat während der Veranstaltung eine fortlaufende Dokumentation gedreht, in der sich diverse Künstler zur Frage, wie das digitale Zeitalter die Kunst beeinflusst, geäußert haben.

The idea of originality and proprietaryness contributes to the whole Great Man theory, which is slowly disintegrating. The concept of the genius - you know, the Freud, the Marx, the Leonardo, the Einstein - who come up with an idea that is completely related to the man who came up with the idea. Today, ideas just get thrown out there and used. And it's that use in a way that's the art, rather than the person that comes up with the idea. - Ken Wahl, Painter

Das 20-minütige Video gibt spannende Einblicke in die neue Form der Zusammenarbeit (mass collaboration), die Förderung von Projekten (micropatronage) und die Definition von Ästhetik in einem vernetzten Zeitalter.

Wonnemonat Januar: Zunächst konnten wir zum Anfang des Monats unsere ersten Kuratoren begrüßen. Zum Ende des Monats ist jetzt unser Programmteam komplett, und wir freuen uns auf Jörg Jelden, Matthias Schmidt, Luise Hübbe und Holger Blank! Sie verantworten die Themen Mobile, Branding und Technology auf der NEXT11.

JJelden_160.pngTransactionism - Mobile means Money
Jörg Jelden, der sich zuvor branchenweit als Senior-Berater beim Trendbüro, Hamburg, profiliert hat, prophezeit unter anderem die machine-to-machine-Kommunikation und deren Auswirkungen auf neue Service-Perspektiven. Auch der bevorstehende Boom im Mobile Commerce, ausgelöst von Near-Field-Communication-Technologie bei Apple und Android, gehört zu den richtungsweisenden Themen seines Tracks.


MSchmidt_160.pngBranding in a digital World - New Opportunities for Creativity
Um starke Standpunkte sind Matthias Schmidt, Vorstand Kreation und Luise Hübbe, Senior Strategy Consultant von Scholz & Friends, die erneut Sponsor der Veranstaltung sind, nicht verlegen.

LHuebbe_160.pngIhre Session-Ideen hinsichtlich Social Media als hocheffektiver Datenquelle oder Branding-Strategien an multiplen Touchpoints lassen vor allem Antworten erwarten -statt neuer Fragen.



HBlank_160.pngTechnologie zwischen Werten, Performance und Psychologie
Holger Blank leitet die Technologieabteilung bei SinnerSchrader und ist einer der Initiatoren des alljährlichen Technologie-Events JSConf EU in Berlin. Seine Themen, etwa die Architektur von Web-Applikationen oder die Wertediskussion um Business-Performance und Psychologie werden den Bereich Webtechnologien 2011 stark prägen.

Stellen zusätzliche Features für den Nutzer einen Mehrwert dar, für den er bereit ist, persönliche Daten preiszugeben? Vor dieser Frage stehen viele Seitenbetreiber, wenn sie ihre Sites optimieren möchten.

Die Antwort liegt - wie so oft - in den Daten. Das Analytics-Team von SinnerSchrader hat für seinen Kunden TUIfly.com untersucht, wie sich eine entsprechende Umgestaltung des Buchungsprozesses auswirkt.

Der Buchungsablauf bei TUIfly.com ist bereits stark optimiert, könnte jedoch um Funktionen erweitert werden, die die Auswahl eines Fluges noch komfortabler machen.

Variante A (inkl. Passagiernamen):
variantea.png

Die Überlegung: Wenn der Reisende seinen Namen frühzeitig im Bestellprozess angibt, würde es die Zuordnung von Extras vereinfachen, z.B. bei speziellen Sitzplätzen, Menüwünschen und weiterer Besonderheiten.

Die Frage für das Analytics-Team: Würde der Komfortgewinn überzeugen, oder hält die notwendige Preisgabe persönlicher Daten sogar Konsumenten von der Buchung ab?

Variante B (anonym):
tuifly_registrierung_B.png

Das wollten wir genau wissen und haben in Form eines A/B-Tests geprüft. Das Ergebnis war eindeutig: Konsumenten wollen persönliche Daten nur beim Buchungsabschuss preisgeben. Der Komfort während der Buchung ist dabei zweitrangig.

Die gesamte Case-Study ist im Conversion Room Blog von Google veröffentlicht.

Update:
Die Case-Study ist nun auch im internationalen Conversion Room Blog von Google auf Englisch veröffentlicht worden.

In den letzten Wochen habe ich, dem iPad sei Dank, erste Erfahrungen mit digitalen Büchern gesammelt. Und auch wenn die Buchbranche, ähnlich wie seinerzeit die Musikindustrie, das Thema überwiegend mit Angst betrachtet, so ist doch eines klar: Die Zukunft des Buches ist digital.

Es wird zwar keinen Stichtag geben, an dem die Druckmaschinen stillgelegt werden, sondern eher einen langen Prozess. An dessen Ende jedoch wird ein Großteil des heutigen Buchgeschäftes digital sein. Das digitale Buch wird wachsen, während das analoge Buch stagniert. Der Prozess wird gewisse Ähnlichkeiten zur Entwicklung der Musikindustrie nach Napster und seit dem iPod haben.

Welche Möglichkeiten sich dem Konsumenten heute schon eröffnen, plane ich in einer losen Artikelfolge hier auf dem Fischmarkt zu beschreiben. Zum Einstieg und zur Inspiration sei folgendes Video ans Herz gelegt, das von IDEO stammt und drei spannende Konzepte für die Zukunft des digitalen Buches vorstellt.

Naja, fast. Der Vergleich hinkt doppelt: 23video ist eher mit Brightcove oder Ooyala zu vergleichen. Das dänische Start-up konzentriert sich unter den Videoplattformen auf das mittlere Marktsegment, das zwischen einem Channel bei YouTube und einer großen, selbst betriebenen Videoplattform liegt.

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Letzte Woche begann der internationale Launch, heute ist das Team um Thomas Madsen-Mygdal und Steffen Tiedemann Christensen zum Launch Dinner in Hamburg.

Wie hier schon im September zu lesen:

23video hat das Thema White-Label-Videoplattform einmal konsequent zu Ende gedacht. 23video ist extrem flexibel, das Design wie auch der Player sind vollständig anpassbar, die volle Funktionalität einer Videoplattform steht zur Verfügung.

Sehen wir uns heute beim Launch Dinner? Bei Interesse bitte einfach Kommentar hinterlassen (Mail nicht vergessen).

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"Bitte ein Kundenkonto eröffnen" - mit dieser Aufforderung werden Nutzer von Onlineshops häufig konfrontiert. Je nach Website ist die Einrichtung eines solchen Kontos optional oder sogar Bedingung für die Bestellung. Doch will der Kunde das überhaupt? Oder hält es ihn eher von einer Bestellung ab?

SinnerSchrader hat diese Frage in einem Test für TUIfly.com untersucht und in Form einer Fallstudie veröffentlicht. Das Ergebnis ist eindeutig: Konsumenten wollen ohne Kundenkonto buchen können. Die Conversion Rate lässt sich sogar steigern, indem die Option zur Buchung ohne Kundenkonto explizit angeboten wird.

Die komplette Studie ist im Conversion Room veröffentlicht, dem Blog der Google Conversion Professionals.

Webanalytics wird heute standardisiert auf Websites eingesetzt. Mithilfe von Webanalytics kann das Verhalten der Konsumenten analysiert und die Website auf seine Bedürfnisse angepasst werden. Die Analyse zeigt sehr schnell, wo auf einer Website unnötige Hürden aufgebaut wurden, wo Konsumenten abbrechen und die Seite verlassen.

Allerdings werden bei der Analyse auch heute noch primär die aggregierten Durchschnittsdaten aller Besucher der Website betrachtet. Individuelle Unterschiede in den Bedürfnissen und dem Nutzungskontext werden nicht betrachtet.

Ein Beispiel. Die Analyse einer Website ergibt, dass es im Schnitt mehr Ab- als Anmeldungen zum Newsletter gibt. Das kann schnell zu dem Schluss führen, dass der Newsletter insgesamt für die Mehrheit der Konsumenten irrelevant sei. Viel wichtiger als diese allgemeine Betrachtung ist hier die Frage, für welchen Teil der Besucher der Website der Newsletter relevant ist und für welchen Teil nicht. Allein diese Information gibt den relevanten Einblick, der die Optimierung des Angebots treibt.

Diese Frage wird mithilfe von Segmenten beantwortet. Das genaue Vorgehen zum Aufbau und der Nutzen aus der konsequenten Anwendung von Segmenten im Webanalyics beantwortet das Whitepaper Segmentierung.

In dieser Woche ging durch die Presse, dass Jochen Wegner bei Burda von Bord geht, um zusammen mit Marco Börries eine Firma für digitales Publishing zu gründen. Während Jochen Wegner die Geschäfte führt, übernimmt Marco Börries die Rolle eines "aktiv tätigen Gesellschafters".

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Die gleiche Position nimmt Marco Börries auch bei zwei weiteren Unternehmen ein. Eine davon ist die ebenfalls in Berlin ansässige NumberFour AG. Hier führt André M. Bajorat als Vorstand die Geschäfte, einer seiner alten Weggefährten. André M. Bajorat war zehn Jahre lang im Management von Star Finanz tätig. Star Finanz ist das zweite Unternehmen, das Marco Börries in seiner Laufbahn gegründet und verkauft hat, sozusagen NumberTwo.

NumberFour ist seit September 2009 aktiv und bis dato vor allem damit beschäftigt, ein eigenes Entwicklerteam aufzubauen und eine Plattform zu entwickeln, auf der dann Unternehmenssoftware für Kleinstunternehmen entstehen soll. Den Launch erwartet André M. Bajorat "nicht mehr in diesem Jahr und auch nicht Anfang 2011". Sein Fokus liegt derzeit darauf, Partner für die verschiedensten Branchen zu suchen. André M. Bajorat:

Wir sind nicht so vermessen zu glauben, dass es uns jemals gelingen könnte, alle Branchen zu verstehen. Dafür sind wir auf Partner angewiesen.

Mit der Unternehmensgröße von einem bis 20 Mitarbeitern addressiert NumberFour die große Mehrzahl aller existierenden Unternehmen - und ein Segment, das von ERP-Standardlösungen wie SAP meilenweit entfernt ist. André M. Bajorat:

Die meisten Kleinstunternehmen arbeiten heute mit selbstgestrickten Werkzeugen, mit Lösungen aus dem POS-Bereich oder mit dem guten, alten Schuhkarton.

Neben Marco Börries hat NumberFour noch weitere, ungenannte Investoren. Nicht dazu gehört Lars Hinrichs, der Marco Börries ins Board seiner neuen Firma HackFwd geholt hat.

Foto: Yahoo! Blog

Gesehen heute auf der PICNIC. 538.917 Aufrufe bis jetzt. Mit Dank an @videopunk für den Link.

Es waren große Worte, mit denen Eric Schmidt, CEO von Google bei der diesjährigen IFA eingeleitet wurde. Niemand Geringeres als Albert Einstein und seine Vision von Technologie als Wegbereiter der Demokratie dienten als Prolog:

"Technology enables communication and communication enables democracy!"

Schmidt mühte sich den Worten gerecht zu werden und sprach gleich von einem neuen Zeitalter, das eingeleitet sei: das Zeitalter der Erweiterten Menschheit! Die begriffliche Ähnlichkeit zur Augmented Reality fällt dabei auf und in einem Interview mit der FAZ hat Eric Schmidt auch betont, dass die Augmented Humanity auf dem selben Prinzip aufbaue. So soll uns in 5-10 Jahren unser mobiles Gerät nicht nur mitteilen, wer die Oper direkt vor mir erbaut hat, sondern auch mitteilen, ob Freunde von mir in der Nähe sind oder welche Geschäfte, vielleicht sogar welches andere Opernstück ich mir in der Umgebung anschauen könnte, weil es eher meinen Geschmack trifft. Im Prinzip heißt das nicht anderes, als dass Google in Zukunft unsere Wünsche, Stimmungen und Freunde so gut kennt, dass mir nicht nur Dinge, Orte oder Erlebnisse vorgeschlagen werden, nach denen ich suche, sondern, von denen ich bisher noch gar nichts ahnte.

"Computer science is now driving knowledge in human discipline in all sorts of new ways... Imagine a future where you don't forget anything. Why? Because the computer remembers. You don't have to remember anymore."

Ein Computer, der dir alles Wissen der Welt in Sekundenschnelle zur Verfügung stellt? Das hatten wir doch schonmal. Genau, IBM verkündete vor einigen Wochen den allwissenden Computer konstruieren zu wollen. Hier bei Fischmarkt schrieben wir damals, dass der Watson genannte Supercomputer Antworten auf komplizierte Fragen innerhalb weniger Sekunden finden könnte; und all das ohne große Streuverluste mit irrelevanten Informationen, wie wir es von Google kennen.
Der erste Schritt in das Zeitalter der Augmented Humanity ist nun mit Google Instant getan. Bei dieser Weiterentwicklung der Suchmaschine erscheinen in Echtzeit unter der Eingabeleiste potentielle Suchergebnisse und gibt uns so, quasi unterwegs noch alternative Inhalte mit auf den Weg.

Diese generische Suche ist nur ein erster Schritt in die von Schmidt beschriebene Vision des personalisierten, ortsgebundenen und allwissenden Informationsdienstes. Insbesondere das Attribut allwissend dürfte im Zusammenhang mit Google für Aufsehen sorgen und die Befürchtungen, die im Zuge der StreetView-Debatte beinahe schon hysterische Züge annahmen, schüren. Denn während bei Google Instant noch die Statistik die Wahrscheinlichkeit berechnet, auf deren Grundlage Suchergebnisse vorgeschlagen werden, geht die von Schmidt auf der IFA vorgestellten Vision weiter:

When I walk down the streets of Berlin, I like history. What I want is for my computer - my smartphone - to be doing searches constantly. Did you know? Did you know? Did you know? This occurred here. This occurred there. Because it knows who I am, it knows what I care about, and it knows roughly where I am. This notion of autonomous search - the ability to tell me things I didn't know but am probably very interested in - is the next great stage, in my view, of search.

Erweitert die Google-Vision also unser Leben um sinnvolle Instrumente? Oder kommen wir dem Schreckensszenario von George Orwells "Big Brother" einen Schritt näher?

Am Mittwoch hatten wir bei SinnerSchrader Besuch von Gus Murray, der seit August bei 23 in Kopenhagen arbeitet. Die vor fünf Jahren u.a. von Thomas Madsen-Mygdal gegründete "visual sharing company" bereitet gerade den internationalen Roll-out von 23video vor, einer sehr genialen Videoplattform.

23video hat das Thema White-Label-Videoplattform einmal konsequent zu Ende gedacht. 23video ist extrem flexibel, das Design wie auch der Player sind vollständig anpassbar, die volle Funktionalität einer Videoplattform steht zur Verfügung.

Das Preismodell ist auf das mittlere Marktsegment ausgerichtet: Wer mehr braucht als einen Channel bei YouTube, aber auch keine siebenstelligen Summen in eine Eigenentwicklung stecken will, der ist bei 23video gut aufgehoben.

In Dänemark ist 23video bereits seit einiger Zeit unterwegs. Jede Menge Fallbeispiele finden sich auf Act Visually, viele davon basieren auch auf anderen Plattformen.

Gus sucht für den internationalen Start eine Reihe von Agenturen, die in den kommenden Wochen coole Videoplattformen für ihre Kunden auf Basis von 23video bauen wollen. Interessiert? Dann schreiben Sie eine Mail an Gus Murray.

In diesem Video spricht Steffen Tiedemann Christensen, Mitgründer und CTO von 23, über HTML5-Video und wie es sich im Web einbetten lässt.

Was ist Big Data, und welche Relevanz hat das Thema? Roger Magoulas, Director of Research bei O'Reilly, bezeichnet Big Data als die entscheidende Kernkompetenz im Informationszeitalter:

Big Data has become really the key core competence in the information age, what distinguishes the current era. It's really when data is large enough that you really have to think about it: How you're going to organise it, how you're going to store it, how you're going to manage it, in order to gain some benefit from it. Big data can confer enormous competitive advantage for those who can make the most sense out of it and take actions based on what they're learning.

Spannende Beispiele für Big Data gruppieren sich derzeit vor allem um Twitter. Start-ups wie DataSift befassen sich damit, aus dem endlosen Strom von Tweets für den Nutzer relevanten Sinn und Mehrwert zu generieren. Robert Scoble hat heute ein ausführliches Interview mit Gründer Nick Halstead veröffentlicht:

Ein weiteres Beispiel ist das amerikanische Start-up fflick, das den gleichen Ansatz wie DataSift verfolgt, im Unterschied zu DataSift allerdings mit einem konkreten Anwendungsfall aufwartet: fflick extrahiert Kinokritiken aus Twitter. Gründer und CEO Kurt Wilms stand kürzlich bei This Week in Startups Jason Calacanis Rede und Antwort:

Kennen Sie weitere Beispiele? Dann lassen Sie es uns bitte in den Kommentaren wissen.

Im Juni feierte Xing-Gründer Lars Hinrichs sein Comeback mit HackFwd, einer Investmentfirma neuen Typs, die in junge Entwickler und deren Ideen investiert. In einem Interview nennt er jetzt neben Location (siehe Foursquare und Facebook Places) das Thema Big Data als einen der großen aktuellen Trends. Die Grundfrage für ihn lautet:

Wie verarbeite ich Millionen von Informationen gleichzeitig, um daraus interessante neue Applikationen für den Konsumenten herzustellen?

Big Data ist ein Schlagwort, das sich in den vergangenen zwölf Monaten aus der High-Performance-Ecke des IT-Markts an die Oberfläche gedrängt hat. Neben dem technologischen Aspekt des Umgangs mit sehr großen Datenmengen in sehr kurzer Zeit hat Big Data auch einen anwendungsbezogenen Aspekt: Dank Internet stehen dem einzelnen Nutzer heute weitaus mehr Daten zur Verfügung als er verarbeiten kann. Es geht darum, die richtigen Daten zur richtigen Zeit in aggregierter Form bereitzustellen.

Was das Thema Big Data für Start-ups interessant macht, ist die Tatsache, dass die Infrastruktur heute vorhanden ist, auf der neue Anwendungen leicht und schnell entstehen können. In den Worten von Lars:

Wir sind in einer Phase im Internet, wo es sehr viele etablierte Marktplätze gibt, Marktplätze wie Google App Store, Twitter, Facebook, iTunes. Hier brauchen wir für die neue Zeitrechnung im Internet eigentlich nur noch ein ganz, ganz kleines Team, was auf dem bestehenden Ökosystem sehr große Firmen aufbauen kann.
Digital wird real - wie Augmented-Reality unseren Alltag bereichert!

Wired hat gestern über ein interessantes Projekt geschrieben: dass das Sprichwort auf einer Wellenlänge zu liegen, tatsächlich wissenschaftlich bewiesen werden kann, haben Greg Stephens und Uri Hasson von der Princeton-University herausgefunden. Dazu haben sie die Blutströme im Gehirn zweier Menschen gemessen, die sich miteinander unterhalten.

Themen, die den Gesprächsteilnehmern auch hinterher noch im Gedächtnis geblieben waren, verursachten in der neurologischen Untersuchung starke Wechselspiele der Gehirnaktivitäten von Sprecher und Zuhörer während des Gesprächs. Dabei ist unklar, was genau für die Verlinkung der beiden Gehirne geführt hat, aber sie hat stattgefunden - über Sprache, Empathie, schlicht: Interaktion.

Das gleiche Prinzip gilt auch im digitalen Zeitalter für die Interaktion mit Websites, Anwendungen und neuen Technologien. Ein digitales Phänomen, das in Zukunft die Wellenlänge der Menschen treffen wird, ist Augmented-Reality (erweiterte Realität). Diese endlich im Alltag angekommene Technik erlaubt es, Informationen direkt auf der Kamera unseres Smartphones anzuzeigen und die Schlucht zwischen realer und digitaler Welt kleiner zu machen:

Instead of plunging us into a completely digital environment, augmented reality means placing digital things into the regular old world.

Hier eine Auswahl dreier guter Beispiele dafür, welche Rolle AR-Anwendungen in Zukunft spielen könnten:

I. das spielerische Kennenlernen der Möglichkeiten.

oder hier.


II. Produkte überall für sich entdecken.

oder hier.


III. nützliche Hilfe im Alltag.

Gerade hat Google Standort-basierte Werbung eingeführt und somit (zusammen mit Google Goggles?) den kommerziellen Grundstein für den Erfolg relevanter AR-Anwendungen gelegt. acrossair erweitert den Blick durch die Handykamera um nahe gelegene Restaurants, Bars etc. und macht so die Suche nach dem richtigen Ort für die Mittagspause zum Kinderspiel.

Es ist also zur Zeit sehr spannend ... und ich bin gespannt, was da noch kommt!

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dann hat ihn Flipboard in der vergangenen Woche geliefert: Der Nachrichtenkonsum verschiebt sich weg von den klassischen medialen Knotenpunkten hin zum persönlichen Netzwerk. Dabei bewahrheitet sich jener berühmte Satz eines unbekannten Studenten: If the news is that important, it will find me.

Flipboard ist eine iPad-App, die aus dem kontinuierlichen Strom von Neuigkeiten von Twitter und Facebook das Fleisch extrahiert: die Links. Auch zwanzig Jahre nach der Erfindung des Web sind die Hyperlinks seine heißeste Ware. Und mit dem Trend zur Echtzeit übernehmen die Links die Rolle des Nachrichtentickers. In den Echtzeitlinks steckt der Nachrichtenwert.

Flipboard bereitet die Artikel hinter den Links auf ansprechende, angenehm konsumierbare Weise auf - wie eine Zeitung oder ein Magazin. Es ist nicht die erste Anwendung, die so etwas versucht, und es wird auch nicht die letzte sein. Der Gedanke liegt einfach auf der Hand. Etwas Ähnliches leistet zum Beispiel Feedly, eine Erweitung für Firefox und Google Reader.

Als das Web anfing, sich zu beschleunigen, war RSS der Treiber. Die wirklich einfache Syndizierung (Really Simple Syndication) standardisierte den Nachrichtentransport und rationalisierte ihn. Nutzer konnten nun mit einem RSS-Reader (wie Google Reader) Dutzende oder gar Hunderte von Websites auf dem Radar behalten, ohne sie alle Naselang besuchen zu müssen. Statt dass der Nutzer zur Website ging, kam die Nachricht zum Nutzer.

RSS allerdings konnte sich niemals wirklich flächendeckend durchsetzen, weder bei den Nutzern noch auf Seiten der Medienhäuser. Unter den Nutzern sind es bis heute eher die Geeks, die sich mit RSS anfreunden können. Und während zwar Blogs standardmäßig einen RSS-Feed publizieren, tun sich klassische Medienhäuser nach wie vor schwer mit dem Kontrollverlust. Viele bieten nur verkrüppelte Feeds, schlimmstenfalls nur mit Überschriften und Links.

Doch für Überschriften und Links gibt es inzwischen ein anderes Medium, das RSS den Rang abgelaufen hat: Twitter. Der Kurznachrichtendienst scheint mit seinen 140 Zeichen wie geschaffen für Überschriften und Links. Klingt die Überschrift interessant, genügt ein Klick, um zur Quelle zu gelangen.

