
"Kunde versus Community – Wie entscheiden Konsumenten in 2010 – Werbebotschaft oder Meinungsaustausch?" Diese Frage debattieren u.a. Matthias Schrader, Holger Jung (Jung von Matt) und Klaus-Peter Schulz (BBDO) am Freitag auf der Computer Bild CeBIT CEO Conference.
Zwei klassische Werber werden dann vermutlich ihre Disziplin gegen die kecke Behauptung verteidigen, die Klassik habe ihre Zukunft womöglich bereits hinter sich. Das Match beginnt mit der Einstiegsfrage des Moderators:
Herr Schrader, Sie haben die heftige Debatte in der Fachpresse (u. a. Horizont) über die Rolle der klassischen Werbung in der Zukunft mitbekommen. Findet die Werbung der Zukunft wirklich vorwiegend in den neuen Medien statt? Kann die klassische Werbung wirklich nicht mehr mithalten und wird zum Nischenthema?
Es folgt der Aufschlag von Matthias Schrader:
Die Werbung der Zukunft sind Beziehungen - zwischen Marken und Kunden wie auch zwischen Kunden und Kunden. Deshalb wird die klassische Werbung ihre Führungsrolle an die interaktive Kommunikation verlieren. Es wird sie weiterhin geben, sie wird aber an Bedeutung einbüßen und eher eine unterstützende Rolle haben, so wie heute Plakat und Radio. Die Lead-Agenturen der Zukunft werden Interactive-Agenturen sein, die den Dialog der Kunden und Marken prägen.
Damit ist die Debatte eröffnet. Der gesamte Kongress wird am Freitag live auf der Website von N24 gezeigt.
Ich würde die Debatte jetzt gerne aufN24 verfolgen, doch leider lässt das mein Browser im Büro nicht zu. Findet man den Stream auch anschließend irgendwo on demand?
Was für eine dilettantische Veranstaltung. Immerhin gab's am Ende ipod Nano Shuffles - zum Trost für alle(!), die eine Stunde Ihrer kostbaren Lebenszeit mit strapaziös langen Filmsequenzen, Schienbeintritten von und für Insider und konsequent aneinander vorbei redenden Werbeikonen verschwendet haben. Offensichtlich fanden dies auch die Leute hinter der n24-Übertragungskamera, die vor lauter Langeweile entscheidende Schwenks auf die Videoprojektionen genauso unterliessen, wie die nötige Sorgfalt am Tonpult.
Einziges Highlight der Veranstaltung: während die Mehrheit des Podiums die wohl künftig zu erwartende, paritätisch verteilte Existenzberechtigung diverser Medienkanäle proklamierten (was fast einer Art "Verteidigungsrede" der "klassischen" Kommunikationskanäle gleich kam), wagte einer der Teilnehmer immerhin die These, dass sich die Bedeutung der Zielgruppen und Marken-Kommunikation zugunsten der Online-Experten und deren künftige Budget-Verantwortung verschieben werde. Frei nach dem Motto: "everthing goes digital". Schade nur, dass niemand richtig darauf eingegangen ist ... oder eingehen wollte?!