Anfang des Jahres haben wir uns auf dem Fischmarkt mit der durch Google betriebenen Automatisierung der Werbung befasst (hier Teil 2 und Teil 3, eine Antwort auf Martin Röll und Teil 4).
Robert Young bringt bei GigaOM jetzt eine ähnliche These zu Papier auf den Schirm:
Simply put, Google is building what is essentially an operating system (”OS”) for advertising… one that will work across all media. [...] Google’s Ad/OS will optimize media buying across the spectrum & manage creative placement.
Google’s Ad/OS will be used to manage and buy ads at many of the top new media publishers like MySpace, YouTube, AOL, Ask, and Google itself, of course, along with hundreds of thousands of blogs. It will also be used to buy ads in the NY Times, the Boston Globe, the Washington Post, and all sorts of local papers owned by Tribune, Gannett and McClatchy… not to mention radio stations all over the country that are owned by Clear Channel and other radio conglomerates. And if Google executes on its plan, soon all the major broadcast TV and cable networks will join in to make their ad inventory available via Google’s Ad/OS.
Die spannende Frage ist dann, und auch das hat uns hier vor kurzem beschäftigt, wie dies sich auf das Geschäftsmodell der etablierten Medienhäuser auswirkt. Young ist da wenig zuversichtlich:
The only way for traditional media companies to leverage the core competencies they have today in order to compete with Google’s Ad/OS, in the long run, is to start breeding ad salespeople who will have the expertise and capability to sell across all media platforms. Sure, that’s feasible… when pigs can fly.
Gut das hier überhaupt einer darüber schreibt. Meiner Ansicht nach liegen Sie exakt richtig mit Ihrer These von der "Automatisierung" der Werbung- weil fast noch niemand sonst darüber nachdenkt lese ich hier mit.
Ich glaube allerdings nicht daran das Aussicht besteht das diese Entwicklung für sehr viele Kreative positive Chancen bietet. Einige sicher, ja. Viele werden aus der bisherigen "geschützten Werkstatt" feststehender Provisions- und Entgeltmodelle vor die Tür in den Regen eines freien Weltmarktes gesetzt werden.
Ein Google-Werbevideo könnte problemlos auch aus einer kreativen Idee entstehen welche dann hundertmal billiger in Bollywood umgesetzt wird (oder wo auch immer es hundertmal billiger ist).
Ansonsten: Don't panic :-)
Ich habe des öfteren in "traditionellen Medienhäusern" Powerpoint-Präsentationen gesehen deren Inhalt man sehr gut so zusammenfassen kann: "Wir lassen Schweine fliegen...:-)"
Ich schätze Robert Young sehr aber einen Denkfehler hat er bei diesen Aussagen gemacht. Es sind gerade nicht die "salespeople", die Google so erfolgreich machen sondern die Abwesenheit derselben.
Das ist ganau das Antisoziale an der Social Media-Entwicklung. Werbeverkäufe werden automatisiert und damit für einen größere Masse zugänglich.
Die Strategie müsste dann nicht sein mehr salespeople sonder ein einfacherer sale. Warum kann ich nicht bei jeder Zeitung usw. im Internet automtisiert eine Anzeige aufgeben ohne erst wo anzurufen und anzufragen?
Google betreibt kein Betriebssystem, sondern eine Suchmaschine, die noch dazu eine fast monopolartige Stellung im Bereich der Suchmaschinenwerbung aufgebaut hat.
In diesem Zusammenhang von Betriebssystem zu sprechen, verharmlost die Situation unnötig (auch wenn es eine intelligente Metapher ist).
Es stellt sich die Frage, welche Freiheitsgrade für die Mediaplaner noch bleiben.
Der Bietermechanismus von Google Adwords führt immer zur totalen Markträumung. Dieses Modell arbeitet ohne Intermediäre wie etwa Agenturen.