Flipboard dreht diese Logik einen Schritt weiter und holt zusätzlichen Inhalt wie Bilder und Textexzerpte direkt von der Zielwebsite. Damit sind wir im Prinzip wieder dort, wo wir vor RSS schon einmal waren. Und im Unterschied zu RSS kommen die Feeds nun nicht nur von Websites, sondern auch von Menschen, die Links zu ganz unterschiedlichen Websites publizieren.

Wem ich auf Twitter folge, entscheidet darüber, welche Nachrichten mich über Twitter erreichen. Auf Twitter ist die Beziehung zwischen Autor und Leser (Follower) asymmetrisch wie in anderen Medien auch. Leser entscheiden sich für Autoren, ohne dass Wechselseitigkeit gefordert wäre. Unter den reichweitenstärksten Twitter-Autoren folgen nur die wenigsten auch ihrerseits sehr vielen anderen Autoren.

Twitter ist deshalb gut dafür geeignet, Nachrichten zu verbreiten, und zwar in Form von Überschriften mit Links. Was die Nachrichtengeber auf Twitter publizieren, verbreiten andere Nutzer durch Mechanismen wie Retweets weiter. Auf diese Weise erreichen mich über Twitter auch Nachrichten, die ich sonst nicht gesehen hätte.

Die Nachrichtengebung auf Twitter ist somit höchst individuell, ohne sich allerdings vom großen, allgemeinen Nachrichtenstrom völlig abzukoppeln. Bedeutende Ereignisse finden, solange ich einer gewissen kritischen Masse an Nutzern folge, ihren Weg auf jeden Fall zu mir. Gleiches gilt im Grundsatz auch für Facebook. Zwar ist die Freundschaftsbeziehung dort immer symmetrisch, bedarf also der Zustimmung beider Seiten. Doch kennt Facebook inzwischen auch asymmetrische Beziehungen wie bei Twitter.

Flipboard ist nicht mehr als eine ansprechende Oberfläche für die individuellen Netzwerke von Twitter und Facebook. Doch es zeigt, wie die Bedeutung dieser Netzwerke für den individuellen Medienkonsum immer weiter wächst - und dass auch das iPad kein Heilsbringer für die Verlagswelt sein muss.

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Die Evolution der Maus geht weiter. Nach der magischen Maus von Apple steht uns nun die mauslose Maus ins Haus. Pranav Mistry hat sie erfunden und für 20 Dollar einen funktionierenden Prototypen gebaut.

Trinkgeld: Crenk, s2planning

There hasn't been much noise about Lars Hinrichs after he resigned as Xing CEO in early 2009 and subsequently sold his shares to Burda. But now he appears back on the European start-up scene with his new venture aptly named HackFwd.

At HackFwd, Lars takes the role of Executive Geek. That reminds me of the old days at Böttcher Hinrichs where Lars also was the Chief Geeking Officer, kind of. Böttcher Hinrichs went bust in 2001, but this experience somehow laid the foundation for what later became Xing. Founded in 2003, Xing went public in 2006, a few days before Lars turned 30.

HackFwd provides pre-seed financing and all kind of support to geek founders with original, consumer-focused ideas. In exchange, HackFwd gets 27 per cent of the company. As of today, HackFwd lists four start-ups on its website, with TheDeadline amongst them (we already mentioned TheDeadline). According to Lars, the mission of his new company is simple:

Free Europe's best developers from their day jobs to help them build their own game-changing companies.

But even if this sounds much like the incubator idea, the company sees itself as investor rather than incubator. The basic idea is summarised in this neat video:

Besides Lars, three other investors serve on the board: Marco Börries of StarOffice, StarMoney and Yahoo fame, Stefan Richter, the founder of freiheit.com, and Jean-Paul Schmetz, the former CTO and CEO of Burda Digital.

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Last week at Google I/O, a tiny but interesting start-up from Hamburg debuted. It's called TheDeadline and has something to do with task management and project management. I took some time today to try it out, and my first impressions are somewhat mixed.

First of all, I wasn't able to login with one of my Google Apps accounts. This may be my fault, but TheDeadline isn't very verbose on this. Second, I didn't see the promised integration with Google Contacts and Google Calendar. This may be related to the first problem.

Third, the interface looks geeky and somewhat clumsy. This may stem from TheDeadline's origin at Hamburg-based IT service provider freiheit.com and also be the handwriting of Lars Hinrichs who recently invested in TheDeadline. But this may change over time, as Lars has already proven with Xing that he founded in 2003. Xing went public in 2006 and was later sold to Burda.

I've quickly hacked in some to-dos and particulary liked the tagging functionality. Didn't see anything of the touted artificial intelligence yet, but that remains to be seem. TheDeadline definitely made it to my watchlist.

These are the slides of a talk Malte Ubl gave at next10 last week. As the title of his talk makes pretty clear, he spoke about the competitive advantage of very (and he meant: really) high performance websites. And he showed some drastic examples like the comparison of Zalando and mirapodo. The former is a Samwer Brothers venture, the latter was launched by SinnerSchrader on behalf of the Otto Group.

Malte's talk was livestreamed by zaplive.tv, the stream is archived and can be viewed. A polished version of the video will be released on sevenload soon.

Things are really heating up in the fight between Goliath and David that the battle between Neofonie's WePad and Apple's iPad turns out to be, at least in Germany. This week, the WePad was presented for the second time to journalists in Berlin. And this time, things obviously went better than at first try.

While the WePad won't be available before August, pre-orders started this week on Amazon, thus beating the iPad that still isn't available in Germany, but can be pre-ordered starting May 10, scheduled to be delivered by the end of May. The German publishing industry hails the WePad as the Holy Grail that will save their struggling business models.

But the public in general seems to be less optimistic: When Internet World Business asked their readers wether the WePad has a chance to compete with Apple's iPad, the majority answered "No". There weren't too many votes, but the trend is still clear. A prophet hath no honour in his own country.

At next10 which kicks off in just 12 days, Neofonie's CEO Helmut Hoffer von Ankershoffen will present the WePad to the audience. So in case you want to grasp what all this fuzz is about and didn't grab your ticket yet, you might want to register now.

But if your choice is clear and you want an iPad, then take your chance to win one: Register for next10 and win an iPad right now! Every tenth person registering for a two day ticket using the Promotional Code next10iPad will be presented with one of five iPads. In addition you even save 20% on the ticket price.

That doesn't sound bad, does it? And all you've got to do is get your discounted Regular Ticket (€ 790+Fee+VAT) for both conference days until May 5th. Afterwards keep your fingers crossed: Maybe you'll be the lucky 10th, 20th, 30th, 40th or 50th, hence lucky iPad winner!

For all those not winning the iPads, don't worry, you won't go away empty-handed. With your ticket you're securing yourself a seat in the talks of the digital world's quality speakers: Join us in celebrating Dennis Crowley, the man behind Foursquare, and Louis Rossetto, with his techie chocolate TCHO.

You definitely shouldn't miss out on Pablos Holman who was engaged in developing the smallest computer in the world, and Peter Lovatt alias Dr Dance. He'll make you move your feet. A highlight for sure will be John Rogers, Game Changer in the automotive industry with Local Motors.

Check out the full list of speakers and the programme right now. And keep in mind to register and win your iPad with the Code next10iPad. Good luck!

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Wie geht E-Commerce und Marke zusammen? Das zeigt, ganz unbescheiden, unsere Arbeit für den dänischen Schuhhersteller ECCO. Die jüngste Ausgabe der WEAVE befasst sich damit in aller Ausführlichkeit.

Marja Annecke (Creative Director, u. li.), Thomas Jacob (Software Architect) und Oliver Annen (User Experience) standen WEAVE-Redakteurin Lena Knake Rede und Antwort zu Konzeption, Design und Technologie hinter ECCO.com. In einem Gastbeitrag erläutert Thomas Jacob zudem, wie der Store Locator funktioniert und wie die technische Basis für den internationalen Onlineshop aussieht, das hauseigene Commerce Framework.

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SinnerSchrader arbeitet seit 2006 für ECCO, im Sommer 2007 ging der erste Relaunch von ECCO.com an den Start. Die Infrastruktur für den internationalen E-Commerce war damals bereits gelegt, auch wenn die ersten Onlineshops (in UK und den Niederlanden) erst später ausgerollt wurden. Jüngster Akt der Zusammenarbeit ist die Ende vergangener Woche runderneuerte Produktdetailseite (Beispiel siehe unten), die einerseits möglichst gut verkaufen und gleichzeitig in den Ländern ohne Onlineshop die Marke ECCO widerspiegeln und ein emotionales Markenerlebnis abbilden soll.

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Künstliche Intelligenz heißt das alte, bis heute uneingelöste Versprechen der Informatik, eigenständig denkende Computer zu schaffen. Oder wenigstens Intelligenz zu automatisieren. Was aber, wenn es umgekehrt käme? Wenn nicht Computer lernten, wie Menschen zu denken, sondern Menschen ihr Denken den Computern anpassten? Dass es bereits soweit ist, diese These vertritt Frank Schirrmacher in Payback, seinem jüngsten Buch.

Der Gedanke hat etwas Bestechendes, doch zugleich Triviales. Schon der Faustkeil, ein früh vom Menschen erfundenes Werkzeug, hat wiederum den faustkeilschwingenden Menschen verändert. Der Mensch hat sich immer den von ihm selbst erfundenen Werkzeugen angepasst. Brillen haben die Überlebenschancen von Fehlsichtigen erhöht. Der Mensch ist fehlsichtig geworden, denn er hat ja nun die Brille zum Sehen.

Die Erfindung der Schrift, des Buches und des Buchdrucks hat den Menschen von der enormen Gedächtnisleistung der mündlichen Überlieferung entlastet. Der Mensch hat Lesen gelernt, aber dafür das Merken und Auswendiglernen immer mehr verlernt. Und nun also der weltweit vernetzte Computer, der uns das Denken abnimmt, indem er es automatisiert?

Eines der zentralen Motive Schirrmachers ist die Angst vor Kontrollverlust. Diese Angst befällt angesichts neuer Technologien stets jene, die zuvor die alten kontrollierten und nun danach trachten, ihre Kontrolle auch auf neue Technologien zu erstrecken. Was im Falle des Internets bis jetzt nicht gelang, da dessen Bauprinzipien sich radikal von denen der alten Medien unterscheiden.

Die dezentrale Kommunikation der vielen mit den vielen führt, das lässt sich Schirrmacher nicht absprechen, zu einem neuen Kampf um Aufmerksamkeit und zu permanenter Aufmerksamkeitsüberlastung. Diese Überlastung zeigt sich für mich am deutlichsten in der E-Mail. Ich bekomme mehr Mail, als ich bearbeiten kann. Selbst wenn alle überflüssigen Mails gelöscht und alle erledigten abgelegt sind, bleiben mehr zu beantwortende Mails übrig als Zeit dafür vorhanden wäre.

Die einzig mögliche Reaktion darauf ist schärfere Selektion. Als infolge des Buchdrucks die Bibliotheken wuchsen, zwangen sie die Leser dazu, ihre Lektüre stärker als zuvor auszuwählen. Die Abhängigkeit des Lesers von Bibliothekar, Rezensent und Katalog nahm zu. Niemand konnte mehr alle Bücher lesen. Heute können wir nicht mehr alle Mails lesen, geschweige denn beantworten. Wir müssen selektieren und ignorieren.

Das Internet schafft in nie gekanntem Tempo neue Kommunikationskanäle, die neben die alten treten. Weil Mail unter Verstopfung leidet, entsteht Platz im digitalen Biotop für private Kurznachrichten in Twitter, für die Mailsurrogate von Xing oder Facebook und für Google Wave. Das Problem der Aufmerksamkeitsüberlastung wird dadurch nicht gelöst, aber wie auf einem Güterbahnhof verschoben. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf die Kanäle, die uns den meisten Nutzen stiften oder Spaß machen. Am besten beides.

Tun wir das alles gleichzeitig, so nennt sich das Multitasking. Multitasking ist Körperverletzung, schreibt Schirrmacher lakonisch. Ein weiterer Satz, dem ich uneingeschränkt zustimmen kann. Menschen können nicht mehrere Dinge gleichzeitig tun, selbst wenn sie weiblichen Geschlechts sind. Genaugenommen können das auch Computerprozessoren nicht, sie schalten nur sehr schnell zwischen verschiedenen Aufgaben um. Multitasking ist also nicht mehr als eine Illusion, beim Menschen noch mehr als beim Computer, denn Menschen brauchen länger für den Kontextwechsel und machen dabei mehr Fehler. Zum Beispiel vergessen sie gern, was sie tun wollten, und wenden sich neuen Aufgaben zu, ohne die alten jemals abzuschließen.

Schirrmacher erdreistet sich in seinem Buch, Computer und Internet von ihren Thronen als Heilsbringer des 21. Jahrhunderts zu stoßen. Seine Fragen sind legitim, sein Anliegen ein klassisch humanistisches. Und doch lässt Payback mich ratlos zurück. Denn am Ende bleibt unklar, wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen können - obwohl Schirrmacher dem nicht weniger als ein Drittel seines Buches widmet. Das könnte an einem Webfehler liegen.

Denn ärgerlich an diesem Buch sind die vielen kleinen Ungenauigkeiten. So werden aus Trackbacks einmal "Trackballs". E-Mails und SMS werden zu Befehlen, die ein Computer gibt, unabhängig davon, ob Menschen oder Maschinen sie absenden. Bruce Sterling wird zu Bruce Sterlin, und die zu "Tweeds" verballhornten Tweets sind bereits legendär. So bleibt das Buch letztlich Feuilleton. Schirrmacher hat eine starke These, aber seine Argumentation lässt es an Stringenz, Klarheit und Logik fehlen.

Sie möchten dieses Buch lesen? Ich schicke es Ihnen kostenlos zu. Unter einer Bedingung: Sie schreiben anschließend eine Rezension. Bitte hinterlassen Sie Ihren Wunsch in den Kommentaren. First come, first served.

jaron_lanier02.jpgWäre das ein Krieg, dann könnte man sagen, Frank Schirrmacher feuert aus allen Rohren. Zuerst brachte er sein Buch mit dem kryptischen Titel Payback (dazu später mehr an dieser Stelle) in Stellung, nun folgt im FAZ-Feuilleton ein wahres Trommelfeuer aus Beiträgen, die alle mehr oder weniger ins gleiche Horn stoßen. Jüngstes Exemplar ist ein großes Interview ("Der digitale Maoismus ist zu Ende") mit dem Informatiker, Künstler und Autor Jaron Lanier in der Samstagsausgabe der FAZ, gefolgt von einem Essay ("Warum die Zukunft uns noch braucht").

Wäre alles normal, dann würde sich das Netz über diesen Erweis gesellschaftlicher Relevanz freuen, auf die Provokation reagieren und sich an der entstehenden Debatte beteiligen. Doch nichts dergleichen. Die Reaktion schwankt zwischen Teilnahmslosigkeit und ritueller Abwehr. Von Diskussion kaum eine Spur. Wie konnte es dazu kommen?

Kann es sein, dass wir es mit kollektiven Denkverboten zu tun haben? Dass sich die Netzkultur von der sonstigen Kultur abgekoppelt hat? Dass der Gesprächsfaden längst gerissen ist? Und dass es jetzt um Abgrenzung geht der Initiierten von den Unerleuchteten? Jaron Lanier sah bereits 2006 eine neue Religion am Werke:

Diese Leute glauben an etwas Ewiges, Unsterbliches. Sie haben ihre Rituale, ihre drolligen Überzeugungen, ihre Heiligen. Solange dieses Menschenbild zu einer kleinen Subkultur gehört, mag sich das niedlich anhören. Aber es ist ernst. Computer haben mit jedem Jahr mehr Einfluss darauf, wie wir miteinander in Kontakt treten und wie wir unser Leben denken. Und mit den Computern werden auch die Ideen der Freaks immer mehr Teil des kulturellen Mainstreams. Und diese Ideen als Mehrheitskultur? Das wird eine grausame Welt!

In seinem FAZ-Essay führt Lanier diesen Gedanken weiter aus:

Wenn Sie aber von der alten Religion, in der man darauf hofft, dass Gott einem ein Leben nach dem Tod beschert, zu der neuen Religion, in der man darauf hofft, unsterblich zu werden, indem man in einen Computer hochgeladen wird, konvertieren wollen, dann müssen Sie daran glauben, dass Information etwas Reales und Lebendiges ist. Es wird dann wichtig für Sie, menschliche Einrichtungen wie Kunst, Wirtschaft und Recht so umzugestalten, dass sie die Auffassung, Information sei lebendig, stützen. Sie verlangen dabei, dass der Rest von uns gemäß Ihrer neu konzipierten Staatsreligion lebt. Sie werden dann darauf angewiesen sein, dass wir die Information vergöttern, um Ihren Glauben zu stärken.

Lanier macht sich zum Renegaten, wird als solcher von Schirrmachers FAZ positioniert - und im Netz weitgehend ignoriert oder ohne Diskussion direkt abgelehnt. Was seine Thesen eher bestätigt, denn keine Religion liebt ihre Apostaten.

Foto: vanz@flickr

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Die Mehrzahl aller Besucher auf unseren Websites kam 2009 wie auch in den Vorjahren mit Windows XP. Das ungeliebte Windows Vista konnte an dessen Dominanz nichts ändern, hielt sich aber vor dem Mac auf Platz 2. Newcomer Windows 7 kam zu spät auf den Markt, um ernsthaft mitmischen zu können, und blieb sogar noch hinter Linux und dem zehn Jahre alten Windows 2000.

Im Dezember und Anfang Januar hat sich das deutlich geändert. Windows 7 beginnt, das auch nicht mehr ganz taufrische XP abzulösen, das seine absolute Mehrheit schon eingebüßt hat. Windows 7 verdrängt bereits den direkten Vorgänger Vista. Der Mac legt kontinuierlich zu und kommt um den Jahreswechsel bereits auf einen Besucheranteil von fast 17 Prozent.

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Deutlich mehr als die Hälfte aller Besucher auf unseren Websites war 2009 (und in den ersten Tagen dieses Jahres) mit dem Firefox unterwegs. Der Firefox führt bei uns schon seit Jahren die Browserstatistik an. Mehr als 30 Prozent vereinigen die drei häufigsten Versionen des IE auf sich. Der antike IE 6 lag im Gesamtjahr immer noch deutlich vor dem aktuellen IE 8.

Das hat sich im Dezember und Anfang Januar glücklicherweise geändert, doch noch immer kommen mehr Besucher mit dem IE 6 (knapp 5 Prozent) als mit Google Chrome (4,4 Prozent). Im Dezember lag Chrome bereits vor Safari und Opera 9.x.

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Es war mein erster Arbeitstag im Januar, als ich acht Prognosen für das nun fast abgelaufende Jahr 2009 abgab. Und da heute mein letzter Arbeitstag in diesem Jahr ist, frage ich mich nun, was daraus geworden ist.

  1. Prognose: Eine Reihe von Marken und Markenartiklern, für die 2009 ein wirtschaftlich schwieriges Jahr wird, werden sich öffnen, den Konsumenten zuhören und mit ihnen reden. Und damit erste Erfolge feiern. Realität: Es gibt zwar einige Beispiele für eine Öffnung, doch die großen Erfolge bleiben aus. Ab Mitte des Jahres dominiert die eher mäßig erfolgreiche Kampagne von Vodafone die Diskussion.
  2. Prognose: Marken und große Unternehmen werden ihre Marketingbudgets weiterhin ins Internet verschieben, das inzwischen der bei weitem effizienteste Marketingkanal ist - und deshalb ein Gewinner der Rezession. Realität: Der OVK prognostiziert der Onlinewerbung für 2009 ein Plus von 10 Prozent. Das kann sich in einem insgesamt rückläufigen Werbemarkt sehen lassen.
  3. Prognose: 2009 wird mehr Onlinewerbeumsatz mit Performance Marketing (SEM/Affiliate) als mit klassischer Displaywerbung gemacht. Auch Displaywerbung wird immer mehr nach Performance-Modellen abgerechnet statt nach TKP. Realität: Nimmt man die OVK-Prognose als Maßstab, so ist der erste Teil nicht eingetroffen, auch wenn das Affiliatemarketing überproportional gewachsen ist. Die Abrechnung nach Performance hingegen hat an Boden gewonnen.
  4. Prognose: Im New Media Service Ranking werden die Top Ten kräftig umsortiert. Aber spannend wird erst das Ranking im Folgejahr (auf Basis der Umsätze von 2009). Realität: In den Top Ten hat sich wenig getan. Das Ranking 2010 bleibt abzuwarten.
  5. Prognose: Der Druck auf die Printmedien wird stark steigen. In den USA werden die ersten großen Tageszeitungen ihre gedruckten Ausgaben reduzieren oder ganz aufgeben und ins Web migrieren. In Deutschland werden vor allem die Verlagsapparate Federn lassen müssen. Sie sind im Web nicht refinanzierbar. Realität: Die Krise der Printmedien war eines der großen Themen des Jahres 2009. Mehrere US-Tageszeitungen sind eingestellt worden. In Deutschland haben die Verlage massiv Stellen abgebaut.
  6. Prognose: Alte Medien werden Blogs kaufen, sogar in Deutschland, um ihre Position im Web zu verbessern. Problem: Es gibt in Deutschland nur wenige professionell betriebene Blogs. Realität: Bereits im Januar wurde Basic Thinking verkauft, allerdings nicht an ein klassisches Medienunternehmen. Der Mangel an professionell betriebenen Blogs bleibt bestehen.
  7. Prognose: Holtzbrinck wird sich nach Kräften bemühen, seine Investitionen in StudiVZ zurückzuverdienen. Da die GWP es nicht schafft, StudiVZ zu vermarkten, wird der Vermarkter gewechselt. Für einen Verkauf an Facebook ist es nun zu spät. Am Ende wird ein Notverkauf stehen. Realität: Holtzbrinck hat den Vermarkter nicht gewechselt, sondern umbenannt. Facebook ist kräftig gewachsen. Zu einem Notverkauf von StudiVZ ist es bis jetzt nicht gekommen.
  8. Prognose: Cloud Computing wird abheben, sowohl als Buzzword als auch in der Nutzung. In der Rezession 2001/2002 konnte sich Open Source in Unternehmen durchsetzen, diesmal wird es Cloud Computing sein. Realität: Google hat mit seiner "Go Google"-Kampagne massiv um Unternehmen geworben, die ihre elektronische Büroinfrastruktur weg von Microsoft und lokalen Maschinen hin zur Google-Cloud bewegen wollen. Das Google Chrome OS wird im kommenden Jahr dem Thema einen weiteren kräftigen Schub geben.

Insgesamt ein eher gemisches Bild, wie das mit Prognosen so ist, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. So schließe ich nun das Kontor für dieses Jahr. Anfang Januar geht es weiter, dann mit Prognosen für das Jahr 2010.

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Kathrin Passig hat in einem brillianten Aufsatz für den Merkur die stereotypen Argumente der Technologiekritik untersucht, wie sie seit der Erfindung der Technologie (wann immer das auch war) regelmäßig mit den zur jeweiligen Zeit üblichen Schreibwerkzeugen (auch Technologie!) zu Stein, Papyrus, Papier oder Elektron gebracht werden. Für den eiligen Leser hier kurz die Standardargumente in ihrer logischen Reihenfolge:

  1. What the hell is it good for?
  2. Wer will denn so was?
  3. Die Einzigen, die das Neue wollen, sind zweifelhafte oder privilegierte Minderheiten.
  4. Das Neue ist eine Mode, die vielleicht wieder vorbeigeht.
  5. Täuschen Sie sich nicht, durch das Neue wird sich absolut nichts ändern.
  6. Das Neue ist nicht gut genug.
  7. Schwächere als ich können damit nicht umgehen!
  8. Es schickt sich nicht, das Neue (Buch, Mobiltelefon, Notebook etc.) in der Öffentlichkeit zu benutzen.
  9. Hat die neue Technik mit Denken, Schreiben oder Lesen zu tun, dann verändert sie ganz sicher unsere Denk-, Schreib- und Lesetechniken zum Schlechteren.
Dass jede Technologie diese Stufen von neuem durchlaufen muss, erklärt das unvorhergesehen hohe Internetkritikaufkommen der letzten zwei Jahre. Während die Kritik am 1994 aufgetauchten World Wide Web in ihren Endphasen angelangt ist, bewegen sich diverse internetbedingte Neuerungen gerade durch die ersten Stufen, etwa der 2006 gestartete Mikrobloggingdienst Twitter: »Unklar daran«, schrieb der Journalist Bernd Graff 2008 in der Süddeutschen Zeitung, »ist nur, warum man das tun sollte, warum man also überhaupt mikro-bloggen oder, wie man - benannt nach dem prominentesten Mikro-Blogging-Anbieter - inzwischen auch sagt, warum man >twittern< sollte« (Argument eins).

Es scheint derzeit etwa zehn bis fünfzehn Jahre zu dauern, bis eine Neuerung die vorhersehbare Kritik hinter sich gebracht hat. Die seit 1992 existierende SMS wird mittlerweile nur noch von extrem schlechtgelaunten Leserbriefschreibern für den Untergang der Sprache verantwortlich gemacht. Immerhin aus Irland, einem Museum anderswo bereits ausgestorbener Kulturkritik, drang noch 2007 die Kunde, das Schreiben von Kurznachrichten verrohe die Sprache der Jugend.

Kevin Kelly, probably best known as founding executive editor of Wired magazine, is currently writing a new book. The working title sounds somewhat odd: What Technology Wants. The book is scheduled to be published in October 2010. Last week month at TEDx Amsterdam, Kelly gave the first public talk about what's going to be in the book. The resulting 19 minute video is well worth watching.

The slides are available on SlideShare:

If you prefer the shorter form, there is also a much more condensed video on YouTube (without talking head, but with kind of subtitles instead).

[via]

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Jason Fried, Gründer von 37signals, liest gern mal am Nachmittag

Für die Zeitschrift Inc. beschreibt Jason seinen typischen Arbeitstag. Und vermittelt eine Reihe von Einsichten in die Arbeitswelt einer Agentur und Softwarebude.

Über Büropräsenz und 40-Stunden-Woche:

I usually get to work between 10 a.m. and 11 a.m. Of the 16 people at the company, eight of us live here in Chicago. Employees come to the office if and when they feel like it, or else they work from home. I don't believe in the 40-hour workweek, so we cut all that BS about being somewhere for a certain number of hours. I have no idea how many hours my employees work -- I just know they get the work done.

Über Schreiben und Kommunizieren:

I spend most of my day writing. I write everything on our website. Communicating clearly is my top priority. Web writing is terrible, and corporate sites are the worst. You don't know what they do, who they are, or what they stand for. I spend a lot of time taking a sentence and reworking it until it's perfect. I love the editing process.

Warum Software immer einfacher werden sollte, aber mit der Zeit immer komplizierter wird:

In the software world, the first, second, and third versions of any product are really pretty good, because everyone can use them. Then companies start adding more and more stuff to keep their existing customers happy. But you end up dying with your customer base, because the software is too complicated for a newcomer.

Warum Sitzungen schädlich sind für den kreativen Arbeitsprozess:

We rarely have meetings. I hate them. They're a huge waste of time, and they're costly. It's not one hour; it's 10, because you pulled 10 people away from their real work. Plus, they chop your day into small bits, so you have only 20 minutes of free time here or 45 minutes there. Creative people need unstructured time to get in the zone. You can't do that in 20 minutes.

Über Unterbrechungen:

Very rarely is a question important enough to stop people from doing what they're doing. Everything can wait a couple of hours, unless it is a true emergency. We want to get rid of interruption as much as we possibly can, because that's the real enemy of productivity.

Über Launches:

Launches are the most hectic times, because so many things will go wrong. But the cool thing about Web-based software is you can update things in real time. If something is broken, we can fix it in three seconds, hopefully. But as we get bigger, small problems become bigger faster. Every move you make now is magnified, especially with launches. An announcement that might upset a few people today will upset a few hundred tomorrow. I spend a lot of time responding to that.

Über Planung:

We don't have big, long-term plans, because they're scary -- and they're usually wrong. Making massive decisions keeps people up at night -- I don't like to make those. The closer you can get to understanding what that next moment might be, the less worried you are. Most of the decisions we make are in the moment, on the fly, as we go.

[via] Foto: Chris Strong, Inc. Magazine

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Auf 263 (!) Seiten stellt David Gillespie seine Sicht auf das dar, was gerade mit dem und durch das Internet passiert. Empfehlenswerter Stoff für jeden, dessen Geschäftsmodell sich durch das Web verändert. Gefunden bei Nico Lumma und Konstantin Klein.

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Und nicht den Vermarktern oder den Mediaagenturen. Diese Position vertritt Matthias Schrader in einem Gastbeitrag auf dem dmexco-Blog.

matthias_schrader_150x176.jpgWarum? Ganz klar: Am Ende bezahlen die Unternehmen die Rechnung für die Kampagnen. Daher sollten sie den vollen Zugriff auf die Konsumentenprofile erhalten. Nur wenn die Werbungtreibenden über die generierten Nutzerprofile verfügen, können sie diese bei einem Wechsel der Agentur weiterhin nutzen. Targeting sollte aus Sicht der Werbungtreibenden betrachtet werden.

Der ganze Beitrag hier.

Unternehmen wollen ihre Kunden kennen. Mithilfe innovativer Profiling- und Targeting-Technologien analysiert newtention das Verhalten der Online-Konsumenten.

SinnerSchrader hat newtention im Mai übernommen und positioniert das Unternehmen als neutralen Dienstleister für Werbungtreibende. In der aktuellen Printausgabe der W&V (EVT 16. Juli) und im folgenden Video erläutert Matthias Schrader, Gründer und CEO von SinnerSchrader, wie die newtention-Technologie die Effizienz von Werbekampagnen erhöht.



Auf der Website des Kunden verfolgt newtention das Klickverhalten der Konsumenten. Die so generierten Profile, verbleiben nicht wie bei den meisten Anbietern von Targeting-Lösungen bei dem Dienstleister, der Agentur oder dem Vermarkter. SinnerSchrader erteilt seinen Kunden vollen Zugriff auf die entstandenen Nutzerprofile.

Matthias Schrader:
Am Ende bezahlen die Werbungtreibenden die Rechnung für die Kampagnen, deshalb sollten ihnen die Profile gehören.

Die Kenntnisse über den Nutzer helfen werbenden Unternehmen bei der zielgerichteten Aussteuerung ihrer Online-Werbemaßnahmen.

Nach Zahlen von Market Share hatte der Firefox im Dezember 2008 einen Marktanteil von 21 Prozent. Er lag damit weit hinter dem nach wie vor dominierenden Internet Explorer (68 Prozent).

Auf unseren Websites - neben dem Fischmarkt und einigen weiteren Blogs sind das sinnerschrader.de, wkn514190.de und die Websites der next conference seit 2006 - zeigt sich ein deutlich anderes Bild. Hier liegt der Firefox schon lange deutlich vorn. Im vergangenen Jahr hat nun endlich der IE7 seinen Vorgänger überholt.

Ansonsten gab es wenig Bewegung im Browserkrieg. Safari und Opera 9 haben sich leicht verbessert, bleiben aber Minderheitenphänomene. Die Grafik zeigt absolute Zahlen für 2007 (links) und 2008 im Vergleich. In den Zahlen für 2008 sind auch noch die ersten Tage des laufenden Jahres enthalten. Google Chrome liegt übrigens Anfang 2009 bei fast zwei Prozent und damit nur noch knapp hinter Safari (2,5 Prozent).

Browser War 2007/2008

Stärkere Veränderungen gab es auf Seiten der Betriebssysteme. Hier dominiert Windows XP, aber Windows Vista hat im Jahr 2008 deutlich aufgeholt und, auch wenn es wehtut, den Mac überholt. Warum Windows NT im Jahr 2008 plötzlich vor Windows 2000 und Linux liegt, ist mir ein Rätsel. Die älteren Windowsversionen erklären auch einen Teil der verbliebenen IE6-Nutzer, denn IE7 gibt es erst ab Windows XP.

OS War 2007/2008

Das neue Jahr ist schon fast eine Woche alt und mein Weihnachtsurlaub zuende. Höchste Zeit für meine Prognosen für 2009, zumal eine davon sich bereits zu erfüllen beginnt.

  1. Eine Reihe von Marken und Markenartiklern, für die 2009 ein wirtschaftlich schwieriges Jahr wird, werden sich öffnen, den Konsumenten zuhören und mit ihnen reden. Und damit erste Erfolge feiern.
  2. Marken und große Unternehmen werden ihre Marketingbudgets weiterhin ins Internet verschieben, das inzwischen der bei weitem effizienteste Marketingkanal ist - und deshalb ein Gewinner der Rezession.
  3. 2009 wird mehr Onlinewerbeumsatz mit Performance Marketing (SEM/Affiliate) als mit klassischer Displaywerbung gemacht. Auch Displaywerbung wird immer mehr nach Performance-Modellen abgerechnet statt nach TKP.
  4. Im New Media Service Ranking werden die Top Ten kräftig umsortiert. Aber spannend wird erst das Ranking im Folgejahr (auf Basis der Umsätze von 2009).
  5. Der Druck auf die Printmedien wird stark steigen. In den USA werden die ersten großen Tageszeitungen ihre gedruckten Ausgaben reduzieren oder ganz aufgeben und ins Web migrieren. In Deutschland werden vor allem die Verlagsapparate Federn lassen müssen. Sie sind im Web nicht refinanzierbar.
  6. Alte Medien werden Blogs kaufen, sogar in Deutschland, um ihre Position im Web zu verbessern. Problem: Es gibt in Deutschland nur wenige professionell betriebene Blogs.
  7. Holtzbrinck wird sich nach Kräften bemühen, seine Investitionen in StudiVZ zurückzuverdienen. Da die GWP es nicht schafft, StudiVZ zu vermarkten, wird der Vermarkter gewechselt. Für einen Verkauf an Facebook ist es nun zu spät. Am Ende wird ein Notverkauf stehen.
  8. Cloud Computing wird abheben, sowohl als Buzzword als auch in der Nutzung. In der Rezession 2001/2002 konnte sich Open Source in Unternehmen durchsetzen, diesmal wird es Cloud Computing sein.

Was meinen Sie?

PS: Noch eine Bonus-Prognose - der Blog wird sich 2009 endgültig durchsetzen, auch als Bezeichnung für einen einzelnen Blogeintrag.

rails-podcast.jpgAls Interaktivagentur werden wir immer häufiger gefragt, ob wir nicht eine Interaktivspezifikation (i.e. Interaktivimplementation) anbieten können. Projekte gemeinsam mit dem Kunden zum Ziel zu bringen ist der Ansatz von Ruby on Rails (RoR) und Agiler Entwicklung.

In einem Workshop Anfang November wird das RoR-Team von SinnerSchrader Informatikstudenten und Entwicklern ihr Wissen aktiv weitergeben. Der Workshop findet im Hamburger Büro von SinnerSchrader statt. Beginn ist der 7. November, Informationen zur Anmeldung gibt es bei radicalmonday.

Die Hallen waren voll, die Messestände zahlreicher und größer als in den Vorjahren, die Besucherzahl ein neuer Rekord. "See you next year", so verabschiedet die OMD 2008 (die nicht mehr so heißen durfte, weil eine gleichnamige Mediaagentur ihr Veto eingelegt hatte) ihre Besucher. See you next year?

Gern, aber da war doch was? Der BVDW und das Fachforum Online-Mediaagenturen (FOMA) haben den Standort Düsseldorf gekippt und möchten den Branchentreff 2009 nach Köln verlegen. Der neue Name dmex steht für digital marketing exposition.

Die Hintergründe dieser umstrittenen Entscheidung sind politisch. Ein intimer Kenner winkt nur ab und macht keinen Hehl daraus, dass er sie für eine Fehlentscheidung hält. Und das ist sie wohl auch. Denn was wird passieren?

  • Die großen Vermarkter und damit die größten Messestände ziehen nach Köln und bilden den Nukleus der dmex.
  • Viele der übrigen Aussteller bleiben in Düsseldorf auf einer vermutlich verkleinerten OMD.
  • Nur wenige Aussteller werden auf zwei Hochzeiten tanzen.
  • Viele Aussteller werden bis zum letzten Moment pokern. Koelnmesse wie IGEDO werden ein extrem kurzfristiges Buchungsverhalten sehen.
  • Und am Ende wird es Absagen geben. Die Summe von dmex und OMD dürfte kleiner sein als die OMD in diesem Jahr alleine.

Angesichts der Gesamtlage beginnen bei vielen Ausstellern Überlegungen, ob sie nicht 2009 besser komplett auf Messeauftritte verzichten. So wälzt ein großer Aussteller der diesjährigen OMD bereits Pläne für eine eigene Veranstaltung - statt dmex oder OMD. Das kommende Jahr könnte zur Nagelprobe für die Internetwirtschaft werden. Denn was sind die Fakten?

  • Das Wachstum der Onlinewerbung in Deutschland schwächt sich ab. In diesem Jahr werden nach aktualisierter OVK-Prognose nur noch 25 Prozent erreicht - 2007 waren es noch 40 Prozent. Der europäische Onlinewerbemarkt hingegen wächst auch 2008 noch um 40 Prozent.
  • Die gesamte Wirtschaft wackelt. Die Finanzkrise beginnt sich auf andere Branchen auszuwirken. Dies wird auch an der Internetwirtschaft nicht spurlos vorübergehen. Im Unterschied zu den Jahren ab 2000 kommt die Krise zwar diesmal nicht aus der Branche selbst. Aber was nutzt das, wenn die großen Werbungtreibenden ihre Budgets zusammenstreichen?
  • Es wird zuerst die Displaywerbung treffen. Sie dürfte ähnlich wie die Klassiketats schrumpfen, vielleicht sogar stärker. Denn ihr fehlt es am Wirksamkeitsnachweis. Was die Werbewirkung betrifft, ist die Klassik mit jahrzehntelangem Vorsprung nach wie vor im Vorteil.
  • Dagegen ist performanceorientierte Onlinewerbung weit unempfindlicher als die übrigen Gattungen. Hier wird für zusätzlichen Umsatz bezahlt. Und der ist, solange die Konsumenten nicht in den Käuferstreik treten, den Produzenten etwas wert. Solange die Reichweite des Internets und die Onlinekaufbereitschaft der Internetnutzer wachsen, wird auch das Performancemarketing zulegen.

Dies nützt Google. Aber auch andere Spieler im Markt werden profitieren. Performancemarketing ist technologiegetrieben, Themen wie Targeting, Analytics oder Planning brauchen eine solide technische Basis und entsprechendes Know-how.

Auf der wie immer marktschreierischen und auf Mediaplaner zugeschnittenen OMD spielte Marketingtechnologie nur eine Nebenrolle. Auf der next09 im kommenden Jahr bieten wir daher neben der bewährten Konferenz auch eine Expo für die next marketing technologies. Es wird auf Kampnagel in Hamburg reichlich Ausstellungsfläche geben, um eine hochspannende Zielgruppe mit großem Entscheideranteil anzusprechen.

OMD oder dmex, Düsseldorf oder Köln? Wer für 2009 vor dieser Entscheidung steht, sollte die next expo, Hamburg und das Thema next marketing technologies in Erwägung ziehen.

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Google publiziert heute seinen eigenen Browser namens Chrome. Der seit langem antizipierte Schachzug richtet sich direkt gegen Microsoft und dessen kommenden Internet Explorer 8. Chrome ist so etwas wie der Anti-IE:

  1. Zehn Jahre nach der Kapitulation Netscapes im ersten Browserkrieg und dem Entwicklungsstart des Firefox-Vorgängers Mozilla kommt ein völlig neu entwickelter Browser auf den Markt. Mit der Neuentwicklung will Google auf die gestiegenen Anforderungen des heutigen Web reagieren. Chrome soll ein Browser werden, wie man ihn heute bauen würde - eine klare Kampfansage an den Marktführer IE, der etwa Dreiviertel des gesamten Browsermarktes auf sich vereint.
  2. Dabei widersteht Google der Versuchung, das Rad neu zu erfinden. So verwendet Chrome Webkit als Rendering Engine - quasi der Motor unter der Haube. Für den geplagten Frontend-Ingenieur (vulgo HTMLer) eine Erleichterung: Was im Safari funktioniert, sollte auch mit Chrome laufen. Was man vom Internet Explorer 8 wieder einmal nicht behaupten kann. Immerhin wird der IE8 auf die Rendering Engine des IE7 umschalten können.
  3. Chrome ist innovativ. Eine virtuelle Maschine für Javascript namens V8 soll für Tempo sorgen. Jedes Browsertab wird komplett separat laufen und damit Tabbed Browsing erst wirklich perfekt machen. Das Interface ist neu gedacht und vom Kopf auf die Füße gestellt. Und am hinteren Ende ist Google Gears und damit Offline-Funktionalität schon eingebaut.
  4. Chrome ist Open Source. Dadurch werden die Innovationen, soweit sie sich bewähren, relativ schnell ihren Weg in andere Browser finden und damit die Chance haben, zu Webstandards zu werden.

Mit dem Start von Chrome, soviel ist sicher, hat eine neue Runde im zweiten Browserkrieg begonnen. Es bleibt spannend.

Auftraggeber 2.0?

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Die Agentur, nein, die Interaktivagentur - was machen die bloß? Will wirklich jemand im Detail wissen, was wir machen? Nein, so genau wissen will es niemand, man will nur das Ergebnis sehen.

Das Ergebnis sollte mehr sein: mehr Absatz, mehr Abschlüsse, mehr Kommunikation, mehr Kontakt mit dem Konsumenten. Mehr davon führt in der Regel dazu, dass am Ende mehr übrig bleibt. Und das ist das Ziel von Marken & Unternehmen, natürlich nicht nur im interaktiven Kanal.

Aber wie kommt man dort mit einem möglichst effizienten Einsatz von Geld und Zeit hin? Man bedient sich einer Interaktivagentur: Die verstehen mein Geschäft, mein Produkt und die wissen auch, wie man den Kontakt zum interaktiven Konsumenten knüpft.

Nun ja, so ist unser Bild von der Agentur. Aber die Agentur macht es sich nicht leicht, dieses Verständnis über das Produkt zu entwickeln. In der Regel wird dabei viel Zeit und Budget auch darauf verwendet, dem Auftraggeber zu beschreiben, was er denn von uns, der Agentur, kaufen wird.

Das Problem mit dieser Beschreibung ist, dass fast niemand, vor allem selten der Auftaggeber, diese Beschreibung wirklich für sich nutzbar machen kann. Sie ist in vielen Fällen nur Mittel zum Zweck und dient vor allem als eine Art Versicherung, um vorab möglichst detailiert zu erfahren, was man später in den Dimensionen Funktion, Budget und Zeit geliefert bekommt.

Wir halten das aufgrund unserer Erfahrungen immer öfter für eine Scheinsicherheit. Die Realität holt uns dabei fast immer wieder ein, die Welt dreht sich weiter. Wenn ich als Auftraggeber so mit einer Agentur arbeite, habe ich wenig Möglichkeiten, den eingeschlagenen Weg noch zu verändern und die Entwicklung wirklich mitzugestalten.

Jede Änderung, im Werkvertragsverhältnis liebevoll "Change Request" genannt, wird zunächst diskutiert, in den drei Dimensionen beleuchtet und führt im schlimmsten Fall in allen Dimensionen zu vorher nicht geplanten Veränderungen.

Genau an dieser Stelle setzt der agile Projektansatz an. Wir bieten unseren Auftraggebern damit eine Alternative zum traditionellen Vorgehen an. Nicht für jeden Projekttyp, nicht für jede Art von Zusammenarbeit, aber für eine deutlich breite Zielgruppe auf dem Weg in eine andere Welt von Projekten.

Wir wollen mit unserem Auftraggeber dessen Projekt bestmöglich umsetzen. Hierzu wollen wir nicht nur vorab spezifizieren, wie die Umsetzung aussehen soll, sondern wollen das Werkzeug zur Umsetzung an den Wünschen des Auftraggebers kontinuierlich und maßgeschneidert mit ihm zusammen entwickeln. Dabei verstricken wir uns nicht in technischen Details, sondern fokussieren die geschäftliche oder kommunikative Herausforderung - die technischen Fragestellungen lösen wir selbstverständlich auch.

Als technische Plattform für diesen Weg setzen wir Ruby on Rails ein. Weil es unser Werkzeug ist, mit dem wir uns auf die sich entwickelnden Aufgabenstellungen unserer Auftraggeber fokussieren und unsere Auftraggeber in den Entwicklungsprozess einbeziehen können.

Nachdem viele Auftraggeber von Dienstleistern die Erfahrung des in der Spezifikation Gefangenseins gemacht haben, werden wir als Interaktivagentur immer häufiger gefragt, ob wir nicht eine Interaktivspezifikation (= Interaktivimplementation) anbieten können. Unsere Antwort ist ein klares Ja - agile Entwicklung mit Ruby on Rails ist die Alternative, ein Projekt gemeinsam zum Erfolg zu führen.

meno_abels.jpgMeno Abels (40) leitet seit 1. Juli bei SinnerSchrader das neue Ruby-on-Rails-Team.

Das GeoWeb ist der nächste. Verlinkungen auf alles und jedes Physische entstehen. Der Hype geht weiter: Max Celko befasst sich in der neusten GDI Impuls mit Hyperlocality.

Er zeichnet eine Zukunft, in der wir alles mit einer augmented reality wahrnehmen. Mit Kontaktlinsen unser Sichtfeld erweitern und dadurch zusätzliche virtuelle Auskünfte erhalten. Mit Handyfotos Informationen von spontan fotografierten Objekten bekommen. Vorreiter auf diesem Gebiet ist Kooaba. Der Service, noch in den Kinderschuhen, bietet Infos zu Kinofilmen nach Einsendung eines Filmplakatfotos per MMS.

Celkos Optimismus steckt an:

Für Technikbegeisterte verspricht die lückenlose Verlinkung ein Zeitalter der totalen Freiheit der Kommunikation. Durch Geo-Links und die vollständige Überlagerung der physischen Welt mit einer Erweiterung in die Cybersphäre werden soziale Netze immer dichter, dynamischer und spezifischer.

Jedoch wird die Lücke zwischen vernetzten und nicht vernetzten Menschen immer größer und damit verändert sich auch die Wahrnehmung der Welt. Datensicherheit wird zukünftig eine noch größere Rolle spielen als es jetzt schon tut. Das Physische rücke durch diesen Prozess der Hyperlocality in den Hintergrund, so Celko. Stattdessen bestimmen Verhaltenselemente in Zukunft unsere Identität. Die Frage „Wer bin ich und wenn ja wie viele?" wird an Bedeutung zunehmen.


Die ersten Schritte in die hyperlokale Zukunft sind getan. Es wird spannend. Aber damit das Ganze nicht zu überraschend kommt, gibt es auch schon das Blog von morgen.

Meine leicht polemisch gefärbte Analyse, warum Journalisten das Web nicht mögen, hat eine Reihe von interessanten Repliken erzeugt. Eines der wiederkehrenden Gegenargumente ist der Glaube, dass wir Journalisten auch weiterhin brauchen. Das stimmt wahrscheinlich sogar. Die Frage ist aber, wozu eigentlich.

Die Einordnung und "Reduktion von Komplexität", wie die Medienwissenschaftler sagen, kann durchaus auch eine Aufgabe für Journalisten im Web darstellen. Hunderte abonnierter Feeds, aber keiner sagt mir, welcher wichtig ist.

Doch. Allerdings sind es keine Journalisten, die mir das sagen. Es sind Techmeme, Rivva, Digg, Friendfeed und Twitter (z.B. Twitlinks). Es sind Maschinen, die von Menschen gefüttert werden, wie immer, wenn wir von Medien sprechen. Sie sind dabei, den Journalisten ihre Selektionsfunktion abzunehmen. Es wird noch dauern, bis es flächendeckend soweit ist. Aber der Trend ist klar.

Der menschliche Faktor ist das, was den Journalismus interessant macht.

Wenn ich mich recht entsinne, dann hatte der Journalismus einst einen Objektivitätsanspruch - an dem er freilich vielfach scheiterte, was verständlich ist, da Menschen involviert sind. Im Unterschied zum Journalismus war das Blogging mit einem Subjektivitätsanspruch angetreten - und auch damit oftmals grandios gescheitert.

Objektivität ist veraltet. Sie wird nur in Medien gebraucht, die den Gesetzen der physischen Knappheit unterworfen sind. Wenn es nur ein Fernsehprogramm gibt, muss das furchtbar objektiv sein, weil es ja außerhalb des eigenen Kanals keine Gegenstimme gibt.

Schon der Versuch, die Regelungsmechanismen aus öffentlich-rechtlichen Monopolzeiten auf das privat-kommerzielle Fernsehen zu übertragen, ist völlig zu Recht weitgehend gescheitert. Stefan Niggemeier schreibt Romane darüber. Wenn er nicht gerade im Urlaub ist.

Im Web können wir uns Subjektivität leisten, weil Objektivität, sofern sie gebraucht wird, aus der Summe der Subjektivitäten entsteht. Wie in der Wikipedia. Habermas müsste jubeln, aber er versteht das Web nicht.

Das journalistische Produktionsmonopol ist aufgebrochen, heute kann jeder publizieren. Das Selektionsmonopol bricht jetzt ebenfalls auf, Maschinen und kollaborative Systeme sind heute schon besser als es Journalisten je waren. Was bleibt dann noch? Ganz zu schweigen davon, dass die Zahlungsbereitschaft für journalistische Produkte sowohl bei den Konsumenten als auch bei den Werbungtreibenden dramatisch gesunken ist.

Es bleiben PR und Corporate Publishing. Journalisten werden sich als Kommunikatoren und Lohnschreiber für Unternehmen verdingen.

Selbstverständlich werden die klassischen Medien überleben. Sie bewegen sich aber längst in einem schrumpfenden Markt, und dort gelten andere Gesetze als in Wachstumsmärkten. Medienobjekte werden zu Melkkühen umgebaut und auf Rendite getrimmt, Stellen gestrichen und das gesamte Niveau abgesenkt.

Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Dass eine Redaktion wie die der Berliner Zeitung nur im Web und ohne gedrucktes Blatt überleben könnte, ist eine wohlfeile Illusion.

flexughh-meeting.jpg

Die Adobe Flex User Group Hamburg trifft sich regelmäßig und organisiert kostenlose Vorträge über Flex, AIR und Flash. Beim kommenden Treffen am 14. Juli 2008 im Hause SinnerSchrader präsentiert David Sowerby Grant Straker von Straker Interactive "ZoomFlex and UM Cairngorm Extensions". ZoomFlex ist ein browserbasiertes Tool, mit dem kleine bis große Flex-Applikationen erstellt werden können. Dabei kann bis zu 30 Prozent der Entwicklungszeit gespart werden.

Gregory Jacob, Head of Flash bei SinnerSchrader, koordiniert dieses flexughh-Meeting. Zur Registrierung für die Veranstaltung geht es hier.

Wie TechCrunch heute berichtet und Plazes bereits bestätigt, kauft Nokia das von Stefan Kellner und Felix Petersen gegründete Berliner Start-up.

Plazes gehört zu den ersten Start-ups der zweiten Generation in Deutschland. Stefan Kellner hat auf der next08 im Mai die aktuelle Beta der nächsten Version von Plazes präsentiert. Hier das Video:

Die gestrige Stevenote habe ich bei MacRumorsLive.com auf dem E61i verfolgt, während ich etwas gegessen, Fußball und Tagesschau gesehen und die Kinder ins Bett gebracht habe. Das automatische Nachladen hat meistens funktioniert.

Neben Nettigkeiten wie iPhone 2.0 und MobileMe ließ His Jobness auf der großen Bühne auch Loopt präsentieren. Loopt zeigt auf dem Mobiltelefon an, wo sich meine Freunde gerade aufhalten und was sie dort tun. Ein social network to go, sozusagen. Bis jetzt allerdings nur in den USA erhältlich.

Wir Europäer haben andere Mittel und Wege zum gleichen Zweck und Ziel. Als da wäre

  1. Plazes, der Klassiker ortsbezogener Dienste aus deutschen Landen, schon 2004 von Stefan Kellner und Felix Petersen gegründet und seitdem mehrfach gehäutet. Plazes erfasst meinen aktuellen Aufenthaltsort und teilt ihn der Weltöffentlichkeit mit, insbesondere aber meinen dortigen Kontakten. Seit etwa einem Jahr stellt Plazes außerdem die Twitter-Frage: "What are you doing?"

    Der twittereske Aspekt ist allerdings bis jetzt eher unterentwickelt, denn anders als bei Twitter fand sich für Plazes keine Community, die dort zu kommunizieren gedenkt. Der technische Kern von Plazes ist die Software Plazer, die meinen aktuellen physischen Netzzugang erkennt und einem konkreten geografischen Ort zuordnet.

    In der nächsten Iteration, derzeit in der Closed-Beta-Phase (mehr dazu hat Stefan Kellner auf der next08 gesagt), wird Plazes sich neben gegenwärtigen und vergangenen stärker auf die zukünftigen Aufenthaltsorte fokussieren. Die Reise- und Terminplanung im Web 2.0 ist jedoch bis dato eher die Domäne von
  2. Dopplr, einem Reiseplanungswerkzeug für häufig reisende Geschäftsleute mit webzwonulligen Ambitionen. Dort lege ich Reisen an und sehe die Pläne meiner Mitreisenden, was mehr oder weniger spontane Treffen durchaus erleichtert. Plazes und Dopplr sprechen bis jetzt nicht miteinander, was schade ist, da Plazes meinen derzeitigen Aufenthalt kennt und Dopplr meine Pläne. Dieses und ähnliche Kommunikationsprobleme zu lösen ist
  3. Fire Eagle angetreten. Der Feueradler von Yahoo nimmt meinen Aufenthaltsort entgegen und verteilt ihn an andere Dienste weiter, natürlich mit allem nur denkbaren Datenschutzklimbim. Fire Eagle fliegt derzeit nur auf Einladung, spricht aber bereits mit Plazes (auf der Eingabeseite) und Dopplr (auf Eingabe- und Ausgabeseite), zwei von bis jetzt zwölf Anwendungen in der Galerie. Dazu gehört auch
  4. Brightkite, ein location-based social network. Auch eine Art ortsbezogener Twitter, ähnlich wie Plazes, dem ich allerdings selbst sagen muss, wo ich bin. Brightkite erfährt zwar von Fire Eagle, wo ich mich gerade aufhalte, fängt allerdings mit dieser Information bis jetzt reichlich wenig an. Und da Brightkite sich noch in geschlossener Beta befindet, ist auch mein Freundeskreis noch recht überschaubar.

Der Nutzen all dieser schönen Dienste steht und fällt mit den aktiven Nutzern, die sich dort tummeln. Je höher der Durchdringungsgrad in meinem persönlichen Umfeld, desto größer der Nutzen für mich. Dieser Zusammenhang ist indes trivial und gilt für alle Internetinnovationen seit der Erfindung der E-Mail.

Fire Eagle könnte das Drehkreuz für alle ortsbezogenen Webdienste werden. Plazes hat momentan den größten Funktionsumfang in unserem Vergleich und bietet fast alles, was entweder Dopplr oder Brightkite auch anbieten. Nur in punkto Community schwächelt Plazes nach wie vor.

Ob Friendfeed das nächste große Ding ist oder nicht, ist zwar eine spannende Frage. Wir in Deutschland müssen uns aber vorerst nicht damit beschäftigen.

Denn erfahrungsgemäß benötigen solche bahnbrechenden Technologien ein Jahr für den Weg über den großen Teich. So brauchte Twitter - gestartet 2006, groß herausgekommen 2007 auf der SXSW und der next07 - bis zur re:publica08, um die hiesige Webszene zu durchdringen.

Und auch Friendfeed - gestartet 2007, groß herausgekommen auf der SXSW in diesem Jahr - wird bis zur re:publica09 brauchen, um im deutschen Sprachraum Fuß zu fassen. Das ist nicht weiter schlimm, sondern entspricht deutschen Tugenden wie Gründlichkeit, Fleiß und Disziplin. Nur nichts überstürzen, erst einmal prüfen, gründlich überlegen und sorgfältig planen.

Schauen wir uns in der Zwischenzeit einmal an, wie Friendfeed meine Webmediennutzung verändert hat.

Am 19. April 2008 hat Friendfeed den Google Reader als Startseite auf meinem E61i verdrängt. Twitter hatte das übrigens nicht geschafft. Und das, obwohl Twitter eine sehr brauchbare und von mir intensiv genutzte mobile Version hat und Friendfeed keine, von fftogo.com einmal abgesehen.

Warum Friendfeed? Friendfeed liefert Neues, Interessantes und Spannendes - die Micromemes des Tages - von meinen Netzbekannten. Nicht nur, was sie bloggen oder twittern. Sondern auch, was sie bei del.icio.us speichern und im Google Reader interessant finden. Nebenbei erfahre ich noch, welche Musik sie bei last.fm mögen oder was sie auf den Amazon-Wunschzettel setzen.

Facebook hat das Konzept Newsfeed popularisiert, aber Friendfeed dreht das Rad ein gutes Stück weiter. Bis jetzt sind aggregiert Friendfeed 35 Dienste - weit mehr als Facebook. Und Friendfeed hat Kommentare zu jedem Link. Hört sich trivial an, fügt aber eine neue Interaktionsebene hinzu.

Denn erstaunlicherweise wird bei Friendfeed eifriger kommentiert als an der Quelle selbst. Es ist eine höchst kommunikative Umgebung. Dazu trägt ein simpler Trick bei: Jeder neue Kommentar bringt einen Link inklusive des Diskussionsfadens (Thread) wieder auf die Startseite zurück. Erfreuliche Nebenwirkung: Die heißen Geschichten stehen immer vorn.

Für mich ist deshalb jetzt Friendfeed Pflicht. Twitter und Google Reader streiten sich um den zweiten Rang in meiner Mediennutzung. Die Nase vorn hat bis dato Google Reader, weil dort alle Informationsströme zusammenlaufen. Denn selbstverständlich hat Friendfeed einen RSS-Feed. Und ebenso selbstverständlich habe ich den im Google Reader abonniert.

Facebook übrigens hat in letzter Zeit deutlich nachgelassen. Friendfeed hat zwar eine Facebook-Anwendung, aber Facebook wird bis jetzt nicht von Friendfeed aggregiert. Besteht da ein Zusammenhang?

Hier mein Profil bei Friendfeed.

Die Zukunft des Musikgeschäfts

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Dr. Stefan Glänzer, Gründungsinvestor und früherer Executive Chairman von last.fm spricht nach seinem next08-Vortrag über Musik als Bestandteil von Kommunikation und stellt die These auf, dass Musik in Zukunft für jedermann frei zur Verfügung stehen wird. Die Musikindustrie müsse sich neue Einnahmequellen neben dem klassischen CD-Geschäft erschließen, so die nicht ganz neue Schlussfolgerung Glänzers.
Er verweist auf den einzelnen Musiker als kreative Quelle des Musikgeschäfts und spricht über eine neu entstehende Kultur des Musikschaffens durch die neuen Möglichkeiten rückkanaliger mobiler Aufnahme- und Distributionsgeräte. last.fm basiere auf dem Motto "get realtime", so Glänzer.

Bereits zur next07 sprach Glänzer über individualisiertes Radiohören.

Warum? Weil wir es können ;-)
Holger Blank, Geschäftsführer Technik

Soweit die lakonische Begründung für das neueste Blog von SinnerSchrader. Es ist das Werk eines Teams aus dem kopfstärksten Bereich des Hauses, der Technik.

Seit einigen Wochen schreiben auf trycatchfinally einige Kollegen mit der technischen Brille auf der Nase. Der Name trycatchfinally leitet sich aus einer in verschiedenen Programmiersprachen gängigen Konstruktion für die Ausnahmebehandlung her.

Die ersten Einträge befassen sich gut denglisch mit Dingen wie dem Styling von Fileuploads, einem Flash-Player-Switcher für Firefox oder flexiblen versus festen Layouts.

trycatchfinally ist nach Fischmarkt, Mediabrief, dem inzwischen exterritorialen Themenblog und radicalmonday das jüngste Kind unserer stetig wachsenden Blogfamilie. Von hier aus immer eine Handbreit Code unter dem Kiel!

Die next08 lässt uns hier so schnell noch nicht los. Inzwischen sind fast alle Videos online und damit auch die Session von Mario Neurath, activeGATE und Frank Böttcher, interRent. activeGATE hat auf der next08 neue Funktionen vorgestellt:

Mit der automatisierten Erstellung von detaillierten Profilen noch während des Nutzersitzung können Website-Betreiber Angebote und Kommunikation künftig noch zielgenauer steuern. So kann jetzt zum Beispiel ein Kundenbetreuer in einem Online-Shop aus einem über activeGATE initiierten, textbasierten Dialog mit einem potenziellen Käufer direkt eine Webkonferenz starten, in der weitreichende audio-visuelle Möglichkeiten für eine ausführliche Produktpräsentation genutzt werden können.

Für Timo Lommatzsch, Social Media PReview, war die Session einer der spannendsten Vorträge auf der next08. Für die neueste Ausgabe seines Podcasts hat er mit Frank Böttcher gesprochen. (Mit mir übrigens auch.)

activeGATE ist eine Beteiligung von SinnerSchrader, interRent.com wurde von uns entwickelt.

museum_prototyp.jpg

Morgen öffnet das Museum "Prototyp - Personen. Kraft. Wagen." in der Hamburger Hafencity seine Pforten. Es ist der Veranstaltungsort der next08 am 15. Mai. Oliver Schmidt und Thomas König stellen dort ihre private Sammlung automobiler Kostbarkeiten aus. Spiegel Online berichtet heute ausführlich in Wort und Bild.

Heute ist Tag 2 ohne häuslichen Internetzugang. Und wie es aussieht, werden wohl noch acht (8) weitere Tage folgen. Das hatte ich in den letzten 14 Jahren nicht. Wie es dazu kam, ist eine längere Geschichte, die nicht einmal einen klar zu erkennenden Schuldigen hat.

Die Vorgeschichte

Im Sommer 2007 kündigte ich nach einem Jahr Mindestlaufzeit meinen DSL-Anschluss bei Tele2 und wechselte zu Alice. Überzeugt hatte mich die monatliche Kündigungsfrist. Die meisten (oder sogar alle) anderen DSL-Anbieter zwingen mir zwei Jahre Vertragslaufzeit auf.

Der Wechsel verlief problemlos. Bis auf die Telefonpauschale. Tele2 hatte diese Flatrate per Preselection für Orts- und Ferngespräche gelöst. Von Alice kam jetzt ein weißer Kasten, in den ich ein analoges Telefon einstöpseln musste. Da war nur ein kleines Problem: Wir haben ISDN. Bei der Telekom. Und eine ISDN-Anlage, die seit mehr als zehn Jahren klaglos ihren Dienst verrichtet.

Gegen ein kleines Entgelt bietet Alice auch ISDN an. Oder etwas ISDN-Ähnliches. Mit dem kleinen Kasten. (Genaugenommen wird hier ISDN über DSL realisiert, und der ISDN-Anschluss bei der Telekom bleibt nur aus historischen Gründen. Dafür schreibt Alice 10 Euro gut. Wir leben auf dem Land.)

Ein Wechsel von Analog zu ISDN war bei Alice längere Zeit nicht möglich. Erst kurz vor Weihnachten war es soweit. Ich stöpselte vorschriftsgemäß alles um, doch was nicht funktionierte, war das ISDN. Mehrere längere Sitzungen mit der Alice-Störungsstelle konnten daran nichts ändern.

Ich habe also monatelang die eigentlich bei Alice pauschal bezahlten Fern- und Ortsgespräche über Tele2 geführt - wir erinnern uns an die Preselection - und dort noch einmal bezahlt. Bis heute.

Der Wechsel

Anfang Februar habe ich Alice gekündigt, um zur Telekom zu wechseln. Es hätte nur einen Anbieter gegeben, der die Kombination aus ISDN, DSL, Internet- und Telefonpauschale marginal günstiger anbot. Alle anderen Alternativen wären ähnliche ISDN-via-DSL-Bastellösungen gewesen, wie sie Alice bietet. Und wie sie nicht funktioniert hat.

Statt drei verschiedener Rechnungen und ominöser Gutschriften eine einzige Rechnung über alle relevanten Leistungen außer Mobilfunk zu einem durchaus vernünftigen Preis - das erschien mir gut und sinnvoll. Doch leider hatte ich die Rechnung ohne den (Telekommunikationsfach-)Wirt gemacht.

Am Sonntag, 30. März hatte ich letztmalig Internetzugang. Am Montag, 31. März, dem Kündigungstermin, ging nichts mehr. Von der Telekom, meinem neuen Internetanbieter ab 1. April, hatte ich bis dahin weder Hardware noch Zugangsdaten bekommen. Was jetzt folgte, ahnt wahrscheinlich jeder, der schon einmal Ähnliches erlebt hat.

Anruf beim Kundendienst. Der Automat stellt mich relativ fix zu einer Telefonistin durch. Ergebnis des Gesprächs: Eine Kollegin hatte meinen Anfang Februar erteilten Auftrag auf Wiedervorlage. Alice habe bis jetzt den DSL-Port nicht freigegeben. Neue Zugangsdaten? Das wisse sie nicht, versprach aber eine Rückmeldung.

Tag 2 ohne Internet

Statt einer Rückmeldung ein Schreck beim Blick in den Auftragsstatus: Ausführungsdatum 09.04.2008. Erneuter Anruf beim Kundendienst. Kein Aprilscherz. Mein Anfang Februar erteilter Auftrag lag bis gestern auf Wiedervorlage. Jetzt dauert es sechs Werktage bis zur Ausführung. Nein, da kann man nichts machen.

Sie stellt mich zum Kundendienst von T-Online durch. T-Online? Ja, von dort erhalte ich meine Zugangsdaten. Aber wie sich sofort herausstellt, noch nicht jetzt. Sondern in einigen Tagen. Ich erhalte den Rat, mir eine Starter-CD zu besorgen und das Freiminutenkontingent zur Überbrückung zu nutzen. Das funktioniert auch mit DSL? Ja, das funktioniert. Nur sollte ich die PIN nicht vergessen.

Also in der Mittagspause flugs zum T-Punkt nach Ottensen. Der dortige Verkäufer erkennt nach einem Blick in seine Systeme flugs meine Lage und wimmelt mich ab erklärt freundlich, dass er nichts von einer solchen Möglichkeit wisse. Per ISDN oder analog, das ginge, aber nicht per DSL.

Das wäre mir aber dann doch zu mühsam. Zwar liegt sicher noch irgendwo ein 14.400-bps-Modem oder eine ISDN-Karte herum, aber bevor ich das an den Start bringe, bleibe ich lieber offline. In den nächsten Tagen bin ich sowieso viel unterwegs. Dann lese ich halt mal ein Buch. Oder setze mich an die Steuererklärung. Obwohl - ohne Elster?

Vielleicht funktioniert ja das WLAN auf der Next Web in Amsterdam.

Ich bin dann übrigens mal weg vom DSL-Markt. Für 24 Monate. Bei der Telekom. Und da kann man noch ganz andere Sachen erleben. Mal sehen, wie meine Geschichte weitergeht.

smartphone.jpg

Ein Cartoon von Geek and Poke, hier verbreitet unter CC-Lizenz. Geek and Poke, wunderbares Wortspiel. Die heutige Generation kennt Poke nur von Facebook, aber wer jemals im ebenso wunderbaren C64-Basic programmiert hat, wird das Befehlspaar Peek/Poke nie vergessen.

Die überaus wunderbaren Cartoons dort sind geeignet, mich am Ende einer langen Krankheitswoche wieder aufzumuntern. Der Tipp kam von Jens Grochtdreis aus unsererm Frankfurter Außenstelle Niederlassung Büro.

Standort Frankfurt verstärkt

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Unser Büro in Frankfurt freut sich über die Rückkehr von Jens Grochtdreis, seines Zeichens anerkannter Experte im Bereich der Frontend-Technologien und Blogger. Nach einem fünfmonatigen Intermezzo als Senior Informationsarchitekt bei netz98 in Mainz ist er wieder da – ab 2. Januar als Senior Frontend Developer.

Bis August 2007 hatte er drei Jahre lang als Senior Frontend Engineer bei SinnerSchrader in Frankfurt gearbeitet. Denis Richard, Teamleiter Technik in Frankfurt, sieht in Jens "einen Visionär im Internet, der zukunftsrelevante Themen für unsere Kunden vorantreiben wird.“ Jens freut sich auch, und das klingt so:

Der mir angebotene Verantwortungsbereich machte eine Rückkehr sehr attraktiv. Ich freue mich auf meine neue Aufgabe, mit meinen alten und ein paar neuen Kollegen. Und ein bisschen bin ich auch stolz darauf, dass mich mein alter Arbeitgeber wieder einstellt und nicht schmollt. Nicht jeder hat diese Größe bzw. Grundeinstellung.

Ich gebe zu, dass ich nicht aus freien Stücken in die Kirche des Mac eingetreten bin. Mein Äpfelchen ist gar nicht meins, sondern ein Arbeitsgerät, das mir mein Arbeitgeber zur Verfügung stellt. Cuius regio, eius religio.

Trotzdem wäre mein Arbeitsleben auch als Windows-Protestant irgendwie weitergegangen. Und der freundliche Macverwalter hat sogar schon mit einem Windows-Rechner gedroht, nachdem ich das MacBook in kürzester Zeit in die Knie gezwungen hatte und über mangelnde Leistung klagte. Vielleicht sollte ich doch nicht gleichzeitig Outlook unter VMware, Entourage und Firefox oder Flock betreiben.

Firefox und Flock sind ziemlich lahm - jedenfalls dann, wenn man wie ich gern mal zwanzig bis sechzig Tabs offen hält. Safari sei der Browser der Wahl auf dem Mac, höre ich überall. Das mag ja richtig sein, aber ich bin seit Jahren mit Firefox unterwegs. Und in gewisser Weise eingesperrt, weil der Fuchs vermutlich um die hundert Kennwörter für alle möglichen Websites gespeichert hat, an die ich mich kaum noch erinnern kann.

Entourage ist gar nicht so schlecht, wenn man wie ich fast acht Jahre lang Outlook benutzt hat. Es hat ein paar nette Funktionen, die Outlook nicht hat. Entourage kann zum Beispiel Projekte verwalten. Das könnte nützlich sein. Entourage zeigt mit einem Klick Mail an, die Bezug zur gerade gelesenen Mail hat. So genügt ein Klick, um zu sehen, auf welche Mail sich eine Antwort bezogen hat. Entourage 2008 soll noch viel besser sein.

Für einen Umstieg auf Apple Mail, Adressbuch und iCal müsste irgendwie das Problem der Synchronisation mit Exchange gelöst werden. Da gab es zwar schon ein paar freundliche Hinweise in den Kommentaren, aber noch keine fertige Lösung. Seit heute synchronisiert Entourage das Adressbuch und den Kalender. Funktioniert.

Womit wir beim entscheidenden Unterschied zwischen Windows und Mac wären: dem Markenversprechen von Apple.

Es lautet: It just works. If it doesn't, it's your fault.

Ich bin durchaus begeistert von der freundlichen Aufnahme in die Gemeinde der Apple-Jünger. Von allen Seiten kommen nützliche Hinweise. Jeder freut sich, wie sich der Hirte freut über das verlorene und wiedergefundene Schaf.

Der Punkt ist nur der: Apple erfüllt nicht einmal annähernd sein Markenversprechen. Der Mac funktioniert eben nicht immer und überall. Bei Windows haben wir uns daran gewöhnt. Aber Windows verspricht auch nichts dergleichen. Sein Markenversprechen lautet eher: Windows ist der Standard und gut genug für die meisten von uns.

Bei Apple ist eine gewisse Arroganz eingebaut, wie die berühmte Vorfahrt im Mercedes. Und die Freundlichkeit dem Konvertiten gegenüber wandelt sich schnell in Hass auf den Dissidenten, der es wagt, am Denkmal zu kratzen. (Ich hoffe, diesem Schicksal zu entgehen. Ich finde das Äpfelchen schick, auch wenn mich stört, dass ich mich seinen Regeln unterwerfen muss.)

Wo ist das Problem? Ich könnte es nicht besser sagen als Dave Winer:

The problem isn't with Microsoft or Apple as a culture, the problem is with the tech industry.
Google has it too. They will break us, I'm sure of it. If I told you how, they'd unleash a storm of hate at me very much like what you get when you criticize Apple. Even Microsoft used to have its anonymous assholes on the net who would make you feel pain for questioning their competence or integrity. [Winer's point is] the hypocrisy of Apple's marketing, the lack of humility that guarantees that everything we care about, as users, will eventually break if we trust the tech industry to take care of our needs.
The only way this is going to change, and the signs are good, is if the users take over from the press at telling the truth about these products.
To me, great digital work is therefore found where strategy, creativity and innovative use of technology merge to the benefit of the consumer. I look forward to a year where we forget the boundaries and put our customers’ customers in the centre as we search for the most engaging and relevant work.

Lars Cortsen, Creative Director und Gründer, Triple Copenhagen, Präsident der Jury für die Kategorie Interactive beim Eurobest Award, in seiner Botschaft. Und weiter:

So, I guess I won’t just be looking for a punch line; I’ll be looking for a reason why the customer should want to interact with and co-create the story, product or service.

Yep.

My advice - focus on people. The tech empowers people and it will change. Sites come and go. Excuse me while I update my Tripod page.

Edelman-Blogger Steve Rubel auf Twitter

Nebenbei bemerkt: Mindestens die Marke Tripod gibt es immer noch. Was die These bestätigt, dass auch im Internet das Rieplsche Gesetz gilt: Kein neues, höher entwickeltes Medium verdrängt ein altes vollständig, es verändert lediglich dessen Funktion.

Frühstücksadministration

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Wenn Systemadministratoren das Agenturfrühstück organisieren. Folgende Einladung zu eben jenem erreichte letzthin die Kollegen:

Bitte loesen sie selbstaendig und ohne Hilfsmittel folgende Klausuraufgabe:

WHEN DATE == "04. Juli 2007 08.30 (MESZ)" THEN
GOTO VOELCKERSSTR. 38;
SELECT * FROM TABLE "LECKEREIEN" ORDER BY "TASTE"; WHILE NOT SATT DO
EAT "ALL_YOU_CAN";
RETURN "GESCHIRR"; // Ordentlich!!

Klausureinsicht ist am 4. Juli 2007 in der Zeit von 08.30 bis 09.30 Uhr in den Raeumen der Cafeteria moeglich.

Das Frühstück war dann aber sehr analog, untechnisch und außerordentlich lecker...

Microsoft Surface (Demovideo)

Bis gestern dachte ich, große Multitouchscreens seien von der Marktreife noch ein gutes Stück entfernt. Doch nun hat Microsoft auf der D5: All Things Digital eine Art Multitouch-Tisch ("Microsoft Surface") vorgestellt.

Die Maschinen sollen noch in diesem Jahr käuflich zu haben sein, preislich allerdings etwa um den Faktor 10 teurer als herkömmliche Rechner. Larry Larsen zeigt ein zehnminütiges Demovideo. Heise tickert eine Zusammenfassung der Pressemitteilung von Microsoft.

Doch am besten zeigt dieser Vierminüter von PopularMechanics, was in Microsofts neuem Tisch steckt:



Robert ist schon ziemlich aufgeregt.

Adobe Apollo ist auf meinem Radarschirm, seit es Daniel Scheerer in einem Kommentar als so etwa die beste Erfindung seit aufgeschnittenem Brot darstellte. Es steht für einen Trend zum Offline-Web und zu Web-Anwendungen, die sich vom Browser und damit vom klassischen Paradigma einer Seite im Web lösen.

Für den fälligen Grundsatzartikel auf dem Fischmarkt hat es bis jetzt nicht gereicht. Freundlicherweise hat sich nun Markus Breuer gründlich mit der Materie befasst.

Apollo macht es möglich, mit web-typischen Entwicklungswerkzeugen wie HMTL, JavaScript und Flash, Anwendungen zu entwickeln, die unabhängig von einem Browser (und sogar unabhängig von einer Internet-Verbindung) funktionieren.

Nach ausführlichem Tech-Talk kommt er zu diesem Schluss:

Spannend! Apollo hat m.E. wirklich das Zeug, quasi ein Acrobat für Anwendungen zu werden. Abwarten muss man natürlich, inwieweit sich Microsoft das gefallen läßt. Denn, wenn es nach MS geht, sollen die coolen Anwendungen natürlich unter Vista laufen, und zwar nur unter Vista!

Was schreiben die Anderen?

Mike Chambers, führender Apollo-Apologet (oder kurz: Apolloget), erläutert ausführlich die Daseinsberechtigung von Apollo und schließt mit der Feststellung: "Apollo applications complement web applications in the browser. They do not replace them."

Eine Grundsatzdebatte führen John Milan und Richard MacManus bei Read/WriteWeb über die Frage, ob eine Offline-Webanwendung oder eine Online-Desktopanwendung besser ist (und wo genau eigentlich der Unterschied liegt). Dem war ein Bericht von Alex Iskold über die Apollo-Präsentation auf der ETech 2007 vorausgegangen.

In Monterey hat gestern die TED2007 begonnen. Bruno Guissani liefert wieder exzellentes Liveblogging für alle, die nicht dabei sein können. (TED2008 ist übrigens auch schon ausverkauft.)

Jeff Han, regelmäßige Leser mögen sich an ihn erinnern, ist nach 2006 (siehe Video oben) nun zum zweiten Mal auf der TED. Diesmal zeigt er seine interaction wall (siehe Foto unten), ein noch größerer Multitouchscreen mit noch mehr Möglichkeiten. Giussani berichtet:

It's an amazing thing: enlarging a picture requires only touching it with two fingers and moving them apart -- with the file following their movements and spreading on the screen. There is basically no structured interface to his device: they just " navigates" in the information, zooming in and out of maps or tilting them or adding graphic elements or redistributing images on the screen just by moving their fingers on them.  They add layers of images -- a map on top of a map, for example, where the one on top acts as a "lens". They have built in dozens of applications, and functionalities that make it even more effective: drawing a circle for example initiates a menu, etc.
Jeff Han und Phil Davidson zeigen die interaction wall (Bild: Bruno Giussani)

Und klar, Giussani bringt auch die Usability-ProblemeHerausforderungen zur Sprache, die neulich schon auf dem Fischmarkt Thema waren (siehe dort in den Kommentaren):

"The most interesting thing is that when people first use this, they tend to go with one finger, then retract it: we basically have to un-teach people what they have learned so far about computing, and convince them that they can use several fingers, that several people can work on the screen at once, that you can actually use a random number of touchpoints, etc". The Apple iPhone, when it comes out, may help: it will also come with a multitouch screen, although it's so small that it won't make for a very interesting multitouch device (Jeff's "wall" is 8 feet wide). This is a mindboggling breakthrough technology.
n2N Commerce / Victoria's Secret

Multichannel ist ein altes, noch immer uneingelöstes Versprechen und eine Aufgabe für jeden Versender - Fluch und Verheißung zugleich. Es ist eine Schlacht an vielen Fronten, und eine davon ist die technische Seite.

Nun schickt sich ein neuer Spieler an, aufs Feld zu laufen. Sein Name, ganz programmatisch, lautet n2N Commerce. Der erste Kunde, kein Zufall, heißt Victoria's Secret. Der Versender wird sein gesamtes, 1,3 Milliarden Dollar schweres E-Commerce- und Kataloggeschäft auf einer einzigen Plattform betreiben.

n2N Commerce ist ein Spin-off von Limited Brands, der Muttergesellschaft von Victoria's Secret. Trotzdem hält Jeff Barry die Nachricht für signifikant:

It’s a sure sign of changing times when a $1.3 billion direct-to-customer, multichannel business decides to switch to a software-as-a-service platform. The big news related to the n2N model is the scale involved. Prior to this, only small- to medium-sized companies have used on-demand solutions. N2N’s goal is to be the first cross-channel, on-demand, e-commerce software solution designed for large multichannel retailers.

Tamara Mendelsohn von Forrester ist vorsichtiger:

The company is targeting only the very largest of retailers (top 50), so it has the advantage of a highly targeted audience, however with such a small market they have limited opportunities and a limited timeframe. Its first challenge is putting this platform together -- it has chosen the technologies pretty wisely to speed up the development process, but despite a very aggressive time frame with Victoria Secret and by the time it brings the full solution to market, it may have missed the boat – there are several other vendors who have come to me recently with plans to do the same thing, and many retailers are beginning the replatforming process -- choosing vendors and creating a strategy -- NOW.



Berührungslose Interfaces mit Berührungseingabe sind nicht erst seit dem iPhone ein spannendes Thema. Jeff Han hat kürzlich Perceptive Pixel gegründet, um das logische Gegenstück zum iPhone zu vermarkten - riesige Multitouchscreens. Die jüngste Demo (siehe oben) lässt, meint Gerrit van Aaken, das Wasser im Munde zusammenlaufen:

Science-Fiction pur, aber das Fiction können wir bald streichen, das sieht schon unfassbar fertig aus! Über das iPhone kann man da nur noch lachen!

Serientermine bei Outlook

Ist Outlook eigentlich schon Web 1.0? Oder eher noch Web 0.5? Wie dem auch sei - vor sechs Jahren war Outlook/Exchange ein echter Fortschritt. Heute ist es ein echtes Produktivitätshindernis.

Ohne diese These jetzt näher begründen zu wollen, möchte ich ein Problem brandmarken, das vermutlich nicht einmal outlookspezifisch ist, sondern viele digitale Kalender teilen - die Terminserien ohne definiertes Ende.

Die sind nämlich böse. Und ich sage auch, warum. In meinem Kalender finde ich eine Reihe solcher Terminserienleichen. Irgendwann habe ich den Fehler gemacht, einer Einladung zuzusagen, und jetzt habe ich den Salat. Es gibt genau drei Möglichkeiten:

  1. Ich kann die verwaiste Terminserie löschen. Damit sind dann aber auch alle vergangenen Termine im digitalen Orkus, und das ist nicht unbedingt erwünscht. Das ist so, als ob ich aus meinem Moleskinekalender die zurückliegenden Termine herausschneiden müsste, nur um künftige Termine zu streichen.
  2. Ähnliches gilt, wenn ich selbst ein Enddatum einsetze. Dann meldet Outlook:
    Alle zu dieser Terminserie gehörenden Ausnahmen gehen verloren. Falls es sich bei Ausnahmen um Besprechungen handelt, werden die Teilnehmer nicht benachrichtigt. Sind Sie damit einverstanden?
    Nein, bin ich nicht. Ich will auch die Ausnahmen behalten. Dafür habe ich einen Kalender.
  3. Bleibt nur, alle künftigen Termine von Hand zu löschen. Oder den ganzen Kalender zu archivieren, einen neuen zu beginnen und dort nur noch neue Termine einzutragen. Mit anderen Worten: Mehraufwand.

Kein Wunder, dass im Kanzleramt ein elektronischer und ein papierner Kalender parallel geführt werden.

Conclusio: Endlosterminserien sollten gar nicht erst erlaubt werden. Bitte in allen digitalen Kalendern abschaffen. Danke.

Der Bremer Technologie-Dienstleister Neusta, der Anfang des Jahres mit Interwall zur zehntgrößten Agentur des Landes fusionieren wollte, hat jetzt klargestellt, warum aus der Sache nichts werden konnte:

NEUSTA hat mit der Firma Interwall Gesellschaft für digitale Medien GmbH seit Anfang 2006 Fusionsgespräche geführt. Diese wurden von NEUSTA Anfang Juni 2006 abgebrochen, da zu diesem Zeitpunkt die für die mögliche Fusion vereinbarten Voraussetzungen von Interwall nicht mehr erbracht werden konnten.

Die Firma Interwall Gesellschaft für digitale Medien GmbH hat NEUSTA mitgeteilt, dass Sie in Liquiditätsschwierigkeiten größerem Umfangs geraten ist und beim Amtsgericht Bremen vorläufige Insolvenz anmelden mußte. Nach Angaben von Interwall ist die Tochterfirma Interwall Merchandising GmbH von der vorläufigen Insolvenz nicht betroffen.

Aufgrund dieser Sachlage sind die Voraussetzungen für die zwischen Interwall und NEUSTA beabsichtigte Fusion nicht mehr gegeben und NEUSTA hat die Fusionsverhandlungen abgebrochen. NEUSTA bedauert dies, da die mit der Fusion beabsichtigte Vereinigung von hoher technologischer Kompetenz und den Kompetenzfeldern einer Internet-Agentur strategisch sinnvoll gewesen wäre.
Neusta hat aktuell 77 Mitarbeiter (72 feste Mitarbeiter und 5 Auszubildende) und erwartet für 2006 einen Umsatz von 6,2 Mio. Euro (Umsatz 2005: 5,2 Mio. Euro). Das 1. Quartal 2006 sei mit der Gewinnung von drei Neukunden und einem Umsatz von 1,6 Mio. Euro das erfolgreichste Quartal der Firmengeschichte gewesen.

Interwall und Neusta

"Interwall und NEUSTA wachsen zusammen", verkündete am 10. Januar 2006 eine Pressemitteilung der Bremer Agentur Interwall. "Durch die Fusion der Unternehmen Interwall und NEUSTA entsteht in Bremen eine der größten und weiter am stärksten wachsenden Internetagenturen."

Das neue Unternehmen verbinde die Kompetenzen Multimedia, Online-Marketing, Merchandising-Shops und Softwareentwicklung, hieß es. Es beschäftige 115 Mitarbeiter und habe im Jahr 2005 einen kumulierten Umsatz von mehr als 9 Mio. Euro erzielt. Interwall wäre damit an Hanke hmmh Multimediahaus Bremen vorbeigezogen, das (laut New Media Service Ranking) 8,93 Mio. Euro umsetzte und damit Platz 10 belegte.

Doch knapp sechs Monate später will von der Fusion niemand mehr etwas wissen. Die Pressemitteilung ist stillschweigend von der Website verschwunden, und der verhinderte Fusionspartner Neusta hat seinen über lange Jahre bewährten Webauftritt reaktiviert.

Das aktuelle New Media Ranking weist Interwall mit 4,5 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2005 aus - und 98 (!) Mitarbeitern zu Beginn des Jahres 2006. Neusta müsste demnach ebenfalls 4,5 Mio. Euro umgesetzt haben und hat laut Website 77 Mitarbeiter. Macht zusammen 175 - und nicht 115, wie es in der Pressemitteilung hieß, in der Neusta-Geschäftsführer Carsten Meyer-Heder wie folgt zitiert wird:

„Wie hoch der Grad der gegenseitigen Ergänzung ist, zeigt die Tatsache, dass keine Schnittmengen bei Funktionen und Personal existieren. Konkret heißt dies, dass wir auf keinen einzigen Mitarbeiter verzichten. Im Gegenteil nehmen wir uns vor, weiter zu wachsen und in diesem Jahr etwa zehn zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.“

Irgendetwas kann da nicht stimmen.

DMMK, die zweite

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Und schon geht's weiter. Diese Sitzung handelt vom digitalen Heim. Kein neues Thema, wie der Moderator bemerkt. Zuerst spricht Reiner Kreplin, Intel-Veteran. Seine Rede droht ebenfalls eine Sales-Präsentation zu werden. Die Folien sind in englischer Sprache.

Eine neue Ära der digitalen Unterhaltung? Es gibt da eine neue Technologie namens Viiv. Deren Ziel ist es, die getrennten Welten von Unterhaltungselektronik und PC zu vereinigen. Der ganze Krempel mit verschiedenen Fernbedienungen und zahllosen Kabeln zwischen diversen schwarzen Kisten voller Unterhaltungselektronik soll durch bessere, leichter zu bedienende Technik abgelöst werden.

Die Box, die er jetzt zeigt, nennt er Silent Lifestyle System - geräuschlos, da ohne Lüfter, obwohl PC-Technik drin ist. Ein anderer Ansatz: Flachbildschirm mit eingebauter Technik dahinter. Nur drei Anschlusskabel: Ethernet, Strom und noch eins.

14:18
HD und HD-TV scheinen wichtig zu sein. Zehn Millionen HD-Fernseher und Displays sollen in den letzten zwölf Monaten in Europa verkauft worden sein. Mir wird's hier zu technisch.

Intel will ein Ökosystem aus neuen Diensten und Plattformen. Klingt alles ganz nett, aber wann ist es im Handel?

Jetzt spricht Marc Schröder von der Telekom.

14:26
Triple Play heißt das Spiel: Telefon, Internet, Fernsehen. Aus einem breitbandigen Kabel, das auch das alte zweipolige Kupferkabel hinter der Telefondose sein kann.

Alle (fast alle) investieren in Triple Play. Umsatz bis 2010: eine Milliarde Euro. Markttreiber: qualitativ hochwertige Unterhaltung.

Nach wie vor schauen die Leute fern. Das Nutzungsverhalten hat sich nicht geändert.

IP rulez. Alle Medien sprechen das Internet-Protokoll. Medien und Geschäftsmodelle konvergieren. Die Telekom sieht sich als Aggregator von Content. Sie bündelt Angebote, macht Pricing und Inkasso, klebt eine magentafarbene Marke drauf.

Nun der Konsument, der Programmgestalter wird. Der aktive Nutzer.

Sein Geschäftsmodell: Konvergenz made by T-Home. Erfolgsfaktoren: Infrastruktur, Qualität und Services, starke Inhalte, Partner und Marke.

14:32
Jetzt kommt das neue V-DSL-Netz ins Spiel. Das Thema hatten wir hier bereits.

Die IPTV-Plattform der Telekom soll offen und diskriminierungsfrei sein. Im Basispaket sind 100 TV-Sender und 1.000 Stunden Material auf Abruf enthalten. Bezahlfernsehen kann zusätzlich gebucht werden - zum Beispiel die Premiere-Bundesliga.

Content wird auf dieser Plattform besser geschützt, sagt Schröder.

Auch dieser Vortrag gleicht eher einer Telekom-Vertriebspräsentation.

14:39
Sören Stamer von CoreMedia spricht. Er hat seine Folien kurzfristig geändert, weil alles schon gesagt worden sei. Nun ist jedoch die alte Präsentation auf dem Rechner, und der Techniker muss erst den USB-Stick anschließen...

Internet = vernetzte Computer? Falsch. Es sind vernetzte Menschen. (Das hat der Google-Referent heute auch schon gesagt.)

Empfänger sind Sender und umgekehrt. Content wird in Mengen produziert. Unmengen an Speicherplatz. Bald gibt es Festplatten, wo schon alle jemals produzierten Filme drauf sind. Hmm. Bandbreite bis zum Abwinken.

Aufmerksamkeit wird knapp. Der Kampf um Aufmerksamkeit wird härter.

14:44

Google: Information at your fingertips. Die Vision von Microsoft, implementiert von Google. Soziale Netzwerke entfalten Sprengkraft. Die Geschichte vom Laptop Guy. Virale Effekte sind die stärkste Waffe. Sören Stamer erklärt openBC: Die Neugier, wer auf mein Profil geklickt hat, treibt die Nutzer dazu, zahlende Kunden zu werden.

Kommunikation treibt alles. Stamer zitiert Luhmann: Soziale Systeme sind Kommunikation.

14:52
Die digitale Präsenz wird Teil der Persönlichkeit. Selbstdarstellung, weil es die anderen auch tun. Für Image geben Menschen viel Geld aus. Image - wen kenne ich, wie wirke ich und welche Musik höre ich?

Die Zahlungsbereitschaft ist prinzipiell hoch. Internet muss nicht kostenlos sein. Wir alle zahlen für SMS.

Das wertvollste Gut sind die Nutzerprofile. Wer mag was? Welche Mails schreibt er? Die Refinanzierung über Werbung nach dem Google-Vorbild wird zahlreiche Firmen kaputtmachen.

Datenschutz war gestern. Die Menschen geben ihre Daten freiwillig raus. Personalisierte Werbung skaliert. Bei Google. Angst vor Kontrollverlust droht. Der Junggesellenabschied seines Bruders wird, da in Bild und Ton digital dokumentiert, ihn sein Leben lang verfolgen. Im Internet.

Suchen Sie Bilder bei Google mit "my ex-girlfriend".

Stowe Boyd
: Soziale Netzwerke schaffen Märkte.

15:11
Zwischenzeitlich ging das WLAN nicht mehr, und der Akku war auch leer... Den letzten Vortrag - es ging um sprach Joel Berger von MTV - habe ich deshalb verpasst. Nun folgt die Diskussion.

15:26
Kurzes Zwischenfazit: Den besten Vortrag bislang hielt für meine Begriffe Sören Stamer. Kaum Sales, dafür der große Überblick.

Die Telekom hingegen macht das, was sie auch vor zehn Jahren schon gemacht hat: Sie kündigt tolle, neue Plattformen an und sieht sich als irgendetwas, was sie nun mal nicht ist. Oder jedenfalls noch nicht.

Kaffeepause.

Zwei Kollegen kamen gestern, unabhängig voneinander, an meinen Schreibtisch. Beide sind zweifelsfrei absolute Profis in ihrem Spezialgebiet und nutzen selbstverständlich das Internet für ihre Arbeit - anders geht es gar nicht.

Der Erste fragte nach der Blogsoftware, die wir für den Fischmarkt einsetzen. Er hatte sich gerade diesbezüglich im Netz umgesehen. Movable Type jedoch war ihm kein Begriff, und den Namen Wordpress hatte er auch noch nicht gehört.

Ist ja auch nicht weiter schlimm und gehört sicher noch nicht zur Allgemeinbildung. Wir kamen dann über das Bloggen im Allgemeinen, den Nutzen für Unternehmen im Besonderen und die Frage ins Gespräch, wer eigentlich Blogs liest und wie man sie am besten abonniert.

Ich zeigte ihm unsere Nutzungsstatistik, wir verglichen die Zahlen mit den verschiedenen Unternehmenswebsites und warfen einen Blick in die Abonnentenzahlen, die Feedburner uns ausweist. Fazit: sinnerschrader.de hat nach zehn Jahren ein stabiles Grundrauschen, gespeist aus dem allgemeinen Interesse am Unternehmen. Der Fischmarkt hingegen zeigt eine anhaltende Wachstumsdynamik und liegt inzwischen gleichauf. (Und in diesen Zahlen sind die 500 RSS-Abonnenten noch gar nicht enthalten.)

Unser Gespräch endete damit, dass ich ihm das Whitepaper von Paul Beelen - der geneigte Leser kennt es womöglich bereits - zur Lektüre empfahl, um gerüstet zu sein für künftige Debatten darüber, was das mit dem Web 2.0 eigentlich alles soll.

Kurze Zeit später der Zweite. Er hatte das Handelsblatt gelesen und einen Artikel von Thomas Knüwer über Robert Scoble gefunden, besser bekannt als Scobleizer. Von dem hatte er noch nie etwas gehört.

Was ihn aber wirklich elektrisierte, war diese lakonische Notiz:

Sein Weblog Scobleizer (http://scobleizer.wordpress.com) ist auf Platz 38 in der Rangliste der meistverlinkten Blogs weltweit.

Da gibt es eine Rangliste? Großes Staunen. Ich zeigte ihm Technorati und wie man dort den Scobleizer findet. Und siehe da: Inzwischen ist er schon auf Platz 34. Denn die Nachricht, dass er Microsoft verlässt, ging nicht nur durch die Presse, sondern vor allem durch die Blogosphäre - und hat ihm zahlreiche neue Links und damit den Aufstieg im Ranking beschert.

Jetzt wollten wir es natürlich wissen: Fischmarkt - Platz 14.464, Themenblog - Rang 43.966, Next 10 Years - Position 28.515. Und selbst der Mediabrief in seinem relativen Schattendasein ist zu finden.

Noch größeres Staunen. Woher weiß Technorati davon? Ich erzählte ihm, dass unsere Software automatisch eine Nachricht an Technorati schickt (ein Ping), wenn ein neuer Artikel veröffentlicht wird. Weshalb Technorati weiß, was passiert, und selbst unbekannte Nischenblogs zuverlässig auffindet.

Alles keine Raketenphysik, würde ein dritter Kollege jetzt sagen, seines Zeichens Doktor der Physik. Und trotzdem noch lange kein Allgemeingut. Selbst in einer Internetagentur.

Weshalb ich mir jetzt vornehme, auch scheinbar selbstverständliche und längst bekannte Dinge hier aufzuschreiben. To whom it may concern.

Marc Andreesen, Oliver Sinner und Otto

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Fünfter und letzter Teil der mehrteiligen Serie zum zwanzigjährigen Bestehen der Page und zum zehnjährigen Bestehen von SinnerSchrader. Teil 1: Computersozialisierung bei Horten, Teil 2: Ein seltsames Protokoll, Teil 3: Schülerzeitung goes DTP, Teil 4: Ein vorlauter Leserbrief

Netscape_Navigator_0.9.png

Marc Andreesen beendete 1994 meine DFÜ-Leidenschaft. Zehn Jahre zuvor war ich das erste Mal online, zuerst mit dem C64 und einem DIY-Akustikkoppler, später mit Ataris und Intels sowie schnellen Modems. Abgesehen von den aufgehübschten Einstiegsseiten bei Compuserve und AOL blieb es aber im Kern - wie es bis dahin gespreizt-preußisch hieß - Datenfernübertragung. Texte und Dateien wurden von A nach B bewegt.

Andreesens Netscape-Browser verwandelte hingegen den Bildschirm in ein universelles Medium: Der Nutzer bewegte sich nun von A nach B nach irgendwohin. Der Computer hatte in meinen Augen seine Bestimmung gefunden, gleichzeitig Werkzeug und Medium zu sein.

Das ganze Jahr 1995 verbrachte ich wie im Rausch damit, Websites zu entwickeln, meine Professoren sahen mich selten und wenn, dann um am Monatsende in der Uni Onlinekosten zu sparen. Anfang 1996 hielt ich es für eine gute Idee, den Otto Versand als Kunden zu gewinnen.

Mein dortiger Ansprechpartner hieß Oliver Sinner, und eine Woche nach unserem ersten Kennenlernen schmiss er seinen Job und ich mein Studium; wir gründeten die Sinner + Schrader GbR. Wir erzählten allen, Online-Shopping sei die Zukunft, aber eigentlich wollten wir nur irgendwie dabei sein.

Auf der CeBIT 1996 planten wir unseren ersten richtigen Kunden zu gewinnen, denn Otto entwickelte sich nicht so wie geplant. Und irgendwie funktionierte es. Wir lernten Stephan Schambach kennen, der keine Lust mehr hatte, Next-Computer in Jena zu verkaufen, sondern einen Narren an der Diplom-Arbeit eines seiner studentischen Mitarbeiter gefressen hatte.

Frank Gessner, so sein Name, hatte eine Shopping-Software fürs Web entwickelt, der er augenzwinkernd Intershop nannte. Wir waren sofort begeistert und bekamen kurzerhand den Auftrag, das gesamte Benutzerinterface zu überarbeiten und leckere Demo-Shops zu entwickeln. Stephan Schambach erhielt Risikokapital und wir konnten Mitarbeiter einstellen.

Mit der Intershop-Referenz gelang es uns, die ersten großen Versandhändler zu überzeugen, ihre Verkaufsplattformen von uns entwickeln zu lassen. Und mit den Händlern kamen die Banken, Touristiker und Telekommunikationsunternehmen, denn sie alle wollten künftig direkt übers Web ihre Geschäfte abwickeln.

Aus unserer GbR wurde 1997 eine GmbH und zwei Jahre später die SinnerSchrader AG. Dreieinhalb Jahre nach Gründung war aus der 2-Mann-Firma eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit 70 Mitarbeitern geworden.

Heute entwickeln in Hamburg und Frankfurt rund 140 Mitarbeiter für Kunden wie die Deutsche Bank, comdirect, TUI, E-Plus, Tchibo oder die Süddeutsche Zeitung webbasierte Marketing- und Vetriebsplattformen. Und seit diesem Jahr steht auch wieder unser Startkunde Otto auf der Kundenliste.

Derweil erfindet sich das Web in diesen Monaten neu. Hohe Bandbreiten, ubiquitäre Verfügbarkeit und offene Standards sorgen für ein interaktiveres und leistungsfähigeres Web. Nie waren digitale Medien spannender!

Ende

Was bisher geschah: Telekom und Premiere wollen das schnelle DSL (auch als V-DSL bekannt) mit Hilfe der Bundesliga befeuern. Und die Telekom möchte V-DSL als Monopolprodukt in den Markt einführen und fordert deshalb Regulierungsferien.

Nun fragt Captain Cord nicht zu Unrecht:

und wat is mit kabel?
könnten die kabelnetz anbieter nicht für die nötige konkurrenz sorgen?

Antwort von Radio Eriwan: Im Prinzip ja.

Nun ist es aber so, dass der deutsche Kabelmarkt im Vergleich mit anderen Ländern deutlich im Rückstand liegt. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe:

  1. Das Netz wurde Anfang der 80er Jahre aus politischen Gründen und auf dem Wege des Kompromisses nicht als technische Einheit errichtet, sondern aufgetrennt. Das Verteilernetz bis zur sogenannten Netzebene 3 (NE 3) baute die staatliche Bundespost, auf der Netzebene 4 kam hingegen die private Wirtschaft zum Zuge und schloss die einzelnen Haushalte, aber auch ganze Wohnblöcke ans Netz an. Die Grundstücksgrenze schied den Hoheitsbereich der Post vom Wirken der ungezügelten Kräfte des Kapitalismus. (Hinzu kam, dass die Post auch auf NE 4 aktiv war - Wettbewerb halt.)
  2. Die Telekom hat dieses Erbe lange Zeit mehr schlecht als recht verwaltet. Sie sah im Kabelnetz zu Recht eine Konkurrenz für ihr Festnetz, für ISDN und später DSL. Zudem stand sie seit der Liberalisierung der Telekommunikation in der zweiten Hälfte der 90er Jahre unter enormem Druck, die Kabelnetze zu verkaufen, um eben diesen Wettbewerb möglich zu machen. Der Verkauf zog sich am Ende bis zum Jahr 2003 hin - und in all den Jahren tat die Telekom selbstverständlich nichts für die technische Weiterentwicklung der Kabelnetze.

Erst mit dem Verkauf der Telekom-Kabelnetze war der Weg frei für eine Wiedervereinigung der Netzebenen 3 und 4 - die Voraussetzung für den Ausbau der alten, analogen Verteilernetze ohne Rückkanal zu interaktiven, digitalen Breitbandnetzen.

Und hier kommt wieder Unity Media ins Spiel. Ihr gehören die NE-3-Netze in NRW und Hessen sowie mit Tele Columbus der größte NE-4-Betreiber in Deutschland. Und arena. Damit ist die kritische Masse aus Netzen, Kundenbeziehungen und Programm beisammen, um das Thema vorantreiben zu können.

In fast allen übrigen Regionen außer NRW und Hessen ist Kabel Deutschland unterwegs. Deren Hauptgesellschafter ist seit Anfang 2006 die britische Investmentgesellschaft Providence Equity Partners. Auch sie investiert (und verhandelt mit arena um die Verbreitung der Bundesliga in ihren Netzen).

Das Kabel holt zwar auf, ist aber beim schnellen Internetzugang hoffnungslos im Hintertreffen gegenüber DSL. Hier ist die Strategie der Telekom, beim Kabel auf Zeit zu spielen und gleichzeitig mit Hochdruck DSL aufzubauen, voll aufgegangen.

Und nun schickt sie sich an, das gleiche Spiel zu wiederholen. Bei V-DSL. 

Ein vorlauter Leserbrief

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Teil 4 der mehrteiligen Serie zum zwanzigjährigen Bestehen der Page und zum zehnjährigen Bestehen von SinnerSchrader. Teil 1: Computersozialisierung bei Horten, Teil 2: Ein seltsames Protokoll, Teil 3: Schülerzeitung goes DTP

Calamus war der Urknall und schuf ein DTP-Paralleuniversum aus dem Nichts. Tausende semi- und vollprofessionelle Grafiker kauften sich ab 1986 Ataris (erst den ST, später Mega STs und TTs), waren begeistert von Calamus und den ebenfalls unverschämt günstigen Atari-Laserdruckern, welche die Tramiels kurze Zeit später nach Europa verschifften.

Es war ein in diesen Jahren sehr spannender, interessanter – und sehr deutscher Markt. Atari verkaufte in all den Jahren hierzulande wesentlich mehr Rechner als in ganz Nordamerika – und in den Staaten wurde der Rechner zum überwiegenden Teil mit Farbbildschirm als (schlechter) Spielerechner oder als Midi-Musikmaschine verkauft.

Hier hingegen bildete sich mit dem Erfolg von Calamus schnell ein ganzes Ökosystem an Drittherstellern. 3K Computerbild und TMS kämpften mit „Retouche“ und „Cranach“ um die Position des Photoshop-Äquivalents auf der Atari-Plattform, „Didot“ und „Avant Vektor“ wollten dem Illustrator Konkurrenz machen und unzählige weitere Firmen kümmerten sich um Treiber, Tools und Schriften. Die Entwickler, mit denen man auf der Drupa über die Feature-Pipeline diskutierte, kamen aus Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und Regensburg.

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PAGE-Autorentreffen Anfang 1992 (Foto: Page XXL)

Das Projekt Schülerzeitung fand 1989 sein natürliches Ende und ich trieb mich viel in Werbeagenturen rum, um mein Studium der Informatik und Geschichte als Texter zu finanzieren. Richtig glücklich war ich nicht. Daher traf es sich ganz gut, dass mich Jürgen Siebert, seinerzeit Chefredakteur der PAGE, eines Tages anrief – Grund war wohl ein etwas vorlauter Leserbrief – und fragte, ob ich nicht Lust hätte, über die Atari-DTP-Szene in der PAGE zu berichten.

Natürlich hatte ich.

Von nun an füllte ich monatlich meine zwei bis drei fair bezahlten Seiten, traf mich mit allen relevanten Entwicklern, die den Atari als Publishing-Maschine ganz groß rausbringen wollten (und den Amis mal zeigen wollten, was coole Software ist) und ich hatte den Schrank voller neuer, legaler (Rezensions-)Software.

Die Atari-Community wuchs und gedieh Anfang der 90er Jahre: Calamus professionalisierte sich mit Calamus SL, die ersten frequenzmodulierten Raster wurden in Deutschland auf Atari-Maschinen entwickelt und findige Köpfe machten den Atari zu den Litho-Boliden von Linotype, Hell und Scitex kompatibel.

1992 brachte Atari mit dem Falcon030 eine Harddisc-Recording-Musikmaschine und 1993 die Spielekonsole Jaguar auf den Markt. Die Tramiels in Sunnyvale hatte den professionellen DTP-Markt abgeschrieben. Konsequent lief ein Jahr später der letzte Rechner vom Band, die Atari-Entwicklerszene balkanisierte sich.

Zwar berichtete ich für die PAGE noch eine Weile über ihre Versuche, sich im Apple-, Windows- oder NextStep-Markt zu behaupten. Aber die Wettbewerber auf den neuen Zielplattformen hatten bezüglich der installierten Basis einen Vorsprung von vielen Jahren und waren global aufgestellt. Kaum eine Firma überlebte den Plattformschwenk.

Mir gingen die Themen aus – und ich wollte mich wieder aufs Studium konzentrieren. Es kam anders.

Fortsetzung folgt

Diese Geschichte ist in gewisser Weise die Fortsetzung der Telekom-Premiere-Story, in der ein gewisses V-DSL-Netz eine wichtige Rolle spielt. Dieses Netz - sozusagen DSL 2.0 - plant die Telekom zu errichten und mittels der Premiere-Bundesliga-Combo zu vermarkten.

Sie fordert dafür allerdings einen Verzicht auf Regulierung seitens der Bundesnetzagentur. Das hört sich harmlos an, würde aber bedeuten, dass V-DSL für die nächsten Jahre ein Monopolprodukt der Telekom bleibt. Die bis dato bekannte DSL-Angebotsvielfalt, die fraglos enorm zur wachsenden Verbreitung schneller Internetanschlüsse in Privathaushalten beigetragen hat, würde es für V-DSL vorerst nicht geben.

Ironischerweise erinnert dieser Plan an die zu Recht gescheiterten Versuche von Leo Kirch, das digitale Fernsehen vollständig unter seine Kontrolle zu bringen. Kirch war damals Eigentümer von Premiere und investierte Milliarden in Technik, Verschlüsselung, Decoder, Verbreitung und Programm.

Kirch wollte die Bedingungen bestimmen, unter denen digitales Fernsehen in Deutschland stattfinden würde. Und er hat sich verzockt. Denn das Milliardengrab Pay-TV war letztlich die Ursache für die spektakuläre Pleite seines ganzen Konzerns.

Das wird der Telekom nicht passieren, aber für die Entwicklung des DSL-Marktes könnte die Monopolpolitik des Ex-Monopolisten, abgesichert durch den Koalitionsvertrag der Regierungsparteien, ähnliche Folgen haben.

Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine in dieser Woche veröffentlichte Studie im Auftrag des VATM (mehr dazu im Handelsblatt). Sie prognostiziert für das Jahr 2010 nur 20,7 Millionen Breitbandanschlüsse in Deutschland, falls der geforderte Regulierungsverzicht tatsächlich beschlossen würde. Im Falle eines freien Zugangs für Wettbewerber hingegen erwarten die Gutachter 23 Millionen Anschlüsse. Zum Vergleich: Ende 2005 gab es in Deutschland 10,8 Millionen Breitbandanschlüsse.

Ob 20,7 oder 23 Millionen - was macht das schon? Könnte man meinen. Die zunehmende Verbreitung schneller Internetanschlüsse ist aber eine der Säulen, auf denen das Wachstum des Online-Handels und der Online-Werbung ruhen. Wenn diese Entwicklung gebremst wird, könnte das sehr viel größere Folgen haben als ein paar entgangene Monopolgewinne bei der Telekom.

Und der Deal mit Premiere verschärft die Lage, weil die Telekom damit ein zugkräftiges Vermarktungsinstrument für V-DSL bekommt. Nun gibt es zwar erstmals ernsthaften Wettbewerb bei Bezahlfernsehen (Premiere vs. arena) und TV-Kabel (DVB vs. IPTV, Koaxial vs. Telefondraht) - doch dafür drohen monopolähnliche Strukturen beim DSL. Die VATM-Studie prognostiziert für Telekom/T-Online einen Marktanteil von fast 60 Prozent im Jahr 2010, falls die Regulierung tatsächlich bis dahin in Ferien gehen sollte.

Es war ein angekündigter und erwarteter Paukenschlag, als die Telekom und Premiere am letzten Freitag ihre Partnerschaft in Sachen Bundesliga annoncierten. Aus der Not der an arena verlorenen Pay-TV-Rechte will Premiere-Chef Georg Kofler eine Tugend machen und die Internet-Rechte der Telekom zum Wohl seiner gebeutelten Aktionäre nutzen: Premiere-Programm plus Bundesliga via Internetfernsehen. Was bedeutet dieser Deal?

Alles steuert auf einen Wettbewerb zweier Infrastrukturen zu. Auf der einen Seite tritt der weltweit etablierte Standard DVB an, schon leicht in die Jahre gekommen und entwickelt unter den Auspizien des klassischen  Broadcast-Modells der Massenmedien. Digitales Fernsehen war bislang vor allem DVB, und DVB gibt es via Satellit, Kabel und auch Antenne (DVB-T). Auf der Gegenseite rüstet sich IPTV, was zunächst nichts anderes bedeutet als Fernsehübertragung per Internet Protocol (IP) - nicht unbedingt per Internet. Die Telekom hat hier ihr neues V-DSL-Netz auf dem Zettel.

Hinter arena steht mit Unity Media die Muttergesellschaft der Kabelnetzbetreiber iesy, ish und Tele Columbus. Deren strategisches Ziel ist es, mit Hilfe der Bundesliga das digitale Fernsehen - hier: DVB - im Kabel voranzubringen und damit ein neues Geschäftsmodell zu installieren, das sich in anderen Ländern seit Jahrzehnten bewährt hat, aber in Deutschland (aus politischen Gründen, die Anfang der 80er Jahre zu lokalisieren wären) bislang nicht zum Zuge kam.

Dieses besagte Modell sieht vor, dass
  1. Kabelnetzbetreiber unterschiedliche Programmpakete zu unterschiedlichen Preisen anbieten und
  2. TV-Sender einen Teil der Einnahmen erhalten (in Deutschland müssen sie an Kabelnetzbetreiber zahlen!).
Es bekommt also nicht jeder Zuschauer jedes Programm zum Einheitspreis, sondern es gibt Unterschiede. Dieser Ansatz zielt auf breite Zuschauerschichten, die mit verschiedenen Angeboten erreicht werden sollen. Die Bundesliga ist in diesem Szenario (nennen wir es das arena-Modell) ein Marketingwerkzeug für die Einführung eines neuen Geschäftsmodells im TV-Kabel.

Premiere hingegen hat von Anfang an einen Premium-Ansatz verfolgt, also eine kleinere Zielgruppe angesprochen und demzufolge sehr lange für den Aufbau seiner Kundenbasis gebraucht. Partner Telekom, früher selbst im Kabelgeschäft unterwegs, will die Bundesliga nebst Premiere als Marketingwerkzeug für den Vertrieb der nächsten DSL-Generation einsetzen. V-DSL soll neben Kabel, Satellit und Antenne der vierte Übertragungsweg für digitales Fernsehen werden.

Etwas kompliziert wird die Angelegenheit dadurch, dass IPTV keinesfalls an V-DSL gebunden ist. Denkbar wäre durchaus auch IPTV via Kabel oder Satellit (sofern das Thema Rückkanal gelöst werden kann und soweit das nötig ist). Und genau darum tobt der Streit zwischen DFL und arena auf der einen sowie Premiere und Telekom auf der anderen Seite: Erlauben die von der Telekom erworbenen "Internet-Rechte" an der Bundesliga auch die Verbreitung via Kabel oder Satellit?

Falls ja, dann wäre eine erheblich größere technische Reichweite für das Premiere-Bundesliga-Telekom-IPTV denkbar. Denn V-DSL wird zum Start im August nur etwa drei von 37 Millionen Fernsehhaushalten erreichen können. Und das bisherige DSL soll erst später für die Bundesliga erschlossen werden.

Was ist also letzte Woche geschehen? Nicht viel, meint Kai Pahl (allesaussersport.de):
Die Neuigkeit vom Freitag ist keine Neuigkeit, sondern zurrt nur das Minimum fest, was nach Gerüchtelage eh schon Stand der Dinge war. Unterschriften auf Papier. mehr ist nicht passiert.
Sehr viel, schreibt hingegen Alexander Endl im Zielpublikum Weblog:
Bisher galt es doch immer so: Interaktives Fernsehen scheiterte am Rückkanal, weswegen sich Kabelnetzbetreiber ja nun auch als Daten-Anbieter gerieren. Doch bei allem Bemühen: Es fehlte am Angebot, weil die Nachfrage fehlte, die fehlte, weil es kein Angebot gab. Staatlich subventionieren durfte man nicht und so blieb alles im Grunde wie es war.

Nun aber zwingt man die Telekom (die wohl eher freiwillig und mit Kalkül) und PREMIERE (unfreiwillig und mit Wasser bis zum Hals) zur Geburt des interaktiven Fernsehens, mit dem die Medienlandschaft lange schwanger trug.

Sollte es Telekom und PREMIERE gelingen, das Konzept tatsächlich umzusetzen und nur halbwegs an den Mann zu bringen, dann dürfte das die Fernseh- und Medienlandschaft auf den Kopf stellen. Man wird kaum gucken können, bis andere auch auf die Box wollen, ganz vorne die Shopping-, Lebensberater- und Erotik-Sender. Es wird davon abhängen, ob die Telekom zwanghaft eine Monopolstellung anstrebt und ob sie anderen Daten-Carriers ermöglicht (und zu welchen Konditionen) die neue Box mit zu bedienen. Denn ohne einen Standard, auf den andere aufspringen können und eine einheitliche Box wird das Unternehmen scheitern.

Nur wenn auch die öffentlich rechtlichen Sender und die Privatsender über kurz oder lang mit aufspringen und die Übertragung via DSL unterstützen, wird sich die Box auch in Haushalten verbreiten. Hier wird sich zeigen, ob die Interessen der Telekom (die gern an Verdrängung statt Kooperation interessiert zu sein scheint - verständlich aus deren Sicht im Übrigen) und die Interessen von PREMIERE im Widerstreit zu einem vernünftigen Ergebnis kommen.

Aber wenn man mich fragt: Aus der Not geboren haben wir gerade die Geburt des interaktiven Fernsehens erlebt.

Schülerzeitung goes DTP

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Teil 3 der mehrteiligen Serie zum zwanzigjährigen Bestehen der Page und zum zehnjährigen Bestehen von SinnerSchrader. Teil 1: Computersozialisierung bei Horten, Teil 2: Ein seltsames Protokoll

calamus.png

Das Schülerzeitungsprojekt professionalisierte sich zunehmend: nationale Anzeigenkunden, höhere Verbreitung – und immer noch ein Schriftbild aus dem 9-Nadeldrucker. Es war schrecklich. Wir bewunderten die visuelle Sprache der neuen Magazine wie Wiener, Basta und schließlich Tempo – und uns fiel die erste PAGE in die Hände. Es musste was geschehen – nur was? Das Traumpaar Mac & Laserwriter war für uns völlig unerschwinglich.

Und hier beginnt die Geschichte des Atari ST und eines seltsamen Ausfluges heimischer Software-Entwickler in die grafische Industrie. Schuld war wohl ursprünglich Franz Schmerbeck. Er schrieb mit Signum2 für den Atari eine Textverarbeitung und hatte dabei eine geniale Idee: Für die Druckausgabe der gerade auf den Markt gekommenen 24-Nadeldrucker nutzte er nicht die eingebauten Druckerschriften, sondern ließ die komplette Textseite als Bitmap-Datei aufbereiten.

Dabei steuerte er die einzelnen Drucknadeln durch zeilenweisen Versatz so geschickt an, dass die 24-Nadler eine native Druckauflösung von 360 dpi erzielten – höher als jeder Laserdrucker damals. Gleichzeitig entwickelte er Tools, mit dem Schriftenliebhaber hochwertige und hochaufgelöste Bitmap-Fonts selbst entwickeln konnten. Innerhalb kürzester Zeit wurde Signum2 zur beliebtesten Textverarbeitung auf dem Atari und es entstand innerhalb weniger Monate eine große Schriftenbibliothek.

Mittels Signum und der Zoom-Taste des Schulfotokopierers erreichten wir 1986 fast Fotosatzqualität im Mengentext. Und dann überraschte uns Christian Griesbeck Ende desselben Jahres mit Calamus. Calamus war nicht nur ein ausgewachsenes rahmenorientiertes Layoutprogramm: Der junge Griesbeck hatte fast im Alleingang quasi nebenbei ein eigenes grafisches Betriebssystem entwickelt. Er verzichtete auf alle GEM-Routinen des Atari-Betriebssystems für die Bild- und Druckausgabe und setze sowohl für die Bildschirm- als auch Druckausgabe eigene Softripping-Algorithmen ein.

Während man auf dem Pagemaker noch Headlines in Klötzchenoptik sah (Adobe rückte erst vier Jahre später den ATM raus), konnte man mit Calamus Ende 1986 bereits auf dem Bildschirm 1:1 in der Belichterauflösung von 2540 dpi arbeiten. Es haute uns schier aus den Socken. Adobe und Steven Jobs griffen das Konzept wenig später unter dem Begriff Display Postscript auf – kriegten es aber unter NextStep nie performant. Wir hingegen layouteten nun für unsere Zeitung Tag & Nacht. Hatten viel Spaß, lernten viel und waren glücklich.

Fortsetzung folgt

Ein seltsames Protokoll

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Teil 2 der mehrteiligen Serie zum zwanzigjährigen Bestehen der Page und zum zehnjährigen Bestehen von SinnerSchrader. Teil 1: Computersozialisierung bei Horten

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Im Herbst 1984 begann ich zu schreiben und gründete mit drei Schulfreunden eine überregionale Schülerzeitung, die wir an zwanzig Hamburger Gymnasien frei verteilten. (Erstaunt entdeckten wir als 16jährige, dass der Fortdruck quasi nichts kostet, Anzeigenkunden aber dankbar für die zehnfache Auflage das Dreifache zahlen.) Den Mengentext produzierten wir mit Vizawrite auf meinem C64 und einem 9-Nadeldrucker, dessen Schriftbild dank Carbonfarbband und Runterskalieren am Fotokopierer um eine DIN-Stufe die Grenze des Zumutbaren streifte. Der Rest des Layouts bestand aus Letraset-Rubbelbuchstaben, anarchistischen Comics und drei Tuben Fixogum. Über Nacht wandelte sich meine Daddelkiste zum Publishing-Werkzeug.

Eine meine ersten Reportagen führte mich in eine Eimsbütteler Souterrain-Wohnung. Hier lernte ich Wau Holland, den damaligen Präsidenten des Chaos Computer Clubs, kennen und er schenkte mir die Hackerbibel, nachdem ich einen Zehnmarkschein in seine Kaffeebüchse (oder die des Clubs – ich konnte es nie herausfinden) gefaltet hatte. Die Hackerbibel hielt Wort und enthielt tatsächlich eine Offenbarung: eine Anleitung zum Bau eines Akustikkopplers. Für – damals lächerliche – 800 Mark an Materialkosten konnte ich meinen C64 über Muffen aus dem Sanitärfachhandel mit dem blauen Miettelefon (es gab damals daneben nur noch graue, grüne oder weinrote) der Post verbinden und war „drin“. Bei guter Verbindung konnten wir mit 300 Baud unglaubliche 40 Zeichen pro Sekunde übertragen – ich fragte mich, ob wir uns jemals soviel zu sagen haben würden.

Wir hatten. Die Szene wuchs rasend schnell. Wir schrieben einfache Mailbox-Programme für unsere Rechner, koppelten sie zu Netzen und statt Spiele tauschten wir nun Foren aus – es war das alte Spiel: Jeder wollte die meisten Foren/Bretter/Boards auf seinem System „hosten“ und mit anderen tauschen. Wir verknüpften das Z-Netz mit dem Maus-Net, dieses mit Fido und alle wollten möglichst schnell auch die Usenet-Inhalte aus den Staaten verbreiten, doch das lief nur auf unerschwinglichen Unix-Systemen und auf einem seltsamen Protokoll, das sich Internet nannte.

Ehrensache, dass es dann ab 1985 von unserer Schülerzeitung auch eine Mailbox-Version gab. Sie war „Public Domain“, heute würde man Open Source sagen, und statt GIFs gab’s ASCII-Art. Als in Tschernobyl im April 1986 die Graphitköpfe kritisch wurden, titelten wir in unserer Zeitung „Atomares Alpenglühen“ und verteilten die wöchentliche Strahlenmessung der Bodenbelastung, die wir aus dem Netz saugten, per E-Mail an die Schulsprecher unserer Stadt zwecks Aushang. Dem „Hamburger Abendblatt“ trauten wir nicht. Unsere Rechner verwandelten sich schrittweise vom Werkzeug zum Medium.

Fortsetzung folgt

Computersozialisierung bei Horten

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Teil 1 der mehrteiligen Serie zum zwanzigjährigen Bestehen der Page und zum zehnjährigen Bestehen von SinnerSchrader

VC20-animated.gif
1986 erschien die Erstausgabe der PAGE und ich kaufte mir einen Atari ST, genauer einen Atari 1040STF. Shiraz Shivji, der vorher schon mit dem Commodore 64 den erfolgreichsten Homecomputer aller Zeit entwickelte, hatte zusammen mit sechs weiteren Ingenieuren im Jahr zuvor innerhalb von fünf Monaten das Kunststück vollbracht, einen modernen Prozessor (den Motorola 68000er) mit einem akzeptablen Betriebssystem inklusiver grafischer Benutzeroberfläche (GEM von Digital Research) zu einem unschlagbaren Preis von unter 1.500 DM zu verdrahten. Das entsprach einer Summe, die für einen Schüler in den 80er Jahren in sechs Wochen Sommerferien gerade noch erjobbar war.

Neben dem Preis hatte der Atari ST aber weitere Features, die für mich magische Anziehungskraft besaßen: Da war zum einen sein hochauflösender und flimmerfreier Monochrombildschirm, vor dem man nächtelang sitzen konnte ohne an Augenkrebs zu erkranken, zudem besaß er eine schnelle RS232-Modemschnittstelle - und es war gerade Signum2 erschienen. Dazu muss ich weiter ausholen.

Meine Computersozialisierung fand, wie bei nicht wenigen meiner Generation, im Kaufhaus statt. Genauer bei Horten in der Hamburger Mönckebergstraße, 3. Etage. Dort, wo heute Saturn Espresso-Vollautomaten verkauft. Meine LCD-Armbanduhr von Tchibo signalisierte das Jahr 1982 und die Jungs, die so wie ich zuwenig Verabredungen und zu viele Pickel hatten, trafen sich nach der Schule in den Computerabteilungen der großen Kaufhäuser, um Software zu tauschen. Wir hatten alle unser Konfirmationsgeld in Heimcomputer von Atari, Commodore oder Sinclair gesteckt, und die Kisten brauchten Futter. Das Abtippen von Listings aus Computerzeitschriften fanden wir doof und so kopierten wir, was das Zeug hielt.

Praktischerweise konnten wir hierzu die Rechner aus den Verkaufsausstellungen nutzen, wenn wir für die Verkäufer eine Kopie mitzogen. Ich hatte damals einen VC20, ein Dutzend Schuhkartons voller Tapes (Disketten kamen erst später), und das Netzwerk meiner Tauschfreunde verteilte sich schnell über die ganze Republik. Zur Portofinanzierung kopierte man gegen eine amtliche Aufwandsentschädigung gelegentlich ein Tape für ein paar Landeier und Erwachsene mit. Erst viel später entwickelte ich deswegen flüchtige Gewissenbisse, als ich durch Google erfuhr, dass die Programmierer meiner Lieblingsspiele, Tom Griner („Shamus“) und Jeff Minter („Return of the Mutant Camels“), damals selbst noch zur Schule gingen.

Die Weihnachtstage des Jahres 1983 zerstörten unser Netzwerk über Nacht. Der C64 wurde als VC20-Nachfolger zu „dem“ Weihnachtsgeschenk der Saison: Eine ganze Elterngeneration hatte es sich offenbar vorgenommen, ihre Kinder am Vorabend des Orwell-Jahres fit für das Computerzeitalter zu machen. Der C64 wurde zum mainstreamigen Popper-Computer. Im Frühjahr 1984 schwenkte dann die zersplitterte und gedemütigte Homecomputer-Szene mangels Alternativen auf den C64 um. Software gab’s plötzlich auf dem Schulhof im Überfluss, unsere Kopiererszene verflüchtigte sich.

Fortsetzung folgt

Seit geraumer Zeit schon testet Microsoft eine Werbeplattform, die gegen Google AdWords und Yahoo Search Marketing (vormals Overture) antreten soll. Aus dem, was bis jetzt bekannt ist, ergibt sich noch kein klares Bild.
msn_adcenter.png
Ein adCenter Pilot läuft bei MSN Advertising - Registrierung erforderlich, nur ausgewählte Teilnehmer. Das adCenter Blog hält die Pilotwerbekunden auf dem Laufenden. Deren Anzeigen sind bei Windows Live Search und bei MSN Search zu sehen. Microsoft ist gerade dabei, den Anteil der bislang von Yahoo vermarkteten Keyword-Werbung zu verringern.

Als Alleinstellungsmerkmal betont Microsoft insbesondere das demographische Targeting:

For some advertisers, exposure is not the only thing they are looking for. Some are looking for exposure to the right audience. For instance, if you sell running shoes, you want an audience who is interested in running shoes to see your ad and take action, which may result in the audience clicking on your search ad, visiting your web site, and buying a pair of running shoes. [...]

While most existing search engine services count the number of clicks your ad receives, it is important to also know as many demographics of those individuals clicking on your search ads. The in-depth reports revealing specific details about the audiences behind the clicks have either been unavailable or cost thousands of dollars to purchase from a third party source. MSN believes audience data is essential to planning and maintaining successful search marketing.
Unklar ist, wie Microsoft dieses Versprechen einzulösen gedenkt. Ein paar Hinweise dazu gab es vor zwei Wochen in einem Reuters-Artikel:

Microsoft officials said adCenter provides advertisers with demographic data to better target customers with projections about the search user's age, sex and location. Eventually, the company wants to integrate projections about the user's wealth, preferences and online behavior patterns.

"Woher kennt Microsoft Geschlecht und Alter seiner Nutzer?", fragte finanso.de schon im Herbst - und hatte die nun bei Reuters zu lesende Antwort schon geahnt:

Backed by registration information obtained from 230 million e-mail accounts and 205 million instant messaging users, Microsoft said that database allows it to provide more accurate projections than Google or Yahoo.

"Ich bin gespannt, wie die Öffentlichkeit darauf reagieren wird", schrieb finanso.de seinerzeit. Dem schließe ich mich an.

google_desktop3_01.pngGerade Google Desktop für Unternehmen Version 3 in der nagelneuen deutschen Version installiert. Nach dem Reboot (ich bin ja lernfähig) sieht die Sidebar ziemlich kaputt aus. Und in der Taskleiste lässt sich gar nichts eingeben. Ich starte den Rechner gleich nochmal und berichte weiter.

Microsoft Desktop Search ist übrigens immer noch nicht mit dem Index fertig.

Nachtrag: Mehrere Reboots, eine De- und eine Neuinstallation später ist alles fein. Der neue Desktop macht, was er soll. Zunächst mal indiziert er alles neu. Aber der alte Index steht derweil auch noch zur Verfügung.

Malte Blumenthal live aus Vegas vom zweiten Tag der mix06:

Früh am Morgen zeigt uns Joe Belfiore den neuen Mix. Mit der totalen Vernetzung und seinem Präsentationstalent zieht Belfiore uns alle in seinen Bann.

Nachdem in den letzten Monaten bekannt wurde, dass die Xbox 360 und Windows (MCE) sich gut verstehen werden, wird aus dem Mediaplayer das Microsoft-Media-Herz. Der Mediaplayer spielt auf dem PC oder im Mediacenter sämtliche Medien ab, vernetzt sich mit der Xbox und synchronisiert sich natürlich auch mit mobilen Endgeräten, sehr gerne z.B. mit Windows Mobile 5.

media_center.png
Um all diesen Mediendaten Herr zu werden, wird es State-of-the-Art-Sortier- und Suchfunktionen geben. DVD-Wechsler werden nun auch unterstützt. Sehr gut hat mir die neue Musiksortierung nach 70's, 80's, 90's gefallen. Ich persönlich begrüße es, dass Microsoft nun endlich auch die eifrigen Broadband-Sammler & -Jäger unterstützt, die doch heute nicht mehr wissen, was sie gestern runtergeladen haben. Inwieweit da das neue DRM-System einen Strich durch die Rechnung macht, werden wir sehen.

Eins ist aber klar: 2006 - das Jahr, in dem das Mediacenter kam. Das Mediacenter wird aus seinem Dornröschenschlaf erwachen, integriert in zwei von fünf Vista-Versionen, kombiniert mit der neuen Xbox. Wir können in den Wohnzimmern schonmal Platz machen und darüber nachdenken, wie hier die zukünftigen Webanwendungen aussehen werden...

Was bisher geschah:

Bevor sich unser Sonderkorrespondent in Vegas dem wohlverdienten Nachtschlaf hingab, übermittelte er uns noch einige erste Eindrücke, "schnell & dreckig aber frisch!"

Ich verstehe immer noch nicht, wie es Microsoft schafft, so viele Menschen mit Zukunftsthemen zu beschäftigen, die keinen Cent Umsatz machen, und trotzdem wirtschaftlich so erfolgreich zu sein. Dafür bewundere ich den Laden zutiefst.

Bill Gates ist ein schlechter Sprecher. Bill Gates ist ein sympathischer, irgendwie rein und jung wirkender Mensch.

Las Vegas ist einfach nur crazy (diplomatisch ausgedrückt). Bis jetzt hatte ich nicht eine Stunde Zeit, neben der Konferenz, dem Versuch zu arbeiten, dem Kampf mit 12 Stunden Zeitverschiebung (wenn ich wach sein muss, bin ich müde - wenn ich schlafen soll, bin ich hellwach) Las Vegas zu bewundern.

Mit der Adaption des Vernetzungs-Gedankens in die neuen Microsoft-Technologien ergeben sich in den nächsten Jahren sehr, sehr spannende Möglichkeiten. Auf einer reichweitenstarken Basis, weil halt Microsoft. Die gezeigten Beispiele sind hier sehr technisch geprägt ("schau mal, das funktioniert"). Aus Business-Sicht noch nicht so sehr überzeugend.

Myspace ist auch hier. Unglaublich, die haben eine Server-Farm von "nur" 150 Stück und sind die reichweitenzweitstärkste Seite im Internet. Besonders im Bereich Personalisierung entwickeln sie zur Zeit mit Atlas & Ajax. Hier geht es um Drag & Drop für personalisierten Content. Sehr überzeugend.

Microsoft baut an einem Ad-Center, was wohl eine Full-Service-Plattform für Werbung (noch online) werden soll. Theoretisch sehr spannend, praktisch wird es wohl noch dauern, bis es so einfach ist wie Aktien kaufen: mal eben Zielgruppe auswählen, Preislimits fürs SEM einstellen, etc. und fertig ;-)

Wichtige Stichworte sind: Beyond the Browser, Vernetzung von Applikationen und Services, Ajax & Atlas, sehr viel Mobile!

Einige Einblicke in Smartclients für Endkunden konnte ich z.B. von BBC und North Face sehen. Ich bin auf weitere sehr gespannt.

Schnell sitzt man in einer Session, in der über APIs und Workflows philosophiert wird... ;-) Wenn es dann eigentlich 5 Uhr AM in Old Europe ist, werden die Augenlider sehr, sehr schwer.

fast.png37signals hat eine harte Obergrenze für die Dauer ihrer Produktentwicklung: dreieinhalb Monate.

Create a simple product as fast as you can, then get feedback from customers and make it better.
So fasst die BusinessWeek in ihrer neuesten Ausgabe die Lektion der schlauen Jungs von 37signals für die Softwarebranche zusammen. Und nicht nur für Softwareentwicklung, sondern für webbezogene Produktentwicklung insgesamt: So gut wie alle erfolgreichen Projekte in der bald zehnjährigen Unternehmensgeschichte von SinnerSchrader waren nach spätestens dreieinhalb Monaten online und wurden dann kontinuierlich weiterentwickelt.
The way to get really good software is to make the simplest thing you can as fast as you can and get reaction, then see where it goes from there.
Meint Paul Graham, aus dessen Feder On Lisp (1993), ANSI Common Lisp (1995) und Hackers & Painters (2004) stammen und der heute einer der Partner der VC-Firma Y Combinator ist.

37signals.png

Ein kurzer Zwischenbericht: Gestern hat die frisch installierte Microsoft Desktop Search erst einmal meinen Rechner lahmgelegt. In meiner notorischen Abneigung gegen Reboots hatte ich nach der Installation auf einen solchen verzichtet. Das war offensichtlich ein Teil des Problems, denn heute früh - mit frisch gestartetem Rechner - läuft alles bestens, obwohl der Index noch nicht fertig ist.

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Die Desktop-Suche macht ein kleines Suchfensterchen in der Taskleiste auf, direkt neben dem direkten Wettbewerber. Eine Sidebar gibt es nicht (oder habe ich sie nur noch nicht gefunden?). Die Ergebnisse erscheinen - wie bei Google - zunächst in einem Popup.

desktop_popup.png
Und dann gibt es natürlich ein ausführliches Ergebnisfenster mit Vorschauansicht und weiteren Auswahlmöglichkeiten. So lassen sich die Ergebnisse sehr elegant nach Typ filtern - zum Beispiel "nur Termine" oder "nur Attachments".

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Mir fehlt bislang nur die von Yahoo Desktop Search und Lookout gewohnte Möglichkeit, die Suchergebnisse weiter filtern zu können, zum Beispiel nach Absender, Empfänger oder Betreff. Aber da Lookout ja längst in der Microsoft Desktop Search untergegangen ist, sollte ich die Hoffnung vielleicht noch nicht aufgeben.

Die Automatisierung der Werbung

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Selbst hier im Hause werde ich gelegentlich dafür belächelt, dass ich die Zukunft der Werbung in der Automatisierung sehe und Google AdWords als Prototypen für das, was da kommen wird. Vorgestern gab es einen weiteren Anlass, diese These bestätigt zu finden: Google hat eine Radiowerbeplattform gekauft und will AdWords um das Thema Radiowerbung erweitern. (Mit Printanzeigen wird auch schon experimentiert, und TV-Werbung ist "definitiv auf unserer Liste".)

Warum ist das interessant? Weil das Mediageschäft, insbesondere wie es in Deutschland funktioniert, nicht besonders effizient ist. Das liegt letztlich an der sogenannten AE, einer historischen gewachsenen Provision in Höhe von 15 Prozent, die Media-Agenturen als Rabatt behalten dürfen. Der Werbekunde zahlt 100 Prozent, der Werbevermarkter erhält 85 Prozent, 15 Prozent gehen an die Media-Agentur. Soweit die Theorie.

Dieses Verfahren lädt nicht unbedingt zum effizienten Werbeeinsatz ein, denn die Agentur verdient mehr, je mehr Werbung sie verkauft. Die Masse macht's. Die Anreize der AE locken Media-Agenturen in den Dunstkreis der Vermarkter, zu Lasten ihrer Kunden. Und schon seit Jahren hat ein massiver Druck seitens der Werbekunden eingesetzt, die von den Agenturen sogenannte Kickbacks fordern (und auch erhalten), also die Rückerstattung eines Teils dieser Provision.

Google hat Anfang 2006 in Deutschland mit der AE-Regelung gebrochen und ein leistungsabhängiges Anreizmodell eingeführt. Das soll vorrangig der Effizienz dienen, ist aber auch ein Signal an den Markt: Wir machen Eure historisch gewachsenen Gepflogenheiten nicht mit, wenn wir sie nicht für effizient halten.

Die Zukunft gehört einer stark automatisierten, von Algorithmen gesteuerten Mediaplanung, -disposition und -abrechnung. AdWords ist die Blaupause dafür. Jüngste Schritte in Richtung Zukunft waren Bannerwerbung bei Google AdSense, Buchung von einzelnen Websites nach TKP - und Google Analytics.

Denn auch die Werbekunden wollen ihre Kampagnen in Echtzeit überwachen und optimieren. Mächtige Web-Analytics-Werkzeuge wie WebSideStory erlauben heute ROI-Betrachtungen in Echtzeit. Warum soll das für TV, Radio oder Print nicht möglich sein? Und warum sollten Vermarkter kein Interesse daran haben, die Kampagnen ihrer Werbekunden zu optimieren, wie Google (in Ansätzen) heute bereits?

Das wird ein paar Jährchen dauern, weil die Materie komplex ist, die Technik noch entwickelt und die Marktstruktur aufgebrochen werden muss. Aber es wird dazu kommen, früher oder später.

Macworld2006 Das erklärt Clayton Christensen in der BusinessWeek.

Can Apple keep it up? I don't think so. [...] If they don't open up the architecture and begin trying to be the iTunes inside all MP3 players, they're going to have to keep coming up with the next cool thing.

The next cool thing? Ja, warum eigentlich nicht?

Robert Basic fragt:

womit hängt das eigentlich zusammen, daß man bei Google manchmal Treffer mit normalen URLs angezeigt bekommt und manchmal die URLs in einen ewig langen Rattenschwanz von google eingepackt werden?

Der Fischmarkt antwortet:

Das liegt daran, ob ich jeweils gerade bei Google angemeldet bin (z.B. Google Mail) oder nicht. Denn da gibt es ja das Suchprotokoll und die personalisierte Suche…

Robert zweifelt:

Kann natürlcih sein. Bin aber gerade bei GMail quasi always on. Das wirds auf alle Fälle nicht sein.

Nun ja:

Google versteckt die Links sehr geschickt (wie auch immer sie das machen). Erst nach Kopieren der URL mit der rechten Maustaste wird der versteckte lange Link sichtbar.

Auch der Quelltext macht mich nicht schlauer. Dort steht hinter dem "normalen" Link noch dies:

onmousedown="return rwt(this,'res','4',
'&sig2=O6KrgN__-zbzjE8ymNLhFA')"

Kopiere ich den Link mit der rechten Maustaste, erhalte ich folgende URL:

http://www.google.de/url?sa=t&ct=res&cd=4
&url=http%3A//www.fischmarkt.de/
&ei=UjO-Q4neOLrswQHD6pTnDQ&sig2=O6KrgN__-zbzjE8ymNLhFA

Interessant.

Sic!

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Beim Mittagessen ging mir vorhin durch den Kopf, dass der Shopblogger die Software des Shopbloggers ja auch selbst, und zwar nicht zu knapp, zu dem mittlerweile notorischen Sozialgerichtsirrtum beigetragen hat. Bevor ich es aber erläutern muss, verweise ich doch lieber auf Volker Weber, der das viel besser kann [via Basic Thinking]:

Während sich die versammelte Mannschaft über eine Juristin schlapp lacht, weine ich eigentlich mehr über das miserable Webdesign eines ansonsten lesenswerten Blogs*.

Nachtrag: Der Shopblogger stellt klar, dass er, nichts Böses ahnend, ein Standardtemplate von Serendipity nutzt. Was die Sache natürlich verschlimmert, allerdings nicht für Björn (an dessen Adresse ich hiermit ausdrücklich Abbitte leisten möchte), sondern für die angeblich beste Blogsoftware der Welt.

Ebay 2.0

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Etsy Etsy is Ebay 2.0, meint Michael Arrington. Oder auch: P2P-Commerce with Tagging. Schade, dass P2P-Commerce dem an deutsche Sprache gewöhnten Ohr etwas seltsam klingt. Sonst hätte der Begriff die Chance, im nächsten Jahr Karriere zu machen.

Etsy ist bis jetzt eine Plattform für Handgemachtes, agiert also in einem Nischenmarkt. Aber denken wir uns diese Einschränkung einmal kurz weg, dann ist Etsy tatsächlich so etwas wie Ebay meets Web 2.0.

Tagging löst elegant das Problem der bei Ebay an allen Ecken knarzenden Ontologie. Natürlich gibt es trotzdem die gewohnten Kategorien und Powerseller-Shops. Sehr nett, wenn auch nur begrenzt nützlich ist die Zeitmaschine - sie zeigt an, was gerade aktuell eingestellt wurde.

E-Commerce 2006 wird viel mit Design und User Experience zu tun haben. Oder wie Robert Basic es formuliert

Was Flickr.com gestern war, wird Etsy.com morgen sein.

Was war 2005 (2): Tags

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Da wir gerade von Etiketten sprachen: Auch Tags sind ein Phänomen, das in diesem Jahr das Web prägte, auch wenn die Idee schon älter ist. Gene Smith repetiert The Year in Tags. Erst im Januar war es, als Technorati Tags einführte? Sein Fazit:

2005 has proven that tags are both big (in the financial sense) and useful. Whether or not tagging is a game-changer will, I think, depend on what Yahoo, Amazon and Google do with tags in 2006.

Richtig und falsch

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System_error Ari Paparo erinnert mit einer bemerkenswerten Analyse seiner eigenen Fehler daran, dass so mancher Dienst, den wir derzeit enthusiastisch als Web 2.0 feiern, schon ganz alte Wurzeln hat. So ist ja del.icio.us, dieser Tage für ein paar Mark fuffzich an Yahoo verkauft (und momentan down), keineswegs der erste Lesezeichenorganisator im Netz.

Blink hieß sein 1999 gegründeter Dienst, der - anders als del.icio.us - mit Geld und einem Geschäftsplan ausgestattet war, zu Spitzenzeiten 1,5 Millionen Nutzer hatte (del.icio.us: je nach Quelle 200.000 bis 300.000) und dennoch nicht überlebte. Warum? Weil Blink ein paar kleine, aber entscheidende Dinge anders gemacht hatte als später del.icio.us.

Etiketten (Tags) statt Ordner, öffentliche statt private Lesezeichen als Voreinstellung, bessere und vor allem einfachere Mechanismen, mit denen Nutzer neue, interessante Links entdecken können - das ist der ganze Unterschied. Vor allem die beiden letztgenannten Punkte (Make it Instantly Useful und Don’t Let Technology Decide) gehören nach wie vor zu den gängigsten Fehlern im Projektalltag. [betamode]

Simon

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simon, originally uploaded by annvoe.

Anna Vöge aus den SinnerSchrader Studios über ihren Desktop:

Nach jedem Urlaub wähle ich einige Bilder aus, und bearbeite diese als Wallpaper für meinen Laptop.
Momentan ist bei mir Simon zu sehen, die Katze vom "six small rooms" in Neapel:
Das Backpackers ist quasi nicht zu finden, da es sich mitten in Neapel befindet, in einer Sackgasse von einer Einbahnstraße ausgehend. Mit Hilfe eines so gar nicht detaillierten Stadtplans hat es mit dem Volvo-Kombi (dem größten Auto von ganz Neapel) drei Stunden gedauert, die Unterkunft zu finden.
Der Lonely Planet schreibt dazu ganz passend: "Never drive into the city unless you have a death wish..."
Nun kann ich voller Stolz behaupten: "I survived Napoli!"   :)

User Centric Design

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User Centric DesignManche Dinge bleiben so lange liegen, bis sie sich von selbst erledigen. Nicht so diese Slides zu den beiden Vorträgen, die Stefan Kunze und Christian Jung im Oktober auf der Systems hielten. Was darin gesagt ist, bleibt von Bedeutung. Christian Jung schlug den Bogen (1,4 MB) von den Ideen einiger Pioniere, die den Computer für jedermann zugänglich machen wollten, zum heutigen Projektalltag. Stefan Kunze nahm diesen Faden auf (3,3 MB) und stellte die Projektmethodik des User Centric Design vor, die auf gute, für den Anwender nützliche Software abzielt.

Buster

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Buster, originally uploaded by m.recke.

Daniel Lang aus den SinnerSchrader Studios erklärt seinen Bildschirmhintergrund:

Da wir schon seit geraumer Zeit "Clean Room Policy" haben, ist der Desktop tatsächlich eine der letzten Individualisierungsoptionen die noch bleiben.

Ich brauche einen aufgeräumten Desktop mit ganz wenig Dateien und Ordnern, und der Blick aufs wesentliche muss frei bleiben. Das "wesentliche" Motiv wird in unterschiedlichen zeitlichen Abständen getauscht und entspricht gerade meinem Interesse und meiner Stimmung. Ein Filmplakat von Wim Wenders Paris Texas, der Hauptdarsteller aus "The Incredibles", ein Bild von Edward Hopper usw.

Nachdem ich gestern den Stummfilm "Weisse Hölle am Piz Palü" gesehen habe (siehe auch www.eiston.de), hab ich wieder ein Stummfilmmotiv gebraucht und mich an den guten alten Buster Keaton erinnert. Der Freisteller von Buster ist aus dem Film "Seven Chances".

Quel coincidence!

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Google_analyticsAus der Reihe "Zufälle, bei denen man sich fragt, ob es wirklich welche sind": Kaum gehen wir mit WebSideStory auf Deutschlandtournee, da startet Google, wie alle zwei bis drei Wochen üblich, einen neuen Dienst. Und zwar, passend zur Roadshow Web Analytics 2006, mit dem Namen Google Analytics und dem damit verbundenen Leistungsversprechen. Was heißt das für den Markt? Die Computerwoche gibt Entwarnung:

Google Analytics könnte für einige Bewegung im Markt für Software zur Website-Analyse sorgen. Vor allem kleinere kommerzielle Anbieter, die in erster Linie vom Lizenzgeschäft leben, geraten durch das kostenlose Angebot unter Druck. Firmen wie Websidestory, Coremetrics oder Omniture hingegen wären laut Marktbeobachtern besser gegen diesen neuen Konkurrenten gewappnet, da sie starke Service- und Beratungsmannschaften unterhielten, die Google bisher nicht vorzeigen kann.

Beratung und Service dürfte in der Tat nicht der Fokus eines Google-Ablegers sein - dafür aber Automatisierung, Standardisierung und Skalierbarkeit. Hier werden neue Standards gesetzt, soviel dürfte klar sein - auch wenn ich noch keinen Einblick nehmen konnte, weil Google Analytics offensichtlich mit dem ersten Ansturm nicht fertig wird. Ein paar Screenshots nebst Erläuterungen bei Google Blogoscoped.

Bis vor kurzem kostete der Dienst (unter dem Namen Urchin) übrigens 199 Dollar pro Monat. Jeder Web-Analytics-Anbieter mit diesem Geschäftsmodell kann also schon mal darüber nachdenken, ob sein Dienst hinreichende Differenzierungsmerkmale aufweist - oder den Preis um 199 Dollar senken. Wie formuliert es Jon Henshaw [via Siggi Becker]?

Google Takes Out Entire Industry In One Day

Parallelität der Ereignisse

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Business Breakfast Web Analytics 2006Es gibt Zufälle, bei denen man sich fragt, ob es wirklich welche sind. Am nächsten Dienstag finden in München im gleichen Hotel zur gleichen Zeit zwei sehr ähnliche Veranstaltungen statt. Um 8.30 Uhr beginnt das Business Breakfast von WebSideStory und SinnerSchrader zum Thema Web Analytics. Und eine halbe Stunde später tagt das Online Marketing Forum - zu Themen wie Website Analytics und Web-Controlling...

Schreibtischsiedlung

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Schreibtischsiedlung, originally uploaded by m.recke.

Desktop von Ulli Leseberg aus der Buchhaltung der SinnerSchrader Aktiengesellschaft.

Deskspace

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Desktop von doubl. Das Hintergrundbild ist von Nasa-Images. Der entsprechende Bildschirmschoner enthält ebenfalls Bilder der Nasa.

Ende eines Monitors

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Ende eines Monitors, originally uploaded by m.recke.

Jürgen Siebert, Marketingvorstand von FontShop in Berlin, wird von seinem Desktop immer daran erinnert, wie sein PowerBook mal zu Boden ging. Das Bild des zerbrochenen LCD-Monitors im Fontblog führte zu einem gewaltigen Besucheransturm: Die Seite wurde 176.000 Mal besucht.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis - ein PowerBook im Tausch gegen 176.000 Bruttokontakte. Bei 1.999 EUR für ein standardmäßiges 15-Zoll-PowerBook ergäbe sich ein TKP von 11,36 EUR. Und der Restzeitwert des Notebooks dürfte eher geringer gewesen sein.

Jürgen Siebert war es übrigens, der seinerzeit als Gründungschefredakteur der Page den jungen Matthias Schrader zur Page holte.

Vor Sonnenuntergang

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Sonnenuntergang, originally uploaded by m.recke.

Henry Steinhau schreibt dazu:

ein kleines grosses meisterwerk meiner tochter (9 jahre), das mich immer daran erinnert, möglichst noch vor sonnenuntergang feierabend zu machen ;-)

Zeigt her Eure Desktops

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Martins Desktop, originally uploaded by m.recke.

So, zwar etwas aufgeräumt, aber sonst original: So sieht der Desktop meines Arbeitsplatzrechners aus. Links am Rand liegt etwas mehr Zeugs herum als ich es gerne hätte. Die Google-Sidebar rechts klappe ich immer öfter ein - sie lenkt zu sehr ab. Hilft aber gegen Langeweile. :)

Jetzt sind Sie dran, liebe Leser: Wie sehen Ihre Desktops aus? Einschlägige Bilder bitte an info@fischmarkt.de einsenden oder im frisch angelegten Pool bei flickr ablegen.

Marketing treibt Web Analytics

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Business Breakfast Web Analytics 2006Kein E-Commerce ohne Web Analytics. Wer online verkauft (und das nicht gerade bei Ebay tut), muss wissen, was die Nutzer seines Shops so tun oder lassen. Doch der hiesige Markt für Analysewerkzeuge ist bislang recht stark zersplittert. Eine Studie der Berliner Beratungsagentur Ideal Observer verspricht jetzt einen Marktüberblick zu geben.

73% des gesamten Umsatz-Volumens entfallen allein auf den amerikanischen Markt. So ist es nicht verwunderlich, dass amerikanische Unternehmen wie WebTrends, Omniture, WebSideStory und Coremetrics den Markt dominieren. Zudem sind sie auch Vorreiter in der Entwicklung anschaulicher Benutzeroberflächen, handlungsrelevanter Kennzahlen und der Integration von Erweiterungen wie eMail-Marketing, PPC-Kampagnen, A/B-Tests und Suchmaschinenoptimierung.

Marketing- und Vertriebsabteilungen haben mittlerweile den IT-Nerds das Heft aus der Hand genommen und treiben die Entwicklung voran. Ein unübersichtlicher Markt, unklare Anforderungen und die geografische Nähe legen zunächst den Gang zu deutschen Anbietern nahe, die sich laut Ideal Observer "eher im Mid-Level-Bereich" finden.

In direkter Konkurrenz zu amerikanischen Lösungen wie Urchin, Clicktracks oder HitBox zeichnen sie sich durch ihre grössere Kundennähe und der individuellen Implementation entsprechend den Anforderungen ihrer Kunden aus. Hinsichtlich Nutzerfreundlichkeit und Attraktivität der Oberflächen liegen die heimischen Anbieter allerdings in der Mehrzahl noch deutlich hinter der angelsächsischen Konkurrenz zurück.

Mittlerweile sind die großen US-Anbieter dabei, den deutschsprachigen Markt zu erschließen. Zu den Vorreitern gehört WebSideStory, das jüngst eine Partnerschaft mit SinnerSchrader geschlossen hat. Wir glauben an das Thema und werden jetzt mal testen, wie weit uns dieser Glaube trägt.

    Del.icio.us Tags: ,

Hut ab

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Trüge ich einen Hut, dann würde ich ihn jetzt ziehen. Und zwar vor Six Apart und ihrem Krisenmanagement. Aber der Reihe nach.

Gestern morgen war der Fischmarkt plötzlich auf dem Stand vom Juli. Matthias Schrader, früh im Büro, fiel das sofort auf, drückte auf den Kopf und publizierte mit Typepad die fehlenden Einträge. Alles schien wunderbar.

Auch wenn böse Zungen anderes behaupten, ist der Fischmarkt nicht unsere Hauptbeschäftigung. Also fiel niemandem auf, dass einige Bilder fehlten. Bis heute um 11.28 Uhr. Da ging eine Mail von Heiko Hebig persönlich ein, mit der er auf das Problem aufmerksam machte.

Die Wahrheit des Tages

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Eine Firma mit einem Webauftritt sollte heute schon von jeder Webagentur “bloggisches” einfordern. Statt auf Frames, armseligen Quellcode, Flash und statischen Quatsch zu setzen, der nie upgedatet wird. [Robert Basic]

Auf der Systems

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SystemsEin Blick zurück in die Geschichte zeigt die treibende Idee hinter dem Erfolg des Personal Computers. Pioniere wie Douglas Engelbart und Alan Kay haben die Technik der Rechenmaschinen für den Menschen zugänglich gemacht. Ein Vortrag von Christian Jung (SinnerSchrader Neue Informatik) auf der Systems beschreibt diese Vision und zeigt, wie sie im heutigen Projektalltag durch den Einsatz von User Centric Design (UCD) weiterlebt. Stefan Kunze stellt in einem weiteren Vortrag die UCD-Projektmethodik vor. Termin: 27. Oktober.

User Centric Design

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"Eine Methodik, die sich rechnet." [kampagnenstart.de über User Centric Design]

Ucd01 Stimmt. Das zeigt das Beispiel Deutsche Bank [PDF]. Mehr über die Projektmethodik hier.

Web 2.0

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Web20rashmi sinha: data, interface and metadata no longer need to go hand in hand

TagcloudThomas Cloer hat schon vor einigen Tagen in seinem Computerwoche Blog kurz über TagCloud berichtet. TagCloud verdichtet und gewichtet aus beliebigen RSS Feeds recht smart die jeweiligen Schlagwörter und stellt sie als Tag Navigation ("Wolke") dar. Um das Thema RSS & E-Commerce  wieder aufzugreifen, bastelte ich heute auf die Schnelle einen kleinen Meta-Perlentaucher, um einen thematischen Überblick der aktuellen Buchrezensionen im Markt zu bekommen. Schon mit drei Feeds ein nettes Ergebnis (ein kleines Dankeschön an dieser Stelle der Stoppwortliste).

MattesdesktopWegen der vielen Nachfragen: WebObjects flog bei uns nur von den Servern. Mein PB12 erfreut mich weiterhin und der Blue Man bleibt auch (schließlich hart erarbeitet ;-)

Wo

___________Steve, Du hast es vermasselt. Dein WebObjects war der Motor von Dell, TUI, Libri, der Deutschen Bank  - mit Deinem Code wollten wir die Welt erobern. Trotz  Deiner Hochpreispolitik von $50.000 pro CPU. Aber als kein Kunde mehr Lizenzmillionen zahlen wollte, senktest Du nicht den Preis. Und ob der sinkenden Erlöse, wurden die Releases immer kleiner. Jetzt denkst Du, nach einigen viel zu späten Preissenkungen, über eine Open-Source-Strategie für Deinen AppServer nach. Klar, damit könntest Du die Kosten für Deine iTunes- und Apple-Stores durch geschicktes Outsourcen der Framework-Maintenance an Deine treue WO-Gemeinde noch mal senken. Aber da irrst Du Dich; Du kommst zu spät. Wir haben geswitcht.

reboot7

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Reboot7_3Im Epizentrum der Blogger- und Netzkultur. 20 Vorträge in zwei Tagen, 400 Menschen aus 22 Ländern. Doc Searls ("rebooting our vocabularies") sagt, wir sollen aufpassen, was wir sagen. Wer "content" für "Konsumenten" "ausliefert", der vergreift sich an der Netzidee. Der Scobleizer hat da schon weniger zu sagen. Was hat er eigentlich gesagt? Ben Cerveny aber. Er sagt, dynamische Interfaces funktionieren wie ein Spiel. Das wichtige sind die Freiräume innerhalb der Regeln, zuviel Ordnung = Langeweile. Da widerspricht keiner, denn schliesslich hat er ja flickr gemacht. Jimmy Wales kommt zu der überraschenden Einsicht, dass sein Wikipedia miserabel aussieht und deshalb vor allem von technisch interessierten (Männern) befüllt und gelesen wird. Touché! Jason Fried hält ein eindruckvolles Plädoyer gegen die Feinspezifikation und für kleine Teams. Aber auch seine Company ist gewachsen - jetzt sind es 4 Leute. Abends dann das Highlight: nachdem vorher Matthias Müller-Prove uns über die Geschichte des Hypertext aufgeklärt hat und auf dem Programm der komplette 90-Minuten Film der Mutter aller Demos steht, erscheint der grosse Meister selbst auf der Leinwand. Life aus California zugeschaltet: Doug Engelbart. Und ich war dabei!
Dann der zweite Tag: Zum Einstieg Cory Doctorows flammende Rede gegen den Broadcast Flag und die Kontrolle der Filmindustrie über unsere persönlichen Rechte. Christian Lindholm will uns das Nokia Lifeblog schmackhaft machen. Sollen wir Zukunft alle unser Leben in Videoschnipseln protokollieren?. Jyri Engeström sagt, wie soziale Netzwerke funktionieren, nämlich nur über ein (Identifikations-) Objekt. "think objects and you'll think about play". Zu Ben Hammersley kam ich zu spät. Ob ich etwas verpasst habe, mag jeder selbst beurteilen. Nach dem Mittagessen dann David Weinberger. Der Mann ist ja eine Granate! Er spricht von der "third order". Die Dinge haben im Netz keine absolute Wahrheit und keinen absoluten Ort mehr. Die neuen Organisationsprinzipien heissen: Multiple categories, Messiness as a value, Unowned order. Genau!

Und was hat das alles mit E-Commerce zu tun? Gutes Thema für die reboot8. Ich bin auf jeden Fall da.

Rss_1RSS-Feeds für Blogs & News-Sites anzubieten - ein klarer Fall. Aber auf E-Commerce-Sites? Die Süddeutsche Zeitung testet RSS seit ein paar Tagen auf ihrem Medienshop SZ-Mediathek. Amazon (bislang nur .com) ist schon ein paar Tage länger dabei (zugegeben, gut versteckt). Der Unterschied: Amazon macht auf Spartenfunk und verpackt Neuerscheinungen in losem Takt in die jeweiligen Produktkategorien, die Münchener machen Tageszeitung: relevante Rezensionen im gelernten Ryhtmus tagesaktuell aggregiert. Wir bleiben am Ball, welches Modell besser arbeitet. 

Digitaler Frischfisch

Der interaktive Konsument revolutioniert das Marketing. Ein Blog von SinnerSchrader.

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